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Rezensionen von clematis:

Lebensentwürfe

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

Marlen aus Güstrow und Hannah in Berlin sind die zwei Hauptfiguren, um die sich dieser Roman auf zwei Zeitebenen dreht. Während Marlen zum Kriegsende, im Mai 1945, in einem verlassenen Forsthaus Zuflucht sucht, grübelt Hannah im Jahre 2023, wie sie damit umgehen soll, dass ihre beste Freundin aufs Land zieht und ihr Vater nach 34 Jahren plötzlich in ihrem Leben auftaucht.

Zwei höchst unterschiedliche Geschichten, beide mit ihrem eigenen Reiz, welche verbunden sind durch ein verbindendes kleines Ölbild, erzählt Alena Schröder in diesem bunten Roman. Viel Leid, schwere Schicksalsschläge und die Gabe, sich fürs Richtige zu entscheiden, scheinen mir wesentliche Elemente zu sein, dazu die Beziehungen innerhalb einer Familie und die Bürde, welche einem mitunter von seinen Vorfahren mitgegeben wird. Der Erzählfluss ist angenehm, viel schwingt zwischen den Zeilen mit, sodass nicht alles ausgesprochen werden muss, da und dort leidet dadurch allerdings auch die besondere Nähe zu den Figuren, welche ich mir beim Lesen immer wünsche. Die namenlose Leinwand zieht sich wie ein roter Faden durchs Geschehen, bleibt aber in seinem Effekt am Ende hinter den Erwartungen zurück. Die Berührung zwischen den beiden Handlungssträngen bleibt zart wie ein Stückchen Seide, was ich sehr schade finde. Möglicherweise könnte ich das Geschehen besser einordnen, hätte ich die anderen beiden Bücher über Hannah, Silvia und Evelin gelesen, dies war mir leider zu Beginn nicht klar. Die Lebensentwürfe von Marlen und Hannah werden jedoch sehr anschaulich skizziert, was daraus wird … lest selbst!

Mein ganzes Leben wird stimmungsvoll erzählt und besticht durch die leicht melancholische Stimmung in beiden Zeitebenen.

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Die Schornsteinfegerin

Schwarze Schuld von Angela Lautenschläger

Nach dem Tod ihres Vorgängers wird Lena Becker Bezirksschornsteinfegerin von Jork im Alten Land. Dass Hans Moll, der bisherige Rauchfangkehrer, aber tatsächlich so unglücklich vom Dach gestürzt und sofort tot gewesen sein soll, kann sie kaum glauben. Zudem ist der Besitzer desselben Hauses auf seiner Kellertreppe zu Fall gekommen und ebenfalls nicht mehr zu retten gewesen.

Ein bisschen viel Zufall, findet Lena Becker und geht der Sache nach.

Ein idyllisches Städtchen, weitreichende Obstplantagen und überspitzt gezeichnete Charaktere – so der erste Eindruck zu diesem Buch. Polizeiobermeister Timmermann wird immer schon als dümmlich eingeschätzt, sein Name Kevin ist Programm. Zwar gibt es zwei Tote, aber er denkt nicht gleich an Mord, erst Lena, die neue Bezirksschornsteinfegerin, wittert Geheimnisse und Intrigen. So kommt es, dass Becker und Timmermann Ermittlungen anstellen und allerhand Neues ans Tageslicht zerren. Leider stehen Dorftratsch und kuriose Figuren eher im Mittelpunkt als aufregende Krimielemente, die am Titelbild des ebooks angekündigte „Top-Spannung“ will sich zu keiner Zeit recht einstellen. Während die ersten Kapitel eher träge dahinplätschern, tut sich später dann doch ein bisschen mehr, chaotische und unglaubwürdige Szenen mindern das Lesevergnügen aber auch hier so weit, dass die schlüssig zusammenlaufenden Fäden am Ende bei mir kaum Lust auf eine Fortsetzung aufkommen lassen.

Wer eher einen Wohlfühlkrimi mit ungewöhnlichen Hauptdarstellern sucht als klassische Spannung, der wird mit diesem Buch jedoch auf vergnügliche Stunden zählen können.

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Irrwege

Harpers Ferry. Lose Me Once von Christina Kaspar

Fast zwei Jahre nach ihrer überstürzten Abreise aus Harpers Ferry kehrt Emery in ihre Heimat zurück, der Anlass ist traurig, denn ihre geliebte Großmutter ist verstorben. Natürlich trifft sie auch auf Luke und unterdrückte Gefühle wallen wieder auf, aber wie soll sie vergessen, wessen er sich schuldig gemacht hat? Liebe kämpft gegen Moral, Irrwege sind vorgezeichnet, wenn man schweigt.

Auf unterschiedlichen Zeitebenen, welche sich langsam einander annähern, erzählt Christina Kaspar diesen Roman und schafft es geschickt, gewisse Geheimnisse bis zum Ende zu bewahren. So bleibt sie Spannung durchgehend hoch und das Knistern zwischen Emery und Luke spürbar. Während die ersten Kapitel aufgrund der Zeitwechsel etwas verwirrend sind und man sich erst in die Situation hineinfinden muss, wird die Handlung im Laufe der Zeit immer fesselnder, die Nähe zu den Figuren größer. Liebevolle Details zur Kleinstadt mit ihren einzelnen Handwerken, Grannys Töpferei und der Umgang miteinander ist sehr gut gelungen und plastisch vorstellbar, ebenso ist die Gefühlswelt von Emery und Luke schön nachzuvollziehen. Vielleicht hätte die Anziehung zwischen den beiden da und dort noch deutlicher werden können, dafür überrascht die psychologisch-kriminalistisch angehauchte Ebene umso mehr mit ihren unvorhersehbaren Wendungen. Auch die letztendliche Auflösung finde ich durchaus passend.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich recht gut in Harpers Ferry angekommen und habe die langsame Annäherung an die Wahrheit tatsächlich genießen können. Leseempfehlung eher für jüngeres Publikum.

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Funkeltage

Winterglück und Inselzauber: Ein Weihnachtsfest auf Borkum von Claudia Schirdewan

Oma Thea hat mit ihrem Enkelsohn Leon stets Funkeltage verbracht in der Vorweihnachtszeit, mit ihm gebacken und gebastelt. Nun ist die Großmutter tot, die Freude auf das zauberhafte Fest getrübt und aufgrund eines Schneesturms auch noch die Reise ins Allgäu zu den Verwandten abgesagt, denn der Fährverkehr ist eingestellt und die Nordseeinsel Borkum vom Festland abgeschnitten.

Umgekehrt sind auch die Feriengäste der Pension Meereszauber, welche Leons Mutter Julia führt, auf der Insel gefangen. Notgedrungen richten sich Julia und ihre vier Gäste darauf ein, die Feiertage gemeinsam auf dem eingeschneiten Eiland zu verbringen.

Eine zauberhafte Geschichte mit tiefwinterlichem Flair eröffnet sich hier dem Leser, besonders der sechsjährige Leon wächst einem gleich ans Herz. Aber auch alle anderen Figuren überzeugen durch ihre realitätsnahe Zeichnung, selbst wenn sie auf den ersten Blick unnahbar wirken. Das Schicksal zwingt ein pensioniertes Ehepaar, eine aufstrebende Sängerin und einen gestressten Managertypen dazu, auf Borkum zu bleiben, da will Julia wenigstens das Beste herausholen aus der misslichen Lage. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn der Sohn um die geliebte Oma trauert und zwei von den Pensionsgästen alle naselang nervös die Internetverbindung überprüfen, weil sie daheim wichtigen Plänen nachgehen wollen. Der herzliche Schreibstil, das erzwungene Innehalten im allzu flotten Lebensfluss, die vorweihnachtliche Stimmung und das Blitzeis sorgen für ausreichend Abwechslung, jede einzelne Person muss danach trachten, etwas aus der angespannten Situation für sich mitzunehmen. Dies darzustellen gelingt Claudia Schirdewan auf unterhaltsame Weise, sodass der Roman rasch gelesen ist. Die Länge mit knapp 300 Seiten ist perfekt gewählt, weder kommt Langeweile auf, noch bleiben Fragen offen. Ob zu Weihnachten tatsächlich wieder alles funkelt?

Wie Notlagen das Leben verändern können und wie eine Geschichte mit Romantik und Tiefgang gleichzeitig punkten kann, das erleben wir hier auf Borkum. Leseempfehlung!

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Der Pferdeprinz

Kein Schwede ist auch keine Lösung von Karin Lindberg

Emily Bishop ist seit sechs Monaten in Dubai und startet nun voll durch mit ihrer humorvollen morgendlichen Radiosendung bei Dubai Eye. Dabei nimmt sie durchaus einmal eine bekannte, in der Öffentlichkeit stehende Person aufs Korn, aktuell den Schweden Sven Lundström, der zwei stilvolle Luxushotels und ein Pferdegestüt betreibt und daher eher spöttisch als „Pferdeprinz“ abgekanzelt wird.

Für sein neuestes Projekt sucht Lundström einen Investor und stimmt der Idee seines PR-Managers zu, eine Reportage direkt aus einem seiner Hotels zu senden. Dass Dubai Eye ausgerechnet Emily schickt, hat er dabei nicht einkalkuliert.
Voller Humor und doch auch mit Tiefgang erzählt Autorin Karin Lindberg diese dritte Geschichte vor der atemberaubenden Kulisse Dubais. Neben Glanz und Glamour gibt es auch typisch nordeuropäisches Flair und exotische Gewürzdüfte in den engen Gassen des alten Souks. Ein paar alte Bekannte, samt Pferdedame Sundancer, trifft man natürlich auch und ist als Kenner der Reihe „Sand & Sweethearts“ schnell wieder mitten im Geschehen, das Buch lässt sich aber ebenso für sich allein bestens lesen. Die Handlung mit der Radiomoderatorin Emily Bishop und dem Hotelmagnaten Sven Lundström ist überaus unterhaltsam und gerade, als man denken möchte, alles bestens, nimmt das Schicksal eine Wende. Lindberg versteht es ausgezeichnet, auch die Gefühlswelt ihrer Figuren darzustellen und romantische Szenen einzuflechten, die sogar in der heißen Wüste Herzen höher schlagen lassen.
Lindbergs Liebe zu Land und Leuten ist in jeder Zeile spürbar, so lebendig und authentisch verfasst sie ihre Romane vor der abwechslungsreichen Kulisse Dubais. Dass ihre Figuren – zumindest die meisten – so sympathisch sind, ergibt sich von selbst. Eine – gedankliche – Reise nach Dubai zu Emily und Sven kann ich also nur empfehlen!

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Dunkler Tann

Rostiges Grab von Anders de la Motte

Im Wald Rostskogen, düster und mystisch, möchte ein ein Youtuber-Paar Bilder eines besonderen Lost Places aufnehmen, eines Ortes nämlich, an dem ein Mord geschehen ist. Mitten ins Vorhaben platzt aber plötzlich eine sagenähnliche Gestalt, in Händen einen abgetrennten Finger, geschmückt mit einem Ring.

Tatsächlich gehört der Finger zu jener Frau, die zehn Jahre zuvor hier getötet worden ist und wiederum an das Graumädchen, eine uralte Moorleiche erinnert. Wer sonst, wenn nicht Leo Asker mit ihrem Team aus der Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen, kann hier Licht ins Dunkel bringen?

Wie schon bisher besticht Anders de la Motte in seiner Leo Asker-Reihe durch die Atmosphäre, hier der dunkle Tann, und die speziellen Schauplätze, Lost Places, für die Martin Hill ausgewiesener Experte ist. Darüber hinaus soll die gewitzte Leonore ja eigentlich im ersten Untergeschoss des Dezernats für Kapitaldelikte ruhiggestellt werden, damit sie nicht wieder jemandem auf die Zehen treten kann, aber das ist mehr Wunschdenken vom Polizeipräsidenten, denn Leo findet immer einen Weg. Das hohe Tempo mittels häufiger Szenen- und Blickwechsel könnte Neueinsteiger vielleicht etwas irritieren, die Figuren rund um Leo sind nämlich alles andere als konventionelle Ermittler – wer sie und Askers Vorgeschichte kennt, tut sich vermutlich etwas leichter. Zu Beginn lesen wir düstere Legenden, die sich um Moorleichen und später um üble Jägerpartys ranken, zwischendurch bekommt das Graumädchen eine Stimme und auch Hills und Askers private Probleme werden geschickt in die Handlung eingeflochten. Knifflige Nachforschungen, vermeintliche Zusammenhänge und Personen, die ganz aus dem Hintergrund die Fäden ziehen, lassen die Spannung stets auf hohem Niveau halten und Leo möglicherweise die längst ersehnte Beförderung wieder verpassen. Wer weiß, wir müssen uns in Geduld üben bis zur Fortsetzung.

Sprachlich überzeugend, inhaltlich gut durchdacht, packende Kulisse – alles, was ein fesselnder Thriller bieten muss, somit spreche ich auch für Band Nummer 3 eine Leseempfehlung aus.

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Kruse kontert aus dem Krankenhaus

Lügen auf Friesisch von Thomas Herzberg

Polizeichef Kruse muss ins Krankenhaus, lässt sich aber dennoch nicht davon abbringen, einen Ermittlungsfall zu leiten. Wer kann schon wissen, ob Michaela Greve und Ulf Weingärtner ordentliche Arbeit abliefern? Aktuell liegt nämlich ein Mordfall vor, der Leiter des Restpostenmarktes in Husum wurde blutüberströmt gefunden.

Pikantes Detail in dessen Lebenslauf: elegante Designerstücke im Zweitspind und der Verdacht auf geheime Liebschaften am Abend, während er seiner Familie geschäftliche Verpflichtungen vortäuscht.

Ein spannender Kriminalfall erwartet die geneigte Leserschaft, allein der mürrische Kruse kann einem den Spaß an den teils schleppenden Ermittlungen vereiteln. Seine üble Laune und sein machohaftes Gehabe gegenüber Krankenhaus- und Polizeipersonal überspannen oft den Bogen und lassen den vermeintlichen Spaß zum Galgenhumor werden. Ein flotter Schreibstil und die abwechslungsreiche Motivsuche machen zwar einiges wieder wett, aber ein unangenehmer Beigeschmack bleibt leider erhalten.

Auffällige Charaktere, eine Polizistin, die ihr Potential nicht entfalten darf und viele Nebenschauplätze überlagern die spannenden Momente in diesem Regiokrimi. 3 Sterne.

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Schneewittchen

Die weiße Nacht von Anne Stern

Berlin, Hungerwinter 1946/47: Lou Faber streift wie so oft frühmorgens durch die bitterkalte Stadt, um Fotomotive zu finden und dann Abzüge ihrer Bilder an ein Magazin zu verkaufen. Als sie sich einer schneebedeckten Ruine nähert, entdeckt sie einen starren Körper – eine weibliche Leiche, die friedlich aufgebahrt im unschuldigen Weiß liegt und mit ihren schwarzen Haaren an Schneewittchen erinnert.

Der eilig hinzugezogene Kommissar Alfred König sieht sich alsbald mit einer schwierigen Ermittlung konfrontiert, denn im unter den Besatzungsmächten viergeteilten Berlin und der Scheinheiligkeit nach dem verlorenen Krieg steht er vor einer Wand des Schweigens.

Aufregend und mit der großartigen Atmosphäre einer beklemmenden Vorweihnachtszeit zieht mich dieser Kriminalroman schon nach wenigen Sätzen in seinen Bann. Bis zum letzten Glockenschlag der Neujahrsnacht, welche das Ende dieses fesselnden Serienstarts markiert, kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und bin auch danach noch völlig überwältigt von den Schlag auf Schlag folgenden Geschehnissen und den verschiedensten Blickwinkeln, welche Anne Stern auf eloquente Art und Weise beleuchtet. Die furchtbare Zeit im zerbombten Berlin ist auf großartige Weise eingefangen, die Not an Essbarem und an Heizmaterial ist greifbar, die Überlebensstrategie eines jeden so individuell wie der einzelne Mensch selbst. Mittendrein in diese spannende Kulisse fügt sich alsbald ein höchst bemerkenswerter Mordfall, der schwer aufzuklären scheint, mangelt es doch der Polizei nicht nur an personellen, sondern auch an materiellen Ressourcen jeglicher Art. So ist es nicht zuletzt Lous Fotos zu verdanken, dass die Ermittlungen neue Anstöße bekommen, welche die Nachforschungen auf geschickt verdeckte Missstände während der Kriegsjahre lenken.

Überzeugende Figuren und penible Recherchearbeit lassen diesen Krimi zu einem überaus realistischen Zeitbild werden, das offene Ende schürt Ungeduld beim Warten auf die Fortsetzung. Klare Leseempfehlung für Freunde des Historischen Kriminalromans mit fundierten geschichtlichen Details!

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Weihnachtszauber

Die Farbe von Schneeflocken von Larissa Schira

In der Kinderklinik treffen Letti und Matteo aufeinander, allerdings nicht als Patienten, sondern als freiwillige Helfer – wobei Matteo allerdings nicht ganz so freiwillig dabei ist. Mitten in den Vorbereitungen für ein zauberhaftes Weihnachtsfest im Krankenhaus muss die 16jährige Letti erfahren, was der wahre Grund für Matteos Anwesenheit ist, die anfängliche Zuneigung zu dem um ein Jahr älteren Burschen verflüchtigt sich im Nu.

Nicht nur ihre unterschiedlichen Lebenswelten, sondern auch diese Geheimniskrämerei droht alles an den neuen Gefühlen zu zerstören.

Mit wunderbaren Perspektivwechseln zwischen Lettis und Matteos Sicht und hübschen Symbolen zu den Kapitelanfängen weckt Larissa Schira recht schnell die Neugierde auf die Geschehnisse in dieser vorweihnachtlichen Geschichte. Während Letti aus einer scheinbar heilen Familie ausbrechen möchte und daher den Freiwilligendienst in der Kinderklinik antritt, bleibt Matteos Motiv noch unklar. Fest steht jedoch, dass es vielschichtige Spannungsfelder gibt, sei es Lettis Ablehnung jedweden Weihnachtstrubels während Matteo munter Last Christmas vor sich hinträllert, seien es die konträren Herkunftsfamilien, aus welchen die beiden Teenager stammen. Aber nicht nur untereinander, auch innerhalb ihres ganz persönlichen Umfeldes bauen sich die dunkel dräuenden Wolken langsam zu einem Gewitter auf. Ob da der Weihnachtsmann oder das Christkind noch helfen können?

Viele sympathische Figuren müssen (fast zu) viele Probleme auf einmal lösen. Mit einem empathischen und warmherzigen Schreibstil lässt die Autorin Kinderherzen höher schlagen und erwartungsvolle Augen leuchten, nicht nur bittere Medizin, sondern auch Liebe, Zuversicht und Hoffnung können heilen. Ein Roman über Mut und Vertrauen, besonders für junge Leser.

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Bei Tag und bei Nacht

He Sees You When You´re Sleeping von Alta Hensley

Bei Tag ist Chloe die zuverlässige Influencerin und Markenbotschafterin für hochwertigen Schmuck, bei Nacht jedoch verwandelt sie sich in eine leidenschaftliche Femme fatale auf ihrem Account von Dark Secrets. Sie hat alles im Griff und hält diese beiden Welten strikt auseinander, was sie aber nicht weiß: jemand kennt dieses dunkle Geheimnis und beobachtet Chloe schon lange.

Vor dem Weihnachtsfest tritt dieser Jemand aus seinem Schatten.

Eine weihnachtlich passende Rahmenhandlung umgibt die Geschichte vom süßen Mädchen von nebenan und von Jack, dem freundlichen Feuerwehrmann. Die düsteren Seiten der beiden kommen aber immer mehr zum Vorschein. Stimmungsvolles Lichterfunkeln versteckt sich immer wieder hinter geheimnisvollen Szenen abgründiger Leidenschaft, wobei die erotischen Momente stets lebendig, aber nie geschmacklos werden. Gut gelungen sind neben den typischen Darstellungen eines Dark Romance – Romans auch die beiden Hauptfiguren mit ihren zwei Seelen in der Brust, da die reizende Schmuckfluencerin, dort die ruchlose Verführerin, da der hilfsbereite Nachbar in Uniform, dort der besessene Stalker. Alta Hensley schreibt fesselnd im wahrsten Sinne des Wortes und bringt die (nicht immer ganz logische) Geschichte zu einem runden Abschluss.

Aufregende Lebenswelten sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung – Triggerwarnung und Alterslimit beachten!

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