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Rezensionen von Pusteblümchen:

Einfach einmal loslassen

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Die 39jährige Marlene ist eine erfolgreiche Karrierefrau. Allerdings hat sie wenig Einfühlungsvermögen und eckt immer wieder bei ihren Kolleginnen und Kollegen an. Deswegen wird die von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitsseminar geschickt. Das Seminar wird auf einem Brandenburger Schloss von dem Supercoach Alex Grow geleitet.

Dieser befindet sich selbst gerade in einer Krise. Sein finanzieller Engpass könnte durch einen Deal mit Mariannes Chef entschärft werden.

Das Buch enthält einige Klischees. Eigentlich mag ich keine Klischees, aber so wie sie hier untergebracht wurden, fand ich das sehr unterhaltsam und amüsant.
Marlene und Alex stehen im Wechsel im Vordergrund, so lassen sich die Gedanken beider gut nachvollziehen. Zunächst ist Marlene skeptisch, macht das Ganze mehr widerwillig, aber man merkt, dass sich trotzdem etwas in ihr tut.
Zu Beginn habe ich mich amüsiert, dann ändert sich die Dynamik und der Ton wird ernster. Mir hat diese Veränderung ebenso gefallen wie die Entwicklung der Charaktere.
Schön ist auch die Umgebung und ich würde zu gerne auch einmal dorthin reisen.

Die Geschichte zeigt das Leben auf vielfältige Weise mit seinen Herausforderungen und Möglichkeiten uns zu verändern. Es ist ein Buch das unterhält und nachdenklich macht.

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Interessant, aber auch herausfordernd

Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze

Das Buch war für mich eine echte Herausforderung. Auf der einen Seite ist es total spannend etwas über Nigeria, die Einwohner und deren Sitten, Rituale und Bräuche zu erfahren, aber auf der anderen Seiten war die Anzahl der Charaktere so hoch und mir die afrikanischen Namen, Orte und Begriffe so fremd, dass es mir schwer fiel den Überblick zu behalten.

Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von 1905 bis in die Gegenwart. In der Vergangenheit hatten die Familien Nigerias unter der Kolonialherrschaft zu leiden. Diese hat bei den Einwohnern tiefe Spuren hinterlassen, da sie tiefgreifende und oft verheerende Auswirkungen auf die nigerianischen Familienstrukturen und das soziale Gefüge mit sich brachten. Die Auswirkungen reichen bis in die Gegenwart haben. Margaret Okolo ist eine der Nigerianerinnen, deren Familie viel Leid erfahren musste. Sie lernt 1960 den aus Großbritannien stammenden Benjamin Fletcher kennen, der in Lagos auf der Suche nach seinen afrikanischen Wurzeln ist. Gegen den Willen ihrer Eltern heiraten Benjamin und Margaret.

Mit diesem Buch habe ich mich aus meiner Komfortzone hinaus bewegt. Das Lesen war eine Herausforderung, aber eine, die sich gelohnt hat mir mir interessante Einblicke in die nigerianische Geschichte gegeben hat.

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Amüsanter Serienstart zum Wohlfühlen

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer

Das Leben kann sich so schnell ändern und genau diese Erfahrung müssen auch Isabell Duval und ihre beiden erwachsenen Kinder Clara und Lucas machen. Bisher haben sie gut gelebt, da Sebastian Isabells Mann und Clara und Lukas Vater gut verdient hat. Wegen eines Steuerskandals muss er ins Gefängnis und der Rest der Familie flieht nach Deerhusen an die Nordsee zu Isabells Schwester Stine.

Diese betreibt dort eine Pension, die nicht mehr im allerbesten Zustand ist und dringend ein Update benötigt. Abgesehen davon, dass die Schwestern wegen eines Streits seit 30 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, sind sie so unterschiedlich, dass hier wirklich Welten aufeinander prallen.

Bei diesem Buch bin ich durch die Seiten nur so durchgeflogen. Es ist leicht zu lesen und gleichzeitig ausgesprochen amüsant. Isabell hat sich dermaßen an ihr Luxusleben gewöhnt, dass sie im Laufe der Zeit ein wenig weltfremd geworden ist, da ist die Fallhöhe groß. Ihre Kinder stehen ihr dabei nicht wirklich nach.

Der Schauplatz in Deerhusen ist wirklich ein idyllisches Örtchen und vermittelt eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, in die ich gerne im zweiten Band wieder eintauchen werde.

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Über Herausforderungen und Menschlichkeit

Pina fällt aus von Vera Zischke

In ihrem neuen Roman schreibt die Autorin, die selbst Mutter eines autistischen Kindes ist über das Leben von Pina, eine Mutter, deren Sohn Leo Autist ist.
Leo ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt. Pina kennt seine Welt, weiß was für Leo wichtig ist und worauf es ankommt. Sie ist sehr fürsorglich und inzwischen auch sehr erschöpft.

Der Alltag ist einfach anstrengend. Zu ihren Nachbarn Zola, Wojtek und Inge, haben sie und Leo keinen großen Kontakt. Lediglich Inge passt ab und zu auf Leo auf, wenn Pina für sie einkaufen geht. Genau während so eines Einkaufs bricht Pina zusammen und kommt mit einem Magendurchbruch ins Krankenhaus. Niemand weiß, was passiert und nach anfänglicher Konfusion, wachsen die Hausbewohner zu einer Gemeinschaft zusammen.
Die bunte Truppe, die so gar keine Gemeinsamkeiten hat, hat sich während des Lesens in mein Herz geschlichen. Es ist einfach schön zu lesen, wie aus einer Situation der Überforderung und aus der Not heraus ein menschliches Miteinander entsteht, mit dem allen geholfen ist. Es ist nicht immer einfach seine Komfortzone zu verlassen, aber es lohnt sich und sorgt hier für herzerwärmende Momente.

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Ein Wohlfühlroman mit einer tollen Kulisse

Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach

Ein Wohlfühlroman mit einer tollen KulisseWieder einmal nimmt die Autorin ihre Leser mit auf die bretonische Kamelieninsel und auf die japanische Insel Soshima. Lucy steht vor neuen Herausforderungen, denen sie sich mutig und mit viel Herz entgegenstellt.

Ich habe mich total über das Wiedersehen mit Lucy und den übrigen altbekannten Charakteren gefreut.

Diese Buchreihe, deren Beginn in der Trilogie der Kamelien-Insel liegt, gehört zu meinen Lieblingsbüchern der Autorin. In der vorherigen Reihe war Lucy noch ein Kind, inzwischen ist sie eine erwachsene und geschäftstüchtige Frau geworden, die Entscheidungen treffen muss, die weitreichende Folgen mit sich bringen. Neben ihr gibt es einige weitere Charaktere, über deren Auftauchen ich mich sehr gefreut habe.

Aber auch Neueinsteiger können leicht in die Reihe hineinfinden, da zu Beginn immer wieder kurze Zusammenfassungen eingestreut werden.

Wer gerne atmosphärische Wohlfühlromane liest und es mag, sich in fremde Welten entführen zu lassen, dem dürfte auch dieser Roman gut gefallen. Das wunderschön gestaltete Buchcover und der kunstvolle Buchschnitt machen dabei das Leseerlebnis perfekt.

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Koray

FREI - Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk

Dies ist der dritte Band der Jugendbuchreihe „FREI“ mit den Protagonisten Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Dieses Mal steht Koray im Vordergrund, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben ist. Bisher weiß er nichts über seinen Vater und nun möchte er endlich Antworten bekommen. Aber seine Mutter schweigt.

Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich auf Spurensuche.

Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh sind tolle Protagonisten, die das Herz am richtigen Fleck haben. Sie halten zusammen und einer steht für den anderen ein.
In einem lockeren Schreibstil schildert die Autorin authentisch und unterhaltsam die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Dabei greift sie auf aktuelle Situationen und Themen zurück, so dass sich junge Leser gut in den Situationen wiederfinden können.
Ich konnte mich allerdings so rein gar nicht mit Korays Mutter identifizieren. Fast hatte ich das Gefühl, dass Koray der Erwachsene und Vernünftige ist. Ihre überzogene Darstellung hat mir nicht zugesagt, wobei es sicherlich auch solche Mütter gibt.

FREI ist ein unterhaltsames Jugendbuch, das Mut macht, eigene Entscheidungen zu treffen und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind.

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Über Machtverhältnisse und Liebe

Ultramarin von Ann-Christin Kumm

Lou, Raf und Nora haben eine gemeinsamen Urlaub in Dänemark geplant. Ursprünglich wollte sie sie viert fahren, aber Sophie ist kurzfristig abgesprungen. Lou und Raf verbindet eine lange aber komplizierte Beziehung und Nora hat Gefühle für Lou. Die Atmosphäre ist angespannt und dann verschwindet Nora.

Die Geschichte lebt von ihrer Atmosphäre, der zwischen den Protagonisten und der, der Landschaft und der Umgebung.
Die Beziehung zwischen Lou und Raf ist schwierig, regelrecht toxisch. Lou unterwirft sich Raf und Raf hält Lou auf Distanz. Dieses Ungleichgewicht war schon beim Lesen nur schwer zu ertragen.
Wie Noras Verschwinden in diese Szenerie passt war mir zunächst vollkommen unklar.
Klar war für mich, dass ich weiterlesen musste. Die entstandene Dynamik ist spannungsgeladen.
Durch Rückblenden in die Vergangenheit lässt sich die Entwicklung zwischen Lou und Raf gut nachvollziehen und der Roman erhält unerwartet viel Tiefgang.

Während die sommerliche Atmosphäre des Settings ein leichtes Urlaubsgefühl vermittelt, hinterlässt die Beziehung zwischen Lou und Raf ein beklemmendes Gefühl. Diese Gegensätzlichkeit macht den Roman zu etwas Besonderem, das man so schnell nicht vergisst.

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Ein Mord zu Ostern

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola

Commissario Gaetano will die Osterfeiertage mit seiner Familie auf dem Land verbringen. Das hatte er zumindest geplant, bis ihn seine neue Kollegin anruft, weil es einen Toten im Hafen von Neapel gibt und er für die Ermittlungen gebraucht wird.

Auch wenn der Krimi durchaus spannend ist, steht er nicht immer im Mittelpunkt.

Die Charaktere, Persönliches und Familiäres sind hier mindestens ebenso wichtig. Neben ihnen lebt das Buch von dem neapolitanischen Charme, der italienischen Kultur und ihren Traditionen zu Ostern. Wäre da nicht der Mordfall, würde ich nur zu gerne sofort dorthin reisen, um die beschriebene Atmosphäre zu genießen.

Commissario Gaetano ist ein sympathischer und eigenwilliger Ermittler, der auch Ecken und Kanten hat. Für mich war es sein erster Fall, aber ich habe große Lust bekommen ihn wieder zu treffen.

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Sehr atmosphärisch, dieser Thriller geht einfach unter die Haut

Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann

Andreas Winkelmann weiß wie man für Spannung sorgt und das ist ihm hier wieder einmal meisterhaft gelungen. Dieser Thriller ist bedrückend und geht tief unter die Haut. Mir war es unmöglich mich dem zu entziehen, so dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen habe.

Die 18-jährigen Zwillingsschwestern Nike und Jana sind ins Moor gefahren, um Bilder und Videos zu machen.

Von dort kehren sie nicht wie vereinbart nach Hause zurück. Nebel und Dunkelheit machen die Suche schwer. Als eine Kamera der Schwestern gefunden wird, verhärtet sich der Verdacht, dass etwas passiert sein muss.
Kommissarin Malia Gold beginnt zu ermitteln.

Das Moor bietet ein atmosphärisches Setting und ich hatte beim Lesen das Gefühl den feuchten Nebel direkt zu spüren.
Neben dem Verschwinden der Zwillinge geben die Einwohner des Dorfes Rätsel auf, da hier so einiges verborgen zu sein scheint. Auch die Vergangenheit der Kommissarin und ihre Art wie sie ermittelt, sind spannend zu lesen.

Die Handlung spielt nicht nur in einem aktuellen Zeitraum dem Februar 2026, sondern ist auch thematisch aktuell, da es um die Gefahren von Sozialen Medien geht.

Für mich ist dies ein genialer Reihenauftakt.

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Eine magische Story vor einer historischen Kulisse

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Die Handlung beginnt 1918 in London und die 12-jährige Bo ist als Schlammschwalbe an der Themse unterwegs. Das bedeutet, dass sie im Schlamm der Themse nach etwas Brauchbarem sucht, um ihre Mutter zu unterstützen. Als sie dort eine Münze findet, spürt sie, dass diese Teil eines größeren Geheimnisses ist.

Zudem trifft sie auf Billy, einen Jungen vom gegenüberliegenden Ufer. Er weiß, dass es eine zweite Münze gibt und man diese beiden Münzen zusammenfügen muss. Sie machen sich auf die Suche, sind damit jedoch nicht die einzigen.

Die Handlung ist spannend und das Setting an der Themse wird sehr bildhaft beschrieben. Auch der Zeitgeist, der Erste Weltkrieg und die damit einhergehenden Entbehrungen der Bevölkerung sind eng mit der Handlung verwoben.

Das Buch hat meine Erwartungen übertroffen. Es ist weit mehr als nur ein magisches und spannendes Kinderbuch, sondern eines das Gesprächsstoff liefert.
Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt, Mut, Verlust, Hoffnung und Geheimnisse. Das alles wird gelungen in die historischen Hintergründe zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingebunden. Das Setting an der Themse hat ebenfalls eine Menge dazu beigetragen, dass mich das Buch so begeistert hat.
Für mich war es ein richtiges Highlight.

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