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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von clematis:

Ratten

Die Witwe von M. W. Craven

Ein Toter in einem schmuddeligen Bordell – was soll Serienmörderjäger DS Washington Poe da ausrichten? Aber nicht umsonst werden er und die sehr spezielle Analytikerin Tilly Bradshaw hinzugezogen, um diesen Fall aufzuklären. Rasante Ermittlungen sorgen wieder für ein großartiges Lesevergnügen.

Ein skurriler Gerichtstag wird zum ungünstigsten Zeitpunkt unterbrochen, um Poe und Bradford zu „entführen“. Der Mord an einem Freudenhausbesucher erweckt Aufmerksamkeit, warum ist der ehemalige Pilot hier „abgestürzt“? Bald sind Ermittler von FBI und MI5 dem Täter auf der Spur und Tilly erkennt Verbindungen zu einem ehemaligen Bankraub, bei dem nichts gestohlen, dafür aber eine Ratte am Tatort hinterlassen worden ist. Und auch nun ist es eine Ratte, welche erste Hinweise liefert. Chaotisch und gerade deshalb so genial, verläuft die Suche nach der Wahrheit, denn Washington und Tilly sind alles andere als normale Kriminalisten. Gewitzt und klug nähert man sich den tatsächlichen Gegebenheiten an, muss nicht nur einmal den Kurs wechseln und sich aus einer Sackgasse manövrieren. Großartige Charakterzeichnungen und ein eloquenter Schreibstil lassen das Ausheben des Rattennestes zum wahren Vergnügen werden.

Eine bestens durchdachte Handlung, welche verstrickt dargestellt wird und schlussendlich lückenlos aufgelöst wird. M. W. Craven ist stets Garant für Spannung auf hohem Niveau, daher auch diesmal eine Leseempfehlung!

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Herzen zum Osterfest

Die Witwe von M. W. Craven

Kurz vor dem Osterfest, welches man im Südburgenland noch groß feiert, wandern die Damen vom Klub der Grünen Daumen durch den örtlichen Wüstengarten. Aber anstelle von seltenen Pflanzen sehen sie einen leblosen Körper zwischen den dornigen Sträuchern. Angestachelt von neuer Abenteuerlust, kommen sie einem möglichen Mord auf die Spur und treffen dabei auf Geschichten über eine Kommune aus den 1970er-Jahren.

Zudem eröffnet Hilda kurzerhand eine energische Demo vor dem in der Ortsmitte gelegenen Supermarkt und ahnt nicht, dass ihr Seniorenherz bald höher schlagen wird.

Bunt und abwechslungsreich wie das Titelbild unterhält uns auch dieser Gartenkrimi bestens, erzählt interessante Details von „menschenfressenden“ Pflanzen, österlichen Bräuchen und längst vergangenen Künstlergruppen, welche auf wahren Begebenheiten fußen. Die illustre Damenrunde im Klub hat allerhand zu tun, der Schreck über den Herrn mit kaltem Herzen sitzt tief. Aber Kontrollinspektorin Marlies wird in ihren Ermittlungen rüde eingeschränkt, setzt man ihr doch aus Wien einen interimistischen Chef vor die Nase, der sie mit seinem machohaften Gehabe zum kaffeekochenden Weiberl degradieren möchte.

Das burgenländische Flair wird, wie immer, großartig eingefangen, die mundartlichen Dialoge passen perfekt ins Bild und werden selbstverständlich per Fußnote ins Hochdeutsche übertragen, sodass auch Leser von weiter weg keinen Schmäh versäumen. Der Humor kommt ebenso wenig zu kurz wie der Alkohol, der besonders in der Gastwirtschaft vom Dunkel Tom ohne Ende fließt und besonders schön ist die Erkenntnis, dass auch in fortgeschrittenem Alter noch Herzerl aus den strahlenden Augen lachen können.

Ein rundum gelungener Gartenkrimi, mit allem, was das Leserherz begehrt – originelle Figuren, Lokalkolorit und Weitsicht bis nach Spanien, ein Schreibstil voller Wortwitz und nicht zuletzt ein spannender Kriminalfall. Ein „Muss“ für Freunde des sonnigen und mörderischen Burgenlands!

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Wandern im Harz

Flüsternde Erinnerungen von Monalishan Santhalingam

Jojo arbeitet als Physiotherapeut in einem Hamburger Seniorenheim, nach einem ungewöhnlichen Telefonat mit seinem Vater reist er kurzfristig zurück in seine ursprüngliche Heimat im Harz. Anstatt erholsamer Tage erwartet ihn dort aber eine Begegnung mit seiner düsteren Vergangenheit, an die er sich auch sieben Jahre danach nicht erinnern kann.

Spannung und Nervenkitzel verspricht die Kurzinfo zum Buch, da ich beides sehr gerne lese, habe ich zu den Flüsternden Erinnerungen gegriffen. Wir starten mit einem Prolog im Jahre 2017 und unternehmen mit einer Gruppe junger Menschen eine Wanderung. Danach geht die Handlung in einer Altenresidenz im Jahr 2024 weiter, wo wir schließlich Jojo kennenlernen, der ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich trägt. Nach endlosen Seiten informationsarmen Hin- und Hergeplänkels mit Kollegen und Pfleglingen geht es weiter in den Harz und auf die mysteriösen Spuren einer retrograden Amnesie. Ein Fünftel des Buches ist gelesen, aber weder die Gegenwart noch die Rückblenden zur Waldwanderung erfüllen die Erwartungen eines „düsteren Psychothrillers“ [Klappentext]. Jetzt geht es los, ist meine persönliche Motivation, Irrtum, auch in den noch folgenden Kapiteln will sich bei mir einfach kein Gänsehautgefühl einstellen, leider wirken weder die örtlichen Gegebenheiten noch die einzelnen Geschehnisse aufregend und beklemmend. Selbst die Ausdrucksweise im Buch vermittelt keinerlei Dramatik, wir verlieren uns in banalen Details und Nebensächlichkeiten, welche vielleicht in eine Romanbeschreibung passen, aber in einem Thriller keinen Platz haben. Irgendwann geht es um Homosexualität mit – für mich – nicht nachvollziehbaren Gedankengängen, immerhin finden die Handlungsstränge am Ende alle ihren in sich logischen Abschluss, glaubwürdig sind sie aber trotzdem nicht unbedingt.

Die Idee zum Buch gefällt mir grundsätzlich schon, die Umsetzung ist allerdings nicht recht geglückt. Während andere Leser durchaus positive Meinungen abgeben, möchte ich Flüsternde Erinnerungen nicht weiterempfehlen, am besten, man verschafft sich selbst ein Bild.

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In der Wüste

The Factory – Es gibt kein Entkommen von Catherine Egan

Aufgrund von Klimawandel, Pandemien und anderen Katastrophen wird mitten in der Wüste ein Forschungslabor eingerichtet. Ausgewählte Jugendliche nehmen ein Jahr lang teil an streng geheimen Experimenten für saubere Energie, daneben werden hochwertige Schulbildung und hervorragende medizinische Versorgung garantiert nebst größeren Geldbeträgen für die Familien.

Danach soll noch eine Ausbildung nach Wunsch finanziert werden, um die bestmögliche Zukunft für jeden Einzelnen zu gewährleisten. Aber wozu braucht es in der Wüste Wachmänner und Stacheldrahtzäune? Der dreizehnjährige Asher und seine neuen Freunde Vi, Faith und Troy beginnen, Fragen zu stellen und bekommen dafür die rote Karte gezeigt, erwünscht ist lediglich gehorsames Mittun.

Dystopische Szenarien beschwört Catherine Egan mit diesem Jugendbuch herauf und zieht ihre Leser schnell in den Bann der Zukunftsforschung. Die innere Zerrissenheit zwischen Pflichtbewusstsein und Protestbestrebungen wird gut herausgearbeitet, bald kommt Misstrauen auf, ob wirklich alle Informationen über die Wirkungsweise der sogenannten Extraktionscontainer transparent weitergegeben werden, einige Jugendliche zweifeln an deren Unbedenklichkeit und äußern ethische Vorbehalte. Aber jeglicher Einwand wird im Keim erstickt, ja konsequent bestraft, sodass die Probanden andere Maßnahmen ergreifen. Nun werden die bislang gut vorstellbaren Geschehnisse mitunter unglaubwürdig (Stichwort Sabotage), die Spannung jedoch wird hoch gehalten.

Egans Schreibstil führt angenehm flüssig durch die Handlung, kann die (junge) Zielgruppe damit bestimmt gut erreichen. Auch die Themenwahl wie schwierige Familienverhältnisse, Zukunftsängste oder moderne Energiegewinnung ist gut getroffen, Informationen fügen sich unaufdringlich ins Geschehen ein ohne je oberlehrerhaft daherzukommen. Die überschaubare Zahl an Figuren gewährleistet schließlich die sorgfältige Charakterisierung jedes Einzelnen, sodass man sich gut vorstellen kann, wie jeder mit den neuen Herausforderungen umgeht. Leider bleiben am Ende einige Fragen offen, ja bricht die Handlung ziemlich plötzlich ab, sodass man ohne den Folgeband ein wenig im Regen stehen gelassen wird. Wann geht es weiter?

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Flutkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider

Im Karwendel wütet ein Sturm, die Regenmassen lassen die Flüsse über ihre Ufer treten, alle Einsatzkräfte sind mobilisiert, um zu helfen. So auch Alexa Jahn, Oberkommissarin der Kripo Weilheim, die am Telefon zahllose Meldungen aufnimmt und Einsätze koordiniert. Vermisste werden gesucht, Verletzte geborgen, schließlich stößt Alexa in einer Schlucht auf einen Toten, der ist aber eindeutig kein Unfall-, sondern ein Mordopfer.

Und auch auf österreichischer Seite ist es nicht langweilig: eine Gruppe Jugendlicher ist auf eine Berghütte gefahren und pflegt keinen Kontakt mehr zu den Angehörigen. Chefinspektor Krammer wird von einem einflussreichen Elternpaar beauftragt, umgehend Ermittlungen anzustellen.

Kurzweilig wie gewohnt, geht es auch beim nunmehr sechsten Fall für Jahn und Krammer zu, Anna Schneiders bildreicher Schreibstil erweckt die Flutkatastrophe zu erschreckend realem Leben. Auf anschauliche Weise schildert die Autorin die Arbeit sämtlicher Hilfsorganisationen und verquickt Szenen ungezügelter Naturgewalt mit authentischer kriminalpolizeilicher Arbeit. Komplizierte Zusammenhänge müssen entwirrt werden, kursiv gedruckte Abschnitte geben dem Leser immer wieder zusätzliche Informationen, welche Alexa und Krammer (noch) nicht zur Verfügung stehen. Aber es wären nicht die beiden Besten an der deutsch-österreichischen Grenze, würden sie nicht selbst herausfinden, was hinter den Rätseln steckt. Dazu gibt es einige Aufregung um Alexas treuen Hund Oskar, der natürlich ebenfalls nicht fehlen darf. Einige private Einzelheiten kommen wieder zur Sprache, lenken aber in keiner Weise vom Geschehen ab, im Gegenteil dadurch wirken die handelnden Figuren umso menschlicher und glaubwürdiger. Nach spannenden Stunden, in denen kaum geschlafen und gegessen wird, finden sämtliche Handlungsstränge einen erfolgreichen und überzeugenden Abschluss, die Reihe selbst aber hoffentlich noch lange nicht.

Lebendige Bilder von erschreckenden Ereignissen halten Betroffene und Leser gleichermaßen in Atem, auch diesen – in sich abgeschlossenen – Fall kann ich mit gutem Gewissen allen Krimifans empfehlen. Die gesamte Reihe von Anfang an verspricht aber garantiert noch mehr Spaß!

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Geheimnisse auf der Insel

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder? von Emily Rudolf

Auf einer kleinen privaten Insel der einflussreichen Familie Waldner soll Cecilia (Lia) als Housesitterin fungieren. So hält sie sich zusätzlich zu ihren Online-Nachhilfestunden finanziell über Wasser seit ihre Mutter gestorben ist. Dass sie ein Geheimnis hütet, wissen ihre Freunde nicht, welche sie übers Wochenende geladen hat, und auch diese spielen nicht mit offenen Karten.

Ein listiges Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf.

Aus abwechselnden Blickwinkeln und mit etlichen Rückblenden im Handlungsverlauf erfährt der Leser diese spannende Geschichte aus Cecilias Leben. Als dieses eine böse Wendung nimmt, ist Nick, ihr Freund aus Kindertagen, eine wichtige Stütze. Allerdings ist er nicht sehr erfreut darüber, dass Lia plötzlich mit dem schnöseligen Millionärserben aus der Familie Waldner ausgeht. Hat sie sich tatsächlich in den arroganten jungen Mann verliebt oder stecken andere Beweggründe dahinter? Viele Erzählstränge müssen miteinander verflochten werden, etliche lose Enden miteinander verknüpft, bis es zu einem passenden Schluss kommen kann. Spannende Szenen wecken die Neugierde und den Wunsch zum Miträtseln, die raffinierte Strategie, einzelne Geschehnisse mehrfach aus unterschiedlichen Sichtweisen zu erzählen, geht voll auf. So wiederholen sich einige Episoden mit größerem Abstand und lassen jeweils ein weiteres Puzzlestück an den richtigen Platz fallen. Die wenigen beteiligten Figuren sind lebendig charakterisiert, die idyllische Privatinsel ein perfekter Schauplatz für allerlei Geheimnisse.

Psychologische Spielchen, Macht und Wissen im Schlagabtausch, Entscheidungen, die je nach Betrachtungsweise gut oder schlecht sein können – von der Housesitterin kann man so Einiges lernen. Leseempfehlung!

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Cöln im Ausnahmezustand

Sündflut 1784 von Marco Hasenkopf

Nach der verheerenden Flutkatastrophe 1784 herrscht in Cöln der Ausnahmezustand, viele Häuser sind fortgerissen, Hab und Gut verloren, natürlich sind auch Menschenleben zu betrauern. Mitten in den Ruinen sucht die Witwe Anna-Maria Scheidt nach brauchbaren Überresten aus ihrer Apotheke und wird prompt des Mordes an einem Advocaten bezichtigt.

Während sie im Kerker darbt, versucht Henrik van Venray, Amtmann für policeyliche Wohlfahrterei, ihre Unschuld zu beweisen.

Mit ebenso akribischer Recherche zur Lebensweise der Menschen im 18. Jahrhundert wie beim Vorgänger Eisflut besticht Autor Marco Hasenkopf und lässt ein bildgewaltiges Schauspiel vor dem Auge des Lesers entstehen. Die Handlung erstreckt sich über die Monate März und April 1784, passenderweise als Lenzing und Launing bezeichnet. Auch sonst ist die Sprache so gewählt, dass man sich in die entsprechende Zeit zurückversetzt fühlt, die sorgfältig verwendeten Ausdrücke für Berufsbezeichnungen, Gewand oder Werkzeuge tun ihr Übriges für die spürbare Atmosphäre. Und schon ist man mittendrin in der aufregenden Geschichte, die in die Stuben der Reichen und Mächtigen führt, aber auch ins hiesige Hurenhaus und ein Netzwerk an Intrigen ans Licht befördert. Obgleich dieser Roman in sich abgeschlossen ist, ist es vorteilhaft, die Hauptfiguren schon aus Eisflut zu kennen, wodurch Zusammenhänge möglicherweise besser greifbar werden.

Mit vielen Einzelheiten zeichnet Hasenkopf eine überzeugende Ansicht von Cöln und dem benachbarten Mühlheim, charakterisiert seine Figuren aufs Genaueste. Der Ablauf der Geschehnisse ist logisch durchdacht und wird auf spannende Art und Weise zu Papier gebracht. Wenngleich die ersten Absätze noch gewöhnungsbedürftig scheinen in ihrer Ausdrucksweise, so taucht man recht schnell ein in die meisterlich eingefangene Stimmung der Zeit. Der Scheiterhaufen ist aufgeschichtet, Venray kämpft gegen Windmühlen und ein Urteil nach dem berüchtigten Hexenhammer – Spannung ist garantiert.

Akribische Recherche, historische Details samt Glossar und geschichtlicher Einordnung im Nachwort, gelungene fiktive Handlung – Sündflut liefert alles, was ein ausgezeichneter Historischer Roman bieten muss, somit auch diesmal eine Leseempfehlung!

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Geisterhafte Weihnachten

Good Spirits von B.K. Borison

Nolan ist seit seinem Tod vor etwa hundert Jahren gefangen in der Welt der Geister. Alljährlich kommt er im Dezember auf die Erde zurück, um schlechte Menschen heimzusuchen und auf den rechten Weg zu bringen. Dieses Jahr wird er zu Harriet gesandt, aber die junge Frau ist doch ein durch und durch guter Mensch? Gemeinsam tauchen die beiden wie ein Wirbelwind in ihre Vergangenheit ein, um diese Mission zu verstehen.

Abwechselnd blicken wir aus Harriets und Nolans Sicht auf die ziemlich surreale Handlung, welche aufdecken soll, warum ausgerechnet diese zwei hier aufeinandertreffen. Harrietts vollgestopfter Antiquitätenladen und die stürmischen Zeitreisen bieten dafür einen gelungenen Rahmen, auch den Bezug zu Weihnachten betreffend. Die Botschaft hinter der Geschichte gefällt mir ebenfalls gut, sowohl Harriet als auch Nolan lernen wesentliche Dinge über sich selbst und dürfen sich weiterentwickeln. Man merkt schon, jetzt kommt ein „aber“: die beiden Figuren konnten mich im Laufe der Kapitel nicht wirklich fesseln in ihrem Tun oder besondere Gefühle in mir auslösen. Die Szenen – besonders im Mittelteil – wirken auf mich wie aufgefädelte Perlen, wiederholen sich, und liefern nicht ganz die humorvolle Unterhaltung, welche ich mir aufgrund anderer Leserstimmen auf der Buchrückseite erwartet habe. Die heißen Liebesmomente hingegen haben mich überrascht, das Ende wiederum gefällt mir ausgesprochen gut.

Ein ungewöhnlicher Weihnachtsroman mit einer süßen Katze, die verbindet.

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Herzliche Stimmung

Schneeflockenfunkeln von Veronika Weiß

Kurz vor Weihnachten reicht Lynn ihre Kündigung ein und quartiert sich in der Kleinstadt Starwood in Colorado bei ihrer Tante Rebecca ein. Da wird sie herzlich aufgenommen und auch sonst herrscht fernab von Seattle eine [Zitat] weihnachtige Stimmung. Wenn da nur nicht die hässlichen Erinnerungen an den abgelegten Job wären und der charmante Tannenbaumverkäufer Miles.

Winterlich-weihnachtlich ist die Atmosphäre im Buch, funkelndes Schneeglitzern, würziger Tannenduft und süßer Keksgeschmack legen sich über unsere Sinne, während wir der Geschichte von Lynn und Miles folgen. Die Romanze muss Hürden überwinden, bevor sie richtig aufflammen kann und könnte gerne noch stärker knistern, währenddessen passieren bei Tante Rebecca und Lynns Eltern wahre Weihnachtswunder. Ein wenig überzogen, aber dennoch liebevoll in Szene gesetzt werden die Tage, an denen ein Adventkalender die Wartezeit verkürzt und die Kälte aus den Herzen vertreibt. Momente zum Schmunzeln – wie zum Beispiel der Bürgermeister und seine Dating-App – erheitern den Leser, die heiße Quelle für ein entspanntes Bad nach der Schneeschuhwanderung weckt Sehnsucht auf ein Wohlfühl-Wochenende und zum Schluss bekommt jeder das, was er verdient.

Wie anhand der Playlist unschwer zu erkennen ist, nimmt auch Taylor Swift einen entsprechenden Platz im Geschehen ein, somit ist dieser Roman für deren Fans bestimmt ein besonders willkommenes Geschenk.

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Unfallfolgen

Unaufhaltsam ehrlich von Catherine Ryan Hyde

Michael ist sieben, als er durch ein entsetzliches Unglück großflächige Brandverletzungen erleidet. Fortan hadert er mit seinem entstellten Körper, verzichtet darauf, sich sommerlich zu kleiden, geschweige denn, schwimmen zu gehen. Zu den körperlichen Narben gesellen sich aber auch seelische, denn seine Eltern geben ihn bald darauf scheinbar leichten Herzens zur Adoption frei.

Erst als Erwachsener kann er sich, ermutigt durch seinen Professor an der Filmhochschule, seinem Schicksal stellen.

Warmherzig und gefühlvoll erzählt Catherin Ryan Hyde die Geschichte von Michael, der schon früh viel ertragen muss. Da ist sein älterer Bruder, der ihn oft hänselt, da sind Eltern, welche ihn „wegwerfen“, seine sichtbaren und unsichtbaren Wunden begleiten ihn ständig durch seine Kindheit und Jugend. Mit neunzehn begegnet der junge Mann Professor Dunning, selbst gezeichnet durch Narben im Gesicht, welche er aber nicht zu verbergen versucht. Nach ernsthaften Gesprächen und durch die Seminaraufgabe, eine kurze Filmreportage zu erstellen, beschäftigt sich Michael erstmals mit seiner Vergangenheit und erkennt, dass seine Sicht der Dinge nicht die alleinige Wahrheit widerspiegelt. Vertrauen, Offenheit und die Akzeptanz seiner eigenen Unvollkommenheit sind nur einige der breitgefächerten Themen, welche dieser Roman anspricht. Mit vielerlei Problemen werden nicht nur die Figuren im Buch, sondern auch die Leser konfrontiert, sodass die Aufarbeitung kaum zu bewältigen ist. Weniger wäre da vielleicht mehr gewesen? Der Umgang mit Unfallfolgen und dem Verlust der leiblichen Eltern wird auf einfühlsame Weise betrachtet ohne sensationslüstern zu wirken. Interessante Gedanken der handelnden Personen und ihre Beweggründe für ihr Tun lässt Abwechslung ins Geschehen kommen und Verständnis entwickeln für die unterschiedlichen Seiten. Die unaufgeregte Herangehensweise an die Geschichte ist ein großer Pluspunkt dieses Romans.

Eine Vielzahl an Fragestellungen findet sich in diesem Buch, wichtige Themen werden aufgegriffen – mit dem ein oder anderen wird man sich als Leser noch länger beschäftigen und eigene Antworten suchen.

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