Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gute_Laune:
Solider, spannender Folgeband
Dorn. Ruf der Toten von Jan Beck
Simon Dorn ist finanziell am Ende. Plötzlich überweist ihm eine Frau einen enormen Betrag, damit er ihr hilft. Doch dann stellt sich heraus, dass Dr. Susanne Roth schon seit Wochen tot ist. Eine KI hat Dorn kontaktiert und bald schon erhält er einen weiteren Hilferuf. Das erinnert ihn an einen der ungelösten Fälle, die er in einem seiner Zimmer im Dornwald nachgebaut hat.
Nur mithilfe von Lea Wagner kann Dorn dem Täter auf die Spur kommen. Doch dabei riskieren beide alles.
Der Thriller besteht aus einer ganzen Reihe einzelner Fäden, die zunächst so gar nicht zusammengehören wollen. Doch im Laufe der Zeit erkennt man, wie sie tatsächlich aufeinander zulaufen und ein dichtes Gewebe bilden. Sie alle sind für sich genommen auch sehr interessant zu lesen.
Das Thema KI ist natürlich hochaktuell und umso spannender, als dass noch niemand weiß, wie dramatisch, kriminell und gefährlich die Auswirkungen tatsächlich sein können, wenn dieses Werkzeug in den falschen Händen landet. Jan Beck hat jedenfalls einen genialen Plot darum gesponnen! Keine allzu schöne Zukunftsaussicht allerdings, womit der Thriller schon fast wieder dystopisch ist.
Die Figuren sind realistisch gezeichnet, auch wenn sie hin und wieder klischeehaft reagieren bzw. agieren. Ich hätte sehr viel mehr über Dorn erfahren wollen. Sein Part ist leider etwas kurz geraten. Die Entwicklung der Figuren ist stimmig und auch die Story selbst baut sich selbst sehr gut und glaubhaft auf. So entsteht auch echte Spannung. Durch die recht kurzen Kapitel liest sich der Thriller besonders schnell gerade so weg. Die losen Fäden bilden ein klug ausgedachtes Geflecht, das keine Löcher aufweist.
Manche der Wendungen sind nicht überraschend, aber absolut logisch. Andere dagegen entbehren nicht der Logik, kommen aber extrem unerwartet daher und fesseln ans Buch. Und natürlich ist das Ende offen genug, um schon vor dem letzten Wort auf den nächsten Band hoffen zu lassen!
Man hat diesmal ein wenig über Dorns Vorleben erfahren und über seine Herkunft. Man ahnt, dass es kein Wunder ist, dass er sich ins Dornwald zurückgezogen hat, obwohl dieses für ihn auch ein klein wenig Gefängnis ist. Potenzial für viele weitere Bände ist definitiv vorhanden, auch in der Figur der Lea Wagner. Ich fand’s prima und gebe fünf Sterne.
Überraschend unspektakulär
Bachelorette Party von Camilla Sten
Eigentlich sollte es eine tolle Zeit für die Mädels werden. Die Location, eine abgelegene Schäreninsel, ist ideal. Doch Tessa ist Journalistin und weiß, was hier vor zehn Jahren geschehen ist. Sie fühlt sich von Anfang an nicht wohl. Ihre Bedenken sind nicht grundlos. Bald treibt das zuvor sicher vertäute Boot auf dem Meer und eine der Frauen ist verschwunden.
Angeblich musste sie dringend aufs Festland. Doch dann wird sie gefunden. Tot!
Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist immer etwas heikel, so auch hier. Doch da die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, zusätzlich noch zeitlich aus jeder Chronologie fallen, wird es schon etwas wirr. Ganz schlimm war für mich aber, dass ich weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit eine der Figuren irgendwie sympathisch fand. Wirklich jede Figur hat mich mehr oder weniger geärgert, und sei es nur aufgrund unfassbarer Naivität.
Da ist es dann echt schwer, einen Thriller gut zu finden. Ich blieb dran, obwohl ich immer wieder ob der unlogischen Handlungen einiger Protagonisten aufstöhnen musste. Die Verbindung von beiden Strängen ist wenig spektakulär und reißt das Ruder genauso wenig herum, wie das recht abgedroschene Ende.
Ich hatte einfach das Gefühl, hier wurde nach einer Art Baukastensystem ein Thriller gebaut, nicht geschrieben. Wer neu im Genre unterwegs ist, wird sich bestimmt auf gewisse Weise unterhalten fühlen, für mich jedoch ist dies einer jener Thriller, die man liest, um etwas zu lesen, das nicht allzu arg anstrengt. Ein Strandbuch oder Lektüre für den Baggersee, das Schwimmbad, den Balkon. Die Tochter einer guten Autorin zu sein, heißt leider nicht, dass man selbst auch gut schreiben kann. Für mich nur Mittelmaß. Drei Sterne.
So schmeckt Napoli!
Mamma Culinaria von Claudia Bastone
Und wieder ein Kochbuch einer Influencerin, von der ich bisher noch nichts gehört habe! Wie auch, scheint es doch, dass es endlos viele erfolgreiche Blogs, YouTube-Kanäle, Instagram-Accounts usw. gibt, die man gar nicht alle kennen kann. Schon gar nicht, wenn man, wie ich, zwar viel im Internet unterwegs ist, Social Media aber verweigert.
Es finden sich in diesem Kochbuch die Kapitel Antipasti; Sapori die Famiglia (Familienrezepte); Giorni Festivi (Für besondere Tage und Feste); Cucina di tutti Giorni (Alltagsküche); Pizza; Dolci (Süßes und Kleinigkeiten). Doch zunächst erzählt uns Claudia Bastone von ihren Wurzeln, ihrem Leben, ihrer Leidenschaft, Napoli und wie Corona ihr dazu verhalf, auf YouTube loszulegen.
Die Rezepte folgen dem klassischen Aufbau mit Titel, kleinem Text dazu, Zubereitungszeiten, Zutatenliste und Anweisungen. Letztere sind im Fließtext gehalten, wobei die Zutaten fett hervorgehoben werden. Mir persönlich sind in Abschnitte gegliederte Arbeitsschritte etwas lieber, da ich dann schneller wieder finde, wo ich gerade im Kochen bin. Sehr schön finde ich zwei Dinge. Erstens, dass es zu jedem Rezept ein Foto gibt, auf dem das Gericht immer verspielt in Szene gesetzt wurde. Okay, vielleicht hätte die Autorin nicht unbedingt so oft darauf erscheinen müssen, aber man gönne ihr die kleinen Auftritte. Und zweitens, dass endlich mal ein Kochbuch geradezu danach schreit, dass man seine eigenen Einträge darin festhält! Ich liebe es, meine Anmerkungen in meinen Kochbüchern zu hinterlassen! Für mich sind Rezepte Arbeitsmaterial und ich verändere so gut wie immer etwas daran oder halte mir wichtige Beobachtungen fest. Hier wurde freier Platz auf der Seite für persönliche Notizen liniert. Großartig! Wer großen Wert auf Nährwerte legt, wird enttäuscht werden, denn die findet man hier nicht.
Die Rezepte sind abwechslungsreich, sehr ansprechend und vor allem selten kompliziert. Hin und wieder erfordern sie etwas mehr Zeit, doch nie sind sie so anspruchsvoll, dass man sich nicht ran traut. Noch dazu sind die Zutaten in jedem guten Supermarkt erhältlich und nicht exotisch. Man merkt, dass kein verkopfter Spitzenkoch am Werk ist, sondern eine Frau, die gern kocht, gern isst, gern Gäste verwöhnt. Da trauen sich auch Anfänger an die Rezepte ran! Und das ebenso bei den Festtagsgerichten und nicht nur bei den Alltagsrezepten! Über das Zutaten- und Rezeptregister am Ende des Buches findet man blitzschnell das passende Rezept.
Man merkt es schon, ich bin von den Rezepten im Buch komplett begeistert. Im Grunde ist dies ein Buch über Neapolitanische Hausmannskost. Mir gefällt es bis auf Minikritikpunkte super gut, daher gebe ich auch die vollen fünf Sterne.
Köstlich, abwechslungsreich, traditionell und doch modern
Teigtaschen aus den Alpen von Irene Hager
Teig mit Füllung ist immer lecker, ganz gleich, woher die Rezepte stammen. Aber die Teigtaschen aus den Alpen überraschen mich mit ihrer Vielseitigkeit, den Teigarten und den Füllungen doch positiv!
Irene Hager hat ein Gesamtwerk verfasst. Beginnend mit einem Theorieteil, der nicht nur die Herstellung erklärt, sondern auch die Geschichte und Tradition der Teigtaschen.
Das ist spannend und interessant zu lesen. Anschließend folgen die verschiedenen Rezepte. Danach findet man die Teige für die Teigtaschen. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, sie wären vor den Rezepten, doch das ist Moppern auf hohem Niveau.
Nicht selten nehmen die Rezepte mehrere Seiten in Anspruch. Neben dem Foto der fertigen Teigtasche gibt es sehr oft auch weitere Fotos, die die Herstellung der Teigtaschen erklären und zeigen. Die Rezepte selbst sind ausführlich beschrieben und klar strukturiert. Neben der Teigart findet man die Zutatenlisten für die Füllung und das Anrichten. Die Arbeitsschritte sind unterteilt in Teig vorbereiten, Füllung zubereiten, Teigtaschen formen, kochen, anrichten. Wer Wert auf die Nährwerte legt, wird hier enttäuscht. Mir fehlen sie jedoch nicht.
Mich haben die Rezepte dazu inspiriert, Teige und Füllungen nicht nur wie im Buch zu kombinieren, sondern neu zusammenzustellen. Das macht Spaß und bringt noch mehr Abwechslung auf den Tisch. Die Zutaten sind teilweise nicht ganz so einfach aufzutreiben, im Großen und Ganzen aber doch im Supermarkt zu finden. Wer gern Spezialitäten aus anderen Ländern kocht, kennt das Prozedere. Man darf auch nicht unterschätzen, wie aufwendig diese leckeren Gerichte sind. Es lohnt sich aber! Für Anfänger in der Küche etwas sportlich, aber wer gern und viel kocht, wird das Buch so lieben, wie ich. Von daher gebe ich die vollen fünf Sterne.
Alles, was man wissen muss!
Fermentieren – Twist your Taste! von Nadine Schünemann
An manche Dinge traut man sich irgendwie nicht so ran. Manchmal aus bereits gemachter weniger guter Erfahrung, manchmal aber auch, weil man glaubt, sie sind kompliziert. Fermentieren ist eins der Dinge, vor denen ich echt Respekt habe. Manches, z.B. Kimchi, mag ich auch nicht, warum also dann machen? Sauerteig dagegen verwende ich gern, hab aber enorme Schwierigkeiten, ihn am Leben zu erhalten und fange immer wieder neuen Starter an oder verwende Trockensauerteig.
Dieses Buch hat einen immens starken und großen Theorieteil. Hier wird wirklich alles rund um Fermentation genau erklärt. Das so erhaltene Wissen gibt auch gleich mehr Sicherheit und nimmt Angst. Somit hat man natürlich auch mehr Mut! Allerdings ist es auch gut, das nötige und richtige Handwerkszeug, sprich die passenden Utensilien zu haben. Fermentierdeckel hat ja nun echt nicht jeder schon im Repertoire. Doch auch hier kann Nadine Schünemann helfen, denn sie ist die Gründerin von Lieblingsglas! Hier gibt es alles, was man benötigt.
Natürlich gibt es auch Rezepte, wie man was fermentieren kann. Aber auch Rezepte, wie man diese fermentierten Lebensmittel dann einsetzen kann. Das zieht sich über alle Mahlzeiten vom Frühstück bis zum Dessert und auch Getränke. Ein echtes Rundum-Sorglos-Paket! Reichlich Fotos, Tabellen und Schaubilder helfen beim Lernen und Verstehen der Prozesse bei der Fermentation. Alles ist bestens erklärt und dargestellt. Mit dem richtigen Equipment, Geduld, Sorgfalt und Genauigkeit kann man viele neue Aromen entdecken und sich noch dazu etwas Gesundes tun.
Mit diesem Buch an der Hand ist Fermentieren kein Schrecken mehr, sondern eine geniale Art, Lebensmittel haltbar zu machen. Interessant, gut erklärt, informativ. Ein klein wenig zu viel Selbstdarstellung und Eigenwerbung, aber das sei der Autorin verziehen! Vier Sterne!
Sonnenschein zum Essen!
Eine Handvoll Sonnenschein von Tilly Pamment
Alles in diesem Buch ist Sonnenschein, selbst die Kapitelbezeichnungen! Die Rezepte findet man unter Hausgemachte Sonnenstrahlen & Glücklichmacher; Krümelkekse, Kokos- & Schokoküsse; Rosenblätter, Vanillecreme & Träume aus Teig; Baby-Cakes & Butterglückseligkeit; Zuckrige Scones, Pancakes & süße Brötchen; Leckere Vorräte & köstliche Liebesgrüße; Ein Himmelreich aus Konfitüre Kompott aus dem Ofen.
Bevor es losgeht, gibt es ein klein wenig theoretisches Wissen an die Hand, das nicht lange aufhält, aber informativ ist.
Vor jedem Kapitel findet man einen kleinen Text der Autorin, der ihre Freude am Backen und Teilen ausdrückt. Auch die Rezepte starten nicht ohne kleine Anekdoten dazu. Zunächst kommt der Titel, dann die Angabe der Stückzahl, die Zutatenlisten und dann die Zubereitungsschritte. Diese sind nicht nur sehr gut verständlich und ausführlich beschrieben, sondern stecken voll Liebe und Humor und Sonnenschein! Da macht nicht nur das Backen und Essen Freude, sondern auch das Lesen!
Die Rezepte sind alle mit einem tollen Bild gekrönt. Fast jedes Rezept mit Foto zieht sich über drei Seiten! Arbeitszeiten sind nicht angegeben, Backzeiten natürlich schon. Das finde ich aber prima, denn so fühle ich mich nicht gehetzt. Irgendwie brauche ich nämlich immer länger, als in Rezepten angegeben ist. Wer nach Nährwertangaben sucht, wird nicht fündig. Das kommt mir und meinem Gewissen sehr entgegen.
Die Zutaten sind recht klassisch und gut zu bekommen. Allerdings werden einige besondere Formen benötigt, beispielsweise mehrere Mini-Kastenformen. Schnelles Gebäck findet man hier nicht unbedingt, aber die Ergebnisse entlohnen für den etwas größeren Arbeitsaufwand. Anfänger werden hier etwas herausgefordert. Die Kombinationen von Zutaten und Geschmacksrichtungen sind erfrischend anders. Die Rezepte sind erkennbar englisch und australisch geprägt. Man kann sich kaum entscheiden, was man als nächstes ausprobieren möchte. Wer gerne backt und Gebäck gern teilt, wird dieses Buch mindestens so sehr lieben, wie ich! Es bringt tatsächlich Sonnenschein in den Tag, das ganze Jahr über, zu jeder Jahreszeit. Von mir bekommt es die vollen fünf Sterne!
Nach einer kurzen Pause geht es weiter
Pause von Lena Kupke
Nach einer heftigen Panikattacke kommt die 36jährige Hanna erst einmal bei ihren Eltern unter, weil weder ihr Freund noch jemand anderes sie in Lüneburg abholen und nach Berlin zurückbringen kann. Sich wieder wie ein Kind zu fühlen, würde ihr gut tun, doch wie ein Kind behandelt zu werden, weniger.
Ganz langsam realisiert Hanna, dass ihr gar nichts anderes übrig bleibt und vielleicht ist das ja genau das, was sie jetzt braucht?
Hannas Panikattacken kommen nicht aus heiterem Himmel. Das weiß sie auch, aber sie mag und kann sich nicht mit dem wahren Grund auseinandersetzen. Als sie in ihrem alten Kinderzimmer, das jetzt ihrem Vater als Büro dient, strandet, geraten die Dinge ganz langsam in Bewegung. Lena Kupke hat genial geschildert, wie man selbst mit 36 Jahren plötzlich wieder zum Teenager wird, weil man wieder bei den Eltern lebt. Sie hat in diesem Buch erstaunlich klar eingefangen, wie es Hanna geht, woher ihr Verhalten kommt, wie schwer das alles ist. Einen echten Neuanfang kann man manchmal nur dann schaffen, wenn man regelrecht darauf gestoßen wird. Ob er klappen wird, erfahren wir vielleicht in einem weiteren Buch? Ich fände es sehr schön!
Dies ist kein Liebesroman, obwohl er sehr viel mit Liebe zu tun hat. Doch geht es hier um andere Arten von Liebe viel stärker, als um die Liebe zweier Partner, auch wenn diese mehrfach thematisiert wird. Da ist die Liebe zwischen Lena und ihrem Freund die Liebe zwischen ihren Eltern, die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, die Liebe von Hannas Schwester Sara zu ihrer Lebensgefährtin und die Liebe von Menschen, denen man wichtig ist. Es geht hier aber auch um Selbstbewusstsein, um Ehrlichkeit, um familiäre Verbindungen und um das Loslassen. Dennoch ist das Buch nicht schwermütig, sondern mit super viel Humor und Wortwitz gefüllt. So entsteht Mut und Stärke, die man beide als Leser oder Hörer spüren kann.
Pausen sind wichtig, oft schwer einzulegen, zumal das Leben rings um einen herum eben niemals pausiert. Doch genau da liegt auch der Kern. Eine Pause legt man zwischendurch ein, vorher und hinterher geht es wieder weiter. Und das ist es, was Hanna in ihrer Pause im Elternhaus herausfinden muss. Tolle Lektüre, tiefgründig und doch aufbauend. Ich gebe fünf Sterne!
Jahreszeitenküche
"Hier und heute" ist ein guter Tag zum Kochen von Olaf Baumeister; Julia Floß; Julia Komp; Lars Middendorf; Fabian Timmer; Alexander Wulf
Wenn sechs TV-Köche ihre Ideen für die Jahreszeitenküche einbringen, kann das doch nur ein tolles Buch werden! Ganz klar! Ja, nicht jedes Rezept ist nach meinem Geschmack, aber ich bin auch eine sehr mäkelige Esserin. Das fängt schon mal bei Roter Beete an und dazu gibt es hier einige Rezepte. Macht aber nichts, ich finde hier trotzdem enorm viele leckere Gerichte für mich.
Meine beiden Highlights sind die Weiße Frühlings-Lasagne und die Knusprige Kürbislasagne, dicht gefolgt von Parmigiana di Melanzane.
Zunächst wird das Team von Hier und heute vorgestellt und die drei vorkommenden Icons erklärt, dann geht es los mit den vier Jahreszeiten. Diese werden anhand ihrer typischen Gemüsesorten vorgestellt, wobei man gleich noch die Info bekommt, was die sechs Köche dazu beisteuern.
Jedes Rezept kommt mit einem ansprechenden und aussagekräftigen Foto dazu. Nährwertangaben gibt es dafür keine. Der Aufbau der Rezepte ist schlicht, ansprechend, übersichtlich. Die Arbeitsanweisungen sind gut verständlich und weder zu knapp, noch zu ausführlich. Immer wieder findet sich noch ein zusätzlicher Tipp zum Rezept. Die verwendeten Zutaten sind recht bodenständig und saisonal meist gut zu bekommen, wenn manche Gemüse auch nicht überall, also in allen Regionen, üblich und verbreitet sind. Die Rezepte sind herrlich alltagstauglich und selten sehr aufwendig. Sie sind nicht zu exotisch, aber doch international gemischt.
Das Rezeptverzeichnis am Ende ist alphabetisch nach Zutaten sortiert. Die vegetarischen und veganen Rezepte sind gekennzeichnet. Etwas umständlich ist das dann schon, wenn man beispielsweise den Wurzelgemüse-Eintopf sucht und der unter K wie Kassler steht. Da wäre ein zweites Rezeptverzeichnis nach Rezeptname doch hilfreich.
Für mich ist dies eins jener Kochbücher, die man gerne immer wieder hervorholt und etwas daraus kocht, aber auch ideal, um es Kochbegeisterten oder jungen Paaren zur Hochzeit zu schenken. Die meisten Rezepte schaffen nämlich auch Anfänger ganz gut. Ich gebe vier Sterne!
Hat mich enorm bewegt
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Bohm ist obdachlos und alkoholabhängig. Als ihm ein Hund zuläuft, will er ihn gar nicht behalten. Doch irgendwie sieht der Hund das anders und eigentlich findet Bohm das auch gar nicht so verkehrt. Alina ist Journalistin und erwartet ihre Kündigung. Doch da bekommt sie den Auftrag zu einer Reportage über Obdachlosigkeit.
Sie wird auf Bohm aufmerksam und überzeugt ihn schließlich, sich auf das Projekt einzulassen. Für beide und den Hund hat diese Begegnung weitreichende Folgen.
Die beiden Fäden werden von unterschiedlichen Sprechern erzählt und das finde ich ausgesprochen gut. Robert Stadlober und Maria Wördermann passen sehr gut in diese Rollen. Beide verstehen es auch ausgezeichnet, die Stimmung der Figuren zu transportieren.
Die Geschichte ist unbeschreiblich spannend. Klar, es ist ein Tier dabei, da bin ich immer interessiert! Aber daran allein liegt es nicht. Bohms Geschichte ist dramatisch und ergreifend. Alina kommt ganz gut klar, lässt sich aber eindeutig zu viel gefallen. Die beiden ergänzen sich super gut, doch sie merken es gar nicht. Die Entwicklung der Story ist stimmig und logisch, sehr realistisch und so, dass man sie gern verfolgt.
Es werden ein paar aktuelle Themen angeschnitten, ohne sie direkt auszusprechen. Man merkt es dennoch und kann gar nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Das finde ich enorm wichtig. Selbst zu einem Entschluss zu kommen, statt ihn vorgesetzt zu bekommen, ist immer besser.
Ein klein wenig spielt Liebe mit, ganz klar, dennoch ist dies nicht der typische, klassische Liebesroman. Hier geht es vielmehr um soziale Normen, Schicksalsschläge, Vorurteile, Arroganz, sogar Gewalt und Hierarchie. Heiße Eisen, schwere Themen, dennoch sprüht das Buch durch viel Melancholie geradezu massig Lebensmut aus. Die Figuren entwickeln sich stimmig weiter. Schön daran ist, dass sie aneinander miteinander geradezu wachsen. Mir hat es außerordentlich gut gefallen, zumal es noch immer in mir nachhallt. Fünf Sterne!
Für mich zu flippig
Easy Morning - Frühstück & Brunch von Christina Schierlinger-Brandmayr
Ich vernachlässige das Frühstück fast jeden Tag. Daher wollte ich mich mit diesem Buch selbst motivieren und daran arbeiten. Die Rezepte sind jedoch großteils so gar nicht mein Fall oder einfach zu aufwendig für den Alltag. Für Brunch mit Freunden lässt sich hier jedoch auch für mich so einiges finden.
Der Theorieteil vor den eigentlichen Rezepten ist speziell, finde ich. Doch das ist wohl eindeutig Geschmackssache oder auch Einstellungssache. Aufgeteilt ist das Buch in die Kapitel Basics; Getränke; Brot & Gebäck; Für jeden Tag; Sharing Plates/Brunch; Frühstücksrezepte aus aller Welt. Zusätzlich gibt es noch Frühstück & Brunch nach Motto & Der Anhang.
Zu fast allen Rezepten gibt es Fotos. Vertretbare Ausnahmen bilden z.B. die Gewürzmischungen. Ansonsten gibt es auch eine Anzahl Fotos, auf denen auch die Autorin zu sehen ist. Die Seiten sind kreativ gestaltet. Zusätzlich zum Foto finden sich die Zutaten und die Arbeitsschritte, mehr oder weniger locker verteilt. Gelegentlich gibt es einen Tipp extra und wenn zutreffend, ist vermerkt, ob ein Rezept vegan oder vegetarisch ist, auch to-go-Rezepte finden sich. Die Ideen für Getränke sind mir etwas zu sehr abgehoben. Allerdings ist es durchaus möglich, dass ich dafür einfach im falschen Alter bin. Die wenigsten Seiten sind in der Grundfarbe weiß, fast alle haben einen farbigen Ton.
Anzumerken ist außerdem, dass ein einziges Rezept nicht vegetarisch oder vegan ist. Ich esse gern fleischlos, dennoch hatte ich beim Frühstück tatsächlich auch ein wenig an Speck, Würstchen, Wurst, Schinken, Fisch uvm. gedacht. Es war nicht klar kommuniziert, dass es ein vegan/vegetarisches Buch ist. Das finde ich etwas schade.
Insgesamt möchte das Buch Fröhlichkeit vermitteln und das Frühstück feiern. Sicher trifft das bei vielen den Geschmack. Für mich ist es erstaunlicher Weise einfach zu viel des Guten. Für Brunch mit Freunden okay, für Frühstück für mich leider viel zu wenig dabei. Daher von mir leider insgesamt nur drei Sterne, wobei ich mir aber sicher bin, dass es für andere durchaus ein Volltreffer sein kann.











