Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von verhei:

Geräusche aus dem Wald

Play+ Mein allererstes Soundbuch Tiere im Wald - ab 12 Monate von Maria Höck

Dieses Soundbuch richtet sich an die Kleinsten, beworben ab einem Jahr. Auf fünf Doppelseiten folgt man verschiedenen Tieren im Wald bzw. allgemein in der Natur -eine Szene am Bachrand, eine in der Nacht ,..

Jede Seite ist ähnlich aufgebaut – ein kurzer einleitender Text. Der Knopf, der die Tierstimmen wiedergibt und noch weitere Tiere in der linken Spalte, die man suchen soll.

(Zur Sicherheit auch noch mit Namen und Geschlecht versehen). All dies in einer farbenfrohen, aber dennoch nicht überladenen Szene.
Den Aufbau des Buches empfand ich als altersgerecht – stabile Kartonseiten, die auch etwas aushalten. Auch der Knopf für die Tonausgabe ist leicht zu bedienen. Man kann die Knopfbatterie auch leicht austauschen, sollte sie zu Ende gehen.

Ein Nachteil ist, dass die Lautstärke sich nicht einstellen lässt und der Ton doch etwas markanter ist. Es gibt allerdings auch einen merklichen Unterschied, wenn man das Buch auflegt, und die Tonspur ist nicht lange.
Etwas länger hätte das Buch durchwegs auch sein können, allerdings ist dies wohl auch der Altersklasse geschuldet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

Ein Bilderbuch mit Reimen und Pflastern

Play+ Mein lustiges Spielbuch Pflaster her, sagt Doktor Bär - ab 2 Jahre von Bernd Penners

Wie man schon am Titel erkennt, handelt es sich um ein Pappbilderbuch bei dem Krankheiten und Verletzungen thematisiert werden. Als kleiner Zusatz gibt es in diesem Buch nun fünf verschiedenfarbige Pflaster, mit denen man die verletzten Tiere verarzten kann.

Die Pflaster sind beschichtet, wieder verwendbar und eher dick und robust.

Leicht können kleine Kinderhände sie damit selbst aufkleben. Sollte die Klebekraft einmal geringer werden, haben wir sie einfach auf der einen Seite etwas abgespült. Die Pflaster werden auf einem eigenen Bogen mitgeliefert, um sie aufzuheben und alles zu transportieren haben wir sie bisher einfach auf den Tieren belassen.

Jede Doppelseite widmet sich einer anderen kleinen Krankheit bzw. Verletzung. Alle müssen durch Dr. Bär - mit Hilfe der Kinder- verarztet werden. Was dem jeweiligen Tier passiert ist, sieht man einerseits durch die Illustration, wodurch sich Kinder auch selbst beschäftigen können. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh, detailliert, aber auch nicht zu überladen. Und natürlich gibt es auch einen Text zum Vorlesen - gereimten in diesem Fall. Man braucht als Vorleser schon Konzentration um diesen schön melodisch hinzubekommen.
Nebenbei kann man mit den Kindern auch etwas die Zahlen üben, da jedes Tier unterschiedlich viele Pflaster benötigt und natürlich auch die Farben.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass manche der genannten Krankheiten wie Bauchschmerzen oder auch Ohrenschmerzen nicht unbedingt mit einem oder mehreren Pflastern versorgt werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

traumatischer Verlust und Rache

Blut für Blut von Anna Schneider

Sophie Roth flüchtet sich vor ihrem gewalttätigen Partner in einen Bauwagen am Waldrand. Das Ziel: sich endlich zu befreien und mit ihrer Leidenschaft Fotografie endlich Geld zu verdienen. Und tatsächlich es kommt zu einem Fotoauftrag bei einer angesehenen Familie der Gegend, der ordentlich bezahlt wird.

Doch beim Entwickeln der Fotos entdeckt sie ein Gesicht auf den Aufnahmen, dass sie an eine schreckliche Nacht in ihrer Vergangenheit erinnert.

Schon die Einstiegskapitel vermitteln dem Leser ein beklemmendes Gefühl: Sophie schleicht sich aus dem Haus, um ihren gewalttätigen Mann zu verlassen. Und dieses beklemmende Gefühl blieb mit leichtem Abklingen an manchen Stellen für mich dauerhaft präsent. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen: Sophie fühlt sich verfolgt, erkennt sie doch Spuren im Gras und auch die Familie, die sie fotografieren soll, scheint reserviert.

Die Autorin präsentiert die Geschichte in recht kurzen Kapiteln. Gegenwartsschilderungen wechseln sich mit Kapiteln aus der Vergangenheit ab – gut unterscheidbar durch die jeweiligen Kapitelüberschriften. Ab und an wird auch noch ein Kapitel in kursiver Schrift eingeworfen, welches die Gedanken einer unbekannten Person wiedergibt. Diese Kapitel sind nicht gerade positiv und tragen weiter zur beklemmenden Atmosphäre, aber auch zum Rätseln bei.

Sophie erscheint zu Beginn etwas naiv, scheint doch die Flucht von ihrem gewalttätigen Partner etwas ungeplant im Gesamten. Sie hat zwar diesen Bauwagen entdeckt, ist aber bis auf etwas Geschirr nicht ausgerüstet. Natürlich mag aber so manche Flucht spontan sein, und es mag schwer sein Hilfe anzunehmen. Hier denke ich, dass es vor allem mit ihrer Geschichte erklärbar ist: ein Mann der dauernd sagt, dass sie nichts zu Ende denkt. Panikattacken dadurch und durch ihre traumatische Familiengeschichte: Mord und traumatischer Verlust und Rache Verschwinden vor zwanzig Jahren.

Als Leser rätselt man konstant mit und bekommt so manche falsche Fährte präsentiert. Man stellt Theorien auf und verwirft sie wieder. Gegen Ende ist das Tempo hoch, fast etwas überstürzt, aber lesenswert. Ein paar kleine Fragen blieben bei mir offen.

Trotz der kleinen Schwächen kann ich das Buch wirklich empfehlen. Auch weil es zeigt, was Anna Schneider außerhalb der Grenzfallreihe auch gute Einzelwerke zu Stande bringt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

Gefühl im Bauch und eine neue Variante eines Bilderbuches

Play+ Mein lustiges Spielbuch Wut im Bauch - ab 2 Jahre von Maria Höck

Entgegen dem Titel Wut im Bauch wird in diesem schönen Pappbilderbuch neben dem Thema Wut, auch auf andere Gefühle eingegangen. Wut, Freude, Ekel, Angst, Trauer alles Gefühle, die einem im Alltag begegnen, die Kinder auch fühlen, aber vielleicht noch nicht so gut benennen können. Dabei soll eben dieses Bilderbuch helfen unterstützt durch Gefühlschips – also kleine Pappplättchen mit Gesichtern zu dem jeweiligen Gefühl.

Eingebettet in eine Geschichte um eine Feier erleben verschiedenen Tiere diese Gefühle.
Jedem Gefühl ist nun eine Doppelseite gewidmet: Zu Beginn etwas einleitender Text, der die Situation schildert (natürlich auf einem passenden Bild der Feier). Der zweiten Seite steht jetzt das Gefühl im Vordergrund: Das Kind wird durch den Text animiert das Gefühl zu benennen und den entsprechenden Chip zu suchen, um diesen im Bauch des Tieres zu platzieren.
Ergänzt wird all das auch noch durch einen kleinen Tipp, der sich an den Erwachsenen richtet: wie begleitet man ein Kind durch die jeweiligen Gefühle.

Etwas unsicher bin ich mir bei der altersmäßigen Einteilung: Manche Illustrationen der Gefühle sind doch etwas schwieriger zu erkennen. Dies ist aber wahrscheinlich auch sehr individuell und abhängig vom Kind.

Schön war die Idee, das Gefühl so quasi im Bauch zu platzieren durchs oben einwerfen (spürt man nicht so manches einfach im Bauch?).

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

Die Sinne erforschen in typischer Wieso?Weshalb?Warum? Manier

Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 36 - Sehen, riechen, hören von Droop Constanza

Das Buch Sehen, Hören, Riechen ist nun schon das 36. Buch aus der Wieso? Weshalb? Warum? Serie und es reiht sich auch nahtlos in diese ein.

Altersgerecht – vorgeschlagen für das Alter 2 bis 4 Jahre- werden in diesem Band die Sinnesorgane erklärt: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen.
Die Gestaltung ist auch hier typisch für die Reihe: Ein kurzer Text, in leicht verständlichen Sätzen.

Einerseits zum Vorlesen oder später vielleicht auch zum Selbstlesen. Nach einer Einleitung wird großzügig auf die einzelnen Sinne eingegangen, etwa eine Doppelseite pro Sinn, wobei Sehen und Hören etwas detaillierter erzählt werden.

Dabei ist die Gestaltung typisch bunt – man begleitet Kinder in verschiedene Situationen ihrer Lebensrealitäten. Klappen erlauben ein weiteres Entdecken, ebenso wie die Erhebungen auf der Seite zum Thema fühlen. All dies im gewohnt soliden Aufbau mit dickem Karton und Spiralbindung.

Gelungen fand ich den Einwurf, dass es auch Personen gibt die Einschränkungen haben – also nicht gut sehen oder hören können. Auf Grund des Buchumfanges und der Altersklasse, die man anpeilt, wird dies eher kurz abgehandelt, liefert aber meiner Meinung nach ausreichend Anknüpfungspunkte, um dies später auch mal zu besprechen.

Für mich ein solider Band der Reihe, der altersgerecht den eigenen Körper etwas erklärt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

mehr True Crime: noch ein Serienkiller in Whitechapel?

Four Heads Missing von Thorsten Schleif

London im Jahr Oktober 1888: Auf der Baustelle des neuen Scottland Yard Hauptgebäudes wird im Keller ein verschnürtes Paket gefunden. Es enthält den Torso einer Frau. Im Juni 1889 ziehen drei Jungen ein verschnürtes Paket aus der Themse. Auch hier ein Körper ohne Kopf. Ist dies das Werk von Jack the Ripper oder ist ein neuer Mörder unterwegs.

In diesem Buch begegnen dem Leser echte historischer True-Crime-Fälle aus der Zeit um die legendären Jack the Ripper-Morde. Alle dies wird kunstvoll ergänzt mit einer fiktiven Rahmenhandlung rund um die „Hobby“-Ermittler, die der legendäre Inspector Edmund Reid (den es wirklich gab) zu Rate zieht. Die Ermittler: Irene Adams, Begleitdame, und William Berger den derzeitigen Leibwächter von Sir Patrick, ehemals preußischer Soldat und Landgendarm. Ein sympathisches, wenn auch etwas unkonventionelles Ermittlergespann, das auch privat spannend ist. Über weite Strecken ist hier allerdings Will Berger der treibende Ermittler. Erstaunlich ist allerdings, wie weit die wirkliche Polizei hier in den Hintergrund gerät.

Gut gelungen und doch sehr praktisch sind die Hilfen, die dem Leser vom Autor mitgegeben wurden: eine Karte im Bucheinband und ein Personenverzeichnis. Angenehm ist auch die Kapitelgestaltung – Tag, Ort und Uhrzeit sind klar ersichtlich, die Orientierung ist damit vereinfacht.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und fängt gut die Atmosphäre der damaligen Zeit ein. Die Kapitel sind relativ kurz und es gibt auch Perspektivenwechsel zur Tätersicht. All diese Dinge erhöhen den Lesefluss und die Spannung. Generell fokussiert sich die Erzählung auf klassische polizeiliche Ermittlungen – Befragungen und Spuren zu verfolgen. Psychologische Profile waren in der damaligen Zeit schlichtweg noch nicht so modern.

Aus meiner Sicht lässt sich der Roman auch gut ohne Vorkenntnisse aus Band 1 lesen, jedoch versteht man damit vielleicht die Ermittler besser. Und wer möchte den nicht auch etwas über den legendären Red Jack erfahren?

Alles in allem für mich eine gelungene Aufarbeitung von Kriminalfällen, die sich in der Zeit von Jack-the-Ripper ereignet haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

Pokerface trifft auf Mikroexpressionsexpertin

Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel

Nach einem Angriff auf einen Mann sitzt eine Frau schweigend seit Stunden auf der Polizeiwache. Kaum eine Regung kommt von ihr und man vermutet auf Grund von Videoaufnahmen Notwehr. Hauptkommissar Deniz Kurt braucht Unterstützung und wendet sich damit an Marlene Nielsen, seine Expartnerin aber vor allem Expertin auf dem Gebiet der Mikroexpression.

Marlene meint zu erkennen, dass die Täterin wohl speziell trainiert ist und als Mörderin zu sehen ist. Doch Beweise fehlen, die Täterin scheint damit durchzukommen und Marlene begibt sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit.

Marlenes Charakter fand ich spannend. Man schließt sich nicht unbedingt ins Herz mit ihrer harten, unnahbaren und teilweise obsessiven Art, versteht sie und ihre Motivation im Zuge der Geschichte immer besser. Denn welch bessere Schule gibt es als bei einer manipulierenden Mutter aufzuwachsen. Und auch für den Charakter der Unbekannten konnte ich mich am Ende der Geschichte erwärmen.

Motiviert für diesen Thriller hat mich vor allem das Thema Mikroexpressionen. Etwas das allgemein wirklich unterschätzt ist und vor allem in einem kriminalistischen Setting zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Erlebt man doch so das klassische Katz-und-Maus-Spiel bei Ermittlungen und der Jagd nach dem Täter neu. Doch im Zuge der Erzählung und Auflösung wurden noch so manch andere spannende Fragen aufgeworfen wie Selbstjustiz, Schuldumkehr und ob es gute und schlechte Lügen gibt.

Der Einstieg in das Buch war für mich einfach. Flüssig, leicht verständlich ist der Schreibstil. Durchwegs detailreich werden die Situationen beschrieben, so dass man gut in die Atmosphäre eintauchen kann. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive wie der der Unbekannten, des Ermittlers Deniz und der Expertin Marlene. Viel Raum nimmt vor allem letztere ein. Durch den Wechsel der Perspektiven bekommt man guten Einblick in die Gedankenwelt der Figuren, man erkennt wie viel Täuschung hinter mancher Expression liegt. Das Buch lebt sehr von der Atmosphäre, dem Schweigen und versuchen zu verbergen. Es ist kein Thriller, der mit viel Tempo und Action aufwartet.
Trotz so mancher unvorhergesehenen Wendung, fand ich die schließlich Auflösung um den Täter etwas vorhersehbar. Etwas gestört hat mich auch, dass sich manche Passagen etwas gedehnt angefühlt haben.

Insgesamt für mich allerdings ein durchwegs solider Thriller über das Thema Mikroexpressionen. Etwas das ich so noch nicht gelesen habe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

realistisch, hart und gesellschaftskritisch

Der Clan – Die Straße von Pascal Engman

In einem Vorort von Stockholm hat der Clan der Familie Mansour das Sagen – man kontrolliert Geschäfte, Straßen und die Einwohner. Polizist Hjalmar sieht welchen Einfluss der Clan in seiner Stadt schon hat. Josef lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Fatima in eher ärmlichen Verhältnissen in einem vom Clan kontrollierten Wohnblock.

Während seine Mutter schon durch die Trennung vom Kindsvater versucht ihn vom kriminellen Leben fernzuhalten, gerät er dennoch ins Netz des Clans. Und dann ist da noch Antonia, am selben Tag geboren wie Josef, aber in reichern Verhältnissen. Doch auf Grund ihrer Mutter, die auf Äußerlichkeiten bedacht ist, hat auch sie es nicht leicht und auch sie möchte dem Ort entkommen. Wie schafft man es gegen den Clan anzukommen?

Eines vorneweg, so schön das Buch auch gestaltet ist, ist es dennoch keine einfache Kost. Das Buch ist umfangreich und versucht viele Themen zu verpacken – neben der Clanthematik, die zeigt, wie rasch so manche staatliche Struktur unterwandert ist und wie schwer es ist gegen solche Strukturen vorzugehen. Es zeigt, wie leicht man in diese Strukturen gezogen wird. Auch der Umgang mit Frauen – der nicht gerade freundlich ist-, Mobbing, Anpassungsdruck und Stalking werden verarbeitet. Also wie ich finde doch sehr viel für ein Buch, und weit mehr als ein Thriller – ja eher ein kritischer Gesellschaftsroman.

Der Schreibstil ist ungeschönt, rasant und klar. Häufig kommt es zu Szenen- und Perspektivenwechseln: man folgt Josef, Antonia und dem Polizisten Hjalmar. All dieses erlaubt einen tiefen Einblick und ein durchwegs hohes Tempo, erfordert aber durch die zusätzlichen Charaktere, die jeweils präsentiert werden, durchwegs Konzentration. So manche Gewaltszene wird sehr ungeschönt präsentiert.

Gelungen und glaubhaft fand ich die gewählten Charaktere, präsentieren sie doch mit ihren unterschiedlichen Positionen auch verschiedene Blickwinkel. Sie agieren für ihren Charakter glaubwürdig und erscheinen nicht platt nichts ist rein schwarz oder weiß. Man spürt den Zwiespalt Loyalität, Herkunft und der Wunsch dazuzugehören im Vergleich zu Angst und dem Wunsch sich aus solchen Strukturen zu lösen.

Ein Buch, das die Bandenproblematik und andere gesellschaftlich relevante Themen gut einfängt. Ich bin gespannt, wie die weiteren Bände der Reihe sein werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

Ausnahmezustand, Pandemie und eine Hoffnung

Scorpio Rising. Niemand überlebt allein von Jonathan Held

Rasch breitet sich ein hoch ansteckender und tödlicher Erreger über Europa aus. Warnungen und Aktionen der Regierungen kommen langsam und zögerlich. Immer mehr Panik breitet sich aus und schließlich kollabiert immer mehr des Alltags. Viele sterben. Der Erreger wirft Rätsel auf – neu und hochgefährlich und er erscheint von Menschen gemacht zu sein.

Doch ein paar Menschen scheinen immun zu sein wie die junge Nele, die ihre gesamte Familie an den Virus verloren hat. Ebenso eine Ärztin des US-Militärs die bei der Evakuierung des Botschaftsteams aus Moldawien beteiligt war und eine von ihr gerettete Deutsche.

Wie man schon aus dem Klappentext ableiten kann, befinden wir uns in der Kategorie Weltuntergangsroman – ja Weltuntergangs Thriller.

Schon der Einstieg ist temporeich, findet man sich doch bald in Moldawien wieder, in dem das Virus schon sehr wütet. Schon die Rettungsaktion in den ersten Seiten ist turbulent und nach einer kleinen Verschnaufpause geht es so weiter.

Der Schreibstil ist klar, spannend aber auch immer wieder gut beschreibend, um die Atmosphäre einzufangen. Gestalterisch wurde mit der Kursivschrift gearbeitet, um Gedanken der Charaktere klarer abzugrenzen.

Fordernd war zu Beginn die Anzahl an Charakteren, denen die Erzählung folgt. Die Einordnung war durch die Kapitelüberschriften mit Orts- und Zeitangabe aber gut möglich, und schließlich treffen sich die meisten Erzählstränge.

Die Auswahl der Charaktere fand ich sehr gelungen, deckte der Autor damit doch verschiedene Blickwinkel in der Geschichte ab: Die jungen Nele die ihren Vater wieder zu Hause begrüßen darf und bald auf sich allein gestellt ist. Amanda Ärztin den US-Militärs, die Botschaftspersonal evakuiert und um deren Leben kämpft. Emilia die aus Moldawien flüchten möchte und damit ihre Heimat verliert. Tana, die in der deutschen Regierung arbeitet, und bald erkennt, wie unvorbereitet man gegenüber dem Erreger ist. Gregor, der früh erkennt, dass es ideal wäre sich abzusetzen und eine Berghütte mietet und Freunde einlädt.

Die Story ist nicht einfach zu verdauen, sind doch manche Szenen hart. Man darf sich auf Endzeitstimmung einstellen – Gewalt, der Untergang der Strukturen, der Kampf um Ressourcen. Erschreckenderweise alles in recht kurzer Zeit. Doch auch die klassischen Bösen und Intrigen dürfen nicht fehlen.

Ich fand das Buch durchwegs fesselnd.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei

ein Hafengeburtstag mit Mord

Tatort Hafen - Der Tote von Lagerhaus F von Kästner & Kästner

In Hamburg wird es in den nächsten Tagen turbulent, steht doch der alljährliche Hafengeburtstag an. Doch diesem Trubel nicht genug wird eine Leiche im verlassenen Lagerhaus F am Moldauhafen gefunden – im Kofferraum eines Oldtimers. Dieser gehört einem bekannten Räder Viktor Blankenhagen, der ein neues luxuriöses Kreuzfahrtschiff beim Hafengeburtstag einweihen möchte.

Dem nicht genug werden im Zuge der Untersuchungen auch Blutspuren im Auto gefunden, die einem Cold Case zugeordnet werden können: eine junge Frau wurde vor zwanzig Jahren tot aufgefunden, mit Zeichen von Fremdeinwirkung. Die Wasserschutzpolizei rund um Tom Bendixen wird zum Fall gerufen und ermittelt gemeinsam mit Joanna Jacobi vom LKA in diesem fordernden Fall.

Dies ist der vierte Band der Reihe Tatort Hafen, bei der sich viel um die Wasserschutzpolizei dreht. Eines vorneweg, er lässt sich auch gut als Stand alone lesen, da ausreichend auf die jeweiligen Hintergründe der Charaktere eingegangen wird. Dennoch profitiert man sicher davon, die Vorgänger zu kennen, um über die Charaktere und deren Beziehungen zueinander genauer im Bilde zu sein.

Im Buch wechseln sich Abschnitte über die Ermittlungstätigkeiten mit welchen rund um den Polizeibetrieb beim Hafengeburtstag ab. Der Einblick ist wirklich spannend und verdeutlicht auch welche Herausforderung dieser für alle Beteiligten ist. Dankbar war ich auch für das Glossar der wichtigsten Begriffe am Ende des Buches.

Die Geschichte wird spannend und aus wechselnder Perspektive erzählt: so wechselt man von der Perspektive der Ermittler wie Tom, Joanna und Charlotte zu der der Zeugen bzw. Verdächtigen. Bei Letzteren bekommt man glaubhaft Zweifel und Gewissensbisse transportiert. Bei ersteren neben der Ermittlungsarbeit und eben dem Geschehen um den Hafengeburtstag, auch etwas um deren Privatleben und Vorgeschichte.

Der Fall als solcher ist, solide, mit ausreichend Spannung und Wendungen und die Auflösung dennoch klar und verständlich. Lange tappte ich im Dunklen, was den Täter betraf - gibt es doch politische Einflussnahme, Absprachen, Familiengeheimnisse und Drogen- und Alkoholkonsum. Und eben noch zwei Mordfälle mit zwanzig Jahren Abstand die irgendwie zusammenhängen oder doch vielleicht nicht?

Ein Krimi, den ich jedem ans Herz legen kann, der gerne auch etwas über die Arbeit der Wasserschutzpolizei erfahren möchte. Alles garniert mit Humor und lokaler Färbung. Ich werde mich definitiv in die Vorgängerbände stürzen, um mehr über das Ermittlerteam zu erfahren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei