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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Wem kannst du trauen?

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Annas Schwester Juli ist vor über einem Jahr verschwunden. Die Polizei ist sich sicher, dass sie ermordet wurde und beschuldigt den Vater der beiden Mädchen. Anna leidet nicht nur unter dem Verlust ihrer Schwester, sondern auch an den Beschuldigungen, trotzdem versucht sie stark zu sein, für sich, ihre Eltern und vor allem für ihren kleinen Bruder Leon, der Anna am dringendsten benötigt.

Doch während Anna kämpft und nach den wahren Ereignissen sucht, erzeugt die Polizei einen immer größeren Albtraum für ihre Familie.

Weil sie lügt von Caroline Seibt ist ein temporeicher Psychothriller. Seibt schafft eine unglaubliche Atmosphäre und erzeugt durch mehrdeutige Sätze ein unfassbares Spannungsfeld, sodass am Ende kaum ein Charakter übrig bleibt, dem man zu Hundertprozent trauen würde. Durch kurze Kapitel, die ständig mit einem Cliff enden und einem stetigen Perspektivwechsel zwischen Anna Brunner und der Ermittlerin Katharina Engels entwickelt sich das Buch schnell zu einem Pageturner.

Ich bin wirklich begeistert von dem Tempo, dass das Buch innerhalb kürzester Zeit erzeugen konnte und aufgrund der geladenen Atmosphäre wollte ich ständig weiterlesen. Auch das Ende hält einige Überraschungen parat, trotzdem gab es auch ein paar Kritikpunkte. Für mich bleiben nach Beenden des Buchs leider noch zu viele Fragen offen, die sich am Ende nach einer Lücke bzw. teilweise nach Logikfehler anfühlen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bekommen wir auch eine tiefgründige Geschichte, daher fehlte mir bei der Auflösung genau das.

Trotzdem kann ich Weil sie lügt jedem empfehlen, der auf temporeiche Psychothriller steht!

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Part 5: Josie Blythe

A Girl Named Josie von Kristina Moninger

Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, die Gruppe daran zerbricht und erst Jahre später wieder zusammen findet und erfährt, dass Josie am Leben ist.

Josie war jahrelang auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, doch sich selbst hat sie dabei nie gefunden. Nun begibt Josie sich auf ihre letzte Suche, zurück in die Vergangenheit und weg von dem Mann, den sie ihr Leben lang geliebt hat - Andrea.

A Girl Named Josie ist der Abschlussband der Geschichte um die fünf Freundinnen Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina. Aus den vier Vorgängerbänden kennt man Josies Geschichte schon relativ gut, nun wollte ich aber mehr von Josie erfahren und habe mich total über diesen letzten Band gefreut. Auch Josies Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven: Vergangenheit und Gegenwart, aber auch Andreas Perspektive bekommen wir zu lesen und die Vergangenheit rückt immer näher an die Gegenwart.

Ich habe mir wirklich viel von diesem Band versprochen, dementsprechend war es womöglich auch leicht enttäuscht zu werden. Josies Perspektive hat mich in sehr vielen Belangen gestört. Da wären viele Aspekte, die wir durch die Vorgängerbände bereits gelesen haben und die durch Josies Perspektive leider kaum Tiefe gewann und das obwohl sie die Hauptbeteiligte war, dennoch wirkte es eher repetitiv und weniger mit neuen Gefühlen besetzt. Das mag aber auch daran liegen, dass Josie mir mit jeder Seite unsympathischer wurde. Denn das Schlimmste waren für mich Josies Handlungen gepaart mit ihrer Gedankenwelt. Ja, sie hatte ein toxisches Umfeld und litt darunter, aber sie entschied sich jedesmal bewusst (!) dazu, Menschen die sie scheinbar liebte, zu verletzen und das macht sie nicht weniger toxisch. Hätte ich hier eine Zerrissenheit gespürt oder unsichere Gedanken wahrgenommen, dann wäre das sicherlich anders, so war es für mich leider der Inbegriff einer 'Red flag'. All ihre Aktionen waren auch super unnötig und simples reden hätte eine Menge leid erspart, dass sie von allen Seiten auch noch Verständnis für ihr Verhalten bekommt - furchtbar! Daher konnte ich die ganze Geschichte um Josie und Andrea nicht fühlen, vor allem weil Josie sich auch über zehn Jahre später null entwickelt hat und weiterhin die gleichen Fehler macht.

Deswegen bleibt A Girl Named Josie leider weit hinter meinen Erwartungen zurück und das einzig Positive war die Rückkehr nach Harbour Bridge.

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Zwischen Verwirrung und Genialität!

Tokyo von Tokuro Nukui

1990, Tokyo. Ein weiteres Mädchen wird vermisst und plötzlich findet man die Leiche der ersten Vermissten. Die Angst steigt und die Ermittler geraten immer mehr unter Druck, während ein verzweifelter Vater Zuflucht in einer Glaubensgemeinschaft findet und damit Zugang zu seltsamen Ritualen erhält.

Tokyo von Tokuro Nukui ist ein japanischer Thriller aus den 90ern. Positiv überrascht war ich davon, dass ich dem Buch das Alter weniger angemerkt habe und das obwohl mehr als 30 Jahren vergangen sind. Möglicherweise liegt das auch an der Übersetzung von Heike Patzschke, die den heutigen Zeitgeist mitfließen lässt und daher kaum Distanz vorhanden ist.

Doch inhaltlich konnte mich das Buch über weite Strecken kaum überzeugen. Den Einstieg fand ich noch gut, wir beginnen mit dem Fund des Mädchens, doch das war es dann lange an spannenden Szenen. Die zwei Perspektiven wechseln kapitelweise, das hat mir das Lesen erleichtert, weil es eine Abwechslung reingebracht hat, die ich nach jedem Kapitel benötigte, denn es ist kaum etwas passiert und die Story plätschert nur so vor sich hin.

Obwohl Glaubensgemeinschaften und Sekten nicht mein liebstes Thema sind, war die Perspektive am Ende doch die interessantere, denn die Perspektive des Ermittlerteams dreht sich vorwiegend lediglich um private Probleme einzelner und gibt kaum Aufschluss über die eigentlichen Taten/Ermittlungen. Ein weiterer Thriller, der mir eher das Gefühl eines Kriminalromans vermittelt hat, aber vom eigentlich Genre meilenweit entfernt blieb.

Und eigentlich wären das zwei Sterne für Tokyo geworden, doch dann kam das Ende und das hat eine Menge in mir bewegt. Die Auflösung war nicht nur unglaublich überraschend, sondern sie hat auch den ganzen Aufbau des Buchs in Frage gestellt. Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, hätte mir das Buch vermutlich unheimlich Spaß gemacht, weil die Konstruktion wirklich genial ist. Trotzdem kann ich nicht mehr als drei Sterne geben, weil das Lesegefühl lange eher mau war.

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Gefahren aus der Tiefe

Dead Girls Don't Dance von MK Pagano

Fiona wurde vor einem Jahr tot in einer Schlucht gefunden. Bis heute bereut ihre Schwester Addie Blackwood jene Nacht, denn Fiona und sie sind nicht im Guten auseinander gegangen und im Gegensatz zur örtlichen Polizei ist Addie sich sicher, dass Fiona keinen Suizid begangen hat, sondern von jemanden gestoßen wurde.

Ein Jahr lang beschuldigt sie Thatcher Montgomery ihre Schwester umgebracht zu haben, doch dann wird auch Thatchers Leiche am Grund der Schlucht gefunden und Addie wird zur Verdächtigen. Der einzige dem Addie vertrauen kann ist Seth, denn mit ihm war sie zum Todeszeitpunkt zusammen und die beiden versuchen alles, um den wahren Mörder zu überführen.

Dead Girls Don’t Dance von MK Pagano ist ein atmosphärischer Jugendthriller, der bereits mit der ersten Seite eine Sogwirkung erzeugt. Die Geschichte erleben wir aus der Perspektive der 18-jährigen Addie Blackwood, die vor einem Jahr ihre Schwester verloren hat und unter Schuldgefühlen und Verlustängsten leidet. Genau diese Gefühle kommen unfassbar schnell zur Geltung, sodass ich mich gut in Addies Gefühlswelt hineinversetzen konnte. Ich war zudem positiv überrascht, dass das Buch nicht langsam anfängt, sondern sehr schnell eine starke Atmosphäre aufbaut, die einen angespannt zurücklässt und einen durch die Seiten peitscht.

Die Story selbst ist für Erwachsene möglicherweise zu seicht, für einen Jugendthriller empfand ich es über weite Strecke jedoch sehr stark. Der Thrill kommt allerdings weniger über Gefahren und Ermittlungen, sondern mehr über die Gefühlswelt Addies und die Frage nach dem möglichen Täter, die bis zuletzt offen bleibt und überraschen kann. Gegen Ende nimmt dann jedoch auch die Spannung nochmal zu!

Lediglich die Konstellation zwischen den Blackwoods und den Montgomerys war mir etwas zu viel und auch das Tatmotiv wirkt im Kontext sehr heftig und ihm hätte wohl etwas mehr Tiefe in der Auflösung gut getan. Dennoch konnte mich Dead Girls Don’t Dance wahnsinnig gut unterhalten!

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Wem kannst du trauen?

Alles ihre Schuld von Andrea Mara

Marissa Irvine möchte ihren vierjährigen Sohn Milo von einem Playdate abholen. Doch als sie an der Tudor Grove 14 ist, öffnet ihr nicht Jenny die Tür, sondern eine fremde Frau, die von Milo noch nie etwas gehört hat. Marissa muss erkennen, dass Milo spurlos verschwunden ist und das niemand weiß, wo Milo sich aufhalten könnte.

Marissa und Peter tun alles, um ihren Sohn wieder zu finden, doch wem können sie vertrauen und wer weiß vielleicht mehr?

Alles Ihre Schuld ist ein atmosphärischer Thriller von Andrea Mara. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven geschildert und gewinnt durch den Wechsel deutlich an Tempo, denn inhaltlich ist die erste Hälfte doch eher ruhig und setzt den Fokus auf Figurentiefe und Atmosphäre. Dies gelingt auch ganz gut, wenngleich ich mit dem Schreibstil nie ganz warm wurde und die Protagonistinnen deswegen doch eher unnahbar auf mich wirkten, obwohl ich beide unfassbar sympathisch fand. Die präsentesten Perspektiven sind die von Milos Mutter Marissa und der angeblichen Playdate Mutter Jenny. Beide Charaktere sind extrem unterschiedlich dargestellt und doch sind beide Frauen auf ihre Weise extrem sympathisch und haben das Potenzial mit ihnen Mitleiden und -fiebern zu können.

Während die erste Hälfte des Buches eher ruhig daherkommt und durch die Atmosphäre für ein unruhiges Lesegefühl sorgt, entwickelt sich die zweite Hälfte zu einem wahren Pageturner. Die Auflösung ist unheimlich gut, an manchen Stellen etwas zu viel, aber trotzdem überzeugend und birgt die ein oder andere Überraschung.

Wer auf ruhige, atmosphärische Thriller steht, die sich langsam aufbauen und temporeich enden, der ist bei Alles Ihre Schuld genau richtig!

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Zu viel!

Starminster - Stadt in den Wolken von Megan Hopkins

Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines Tages taucht eine Frau mit Flügeln auf und zeigt Astrid nicht nur mehr von der Welt, sondern auch, dass sie eine Librae ist und verspricht ihr, dass auch ihr irgendwann Flügel wachsen werden.

Starminster von Megan Hopkins wird Kindern ab 11 Jahren empfohlen, lässt sich für mich jedoch eher schwierig in ein Alter einordnen. Angesprochene Themen richten sich auf jeden Fall eher an ältere Kinder, aber Astrid hat sich für mein Lesekind (11J.) jünger angefühlt, weswegen die Protagonistin und damit auch die Geschichte für sie eher uninteressant war.

Ich möchte mit dem positiven anfangen, das ist für mich eindeutig die Welt und die Besonderheit der Librae. Die grundsätzliche Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Der Klappentext lässt auch erahnen, dass manche Themen schwierig sein können, darauf war ich daher vorbereitet, aber am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine magische Geschichte gelesen habe, sondern eine Sammlung aus Alltagsproblemen, die in die Welt der Librae übertragen und stumpf übermittelt wurden.

Kinderbücher sollten definitiv gesellschaftskritische Themen beinhalten und Botschaften übermitteln, aber das eher feinfühlig, über die Geschichte und die Protagonist:innen. Starminster wählt jedoch die Brechstange, spricht alles sehr direkt an und verliert dadurch sich selbst. So werden u.a. Tierversuche, Umweltschutz/-verschmutzung, Diskriminierung, Unterdrückung und die Klassengesellschaft thematisiert und das meiste davon ganz unverblümt, ohne sich wirklich in der Geschichte um Astrid zu entfalten.

Dann kommt noch das Thema hinzu, welches sich im Klappentext andeutet. Astrid wird von ihrer Mutter gefangen gehalten, von Mrs. Wairi befreit und doch entführt, denn Astrid möchte nicht gehen und gleichzeitig verschwinden andere Kinder, auch hier geht es um Entführung und potenzielle Misshandlung. Das hätte gut ausgearbeitet werden können und bleibt für mich leider an viel zu vielen Stellen nicht richtig auserzählt und daher problematisch. Klar ist, dass die Entführungen der Kinder als schlecht dargestellt werden, aber mir fehlte die Verdeutlichung, dass es bösartige Taten sind und dahinter auch noch viel Schlimmeres steckte. Hinzukommt, dass Mrs. Wairi mit Astrid ähnliches getan hat und auch das eher nicht reflektiert wird, zumal Astrid mitgeht und dieses Thema sicherlich keines ist, das Elternteile, die ihren Kindern predigen nicht mit Fremden mitzugehen, gerne lesen.

Allein die Themen des Klappentextes hätten gereicht, um ein Buch mit knapp 250 Seiten zu füllen und die Leser:innen in die Welt von Starminster zu bringen, wenn man es reflektiert und die Figuren mit der Geschichte arbeiten. Hopkins hat sich leider dazu entschlossen, noch viele weitere Themen einzubringen und damit den Zauber der Welt verpuffen zu lassen. Auch hier, jedes einzelne Thema kann sich gut über die Geschichte erzählen lassen, aber aufgrund der geringen Seitenanzahl haben die Themen nicht genug Raum bekommen. Am besten gelang die Umsetzung noch beim Thema Klassengesellschaft, das sich über Arm und Reich, Flügge und Nicht-Flügge, sowie unterschiedliche Flügelarten präsentiert hat und in der Ausarbeitung gute Ansätze gezeigt hat, aber Wörter wie Steuern sind unerklärt noch viel zu groß für Kinder.

So bleibt am Ende eine tolle Idee, die sich leider komplett verloren hat. Eine Reihe, die vermutlich nicht weiterverfolgt wird.

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Die Wahrheit

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4) von Marc Raabe

Eine junge Frau geht viral. Ihre Videos enthalten skandalöse Details über eine Affäre mit dem Bundeskanzler. Ist das ein Fake oder die pure Wahrheit? Kurz darauf verschwindet der Kanzler Henrik Westphal.

Art und Nele werden in einen U-Bahntunnel gerufen, dort befindet sich die kopflose Leiche einer Frau.

Handelt es sich um die Frau aus dem Video?
Ein Netz Lügen breitet sich aus und bringt nicht nur Art in Gefahr, wem kann er noch Vertrauen?

Im Morgengrauen von Marc Raabe ist der vierte Band der Thriller-Reihe um das Ermittlerteam Artur ‚Art‘ Mayer und Nele Tschaikowski, die auf jeden Fall von Beginn an gelesen werden sollte. Wir erleben die Geschichte wie gewohnt aus mehreren Perspektiven, wobei Art Mayer im Fokus steht. Die Darstellung der zeitlichen Ebene hat mir ausgesprochen gut gefallen, in dem das Davor auf den Tag Null zulief und das Danach sich von Tag Null entfernte. Dadurch ließ sich die Geschichte zeitlich nicht nur gut einordnen, sondern erhöhte die Spannung, um den Tag Null.

Die Entwicklung der einzelnen Charaktere wirkt super authentisch, das hat auch gute Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Figuren, sodass auch das (komplette) Ermittlerteam immer mehr Tiefe gewinnt. Der Fall selbst hat mir sehr gut gefallen, auch weil es viele Fragen geklärt hat. An einigen Stellen war mir der Zufall etwas zu häufig am Werk, vor allem im Bezug auf die Jagdhütte und die Lösung fand ich auch recht offensichtlich, dennoch hat mir das Werk spannende Lesestunden bereitet und vor allem die Vorgängerbände sehr gut abgerundet.

Eine klare Empfehlung für Im Morgengrauen, aber wer die Vorgängerbände bereits kennt, der wird sowieso weiterlesen wollen und wer noch kein Buch der Reihe gelesen hat, dem ist Der Morgen sehr ans Herz, um eine tolle Reihe zu beginnen!

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Wie man sich (und anderen) das Leben schwer macht.

The Night We Met von Abby Jimenez

Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich gut, entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten und Larissa verteufelt ihre Entscheidung, dass sie sich damals von Mike vom Festival fahren ließ.

Nun sind ihre Gefühle gefangen in der Zwickmühle, die nicht nur eine Freundschaft zu entzweien droht.

The Night We Met von Abby Jimenez ist mein erstes Buch der Autorin und leider keines, dass mir mehr von ihr besonders schmackhaft gemacht hat. Der Schreibstil ist einfach, sodass ich sehr gut durch die Seiten kam, allerdings empfand ich ihn an manchen stellen etwas ‚abgehakt‘ und wenig authentisch. Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven von Larissa und Chris, doch keiner der beiden konnte mir wirklich sympathisch werden, generell war das Buch gespickt mit mir unsympathischen Charakteren.

Larissa hat natürlich keinen einfachen Stand in ihrem Leben und struggelt verständlicherweise extrem. Doch wie sie selbst ihre eigenen Gedanken scheinbar gar nicht wahrnimmt und sich ständig entgegen ihrer eigenen Ratschläge verhält. Ihr Verhalten hätte nicht nur sie, sondern alle um sie herum unglücklich gemacht und dennoch kriegt sie es nicht hin, darüber zu sprechen oder Mike gegenüber zu sagen, was sie stört.

Dann Chris, hilfsbereite ist das eine, übervorsorglich das andere. Auch Frauen können ihr Auto freischaufeln und Larissas Nussallergie… zu viel! Immerhin konnte sich hier einiges aufklären und er hat sein Verhalten reflektiert, aber es hat mich dennoch Nerven gekostet.

Und dann noch die drei toxischen Figuren Mike, Donna und Nancy, die alle unglaublich schrecklich handeln und einen immer wieder zum Kopfschütteln bringen.

Auch die Beziehung zwischen Mike und Larissa konnte ich zu keiner Zeit nachvollziehen, sie lief einfach nebenher ab und war doch irgendwie nie wirklich existent. Monate vergingen und gefühlt haben die beide sich kein bisschen besser kennengelernt. Da fällt es auch schwer, Larissas Problem an einer Trennung nachzuvollziehen, denn gefühlt war da gar keine Beziehung.

Generell hat mir auch der Zeitraum der Geschichte Probleme gemacht. Einzelne Szenen/Tage werden sehr detailliert dargestellt, dann verrinnen wieder Wochen oder Monate und nichts ist in der Zwischenzeit passiert.

Mich hat lediglich das Interesse an der Auflösung dieses Chaos interessiert, weswegen ich die Geschichte zu Ende gelesen habe und das wiederum ist auch der einzige positive Aspekt, den ich hervorheben kann. Ich mochte die Entwicklung, das Reflektieren und die Worte, die zwischen und für eine Freundschaft fielen.

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Schloss Celurdur

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss von Ryan Graudin

Faye lebt im magischen Schloss ‚Celurdur‘, das an jeder Ecke mit unglaublichen fantastischen Wesen gespickt ist. Bewacht wird das Schloss vom Zauberer West, der mit Süd, Nord und Ost für das Gleichgewicht der Region sorgt. Als West plötzlich als Geist erwacht, ist im klar, dass er dringend einen Nachfolger benötigt.

Kurzerhand plant er ein Turnier und lädt die Jungs aus der Gegend zu diesem ein, doch kann einer von ihnen Faye das Wasser reichen? Oder ist es an der Zeit alte Gewohnheiten zu brechen und ein Mädchen zur Nachfolgerin zu machen?

Faye Fableheart von Ryan Graudin ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab neun Jahren. Graudin erschafft nicht nur eine fantastische Geschichte, sondern auch unheimlich tolle Charaktere, die tiefgründig beschrieben werden. Sei es die sympathische Protagonistin Faye, die Mut beweist, beschützt und für Zusammenhalt sorgt, die toughe Königstochter Illian oder ihr smarter Bruder Max. Doch auch der Zauberer West und der kleine Fiesling Vance sind nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen und verbergen hinter ihrem ersten Eindruck eine zerbrechliche Seite.

Man erahnt zwar ziemlich schnell, wohin die Reise mit Faye und dem Turnier gehen wird, doch bis man das Ziel erreicht, warten eine Menge Überraschungen und spannende Wendungen auf einen und das Tempo der Geschichte wird auf diese Weise stets hoch gehalten. Und obwohl die Geschichte wirklich viel Action und spannende Momente bereithält, hat sie auch noch ganz viel Platz für tolle Botschaften. Faye Fableheart übermittelt die Wichtigkeit des Zusammenhalts, um die Stärken des Einzelnen zu fördern und hervorzuheben, aber auch dass die Fähigkeiten und Wünsche des Einzelnen unabhängig von ihrem Geschlecht sind. So möchte Max nicht der nächste König werden und würde aufgrund seines Charakters auch gar nicht in die Rolle passen, während seine Schwester alles mitbringt, um das Land zukünftig zu regieren.

Immer wieder wird die Geschichte mit Zeichnungen der Illustratorin Geraldine Rodríguez ausgeschmückt, die die Szenen super einfangen und ein wenig an die bekannten Disneyfiguren erinnern.

Faye Fableheart überzeugt auf jeder Ebene. Ein toller, temporeicher Schreibstil, ein magisches Abenteuer und wundervolle Figuren erschaffen ein kurzweiliges Lesevergnügen mit vielen wichtigen Botschaften und einem tollen Ende.

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Das Monster unterm Bett

Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert

Rupert Rumpelstil ist das jüngste Mitglied seiner Familie der Kammerjäger und er ist sich sicher, er möchte nicht der nächste Kammerjäger werden. Doch aktuell beschäftigt Rupert noch eine ganz andere Frage, wohin verschwand sein Vater vor einigen Jahren und warum kam er nie wieder zurück?

Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert ist ein gruseliges Mitmachabenteuer für Kinder ab acht Jahren.

Jede Doppelseite endet mit einem kleinen Rätsel, das sich aufgrund der Geschichte ergibt, aber teilweise auch viel Zeit beim Rätseln und Nachschauen erfordert und damit nicht nur Spaß macht, sondern auch ein wenig Geduld erfordert. Die Illustrationen sind hervorragend gelungen und wecken nicht nur dann Interesse, wenn das Rätsel besonders ins Detail geht!

Der Comic hat uns von der ersten Seite an eine Menge Spaß bereitet. Rupert ist ein toller Protagonist, der mit Günther einen coolen Kumpel an seine Seite bekommt. Die Dialoge zwischen den beiden haben immer wieder für Lacher gesorgt! Auch Ruperts Entwicklung und die Vorstellung seiner Mama waren ein kleines Highlight.

Licht ins Dunkel ist ein wunderbarer Comic zum Mitmachen, Mitlachen und Herz zeigen! Eine klare Leseempfehlung!

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