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Rezensionen von verhei:

Unterhaltsame Art Italienisch zu üben

Italiano! Italienisch lernen für Anfänger | Lernkrimi Italienisch A1-A2 | Un caffè amaro per il professore | Mit Audios, Vokabeln und Übungen von Paola Fanti

Ein Lernkrimi um Italienisch im Niveau A1-A2 zu festigen bzw. üben.
Elena Morgante, Studentin der Kriminologie, landet in einem Kriminalfall. Ein Rechtsmediziner wird mit Arsen vergiftet. Gemeinsam mit ihrem Professor beginnt sie den Täter zu suchen.
In neunzehn Kapiteln wird dieser Krimi erzählt.

Im Aufbau sind diese immer gleich: italienischer Text, Übungen zum Textverständnis, eine Vokabelliste und schließlich auch der Text in Deutsch.
Ergänzt wird all das mit Audiodateien, die man über einen QR-Code bzw. auf der Seite des Verlages herunterladen kann. Dabei wird jeweils der italienische Text vorgelesen. Das Tempo und die Stimme des Sprechers sind sehr angenehm.
Ergänzt wird alles noch durch auflockernde graphische Elemente.
Ich verstehe die Beweggründe den deutschen Text erst nach die Vokabelliste zu legen, für Anfänger wäre es wahrscheinlich praktischer, ihn näher beim italienischen anzuordnen. Für mich war das Niveau des Romans passend, wobei ich es eher bei Studenten des Niveaus A2 einordnen würde, damit man nicht zu viel blättern muss. Man begegnet doch ab und an der Vergangenheitsform und dem Passiv. Auch so manche Vokabel, die nicht in jedem Alltagsthema vorkommen, passen meiner Meinung nach auch besser zu A2. Allerdings lässt es sich durch den mitgelieferten deutschen Text auch leicht klären.
Das Buch ist sicher eine gute Ergänzung zu klassischen Lernmaterialien, vor allem für Krimifans. Wer freut sich denn nicht darüber, das erste Buch in einer neuen Sprache lesen zu können.

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bekannter Cozy-Crime, dieses Mal mit einer größeren politischen Komponente

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 10: Falsches Spiel beim Abschlag von Christian Homma; Elisabeth Frank

Die Hochzeit von Isabella, Tochter des Bürgermeisters, steht vor der Tür und der Bürgermeister wünscht sich eine Hochzeit im Golfclub des Ortes. Sehr zum Missfallen des Brautpaares, das eine traditionelle Hochzeit im Ort bevorzugen würde. Doch diesem Trubel nicht genug, wird eine Leiche im Sandbunker am Golfplatz gefunden, diesmal von Commissario Vico höchst persönlich.

Bald geraten alle in Verdacht, die Clubbesitzer, die Angestellten, ja sogar die Familie des Bürgermeisters.

Dies ist nun schon der zehnte Band der Reihe um das beschauliche Örtchen Fontenaia, in dem Halbitalienerin Anna Wagner, die Ermittlungen des Teams um Commisario Vico unterstützt. Für Leser, die mit der Reihe schon vertraut sind, ist es jedes Mal wie ein nach Hause kommen zu alten Bekannten. Doch keine Sorge, auch ein Einstieg in Band 10 wäre problemlos möglich, auch wenn die Bände aufeinander aufbauen.

Auch wenn man in diesem Teil viel Bekanntes wiedertrifft, wie die schon liebgewonnen Charaktere, ist dieser Band dennoch etwas anders. Die Leiche kommt doch etwas früher als gedacht und der Spannungsbogen zieht rasch an. Das Team, dass in den letzten Bänden so gut zusammengewachsen ist, und auch Polizeireporterin Anna Wagner integriert hat, steht vor Problemen. Die politische Einflussnahme von außen ist groß, bekannte Strukturen werden zerrissen. Alte und ungeliebte Bekannte tauchen wieder auf. All dies gefährdet die Ermittlungen. Somit sind alle nicht nur mit der Suche nach dem Mörder beschäftigt, sondern auch mit dem neuen Status quo.

Der Stil ist aber gleich – gewohnt locker mit italienischem Flair.

Ich freue mich nun schon auf Band 11, nicht zuletzt auf Grund des kleinen Cliffhangers.

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Druck, Machtspiele, Geheimnisse und nichts ist wie es scheint

Most Hated Girl von Kirsty Lockwood

Die neunzehnjährige Odette lernt durch Zufall den achtzigjährigen Amos bei einem Museumsbusch kennen und freundet sich langsam mit ihm an. Dankbar, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter Anschluss findet. Schließlich zieht sie aus der Sozialwohnung zu ihm und teilt Videos über das Zusammenleben in den Sozialen Medien.

Während eines Livestreams attackiert die junge Odette Amos, den Mann, der sie bei sich aufgenommen hat. Für die Öffentlichkeit scheint der Fall durch den Livestream eindeutig zu sein. Doch warum schweigt Odette beharrlich, als sie von der eintreffenden Polizei auf die Wache gebracht wurde. Welches Motiv hat sie, was ist passiert.

Die Erzählung wird in zwei Zeitebenen präsentiert – der Gegenwart in der Odette auf der Polizeiinspektion einvernommen werden soll, und der Vergangenheit zuvor, die dem Leser zeigt, wie es zur derzeitigen Situation kam. Die Kapitellänge ist passend, um immer wieder die Perspektive zu wechseln und gewisse Geschwindigkeit aufzubauen. Allein im Mittelteil war es für mich etwas langatmig. Der Schreibstil ist flüssig und schafft es gut die zunehmend unheimliche Stimmung der Situation auf den Leser zu übertragen.

Die Charaktere erscheinen in ihren Handlungen und Dynamik zueinander nachvollziehbar. Odette, die durch den Lebensstil ihrer Mutter etwas Schwierigkeiten im sozialen Umgang hat. Erstaunlicherweise erscheint sie dennoch sehr positiv, wenn auch etwas eigenwillig und naiv. Ihre kindlichen Ansichten und das Sehnen nach Freundschaften, die sie in der Vergangenheit nie schließen konnte, erscheinen authentisch und man erkennt, dass sie im Laufe der Zeit Amos gegenüber entspannter wird. Zu Amos selbst lässt sich wohl nicht zu viel schreiben, ohne zu viel der Geschichte preiszugeben. Gelungen fand ich auch die Ermittler: Roger und Esther. Ein Duo, das sich im Zuge der Ermittlungen findet und man irgendwie auch ins Herz schließt. Denn es ist hart: sie werden durch die Öffentlichkeit und die eigenen Vorgesetzten unter Druck gesetzt wird, rasch Ergebnisse in diesem scheinbar eindeutigen Fall zu liefern.

Das grundlegende Thema der Erzählung könnte nicht aktueller sein – wie rasch glauben wir uneingeschränkt Bilder und Erzählungen, die uns in den Sozialen Medien präsentiert werden. Wie schnell schaukelt es sich hier zum Hass und Verfolgung auf. Vieles wird gekürzt und vereinfacht präsentiert. Doch was steckt hinter dieser Fassade. Wie schnell kann die Stimmung kippen (dargestellt auch durch die Sozialmedia Posts im Innenteil des Covers).

Ein Roman bzw. psychologischer Thriller, wobei ich ihn eher bei psychologischem Roman einordnen würde, der wichtige Themen aufgreift. Vielleicht etwas anders als ich erwartet habe, aber dennoch finde ich das Buch empfehlenswert.

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Umgang in Alltagssituationen in typischer Tiptoi Manier

tiptoi® Abenteuer Großwerden - Smilla lernt ein gutes Miteinander von Sandra Grimm

Smilla lernt gutes Miteinander ist ein weiteres Buch der tiptoi Reihe von Ravensburger zum Thema Groß werden. Alle richten sich an die Altersgruppe 2-3 Jahre, und sollen für die Kleinen eine Welt im Buch zeigen, die ihrem Alltag ähnlich ist.

Hier geht es um den Umgang miteinander und den Gefühlen dabei: Wut, Streit und Entschuldigen, Rücksicht nehmen.

Eben dem Umgang mit Alltagssituationen. Man ist zu Hause, im Kindergarten, am Wochenmarkt, bei einer Kinderfeier, im Park und beim Abendritual. Also alles vertraute Situationen.

Jede Doppelseite ist von einem kurzen Text begleitet, um die Situation zu umrahmen. Doch die zeichnerische Gestaltung gibt auch ohne Text genug Kontext und viel zu entdecken. Mit dem tiptoi-Stift, lassen sich fast alle Darstellung antippen und es gibt entsprechend Geräusche, Dialoge und auch Gedichte. Aber auch die Illustrationen allein bieten viel zum Entdecken. Zusätzlich gibt es auch noch auf zwei Seiten ein Liedersymbol. Das Nein-Sagen-Lied fand ich hier sehr wichtig, da auch vermittelt werden soll, dass auch Kinder nein sagen dürfen. Und auch das Hörspiel war sehr gelungen.

Die Handhabung des Tiptoi Stiftes ist wie bei den anderen Büchern der Serie. Alles sehr übersichtlich und gleich lokalisiert. Schnell können sich die Kinder damit auch selbst beschäftigen.

Eine wirklich schöne Ergänzung der Tiptoi-Reihe, weil sie so nahe am Alltag ist. Wir haben uns auch noch für Piet kommt in den Kindergarten entschieden.

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Sommergefühl, Freundinnen, viel Zeit und auch etwas Chaos

Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen

Die Sommerferien stehen vor der Tür- auch auf der Insel Rosenholm. Lene lebt mit ihrer Zwillingsschwester Elsa auf der Ferieninsel, ihre Eltern betreiben eine Ferienpension. Gemeinsam verbringen sie mit Amber gerne Zeit am Strand. Der Sommer bringt aber noch viel mehr: Lene sucht nach einem Thema für den Schreibwettbewerb.

Und auch Mats ein Junge in den Lene verliebt ist, treibt durch ihre Gedanken. Eine der Sommergäste in der Pension ist Frida, die gemeinsam mit ihrer Mutter, der Schriftstellerin und ihrem Dackel Liselotte anreist. Doch so begeistert ist Lene nicht von Frieda, einerseits weil sie sich über einiges in der Pension kritisiert und auch auch weil Lene glaubt, dass Frieda ihm Mats ausspannen möchte.


Die Sprecherin des Hörbuches hat es wirklich gut geschafft, die Atmosphäre des Sommers zu transportieren. Ein angenehmes Tempo, die Unterescheidung der Charaktere war gelungen. Und selten habe ich eine so gelungene Intonation einer Whatsapp Kommunikation gehört. Wir fanden es wirklich entspannend, das Hörbuch neben dem Puzzeln zu hören.


Flüssig und altersentsprechend mit einer ordentlichen Portion Humor wird die Geschichte erzählt. Knackige Dialoge, passende Kapitelüberschriften und über allem ein Gefühl von Sommer und Strand durch die bildhaften Schilderungen.


Alles realistisch: Ein Sommer wie man ihn auf einer Ferieninsel erleben könnte. Man verbringt Zeit mit Freundinnen und lernt auch neue kennen. Die Tage sind lang und sonnig, man hat viel Zeit sich mit Hobbies zu befassen und versucht auch neue Ziele zu erreichen. Und auch die ersten Gefühle – Liebe, Verliebtsein – mischen sich darunter. Alles passend für das Alter. Schön war auch zu sehen, wie unterschiedlich Interessen und Stärken sein können, auch wenn es Zwillinge sind.


Ich habe mir neben dem Hörbuch auch das Buch angesehen und kann auch hier sagen, dass es sehr gelungen ist. Die Gestaltung ist schön, vor allem die im Comicstil gestalteten Elemente, die unter anderem auch die Charaktere vorstellen

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eine Mordserie mit Bezug zur Antike und zum Vater im Gefängnis

Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

November in Kopenhagen, es wird düsterer und kälter. Fast direkt von einem erfolgreichen Einsatz werden die Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Kollege Janus West, zu einem neuen Fall gerufen. An einer abgelegenen Trafostation wurde eine Leiche gefunden, doch dem nicht genug, sie wurde speziell inszeniert, mit diversen Bezugspunkten zur römischen Antike.

Bald ist klar, dass dies kein einfacher Fall wird, und Saras Bruder Adam Levin, Psychologe, wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Doch dem nicht genug, kämpfen doch sowohl Sara als auch Adam mit ihrer Vergangenheit, einem Vater der als hochintelligenter Mörder im Gefängnis sitzt. Und nun führt der Bezug zur Antike auch noch zu ihm.

Der Schreibstil ist klar und temporeich. Die Spannung durchwegs hoch. Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Sicht von Sara, Adam und dem Täter erzählt, ergänzt durch ein Paar Kapitel der Opfer. Teilweise ist man als Leser dem Ermittlerteam natürlich auch etwas voraus, teilweise wird man genauso überrascht wie diese.

Das Ermittlerteam im Fall ist neben den Kernpersonen Sara, Janus und dem Psychologen Adam doch von beachtlicher Größe, auch der Brisanz des Falls geschuldet. Ich fand die Charaktere sehr gelungen- Ermittler der alten Schule, treffen auf junge „Wilde“, offen für andere Methoden. Man erkennt, dass so mancher neue Ansatz hilfreich sein kann, allerdings auch nicht allein die Lösung bringt. Sara und Janus, ein doch eingespieltes Team, das sich gut ergänzt und unterstützt. Janus der eher offener und sozialere Charakter und Sara, die eher verschlossen bleibt – beide leben für die Arbeit. Adam, zu Beginn des Buches noch Privatmann, kämpft mit seinem Wunsch die Geschichte des Vaters gemeinsam mit seiner Schwester aufzuarbeiten. Und auch mit seinen eigenen Dämonen. Spannend war auch Christian Levin, der Vater und verurteilte Mörder.

Der Plot ist gut gestrickt, denn rasch wird klar, dass es nicht ein normaler Mord ist, sondern durch die antike Symbolik die private Vergangenheit der Levin Geschwister mit ihrem Vater eingeflochten wird. Noch lange nicht fertig ist die Aufarbeitung der Taten des Vaters, so dass Raum für weitere Bände um das Ermittlerteam bleibt. Die Auflösung des Falles ist schlüssig, wenn auch Kommissar Zufall hier einen großen Beitrag geleistet hat. Aber so ist es auch manchmal in der Realität.

Für mich ein gelungener Thriller, wenn auch vielleicht etwas brutal. Ich mochte die Verflechtung der antiken Symbole mit der Familiengeschichte der Ermittler.

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Mord und Genuss - auch in der Schönheitsklinik läuft nicht alles glatt

Mira Belgusto und der schöne Tote von Angelika Lauriel

Mira Belgusto, deutsche Reisejournalistin, reist für ihre neue Reportage in die kleine Stadt Monopoli in Apulien. Begleitet wird sie dabei von ihrem Bekannten, dem italienischen Ex-TV-Star Claudio Bertani. Doch schon auf einem der ersten Punkte der Recherchereise, einer Schönheitsklinik im ehemaligen Gutshof wird es turbulent.

Wird doch der gefeierte Schönheitschirurg und Chef der Klinik Stefano Belletti tot in seinem Büro aufgefunden. Und rasch stellt sich heraus, dass in der Klinik nicht alles so glattgebügelt lief wie man denkt. Enttäuschte Patienten gab es einige.

Ein schönes Cozy-Crime um ein herzliches Amateurermittlerpaar. Wie schon im ersten Band, stolpern Mira und Claudio zufällig auf einen Mordfall. Und auch hier können sie es wieder nicht lassen, auch selbst etwas zu ermitteln bzw. eher wie zufällig Personen zu befragen. Man ist schließlich neugierig. Eine zusätzliche Motivation ist nun auch, dass Natalinas Onkel Zio unter dem Schönheitschirurgen zu leiden hatte. Ja jene Natalina, die als Polizistin im ersten Band der Serie, jegliche Privatermittlung verboten hat. Und nun unterstützt sie die beiden auch noch etwas, da auch sie zu Beginn in Verdacht gerät.

Die Schar an Verdächtigen wächst sukzessive an und man erkennt rasch, dass der Ermordete eher ein Ungustl war. Als Leser rät man fleißig mit und ist froh, wenn auch das Ermittlungsteam in der Mitte der Ermittlungen ein Brainstorming veranstaltet. Der Krimi selbst löst sich schlüssig auf und man ist erstaunt wie gut auch Amateure ermitteln können, wenn sie nur hartnäckig dran bleiben.

Als Leser folgt man dem charmanten Ermittlerpaar aber nicht nur zu Befragungen, sondern lernt auch ja fast nebenbei die Gegend kennen. Etwas Sightseeing und Geschichte der Architektur und Region allgemein. Aber allem voran viel Sightseeing der kulinarischen Genüsse. Man taucht so wunderbar in die Region ein und plant in Gedanken gerne schon ein Urlaub dahin.

Ergänzt wird das Ganze noch durch Rezepte im Anhang. Ein nettes Gimmick und passend zur Reihenbeschreibung – Genusskrimi.

Definitiv empfehlenswert, da der Kriminalfall kunstvoll mit einer Entdeckungsreise in die Region verbunden wird. Schön zum Entspannen und zum in die Ferne träumen und wer möchte nebenbei nicht gerne einen Mörder finden.

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Überall Geheimnisse und Probleme

Tod in heller Sommernacht von Lisa Sarah Brandstäter

Die Studentin Lina wird in einem Küstenort mit ihrem Moped von einem Auto abgedrängt und mehrfach überfahren. Kommissarin Leena Victor aus Helsinki wird mit ihrem Kollegen Sebastian Nyberg zum Fall hinzugezogen, auch da ihr Instinkt legendär ist. Die Ermittlungen sind nicht einfach – viele Widersprüche und Geheimnisse.

So manche Lüge und auch Affären. Und nun passiert ein zweiter Mord und eine junge Frau verschwindet.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig, angenehm und modern. Man taucht langsam in die Situation im kleinen Küstenort ein. Dabei erkennt man rasch, dass hier nicht alles so idyllisch ist wie man annimmt. Geheimnisse jeglicher Art tauchen auf und rasch erkennt man, dass etwas Düsteres sich über die Geschichte zieht. Dies steht im starken Kontrast zur hellen Sommernacht im finnischen Norden. Es wird also eine bedrückende Atmosphäre geschaffen und man bleibt durch all die Wendungen leicht am Ball. Die Schilderung aus verschiedenen Blickwinkeln trägt dazu bei, ebenso wie eher kurze Kapitel.

Die Ermittlungen werden von Leena Victor und Sebastian Nyberg durchgeführt. Für den Ort Eindringlinge von außen. Die beiden arbeiten gut zusammen und nähern sich auch immer weiter an. Auch das Privatleben der beiden eröffnet einen angenehmen Nebenschauplatz, der nicht zu viel Raum einnimmt. Meiner Ansicht nach authentische und angenehme Ermittler, die auf auch durchwegs unangenehme Charaktere treffen.

Der Fall wird schrittweise immer komplexer, durch all die Geheimnisse und Lügen, die aufgedeckt werden. Bald sind viele Protagonisten am Fall beteiligt mit all ihren eigenen Nebenschauplätzen und Geheimnissen. Man trifft auf Betrug, Depression, Alkoholismus, Eifersucht, Stalking, Gewalt in Beziehungen, sexuellen Missbrauch und noch so einigem. Wichtige Themen, die auch eine unheilvolle Stimmung erzeugen, jedoch verliert man schon fast den Überblick. Ich brauchte lange, um auf den Täter zu kommen.

Auch wenn dies das zweite Buch einer Reihe um die Kommissarin Leena Victor ist, ist dieser Band ohne Probleme unabhängig vom ersten zu lesen.

Definitiv ein lesenswerter Krimi, der zeigt welche Geheimisse ein Dorf alles zu verbergen hat und was hinter verschlossenen Türen so alles passiert. Vielleicht nur fast etwas zu viele Geheimnisse, allerdings bleibt man dadurch wirklich am Rätseln.

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Jungend-Dystopie - mit erschreckend aktueller Botschaft

Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis

Die Welt und das Leben sind anders: Bienen sind vor einigen Jahren ausgestorben, die Erde ist heiß und trocken und Wasser und Nahrung ist knapp. Junge Mädchen ab elf Jahren werden in Camps gezwungen in denen sie per Hand Blüten bestäuben. Auch die Jungen verlassen ihre Familien und leisten Militärdienst als Wachen.

Jess, die im Camp eine Außenseiterin ist, weil sie erst spät dazu kam, träumt von der vergangenen Welt, die ihr ihre Mutter und die ältere Nachbarin geschildert haben. Als ihr Eliot, ein junger Soldat, Farben zukommen lässt, malt sie mit diesen und dem Pinsel, der sonst zum Bestäuben genutzt wird, ein ergreifendes leuchtendes Bild. Ein Gedanke an Freiheit ist gesät.

Das Buch wird als Jugendbuch beworben, eignet sich aber durchwegs auch als Lektüre für Erwachsene. Eben auch weil diesen ein solcher Ausblick nicht schadet, denn man bekommt durch dieses Buch doch die Folgen einer Änderung des Klimas, der Tierwelt und der politischen Gegebenheiten mit. Man denkt gerne, dass alles utopische Fantasie ist. Doch viele Aspekte der Geschichte sind durchwegs schon in gewissen Formen in gewissen Regionen Realität.

Die Sprache ist doch eher einfach gehalten, allerdings dennoch schön, gefühlvoll und auch atmosphärisch packend. Die bedrückende Atmosphäre schwappt auf den Leser über. Es fällt leicht sich in die Lebensrealität von Jess und den anderen jungen Mädchen hineinzuversetzen. Viele Themen, die auch in einer nicht dystrophischen Welt bedeuten sind kommen vor: Umgang mit Mobbing, Frauenrechten, Freundschaft, Hoffnung, Liebe und schlichtweg das Erwachsen werden.

Der Roman selbst, konzentriert sich hauptsächlich auf das Leben im Camp der jungen Mädchen und deren Arbeit. Etwas weniger erfährt man über die Welt darum herum. Unklar ist in welchem Jahr und in welcher Region die Geschichte spielt und wie es dazu kam das dieses ja sagen wir Regime so gestaltet ist wie es ist. Allerdings funktioniert die Erzählung auch ohne diesem.

Definitiv lesenswert - nicht nur für Jugendliche - , da man neben Unterhaltung auch viel Stoff zum Nachdenken bekommt.

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Ein bisschen wie Leute beobachten im Cafe?

FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

Ein Bahnsteig in einem Londoner Vorort am Morgen eines Werktages. Mehrere Personen warten auf einen einfahrenden Zug. Emma, Mutter des unbändigbaren Gideon, die mit der Mutterrolle hadert. Geschäftsmann Liam, am Weg zu einem Investorentermin, der mit Emma in Streit gerät. Mrs. Worth auf den Weg zum Begräbnis ihrer verhassten Schwiegertochter.

Der junge Sonny, der Spielschulden hat. Und der Leser weiß nur eines – in fünf Minuten wird jemand sterben.

Der Klappentext lässt eine spannende Idee vermuten und auch die Erzählweise ist anders. Der Erzähler spricht den Leser direkt an, anstatt die Figuren selbst erzählen zu lassen. Wie ein Direktor orchestriert er die Beobachtungen, stellt leichte Ausblicke in die Zukunft und die Verbindungen der Personen an. Der Einstieg in das Buch erfolgt mit der Echtzeitbetrachtung des Bahnsteigs um 7:01, dem folgen weitere. Unterbrochen wird der Rhythmus durch einzelne Kapitel zu den jeweiligen Personen am Bahnsteig – Emma, Liam, Mrs. Worth, Sonny und Gideon. Jeweils mit einem Rückblick, um die Personen besser zu verstehen.

Man wird vom allwissenden Erzähler regelrecht durch das die Geschichte geführt und jede Beobachtung von ihm erklärt. Der Ton etwas spöttisch und ohne Mitleid. Er legt dem Leser eine Interpretation und Vermutung vor und erhöht die Spannung dadurch, dass er ihm gleichzeitig vor Augen führt, wo auf der Zeitachse die Geschichte sich derzeit befindet. Gegen Ende des Buches wird diese Erzählweise allerdings sehr eigen.

Gelungen ist die Sprache: Typischer trockener britischer Humor kommt nicht zu kurz. Die Kapitel über die einzelnen Personen, sind teils aus Sicht dieser geschildert und erlauben im Gegenzug die Person unvoreingenommener zu sehen und besser zu verstehen. Für den Spannungsbogen war dieser konstante Wechsel zwischen Bahnhofsszenen und Personenkapiteln allerdings etwas abträglich.

Zu Beginn kommt einem kaum ein Charakter sympathisch vor, alle tragen etwas unsympathische Züge – Narzissmus, Spielsucht, Hass auf Verwandte. Doch man taucht durch die Rückblenden tiefer in deren Schicksal ein und gewinnt so manch einen auch lieb.

Definitiv eine spannende Idee mit einem interessanten Erzählstil, den ich so noch nicht kannte.

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