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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von clematis:

Zu Hause

Strandblickküsse von Karin Wimmer

Seit dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern leitet Romy das Hotel Strandblick in Sterenholm an der Ostsee. Hier ist sie zu Hause, das Hotel gleichsam ihre Familie. Ganz anders verbringt Benito Mancuso sein Leben, er reist kreuz und quer über den Erdball, um ausgezeichnetes Personal abzuwerben und ist zurzeit im Strandblick abgestiegen, um einerseits seine Schwester zu besuchen und andererseits Romys Barkeeper nach Nizza zu locken.

Mit dem energischen und dennoch charmanten Auftreten der Hotelbesitzerin hat der temperamentvolle Italiener aber nicht gerechnet.

Dieser ausgezeichnete Roman wechselt in regelmäßiger Abfolge zwischen den Blickwinkeln von Romy und Ben hin und her. Das malerische Urlaubsflair an der Ostsee, die sprühenden Funken und der wohldosiert eingestreute Humor versetzen den Leser in beste Stimmung und lassen alle Sorgen für ein paar Stunden verschwinden. Ein flotter Schreibstil führt uns durch bildreiche Szenen, Charaktere wie aus dem echten Leben mit Stärken und Schwächen verzaubern uns durch ihr gut nachvollziehbares Verhalten. Was alle rundherum bald zu wissen glauben, bleibt für Romy und Ben lange ein Geheimnis. Die große Frage ist, was und wo ist „zu Hause“.

Obwohl es sich bereits um Teil 9 einer Reihe handelt, kann man auch als Neueinsteiger gut der Handlung folgen, neugierig bin ich aber nun doch auf weitere Bände der Sterenholmserie. Strandblickküsse vereinen Urlaubsflair, Romantik und Humor zum perfekten Lesevergnügen. Ich empfehle das Buch von Herzen gerne weiter.

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Sei du selbst

Under the Vineyard Sky - Wenn wir endlich echt sind von Lea Zander

June ist enttäuscht, beim Kunstwettbewerb nicht weitergekommen zu sein und sucht Zuflucht bei ihrer Freundin Liv. Deren Bruder Felix wiederum kämpft mit der Last, das väterliche Weingut übernehmen zu müssen, einer generationenlangen Tradition, welcher er sich nicht gewachsen fühlt. Zwei junge Menschen, ein Sommer und der Weg zu sich selbst.

Josephine, lieber June genannt, und Felix sind die gut gezeichneten Hauptfiguren, um die es in dieser liebevoll erzählten Geschichte geht, denn beide haben mit Problemen zu kämpfen, sollen sie doch den Erwartungen ihrer Eltern folgen und einen jeweils vorgezeichneten Weg gehen. Vor der malerischen Kulisse eines Weingutes erwartet und ein Sommer voller Schmerz, aber auch voller Hoffnung, seine eigenen Wünsche und Ziele zu definieren und diesen schrittweise näherzukommen. Während der Anfang eher nüchtern und distanziert anmutet, so entwickelt sich die Handlung in der zweiten Hälfte spürbar emotionaler und lebendiger, sodass man June und Felix, aber auch einige andere Figuren durchaus ins Herz schließen kann. Schöne Erkenntnisse und ein hoffnungsfroher Ausblick runden das Ganze schlussendlich schön ab.

Mit ihrem sehr einfühlsamen und vom Thema her überzeugenden Schreibstil punktet Lea Zander jedenfalls und bekommt daher eine Leseempfehlung!

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Unter Strom

Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher

Erst zerstört ein Flammenmeer das Wiener Ringtheater und damit auch hunderte Menschenleben, dann stirbt eine Tänzerin. Kurz darauf erteilt Kaiserin Sisi ihrer Kammerdienerin Liesel und dem Hoffotografen Angerer eigennützige Aufträge, um im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Während der hawaiianische König David Kalākaua und seine Schwester Lili auf ihrer Weltreise Wien besuchen, geht es also turbulent zu, alles steht förmlich unter Strom.

Kann es sein, dass es hier Zusammenhänge gibt, welche nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind?

Auch der zweite Band rund um Liesel und Angerer führt uns ins kaiserliche Wien in den 1880er-Jahren, wo gerade ein Streit darüber entbrennt, ob man an den bewährten Gaslampen festhalten oder doch Edisons neuartige Glühbirnen installieren solle. Selbstverständlich stehen Kaiser Franz Joseph und Sisi – wieder einmal – auf unterschiedlichen Seiten, wenn das Wort Strom fällt. Mit vielen Details zum Thema Elektrizität, zu hawaiianischen Traditionen und natürlich zu den unterschiedlichsten Gefolgsleuten am Wiener Hofe unterhält uns Schriftsteller Tom Sacher in diesem Krimi, denn Leichen gibt es ebenfalls. Eine Prise Humor darf nicht fehlen, genauso wie tierische Verstärkung, diesmal in Form eines Elefanten, um welchen sich Lieserl mit ihrer Erfahrung als einstige Ziegenhirtin und naturgegebenem Menschenverstand kümmern muss. Obwohl sie nie lesen und schreiben gelernt hat, kombiniert sie blitzschnell, nur der gewitzten Kaiserin hinkt sie gedanklich immer einen Schritt hinterher. Dennoch gelingt die Lösung nach einiger Aufregung und wir statten noch kurz einen Gegenbesuch in Hawaii ab.

Auf bemerkenswerte Weise lässt Sacher reale Ereignisse nahtlos in seine fiktive Geschichte einfließen, erzählt viel Interessantes ohne belehrend zu wirken. Historisch verbürgte Personen erleben spannende Auftritte im Geschehen und geben dem Ganzen dadurch seine spürbare Lebendigkeit.

Was bleibt am Ende? Ein genialer Kriminalroman, entstanden aus genauer Recherche und blühender Phantasie, welcher uns Leser für einige Stunden eintauchen lässt in die funkensprühende Zeit von Kaiserin Sisi. Lesenswert!

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Elbmädchen

Stromlinien von Rebekka Frank

Die Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen auf, beobachten Kormorane und Austernfischer, während sie die Jahre zählen, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis entlassen wird. Aber nichts wird an diesem Tag so sein, wie die beiden mittlerweile siebzehnjährigen Elbmädchen es erwarten, denn plötzlich sind Alea und Jale spurlos verschwunden.

Von 2025 bis zurück ins Jahr 1923 erstreckt sich diese ebenso ruhige wie aufwühlende Geschichte, welche Rebekka Frank auf drei großen Zeitebenen erzählt. Während man anfangs kaum ahnt, wie die einzelnen Handlungsstränge denn zusammenhängen, so erschließt sich dem Leser nach und nach die Details, welche das große Puzzle schlussendlich zusammenfügen. Mit ihrer angenehmen Sprachmelodie spiegelt die Autorin das Wesen der Marschlande ausgezeichnet wider, beschreibt sie die geheimnisvolle Atmosphäre der weiten Ebenen und der tückischen Flussläufe auf bestens vorstellbare Art und Weise. So erleben wir die etwa hundert Jahre hautnah, tauchen tief ein in die Gefühlswelt der überaus realistisch dargestellten Figuren und erfahren zudem noch von einigen historisch belegten Ereignissen, welche geschickt in den Handlungsverlauf eingewoben sind.

Mehrere Generationen, Schuld und Strafe, Verantwortung und Liebe – das und noch viel mehr wird auf 500 Seiten thematisiert. Ein Rösselsprung durch Land und Zeit hat mich an jedes einzelne Kapitel gefesselt und mich ebenso fasziniert wie der zuvor erschienene Roman „Spiegelland“. Eine klare Empfehlung für jene Leser, die sich gerne in Naturbeschreibungen und Familiengeheimnissen verlieren.

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Rache

Sunshine Man von Emma Stonex

Nach 18 Jahren wird Jimmy Maguire aus dem Gefängnis entlassen. Auf diesen Moment hat Birdie Keller die ganze Zeit gewartet, denn endlich kann sie ihre Pläne nach Rache umsetzen, den Mord an ihrer Schwester sühnen.

Birdie erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form, auch Jimmys Blickwinkel wird in etlichen Kapiteln eingenommen.

Da der Lebensweg mancher Figuren recht ähnlich verläuft und zudem immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt wird, wirkt der Handlungsverlauf zuweilen etwas verwirrend, nicht immer ist zu Beginn einer Szene klar, um wen es gerade geht. Den durchaus interessanten Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung stehen düstere Schauplätze im Gefängnis entgegen, ebenso wie verstörende Ereignisse im Laufe so mancher skizzierter Kindheit. Hat nicht jedes Kind ein Recht auf Liebe, steckt nicht in jedem Verbrecher ein guter Kern? Wodurch wird ein Mensch zum Mörder? Warum wachsen auch Kinder ohne leibliche Eltern meist zu friedvollen Erwachsenen heran? Viele Fragen werden aufgeworfen, einige davon auch beantwortet, das unerwartete Ende wirkt dann durchaus stimmig.

Eine durchwegs düstere Atmosphäre beherrscht diesen Roman, im Vergleich zu Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ fehlt mir hier eine gewisse Lebendigkeit. Trotz allem ist die Themenwahl ausgesprochen interessant, ist die Bedeutung familiärer und freundschaftlicher Beziehungen sehr gut dargestellt.

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Hinter Masken

Das Glück beginnt in Istrien von Silvia Trippolt

Der Verlobte sitzt hinter Gittern, gleichzeitig hat Linda Wohnung und Job verloren. Kurzerhand setzt sie sich in Graz in ihren Fiat Panda und steigt aufs Gas. Irgendwo im Wald in Istrien ist dann plötzlich das Benzin aus und ein mürrischer Trüffelsucher hält sie für eine betrunkene Verrückte.

Humorvoll beginnt diese Geschichte, die Sachen zum Lachen ebenso für ihre Leser bereithält wie tiefgründigere Problemfelder, welche sich im Laufe des Geschehens offenbaren.

Klar ist jedenfalls, dass nicht alle so glücklich sind, wie es auf den ersten Blick scheint, ein „jeder Mensch trägt eine Maske“ [kindle, Pos. 3487], so die Pensionsbesitzerin Daria. Zwischen lustigen Szenen, etwa in Mateas Boutique, engen Gässchen in Rovinj und dem Rauschen des Meeres lernen wir die einzelnen Figuren besser kennen, mit liebevollen Details wird das typische Flair Istriens hervorgehoben. Dackel Pino ist ein weiterer Pluspunkt, löst er doch immer wieder unterhaltsame Ereignisse aus. Die Emotionen könnten vielleicht noch spürbarer sein, die Liebesgeschichte mehr knistern, die letzte Szene am Meer gleicht aber vieles wieder aus und auch das Ende kommt recht stimmig daher.

Ein Roman zum Wohlfühlen, eine Atmosphäre wie im Urlaub und einige tiefgreifende Gedanken – ein gelungener Mix für vergnügliche Lesestunden und Neugierde auf Mehr.

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Unter Verdacht

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Juliane, meist nur Juli genannt, ist verschwunden, bald gehen Familie und Polizei von einem Verbrechen aus, unter Verdacht gerät ausgerechnet der eigene Vater. Während dieser also im Gefängnis auf die Anklage wartet und die Mutter in einer schweren Depression versinkt, bleibt es an Julis jüngerer Schwester Anna hängen, sich um den kleinen Bruder Leon zu kümmern.

Gleichzeitig begibt sie sich alleine auf die Suche nach der Wahrheit.

Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.

Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.

Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.

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Silberne Konfirmation

Akte Nordsee - Die letzte Predigt von Eva Almstädt

Zur Silbernen Konfirmationsfeier wird in Estherwieck geladen, kurz darauf ist der Pastor tot. Er galt als sehr zurückgezogen seit dem Tod seiner Frau, ist gerne allein im Watt spazieren gegangen. Ist er vielleicht aus Unachtsamkeit frühmorgens vom Weg abgekommen? Hat ihn ein Priel überrascht? Oder war es am Ende gar kein Unfall sondern Mord?

Viele Fragen stellt man sich seitens der Polizei, noch mehr Rätsel werden aufgeworfen, als eine der ehemaligen Konfirmandinnen im Sand vergraben aufgefunden wird.

Der Journalist Niklas John gerät ins Visier der Ermittler und sucht Hilfe bei Anwältin Fentje Jacobsen, obwohl diese im Moment gar nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Ein verstörender Fall, bei dem erst recht spät die zu erwartende Spannung aufkommt, auch die Hintergründe zur Tat scheinen ziemlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Dennoch ist es natürlich für Kenner der Serie schön, alte Bekannte wiederzutreffen und dem „ewigen Geplänkel“ zwischen Fentje und Niklas zuzusehen. Auch Katze Blofeld wird ihr angestammter Platz eingeräumt, sodass der neue Tierarzt Otto von Venen ins Spiel kommen kann, während man Großmutter und ihre Süßspeisen diesmal nicht so sehr in den Vordergrund rückt.

Es sind also die realistisch gezeichneten Figuren rund um Fentje und Niklas, welche die Handlung tragen, auch der angenehm dahinfließende Schreibstil Almstädts und die Atmosphäre an der Nordsee gefallen mir immer wieder. Trotz einiger Kritikpunkte bin ich natürlich neugierig, welche Fälle hier künftig aufzuklären sind.

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Sorgenleben

Wenn die Wellen uns berühren (Liebesroman) von Josefine Weiss

Der weite Weg zu Gold und Glück

Tanz der Ahornblätter von Sarah Lark

Die adelige Vivian lässt sich von der Abenteuerlust des Stallmeisters Ross anstecken und bucht mit dem weit unter ihrem Stand stehenden jungen Mann kurzerhand eine Schiffspassage von England nach Kanada, um ihr Glück auf den verheißungsvollen Goldfeldern zu suchen. Dass der Weg weiter und sehr viel beschwerlicher ist als gedacht, stellt sich natürlich erst auf der Reise heraus.

In zwei großen Handlungssträngen, welche im Laufe der Kapitel zusammengeführt werden, erzählt Sarah Lark auf beeindruckende Weise, wie es den Auswanderern und Abenteurern um 1860 wohl ergangen sein mag. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass einigen Figuren im Buch historisch belegte Personen als Vorbild gedient haben und viele wahre Begebenheiten in die fiktive Handlung miteingeflossen sind. Zudem sind es die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und die vielen kleinen Details zum Land und zur indigenen Bevölkerung, welche dem Roman seine Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Einer – für mich – unvorstellbaren Reise folgt eine aufregende Zeit des Goldschürfens, welche jedoch ernüchternd ist aufgrund des geringen Ertrages und der schwierigen Lebensumstände weitab der gewohnten Zivilisation. Weitere interessante Themen bereichern die Geschichte, seien es Tanz und Theater, Pferde und Wettrennen und natürlich die Beweggründe, welche überhaupt erst den Goldrausch ausgelöst haben.

Epische 600 Seiten, welche die Zeit im Nu verstreichen lassen, begeistern durch bildhafte Beschreibungen, bestens charakterisierte Personen und eingehende Recherche, sodass das Lesen dieses Romans zum wahren Vergnügen wird. Wann folgt Band 2 der Kanada-Dilogie?

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