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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Auf der Suche

Nach der Sonne schauen von Martina Hefter

Mit diesem Roman bin ich nicht so richtig warm geworden. Die Geschichte mäandert über weite Strecken vor sich hin. Da wir häufig dem Gedankenstrom von Iona, der Protagonistin, folgen, fühlt man sich als Leserin ähnlich ziel- und orientierungslos wie die Protagonistin selbst. Ich konnte mich zwar auf ihre Suchbewegung einlassen, irgendwann fehlte mir aber einfach eine Entwicklung, die mich durch die Geschichte trägt.

Dabei gibt es durchaus Passagen, die mir richtig gut gefallen haben. Vor allem die Sprache ist stellenweise großartig, und auch die Gedanken zur Zukunft unseres Planeten angesichts der fortschreitenden Umweltzerstörung und Digitalisierung fand ich interessant und anregend. Die besondere Landschaft der ehemaligen Tagebauregion bildet dafür einen passenden, fast schon unheimlichen Hintergrund.

Die Themen des Romans haben mich ein wenig an Orca von Franziska Gänsler erinnert. Dort fand ich allerdings, dass diese Themen deutlich überzeugender in eine spannende Geschichte eingebettet wurden. So lässt mich Nach der Sonne schauen etwas ratlos zurück. Ich mochte die Sprache und einzelne Gedanken, aber insgesamt war mir der Roman zu viel Suchbewegung und zu wenig Handlung. Ein Buch, das mich stellenweise beeindruckt, als Ganzes aber nicht wirklich erreicht hat.

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Rasant

Hello Girls von Emily Henry; Brittany Cavallaro

„Hello Girls“ hat mich richtig gut unterhalten! Der Roman ist rasant wie ein Roadmovie und entwickelt eine enorme Dynamik. Natürlich ist nicht alles realistisch, aber das hat mich beim Lesen überhaupt nicht gestört. Ich wollte einfach wissen, was die beiden Protagonistinnen Lucille und Winona als Nächstes erleben und wie weit sie gehen werden.

Die beiden sind keine klischeehaften Figuren, sondern zwei junge Frauen mit ganz eigenen Vorstellungen, Problemen und Stärken. Ihre Dialoge sind locker, schnell und originell. Dabei gibt es immer wieder humorvolle Momente, ohne dass die schwierigen und ernsthaften Themen des Romans wie häusliche Gewalt und Armut ins Lächerliche gezogen werden.

Was ich außerdem richtig schön fand, ist die Botschaft des Romans. Die beiden Mädchen kämpfen darum, sich aus den Erwartungen und Abhängigkeiten zu befreien, die ihnen von Männern und ihrer Umgebung auferlegt werden. Sie wollen selbst entscheiden, wie sie leben, lassen sich dabei nicht einfach in die Opferrolle drängen und emanzipieren sich mehr und mehr vom männlichen Blick. Ihre Freundschaft zeigt, wie wichtig Solidarität sein kann, gerade wenn man selbst kaum Unterstützung bekommt.

Insgesamt also ein unterhaltsamer, temporeicher Coming-of-Age-Roman mit interessanten Protagonistinnen, witzigen Dialogen und einer wichtigen Botschaft! Nicht immer realistisch, aber dafür umso mitreißender. Ich hatte richtig Spaß mit dieser Geschichte und kann sie allen empfehlen, die Lust auf eine wilde Fahrt mit zwei selbstbestimmten jungen Frauen haben.

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Aktuell

Orca von Franziska Gänsler

„Orca“ hat mich von Anfang an richtig in seinen Bann gezogen. Franziska Gänsler erzählt eine Geschichte, die eine enorme Sogwirkung entwickelt und die ich unglaublich gerne gelesen habe. Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Cora und Olympia und wie sich ihre Freundschaft verändert.

Cora möchte dazugehören, möchte gesehen werden und ist bereit, dafür immer weiter zu gehen. Dabei entsteht eine Geschichte, die nicht nur von Freundschaft und ersten Erfahrungen erzählt, sondern auch davon, wie schnell man sich in einer Gruppe verlieren kann.



Auch das aktuelle Thema der Klimabewegung und die Frage, wie aus Engagement Radikalisierung werden kann, fand ich interessant. Der Roman zeigt dabei nicht einfach nur unterschiedliche Positionen, sondern beschäftigt sich auch mit den persönlichen Bedürfnissen und Unsicherheiten, die hinter solchen Entwicklungen stehen.



Für mich war das ein richtig tolles Leseerlebnis. Die Geschichte hat mich gepackt, und ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt. „Orca“ war mein erstes Buch von Franziska Gänsler, aber ganz sicher nicht mein letztes! Ich werde mir jetzt auch die Vorgänger anschauen.

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Pflichtlektüre!

Ozean von Katharina Höftmann

Ozean ist ein wunderschönes, trauriges, herzzerreißendes und schmerzhaftes Buch, das mich unglaublich berührt und zum Nachdenken gebracht hat - und das meine ich hier nicht als Floskel. Es erzählt nicht nur vom Schicksal zweier Freundinnen während der NS-Zeit und von der Flucht vor der Verfolgung, sondern auch von dem Kampf ums Überleben im Konzentrationslager und auch davon, was danach kommt: vom Umgang mit jüdischen Menschen nach dem Holocaust, von den Umständen der Staatsgründung Israels und schließlich auch vom 7.

Oktober 2023.

Das klingt erst einmal nach zu viel Stoff für einen Roman, aber tatsächlich gelingt es Katharina Höftmann scheinbar mühelos, diese unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven miteinander zu verbinden. Die Geschichte liest sich großartig, ohne dass die historischen und politischen Themen dabei an Tiefe verlieren. Besonders beeindruckt hat mich, wie deutlich wird, dass Geschichte nicht einfach irgendwann vorbei ist, sondern bis in die Gegenwart hineinwirkt und welche komplizierten Verbindungen in politischen Diskussionen heute oft ausgeblendet werden.

Im Mittelpunkt des Romans steht aber vor allem die Freundschaft zwischen Friedchen und Paula. Ihre Verbundenheit, die über Jahrzehnte und trotz aller Erschütterungen hinweg besteht, hält die Geschichte zusammen und lässt sie durch die Betonung von Hoffnung, Empathie und Solidarität überhaupt aushaltbar werden. Es geht deshalb auch darum, die Schicksale hinter den historischen Ereignissen nicht aus dem Blick zu verlieren. Gerade angesichts der Themen, die bis heute nachwirken, finde ich das sehr wichtig.

Ein bewegender, schmerzhafter und gleichzeitig trotz allem hoffnungsvoller Roman, den ich am liebsten allen ans Herz legen würde. Für mich ist Ozean ein Buch, das nicht nur unbedingt gelesen, sondern auch besprochen werden sollte!

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Spannend

Die Auster von Yael Inokai

Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin dieses Kriminalromans: Reinigungskraft Leonora. Sie ist eine interessante, eigenwillige Frau, die viel mehr zu wissen scheint, als sie preisgibt. Ich mochte es, mit ihr diesen besonderen Mikrokosmos des Kaufhauses zu erkunden, in dem Reichtum und Armut, Glanz und Elend unmittelbar aufeinandertreffen.

Auch die anderen Figuren fand ich spannend, zu entdecken. Alle sind komplex und mehrschichtig angelegt, was dem Roman eine zusätzliche Ebene gibt.

Auch die Geschichte selbst ist spannend und sprachlich ansprechend geschrieben. Ich mochte, wie sich nach und nach die Welt des Kaufhauses hinter den Kulissen erschließt.

Ein gut geschriebener, atmosphärischer Roman mit einer tollen Protagonistin und einer spannenden Geschichte. Für mich war es eine nette und unterhaltsame Lektüre!

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Grausam

Kapitulation auf Kommando von Nadia de Vries

Ich hatte mir den Roman anders vorgestellt. Er ist deutlich grausamer, als ich erwartet hatte, und spart Gewalt, einschließlich sexualisierter Gewalt, nicht aus. Das sollte man vor der Lektüre wissen. „Kapitulation auf Kommando“ erzählt von Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, kaum Chancen bekommen und versuchen, eben auch mit Gewalt und Grausamkeit, ihren eigenen Weg zu finden.

Was mir beim Lesen geholfen hat, die ganze Gewalt auszuhalten, war die Sprache, in der erzählt wird. Die Sätze sind klar und unaufgeregt, es wird fast mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt. Dann wieder berührt einen ein beiläufig eingestreuter Nebensatz. Ich fand es gelungen, wie die Sprache den schweren, bedrückenden Themen Raum gibt, ohne sie zusätzlich dramatisieren zu müssen.

Ein intensiver, sprachlich besonderer Roman – allerdings keiner, auf den man wegen der dargestellten Gewalt unvorbereitet treffen sollte.

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Unerschütterliche Freundschaft

Goodbye, Honeysuckle von Tayari Jones

Niecy und Annie wachsen in den 1950er-Jahren im ländlichen Louisiana auf. Beide kennen ihre Mütter nicht und sehnen sich danach, mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Doch während Niecy zum Studieren nach Atlanta geht, verschlägt es Annie nach Memphis. Trotz der räumlichen Distanz bleiben die beiden durch ihre Briefe miteinander verbunden.

Ihre Freundschaft begleitet sie durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens.

Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung dieser unerschütterlichen Freundschaft. Niecy und Annie sind sehr unterschiedliche Frauen, die ihren eigenen Weg suchen und dabei doch immer miteinander verbunden bleiben. Ich fand es schön zu lesen, wie ihre Beziehung auch über die Jahre hinweg Bestand hat und wie viel Halt sie einander geben. Gleichzeitig fand ich das historische Setting spannend: Der Roman vermittelt einen Eindruck davon, wie sehr Rassismus und gesellschaftliche Erwartungen das Leben Schwarzer Frauen in den amerikanischen Südstaaten geprägt haben.

Mit der Sprache hatte ich allerdings gelegentlich meine Schwierigkeiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass der besondere Südstaatensound der Erzählerinnen im englischen Original besser zur Geltung kommt als in der deutschen Übersetzung. Auch gegen Ende hatte die Geschichte für mich einige Längen. Die Erzählung wirkte auf mich nicht mehr ganz so stringent wie zuvor, wodurch ich stellenweise etwas den Zugang verloren habe.

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Bitterböse

Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Als „Rachekomödie“, wie der Roman im Klappentext angekündigt wird, würde ich den Roman definitiv nicht bezeichnen. Dafür fand ich die Geschichte viel zu düster und stellenweise beklemmend. Für mich war es eher eine Mischung aus Psychothriller und bitterböser Gesellschaftssatire. Genau das hat für mich richtig gut funktioniert.

Kate führt mit ihrem Mann Jack ein scheinbar perfektes Leben. Doch als eine erfolgreiche Netflixserie intime Details ihrer Ehe aufgreift, gerät ihre Welt aus den Fugen. Kate will herausfinden, wer hinter der Serie steckt und warum jemand versucht, ihr Leben zu zerstören. Gleichzeitig gerät auch das Leben der jungen Autorin Phoebe zunehmend aus den Fugen. Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt, wie die verschiedenen Personen miteinander zusammenhängen und wer wohl was als Nächstes tun wird. Immer wieder gab es neue Hinweise und Wendungen, sodass ich unbedingt wissen wollte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Daneben steckt der Roman voller treffender Beobachtungen über Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen, den Literatur- und Medienbetrieb und darüber, wie schnell Privates zur öffentlichen Unterhaltung werden kann. Vieles davon ist zugespitzt, aber gerade dadurch auch ziemlich bissig.

Insgesamt habe ich den Roman richtig spannend gefunden und sehr gerne gelesen. Wer allerdings eine humorvolle Rachekomödie erwartet, könnte überrascht sein. Wer Lust auf einen ungewöhnlichen, gesellschaftskritischen Psychothriller mit schwarzem Humor hat, dürfte hier deutlich besser aufgehoben sein.

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Grundlagen

Bärenstark durchs Leben von Ingo Froböse; Martina Schößler

„Bärenstark durchs Leben“ möchte Familien dabei begleiten, Ernährung, Bewegung und Erholung ganz selbstverständlich in den Alltag einzubauen. Das Konzept setzt dabei nicht auf strenge Regeln, sondern auf gemeinsame Aktivitäten und spielerische Impulse, was eigentlich eine schöne Idee ist. Zu Ernährung und Bewegung werden wichtige Grundlagen für Menschen vermittelt, die sich noch nicht damit auseinandergesetzt haben.

Bei den Rezepten war ich allerdings etwas zwiegespalten. Manche fand ich eher überflüssig, zum Beispiel die Frühstücksideen mit Overnight Oats, die für mich nichts Neues waren. Andere wiederum haben mir richtig gut gefallen, gerade die kreativeren Snackideen für den Nachmittag. Hier habe ich tatsächlich ein paar Anregungen mitgenommen.

Gerade bei einem Buch, das sich ausdrücklich an Kinder ab drei Jahren richtet, hätte ich mir eine kindgerechtere Gestaltung gewünscht. Dieser Teil wirkte auf mich insgesamt etwas lieblos. Es fehlten mir vor allem Fotos und bunte Illustrationen, die Kinder direkt ansprechen und zum Mitmachen einladen.

So bleibt für mich ein Buch mit einer guten und grundsätzlich zeitgemäßen Idee, das mich in der Umsetzung aber nicht ganz überzeugen konnte. Für Eltern finden sich durchaus einige schöne Anregungen, für die Kinder selbst hätte ich mir deutlich mehr spielerische und visuelle Elemente gewünscht.

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Nett

Koch- und Backabenteuer mit Spekulatius von Tobias Goldfarb

Spekulatius nimmt Familien mit auf eine kulinarische Reise durch die vier Jahreszeiten. Dabei gibt es nicht nur Rezepte zum Kochen und Backen, sondern auch kleine Geschichten und viele schöne Illustrationen.

Mir gefällt das Buch vor allem optisch richtig gut: Die Bilder sind ansprechend und machen direkt Lust darauf, gemeinsam in der Küche loszulegen.

Auch die Rezepte sind abwechslungsreich und wirken unkompliziert genug, dass Kinder bei vielen Arbeitsschritten mithelfen können, allerdings sind sie nicht darauf ausgerichtet, dass Kinder weitgehend selbstständig kochen können.

Positiv finde ich außerdem, dass erfreulich wenig Fleisch vorkommt. An manchen Stellen hätte ich mir die Rezepte allerdings etwas gesünder gewünscht. Bei einigen Gerichten ist für meinen Geschmack doch recht viel Mehl, Zucker oder Ähnliches dabei. Wir haben deshalb einfach selbst ein bisschen angepasst, zum Beispiel zusätzlich Gemüse hineingepackt, den Zucker halbiert oder einen Teil des Mehls durch Vollkornmehl ersetzt. Das hat problemlos funktioniert.

Besonders schön finde ich, dass das Buch neben den Rezepten auch Platz für Geschichten lässt. So ist es nicht nur ein Koch- und Backbuch, sondern eignet sich auch zum gemeinsamen Vorlesen. Genau deshalb werden wir es auf jeden Fall behalten.

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