Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anjulia :
Tödliche Seelenverwandtschaft
Soulmates and Other Ways to Die von Melissa Welliver
Soulmates and Other Ways to Die ist eine actionreiche Jugenddystopie mit RomCom-Anteilen. Zoe lebt, auch aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen ihrer Mutter, sehr umsichtig und eingeschränkt. Sie geht keine Risiken ein. Immerhin befindet sie sich in der " langsamsten Apokalypse der Welt". Ihr Mitschüler Milo ist ein Adrenalin-Junkie und liebt zum Beispiel Klippenspringen.
Dumm nur, dass sich herausstellt, dass die beiden KinTwin, also genetische Seelenverwandte sind. Denn verletzt sich einer der beiden, spürt der andere Schmerz. Stirbt einer, stirbt der andere auch. Beide sind sich einig, dass sie das Band der Seelenverwandtschaft lösen müssen, aber ihre Recherchen bringen sie in tödliche Gefahr.
Das Buch ist spannend und amüsant geschrieben und lebt auch von den zwei komplett unterschiedlichen Charakteren. Die Tropes opposites attract und romantic suspense stechen besonders hervor. Sehr gut hat mir Zoes sarkastischer Humor gefallen, auch wenn ich ihre Übervorsichtigkeit teilweise etwas anstrengend fand. Das KinTwin Konzept ist originell, in der Auflösung vielleicht nicht realistisch, aber nachvollziehbar. Es stellt sich die Frage, ob Liebe vorherbestimmt akzeptiert werden muss, oder eine freie Wahl ist. Ein apokalyptisches Feeling hat sich bei mir leider nicht eingestellt. Klar sterben durch den KinTwin Effekt mehr Menschen, Todesfälle können verheerende Kettenreaktionen auslösen. Trotzdem sieht für mich Apokalypse anders aus. Das Buch hat mich insgesamt sehr gut unterhalten, daher eine Leseempfehlung im Jugendbuchbereich.
Dämonendämmerung
Heart of the Damned - Ihr Versprechen ist sein Untergang von Julia Pauss
Das Königreich Lethia ist von Dämonen bedroht. Diebin und Gestaltwandlerin Scarlett wird im königlichen Schloss geschnappt. Um einem Todesurteil zu entgehen, geht Scarlett einen Deal ein. Sie nimmt die Rolle der königlichen Verlobten an und gerät in ein Wespennest aus Intrigen und Verrat.
Das Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen.
Durch Dämonenangriffe und höfische Intrigen ist immer eine gewisse Spannung gegeben. Allerdings schlüpft Scarlett für meinen Geschmack fast schon zu leicht und problemlos in die Rolle der königlichen Braut. Das Setting, das von Dämonen bedrohte Land, ein Königreich, das gegen den Untergang kämpft, ist etwas finster, hat mir aber trotzdem gut gefallen. König Laurentius ist seinem Land gegenüber sehr pflichtgetreu. Ein eher ernsthafter Charakter. Scarlett ist eher eine Überlebenskünstlerin. Aus der Notwendigkeit, eine Rolle zu spielen, entwickelt sich Loyalität. Die Liebesgeschichte hat mir zugesagt, aber nicht hundertprozentig gefesselt. Scars und Rens Erzählperspektive wechseln sich ab. Trotz der Ich-Perspektiven schaffen es die Protagonisten, Geheimnisse vor dem Leser zu wahren. Die von der Autorin eingebauten Twists haben mir gut gefallen, da sich das Buch so von durchschnittlicher, vorhersehbarer Standard- Romantasy abhebt. Gerade das Ende hat nochmal einen ziemlichen Wow-Effekt, der mich auf die Fortsetzung neugierig macht.
20000 Elefanten
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Nach einer Verschärfung eines Gesetzes über Einfuhrverbote von Jagdtrophäen "schenkt" Botswana Deutschland 20000 Elefanten. Diese tauchen wie von Zauberhand in Berlin auf und verursachen dort ziemliches Chaos. Nicht nur bei der Berliner Müllabfuhr, die den Hinterlassenschaft nicht mehr Herr wird.
Das Geschenk von Gaea Schoeters greift einen diplomatischen Vorfall aus dem Jahr 2024 auf, in dem der botswanische Präsident tatsächlich erwog Deutschland die entsprechende Anzahl an Elefanten zu senden. Die Autorin spinnt hier sehr gekonnt die Folgen einer entsprechenden Schenkung weiter. Während mache Szenen tatsächlich etwas surreal wirken, dürfen viele Probleme, welche die Elefanten verursachen keine Fiction sein. Das Buch zeigt allerdings hauptsächlich die politische Sicht auf die Elefantenproblematik. Parallelen zur aktuellen Politik sind auffällig und gewollt. Wahlergebnisse stehen wir so oft vor Problemlösungen. Gleichzeitig zeigt sich auch die Komplexität von globaler Politik: Wie eine kleine Gesetzesänderung, die für Deutschland nur minimalste Auswirkungen hat, zu einem tatsächlich Problem in Botswana wird. Ich habe das Buch mit Interesse gelesen. Mit weniger als 150 Seiten ist es humorvoll, satirisch, teilweise auch bewusst unangenehm zu lesen.
Alexandrias geheime Bibliothek
Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides von Isabel Ibañez
Um in Ägypten bleiben zu können und nicht von ihrem Vormund nach Hause geschickt zu werden, heiratet Inez. Ihr Mann Whitford Hayes nutzt diese Ehe jedoch für seine eigenen Pläne. Enttäuscht von Whit gibt Inez die Suche nach ihrer Mutter, der sie das Handwerk als Artefakteschmuglerin legen möchte, nicht auf und stößt dabei auf einige weitere Familiengeheimnisse.
Where the Library Hides von Isabel Ibañez ist eine Abenteuergeschichte mit Lovestory und historischem Hintergrund. Durch magische Artefakte hat das Buch auch einen kleinen Fantasy-Anteil. Der Anteil der Liebesgeschichte ist diesmal wesentlich größer als im ersten Teil. Mir hat sie gut gefallen, auch wenn ich mit Whits Handlungsweise einige Schwierigkeiten hatte. Inez fand ich wieder sehr sympathisch, mutig und entschlossen. Sie entdeckt Familiengeheimnisse und gerät zwischen die Fronten von Grabräubern und Artefakteschmugglern. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte actionreich und spannend. Whit und Inez befinden sich mehrfach in Lebensgefahr, bevor es ein Happy-End geben darf. Für mich war "Where the Library Hides" ein sehr gut gelungener zweiter Teil und Abschlussband, den ich beim Lesen kaum zur Seite legen konnte.
Vogelzwitschern, Minnesang und höfische Intrigen
Das Lied des Vogelhändlers von Ralf H. Dorweiler
Ich lese sehr gerne historische Romane, weshalb ich auch auf "Das Lied des Vogelhändlers" von Ralf H. Dorweiler aufmerksam wurde und beim Lesen keinesfalls enttäuscht wurde.
Der Roman spielt zunächst auf zwei Zeitebenen. Franziska von Hellenau begleitet ihren Onkel im Jahre 1190 auf den dritten Kreuzzug.
Als dieser unerwartet verstirbt, ist sie auf sich gestellt und wird Gehilfin eines Baders. Vogelhändler Wigbert gerät zehn Jahre später bei einem Turnier mitten in eine tödliche Intrige, deren Drahtzieher es zu ermitteln gilt. Ralf H. Dorweiler lässt hier das Mittelalter spannend lebendig werden. Der bis heute bekannte Minnesänger Walther von der Vogelweide mit seinem Werk "unter der Linden" ist beispielsweise als Nebenfigur sehr gelungen porträtiert. Mir persönlich hat der Handlungsstrang rund um Franziska und den Kreuzzug, der übrigens recht schonungslos und realistisch dargestellt wurde, etwas besser gefallen. Das vielleicht am Ende nicht alle angerissenen Fragen geklärt wurden, hat mich nicht gestört. Der kaiserliche Thronstreit hätte jedoch noch etwas vertiefter dargestellt werden können. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Schlüsselmomente
Wir Jungs vom Prinzenpark (Von Braunschweig in die NBA 1) von Dennis Schröder; Christian Tielmann
Dennis Schröders, Weltmeister im Basketball und professioneller Spieler in der NBA, lässt uns in diesem Buch an seiner Kindheit teilhaben. Das Buch richtet sich an Kinder ab acht Jahren und ist für diese Zielgruppe auch gut geeignet. Der Text des Autors Christian Thielmann ist nicht zu kompliziert, die Erlebnisse sind sehr lebhaft geschildert.
Die Illustrationen im Comicstyle von Jan Saẞe passen prima dazu, sodass man sich Dennis, seinen Bruder Che und die Freunde im Braunschweiger Prinzenpark richtig gut vorstellen kann. Die Basketballoptik des Covers hat mir richtig gut gefallen. Inhaltlich wird hauptsächlich der Zeitraum zwischen Dennis Geburt und seiner Entdeckung auf dem Basketballfeld des Prinzenparks abgedeckt. Es geht um Schüsselmomente seiner Kindheit und Freundschaften. Skaten, mit Freunden Unsinn machen und Basketball spielen - alles eigentlich sehr sympathisch. Nicht unerwähnt bleibt auch, dass Dennis es sich als junger Spieler aufgrund seines Temperaments nicht leicht gemacht hat und er auch mal eine zweite Chance bei seinem Trainer brauchte. Bei einigen Aktionen der Kinder die im Buch erwähnt werden, wünscht man sich als Mutter tatsächlich " nicht Nachmachen". Knochenbrüche, Tomatensoße an der Wand, missglückte Haarschnitt und verlorene Schlüssel. Solche Dinge lassen sich halt beim Großwerden nicht ganz vermeiden. Erklärungen zum Basketballspiel, meist an Anfang des Kapitels, kommen auch nicht zu kurz. Stellenweise wirft das Buch noch einen kurzen Blick auf Dennis Schröder bei der Nationalmannschaft. Kids, die sich für Basketball interessieren, kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.
Finde dein Talent
Ich zeig' euch, wo der Hammer hängt! von Sandra Hunke
Die Autorin des Buches Sandra Hunke ist Anlagenmechanikerin für SHK, Model und Influencerin, Baumädchen, Dorfmädchen und Jetseterin. Ihr Sachbuch " Ich zeig euch, wo der Hammer hängt" ist eher eine Biographie bzw. Erzählung über ihr bisheriges Berufs- und Privatleben, als ein fundierter Ratgeber für Frauen, die sich für einen Handwerksberuf interessieren.
Gerade zu Beginn betont die Autorin wie wichtig es ihr ist, den Kindern, die sie in ihrer Schulzeit gemoppt haben, zu zeigen, was sie erreicht hat. Dies fand ich etwas störend. Genau wie auch die Tatsache, das ein Großteil ihres Erfolges aus Modeln und Content Creating besteht. Der Traum eine eigene Firma gemeinsam mit dem Vater zu führen, wurde offensichtlich zugunsten des Geldes, das man in den Medien verdient, aufgegeben. Der Schreibstil ist gut zu lesen und nicht zu trocken. Hin und wieder übertreibt die Autorin auch etwas, beispielsweise wie sie sich vorstellt, das ihr Talent fürs Handwerk und Modeln bereits bei ihrer Geburt vorrausgesagt wurde. Manche Anekdoten die Sandra erzählt sind amüsant, manche zeigen, dass Gleichberechtigung im Handwerk leider noch nicht angekommen ist. Gerade die Stellen über Gleichberechtigung finde ich lobenswert. Mein persönlicher Eindruck von Sandra schwankt zwischen arrogant und sympathisch. Wer sich für Sandra Hunkes bisherigen Lebensweg interessiert, ist bei diesem Buch richtig. Hinweise wie es jungen Frauen gelingt, sich im Handwerk durchzusetzen, blieben mir zu wage und oberflächlich.
Sechs Wochen Alptraumkur
Der Sommer am Ende der Welt von Eva Völler
Journalistin Hanna recherchiert auf Borkum zu einem sehr persönlichen Thema, den traumatischen Erfahrungen der Verschickungskindern. Auch ihr Mutter wurde als kleines Kind dorthin zu einer sechswöchigen Kur geschickt. Direkt bei Ankunft lernt sie Inselarzt Ole kennen und verliebt sich in ihn. Doch ein dunkles Geheimnis seines Großvaters könnte die Beziehung gefährden.
Ich fand die Thematik rund um die Aufarbeitung der traumatischen Vergangenheit der Verschickungskinder erschreckend aber auch interessant und wichtig. Physische und körperliche Misshandlungen, Strafen, Zwangsernährung, vorgegebene Toilettenzeiten und Heimweh, die armen Kinder mussten viel in der Kur durchmachen, somit kein einfaches Thema. Aus dem Nachwort erfährt man, das es auch für die Autorin ein persönliches Anliegen ist. Die Abschnitte, die in der Vergangenheit spielen, fand ich auch gut gelungen. Leider geht das Thema der Verschickungskinder, durch die Liebesgeschichten und die Vergangenheit von Oles Großvater zu sehr unter. Hannas Recherchen beschränken sich fast nur auf das Durchlesen eines alten Tagebuchs und auf Online-Interviews mit einer Betroffenen. Ansonsten wirkt sie eher wie im Urlaub. Hier hätte ich mir mehr erwartet. Leider widmet sich das Buch vielen unterschiedlichen Thematiken inklusive gehäufter De-javue Erlebnissen der Hauptprotagonistin und Krimi/Thrillerelemente, sodass die Verschickungskinder eher Nebensache bleiben. Auch Charaktere und Schreibstil haben mich nicht ganz erreicht, weshalb es für mich ein eher durchschnittlicher Roman blieb.
Zerberus Fünkchen
Venatrix 1: Venatrix - Dämonenjäger von nebenan von Hendrik Lambertus
Die Zwillinge Gero und Belladonna sind die jüngsten Mitglieder der Dämonenjägerfamilie Venatrix. Während Belladonna Dämonen auf Ninja-Art bekämpft, ist Gero eher zurückhaltend und setzt auf Planung und Wissen. Als Gero nach einem Einsatz ein kleiner, zuckersüßer und feuerspeiender Höllenhundwelpe zuläuft, tut er alles dafür diesen als Haustier zu behalten.
Denn eigentlich sind Dämon, auch wenn sie so niedlich wie Höllenhund Fünkchen sind, als Haustiere nicht erlaubt.
Das Cover zeigt, obwohl die Zwillinge gut darauf zu erkennen sind, leider keine Szene aus dem Buch. Die vorhandenen schwarz- weiß Zeichnungen innerhalb des Buches passen dagegen gut zur Handlung und haben mir gefallen. Besonders gelungen fand ich auch die Steckbriefe zu den Dämonen. Die Familie Venatrix ist schon etwas ganz Besonderes. Ich mochte die kreative Darstellung der Familienmitglieder. Jeder macht mit ganz eigenen Methoden jagt auf Dämonen. Zusammen sind sie ein super Team. Die Zwillinge Gero und Belladonna sind sympathisch und Fünkchen ist mit Sicherheit der niedlichste Höllenhund dem man begegnen kann. Vorallem am Anfang und am Ende der Geschichte kommt richtig Spannung auf. Dabei ist das Buch insgesamt eher lustig als grusselig, weshalb es auch sehr gut zu dem angegebenen Lesealter passt. Der Schreibstil ist, trotz einiger Fremdwörter, leicht lesbar und altersgerecht. Der Schluss der Geschichte macht neugierig auf den zweiten Band. Ich hatte hier das Gefühl, das es noch sehr viele über die Welt der Dämonen zu entdecken gibt.
Fazit: Schöne, unterhaltsame Kinder-Fantasy, vielleicht aber eher was für zwischendurch.
Die Sturmweberin
Heir of Storms von Lauryn Hamilton Murray
Das Mädchen, dass den Sturm beschwor, kämpft um eine Krone !
Blaze ist Tochter einer der mächtigesten feuermagischen Familien des Landes Ostacre. Doch sie selbst besitzt keine Feuermagie. Am Tage ihrer Geburt beschwört sie, als letzte Regensängerin, einen gewaltigen, totbringenden Sturm herauf.
Danach lebt Blaze, bis zu ihrem siebzehnten Geburtstag, in relativer Abgeschiedenheit. Doch sie wird dazu auserwählt, um die Krone der Wasserlande zu kämpfen. Gemeinsam mit ihrem Zwillingesbruder Flint reist sie zu Turnier in die goldene Hauptstadt. Vielleicht aber chancenlos, da von ihrer Magie nur noch ein leichter Nieselregen übrig ist?
Ich lese unheimlich gern Romantasy und Trials. Kein Wunder, das ich an "Heir of Storms" von Lauryn Hamilton Murray nicht vorbeikam.
Das stürmische, dunkelblaue Buchcover mit der Welle und der Krone auf der Gischt passen sehr gut zu Blazes Gabe. Außerdem hat das Buch einen hübschen blau- golden Farbschitte, der das Kronenmotive nochmals aufgreift.
Das Buch ist der Auftaktband zur Storm-Weaver-Reihe und als solcher nicht vollständig in sich abgeschlossen. Mir hat der Schreibstil der Autorin gefallen. Das Worldbilding ist gut ausgearbeitete, die Geschichte ist spannend und fesselnd. Die Wettkämpfe sind auf jeden Fall auch lesenswert. Im Wettbewerb geht es um vier unterschiedliche Kronen: Feuer, Wasser, Wind und Erde. Ein undurchschaubarer Teilnehmer bringt hierbei nicht nur Blaze ganz schön durcheinander. Ich konnte mich gut in die Hauptfigur und Blazes Schwierigkeiten an Hofe hineinzuversetzen. Im Verlauf des Buches entwickelt sich nicht nur Blaze Gabe, sondern auch ihre Selbstbewusstsein. Da es sich um Romantasy handelt, gibt es auch gewisse Anziehungskräfte. Blaze scheint in ein Love Triangel hinrinzugeraten, welches die Autorin aber geschickt auflöst. Ich hoffe , dass der Anteil der Liebesgeschichte im Folgeband etwas größer ausfällt.
Heir of Storms von Lauryn Hamilton Murray ist für mich auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights. Eine absolute Leseempfehlung.











