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Rezensionen von clematis:

Der Direktor

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Der Direktor der Riverburg High hat ein ganz spezielles „Hobby“: jedes Jahr zu Schulbeginn sucht er sich eine Schülerin der Abschlussklasse aus, um mit ihr Sex zu haben. Dieses Jahr wählt er Hazel Greenberg Blum, die er schon vom hiesigen Schwimmbad kennt, aber, anders als bisher, erntet Richard White eine Abfuhr.

Was Hazel mit ihrem „Nein“ in Bewegung setzt, wird ihr erst viel später klar.

Mit ihrem eingängigen Schreibstil zieht mich Jesica Berger Gross sehr schnell in den Bann ihrer Zeilen und weckt meine Neugierde auf das Geschehen im beschaulichen Riverburg, wohin Hazel mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder Wolf gerade übersiedelt ist. Weg vom nie zur Ruhe kommenden Brooklyn möchte sich die Familie hier eine neue Existenz aufbauen, ein eigenes Häuschen kaufen und die Kinder in ganz gewöhnliche staatliche Schulen schicken. Aber schon am ersten Schultag gerät Sand ins Getriebe mit dem ungebührlichen Verhalten des Highschooldirektors und der – sollte man meinen – ganz selbstverständlichen Antwort der neuen Schülerin. Mit viel Respekt vor den dargelegten schwierigen Themen und dem nötigen Maß an Humor geht die Autorin an die Geschichte heran und erzählt recht eindrucksvoll, welche Auswirkungen ein einziges Wort nach sich ziehen kann. Ihr Nein verändert nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie und – was mir besonders gut gefällt – wird der Blick auch auf die Familie des Direktors gerichtet, um zu sehen, was dort alles in Bewegung gerät. So werden unterschiedliche Szenen beleuchtet, auf überaus realistische Weise kann man sich in die Lage verschiedenster Figuren hineinversetzen. Die Entwicklung einzelner Personen ist überzeugend ausgearbeitet und auch eine Änderung einer einmal gefassten Meinung kein Weltuntergang.

Ein Roman für mehr Mut, zu seinen Überzeugungen zu stehen und dadurch die Welt – oder zumindest ein kleines Eck davon – ein wenig menschlicher zu gestalten. „Retten Sie die Welt! Wenigstens die Ecke, in der Sie leben!“ [kindle, Pos. 2679]

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Liebe ohne Worte

Das Lavendelkloster von Alexander Oetker

Mitten in den Lavendelfeldern der Provence treffen ganz unterschiedliche Menschen im Schweigekloster aufeinander. Sie suchen einen Weg zu sich selbst, Lösungen für innere Konflikte und Abstand zum Alltag. Julien und Emma finden überdies noch einander, in der Stille der Woche entsteht eine besondere Zuneigung.

Aber wird so eine Liebe ohne Worte auch fortan existieren können?

Überwiegend aus dem Blickwinkel der beiden Hauptfiguren, Julien und Emma, erzählt Autor Alexander Oetker diese einzigartige Geschichte. Er ist ein Meister der Beobachtung und schildert wunderbare Details, sodass man auch als Leser vollkommen eintauchen kann ins Geschehen. Die Menschen sitzen nicht einfach irgendwie in der Leseecke, nein, man erfährt genau, wer wie sitzt, die Beine beispielsweise fest am Boden abgestellt oder locker übereinandergeschlagen, der Blick ins Buch vertieft oder durch den Raum schweifend. Im Speisesaal werden einfache Gerichte angeboten, dennoch läuft einem schnell das Wasser im Munde zusammen, wenn man Oetkers Beschreibungen folgt, die saftigen tiefroten Tomaten vor Augen hat und der dunkle Thunfisch sein Meeresaroma am Gaumen entfaltet. Ähnlich verhält es sich mit den Beziehungen unter den einzelnen Teilnehmern der Schweigewoche. Perfekt bringt Oetker die Veränderungen auf den Punkt, welche durch die Kommunikation ohne Sprache zutage tritt. Verblüffende Erkenntnisse offenbaren sich hier, besonders die Intensität, welche die Verbindung zwischen dem Geschäftsmann und der geheimnisvollen Frau kennzeichnet. Auf ungeahnte Weise wird der Leser in den Bann der Zeilen gezogen, darf er miterleben, wie sich die Stille auf das Erleben und die Selbstwahrnehmung der zehn Gäste auswirkt.

Ein großartiges Erlebnis bietet dieser tiefgründige Roman, die Ruhe aus der Geschichte legt sich über die Zeit des Lesens und lässt einen ein wenig der Veränderung auch selbst spüren. Liebe ohne Worte, Sprechen mit den Augen – das sollte man durchaus einmal probieren. Wer das Ungewöhnliche sucht, gepaart mit einem phantastischen Schreibstil, der muss ins Lavendelkloster kommen. Absolute Empfehlung meinerseits!

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Drei Männer um Linda

Ein Sommer auf Malta von Marlies Ferber

Linda will eigentlich nach einer herben Enttäuschung einen Sommer ohne Mann verbringen, sich nur auf ihren neuen Job als Sprachlehrerin auf Malta konzentrieren. Aber drei Männer machen der jungen Frau einen Strich durch die Rechnung, eine Flugzeugbekanntschaft, ein Sprachschüler und ihr Ex stolpern immer wieder in ihren Alltag.

Ob sich Linda für einen entscheiden wird oder ihr Vorhaben umsetzt, die Zeit auf Malta allein zu verbringen?

Mit diesem humorvollen Roman bringt Marlies Ferber locker-leichte Unterhaltung in den Alltag der Leser und lässt uns miträtseln darüber, ob einer der Männer das Rennen um Lindas Gunst gewinnt oder ob sich jeder selbst aufgrund seines Auftretens ins Aus katapultiert. Vor Maltas malerischer Kulisse spielt die kurzweilige Handlung, welche bis zum Ende verschiedenste Varianten realistisch erscheinen lässt und dabei nicht nur Linda mitunter in die Irre führt. Dabei erleben wir einen turbulenten Flug Richtung Malta, chaotische Hochzeitsvorbereitungen und sympathische Kollegen in der notorisch unterbesetzten Sprachschule. Durch die Dialoge lernen wir die Figuren näher kennen, aber sind sie tatsächlich so, wie es auf den ersten Blick scheint? Wahrheit, Lüge und Ungesagtes liegen näher beieinander als man glaubt, sodass Missverständnisse fast vorprogrammiert sind. Wie es ausgeht? Ja, das will man bald unbedingt wissen und verliert sich gerne im Sog des Geschehens.

Auf Malta kann man die Seele baumeln lassen, flirten, sich verlieben. Wer nicht selbst in die Ferne schweift, sollte Linda zumindest in diesem Roman nach Malta folgen und dabei eine kurze Auszeit genießen, mir hat die Zeit auf der Insel jedenfalls sehr gut gefallen.

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Wandlung

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Die kühle, erfolgsorientierte Unternehmensmanagerin Marlene Buchholz soll in einem millionenschweren Unternehmen zur Nachfolgerin des Vorstandsvorsitzenden gekürt werden. Allein ihr strikter Führungsstil könnte ein Problem darstellen, denn heute wünscht man sich Vorgesetzte mit Einfühlungsvermögen und Verständnis, um Mitarbeiter bestmöglich zu fördern.

Um Marlenes Kompetenz in diesem Bereich auf ein akzeptables Niveau zu bringen, muss sie einen zweiwöchigen Kurs beim bekannten Mentalcoach Alex Grow absolvieren.

Der Roman beginnt mit einer ziemlich unterhaltsamen Beschreibung der Hauptfigur Marlene und verspricht – ebenso wie der Klappentext mit Hausmeister, Wildschwein und 13jährigem Mädchen – spaßige und humorvolle Szenen. Vielleicht ist dadurch meine Erwartungshaltung zu zielgerichtet oder zu hoch, aber geboten wird etwas anderes. Es geht um Selbstfindung und um Unabhängigkeit, wobei sowohl Marlene als auch Alex einiges zu lernen haben. Allerdings fühlt sich die Handlung märchenhaft und wenig realistisch an, geht doch die Wandlung fast zu schnell vonstatten. Auch verliert sich der anfängliche locker-ironische Tonfall in einen eher dozierenden Stil, obwohl die Fakten natürlich durchaus interessant sind (z. B. die Details zum Thema Aufstellungsarbeit). Einige weitere Figuren und der Blick auf den Naturschutz überlagern dann leider die persönlichen Schicksale und die Veränderung des Blickwinkels als Problemlösung, wodurch der rote Faden durch die Handlung etwas zerfasert. Nichtsdestotrotz ist der Roman lehrreich und bietet einen Anstoß, auch selbst einmal seinen Platz im Leben zu überdenken.

Einen Mix aus Unterhaltung und teilweisem Tonfall eines Ratgebers bietet der Roman Einatmen. Ausatmen. Passende Lektüre für einen verregneten Nachmittag.

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Saudade

Die Tote von Nazaré von Miguel Silva

Die Kölner Hauptkommissarin Maren Berger gerät bei einem Banküberfall unverschuldet in die Schusslinie der Täter und sucht nach einem Krankenhausaufenthalt Ruhe und Erholung im portugiesischen Nazaré, ganz nach dem dortigen Lebensmotto Saudade (etwa melancholische Sehnsucht). Der Aufenthalt entwickelt sich allerdings in eine ganz andere Richtung als erwartet, denn schon bald nach ihrer Ankunft entdeckt Maren eine Frauenleiche.

Der Krimiauftakt mit zwei sympathischen Hauptfiguren spielt im zauberhaften Küstenort Nazaré, bekannt für seine hohen Wellen. Silvas Beschreibungen rufen sofort Erinnerungen an meinen Portugalurlaub hervor, Bilder der eindrücklichen Landschaft und der Duft des Meersalzes in der Luft stehlen sich in meine Gedanken. Eine traumatisierte Polizistin als Aufhänger für die Krimihandlung scheint mir gut gewählt, bleiben doch vielfältige Möglichkeiten für systematische Überlegungen oder wilde Spekulationen, der Phantasie wären da keine Grenzen gesetzt. Im Laufe der Kapitel finden sich jedoch etliche Wiederholungen (unter anderem der ständige Milchkaffee, Galão, oder die „typischen“ Eigenschaften der Deutschen), welche die Spannung immer wieder einbremsen, auch die Dialoge muten zuweilen unecht und gekünstelt an. Dass am Ende noch der Zufall kräftig mithelfen muss, ist ebenfalls ein Wermutstropfen in der ganzen Geschichte. Gut passen hingegen der lockere Schreibstil und die kurzen Kapitel, was dem Ganzen eine gewisse Dynamik verleiht und die Idee, einen deutschen Fall mit Portugal zu verknüpfen. Nicht zuletzt möchte ich natürlich wissen, wie die persönliche Entwicklung von Maren und dem portugiesischen Ermittler João weitergeht.

Ein interessanter Serienstart, durchaus mit Verbesserungspotential, meine Neugierde auf eine weitere Reise nach Nazaré ist aber auf alle Fälle geweckt.

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Erschütternd

Die Apotheke der Hoffnung von Amanda Barratt

Krakau im Jahre 1941, die Spaltung zwischen Juden und Nicht-Juden schreitet voran, Ghettos werden errichtet und die Apothekerin Zosia Lewandowska verliert immer mehr Nachbarn durch zwangsweise Umsiedlungen. Gemeinsam mit einer Studienfreundin arbeitet sie fortan in der Adler-Apotheke im abgeriegelten Viertel, wo sie unter Einsatz ihres Lebens den menschenunwürdig behandelten Juden Hilfe anbietet.

Ein erschütternder Bericht, der leider auf wahren Begebenheiten fußt.

In einer nichts beschönigenden und nichts verbergenden sachlichen Schreibweise erzählt Amanda Barratt aus einem der schlimmsten Kapitel unserer Zeitgeschichte. Zosia selbst und ihre junge jüdische Freundin und ehemals Nachbarin Haina berichten in der Ich-Form, wodurch sie eine so realistische Darstellung liefern, dass einem nicht nur einmal ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass historische Figuren ins Geschehen eingeflochten werden, so beispielsweise der Apotheker Tadeusz Pankiewicz oder der Lagerkommandant SS-Untersturmführer Amon Göth. Andere reale Personen dienen als Vorlage für die unterschiedlichsten Charaktere in diesem ausgezeichneten, wenn auch stellenweise schwer aushaltbaren Roman. Wir begleiten unsere liebgewonnen Helden des Alltags über mehrere Jahre, ziehen von beengten Ghettounterkünften in Podgórze in das kaum vorstellbare Arbeitslager Plaszów und weitere unfassbare Stationen und erleben mit, wie dort trotz steter Angst und nagendem Hunger ein letzter Funken Hoffnung glimmt. „Stärke heißt nicht, ohne Angst zu leben, sondern trotz der Angst zu leben.“ [kindle, Pos. 3916]

Mutig und entschlossen stehen Menschen für ihre verfolgten Nachbarn ein, trotzen den schikanösen Vorschriften und werden durch kleine Gesten zu „Leuchtfeuern des Lebens inmitten eines tosenden Sturms.“ [kindle, Pos. 5826] So auch Tadeusz Pankiewicz mit seinen drei unerschrockenen Angestellten in der Apotheke, welche heute zum Historischen Museum der Stadt Krakau zählt.

Dieses Buch ist ein Meisterwerk an Erzählkunst und verknüpft erschütternde Wahrheit mit fiktiven Szenen zu einem Ort des Grauens und einer gleichzeitig nie versiegenden Hoffnung. Mögen die Verbrechen des Naziregimes nie in Vergessenheit geraten. Fünf Sterne samt Leseempfehlung für all jene, denen Recht und Gerechtigkeit ein Anliegen sind.

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Moral

Die Schneiderei in der Fliedergasse - Neue Hoffnung von Katharina Oswald

„Wenn deine Prinzipien einen Preis haben, dann sind es keine wahren Prinzipien.“ [kindle, Pos. 2011]

Die zwanzigjährigen Zwillinge Susanne und Leonard gehen ihren Berufungen nach, das Mädchen studiert mit Eifer Jus, während ihr Bruder in der Schneiderei der Mutter flink ans Werk geht. Allein die von der Stadt Tübingen vorgeschriebene Renovierung des Geschäfts- und Wohnhauses wirft Probleme auf, denn dafür fehlt schlicht und einfach das Geld.

Nahtlos schließt Teil 2 an den Vorgänger an, wobei das Lesevergnügen mit Vorkenntnissen bestimmt größer ist als ohne, aber auch für Neueinsteiger gibt es ausreichende Details fürs Verständnis der Handlung. Die Themen der 1970er-Jahre werden auch diesmal aufgegriffen: traditionelle Rollenbilder und deren vorsichtiges Aufbrechen, politische Proteste der (linken) Studenten oder (rechte) Burschenschafter, wodurch die fiktive Handlung eine authentische Kulisse bekommt. Die Figuren sind lebendig gezeichnet, gerne möchte man sich als Leser mit der ein oder anderen auf einen Kaffee treffen und über moralische und vernunftorientierte Entscheidungen plaudern. Eines ist klar, einfach fällt es den Zwillingen nicht, das Geld für die Hausinstandsetzung aus einer passenden Quelle aufzutreiben.

Mit ihrem herzlichen Schreibstil punktet das Autorenduo Andrea Bottlinger und Claudia Hornung, welches sich hinter dem Namen Katharina Oswald verbirgt, auch diesmal, die Szenen sind bildhaft und bestens vorstellbar. Ebenso realistisch stellen sich die Gedanken und Gefühle der Zwillinge dar, sodass man sich bestens in ihre Situation hineinversetzen kann, insbesondere, wenn es um die Begegnungen in Strasbourg geht. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, mit einer für die Zeit eher unüblichen Leichtigkeit fließt sogar das Thema Homosexualität ins Geschehen ein. So reiht sich ein kurzweiliges Kapitel ans andere, liefert Informationen ohne erhobenen Zeigefinger und lässt die 1970er-Jahre wieder aufleben sowie Erinnerungen hochkommen. Danke für Leonard Cohens Lied Suzanne oder die Portraits von Rosa Parks und Emma Goldmann, um nur einige stellvertretend zu nennen.

Ein vordergründig locker-leichtes Buch, das aber eine Vielfalt an tiefgründigen Fragen beleuchtet und somit gleichsam unterhält und nachdenklich stimmt. Ich empfehle die beiden Bände daher sehr gerne weiter.

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Tod der Sorben

Das Camp von Linus Geschke

Spannend setzt sich die Trilogie fort, was im Trailer begonnen hat, nimmt im Camp seinen Lauf. Figuren, welche man nicht unbedingt sympathisch nennen kann, begegnen uns wieder und wecken trotz aller Vorbehalte unsere Neugierde, wie es mit ihnen weitergeht. Ein verruchter Barbesitzer in Köln, ein türkischer Campingplatzverwalter in Belgien, dazwischen eine quirlige Kommissarin aus Hamburg und eine junge IT-Expertin, welche bereits im ersten Band aufeinandergetroffen sind.

Schräge Szenen, brutale Sequenzen und viele komplizierte Zusammenhänge, welche sich am Ende als gut durchdacht und logisch herausstellen, beherrschen die Handlung. Fesselnd und mitreißend führt Geschke durch die Herausforderungen, die nun gemeistert werden müssen. Der Autor erschafft mit seinen Worten spielerisch eine großartige Atmosphäre, welche sich quer von der Lausitz nach Köln zieht und von Hamburg nach Belgien. Egal, an welchem Schauplatz wir uns gerade befinden, die Spannung ist greifbar, die Luft vibriert. Am Ende schockiert mich ein Ereignis sehr, wird es doch auch den folgenden dritten Band beeinflussen, aber so spielt das Leben eben, nicht nur das wahre, auch das fiktive im Camp. Nichtsdestotrotz fiebere ich aufgeregt der abschließenden Schlucht entgegen.
Auch Das Camp ist eine uneingeschränkte Empfehlung wert, den Ohrwurm Vienna von Ultravox nehme ich gerne mit.

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Von A (und O) bis Z wie Zwickmühle

Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? von Rolf-Bernhard Essig

Heute kann ich aus dem Nähkästchen plaudern, denn ich habe ein großartiges Werk aus dem Verlag Duden in Händen, ein ebenso informatives wie spannendes und unterhaltsames Buch über Redensarten, deren Bedeutung und Herkunft – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?

In wunderschönen Farben - Schwarz, Weiß, Grün - gehalten, präsentiert sich dieser 288 Seiten starke Ratgeber, welcher über 700 Einzelnachweise liefert.

Wie es sich für einen Duden gehört, erfolgt die Reihung der Redensarten alphabetisch, wobei jedem Buchstaben ein eigenes toll illustriertes Deckblatt vorangestellt ist. Auch sonst weisen grüne Lettern und ein passender Seitenrand dem Leser den Weg, um bei einer gezielten Suche rasch fündig zu werden. Zwischen den einzelnen überaus informativen Artikeln sind außerdem noch Anekdoten eingestreut, die etwa biblische oder mittelalterliche Wendungen erläutern, nicht zuletzt geht es um den Einfluss des Englischen oder um Tierisches. Die Gesamtgestaltung besticht durch Übersichtlichkeit und präzise Darstellung, sodass man das Buch sehr gerne von A bis Z durchkostet, ebenso gut eignet sich der grüne Teufel an der Wand aber auch als Nachschlagewerk, wenn einem einmal eine Wendung nicht geläufig ist. Ab sofort kann hier jederzeit Abhilfe geschaffen werden.

Egal, ob man sich einfach gerne mit Sprache beschäftigt oder ob man schlagfertig mit passenden Redensarten punkten will, hier entdeckt wohl jeder Leser Altbekanntes aus einem vielleicht anderen Blickwinkel oder völlig Neues, das einen überraschen kann. Jedenfalls muss sich dieses Buch nicht mit fremden Federn schmücken, sondern ist sehr gelungen, so, wie es ist!

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Malia Gold

Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann

Kommissarin Malia Gold kehrt nach 15 Jahren in ihre Heimat in der Marsch zurück und wird sofort mit einem kniffligen Fall konfrontiert. Im Moor sind die 18-jährigen Zwillingsmädchen Nike und Jana verschwunden. Es ist nicht klar, ob sie davongelaufen sind, sich im Nebel verirrt haben oder einem Verbrechen anheimgefallen sind.

Neben der polizeilichen Arbeit muss Malia auch noch familiäre Probleme klären.

Spannende Szenen vor der atmosphärischen Kulisse einer nebeligen, düsteren Moorlandschaft ziehen den Leser schnell in ihren Bann, die flotte Schreibweise von Andreas Winkelmann tut ihr Übriges, um die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen. In der kleinen Gemeinde Riedberg gibt es gefühlt mehr Geheimnisse als Einwohner, wodurch die Ermittlungen nicht gerade einfach verlaufen, Malia mit ihrer recht direkten Art steht immer wieder vor neuen Rätseln. Junge Menschen und Tiktok-Posts, eine sektenähnliche Kirchengemeinde sowie persönliche Zerwürfnisse in Malias Familie beherrschen das Geschehen, das durchgehende Spannung hält und lange ebenso undurchsichtig ist wie der dichte Nebel über dem Land. Die logisch durchdachte Handlung führt nach einigen aufregenden Momenten schlussendlich zu einer gut nachvollziehbaren Auflösung und weckt Neugierde auf die weitere persönliche Entwicklung der sympathischen Kommissarin Gold.

Ein überaus gelungener Start einer neuen Thrillerserie, welche ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Für Band 1 gibt es schon einmal eine Leseempfehlung.

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