Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gute_Laune:
Richtig klasse!
Hochbeet für Ahnungslose von Anja Klein; Véro (Veronika) Mischitz
Der Comic-Stil spricht natürlich direkt mal Kinder an und macht sie neugierig. Die eigentliche Zielgruppe sind jedoch eher Erwachsene. Vero Mischitz hat die Zeichnungen wunderbar hinbekommen und die Texte sind gut verständlich. Man fühlt sich nicht, wie in der Schule, sondern unterhalten und dennoch lernt man dabei dazu.
Die Informationen sind gut gegliedert und fangen wirklich komplett bei Null an. Ich finde, dennoch sind sie auch für jene nützlich, die schon ein paar erste Erfahrungen mit Hochbeeten gesammelt haben. Außerdem hab ich gern etwas zum Nachschlagen griffbereit, falls ich mal wieder etwas vergessen habe, das ich eigentlich wusste!
Anja Klein macht keine große Wissenschaft mit Verboten und Vorschriften aus den Hochbeeten, sondern lädt ein, zu experimentieren und vor allem Spaß und Freude daran zu haben. Alles ist verständlich und erstaunlich ausführlich für so wenig Seiten und Worte erklärt und beschrieben.
Die Kapitel Das kleine Hochbeet 1 x 1; Dein erstes Hochbeet; Hochbeet bepflanzen; Hegen und Pflegen; Endlich Ernte einfahren; Hochbeet-Pflanzpläne; Was tun wenn sind gelungen gestaltet und erklärt. Ich bin erstaunt, dass ich in diesem Buch, das relativ wenig Text hat,, tatsächlich sogar mehr Informationen finde, als in einigen anderen Hochbeet-Ratgebern, die mit weniger Humor und Spaß arbeiten. Am Ende des Buches ist dann auch noch ein Register, über das man ganz schnell zur gewünschten Information gelangt. Der Erntekalender gefällt mir sehr, aber ich fände es genial, wenn es auch einen Saat-/Pflanzkalender gäbe. Ein wenig verwirrt mich auch, dass die Anzahl der Pflanzen auf der vorderen Klappseite nicht mit der Anzahl auf den genannten Seiten übereinstimmt.
Wer nach diesem Buch nicht sofort loslegt, sich ein Hochbeet anzulegen, wird auch durch kein anderes dazu bewegt werden. Ich mag seit Jahren Hochbeete und inzwischen habe ich vier, dazu ein Rahmenbeet und ein fünftes wird dieses Jahr dazukommen. Mit den Tipps von Anja Klein dürfte meine Ernte noch bunter, vielfältiger und größer ausfallen. Ich freu mich drauf! Und ich gebe trotz der ein oder anderen Kleinigkeit, die mir auffiel, die vollen fünf Sterne!
Mehr Gemüse auf besondere Art
Die Gemüsebäckerei von Lina Wallentinson
Gemüsefans wissen es schon längst, man kann Gemüse nicht nur kochen, sondern auch prima damit backen! Manche der hier vorgestellten Rezepte erfordern allerdings schon ein wenig Mut. Nicht jede Kombination kann man sich ohne weiteres vorstellen. Da seien nur mal die grünen Kokosspitzen mit Limette genannt, in die zu den Kokosraspeln tatsächlich Feldsalat kommt! Dagegen ist die Möhrenbiskuitrolle mit Zitronencreme schon besser vorstellbar und übrigens auch echt köstlich! Im Theorieteil am Anfang des Buches geht die Autorin zwar auf die Gemüsesorten ein, aber nicht auf die Mehlsorten.
Das finde ich etwas schwierig. Bei den Temperaturangaben steht die Backart nicht dabei. Ich habe gelernt, dass dann immer O/U zu verwenden ist.
Die meisten Zutaten sind alltäglich, doch bei ein paar bin ich dann doch ins Stolpern geraten. So findet sich beim Kartoffelbrot im Bräter beispielsweise die Angabe Weizenmehl spezial. Das sagt mir nichts! Ich brauche genaue Typenbezeichnungen! Womit wir wieder bei meiner obigen Bemerkung wären, dass darauf im Theorieteil mehr eingegangen hätte werden müssen. Andere Beispiele sind gemahlene Pommeranze oder Grahammehl. Da muss ich im Handel echt suchen!
Der Aufbau der Rezepte ist klar und übersichtlich. Nach dem Titel des Rezeptes folgt ein kleiner Text dazu. Danach werden die Zutaten für die ebenfalls angegebene Menge Gebäckstücke aufgezählt und in der Spalte daneben die Zubereitungsschritte erklärt und beschrieben. Nährwertangaben findet man nicht. Dafür hat, zu meiner großen Freude, jedes Rezept auch ein Foto. Auch finde ich es klasse, dass nach dem Rezeptverzeichnis ein Register nach Gemüsesorte angefügt wurde.
Manche Gebäckstücke werden arg klein. Da sollte man lieber weniger Stücke und dafür größere machen. Und man muss gerade bei den Broten und Brötchen ein wenig Geschick mitbringen, denn diese Teige sind sehr klebrig und daher etwas schwer zu formen. Die Kuchen sind ebenfalls für kleine Formen gedacht. Hier muss man etwas aufpassen. Man merkt hier schnell, dass in Schweden andere Mehlsorten genutzt werden und die Portionen kleiner sind.
Leider finde ich die Rezepte nicht wirklich alltagstauglich. Hin und wieder mal eins dieser Rezepte, ob deftig oder süß, finde ich okay, aber jeden Tag möchte ich das dann doch nicht, so gern ich Gemüse esse. Für Anfänger könnte das Buch in meinen Augen zu viele Stolperfallen aufweisen, da manchmal in der Zubereitung Zutaten anders sind, als auf er Zutatenliste angegeben. Auf Feiern eins dieser Gerichte mitzubringen, löst auf alle Fälle Staunen aus. Insgesamt möchte ich das Buch mit drei Sternen bewerten und empfehle es allen, die schon länger backen und das Außergewöhnliche lieben. Nach einer korrigierten Neuauflage gäbe es mindestens einen Stern mehr von mir.
Da greift man gerne zu!
Feta von Natacha Comar
Ich liebe Feta! Und ich habe festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, nicht in die Mogelfalle zu tappen, denn es ist wirklich wichtig, echten, originalen Feta zu nehmen. Hirtenkäse oder ähnliche Produkte sind nicht ansatzweise brauchbar. Und der eine oder andere Hersteller trickst damit, dass er sowohl Feta, als auch Hirtenkäse bzw.
Weißkäse vertreibt. Man sieht den Markennamen, greift zu und wundert sich, warum es so fürchterlich schmeckt!
In meiner Kochbuchsammlung fehlte exakt dieses Buch! Eins, dessen Star der Feta ist. Dass so nebenbei alle Gerichte vegetarisch sind, ist mir dabei tatsächlich völlig nebensächlich, denn für mich ist der Feta sowieso auch ganz ohne Fleisch ein wunderbares Produkt, das mir sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt!
Die Rezepte decken ein breites Spektrum ab. Nein, nicht alle sind für meinen Gaumen geeignet, aber dennoch sehr viele. Manche Ideen sind überraschend, andere Rezepte doch schon bekannt. Die Sammlung an einem Punkt zu haben, ist auf alle Fälle bereichernd.
Vorwort; Grundausstattung meiner Küche; Meine absoluten Basics – supereinfache Grundrezepte bereiten informativ und interessant auf das Thema vor. Die Rezepte sind unterteilt in die Kapitel Express; Schnell; In aller Ruhe; Braucht etwas Zeit; Mit Muße. Entsprechend sind auch die Anforderungen, aber alle sollten auch von nicht so geübten Kochfans geschafft werden können.
Es gibt zu jedem Rezept auch ein ganzseitiges Foto, sodass man gleich weiß, auf was man zusteuert. Das ist mir immer ganz besonders wichtig. Die gegenüberliegende Seite gliedert dann das Rezept auf in eine Grafik zu Menge, Zubereitungszeit, Garzeit und Saison, Zutatenlisten in der linken Spalte, rechts dann den Zubereitungsschritten. Am Seitenrand ist am Symbol und auch in Worten zu erkennen, zu welchem Kapitel das Rezept gehört. Angaben zu Nährwerten sind keine vorhanden. Am Ende des Buches gibt es ein Rezeptverzeichnis und ein Register nach Zutaten. Beides finde ich immer sehr praktisch und hilfreich. Auch bin ich begeistert, dass bei etwas kniffligeren Rezepten Bilderstrecken eingefügt wurden.
Die benötigten Zutaten empfinde ich als nicht sonderlich exotisch. Man bekommt sie gut im Supermarkt. Die Zubereitungsanweisungen sind gut verständlich formuliert und man kann sie leicht befolgen. Für mich ist das Buch rundum gut gelungen. FETA hat vier Buchstaben, das Buch aber fünf Sterne!
Ein besonderes, außergewöhnliches Kochbuch
Gennaros Italia Mia von Gennaro Contaldo
Wer gerne kocht und Kochsendungen und Kochbücher liebt, der wird nicht an Gennaro Contaldo vorbeikommen, ist er doch Mentor von Tim Mälzer und vor allem Jamie Oliver. In diesem Buch folgt er dem Trend, die italienische Küche nicht zu verallgemeinern, sondern in ihre Regionen aufzuteilen. Er fasst die 20 Gebiete aber in vier Kapitel zusammen, und zwar in Mittelitalien; Die Inseln; Der Norden; Der Süden.
Dabei stellt er alte, fast vergessene Rezepte vor und vergrößert so die kulinarische Bandbreite enorm.
Natürlich hat Gennaro viel zu erzählen über Italien und die Küche. Sowohl das Vorwort, als auch die Einleitungen zu den Kapiteln zeugen von seiner Liebe zu Land, Leuten und dem Kochen. Man bekommt sofort Respekt für die Lebensmittel und das Zubereiten der Rezepte! Nicht einfach nur etwas Essbares hinbekommen, sondern ehren und zelebrieren ist hier ein Muss!
Die Bilder von Land, Leuten, Lebensmitteln und Gerichten sind einfach umwerfend. Das eine oder andere Gericht wird leider dennoch nicht in Bildform vorgestellt. Das finde ich sehr schade, denn ich neige dazu, Rezepte ohne Foto des Ergebnisses zu ignorieren. Wenn dann wie bei der hausgemachten Pasta in einer Brühe mit Blattkohl und Tomaten kein Bild dabei ist, aber zwei Seiten Fotos mit Tomaten gezeigt werden, ist es schon richtig ärgerlich. Auch muss der Kirsch-Brioche-Kuchen mit Konditorcreme nicht zwei Fotos bekommen, wenn so viele Rezepte gar keines haben.
Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert. Der italienische Name, darunter die deutsche Bezeichnung, ein kleiner Text, die Zutatenliste und die Zubereitungsschritte. Gelegentlich hängt noch ein Tipp an. Angaben zu Nährwerten gibt es keine. Auch sind die Rezepte nicht gekennzeichnet, wenn sie vegetarisch sind. Vegane Rezepte sind nicht enthalten. Dafür finden sich auch Rezepte für Gebäck.
Einige der Zutaten sind recht speziell und schwer bis gar nicht aufzutreiben. Hier werden nur zum Teil Alternativen genannt. Auch sind immer mal wieder einige spezielle Utensilien erforderlich. Die bekommt man zwar aus dem Internet, aber es ist ja fraglich, wie oft man die Gerichte anschließend noch macht.
Sehr schön finde ich, dass auch die Pasta oft selbstgemacht ist und die entsprechenden Rezepte aufgeführt werden. Dass der Aufwand für die Gerichte höher liegt, dürfte nicht groß überraschen. Es ist keine Alltagsküche sondern, wie inzwischen oft auch in Italien, Küche für besondere Anlässe.
Ein wirklich schönes Buch, doch nichts für Anfänger. Zudem fehlen mir viel zu viele Fotos zu den Gerichten und es werden zu viele sehr außergewöhnliche Zutaten benötigt. Mir ist klar, dass es um fast vergessene Gerichte und Rezepte geht und diese nun mal aus einer Region Italiens kommen, in der sie ganz normal sind. Aber ich bin hier in Deutschland und möchte die Rezepte nicht nur lesen, sondern auch kochen. Daher gebe ich vier Sterne.
Ein Buch wie ein Seelenstreichler
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
Marie verlässt Frankreich Hals über Kopf. Sie läuft vor allem davon und landet durch ihre Zugbekanntschaft Jónína eher zufällig im belgischen Ardennen-Dörfchen Redu. Dort ist alles komplett anders, als in Paris, ach, als überall sonst auf der Welt. Ringsum nur Natur, ein allen und niemandem gehörender Dorfhund, nur eine Stunde Internet am Tag, selbst die Turmuhr hat ihre ganz eigene Gangart.
Torsten Woywod, gelernter Buchhändler, war mir als Moderator einer Buchcommunity erstmals begegnet. Dort entstand die Idee, die schönsten Buchhandlungen der Welt zu besuchen. Die hat er umgesetzt, Bücher darüber geschrieben, es gab sogar Kalender dazu. Sein Weg führte ihn zur Marketingleitung und Verlagsgründung. Und nun liegt dieser Roman von ihm vor. Bücher sind, unbestritten, das zentrale Thema seines Lebens. Redu gibt es, passend dazu, übrigens wirklich. Es hat mehr als 20 Buchhandlungen und Antiquariate.
Das Buch will entschleunigen und den Fokus auf die schönen Dinge lenken. Das schafft Woywod wunderbar. Im Grunde könnte man mit spitzer Zunge sagen, dass nichtssagende Dinge geschehen und das Buch so vor sich hin plätschert. Da es aber auch gar nicht aufregen und aufwühlen möchte, sondern eben einfach nur glücklich machen, hat es alles richtig gemacht. Es ist vielleicht nicht unbedingt ein must read, dennoch schadet es nicht, sich selbst damit ein wenig zu erden, zu entschleunigen, zu beruhigen, zu entspannen und zum Nachdenken zu bringen.
Die Geschichte von Marie, Jónína und Mathilde ist schlicht, aber bereichernd. Das Drumherum hüllt diese drei Frauen und ihre Geschichten ein, wie Blütenblätter die Blütenstempel. Diese Blume blüht langsam, aber wunderschön auf. Die Sprache ist etwas schwülstig. Immer wieder dachte ich, so spricht doch keiner, so schreibt man vielleicht. Man gewöhnt sich jedoch relativ schnell daran und empfindet sie als zur Geschichte passend, also stimmig. Die Figuren entwickeln und verändern sich im Laufe der Story sehr realistisch. Es kommt klar rüber, dass uns Begegnungen mit anderen immer irgendwie formen. Und es erinnert uns daran, dass wir miteinander vorankommen, gegeneinander aber immer im Gestern stecken bleiben werden.
Dieses Buch ist anders. Und gerade deshalb gut. Nicht perfekt, aber nahe dran. Daher von mir vier Sterne. Und ein Lob an Sabine Arnhold, die es zärtlich und kräftig, sanft und stark, nachdenklich und zielstrebig, ruhig und empathisch perfekt eingelesen hat.
Ein Dessert rundet die Mahlzeit ab!
Desserts von A-Z von Dr. Oetker Verlag
Wunderbare Desserts, von Klassikern über moderne Leckereien bis zu Highlights, sind hier in Alphabetischer Reihenfolge zu finden. Wer das zu wild und bunt empfindet, kann über das Register sein Lieblingsrezept finden. Das ist sortiert nach Fruchtig; Cremes, Pudding & Co.; Eis, Sorbet & Co.; Mit Alkohol; Warme Köstlichkeiten; Vegan; Für Gäste (für 8-10 Personen); Schnelle Desserts (Maximal 20 Minuten Zubereitungszeit); Klassiker.
Natürlich finden sich Rezepte dann hier auch gern mal in mehreren Kategorien wieder.
Der Aufbau der Rezepte ist, wie von Dr. Oetker gewohnt, klassisch, schlicht und übersichtlich. Titel, Zeitangaben, Zutatenlisten, Nährwertangaben, Zubereitungsschritte, ggf. Tipps und Varianten. Die Angaben sind gut verständlich und vor allem findet sich zu jedem Rezept auch ein Foto. Die Zutaten sind fast alle alltagstauglich. Nur bei wenigen hatte ich ein wenig mehr Mühe, sie aufzutreiben. Dazu gehört z.B. Kokossirup.
Es finden sich für jeden Geschmack Vorschläge, auch von den Anforderungen her. Schnelle, aufwändigere, alltägliche, festtagstaugliche, kleine, große Desserts, alles ist vorhanden. Eine schöne Mahlzeit wird durch ein Dessert erst so richtig rund.
Dies ist wohl die überarbeitete Version des bestehenden Dessert-Buches. Das hatte zwar mehr Rezepte, aber weniger Fotos. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass bei wirklich jedem Rezept ein Bild des Ergebnisses vorhanden ist. Insofern feiere ich dieses Buch total.
Ein wenig schade, gerade für Kochbuch-Sammler und Dr.-Oetker-Fans, finde ich, dass einige Rezepte dieses Buches auch im Buch Partyrezepte von A-Z zu finden sind. Doch für Kochanfänger und alle, die noch kein Buch von Dr. Oetker haben, ist es ein Volltreffer. Daher gebe ich trotz meiner kleinen Kritik die vollen fünf Sterne.
Einfach großartig!
Middle of the night,2 Audio-CD, 2 MP3 von Riley Sager
Die beiden Zehnjährigen Ethan und Billy sind Freunde. Sie zelten gern in Ethans Garten. Im Hemlock Circle kennt jeder jeden und alle halten zusammen. Und dann verschwindet Billy spurlos aus dem aufgeschlitzten Zelt und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Ethan verlässt irgendwann seinen Heimatort, doch dreißig Jahre später kehrt er zurück.
Fast sofort geschehen seltsame Dinge, die nur eine logische Erklärung haben können. Ist Billy zurück?
Ulla Wagener ist eine sehr gute Sprecherin. Für mich war es dennoch schwer, nicht ständig gedanklich zu stolpern, da der Erzähler der Story männlich ist. Hier sollte der Verlag vielleicht bei weiteren Hörbüchern etwas Rücksicht nehmen.
Der Thriller selbst ist echt genial. Man wird regelrecht in Sicherheit gewogen und merkt kaum, wie das Grauen immer näher kommt, bis man seinen Atem im Nacken spürt. Dabei ist keine Stelle auch nur annähernd sowas wie langweilig. Nur glaubt man, dass die Ereignisse nicht wirklich dramatisch sind. Das ist tatsächlich ganz ähnlich, wie bei meinen Lieblingsbüchern meines Lieblingsautors Stephen King. Alles scheint normal, dabei lauert die Gefahr um die Ecke auf den besten Moment, einen kalt zu erwischen! Und immer wieder gibt es eine neue Ecke, eine neue Wendung. Wunderbar gemacht!
Die einzelnen Figuren mag man sehr rasch. Ob nun in der Gegenwart oder der Vergangenheit, man kann ihre guten und schlechten Seiten verstehen und nachvollziehen. Kids sind manchmal gemein, schließen aber auch Freundschaften, die tiefer gehen, als es in Worte zu fassen ist. Erwachsene verlernen manchmal, sich an die Kindheit und die Wunder dieser Zeit zu erinnern. Und wenn beides sich dann vermischt, wird es zu einem wendungsreichen, überraschenden Thriller, der bestens unterhält.
Die kleinen und größeren Überraschungen und Wendungen sind großartig angelegt und werfen alle bisherigen Theorien schnell wieder über den Haufen. Dennoch ist alles stimmig und logisch. Der Autor schafft es, neben dem Thrill auch noch ganz viel Gefühl in die Story zu packen, ohne ins Kitschige abzugleiten oder unglaubwürdig zu werden. Wie viel in einer einzigen Straße vorgeht, wie unterschiedlich die Bewohner sein können, wie die Zeit Erinnerungen und Ereignisse verändert, hat der Autor genial in eine erstaunliche Story verpackt. Das ist so viel mehr als ein Thriller!
Das Hörbuch geht satte 1221 Minuten und ich habe es auf drei Sitzungen gehört, wollte kaum aufhören! Jedes Wort habe ich geradezu inhaliert. Für mich der beste Thriller der letzten zwölf Monate, den ich jedem wärmstens ans Herz legen möchte. Ich kann, ganz klar, nur die vollen fünf Sterne geben und sofort weitere Bücher von Riley Sager lesen!
Verkorkstes Leben
Der Kellerby-Code von Jonny Sweet
Edward ist schon wirklich bedauernswert, so kriecherisch er ist. Auch wenn man seine Gründe dafür verstehen kann, macht ihn das nicht sympathischer. Gut, man muss allerdings auch fair sein und dazusagen, dass Robert und Stanza ebenfalls keine Sympathieträger sind. Womit wir schon bei einem wichtigen Punkt wären, nämlich dass es erstaunlich ist, dass ein Buch komplett ohne Figuren auskommt, die man mag!
Die Rückblenden in Edwards Vergangenheit sind geschickt eingefügt, sodass sich nach und nach eine Art Profil ergibt.
Nicht nur von ihm selbst, sondern auch von den anderen Figuren. Dabei werden auch jede Menge sozialkritische Themen mit eingewoben. Teilweise empfinde ich das als überfrachtet und nicht zwingend nötig für die eigentliche Story. Die ist in sich schlüssig und logisch, sodass zwar nicht alle Wendungen, aber insgesamt die Richtung doch auf gewisse Art vorhersehbar sind. Dennoch bleiben die Geschehnisse nicht harmlos, sondern sind schockierend und abstoßend.
Einige Sätze sind wahre Wortkunstwerke und urkomisch. Ob das so gewollt war, kann ich nicht beurteilen. Ich mag solche Dinge super gern, finde sie bei einem Krimi jedoch etwas unpassend. Ich habe zwar das komplette Hörbuch interessiert gehört, war auch über einige Vorkommnisse mehr als schockiert, aber begeistert hat mich das Ganze leider überhaupt nicht. Es ist ein Thriller für zwischendurch, aber keiner, der mich tief beeindruckt hätte. Die Gesellschaftskritik darin habe ich sehr wohl bemerkt, ist aber eher lächerlich in ihrer Extremheit.
Ach, es ist wirklich schade, aber für mich ist es ein mittelmäßiger Thriller. Weder schlecht noch toll. Daher drei Sterne.
Naivität in Reinkultur
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Nach ihrem traumatischen Erlebnis auf der AURORA hat Lo Blacklock ihr Leben mit Mann und Kindern aufgebaut. Sie möchte wieder Fuß in ihrem Job als Reisejournalistin fassen. Da erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels. Lo wird schon am ersten Tag unangenehm mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, doch das ist erst der Anfang.
Da ich The Woman in Cabin 10 echt klasse fand, hab ich mich sehr gefreut, dass die Autorin ihre Heldin so viele Jahre später erneut auftreten lässt. Allerdings habe ich das Gefühl, sie fand selbst nicht so richtig gut in die eigene Story hinein. Beim Lesen war es wirklich erschreckend, wie wenig ich Anschluss an die Geschichte und die Figuren fand. Noch erschreckender ist jedoch, dass ich meine mühsam aufgebaute Verbindung auch immer wieder verloren habe.
Laura Blacklock, genannt Lo, ist unfassbar naiv. Wo bei mir die Alarmglocken laut schrillen, tapert sie fröhlich weiter mitten in die laufende Kreissäge. Das hat bei mir leider dazu geführt, dass ich das Buch immer wieder ein paar Tage liegen lassen musste, um ohne eine Art Wut auf Lo weiterlesen zu können. Wie kann Lo nach ihren Erlebnissen auf dem Schiff so schrecklich einfältig sein?
Etwas unangenehm sind auch die ständigen Anspielungen auf die Ereignisse auf dem Luxuskreuzfahrtschiff. Ich habe das Buch gelesen, mochte es sehr, doch nach neun Jahren waren nur noch Fragmente der Erinnerung da. Also hätte ich theoretisch das Buch noch mal lesen müssen, um wieder alles präsent zu haben. Wie muss es dann sein, wenn man den Vorgänger gar nicht kennt?
So sehr sich die Story zieht, hat sie auch immer eine gewisse Spannung. Leider baut die irgendwann tatsächlich fast hauptsächlich darauf auf, welche Dummheit Lo nun schon wieder anstellt. Es gibt einige nette Twists und Wendungen, die aber nicht ganz so überraschend sind, als dass sie alle Schwächen ausgleichen könnten. Ständig dachte ich an das Sprichwort Fool me once, shame on you, fool me twice, shame on me.
Es ist so schade. Ich mag die Autorin, finde die Grundidee des Buches gar nicht so übel, aber es fehlt einfach so viel, um mich zu begeistern. Schlecht finde ich die Story nicht. Aber mehr als drei Sterne mag ich einfach nicht geben. Und das, nachdem Woman in Cabin 10 die vollen fünf Sterne von mir bekam. Das macht mich traurig.
Nicht nur für Partylöwen!
Partyrezepte von A-Z von Dr. Oetker Verlag
Die Idee ist vielleicht nicht neu, aber die Rezepte finde ich super schön in diesem Buch. Alles geeignet, um die Gäste auf einer Party oder einem kleinen Fest zu verwöhnen und ein mehr oder weniger großes Buffet aufzubauen.
Die Darstellung der Rezepte ist klar strukturiert. Durch Linien sind die einzelnen Bereiche klar voneinander abgegrenzt, selbst die Zubereitungsschritte.
Name des Gerichtes, Angabe zu Zubereitungszeiten, ggf. Angabe ob vegetarisch/vegan, Angabe der Menge Portionen, Zutaten aufgeteilt in die einzelnen Komponenten, wenn erforderlich, Nährwerte; Zubereitungsschritte, Tipps und Anmerkungen sowie ein aussagekräftiges Foto bilden eine gekonnte Einheit.
Die Zutaten empfinde ich durchweg als alltagstauglich und gut zu bekommen. Auch die Zubereitung ist selten wirklich anspruchsvoll und zeitraubend. Alles ist gut machbar und das in einem angemessenen Zeitrahmen, um auch mehrere der Rezepte für einen Anlass zuzubereiten. Für jeden Geschmack sollte sich genug finden lassen und gerade auf einer Feier sind ja viele unterschiedliche Geschmäcker gefordert. Auch für kleinere Gesellschaften kann man die Rezepte nutzen. Sie lassen sich gut auch herunterrechnen auf weniger Portionen.
Als schöne Idee empfinde ich auch, dass die Rezepte alphabetisch geordnet sind, eben von A-Z, nicht nach Zutat oder Gang. Dafür sind sie dann im Register sortiert in die Kapitel Alkoholhaltig; Backofengerichte; Desserts & Kuchen; Dips & Saucen; Fingerfood & Häppchen; Fisch & Meeresfrüchte; Fleisch & Wurst; Gebäck (herzhaft); Nudelgerichte; Salate; Spieße; Suppen & Eintöpfe; Vegane Gerichte; Vegetarische Gerichte. Entsprechend sind die Rezepte dann teilweise in mehreren Kategorien zu finden.
Ein wenig schade, gerade für Kochbuch-Sammler und Dr.-Oetker-Fans, finde ich, dass einige Rezepte dieses Buches auch im Buch Desserts von A-Z zu finden sind. Ansonsten ist dieses Buch eine echt tolle Sache, für Anfänger, für Fortgeschrittene, für Partyfans und Kochbuchsammler gleichermaßen. Daher trotz Wermutstropfen die vollen fünf Sterne von mir!











