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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Wie immer

Die Känguru-Rebellion,6 Audio-CD von Marc-Uwe Kling

Das Hörbuch „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling ist wie immer politisch, pointiert und vor allem sehr witzig und kurzweilig.

Diesmal hat das Känguru endgültig genug von der Weltlage, von Merz und von Spahn und ruft zur Rebellion auf, natürlich nicht ohne die gewohnt absurden Dialoge mit dem Kleinkünstler.

Inhaltlich bleibt das Konzept vertraut: viele kleine Anekdoten statt einer durchgehenden Handlung. Besonders gut funktioniert das für mich wie immer das Hörbuchformat, weil Marc-Uwe Kling selbst liest. Wie schon bei den vorherigen Teilen bringt er das Timing, die Betonung und die kleinen Nuancen perfekt rüber. Etwas irritierend könnte zwischendurch für manche das Lachen des Live-Publikums sein, mich hat das aber nicht gestört.

Ich habe mich beim Hören durchgehend gut unterhalten gefühlt. Das Hörbuch ist witzig, kurzweilig und trifft oft genau den richtigen Ton zwischen Humor und Gesellschaftskritik. „Die Känguru-Rebellion“ ist damit genau das, was man erwartet und genau das, was man in dieser Reihe auch haben möchte.

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Bittersüß

Little Hollywood von Inga Hanka

Der Roman „Little Hollywood“ von Inga Hanka ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman, was mein Lieblingsgenre ist. Im Mittelpunkt steht Leonie, die gerade Abi gemacht hat. Sie hat Streit mit ihrer psychisch kranken Mutter, Probleme mit dem abwesenden Vater und muss dienVerantwortung für ihren kleinen Bruder Ben tragen.

Die Videothek „Little Hollywood“ und ihr Mitarbeiter Jo werden für sie zu einem Rückzugsort.

Besonders gut gefallen hat mir die Stimmung des Romans. Diese letzten Wochen vor dem Erwachsenwerden sind sehr treffend eingefangen. Der Sommer fühlt sich beim Lesen richtig greifbar an: die Hitze, das Herumtreiben, das Gefühl von Übergang. Auch die vielen popkulturellen Details und Anspielungen auf die späten 90er (CDs, fehlende Handys etc.) tragen viel zur Atmosphäre bei.

Inhaltlich erfindet der Roman das Genre nicht neu, aber das ist hier auch gar nicht nötig. Mich hat die Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie sehr angesprochen. Teilweise hat mich das Buch an Caroline Wahl erinnert - vor allem durch die Dynamik zwischen Leo und ihrem kleinen Bruder und die schwierige Familiensituation - und gleichzeitig an Benedict Wells durch die ruhige, leicht melancholische Grundstimmung und die popkulturellen Bezüge. Mir hat es ausgezeichnet gefallen!

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Erschütternd

Der Fährmann von Regina Denk

Der Roman „Der Fährmann“ hat mich von Anfang an begeistert. Das historische Setting an der Salzach, zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist atmosphärisch dicht und wird mit einer fast märchenhaften Erzählweise verbunden, die mich sofort in die Geschichte hineingezogen hat.

Im Mittelpunkt steht die Dreiecksgeschichte zwischen Hannes, der als Fährmann nicht heiraten darf, Elisabeth, der Bauerntochter, die Josef heiraten muss, aber in Hannes verliebt ist, und Annemarie, die ebenfalls in Hannes verliebt ist. Damit entsteht ein Geflecht aus unerfüllten Hoffnungen, Loyalitäten und Verletzungen, die sich im Laufe des Romans immer weiter zuspitzen. Neben den individuellen Lebensgeschichten wird zusätzlich die gesellschaftliche Geschichte des Patriarchats, von Gewalt und dem Ersten Weltkrieg erzählt. Die politische und gesellschaftliche Zerrissenheit spiegelt sich auch in ihren persönlichen Beziehungen wider. Was zunächst wie eine Liebes- und Dorfgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer düsteren, spannungsgeladenen Erzählung, in der Gewalt, Schuld und moralische Konflikte eine große Rolle spielen.

Ich fand den Roman stellenweise wirklich hart zu lesen, gerade wegen der drastischen Ereignisse und der emotionalen Intensität. Gleichzeitig konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte gepackt. Besonders berührt hat mich das Ende.Und auch die letzten Seiten und sogar die Danksagung haben bei mir noch einmal Gänsehaut ausgelöst. Wenn ein Buch so erschüttern und gleichzeitig berühren kann, bleibt es definitiv im Gedächtnis, für mich war es ein echtes Highlight.

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Doch keine Satire

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Der Roman „Einatmen. Ausatmen.“ beginnt mit einer eher satirischen Ausgangslage: Marlene Buchholz, fachlich brillant, menschlich jedoch schwierig, soll Vorstandsvorsitzende eines großen Konzerns werden und wird dafür in ein Coaching auf ein abgelegenes Schloss geschickt. Dort trifft sie auf Alex Grow, einen gehypten Coach, dessen Methoden für ihn selbst aber so gar nicht funktionieren.

Gerade dieser Einstieg hat mir gut gefallen. Die ganze Coaching-Welt wird zunächst mit Witz betrachtet, die Figuren wirken bewusst überzeichnet und sie treten in unterhaltsame Fettnäpfchen.

Im Verlauf entwickelt sich die Geschichte allerdings in eine andere Richtung, als ich nach der Leseprobe erwartet hatte. Aus der bissigen Satire wird zunehmend ein ernsthafterer Roman über persönliche Entwicklung, Selbstreflexion und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Das hat durchaus seinen Reiz, auch wenn ich es etwas schade fand, dass die anfängliche kritische Auseinandersetzung mit der Coaching-Welt im weiteren Verlauf in den Hintergrund tritt. Der Roman liest sich allerdings insgesamt flüssig, die kurzen Kapitel und viele kleine, oft humorvolle Einfälle machen das Lesen angenehm leicht.

Insgesamt ist „Einatmen. Ausatmen.“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre, die sich schnell wegliest und mit charmanten, teils skurrilen Episoden punktet. Auch wenn der Roman nicht ganz die satirische Schärfe beibehält, die er zu Beginn andeutet, bleibt er bis zum Schluss eine angenehme und durchaus berührende Geschichte.

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Lockerleicht

Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben von Michaela Tiedemann

Der Roman „Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben“ ist genau das, was der Klappentext verspricht: eine lockerleichte Romcom mit Witz, viel Tempo und kreativen Einfällen.

Im Mittelpunkt steht Lily, die sich in einem Hochzeitsmarathon wiederfindet. Während ihre Freund:innen als reiche Erben von Event zu Event jetten, kämpft sie mit ihrem im Vergleich knappen Gehalt in München und versucht, irgendwie mitzuhalten.

Durch die immer wieder eingestreuten, ironisch kommentierten Kostenaufstellungen nach den einzelnen Hochzeiten wird schnell deutlich, wie absurd die Kosten der Hochzeiten eigentlich sind. Das hat mich ein bisschen an die Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella erinnert und war für mich eines der unterhaltsamsten Elemente des Romans.

Als Lily auf Thomas von Sternenfels trifft, der nach einem öffentlichen Beziehungsskandal dringend eine Begleitung für die anstehenden Hochzeiten braucht, stellen sie Regeln für ihre vorgetäuschte Beziehung auf. Die Fake-Dating-Prämisse funktioniert hier wunderbar: Die Dynamik zwischen den beiden ist lebendig, die Dialoge sind spritzig, und natürlich stellt sich schnell die Frage, ob aus dem Deal nicht doch echte Gefühle entstehen.

Besonders gefallen hat mir, dass Lily als Figur trotz aller chaotischen Umstände eigenständig bleibt. Sie ist sympathisch, manchmal etwas überfordert, aber immer nahbar und authentisch. Auch die Hochzeitssettings sorgen für viel Abwechslung. Inhaltlich erfindet der Roman das Genre zwar nicht neu, bewegt sich aber sehr sicher innerhalb der bekannten Romcom-Strukturen. Wer überraschende Wendungen sucht, wird sie hier eher weniger finden, dafür aber eine Geschichte, die einfach Spaß macht und sich sehr flüssig liest.

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Verwirrend

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell

Das Hörbuch „Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell beginnt Kunstgutachterin Eve Shaw, die von einem geheimnisvollen Mann besucht wird und dadurch Hinweise zu einem rätselhaften Ort in den Schweizer Alpen, dem White Octopus Hotel, bekommt. Umgeben von Legenden über Zeitreisezimmer und magische Gegenstände beschließt sie, das verlassene Hotel aufzusuchen, und findet reist plötzlich in die Vergangenheit des Hotels.

Anfangs bin ich Eve neugierig durch das Gebäude und seine Geschichte gefolgt. Gerade zu Beginn entsteht ein starker Sog, weil man das Hotel und seine Rätsel unbedingt näher kennenlernen möchte. Im Verlauf des Hörbuchs hatte ich jedoch zunehmend Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Die vielen Zeitsprünge machen es nicht leicht, die verschiedenen Erzählstränge zusammenzuhalten. Besonders im Mittelteil verliert sich die Geschichte für meinen Geschmack etwas. Manche Elemente wie die Details rund um die magischen Oktopoden blieben für mich zu konstruiert und aufgesetzt.

Die Sprecherin des Hörbuchs hat insgesamt eine angenehme Stimme, der man gut zuhören kann. Allerdings fiel mir zu Beginn auf, dass sie beim Hotelnamen „Octopus“ zunächst falsch ausspricht, was mich beim Hören irritiert hat, später korrigiert sich das zwar, aber der erste Eindruck blieb. Insgesamt ist „Das White Octopus Hotel“ ein Hörbuch mit einer sehr spannenden Grundidee und einem atmosphärisch starken Beginn. Leider verliert sich die Geschichte im Verlauf für mich zu sehr.

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Vielfältige Perspektiven

Alle meine Mütter von Gorelik Lena

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ ist kein klassischer Roman mit durchgehender Handlung, sondern ein Text, der in Gedanken, Beobachtungen, kleinen fiktionalen Geschichten und Erinnerungen organisiert ist. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Schicksale von Müttern und wie sich dies auch auf Kinder auswirkt.

Durch das Collagenartige des Texts wird man dazu angeregt, mitzudenken und sich selbst zu reflektieren.

Besonders gefallen hat mir Goreliks Bemühen, um möglichst vielfältige Perspektiven. Insbesondere die Stellen, an denen Mutterschaft nicht idealisiert wird, fand ich gelungen - wobei Goreliks Betrachtungen über die eigene Mutter diese schon auch als Übermutter, die nur für ihre Familie lebt, darstellt. Außerdem strahlt der Text viel Freude am poetischen Formulieren und am Nachdenken aus.

„Alle meine Mütter“ ist insgesamt ein stiller, kluger Roman, der keine fertigen Antworten gibt, aber viele relevante Fragen stellt. Damit ist er fast eher ein Sachbuch oder Essayband, der mich an Daniel Schreibers Bücher erinnert hat. Wer seine Texte mag, wird auch diesen Roman gerne lesen.

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Interessante Zusammenhänge

Berliner Bohème von Egon Erwin Kisch

Im Band „Berliner Bohème“ finden sich über dreißig Texte des Journalisten und Schriftstellers Egon Erwin Kisch, der als „rasender Reporter“ in Reportagen seine Eindrücke aus dem chaotischen und rauen Berlin der 1920er-Jahre und seinen politischen Standpunkt schildert.

Kisch begleitet dabei eine Polizeistreife, besucht Cafés und Tanzlokale und schaut im Theater ebenso vorbei wie beim Sechstagerennen.

Auch ungewöhnlichere Orte geraten in seinen Blick: ein Alteisenlager, das städtische Leichenschauhaus oder eine Vorlesung in der Volkshochschule. Seine Beobachtungen sind lebendig, oft pointiert und vermutlich - laut Nachwort - auch teilweise dazugedichtet. Dadurch entsteht ein vielfältiges Bild des Berlins der Moderne.

Die Auswahl der Texte in diesem Band fand ich sehr gelungen, weil sie viele unterschiedliche Seiten dieser Zeit sichtbar macht. Auch die Gestaltung des Buches ist sehr wertig, passt gut zu diesem Klassiker des literarischen Journalismus und macht sich gut neben dem anderen Band der Reihe von Klaus Mann, den ich besitze.

Einzig im Nachwort hätte ich mir noch etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht, etwa zur Entstehung einzelner Texte oder zu ihrem historischen Kontext. Insgesamt ist „Berliner Bohème“ jedoch eine sehr lesenswerte Sammlung, die einen lebendigen Einblick in das Berlin der 1920er-Jahre und in Kischs Werk als Journalist und Autor gibt.

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Anderer Bauernhofroman

Melken von Sanna Samuelsson

Der Roman „Melken“ beginnt mit einer originellen Ausgangssituation: Nach der Trennung von ihrer Freundin fährt Ellen zurück auf den Bauernhof, auf dem sie zwischen Milchkühen aufgewachsen ist. Die neuen Besitzer sind verreist, der Schlüssel liegt noch an seinem alten Platz. Aus einem kurzen Besuch wird ein längerer Aufenthalt, bei dem sie versucht sowohl den Verkauf des Bauernhofs in ihrer Jugend als auch die Trennung zu verarbeiten.

Schon ab den ersten Seiten hat mir der Roman sehr gut gefallen. Die Anfahrt aufs Land und die Eindrücke des Hofs sind dicht beschrieben. Dadurch wird schnell spürbar, wie sehr Ellen noch mit diesem Ort verbunden ist. Zwischen den Szenen in der Gegenwart tauchen immer wieder kurze Rückblicke auf Ellens Kindheit auf dem Hof auf, die ich besonders interessant fand, da ich wenig über die Milchwirtschaft wusste.

Für mich war „Melken“ ein origineller „Bauernhofroman“, der sich deutlich von romantisierenden Landgeschichten unterscheidet. Statt Nostalgie steht eher die Frage im Mittelpunkt, was von einem Herkunftsort bleibt, wenn sich das Leben in Schweden längst in eine andere Richtung bewegt hat. Man sollte allerdings auch Freude an ungewöhnlichen Fakten zu Milchkühen und Natur auf dem Land haben, die immer wieder eingestreut werden.

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Zu konstruiert

Das Ende vom Lied von Michael Wildenhain

Der Roman „Das Ende vom Lied“ spielt im West-Berlin Ende der 60er Jahre, nicht bei den bekannten Bildern der Studentenbewegung, sondern bei den einfachen Jugendlichen auf der Straße. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der mit seinen Eltern in die Belziger Straße zieht – in eine Welt, die von den Traumata des Krieges, von sozialer Härte und von der Gewalt der Straße geprägt ist.

Während der Vater mit einer Prothese aus dem Krieg zurückgekehrt ist und die Mutter ihre eigenen Traumata aus Gewalterfahrungen mit sich trägt, muss der Erzähler früh lernen, sich allein zurechtzufinden. Besonders wichtig wird die Nähe zu Körschi, dem Anführer einer Jugendgruppe und erfolgreichen Boxer. Gleichzeitig verliebt sich der Erzähler in dessen Freundin Alina.

Der Roman möchte ein Bild einer Gesellschaft zeichnen, in der persönliche Traumata und politische Spannungen ineinandergreifen. Aus meiner Sicht gelingt dies jedoch leider nicht. Einige Passagen waren zwar sehr zugänglich und atmosphärisch, doch andere Kapitel fand ich deutlich anstrengender. Der Stil orientiert sich einerseits stark an der Wahrnehmung des jugendlichen Erzählers: sprunghaft, verträumt, oft abschweifend. Andererseits ist der Text sprachlich recht anspruchsvoll, es gibt immer wieder unerklärte Zeitsprünge und oft kleine Gedichte als Kommentare des Geschehens. Dadurch wirkt der Text stellenweise verworren, und es bleiben lange Zeit viele Fragen offen. Auch die kursiven Kapitel und Perspektivwechsel rund um einen Spionagehandlungsstrang waren für mich schwer einzuordnen. Gegen Ende wird deutlicher, auf welche politischen Hintergründe anspielt. Diese historische Dimension fand ich sehr spannend. Ohne entsprechendes Vorwissen hätte ich viele Hinweise allerdings kaum verstanden. Die Abschnitte rund um die Gewalt unter Jugendlichen empfand ich dagegen als langatmig und teilweise einfach als schwer auszuhalten.

So bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck. „Das Ende vom Lied“ greift interessante historische und gesellschaftliche Themen auf und enthält einige interessante Episoden. Gleichzeitig wirkt der Stil stellenweise sehr konstruiert, so, als ob vor allem für das Feuilleton geschrieben worden wäre.

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