Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Einfach zum Liebhaben
Helden der Weide - Möge das Horn mit dir sein von Rosa Marin
Wer ein lustiges Abenteuer mit liebenswerten Charakteren sucht, der ist auf dem Rosmarinhof genau richtig aufgehoben.
Das Hochlandrind Shaggy ist neu auf dem Hof, merkt aber schnell, dass hier wirklich alle zusammenhalten. Als Diebe die Kräuter des Bauern gefährdenden, muss schnell ein Plan her und die Spannung steigt.
Die Handlung wird aus der Sicht der Tiere geschildert. Das ist einfach drollig und gibt immer wieder reichlich Anlässe zum Lachen. Wir Menschen sind schon eine sehr merkwürdige Spezie. ;)
Die Schrift ist groß, die Kapitel sind kurz und die Seiten bunt. Von daher eignet sich das Buch auch für Erstleser sehr gut.
Amüsante Dialoge, niedliche Zeichnungen und Charaktere, die man einfach mögen muss, machen einfach Spaß und bieten ein lebendiges Lesevergnügen und das keineswegs nur für kleine Leser oder Zuhörer.
Die dunkle Seite von Berlin
Skin City - Thriller (Berlin Noir 4) von Johannes Groschupf
In Berlin pulsiert das Leben und es sind nicht die schönen Seiten der Stadt, die hier lebendig werden.
Der Autor nimmt seine Leser mit in einige Ecken, von denen ich mich lieber fernhalten werde, aber diese hier zu erleben, hat seinen Reiz und birgt atmosphärische Spannung.
Es gibt drei Handlungsstränge mit drei Protagonisten.
Da ist der Ex-Häftling, der in die Berliner Kunstszene will, die Polizistin Romina Winter, deren persönliche Geschichte eingebunden wird und georgische Einbrecher, die Stadtvillen im Akkord ausrauben.
Abgesehen von Romina, die auf mich einige Male etwas überzogen wirkte, haben mir die Charaktere gut gefallen.
Was haben diese Erzählstränge aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten miteinander zu tun und wie kommen sie zusammen?
Das dauert eine Weile, ist dabei aber sehr spannend zu lesen und mir hat insbesondere der Flair Berlins gut gefallen.
Pandemie-Thriller
Überleben ist alles von Ewan Morrison
Der Vater der fünfzehnjährige Haley und ihres jüngeren Bruders Ben ist überzeugt davon, dass es in näher Zukunft eine Pandemie geben wird, die alles bisher Dagewesene übersteigen wird. Deswegen hat er seine Kinder in die schottischen Berge gebracht, wo er mit ihnen in einer Prepper-Kommune lebt.
Die Story wird aus Haleys Sicht in Form von Tagebucheinträgen erzählt. Ihr kommen Zweifel an dem Vorgehen ihres Vater. Ist dieser einfach durchgedreht oder ist die Bedrohung real?
Die Idee hinter diesem Thriller ist nach den Ereignissen der letzten Jahre durchaus spannend und gar nicht mal so weit hergeholt. Haleys Sichtweise liest sich interessant und es ist spannend ihren Gedanken zu folgen. Sie schwankt zwischen Angst, Hilflosigkeit und dem Drang, die Wahrheit herauszubekommen. Die Handlung hält überraschende Wendungen parat und enthält neben Thrillerelementen ein Familiendrama, das ich nicht vorhergesehen hatte.
Abgesehen von einigen ausschweifenden Textpassagen, ist es ein spannender Jugendroman, der mehr Themen aufgreift als ich gedacht hatte.
Spannender Jugendthriller
Seven Ways to Tell a Lie von Colin Hadler
Die Handlung beginnt schockierend. Ein Video zeigt sieben Jugendliche in einem Bus, der eine Schlucht hinabstürzt und in Flammen aufgeht. Aber die Teenager leben. Es muss sich also um ein Deepfake handeln. Es bleibt nicht bei dem einen Video, weitere tauchen auf. Die sieben Jugendlichen waren früher einmal gut befreundet, haben sich aber nach einem tragischen Ereignis auseinandergelebt.
Nun rücken sie wieder näher zusammen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Jonah erzählt, der einer der Teenager-Clique ist. Er wirkt sympathisch und authentisch. Die übrigen Charaktere passen perfekt in die Handlung.
Die Kapitel sind recht kurz und es gibt immer wieder überraschende Wendungen.
Die Charaktere sind ebenso gut gewählt wie das Setting.
Mit den Deepfakes hat der Autor ein aktuelles Thema in die Handlung gebracht. Ob hier alles realistisch ist, lasse ich mal dahingestellt. Das ändert allerdings nichts daran, dass das Buch fesselnd ist und das bestimmt nicht nur für Jugendliche.
Ginsterburg während des Krieges
Ginsterburg von Arno Frank
Der Roman beschreibt das Leben der Dorfbewohner von Ginsterburg während der Zeit von 1935 bis 1945. Der Ort ist fiktiv und steht stellvertretend für viele andere Orte in dieser Zeit. Ebenso ist es bei den Charaktere. Sie stammen aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und sind lediglich durch ihren Wohnort verbunden.
Die Handlung ist in drei Abschnitte eingeteilt, 1935, 1940 und 1945. Wir erleben, wie sich die Charaktere durch den aufkommenden Nationalsozialismus verändern, wie unpolitische Menschen plötzlich linientreu und zu Denunzianten werden.
Dabei hat der Autor die politische Entwicklung der Zeit sehr gut eingefangen, beschreibt, wie die jungen Menschen immer mehr unter den Einfluß der HJ geraten und auch die Älteren sich für entsprechende Vorteile der Partei anschließen.
Der Schreibstil liest sich nicht so leicht wie ich es erhofft hatte, passt aber gerade deshalb gut zum Buch, das thematisch auch nicht leicht ist. Mal gibt es viele Details und mal sind die Sätze kurz und knapp. Aber es ist ein eindringliches Buch, das berührt und dafür sorgt, dass nichts vergessen wird.
Süße Sportromanze
Mismatch von Laura Willud
Austin Fields wechselt aus seinem Basketballteam in Chicago in das Basketballteam der Kleinstadt Hopeville. In Chicago gehörte er zu den besten Spielern und nun spielt er für ein Team in einer deutlich niedrigeren Liga. Was steckt hier wohl dahinter?
Joyce Reed studiert Sportjournalismus, fühlt such aber bisher als Journalistin nicht wirklich ernst genommen.
Bei Austin wittert sie ein Geheimnis, das sie ergründen will, um ihre Fähigkeiten zu beweisen.
Die Story wird im Wechsel aus der Perspektive von Austin und Joyce erzählt.
So werden die beiden gut greifbar und man bekommt einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.
Beide Charaktere waren mir ausgesprochen sympathisch. Austin, der keine Beziehung mit Geheimnissen will und Joyce, die feststellt, dass es auch für Journalisten Grenzen gibt.
Neben den Protagonisten gibt es zahlreiche weitere Charaktere, die das Buch lebendig machen.
Mein besonderer Liebling war dabei Austins Großmutter.
Es ist ein leicht zu lesendes Buch über Vertrauen, Freundschaft und Liebe mit sympathischen Charakteren, lebendigen Dialogen und einer guten Portion Humor, das durchaus auch zu überraschen weiß.
Eine atmosphärische Familiengeschichte
Stromlinien von Rebekka Frank
Die beiden siebzehnjährigen Zwillingsschwestern Enna und Jale leben seit der Inhaftierung ihrer Mutter Alea bei ihrer Oma Ehmi in der Elbmarsch. Warum ihre Mutter im Gefängnis sitzt, wissen die beiden nicht. Als nun nach zwölf Jahren endlich die Entlassung von Alea ansteht, fiebern sie diesem Augenblick aufgeregt entgegen.
Aber dann verschwindet Jale und auch Alea taucht nicht auf. Emma kann sich nicht erklären was passiert ist und macht sich auf die Suche.
Die beiden Elbmädchen werden gut beschrieben. Enna ist mutiger und misstrauischer als ihre zurückhaltende und gutaussehende Schwester Jale. Die Schönheit der Marschlandschaft bietet einen tollen Hintergrund für die Story.
Der größte Teil der Handlung findet in den Monaten von August bis Oktober 2023 Dezember statt. Zwischendurch geht es immer wieder in die Vergangenheit, mal nur 12 aber auch einmal 100 Jahre.
Dabei wechselt immer wieder die Perspektive der Charaktere wodurch sich nach und nach ein stimmiges Gesamtbild einer Familie über mehrere Generationen ergibt.
Die Familiengeschichte ist fiktiv, aber die Handlung drumherum enthält Bezüge zu realen historischen Begebenheiten. Diese Mischung ist der Autorin wirklich gut gelungen und die hat damit einen spannenden und atmosphärischen Familienroman verfasst.
Ein unglaublich spannender Politthriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Politik, Wahlen und Rechtsextremismus sind gerade aktuelle Themen und diese hat Ingar Johnsrud genutzt, um daraus eine unglaublich spannenden und nervenaufreibenden Thriller zu konstruieren.
Es geht um die Wahl des norwegischen Parlaments. Während des Endspurts des Wahlkampfes zeichnet sich ein Anschlag von der rechtsextremen Seite ab.
Während Liselott Benjamin und Martin Tong, die Ermittler der Anti-Terror-Einheit, alles versuchen um dies zu verhindern, sind die Politiker auf ihren Machtkampf fixiert und erkennen nicht den nötigen Ernst der Lage.
In den kurzen Kapitel, in denen die Zeit bis zur Wahl immer knapper wird, steigt die Spannung stetig.
Die Handlung ist nah an der Realität, wodurch die Ereignisse beängstigend sind. Was Machtgier aus Menschen macht, ist ebenso unfassbar wie der Hass der rechtsextremen Gruppe und die Auswirkung von sozialen Medien.
Dies ist der erste Band einer Trilogie und für mich ist klar, dass ich die Folgebände lesen muss.
Geschichte, die beeindruckt
Der große Riss von Cristina Henríquez
Der Panamakanal verbindet bis heute den Atlantik mit den Pazifik. Für seinen Bau wurden 4000 Arbeitskräfte gesucht, von denen jeder seine eigene Geschichte hat.
Christina Henriquez verfolgt in ihrem Roman das Leben mehrerer Menschen, die am Bau des Kanals beteiligt waren. Natürlich wird hier nur ein winziger Bruchteil der helfenden Hände und Köpfe aufgegriffen, aber sie stehen stellvertretend für alle und dennoch ist jeder für sich ein Unikat.
Menschen unterschiedlichster Herkunft und Gesellschaftsschichten, welche die den Bau befürworten, aber auch welche, die sich dagegen sträuben kommen zu Wort.
Es ist interessant die unterschiedlichen Perspektiven einzunehmen.
Das Buch lebt von seinen vielfältigen Charakteren und ihren Verflechtungen, die durch den Bau des Kanals zustande kommen.
Sowohl die Arbeitsbedingungen rund um die Kanalarbeiten als auch die Umgebung werden detailliert beschrieben.
Da der Panamakanal gerade wieder ein höchst aktuelles Thema ist, fand ich die historischen Fakten sehr interessant und lesenswert.
Kurzweilige Unterhaltungsliteratur
Frau Hempels Tochter. Roman von Alice Berend
Ich hätte niemals gedacht, dass dieser Roman bereits im Jahr 1913 erschienen ist.
Er beschreibt das Leben der Familie Hempel, eine einfache, kleinbürgerliche Familie, die im Berlin der Kaiserzeit lebt. Obwohl die Familie in einfachen Verhältnissen lebt, ist ihre Sicht auf den Alltag sehr lebensbejahend und ausgesprochen amüsant.
Nur wenige Begriff, die im Anschluss an den Roman erklärt werden, deuten daraufhin, dass Alice Berend dieses Buch bereits vor mehr als 100 Jahren geschrieben hat. Ihre Sprache und ihre Vergleiche des Großstadtlebens mit dem auf dem Land sind humorvoll und die Einblicke, die sie in das Leben der unteren Gesellschaftsschichten gibt, authentisch.
Sie bringt es auf den Punkt, was im Leben wirklich wichtig ist.











