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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Bergur

Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Vor zehn Jahren verschwand Marsibils zwei Jahre ältere Schwester Stina spurlos. Einzig ihre blutverschmierte Jacke kann in der Nähe einer Brücke gefunden werden, genau dort, wo Marsibil sich mit ihrem Brieffreund an jenem Abend treffen wollte. Bis heute bleibt Stinas Verschwinden ungelöst und aus Scham Schuld an allem zu sein, hat Marsibil bis heute geschwiegen.

Doch zehn Jahre später erhält sie wieder einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund und für sie steht fest, dass sie endlich die Wahrheit herausfinden möchte.

Home Before Dark von Eva Björn Ægisdóttir ist ein Psychothriller aus dem isländischen Raum. Wir erleben die Geschichte in der Gegenwart aus Sicht der 24jährigen Marsibil ‚Marsi‘, die weiterhin an dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester leidet und in der Vergangenheit lernen wir Kristin ‚Stina‘ besser durch ihre Perspektive kennen. Die beiden Leseperspektiven haben bei mir auch ein unterschiedliche Lesegefühl ausgelöst, Marsibils Perspektive zog sich an vielen Momenten merklich, da sich einiges wiederholt und ich mir ein paar Auflösungen relativ schnell denken konnte. Stinas Perspektive ist lebendiger und dementsprechend schneller.

In Anbetracht dessen, dass es sich um einen Psychothriller handelt und Marsibil nicht nur unter Schuldgefühlen leidet, sondern aufgrund dieser auch extreme Probleme hat, hat mir das Erleben ihres Gefühlszustand gefehlt. Ich konnte ihn mir zwar vorstellen, aber wahrgenommen habe ich diesen leider nicht, weswegen mir ihre Perspektive auch eher fern blieb. Stinas Gefühlszustand hat mich hingegen besser erreicht.

Home Before Dark hat mich sehr schnell einnehmen können, zeitweise plätscherte es inhaltlich aber etwas vor sich hin und erst gegen Ende konnte es mit der ein oder anderen Überraschung nochmal für Spannung sorgen, sodass es letztendlich ein gutes, aber nicht besonders packendes Leseerlebnis wurde.

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Graue Welt

Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel

In Rye will der Frühling nicht kommen und die Stimmung der Dorfbewohner leidet, vor allem die von Flora Brimble, die nicht nur den Frühling herbeisehnt, sondern auch hofft, dass der Frühling ihrem Vater Gesundheit mitbringt. An ihrem Geburtstag kauft Flora sich magische Tinte, um die Geschichte ihrer Heldin Harriet weiterschreiben zu können.

Nichts ahnend, dass damit ihr größtes Abenteuer beginnt und sie sich auf die Suche nach der Maikönigin macht. Kann Flora den Frühling zurückbringen?

Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel richtet sich an Kinder ab zehn Jahren. An dem Punkt beginnt meine erste Kritik, denn meine Mitleserin (11 Jahre) hat sich sehr schnell vom Buch abgewendet, der Schreibstil war ihr zu langweilig und die Geschichte dadurch zäh. Dieses Lesegefühl kann ich sehr gut verstehen, obwohl mir der Schreibstil ausgesprochen gut gefallen hat und ich mich vor allem zu Beginn sehr an den Erzähler aus dem Film ‚Lemony Snicket - rätselhafte Ereignisse‘ zurückerinnert fühlte, dennoch hat er sich nicht passend für das Alter der Rezipienten angefühlt. Mir gefiel jedoch der spitze Humor, die Phasen bei denen sich die Geschichte direkt an mich als Leserin wendet und auch die fantastischen Begleiter Floras.

Die Geschichte selbst ist durchaus spannend, wenn man den Schreibstil mag und in die Welt von Flora eintauchen kann. Zwischenzeitlich wird es auch sehr düster und der Perspektivwechsel kann für Irritationen sorgen. Nicht besonders gut gefallen hat mir, dass Harriet sehr häufig nur als ‚das rothaarige Mädchen‘ bezeichnet wurde, äußerliche Merkmale - in dieser Häufigkeit - als Synonym für Harriet zu verwenden, finde ich vor allem in Kinder- und Jugendbüchern schwierig. Auch empfand ich die Geschichte an manchen Stellen als etwas unrund bzw. zu hektisch, aufgrund ständiger Settingwechsel und dem Gefühl durch diese durchzurasen.

Am Ende hätte ich Flora Brimble und der verlorene Frühling vermutlich dennoch 4 Sterne gegeben, weil ich als Erwachsene meinen Spaß an der Geschichte habe. Im Anbetracht des Alters der Zielgruppe sind es jedoch nur 3 und vielleicht sollten Kinder erstmal die Leseprobe lesen, um ein Gefühl für den Schreibstil zu bekommen.

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Skurriles Leben

Verlorene Schäfchen von Madeline Cash

Die Flynns sind eine schrecklich komische Familie, die aus William ‚Bud‘, Catherine und ihren drei Töchtern Abigail, Louise und Harper besteht. Bud und Catherine haben sich in ihrem Ehealltag auseinander gelebt, weswegen Catherine ein Abkommen vorschlägt, das Bud schließlich zu den Verlorenen Schäfchen treibt.

Und auch die drei Töchter haben ihre ganz eigenen Probleme. Abigail ist schwerverliebt, Louise sucht verzweifelt nach der Liebe und Harper glaubt einer großen Verschwörung auf der Spur zu sein.

Verlorene Schäfchen von Madeline Cash ist eine tragisch-komische Geschichte, die durch ständige Perspektivwechsel durchgehend dynamisch bleibt. Dennoch kam mir im Laufe der Geschichte die Frage auf, was ich hier lesen. Familie Flynn ist speziell, aber teilweise derart überspitzt dargestellt, dass der Humor hinter den Figuren verloren geht. Das ein Familienmitglied seltsame Wege nimmt, durchaus realistisch, dass alle fünf Familienmitglieder auf wirklich kuriose (Ab-)Wege kommen, unwahrscheinlich. Ich hab zwar keinen Realismus erwartet, aber zumindest auf etwas mehr Wahrscheinliches gehofft.

Trotzdem gibt es einige Ansätze die mir gefielen und ab und an auch Szenen über die ich gut lachen konnte, sodass ich mich trotzdem gut unterhalten fühlte und durch das Ende auch einen positiven Abschluss mit dem Buch haben konnte. Verlorene Schäfchen ist definitiv ein etwas anderes Buch, das einen ganz speziellen Humor und Familie mit sich bringt.

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Spannungsarm

Bachelorette Party von Camilla Sten

Tessa macht ihrer Freundin Anneliese eine Freude und trifft sich mit ihr auf einer abgelegenen Schäreninsel. Dort möchte Anneliese ihren Junggesellinnenabschied feiern, fernab der Zivilisation und ohne Handys. Doch Tessa hat ein ungutes Gefühl, denn ein Cold Case geht ihr nicht aus dem Kopf, vier Frauen sind vor zehn auf einer Schäreninsel spurlos verschwunden.

Können Tessas Bedenken so viele Jahre später noch berechtigt sein?

Bachelorette Party von Camilla Sten konnte mich leider in sehr vielen Punkten nicht überzeugen. Der erste Kritikpunkt hat dabei noch nicht einmal etwas mit der Autorin zutun, sondern mit dem Klappentext. Es nimmt dem Inhalt jegliche Spannung, wenn dieser fast 2/3 des Buchs beschreibt und damit viel zu viel vorwegnimmt. Lange Zeit würde ich auch eher von einem Spannungsroman a la Lucy Clarke sprechen, nur dass die Spannung eben komplett flöten gegangen ist. Ja und dann die Auflösung, auch die war leider komplett vorhersehbar und damit wurde auch ganz offen gespielt, denn Finten sucht man hier vergeblich. Und dann kommt das Ende, das dann den Namen Thriller alle Ehre macht, aber so gar nicht in das Tempo des Buches passt und daher lediglich übertrieben und unstimmig wirkt. Schade, denn Potenzial war durchaus vorhanden. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und trägt einen durch die Geschichte, auch die Protagonistin ist tiefgründiger beschrieben, wenn mir auch nicht wirklich sympathisch. Die Nebencharaktere bleiben jedoch eher blass.

Alles in allem hat Bachelorette Party mich leider enttäuscht und die zwei Sterne gibt es nur, weil ich durch den guten Schreibstil schnell durchs Buch gekommen bin und das obwohl der Inhalt zäh war.

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Wohlfühlen in Lower Whilby

The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh

Eleanore liebt ihre Heimatstadt Lower Whilby und ist in dieser als hilfsbereite und zuverlässige Frau bekannt. Doch sie hat auch das Gefühl, dass sie in ihrer Heimat immer das Mauerblümchen sein und von keinem Mann jemals richtig wahrgenommen wird. Plötzlich kommt ihr Jugendschwarm Dex wieder zurück nach Lower Whilby, ausgebrannt und verbittert von seinem Leben, möchte er sich selbst finden.

Gemeinsam schmieden sie einen Plan und wollen sich gegenseitig zur Hilfe stehen.

The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh ist der zweite Teil der Reihe, der uns in das gemütliche Kleinstädtchen Lower Whilby entführt. Nachdem mich der erste Band nicht richtig abholen konnte, weil es sich einerseits wie eine Einführung in das Städtchen gefühlt hat und ich andererseits mit den beiden Protagonist:innen nie richtig warm wurde, war ich ganz gespannt, wie mir der zweite Band gefallen würde und was soll ich sagen? Eleanore, Dex und Kyra haben mich nicht enttäuscht!

Kyras Schreibstil ist wie immer erste Klasse, der Humor, die zahlreichen Metaphern und die Atmosphäre sorgen nicht nur für eine Menge Lesespaß, sondern auch für ein kurzweiliges Lesevergnügen und dann sind da die beiden Protagonist:innen. Eleanore ‚Nore’ mit ihren vielen Zweifeln, den endlosen Gedanken nicht genug zu sein wirkt aus dem Leben gegriffen. Ich konnte mich in ihr selbst sehen, aber ich konnte auch ganz viele Freunde in ihr wieder erkennen und das hat sie von der ersten Seite an nahbar und authentisch gemacht. Und obwohl Dex scheinbar genau das Gegenteil von Nore ist, hat auch er Seiten an sich, die nicht nur verständlich sind, sondern auch die Realität vieler widerspiegelt. Das macht beide Protagonist:innen zu Empathieträgern mit denen man unfassbar gerne mitfiebert und die man ins Herz schließt.

Das Städtchen Lower Whilby und ihre Bewohner:innen war dieses Mal im genau richtigen Maße präsent und hat den beiden Protagonist:innen nicht die Show gestohlen. Und obwohl Jude und James mir als Nebencharaktere manchmal wieder etwas zu viel waren, gehört The Iced Caramel Coffee Agreement definitiv zu einem meiner absoluten Lieblingsbüchern von Kyra Groh.

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Das fehlende Etwas

Summer Tides von Sarah Fulmar

Scarlett kehrt London den Rücken und möchte in St. Ives einen Strandkiosk eröffnen, um sich aber vor allem ihrem beziehungsunfähigen Partner Eric etwas zu beweisen. Jonah arbeitet momentan wieder in seiner Heimat als Rettungsschwimmer, doch er möchte weit hinaus und auf einem Kreuzfahrtschiff als Arzt arbeiten.

Doch als die beiden sich begegnen scheinen alle Pläne zu verschwimmen.

Summer Tides von Sarah Fulmer ist der erste Roman aus dem Örtchen St. Ives. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass man unfassbar schnell durch die Geschichte kommt, aber mir an einigen Stellen dann doch eben genau das war: zu einfach. Die Dialoge wirkten dadurch an manchen Stellen auf mich nicht wirklich authentisch und es fehlte mir das gewisse Etwas, das die verschiedenen Figuren voneinander unterscheidet.

Wir erleben die Geschichte aus Scarletts und Jonahs Perspektiven, wobei Scarletts deutlich anstrengender ist. Sie wirkt an vielen Stellen unfassbar naiv und nicht besonders gut in ihrer Kommunikation und das obwohl sie doch schon sehr viele extravagante Jobs hatte, die einen anderes vermuten lassen würden. Jonah wirkte aus Scarletts Perspektive auch eher langweilig, hatte aber doch ein paar spannende Seiten, die man aus seiner Sicht erlebt, die gerne noch tiefgehender behandelt werden könnten, aber leider blieb alles sehr oberflächlich.

Die starke Anziehung zwischen den beiden war aus meiner Sicht gar nicht nachvollziehbar. Außer den optischen Vorteilen, die beide erkennen, gibt es kaum Szenen, die eine charakterliche Anziehung ermöglichen und doch ist es die große Liebe? Da hätte ich mir mehr von erwartet.

Ausgesprochen gut hat mir jedoch das Setting gefallen, das direkt für Fernweh sorgt und die Bewohner:innen St. Ives geben auch einen guten Vibes mit. Doch das reicht leider nicht und am Ende bleibt Summer Tides mir in vielen Dingen zu oberflächlich.

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Der wilde Mann

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna

Cassandra widmet sich ganz der Arbeit, ein neues Hexenabzeichen zu erhalten als in ihrem Dorf Hagley seltsame Dinge geschehen. Einzelne Bewohner Hagleys stehen unter einen Bannfluch, der sie nach einer alten Lanze suchen lässt. Doch wer diese Lanze berührt, der ist dem Tod geweiht. Ein Grund mehr für den Herrscher Faeries, diese Waffe unbedingt in seinen Besitz zu bekommen.

Können Cassandra und ihre Freundinnen die Bewohner von ihrem Fluch befreien und die Lanze vor dem Erlkönig finden.

Die magische Flöte von Skye McKenna ist der zweite Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren unterschiedlichen Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen ganz besonderen Humor auf mit dem er sich ins Herz schleicht. Besonders gut gelungen sind wieder die Wesen, die sich im Hag befinden. Besonders der wilde Mann "Lailoken" gefiel uns sehr gut und die Zeichnung am Ende des Buchs von Viktoria Gavrilenko, welche die drei Freundinnen und Lailoken zeigt, hätten wir unheimlich gerne als Poster, weil es einfach nur zauberhaft aussieht und die Atmosphäre des Buchs unheimlich gut widerspiegelt - ein wahrer Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin macht es leicht, sich wieder in Hagley zurechtzufinden und ohne Probleme an das Geschehen anzuknüpfen. Uns gefiel auch, dass der Name Aoife eingebaut wurde, auch wenn es für Leser:innen ab zehn Jahren ohne Hilfe sicherlich schwierig ist, diesen Namen auszusprechen. Cassandras Entwicklung aus dem ersten Band ist im Laufe der Geschichte immer wieder zu erkennen und macht sie zu einer starken Protagonistin, die Freundinnen Tabitha und Rue sind mit ihren Eigenschaften ein tolles Paket und machen aus den drei eine interessante Gruppe. Auch Cassies Cousin Sebastian gibt eine ganz besondere Gefühlswelt frei.

Etwas verwundert bin ich - auch nach dem Lesen - über den Titel des Buchs. Die magische Flöte ist zwar ein kleiner Teil der Geschichte, doch irgendwie war für uns die (Suche nach der) Lanze deutlich präsenter. Das aber nur nebenbei bemerkt und ohne Auswirkung auf die Bewertung eines tollen Kinderbuchs, das auch Erwachsenen noch Spaß machen kann. Die magische Flöte kommt mit ruhigen Tönen daher wirft einen jedoch in ein unheimlich atmosphärisches Abenteuer mit vielen kleinen Botschaften und einer tollen Freundschaft. Eine gelungene Fortsetzung, welche die Vorfreude auf den nächsten Band steigert.

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Ruhige Magie fürs Herz!

The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota

Finlay ‚Fin’ Ashowan tritt seine neue Stelle als königlicher Koch in Daxaria an. Keiner ahnt jedoch, dass Finlay mehr als nur ein Koch ist und am liebsten seine Kräfte wirken lässt, um in der Küche die leckersten Gerichte zaubern zu können. Finlay ist eine Haushexe und hat nicht nur für Essen ein gutes Gespür, sondern auch für seine Mitmenschen.

Während die Hexe seine Küche zum Wohlfühlort für Alle werden lässt und eine schwarze Katze namens Kraken aufnimmt, werden die Spannungen zwischen den Königreichen immer größer.

The House Witch ist der erste Band um die Haushexe Finlay Ashowan von Delemhach und für mich ein wahres Highlight, wobei ich kaum greifen kann, wie die Autorin das gezaubert hat. Denn The House Witch ist kein Page Turner, der mit Spannung und Action daherkommt. Auf den gut 600 Seiten passiert eigentlich gar nicht viel und doch mochte ich jede Seite des Buchs unheimlich gerne, das Setting besteht auch meistens aus der Hausküche und hat nur wenige weitere Orte parat.

Dennoch schafft Delemhach ein absolutes Wohlfühlwerk, was vor allem an Finlay Ashowan liegt, der ein wundervoller Protagonist ist. Finlay hat so viele schöne Charaktereigenschaften, die es einfach machen, ihn ins Herz zu schließen. Er legt wert auf das Wohl der anderen, stellt sich unter einen kleinen Scheffel und steht für die Schwachen ein. Trotzdem hat Finlay auch Ecken und Kanten, die unheimlich lustige Dialoge zutage fördern, auch sein Versuch seine Herkunft zu verbergen bringt lustige Szenen hervor und vor allem im Verbund mit Magier Lee gibt es immer etwas zu Lachen. Auch die Entwicklung einiger Nebencharaktere ist einfach wundervoll zu Beobachten und erweckt Freude beim Lesen.

Ich kann jedem der Lust auf ein langsames, ruhiges Wohlfühlbuch mit magischen Background hat The House Witch nur ans Herz legen. Ich warte nun ganz gespannt auf den Erscheinungstermin des zweiten Bands, der für mich ein absolutes Muss sein wird und freue mich bald mehr von Finlay Ashowan lesen zu können!

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Auszeit in Wilsgrave

Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin

Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat.

Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.

Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.

Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!

Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.

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Fünf Freunde - Eine Suche

FREI – Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk

Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche und begegnet dabei Marc, der etwas ganz Neues in ihm auslöst.

Frei - Bester Anfang ist eine Coming-of-Age-Story von Sarah Welk für Jugendliche ab 12 Jahren und ist der dritte Band der Reihe, kann jedoch auch unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden. Dieses Mal nehmen wir die Sicht von Koray ein, der mit seiner Mutter wieder zurück in Rottloch bei seiner Oma ist, nachdem die Influencer-Karriere seiner Mutter Knall auf Fall gescheitert ist. Dieses Scheitern war für mich ein kleiner Knackpunkt, denn sonderlich realistisch ist er nicht. Ein gehackter Account ist für eine große Influencerin sicherlich problematisch, allerdings hat sie auch schnell einen großen Teil ihrer Community wieder an Bord, davon konnte man hier nicht sprechen. Außerdem ärgern mich Fehler, wenn man Dinge aus dem ‚wahren Leben‘ einbaut, wer bei ‚Wer wird Millionär?‘ die falsche Antwort auf die 200€-Frage einloggt, der geht am Ende nicht mit 200€ nach Hause.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir jedoch das Innenleben Korays, der unglaublich reflektiert und gegenüber seiner Mutter extrem reif ist. Die Beziehung der beiden hat mich einige Nerven gekostet, weil der 15-jährige ständig den reiferen Part eingenommen hat und die Chiara von Arken/Karin Ark einfach unfassbar unselbstständig ist. Außerdem gefiel mir die sich anbahnende Beziehung zu Marc gut und auch wie Karin an dieser Stelle reagiert hat. Die Clique hat mir ganz gut gefallen, nur Nico fiel an einigen Stellen doch etwas ab.

Was mich erneut gestört hat, war die häufige Verwendung von „der/die“ anstatt „er/sie“, generell ist das Buch sprachlich eher in einer Sprache verfasst, die sich vermutlich als typisch Jugendlich verorten lässt und in diesem Ausmaß dann doch nicht authentisch wirkt. Aus diesen Gründen ist der Band für mich leider schwächer als der Erste, auch wenn mir vor allem Korays Innenwelt, sein Charakter und der Humor gut gefallen haben, dennoch gab es auch einige Kritikpunkte.

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