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Rezensionen von FogandBooks:

Cozy Herbstgefühle mit Luft nach oben

Cinnamon Spice Love von Harper Graham

Cinnamon Spice Love ist für mich eines dieser Bücher, bei denen ich am Ende eigentlich gar nicht so richtig weiß, was ich groß kritisieren soll, die mich aber trotzdem nicht vollkommen überzeugen konnten. Denn schlecht ist die Geschichte definitiv nicht. Sie ist cozy, herbstlich und angenehm zu lesen und gerade für Fans von Gilmore Girls dürfte das Kleinstadtsetting mit seinen neugierigen Bewohnern ziemlich gut funktionieren.

Gleichzeitig bleibt es für mich aber auch genau dabei. Es ist ein netter Herbstroman für zwischendurch, der wenig überrascht und sich sehr stark auf bekannte Elemente verlässt.

Die Second Chance Romance zwischen Madison und Zach baut vor allem auf vergangenen Missverständnissen auf und entsprechend vorhersehbar entwickelt sich die Geschichte. Einen großen Plot Twist braucht ein solches Buch für mich überhaupt nicht, trotzdem hätte ich mir innerhalb ihrer Beziehung deutlich mehr Entwicklung gewünscht. Gerade bei einer Second Chance Romance möchte ich spüren, wie zwei Menschen sich nach Jahren erneut kennenlernen und vielleicht sogar noch einmal ganz anders ineinander verlieben. Dieses Kribbeln und Knistern hat mir hier leider gefehlt. Zwar erfahren wir schon früh, wie sehr beide einander vermisst haben und auch die körperliche Anziehung ist durchaus vorhanden, für mich ersetzt das aber nicht dieses langsame erneute Annähern. Dadurch konnte mich ihre Liebesgeschichte emotional weniger greifen, als ich es mir gewünscht hätte.

Madison mochte ich als Protagonistin eigentlich ganz gerne und auch Zach ist grundsätzlich sympathisch. Erzählt wird aus beiden Perspektiven, wobei ich irgendwann das Gefühl hatte, dass Zach dadurch eher verliert als gewinnt. Madison steht deutlich stärker im Mittelpunkt und ihre Geschichte wirkt wesentlich präsenter, während Zach für mich stellenweise etwas weinerlich wurde und sich gedanklich sehr stark darum dreht, was er verloren hat und wie großartig Madison ist. Tatsächlich glaube ich, dass die Geschichte für mich sogar besser funktioniert hätte, wenn sie ausschließlich aus Madisons Perspektive erzählt worden wäre.

Dafür bringt das Kleinstadtsetting genau die Charaktere mit, die man dort erwartet. Es gibt ältere Damen, die über Gott und die Welt ratschen, sich überall einmischen und natürlich zu allem eine Meinung haben, alte Bekannte und Madisons früheren Freundeskreis. Gerade bei Letzterem hätte ich mir allerdings mehr gewünscht. Madison hat ihre Heimat verlassen, um in New York ihre Karriere zu verfolgen, und natürlich verändern sich Freundschaften über diese Distanz. Trotzdem bleibt die frühere Verbundenheit der Clique erstaunlich wenig greifbar und auch der Wunsch, diese Beziehungen wieder stärker aufleben zu lassen, kommt für mich kaum durch.

Sprachlich lässt sich Cinnamon Spice Love dafür wirklich angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, das Tempo passt zur Geschichte und trotz des eher ruhigen Plots hatte ich nicht das Gefühl, dass sich das Buch unnötig zieht. Wer gerade etwas Leichtes und Unkompliziertes sucht, bei dem man sich für ein paar Stunden in einer gemütlichen Kleinstadt verlieren kann, bekommt genau das. Anspruchsvoll oder besonders individuell ist die Geschichte allerdings nicht und vieles lässt sich bereits früh erahnen.

Am Ende ist Cinnamon Spice Love für mich deshalb keine Enttäuschung. Dafür mochte ich die cozy Atmosphäre und diese deutlichen Gilmore Girls-Vibes viel zu gerne. Nur ist es eben auch kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Es war angenehm zu lesen, es war nett und ich hatte durchaus eine schöne Zeit damit. Aber bei „nett“ bleibt es für mich leider auch.

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Wenn aus einem Blind Date ein Heiratsantrag wird

A Business Proposal 1 von Haehwa

Shin Hari hat genug eigene Sorgen, als ihre beste Freundin sie bittet, bei einem Blind Date für sie einzuspringen. Yeongseo möchte den Mann nicht heiraten, den ihre Familie für sie vorgesehen hat. Hari soll ihn deshalb möglichst schnell vergraulen. Das Geld, das sie dafür bekommt, kann sie gut gebrauchen.

Doch der Abend nimmt eine Wendung, mit der keine der beiden gerechnet hat: Ihr Gegenüber ist Kang Taemu, Haris neuer Chef. Und ausgerechnet er will das Treffen nicht so schnell beenden. Um den Heiratsversuchen seines Großvaters zu entkommen, schlägt er eine Scheinehe vor.

Damit steckt Hari in einer Lüge, die mit jedem weiteren Treffen schwieriger wird. Sie muss vor Taemu eine andere Frau spielen und ihm bei der Arbeit zugleich als seine Angestellte begegnen. Haehwa lässt aus diesen beiden Rollen eine Reihe von Missverständnissen entstehen. Die Geschichte lebt von Haris Versuchen, nicht aufzufliegen, von schnellen Dialogen und von Situationen, die immer ein wenig weiter eskalieren.

Dabei ist Taemu eine Figur, an der sich die Geister scheiden. Seine Entschlossenheit sorgt für einige der komischen Momente, kann aber auch unangenehm wirken, gerade weil er Haris Vorgesetzter ist. Auch die Annäherung der beiden bekommt zwischen all den Verwicklungen nicht immer den Raum, den man sich für ihre Gefühle wünschen würde. Das Chaos macht Spaß, nimmt den Figuren stellenweise aber auch etwas von ihrer Nähe.

Haris Lage gibt der Geschichte dennoch mehr als nur einen lustigen Anlass für ein falsches Date. Sie braucht das Geld, möchte ihrer Freundin helfen und muss gleichzeitig um ihren Arbeitsplatz fürchten. So bleibt hinter den überdrehten Begegnungen spürbar, warum sie die Lüge nicht einfach auflösen kann. A Business Proposal 1 erzählt diese Geschichte mit viel Tempo und Humor. Für die Beziehung zwischen Hari und Taemu bleiben am Ende des ersten Bandes noch Fragen offen.

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Viel Wirbel, der leider nicht bleibt

In Stormy Weather von Chelsea Curto

Selten hat sich mein Eindruck von einem Buch während des Lesens so stark verändert wie bei In Stormy Weather. Gestartet bin ich ohne große Erwartungen und hatte mich innerlich schon auf eine eher klassische 08/15-Romance eingestellt. Umso überraschter war ich von den ersten Kapiteln. Quincy und Sebastian liefern sich herrlich bissige Wortgefechte, schenken sich absolut nichts und bringen eine Dynamik mit, die mich sofort unterhalten hat.

Besonders gefallen hat mir, dass Enemies to Lovers hier zunächst wirklich ernst genommen wird und die gegenseitige Abneigung nicht nach wenigen Seiten plötzlich vergessen ist.

Auch das Thema Meteorologie wird richtig schön in die Geschichte eingebunden und gibt ihr etwas Eigenes. Ein besonderes Highlight waren für mich The Rainy Day Show und die dazugehörigen Kommentarspalten. Sie bringen Humor hinein, zeigen gleichzeitig realistische Seiten des Content-Creator-Lebens und haben perfekt zu Quincy gepasst. Dazu kommen ernstere Themen und berufliche Herausforderungen, die den Charakteren zusätzliche Tiefe verleihen.

Leider konnte das Buch dieses Niveau für mich nicht halten. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr ging von dem verloren, was mich anfangs begeistert hatte. Die schlagfertigen Dialoge wurden weniger, der Schlagabtausch verlor seinen Biss und irgendwann fehlte mir schlicht die besondere Chemie der ersten Hälfte. Stattdessen rückten andere Aspekte der Beziehung immer stärker in den Vordergrund, die auf mich teilweise eher konstruiert wirkten. Ich ertappte mich sogar dabei, Sätze zu überfliegen und regelrecht nach der ursprünglichen Dynamik zu suchen. Besonders schade fand ich Quincys Entwicklung. Ihre Schlagfertigkeit und Eigenständigkeit hatten sie für mich zu einer richtig starken Protagonistin gemacht. Im weiteren Verlauf hatte ich jedoch zunehmend das Gefühl, dass etwas von genau dieser Stärke verloren geht. Gleichzeitig gerät auch The Rainy Day Show immer stärker in den Hintergrund und damit ausgerechnet einer der Aspekte, die das Buch für mich von anderen Romance-Geschichten abgehoben haben.

Am Ende bleibt deshalb vor allem ein Gefühl von verschenktem Potenzial. Die erste Hälfte hat meine Erwartungen deutlich übertroffen und mir unglaublich viel Spaß gemacht. Umso enttäuschender war es, dass die Geschichte genau die Stärken, mit denen sie mich gewonnen hatte, nach und nach verliert. Schlecht ist In Stormy Weather für mich definitiv nicht, dafür war der Einstieg viel zu stark. Trotzdem bleiben zwei sehr unterschiedliche Leseerfahrungen zurück und die Frage, wie sehr ich dieses Buch hätte lieben können, wenn es seine anfängliche Dynamik bis zum Schluss behalten hätte.

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Fantastischer Auftakt mit Suchtpotenzial

Crown of War and Shadow von J. R. Ward

Crown of War and Shadow – Fluch der Königreiche hat mich komplett in seinen Bann gezogen und ist seit Langem mal wieder ein Fantasybuch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte.

Besonders das Worldbuilding ist der Autorin unglaublich gut gelungen. Gemeinsam mit der Protagonistin tauchen wir in eine faszinierende Welt voller Geheimnisse ein, in der schnell klar wird, dass nichts so ist, wie es zunächst scheint.

Durch den detailreichen und bildhaften Schreibstil entsteht eine Atmosphäre, die einen immer tiefer in die Geschichte hineinzieht und das Buch nur schwer aus der Hand legen lässt. Auch die Charakterentwicklung hat mir richtig gut gefallen. Die Protagonistin wächst im Laufe der Handlung immer mehr über sich hinaus, stellt sich ihren Ängsten und versucht, ihren eigenen Weg zu gehen. Gleichzeitig werfen ihre Vergangenheit und ihre wahre Identität immer neue Fragen auf. Gerade diese vielen Geheimnisse haben mich permanent zum Weiterlesen motiviert, weil ich unbedingt herausfinden wollte, was wirklich hinter allem steckt. Der Love Interest fügt sich ebenfalls wunderbar in die Geschichte ein. Die Chemie zwischen den Figuren ist spürbar, der Spice ist passend dosiert und an den richtigen Stellen eingesetzt. Er ergänzt die Handlung, ohne sie zu überlagern, und sorgt für einige intensive Momente.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hinter den Ereignissen viel mehr steckt, als zunächst vermutet. Immer wieder werden neue Fragen aufgeworfen, die die Spannung konstant hochhalten. Und dann kommt dieses Ende... Der Cliffhanger schließt den ersten Band zwar gelungen ab, macht aber gleichzeitig unglaublich neugierig auf die Fortsetzung. Ohne zu viel vorwegzunehmen kann ich sagen, dass Crown of War and Shadow – Fluch der Königreiche seinen Platz als New-York-Times-Bestseller absolut verdient hat. Ich bin schon jetzt gespannt, wie sich das Magiesystem weiterentwickeln wird, welche Geheimnisse noch ans Licht kommen und welchen Weg die Protagonistin einschlagen wird. Für mich ein rundum gelungener Reihenauftakt, der definitiv Lust auf mehr macht.

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Große High-Society-Vibes, aber zu wenig Prickeln und ein fetter Cliffhanger!

Newport Bay Club 1: Matching Your Lies von Elle Ellis

Der Auftakt dieser Romantic-Suspense-Reihe entführt uns in den luxuriösen Newport Bay Club und verspricht eine packende Mischung aus Urlaubsflair, tiefen emotionalen Wunden und gefährlichen Undercover-Ermittlungen. Der Einstieg gelingt dabei absolut mühelos, denn durch den flüssigen, angenehmen Schreibstil fliegt man regelrecht durch die Seiten.

Das sommerliche High-Society-Setting versprüht sofort eine greifbare Atmosphäre aus Luxus und einer unterschwelligen Spannung, gepaart mit einer wunderbaren „Found-Family“-Stimmung unter den Angestellten des Clubs. Auch die Protagonisten überzeugen zu Beginn: Hazel ist mit ihrer Leidenschaft für Graphic Novels, mit denen sie ihre Vergangenheit und den Verlust ihres Ex-Freundes Nate verarbeitet, sofort sympathisch. Carter gibt den perfekten, geheimnisvollen Gegenpart ab. Dank des Perspektivenwechsels kann man die Chemie und die schlagfertigen Dialoge zwischen den beiden von der ersten Seite an wunderbar miterleben.

Im Verlauf der Geschichte nimmt das Buch emotional stark an Fahrt auf. Besonders die Gewissheit über den tragischen Tod von Hazels Mutter bricht einem das Herz; sie verleiht Hazel eine enorme Tiefe und macht ihren tiefen Hass auf Drogen absolut greifbar. Zwischenmenschliche Highlights wie die gemeinsame Rettung eines Kätzchens und die anschließenden, leisen Morgenmomente zeigen eine wunderschöne, verletzliche Seite der Charaktere. Leider gerät genau in diesem Mittelteil der Spannungsbogen etwas ins Stolpern. Für einen Romantic-Suspense-Roman plätschert die Handlung streckenweise zu „nett“ und vorhersehbar vor sich hin. Auch Carters Rolle als Ermittler verliert an Authentizität: Dass er Hazels Akte aus Eifersucht wegen Nate nicht zu Ende liest und wochenlang kaum etwas herausfindet, lässt seine Cop-Story unprofessionell wirken. Zudem fehlt trotz expliziter, heißer Szenen wie in der Dusche oder im Kühlhaus manchmal das echte, tiefe Bauchkribbeln auf der Romanzen-Ebene – die scharfen Schlagabtausche wirken in Momenten, in denen Hazel eigentlich nur Hilfe bräuchte, fast ein wenig unpassend.

Der letzte Abschnitt reißt das Ruder in Sachen Spannung noch einmal komplett herum und entpuppt sich als der stärkste Part. Die extreme Yacht-Party und ein bildhaft beschriebener, dramatischer Autounfall bringen endlich den lang ersehnten Nervenkitzel. Dass der vermeintlich tote Nate tief in den Drogengeschäften steckte, ergibt plötzlich Sinn – und gipfelt in einem absoluten „WTF-Cliffhanger“, der einen völlig fassungslos zurücklässt und die Frage aufwirft, ob sein Tod nur vorgetäuscht war oder ein Zwilling dahintersteckt. So packend der Krimi-Plot endet, so enttäuschend flach bleibt leider der emotionale Showdown. Carters Timing für einen Korb war mehr als fragwürdig, da er erst mit Hazel schläft, bevor er die Reißleine zieht. Auch der finalen Offenbarung seiner wahren Identität wird viel zu wenig Raum geschenkt – hier hätte die Story dringend mehr Dramatik, Wut und Tränen vertragen können, weshalb die Protagonisten zum Ende hin immer distanzierter wirken.

Alles in allem besticht das Buch durch seine Urlaubsatmosphäre und den großartigen Schreibstil. Während die Krimi-Handlung mit einem genialen Knall endet und die Neugier bezüglich Nates Rückkehr definitiv geweckt ist, bleibt die Liebesgeschichte wegen des fehlenden Prickelns und des überstürzten Showdowns ein wenig hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ob Band 2 letztendlich gekauft, in der Bibliothek geliehen oder als Hörbuch gehört wird, bleibt abzuwarten – eine Chance hat die Fortsetzung nach diesem Ende aber verdient.

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Wenn das Märchen-Retelling zum Fehlgriff wird

West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe


Ich bin generell einfach überhaupt nicht der Märchentyp und habe noch nie Märchen gemocht, weshalb mich auch Der Zauberer von Oz im Original nie gereizt hat. Trotzdem dachte ich mir bei West of Wicked, ich probiere es mit diesem Buch und dem Genre einfach mal aus. Hätte ja sein können, dass mich diese düstere Version total abholt und voll meinen Nerv trifft.

War aber leider überhaupt nicht der Fall und am Ende stand für mich hier leider eine Enttäuschung.

Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils der Autorin zwar recht leicht, allerdings zog sich die erste Hälfte der Geschichte für meinen Geschmack ziemlich in die Länge. Obwohl das Buch ab 18 Jahren empfohlen wird, wirkte die Welt anfangs seltsam jung. Es las sich eher wie ein jugendliches Fantasybuch voller bunter Farben und feenartiger Hexen, gemischt mit einem sehr langsamen Farmeralltag in Kansas. Erst in der zweiten Hälfte zieht das Tempo an, es wird endlich actionreicher und die düstere, atmosphärische Stimmung kommt zum Tragen. Das Ende war sogar richtig spannend und hatte ein paar unvorhersehbare Wendungen im Gepäck, die mich dann doch noch etwas fesseln konnten. Ein echtes Problem hatte ich allerdings mit den Charakteren, zu denen ich kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Dorothy ging mir mit ihrer naiven Art streckenweise ziemlich auf die Nerven, da sie die fremde Fantasywelt kaum hinterfragt und Fremden viel zu schnell ihr blindes Vertrauen schenkt. Der sexy Anteil, mit dem das Buch so groß beworben wird, war für mich leider ein totaler Reinfall. Der Spice war wirklich mau, wirkte extrem aufgesetzt und kam in den unpassendsten Momenten. Gleich zu Beginn gibt es eine ausführliche Szene mit einem Nachbarn, den man als Leserin noch gar nicht kennt, und auch später wird mitten auf der Flucht munter drauflosgeknutscht, was für mich die komplette Dynamik gekillt hat.

Die Vogelscheuche alias Rook war zwar optisch der absolute Mr. Perfect, aber seine Plot-Twists waren durch den Mangel an anderen Figuren leider meilenweit vorhersehbar und konnten mich nicht überraschen. Mein heimliches Highlight war tatsächlich der Blechmann, der hier als drogenabhängiger Söldner dargestellt wird. Seine düstere Hintergrundgeschichte und seine geheimnisvolle Fassade waren mit Abstand das Spannendste am ganzen Buch. Erzählt wird die Geschichte aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven in recht kurzen Kapiteln. Das nimmt der Story leider extrem die Tiefe und den Raum zum Atmen. Kaum hat man sich in eine Figur hineingeversetzt, springt die Sichtweise schon wieder um. Dadurch blieben viele Charaktere, wie zum Beispiel die Hexen, total blass und kaum greifbar. Auch kleine Logikfehler, wie Dorothys plötzliche Verhütungs-Amnesie, obwohl sie absolut keine Kinder will, haben das Ganze für mich nicht besser gemacht.

West of Wicked rettet sich durch eine spannende zweite Hälfte und den coolen Blechmann-Charakter zwar noch auf solide 2 Sterne, war für mich aber letztendlich ein absoluter Fehlgriff. Das Experiment ist gescheitert und ich bleibe in Zukunft definitiv ganz weit weg von allem, was auch nur im Entferntesten mit Märchen zu tun hat. Den zweiten Band werde ich mir sparen.

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Mehr als nur Highschool-Drama

All the things I didn't say von Ann Liang

Mit All the Things I Didn't Say hat Ann Liang ein Buch geschaffen, das mich auf eine Weise berührt hat, die ich anfangs gar nicht so recht kommen sah. Manchmal sträubt man sich ein wenig, in eine neue Geschichte einzutauchen, und braucht ein paar Kapitel, um den Rhythmus der Seiten zu finden. Doch wenn einen die Atmosphäre erst einmal gepackt hat, lässt sie einen so schnell nicht mehr los.

Liang entwirft hier kein typisches, klischeehaftes Highschool-Drama, sondern ein emotionales und unheimlich dichtes Porträt über den unendlichen Druck, perfekt sein zu müssen, und die lähmende Angst vor den eigenen, ungeschönten Gefühlen.

Das Setting der australischen Schule wird dabei so lebendig und greifbar, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, selbst durch die Gänge zu laufen und das tuschelnde Chaos nach der großen Katastrophe hautnah mitzuerleben. Im Zentrum steht Sadie Wen, eine absolute Vorzeigeschülerin und Schulsprecherin, deren vermeintlich makellose Fassade Risse bekommt, als ihre nie abgeschickten E-Mail-Entwürfe, voller Frust und bitterer Wahrheit, an die gesamte Schule versendet werden. Ab diesem Moment verwandelt sich ihr Leben in einen emotionalen Trümmerhaufen, und man leidet, bangt und hofft unweigerlich mit ihr mit. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Sadie gezwungen wird, den Raum des bloßen Funktionierens zu verlassen und zu lernen, was es wirklich bedeutet, zu sich selbst und der eigenen Meinung zu stehen.

Manchmal muss den Menschen erst der Spiegel vorgehalten werden, ehe sie sehen, welches Verhalten sie an den Tag legen.

Neben Sadie lebt die Geschichte vor allem von Julius Gong. Was als harter, von tiefer Konkurrenz geprägter Schlagabtausch beginnt, entwickelt sich zu einer unheimlich einnehmenden Dynamik. Julius wirkt anfangs arrogant und unnahbar, doch gemeinsam mit Sadie blickt man als Leser hinter seine Schutzmauern und entdeckt einen verletzlichen Kern, der von familiärem Erwartungsdruck gezeichnet ist. Die langsame Entwicklung zwischen den beiden ist eine absolute Slow-Burn-Romance, die sich wunderbar unaufgeregt in die Handlung einflicht. Sie drängt sich nicht laut in den Vordergrund, verleiht der Geschichte aber genau jene emotionale Tiefe, die einen das Buch schlussendlich regelrecht verschlingen lässt.

Auch die Nebencharaktere, wie Sadies wunderbar chaotische Freundin Abigail, bringen eine ganz eigene, authentische Note hinein. Sie zeigen, dass aus gut gemeinten Absichten manchmal das größte Chaos entstehen kann, und bieten Sadie genau den emotionalen Rückhalt, den sie in dieser turbulenten Zeit braucht. All the Things I Didn't Say ist für mich weit mehr als ein klassischer Young-Adult-Roman. Es ist eine ehrliche, freche und zugleich tiefgründige Geschichte über das Erwachsenwerden, die einen unweigerlich an die eigene Schulzeit zurückdenken lässt. Ein Buch, das zeigt, wie viel Kraft in den Dingen steckt, die wir eigentlich verschweigen wollen, und das ich jedem, der tiefgründige Charakterentwicklungen und eine authentische Liebesgeschichte sucht, nur wärmstens ans Herz legen kann.

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Sommernächte, Sehnsucht und der Mut weiterzugehen

Little Hollywood von Inga Hanka

Little Hollywood hat mich auf eine stille, fast melancholische Weise überrascht. Zwischen warmen Sommertagen, Unsicherheit und dieser leisen Sehnsucht nach einem Platz im Leben entfaltet Inga Hanka eine Geschichte, die sich erstaunlich echt anfühlt. Statt großer Dramatik entsteht hier etwas viel Nahbareres, nämlich das Gefühl, einer jungen Frau zuzusehen, die irgendwo zwischen Vergangenheit, Erwartungen und Zukunft ihren eigenen Weg sucht.

Nach dem Abitur steht Leo an genau diesem unsicheren Punkt, an dem plötzlich alles offen scheint und gleichzeitig nichts greifbar wirkt. Zuhause lasten Konflikte auf ihr, Fragen über das Morgen drängen sich auf und die Suche nach Halt wird immer präsenter. Einen Rückzugsort entdeckt sie in der Videothek Little Hollywood, einem Platz voller Filme, vertrauter Routinen und Begegnungen, die mehr Bedeutung tragen, als zunächst sichtbar wird. Auch Jo bleibt zunächst schwer einzuschätzen, gewinnt jedoch Stück für Stück an Kontur und bringt eine ruhige Dynamik in die Handlung, die sich angenehm glaubwürdig entwickelt.

Besonders stark empfand ich die Stimmung des Romans. Die 90er-Jahre wirken nicht aufgesetzt oder wie bloße Dekoration, sondern durchziehen die Seiten auf eine Weise, die Erinnerungen und Emotionen greifbar macht. Musik, Popkultur und kleine Alltagsdetails erschaffen ein Lebensgefühl, das sich gleichzeitig leicht und wehmütig anfühlt. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, selbst durch warme Sommertage zu streifen, begleitet von diesem Gedankenkarussell, das kurz vor einem neuen Lebensabschnitt so viele Menschen beschäftigt. Zwischen den ruhigeren Momenten schwingen Themen mit, die dem Roman zusätzliche Tiefe verleihen. Familiäre Spannungen, emotionale Verletzlichkeit und die Frage nach Selbstbestimmung werden feinfühlig eingebunden, ohne den Ton der Geschichte zu beschweren. Gerade diese Balance aus Hoffnung, Verletzlichkeit und Aufbruch mochte ich sehr.

Leo wirkte auf mich glaubwürdig, weil sie Ecken und Unsicherheiten besitzt. Zweifel begleiten sie durch den Sommer und genau dadurch fühlte sich ihre Entwicklung authentisch an. Auch die Verbindung zu Jo entfaltet sich angenehm unaufgeregt und gewinnt dadurch an Wirkung. Etwas mehr Raum hätte ich mir lediglich für die familiären Konflikte gewünscht, da einige Aspekte zwar anklingen, ihr Potenzial für noch mehr emotionale Tiefe jedoch nur teilweise ausgeschöpft wird. Für mich lebt Little Hollywood weniger von spektakulären Ereignissen als von Atmosphäre, Emotionen und leisen Zwischentönen. Wer Geschichten mag, die nach Sommer riechen, ein wenig Nostalgie versprühen und das bittersüße Gefühl des Erwachsenwerdens einfangen, dürfte hier genau die richtige Lektüre finden.

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Wenn Götter prüfen und Chaos zum Kompass wird

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff

Schon nach wenigen Seiten entwickelt sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Tracy Wolff schreibt zugänglich, dynamisch und mit genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Spannung, sodass die Seiten förmlich verfliegen. Besonders die Verbindung aus moderner Geschichte und griechischer Mythologie sorgt für eine Atmosphäre, die gleichzeitig verspielt und geheimnisvoll wirkt.

Mit Penelope steht eine Protagonistin im Mittelpunkt, die sich wohltuend von klassischen Rollenbildern abhebt. Sie ist nicht die Heldin, die von Anfang an alles im Griff hat, sondern stolpert immer wieder in Situationen, die sie herausfordern, überfordern und gleichzeitig wachsen lassen. Gerade dieser ständige Kontrast zwischen Plan und Realität macht ihre Entwicklung greifbar. Anfangs noch stark von Erwartungen geprägt, beginnt sie nach und nach, sich davon zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen, was der Geschichte eine spürbare emotionale Tiefe verleiht.

Das Setting rund um die Anaximander-Akademie lebt von seinen Ideen. Häuser, die verschiedenen Göttern zugeordnet sind, Prüfungen, die alles abverlangen, und kleine, kreative Details lassen die Welt lebendig wirken und schaffen diesen typischen Academy-Vibe, der sofort vertraut erscheint. Gleichzeitig merkt man an einigen Stellen, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist, da viele Aspekte eher angerissen als wirklich vertieft werden und man sich stellenweise mehr Hintergrundwissen gewünscht hätte, besonders in Bezug auf die Welt außerhalb der Akademie. Die Handlung bleibt durchgehend in Bewegung, ein Hindernis folgt auf das nächste, Überraschungen reihen sich aneinander und sorgen dafür, dass kaum Ruhe einkehren kann, was das Buch sehr kurzweilig macht, stellenweise aber auch etwas überwältigend wirkt, da kaum Zeit bleibt, einzelne Momente wirklich sacken zu lassen. Neben der Handlung überzeugen vor allem die Figurenkonstellationen, insbesondere die Freundschaften, die warm, authentisch und nahbar wirken und der Geschichte eine emotionale Basis geben.

Was am Ende besonders nachhallt, ist die Botschaft hinter all dem Chaos. Es geht darum, sich von Erwartungen zu lösen, den eigenen Platz zu finden und den Mut zu haben, gegen vorgegebene Wege anzutreten. Genau diese Thematik zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte und gibt ihr eine zusätzliche Ebene. Ein Auftakt, der durch Tempo, Atmosphäre und Figuren überzeugt, auch wenn nicht jede Stelle vollständig ausgereift wirkt, und der definitiv Lust auf die kommenden Bände macht.

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Manchmal wächst man genau an den Entscheidungen, die am meisten wehtun und genau darin liegt die Wahrheit dieser Geschichte

Homesick von Silvia Saunders

Mit Homesick erzählt Silvia Saunders eine Geschichte, die sich auf den ersten Blick leicht und fast schon unbeschwert liest, dabei aber eine emotionale Tiefe entwickelt, die sich erst nach und nach entfaltet. Besonders der Schreibstil trägt viel dazu bei, dass man schnell in die Handlung eintaucht.

Er ist zugänglich, flüssig und gleichzeitig sensibel genug, um auch die leiseren Zwischentöne spürbar zu machen. Genau dadurch entsteht eine Nähe zu Mara, die den gesamten Roman trägt.

Mara als Protagonistin wirkt von Beginn an authentisch und greifbar. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Unsicherheiten realistisch und ihre Reaktionen wirken nie überzogen. Gerade im Umgang mit ihrem Umfeld zeigen sich immer wieder kleine Momente, die deutlich machen, wie sehr sie darum kämpft, ernst genommen zu werden und ihren eigenen Platz zu finden. Diese alltäglichen Erfahrungen werden nicht überdramatisiert, sondern ruhig erzählt, was sie umso glaubwürdiger macht. Im Zentrum der Geschichte steht jedoch die Beziehung zu Tom, die von Anfang an von einer gewissen Schwere begleitet wird. Seine Depressionen sind dabei kein bloßes Randthema, sondern beeinflussen die Dynamik zwischen den beiden spürbar. Hinzu kommt die schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die immer wieder Grenzen überschreitet und damit eine zusätzliche Belastung darstellt. Lange bleibt die Hoffnung bestehen, dass beide einen Weg finden könnten, doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten.

Besonders im letzten Teil des Buches wird Maras Entwicklung sehr deutlich. Sie beginnt, sich selbst stärker wahrzunehmen, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen, die sie zuvor vielleicht übergangen hätte. Diese Entwicklung wirkt weder überstürzt noch konstruiert, sondern ergibt sich logisch aus allem, was zuvor passiert ist. Gerade die Erkenntnis, dass eine Beziehung auch ohne Streit oder Verrat enden kann, sondern schlicht daran, dass zwei Lebensrealitäten nicht mehr zusammenpassen, verleiht der Geschichte eine besondere Ehrlichkeit. Auch die Nebenhandlungen fügen sich stimmig ein und unterstützen Maras Weg. Veränderungen im beruflichen Umfeld wirken wie ein zusätzlicher Impuls, sich neu zu orientieren und sich wieder stärker an dem auszurichten, was ihr wirklich wichtig ist. Dadurch entsteht das Bild einer jungen Frau, die sich Schritt für Schritt von äußeren Erwartungen löst und beginnt, ihr eigenes Leben bewusst zu gestalten.

Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, dass Homesick mehr ist als eine Liebesgeschichte. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über Selbstfindung und über die schwierige, aber notwendige Entscheidung, etwas loszulassen, obwohl noch Gefühle da sind. Genau diese leisen, realistischen Töne machen das Buch so besonders und sorgen dafür, dass es noch lange nachwirkt.

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