Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Clever, spannend und wunderbar fantasievoll
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Juli im Land der Zeitgeister hat uns richtig begeistert! Die Geschichte ist wundervoll geschrieben, altersgerecht und gleichzeitig aufgrund einiger überraschender Wendungen spannend genug, um auch beim Vorlesen immer wieder mitzurätseln. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, und besonders schön fand ich die Überschriften: Sie verraten bereits ein kleines bisschen darüber, was im jeweiligen Kapitel passieren wird, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Bei uns hat das sogar die Neugier auf das nächste Kapitel geweckt.
Besonders gut gefallen haben mir die Figuren. Juli ist eine großartige Protagonistin, deren Cleverness mich immer wieder beeindruckt hat. Auch die Hexe Unruh fand ich spannend: Zunächst wirkt sie eher unsympathisch und sogar bedrohlich, doch im Laufe der Geschichte verändert sich dieser Eindruck. Mal wieder zeigt sich, dass der erste Eindruck eben nicht immer der richtige sein muss. Mein persönliches Highlight war allerdings Zeitgeist Trim, der den Zauberer immer wieder auf höchst kreative Weise beschimpft und das ganz ohne vulgär zu werden.
Auch die Welt der Zeitgeister ist toll gestaltet. Das Land der Großen Uhr mit seinem Zifferblatt, den verschiedenen Orten und dem riesigen Uhrwerk lässt sich durch die Beschreibungen gut vorstellen. Zusätzlich hilft die Karte am Anfang des Buches dabei, sich in dieser ungewöhnlichen Welt zurechtzufinden.
Ein kleines Manko hatte für mich allerdings das Cover: Es passt nicht ganz zu meiner Vorstellung der Geschichte, vor allem weil die Uhr im Buch anders beschrieben wird als die auf dem Cover. Außerdem hätte ich mir noch eine Zeichnung einer Uhr gewünscht, auf der die verschiedenen Bestandteile beschriftet sind. Gerade gegen Ende werden einige Fachbegriffe rund um das Uhrwerk verwendet, die sich mit einer solchen Übersicht wahrscheinlich noch leichter verstehen lassen würden.
Der für mich deutlich größere Kritikpunkt betrifft allerdings den Umgang mit Tieren. Insbesondere bei einem Tier werden im Verlauf der Geschichte für mich Grenzen überschritten, die ich gerade in einem Kinderbuch problematisch finde. Das hat meinen ansonsten sehr positiven Eindruck deutlich getrübt.
Trotzdem hatte ich insgesamt eine tolle Lesezeit mit Juli und ihrer Reise durch das Land der Zeitgeister; nur für die eine Situation hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht.
Viel Gefühl, etwas zu viel Drama
The Secret Fiancée von Catharina Maura
Secret Fiancee hat mir insgesamt eine richtig gute Lesezeit beschert. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass sich das Buch geradezu wegliest. Auch die spicy Szenen sind toll geschrieben – allerdings wiederholen sich manche Elemente für meinen Geschmack etwas zu häufig. Hier wäre für mich stellenweise etwas weniger tatsächlich mehr gewesen.
Die Geschichte spielt in der Welt der Reichen und Schönen, trotzdem wirken Lex und Raya angenehm bodenständig. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Gefühle zwischen den beiden Protagonisten spürbar sind, sondern auch die enge Verbundenheit innerhalb ihrer Familien. Die Familienmitglieder stehen füreinander ein und ihre Beziehungen untereinander bekommen ausreichend Raum, sodass sich die Geschichte nicht ausschließlich um die Liebesgeschichte dreht.
Mit Lex hatte ich allerdings nicht immer ganz einfache Momente. Sein Besitzanspruch Raya gegenüber war mir stellenweise deutlich zu viel. Seine Kontrollsucht wird durch seine Vergangenheit zwar plausibel erklärt, trotzdem konnte mich die Geschichte dazu nicht vollständig überzeugen. Raya wiederum braucht ziemlich lange, bis sie wirklich für sich selbst einsteht. Gerade vor dem Hintergrund von Lex' Vergangenheit lässt sie ihm für meinen Geschmack sehr viel durchgehen.
Auch beim Drama war mir an einigen Stellen etwas zu viel des Guten. Natürlich braucht es Konflikte, um eine Geschichte voranzutreiben, und einige der dramatischen Entwicklungen waren für die Handlung durchaus wichtig. Zwischendurch hatte ich aber trotzdem das Gefühl, dass die Geschichte noch eine weitere Eskalation eigentlich nicht gebraucht hätte.
Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich mit Secret Fiancee viel Spaß. Die Geschichte ist gut geschrieben, emotional und spicy, und besonders die Familienbeziehungen haben mir gefallen. Nicht alles konnte mich vollständig überzeugen, für eine richtig gute Unterhaltung hat es aber allemal gereicht.
Anderssein ist völlig okay
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Die gute Fee mit der schlechten Laune ist ein kurzweiliges und unterhaltsames Kinderbuch voller kleiner Missgeschicke und humorvoller Momente. Durch die kurzen Kapitel eignet sich die Geschichte wunderbar zum Vorlesen, aber auch zum selbstständigen Lesen. Ich würde das Buch allerdings sogar schon etwas vor dem empfohlenen Lesealter ab 8 Jahren empfehlen.
Für ältere Kinder dürfte die Geschichte stellenweise etwas zu vorhersehbar und wenig spannend sein.
Das Buch ist der Auftakt einer Reihe und entführt in eine ziemlich ungewöhnliche Fantasywelt. Hier sind alle Feen glücklich, verbreiten Freude und ernähren sich dafür von Süßigkeiten, denn Zucker ist für ihre Magie unverzichtbar. Diese Welt war mir persönlich allerdings etwas zu überzogen. Vor allem die Notwendigkeit von Zucker fand ich stellenweise schwierig. Auch die ständig schlecht gelaunten Wandelwichte waren mir irgendwann etwas zu anstrengend.
Dafür konnte mich Molli als Hauptfigur überzeugen. Sie passt so gar nicht in das Bild, das die anderen von einer guten Fee haben. Ihr Feenlachen klingt eher nach einer rostigen Fahrradklingel, Zuckerwatte kann sie nicht begeistern und das vermeintlich gruselige Leben der Menschen findet sie viel spannender als das perfekte Feenleben. Besonders witzig fand ich, dass ausgerechnet einige bekannte Kinderbuchklassiker als verbotene Menschenbücher auftauchen.
Hinter Mollis Anderssein steckt eine schöne Botschaft: Sie versucht nicht, sich zwanghaft an die Erwartungen der anderen anzupassen, sondern steht zu sich selbst. Und obwohl sie dabei immer wieder in kleine Katastrophen gerät, findet sie ihren eigenen Weg, Freude zu verbreiten. Gerade für Kinder ist das eine schöne Aussage: Man muss nicht so sein wie alle anderen, um etwas Besonderes zu können oder anderen Freude zu machen.
Insgesamt ist Die gute Fee mit der schlechten Laune ein humorvoller und leichter Reihenauftakt mit einer sympathischen Hauptfigur, vielen kleinen Schlamasseln und einer schönen Botschaft. Die Fantasywelt und die Vorhersehbarkeit konnten mich nicht ganz überzeugen, Spaß beim Lesen hatte ich aber trotzdem.
Mehr als nur ein schlechtes Date
Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West
Der Klappentext von Worst Date Ever hat mich ehrlich gesagt zunächst nicht angesprochen. Erst die Leseprobe hat mich neugierig gemacht und zum Glück habe ich danach weitergelesen, denn das Buch hat mir deutlich besser gefallen, als ich nach der Beschreibung erwartet hatte.
Ich mag Kasie Wests Schreibstil sehr.
Die Geschichte liest sich locker und flüssig, und besonders die Schlagabtausche zwischen Margot und Oliver per Nachrichten haben mir richtig gut gefallen. Ihre Gespräche waren für mich eines der Highlights des Buches und haben immer wieder für unterhaltsame Momente gesorgt.
Etwas irritiert hat mich allerdings der Klappentext im Nachhinein. Dort wird der Eindruck vermittelt, dass Margot ihre große Liebe auf keinen Fall über eine Dating-App kennenlernen möchte. Tatsächlich nutzt sie diese im Verlauf der Geschichte immer wieder und lernt darüber auch hauptsächlich potenzielle Partner kennen. Das passt für mich nicht so ganz zu dem Bild, das der Klappentext vermittelt.
Margots Entwicklung hat mir dagegen sehr gut gefallen. Gerade ihre Entwicklung im Hinblick auf ihren Beruf und ihre familiären Beziehungen fand ich stimmig und authentisch und sie hat die Geschichte für mich deutlich runder gemacht. Etwas schwer nachvollziehbar war für mich allerdings, warum sie über so lange Zeit daran festhält, dass Oliver das schlechteste Date ihres Lebens war, während sie gleichzeitig immer wieder über die Dating-App mit ihm Kontakt sucht. Dass sie trotz dieses angeblich katastrophalen Dates über Jahre hinweg mit ihm schreibt, hat für mich nicht ganz zusammengepasst.
Auch Olivers Verhalten fand ich stellenweise ziemlich rätselhaft. Ich konnte deshalb gut nachvollziehen, dass Margot nicht so recht wusste, was sie von ihm halten soll. Die spätere Auflösung konnte mich dann aber überzeugen und hat einiges von seinem Verhalten nachvollziehbarer gemacht.
Insgesamt hatte ich mit Worst Date Ever eine richtig gute und unterhaltsame Lesezeit. Besonders der Schreibstil, die Dialoge und Margots persönliche Entwicklung haben mir gefallen. Schade finde ich eigentlich nur, dass der Klappentext für mich nicht wirklich wiedergibt, was das Buch letztendlich ausmacht, denn dadurch hätte ich es beinahe gar nicht gelesen.
Fahrzeuge entdecken und verstehen
tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Faszinierende Fahrzeuge von Heike Tober
Auch dieser Band der tiptoi Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe konnte uns wieder überzeugen. Faszinierende Fahrzeuge bietet jede Menge Wissen für kleine Fahrzeug- und Technikfans und lädt gleichzeitig zum selbstständigen Entdecken ein.
Auf acht Doppelseiten gibt es unglaublich viel zu entdecken, sodass man sich mit jeder Seite eine ganze Weile beschäftigen kann.
Durch das Buch begleitet die Familie von Lilli und Carlo, die gemeinsam ganz unterschiedliche Fahrzeuge kennenlernen. Dabei geht es nicht nur um Autos, sondern unter anderem auch um Rennwagen, Züge, Schiffe, Flugzeuge sowie Nutzfahrzeuge auf dem Bauernhof und der Baustelle. Gleichzeitig wird erklärt, welche Technik hinter den verschiedenen Fahrzeugen steckt und wie sie funktionieren.
Auf jeder Doppelseite gibt es eine kleine Geschichte, durch die das jeweilige Thema anschaulich vermittelt wird. Dazu kommen zahlreiche Informationen, die Kinder mit dem tiptoi-Stift selbstständig entdecken können. Ein Quiz auf jeder Seite bietet außerdem die Möglichkeit, das neu erworbene Wissen direkt zu testen und zu vertiefen.
Das Wissen ist altersgerecht aufbereitet und verständlich erklärt, sodass auch komplexere technische Zusammenhänge für Kinder greifbar werden. Gleichzeitig wird ein Thema aufgegriffen, das im Zusammenhang mit Fahrzeugen immer wichtiger wird: Umweltschutz. Lillis und Carlos Eltern achten auf umweltfreundliche Fortbewegung, wodurch unter anderem der Unterschied zwischen Verbrennern und Elektroautos erklärt wird. Auch alternative Möglichkeiten wie Fahrrad, ÖPNV oder Bahn werden thematisiert.
Die Illustrationen sind wie gewohnt detailreich gestaltet. Etwas unschön ist lediglich, dass auf der letzten Seite eine Art Bildnachweis abgedruckt ist. Rechtlich vermutlich notwendig und die Platzierung an einer anderen Stelle einfach nicht möglich, mein Kind war dadurch allerdings zunächst verwirrt.
Insgesamt ist Faszinierende Fahrzeuge wieder ein rundum gelungenes Sachbuch aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe. Gerade für Kinder, die sich für Fahrzeuge und Technik interessieren, gibt es hier unglaublich viel zu entdecken und jede Menge Wissen zu lernen. Durch die Kombination aus Geschichten, Geräuschen, Informationen, Quiz und Lied wird das Lernen abwechslungsreich und macht richtig Spaß.
Ein wunderbarer Auftakt voller Sommer, Freundschaft und Inselgefühl
Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück Seaside Sisters von Mia Andersen
Lenes Inselsommerglück ist ein rundum gelungener Auftakt der Seaside Sisters-Reihe und hat mich von der ersten Minute an begeistert. Die Geschichte begleitet Lene durch einen Sommer voller kleiner und großer Abenteuer und fängt dieses unbeschwerte Feriengefühl wunderbar ein.
Die Handlung ist altersgerecht, humorvoll und flüssig erzählt.
Die Mischung aus Sommerferien, ersten Gefühlen, Freundschaft und anderen Herausforderungen sorgt dafür, dass das Hörbuch durchgehend unterhaltsam bleibt und nie langweilig wird.
Besonders gefallen hat mir, dass in Lenes Geschichte verschiedene wichtige Themen ihren Platz finden. Im Mittelpunkt steht zunächst die Freundschaft zwischen drei Mädchen, die sich im Laufe der Handlung zu einer Vierergruppe entwickelt. Die Veränderungen innerhalb der Gruppe werden einfühlsam und glaubwürdig erzählt und zeigen, dass Freundschaften wachsen und sich weiterentwickeln können. Gleichzeitig wird auch das Thema Tierschutz auf eine angenehm niedrigschwellige Weise eingebunden. Es gehört ganz selbstverständlich zur Geschichte und regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken.
Ein großes Lob geht außerdem an Sprecherin Chantal Busse. Sie hat eine sehr angenehme Stimme, der man mühelos folgen kann, und schafft es, die sommerliche Atmosphäre und die Gefühle der Figuren lebendig zu transportieren. Dadurch wurde das Zuhören zu einem echten Vergnügen.
Lenes Inselsommerglück ist ein gelungener Reihenauftakt, der wichtige Themen dieser Altersgruppe mit viel Herz, Humor und Leichtigkeit erzählt. Ich freue mich schon darauf, die weiteren Abenteuer der Seaside Sisters kennenzulernen.
Eine warmherzige Geschichte für den Schulstart
Der Postbär, der nicht lesen konnte von Susana Peix
Der Postbär, der nicht lesen konnte ist eine liebevolle Geschichte über den Mut, sich Hilfe zu holen, und den ersten Schritt auf dem Weg zum Lesenlernen.
Mein persönliches Highlight waren die Illustrationen. Sie sind unglaublich niedlich, voller kleiner humorvoller Details und verbreiten sofort eine gemütliche Herbststimmung.
Allein das Anschauen der Bilder macht schon großen Spaß und lädt dazu ein, immer wieder neue Kleinigkeiten zu entdecken.
Auch die Geschichte selbst ist einfach, einprägsam und leicht verständlich erzählt. Emil, der Postbär, zeigt Kindern auf sympathische Weise, dass niemand alles allein schaffen muss und es völlig in Ordnung ist, beim Lernen Unterstützung anzunehmen. Gerade vor dem Schulstart ist das eine wertvolle Botschaft, die vielen Kindern Mut machen kann.
Einen kleinen Kritikpunkt hatte ich allerdings. Zu Beginn erfahren wir, dass Emil davon träumt, lesen zu lernen. Im weiteren Verlauf hatte ich jedoch das Gefühl, dass dieser Wunsch etwas in den Hintergrund rückt. Als er den geheimnisvollen Brief nicht zustellen kann, hätte ich mir gewünscht, dass noch deutlicher wird, wie sehr ihn seine fehlenden Lesekenntnisse beschäftigen und wie groß sein Wunsch ist, daran etwas zu ändern. Dadurch hätte seine Entwicklung für mich noch etwas stimmiger gewirkt.
Trotzdem ist Der Postbär, der nicht lesen konnte ein wunderschönes Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft, einer herbstlich-gemütlichen Atmosphäre und Illustrationen, die man sich immer wieder gern anschaut. Eine tolle Begleitung für die Zeit vor dem Schulstart und die ersten Leseversuche.
Ein wunderbares Herbstabenteuer mit ganz viel Charme
Stock & Stein - Eine Tasche voller Herbst von Anne-Kathrin Behl
Stock & Stein sind wieder da! Und genauso wie der erste Band hat uns auch Eine Tasche voller Herbst sofort begeistert. Schon das erste Buch wurde bei uns immer wieder aus dem Regal geholt; umso schöner, dass die beiden Freunde nun ein neues Abenteuer erleben dürfen.
Dieses Mal zieht der Herbst in die Jackentasche von Stock und Stein ein.
Dort wartet bereits eine schlecht gelaunte Kastanie, die sich ihr Schicksal eigentlich ganz anders vorgestellt hatte. Sie war überzeugt, einmal etwas Großes zu werden, vielleicht ein Einhorn, ein Spinne oder ein Hase. Stattdessen liegt sie nun in einer Jackentasche und fürchtet, einfach zu vertrocknen.
Doch nach und nach füllt sich die Tasche mit weiteren Herbstschätzen: Eicheln, Zapfen, Blättern und vielem mehr. Jeder Neuankömmling bringt eigene Ideen und Vorstellungen mit, und nach anfänglichen Unsicherheiten entdecken die kleinen Schätze immer neue Möglichkeiten. Sie verkleiden sich, probieren aus, wer oder was sie sein könnten, und wachsen dabei langsam zu einer richtigen Gemeinschaft zusammen.
Als die Jackentasche schließlich zu voll wird, wird sie ausgekippt. Stock und Stein können sich gerade noch festhalten und bleiben in ihrer gemütlichen Tasche zurück. Zunächst genießen sie den neu gewonnenen Platz, doch schon bald fragen sie sich, was aus ihren neuen Freunden geworden ist. Der Blick aus der Tasche zeigt schließlich die schöne Auflösung: Aus den gesammelten Herbstschätzen sind liebevolle Bastelwerke entstanden.
Die Texte sind angenehm kurz, leicht verständlich und bestehen größtenteils aus den Gesprächen zwischen den verschiedenen Herbstschätzen. Dadurch eignet sich das Buch wunderbar zum Vorlesen und bietet gleichzeitig viele kleine Gesprächsanlässe.
Mein persönliches Highlight sind aber wieder die Illustrationen. Genau wie im ersten Band sind Stock und Stein einfach unglaublich niedlich. Die Bilder stecken voller kleiner humorvoller Details, allein Steins Gummibärchen-Kuscheltier sorgt schon für ein Schmunzeln. Es gibt auf jeder Seite etwas Neues zu entdecken, sodass das Buch auch beim wiederholten Anschauen nichts von seinem Charme verliert.
Stock & Stein - Eine Tasche voller Herbst ist eine liebevolle Herbstgeschichte über Freundschaft, Fantasie und die Freude daran, gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen. Für uns wieder ein absolutes Highlight und eine klare Empfehlung.
Gelungener Schreibstil, aber die Gefühle kamen bei mir zu spät
Wie man sich einen Gentleman angelt von KJ Charles
Wie man sich einen Gentleman angelt hat einige Stärken, konnte mich als Romance aber leider nicht vollständig überzeugen.
Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil von KJ Charles. Die Geschichte liest sich angenehm flüssig und locker, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Auch die historischen Elemente und die gesellschaftlichen Zwänge der Regency-Zeit sind stimmig eingebunden.
Gerade die Angst, ein nicht gesellschaftskonformes Leben führen zu müssen und sich selbst vor den engsten Freunden nicht vollständig öffnen zu können, verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Mit Hart und Robin selbst hatte ich allerdings Schwierigkeiten. Beide Figuren blieben für mich emotional etwas auf Distanz, sodass ich nie richtig mit ihnen mitgefiebert habe. Vor allem zwischen den beiden ließ das Knistern lange auf sich warten. Die Annäherung entwickelt sich sehr langsam, und irgendwann habe ich mich dabei ertappt, mich zu fragen, wann ihre Beziehung endlich den Punkt erreicht, an dem die Anziehung auch wirklich spürbar wird.
Wenn es dann schließlich romantisch und körperlich wird, sind die spicy Szenen durchaus gelungen. Für mich konnten sie jedoch nicht ganz ausgleichen, dass die emotionale Verbindung der beiden zuvor nur langsam aufgebaut wurde.
Überrascht hat mich außerdem das Ende. Statt den Fokus vollständig auf das eigentliche Paar zu legen, widmet sich der Abschluss anderen Figuren. Das war zwar eine interessante Entscheidung, hat mich nach dem langen Weg bis zur Beziehung der beiden Protagonisten aber etwas verwirrt.
Insgesamt ist Wie man sich einen Gentleman angelt eine gut geschriebene historische Romance mit interessanten gesellschaftlichen Themen und sympathischen Ansätzen. Leider konnten mich weder die Hauptfiguren noch ihre Liebesgeschichte emotional vollständig erreichen, sodass am Ende trotz guter Unterhaltung etwas der Funke gefehlt hat.
Zauberhaftes Cottage mit ganz viel Charme
Lovestruck Cottage von Lea Melcher
Lovestruck Cottage ist eine sommerliche RomCom mit einer ordentlichen Portion Magie und einem Setting, das mich sofort verzaubert hat. Für mich war das eigentliche Highlight allerdings nicht die Liebesgeschichte, sondern das Cottage selbst. Es wirkt fast wie ein eigener Charakter und verleiht der Geschichte einen ganz besonderen Charme.
Die magischen Elemente ziehen sich durch den gesamten Roman und schaffen eine wunderbar märchenhafte Atmosphäre. Unterstützt wird das Ganze von den beiden Hörbuchsprechern, die die Geschichte mit viel Gefühl zum Leben erwecken und dafür sorgen, dass das Zuhören durchgehend Spaß macht.
Poppy war mir als Protagonistin von Anfang an sympathisch. Obwohl sie die Geschichten über das Lovestruck Cottage aus den Erzählungen ihrer Mutter kennt, begegnet sie dessen Magie zunächst mit großer Skepsis und versucht, für alles eine rationale Erklärung zu finden. Diese Haltung hält sie lange aufrecht, wodurch ihre Entwicklung umso nachvollziehbarer wirkt, als sie sich mit der Zeit nicht nur auf das Cottage, sondern auch auf ihre Gefühle für Gus einlässt.
Mit Gus hatte ich dagegen etwas mehr Schwierigkeiten. Grundsätzlich mochte ich ihn und seine ruhige Art sehr. Seine Überzeugung, dass seine Gefühle für Poppy ausschließlich durch den Einfluss des Cottages entstanden sein könnten, zog sich für meinen Geschmack jedoch etwas zu lange durch die Geschichte. Das hat mich stellenweise ein wenig frustriert.
Vielleicht hat mich deshalb auch die Liebesgeschichte selbst nicht ganz so sehr erreicht, wie ich es mir erhofft hatte. Sie ist schön erzählt und passt wunderbar zur märchenhaften Atmosphäre des Buches, emotional fehlte mir aber manchmal das letzte bisschen.
Dafür haben die tierischen Nebenfiguren mein Herz im Sturm erobert. Das kleine Lamm Babygirl und die Ente Elmo verleihen der Geschichte noch einmal eine Extraportion Charme und sorgen immer wieder für ein Lächeln.
Insgesamt ist Lovestruck Cottage ein zauberhaftes Hörbuch mit einem außergewöhnlichen Setting, sympathischen Figuren und einer Prise Magie. Auch wenn mich die Liebesgeschichte nicht vollständig überzeugen konnte, hatte ich eine richtig schöne Hörzeit.











