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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Pusteblümchen:

Voller Spannung und Wendungen

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Juli ist verschwunden und die Polizei geht von einem Mordfall aus. Verdächtigt wird der Vater. Anna glaubt nicht an seine Schuld und versucht alles, um den wahren Täter zu finden. Gleichzeitig muss sie sich aber auch noch um ihren kleinen Bruder Leon kümmern, da ihr Vater im Gefängnis sitzt und ihre Mutter psychisch krank ist.

Anna ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, die in ihrer Verzweiflung sehr viel Mut und Energie aufbringt. Auch die Polizei ermittelt. Während der Ermittler Max Faber überzeugt von der Schuld des Vaters ist, glaubt seine Kollegin Katharina Engels nicht an seine Schuld.
Die Ereignisse werden im Wechsel aus Katharinas Sicht und der von Anna geschildert. Dabei wird eine enorme Spannung aufgebaut. Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, wodurch ein unglaublicher Sog beim Lesen entsteht.
Ich habe durchgehend mitgefiebert und gerätselt, was mit Juli passiert sein könnte, bin aber zu keiner schlüssigen Erklärung gekommen. Es gab immer wieder Wendungen, die für mich absolut nicht vorhersehbar waren. Das Ende hat dann dafür gesorgt, dass mein Mund endgültig offen stehen blieb.

Einfach fantastisch, ich habe wirklich schon viele Krimis und Thriller gelesen, aber dieser war ein ganz besonderes Highlight.

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Unterschiedliche Sichtweisen einer gemeinsamen Vergangenheit

Geschwister von Moa Herngren

Bereits der Prolog macht deutlich, dass das Verhältnis der drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus zerbrochen ist.
Im Anschluss geht es weiter zurück in die Vergangenheit und man erfährt wie es so weit kommen konnte.

Nach dem Tod des Vaters steht erstmalig der Geburtstag der Mutter an und die Geschwister treffen im Elternhaus aufeinander, um gemeinsam zu feiern.

Bei diesem Treffen kommt einiges an die Oberfläche, was über Jahre hinweg versteckt gebrodelt hat.
Andrea fühlt sich ausgeschlossen, da zwischen ihrer Schwester Ulrika und der Mutter eine enge Bindung besteht, an der sie nicht teilhat. Für Ulrika war sie stets das Lieblingskind des Vaters. Rasmus ist es nie gelungen aus dem Schatten seiner Schwestern herauszutreten.

Durch das Treffen kommen alte Erinnerungen hoch. Jeder hat eine andere Sicht auf die Vergangenheit. Als Leser erfährt man diese aus der Sicht der einzelnen Geschwister und unglaublicherweise fand ich jede Sichtweise glaubhaft. Die Autorin versteht es darzulegen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt, sondern dass die Wahrheit durch das eigene Erleben, unterschiedliche Empfinden ein wenig anders aussieht. Alles ist so realistisch und lebensnah geschrieben, dass die Situationen auf die ein oder andere Weise in das Leben eines jeden passen.
Erinnerungen verändern sich, so wie die Wahrnehmung je nach Perspektive vollkommen unterschiedlich ist.

Das Buch ist erschütternd, die familiären Konflikte sind schwierig und ohne Hilfe von außen kaum zu lösen. Ob es immer so enden muss wie hier? Nein, ich denke nicht. Dennoch fand ich diese eindrückliche Schilderung interessant zu lesen.

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Ein Sommer zwischen Trauer, Familie und Drama

Sommerhaus von Rachel Joyce

Der 76-jährige Vic Kemp ist ein großartiger Künstler. Dessen ist er sich auch sehr bewusst, von seiner eigenen Genialität ist er völlig überzeugt und an Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Seine vier Kinder Netta 40, Susan 39, Goose 36 und Iris 33 Jahre verehren ihn, was vielleicht auch ein wenig dem frühen Tod ihrer Mutter zuzuschreiben ist.

Nun eröffnet Vic ihnen, dass er wieder heiraten will und zwar die 27-jährige Bella-Mae. Seine Kinder sind entsetzt.
Vic zieht mit Bella-Mae in die Familienvilla am norditalienischen See Lago d’Orta. Dort wird er kurz nach der Hochzeit tot aus dem See geborgen. Seine Kinder reisen hin, um zu erfahren, was passiert ist bzw. um Bella-Mae als Erbschleicherin oder sogar Mörderin zu überführen.

Der Originaltitel zu diesem Buch lautet „The Homemade God“ und ich finde es wirklich schade, dass dieser nicht beibehalten wurde, da er absolut treffend ist.

Die Villa am See nimmt viel Raum ein. Die Hitze des Sommers wird dort regelrecht spürbar. Das Buch ist eine Familiengeschichte und zugleich spannend wie ein Kriminalfall. Die Dynamik der Beziehung zwischen den Geschwistern verändert sich, durch den Tod des Vaters gestaltet sich ihre Rolle im Familiengefüge neu. Sie beginnen, die Vergangenheit und das idealisierte Bild ihres Vaters zu hinterfragen. Es werden Risse freigelegt, von denen zunächst nichts zu ahnen war.

Während mir keiner der Charaktere so richtig sympathisch geworden ist, habe ich das Setting, das Haus am See und die sommerliche Hitze geliebt. Da kam ich schon beim Lesen ins Schwitzen.

Trotz der unsympathischen Charaktere war es für mich ein absolut fesselndes Sommerdrama, das mich vor allem durch sein Setting und die spürbare Hitze begeistert hat.

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Mehr Schein als Sein

Seven Rules For A Perfect Marriage von Rebecca Reid

Das Buch passt perfekt in unsere Zeit, da es um zwei erfolgreiche Influencer geht.
Jessica und Jack haben sieben Regeln für die perfekte Ehe erarbeitet. Nach ihrem Erfolg auf Instagram steht nun die Veröffentlichung ihres Buches an.
Leider ist ihre eigene Ehe nicht ganz so perfekt. Nun wollen sie diese durch ihre Regeln kitten.

Was nach außen so perfekt klingt, ist es leider nicht, aber es wäre auch zu einfach, wenn sich eine Beziehung durch sieben Regeln in ein schönes Förmchen pressen ließe.
Das echte Leben ist einfach viel komplexer als der Schein, den es nach außen zu wahren gilt.
Der durch Social Media entstehende Druck lässt sich nicht durch eine Regel beseitigen, da es so viel mehr ist, was auf die beiden einströmt. Obwohl Jessica und Jack das gleiche Ziel haben und sie sich über die Regeln einig sind, gibt es mehr als einen Weg, um an das Ziel zu kommen. Ohne Gespräche und Kompromisse geht es einfach nicht.

Die Idee hinter dem Buch gefällt mir sehr, es regt zum Nachdenken an und trifft den Nerv unserer Gesellschaft.

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Provokant und verrückt

Just Watch Me von Lior Torenberg

Das Buch passt perfekt in unsere Zeit. Im Internet finden immer extremere Challenges statt und was die Protagonistin Dell hier macht, ist wirklich skurril. Dabei geht es ihr zunächst nicht um Ruhm, sondern um Geld. Das klingt erst einmal ziemlich unrühmlich, ist es aber nicht. Sie braucht das Geld, um die lebenserhaltenden Maßnahmen für ihre Schwester Daisy bezahlen zu können.

Daisy liegt im Krankenhaus im Koma und die Maschinen sollen abgestellt werden.

In einem siebentägigen Livestream isst sie scharfe Speisen und geht dabei immer mehr an ihre körperlichen Grenzen. Ich wusste nicht, ob ich über ihr Handeln geschockt sein sollte, da ihre Beweggründe absolut nachvollziehbar und zutiefst menschlich sind. Dadurch hat sie mich sehr berührt. Gleichzeitig war ich entsetzt über ihre Follower, die ihre gefährlichen Aktionen durch ihr Zuschauen erst finanzieren und Dell dadurch immer weiter anstacheln.

Hier werden die Schattenseiten des digitalen Voyeurismus in der Social-Media-Welt ungeschönt entlarvt.

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Caro bricht aus

Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte

Caro ist unzufrieden. Sie empfindet ihr Leben als Ehefrau, Mutter und Angestellte langweilig und anstrengend. Immer ist es ihr Mann, der das letzte Wort hat. Bei einem seiner von ihr ungeliebten Essen mit Gästen fasst sie einen Entschluss: Sie will nach Frankreich, einen Sprachkurs besuchen und lässt sich auch von ihrem Mann, der davon wenig angetan ist, nicht aufhalten.

Caro ist eine Protagonistin, mit der ich mich direkt identifizieren konnte. Auch ich liebe Frankreich und habe manchmal von meinem Alltag einfach genug. Allerdings fehlt mir bisher ihr Mut, allein zu reisen und einen Sprachkurs zu besuchen.
Aber dieser Roman macht Mut sich auszuprobieren und Neues zu wagen. Caro lernt in ihrem Sprachkurs nette Menschen kennen, entdeckt Seiten von Frankreich, die Lust auf eine Reise und Veränderungen machen.

Mich hat das Buch nachdenklich gemacht. Gleichzeitig bietet es schöne Unterhaltung und ich habe die Lesestunden sehr genossen.

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Eine Familiengeschichte mit Tiefe

Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe

Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, jede hat etwas Besonderes und gibt Einblicke in familiäre Bereiche, die ansonsten im Verborgenen bleiben.
In diesem Roman geht es um Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Die Protagonistinnen stammen aus vier Generationen.
1912 ließ die Urgroßmutter der Autorin einen Kirschholzschrank anfertigen.

Dieser machte jeden Umzug mit und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl Miriam ihn zunächst nicht bei sich haben wollte, entschied sie sich dann doch anders. Zum Glück, denn dieser hatte für jede der Frauen eine andere Bedeutung und die Autorin entschied sich dafür in ihm die Tagebücher ihrer Urgroßmutter, Großmutter und Mutter aufzubewahren, die ihr als Grundlage für diesen Roman dienten.
Die Frauen ihrer Familie haben zwei Weltkriege erlebt und sie selbst wurde als schwarzes Kind in eine weiße Familie hineingeboren. Zur damaligen Zeit war das keine einfache Situation. Überhaupt hatten die Frauen kein leichtes Leben und es wird deutlich wie sehr es sie direkt und indirekt geprägt hat. Dadurch entsteht auch eine Menge Konfliktmaterial.
Die Autorin thematisiert so ziemlich alles, was in das damalige Zeitgeschehen passt, egal ob politisch, gesellschaftlich oder kulturell. Dadurch wird der Roman sehr vielschichtig, fordert aber auch beim Lesen. Wer anspruchsvolle Familiensagas mag, könnte an dem Buch gefallen finden.

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Eine süße Geschichte über Freundschaft und Liebe

Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti

Daisy und Levi kennen sich schon ewig und wissen alles übereinander. Nur dass Daisy, die eigentlich Daniella Maria heißt und von allen außer von Levi Dani genannt wird, in Levi verliebt ist, ahnt dieser nicht. Bevor die beiden auf`s College wechseln will Daisy ihm ihre Liebe gestehen, aber stattdessen kommt es zum Kontaktabbruch und sie sehen sich erst vier Jahre später wieder.

Danis Liebe zu Levi ist ungebrochen. Dass er mit dem außergewöhnlichen Anliegen zu ihr kommt, seine Fake-Begleitung auf einer Hochzeit zu spielen, macht die Situation nicht einfacher.
Bei diesem Buch passt einfach alles. Es ist total süß gestaltet, sowohl der wundervolle Buchschnitt, das in rosa gehaltene Cover als auch die Blümchen im Buch und die Sprüche zu Kapitelbeginn machen den Roman zu einem stimmigen Gesamterlebnis.
Daisy / Dani war mir auf Anhieb sympathisch. Ich habe das Gefühl, dass sie mir alles direkt erzählt. Ihre Selbstzweifel tun regelrecht weh und ich hätte ihr die ganze Zeit etwas mehr Mut gewünscht damit sie sich das Leben nicht so schwer macht.
Dieser Roman ist ein richtiges Wohlfühlbuch, leicht zu lesen, mit liebenswerten Charakteren, viel Witz und Charme. Es ist perfekt, um den Kopf frei zubekommen und sich einfach einmal so richtig fallen zu lassen.

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Komplexe Handlung mit starker Protagonistin

Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin

Dies ist bereits der zweite Band, in dem sich die Kommissarin Nihal Khigarian in die Berliner Schattenwelt begibt. Neben ihr gibt es weitere Charaktere, die mir bereits aus dem vorherigen Buch bekannt waren und deren Weg ich gerne weiter verfolgt habe. Für das Verständnis der Handlung ist kein Vorwissen notwendig, aber sinnvoll um sich ein gutes Bild von den Figuren zu machen.

Nihal Khigarian ist eine vielschichtige Protagonistin. Durch ihre Vergangenheit hat sie einiges an Ecken und Kanten bekommen und genau dieses holt sie hier ein. Ihr Privatleben ist eng mit der Handlung verknüpft und diese entpuppt sich als weitaus komplexer als zunächst gedacht.
Die Spannung ist durchgehend hoch, die Atmosphäre der Großstadt und wie es in dieser zugeht, hat Kim Koplin gut eingefangen und es ist zu merken, dass er sich dort auskennt.
Nihal Khigarian ist eine unkonventionelle Ermittlerin, die keineswegs perfekt ist, aber kompetent und wenn es darauf ankommt auch funktioniert. Ich mag diese menschliche Züge und hoffe, dass sie weiterhin in der Unterwelt von Berlin aufräumt.

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Über Kunst und die männliche Dominanz in der Kunstwelt

The Artist von Lucy Steeds

Der britische Journalist Joseph Adelaide reist in die Provence, um den Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Dieser lebt sehr zurückgezogen mit seiner Nichte Ettie in einem Landhaus. Schnell wird deutlich, dass Tartuffe kein umgänglicher Zeitgenosse ist. Er ist arrogant, egozentrisch und ein Tyrann.

Ettie leidet unter ihrem Onkel. Sie lebt in seinem Schatten, ist Haushälterin, Köchin und Sekretärin, die im Hintergrund alles perfekt organisiert, damit er glänzen kann. Mit dem Eintreffen von Joseph verändert sich die Dynamik.

Lucy Steeds nimmt sich viel Zeit ihre Protagonisten und um die Umgebung zu beschreiben. Dadurch kam bei mir schnell das Gefühl auf, an dem Geschehen direkt teilzuhaben. Ich konnte die Atmosphäre der Provence sehen, spüren, riechen und regelrecht schmecken.

Mit Ettie beschreibt sie eine Frau, die gegen die männliche Dominanz in der Kunstwelt aufbegehrt.
Es ist ein ruhiger Roman, der damit ein wichtiges Thema gelungen aufgreift. Auch wenn die Handlung fiktiv ist, enthält sie viele Wahrheiten.

Interessant sind auch die abschließenden Anmerkungen der Autorin, mit denen sie die Handlung nochmals gelungen einordnet.

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