Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Vom Trauerredner zum Detektiv
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo
Mads Madsen ist Trauerredner und als solcher geht er der Vergangenheit der Verstorbenen auf die Spur. Nun muss sich Mads für einen ganz besonderen Menschen eine Trauerrede überlegen, seinen Kindheitsfreund Patrick. Auf der Suche nach Redematerial begibt sich Mads in gefährliches Gefilde, denn Patricks Tod lässt fragen offen, die Mads immer mehr beantworten möchte.
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo ist der erste Band der Kriminalroman-Reihe um den Trauerredner Mads Madsen. Der Einstieg ist absolut ungewöhnlich und war für mich einer der grandiosesten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Selten hat mich etwas so verwirrt, irritiert und am Ende zum Lachen gebracht. Herrlich. Diese Situationskomik innerhalb der Familie Madsen, allen voran Familienvater Fridtjof ist wirklich genial. Ich mochte den Humor im privaten Umfeld sehr, sehr gerne.
Jedoch konnte mich der ganze Fall um Mads Freund Patrick gar nicht abholen. Das war mir einfach von allem zu viel. Zu viel Gangsterverhalten für einen kleinen Ort wie Glücksburg, zu viel Zufälle, die Mads zum Ziel gebracht haben und zu viel irrsinnige Wendungen. Besonders die ‚Lösung‘ war ziemlich überspitzt, sodass der Kriminalfall komplett überzeichnet und unglaubwürdig wirkte. Bei allem tollen Humor, hätte ich mir an der Stelle etwas mehr Nähe zur Realität und Ernsthaftigkeit gewünscht.
So lässt mich Über die Toten nur Gutes etwas unschlüssig zurück, allerdings kann ich es jedem empfehlen, der bei Kriminalromanen auch auf die überspitzesten Fälle steht und Humor liebt. Denn dann erwartet einen hier ein echtes Highlight.
Bitte Einsteigen! Auf zum Gipfel des Brockens
Abenteuer-Express (Band 4) - Gefahr im Mitternachtsexpress von M. G. Leonard; Sam Sedgman
Henry und sein Onkel Nat erhalten einen mysteriösen Brief von einem alten Bekannten. Dieser bittet die beiden um Hilfe, denn auf der Burg der Familie Kratzenstein passieren unerklärliche Dinge. Gemeinsam reisen Henry und Nat über Berlin bis zum Gipfel des Brockens, um den Geschehnissen auf die Schliche zu kommen und das Rätsel um den Fluch der Familie Kratzenstein zu lösen.
Gefahr im Mitternachtsexpress ist der vierte Band der Abenteuer-Express-Reihe von M.G. Leonard und Sam Sedgmen. Das Buch lässt sich unabhängig von seinen Vorgänger lesen und benötigt keinerlei Vorwissen, um komplett in die Geschichte eintauchen zu können. Die alten Fälle werden nebenbei zwar erwähnt, erhalten jedoch keine Spoiler, sodass das Beachten der Reihenfolge nicht zwingend notwendig ist.
Durch die wunderschönen Zeichnungen der Illustratorin Elisa Paganelli wird die Geschichte auf eine ganz besondere Weise abgerundet, denn die Zeichnungen fügen sich nicht nur in die Geschichte ein, sie sind auch ein ganz besonderer Teil dieser! Etwas schade fand ich, dass manche Zeichnungen vor der expliziten Textstelle eingebaut wurden, sodass man bereits vorher wusste, was gleich passieren wird oder in welcher Beziehung manche Figuren zueinander stehen. Das tut der Lesefreude zwar keinen Abbruch, könnte aber durch ein späteres einbauen der Zeichnung ziemlich simpel umgangen werden. Außerdem ist es unglücklich, dass Henry in den Zeichnungen seinen Namen des Originals (Harrison) trägt, das sorgt bei den Kindern für Verwirrung.
Generell hebt sich dieser Band etwas von seinen Vorgängern ab. Während Band 1-3 vorwiegend in einem Zug spielen, befindet sich die Gefahr hier vor allem am Brocken und im Schloss der Familie Kratzenstein (nicht wie im Titel angedeutet im Mitternachtsexpress ). Züge finden zwar ihren Weg in die Geschichte - durch die Anreise, Henrys Vorliebe für Züge oder auch die Familiengeschichte der Kratzenstein - dennoch fehlt diese Besonderheit der Vorgänger. Auch die besondere Beziehung zwischen Henry und seinem Onkel Nathaniel kommt erst gegen Ende zu tragen und wird phasenweise komplett in Frage gestellt.
Während die Vorgänger auch durch ein enormes Potenzial des Miträtselns überzeugen konnten und auch die Zeichnungen immer ein toller Hinweislieferant waren, fiel auch dieser Aspekt dieses Mal gering aus. Dafür gab es vor allem gegen Ende viele dramatische, actionreiche Szenen.
Positiv hervorheben möchte ich aber noch die Figurenbeziehungen, die sich im Laufe der Geschichte toll entwickelt haben. Ebenso der unglaublich feinfühlige Umgang mit dem jüngsten Kratzenstein, an dem sich u.a. interessante Themen wie Notlügen aufmachen.
All das Wissen
Cosmix von Laurent Schafer
Cosmix - Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel von Laurent Schafer, die sich für 224 Seiten sehr viel vorgenommen hat. Klar, dass es inhaltlich nicht in die Tiefe gehen kann und dennoch bekommt man viele interessante Fakten und Wissen geliefert, das einen guten Einstieg bietet und Interesse wecken kann.
Der Zeichenstil ist super angenehm, die Farben gut gewählt und aufgrund des hohen Textanteils ist auch die eher dezente Farbwahl genau richtig. Die Graphic Novel hat im Gegensatz zu vielen anderen einen sehr hohen Textanteil, der einen phasenweise erschlägt und auch informativ eine extreme Dichte aufweist, sodass Cosmix keine einfache Lektüre darstellt.
Mir hat die komprimierte Darstellung des Wissens gut gefallen, gleichzeitig ist es ein schmaler Grat zwischen ‚es fehlt Tiefe, um die komplexen Themen wirklich nachvollziehen zu können‘ und ‚es ist zu komprimiert, sodass sich Information an Information reiht und kaum Luft zum atmen bleibt‘. Letzteres ist möglicherweise etwas, das sich vor allem Graphic Novel Leser:innen eigentlich wünschen, weswegen eine Entzerrung (und dementsprechend mehr Seiten) Cosmix für meinen Geschmack gut getan hätten.
Den Humor muss man wohl mögen, manche Dinge werden sehr flapsig formuliert. Vermutlich um aufzulockern, auf die Dauer wirkt es jedoch eher gegenteilig.
Cosmix eignet sich vermutlich vor allem für jene, die gerne Graphic Novels lesen und sich dabei erstes Wissen aneignen, das sie dann an anderer Stelle vertiefen.
Weltraumabenteuer
Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn von Tim Collins
Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden haben nicht mit der jungen Astronautin Venus und ihrem Kater Mars gerechnet.
Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn ist der zweite Band aus der Albert & Einstein Reihe von Tim Collins.
Die Geschichte wechselt zwischen Fließtext und Comic und gewinnt dadurch an Tempo. Außerdem wird das Buch mit über 40 Knobelaufgaben ausgeschmückt, den meisten Kindern im Alter von acht Jahren (Altersempfehlungen) dürften diese teilweise zu schwer sein. Durch einen Hinweis zu Beginn des Buches wird den Leser:innen jedoch der Druck genommen, dass alle Aufgaben gelöst werden müssen, dennoch werde einige Kinder möglicherweise den Anspruch haben und könnten dann enttäuscht sein. Dennoch machen die Aufgaben auch Spaß und geben neues Wissen mit.
Der Zeichenstil des Comics und der Illustratorin Louise Forshaw bereiten Freude und sind schön anzuschauen. Die Geschichte ist interessant und zeigt, dass man erfolgreicher ist, wenn zusammen und nicht gegeneinander arbeitet.
Die Haghexe
Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel von Skye McKenna
Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, sie findet keine Freunde und unter der Leiterin, die alle nur die Grimmige nennen, darf Cassie sich auch nicht in die Welt ihrer liebsten Bücher träumen, denn das Lesen solcher Bücher ist strengstens verboten.
Doch die sieben Jahre warten auf ihre Mutter sollen eine Veränderung bringen, Rose wird für tot erklärt und Cassie soll vom Internat in ein Waisenhaus umziehen. Einen Ort, der noch viel schlimmer ist als das Internat jemals sein könnte und so beschließt Cassie zu fliehen. Auf ihrer Flucht gerät sie in Gefahr und wird von einem besonderen Kater gerettet. Montague bringt Cassie zu ihrer Tante Miranda nach Hartwood Hall, einem Ort, der Cassies Leben drastisch verändern soll. Denn dort erfährt sie, dass ihre Vorfahren Hexen sind und dass das Leben voller Magie steckt. Nur lauern auch Gefahren in ihrem neuen Leben, am Rande des gefährlichen Walds dem Hag, passieren ungewöhnliche Dinge.
Der goldene Schlüssel von Skye McKenna ist der erste Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen besonderen Humor auf, ist aber auch nicht zu überspitzt dargestellt, so dass er sich ganz langsam ins Herz schleicht. Besonders gelungen fand ich jedoch auch jene Wesen, die nicht durchweg böse oder gut dargestellt wurden und dadurch einen tollen Platz in der Geschichte gefunden haben, so u.a. der Goblin Burdock.
Der Schreibstil der Autorin ist detailliert und macht den Weltenaufbau sehr leicht, an einigen Stellen wurde dadurch das Tempo jedoch auch sehr langsam und die Geschichte etwas langatmiger und erst im letzten Viertel kommt richtig Spannung auf, bis dahin ist der Fokus eher auf das Ankommen in der Welt und dem System gelegt. Dies gelingt gut, denn schnell versteht man das Weltensystem, das dem Alter der Rezipienten entsprechend auch nicht zu komplex ist. Auch die Protagonistin Cassie wird toll eingeführt, sodass man sie nicht nur sehr schnell mag, sondern auch ihre Ängste und Wünsche nachvollziehen kann und dadurch auch ihre zukünftigen Handlungen versteht. Die drei Junghexen Rue, Tabitha und Ivy sorgen für die perfekte Mischung an Spannung untereinander, die Fragen bezüglich Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufweisen.
Das Buch selbst ist ein phänomenaler Hingucker, der Erwartungen schürt, das Cover, der Farbschnitt, aber vor allem die Seitengestaltung sind unglaublich detailverliebt und passen hervorragend zur Geschichte. Ein Äußeres, das definitiv anlockt und der Inhalt hält, was das Äußere verspricht. Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel ist ein toller Start einer fantastischen Reihe für Kinder ab zehn Jahren. Eine Geschichte, die jedoch auch Erwachsene verzaubern kann, vor allem, wenn man ruhigere, atmosphärischere Einstiege bevorzugt.
Smugaid
Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde von Stella Tack
Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.
Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen rumschlagen. Der letzte Teil der Trilogie knüpft damit unmittelbar am zweiten Band an, durch das geschickte Ende des zweiten bzw.
Anfang des dritten Bands, fiel mir der Einstieg deutlich leichter als damals mit dem zweiten Teil. Die ersten 100 Seiten habe ich dementsprechend schnell weggelesen, doch dann kam für mich langsam etwas zähes in die Geschichte. Die Szenen waren mir phasenweise zu langwierig und gaben kaum etwas Neues. Gefühlt hat sich an manchen Stellen viel wiederholt oder es gab ähnliche Abläufe. Ich wurde zudem nicht besonders warm mit den fantastischen Elementen, die für mich wenig mit Märchen zutun haben und in den Vorgängerbänden nicht so präsent waren. Das ist aber natürlich Geschmacksache.
Die Grundidee der Trilogie finde ich nach wie vor überragend, jedoch hätte ich mir für den dritten Band noch etwas mehr ‚Neues‘ gewünscht, vor allem der erste Band hatte durch die verschiedenen Geschichten der Charaktere und ihren Verbindungen etwas tolles, das ging mir hier etwas verloren. Am spannendsten fand ich dahingehend den Charakter der Madame Champagne, die vielschichtig war und von der ich gerne noch mehr erfahren hätte.
Die Weiterführung der Geschichte konnte mich auch nur semi abholen. Ich mochte die Idee der Veränderung der Geschichte, jedoch konnte ich nicht nachvollziehen, warum hier ständig eine gewisse Sicherheit seitens Rain herrschte, auf die ich aus Spoilergründen gar nicht näher eingehen möchte. Auch das Ende hat mich total enttäuscht zurückgelassen.
Sodass Die letzte Stunde mich leider nicht vollends überzeugen konnte, auch wenn ich die Welt und Charaktere, die Stella Tack erschaffen hat, wirklich geliebt habe.
Ankunft in Lower Whilby
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh
Jude kommt für die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester nach Jahren zurück in das kleine Städtchen Lower Whilby. Das Städtchen, das sie so sehr hasst und ihre schlimmsten Erinnerungen aufwühlt.
Doch Lower Whilby hat sich verändert, da ist dieser Barista James, der seit zwei Jahren seine Heimat in dem Örtchen gefunden hat und der Jude vollkommen aus der Fassung bringt und auch noch der Sohn einer berühmten ehemaligen Band ist.
Ein gefundenes Fressen für Jude, die nebenbei an einem Musikpodcast arbeitet und unbedingt mit seinen Eltern reden möchte. Nur kommen da noch ganz andere Gefühle in ihre hoch.
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh entführt und in das englische Kleinstädtchen Lower Whilby. Grohs Bücher sind für mich seit Fake Dates and Fireworks ein Must-Read und dementsprechend habe ich mich auch schon auf den ersten Band dieser Reihe gefreut. Eins vorweg, Grohs Schreibstil ist wie immer erste Klasse, der Humor, die zahlreichen Metaphern und die Atmosphäre sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Lower Whilby hat mir ausgesprochen gut gefallen und wirklich Herbstvibes versprüht, die nicht nur auf den Pumpkin Spice Latte zurückzuführen sind. Die Bewohner:innen Lower Whilbys und ihre Strukturen konnte man bereits zu Beginn gut erahnen und einige Nebencharaktere spielen sich schnell ins Herz, sei es der vorlaute Penn oder die toughe Deb. Schnell hat man das Gefühl, dass man selbst in Lower Whilby angekommen ist.
Die Geschichte um Jude und James konnte mich leider aus einigen Gründen weniger abholen. Da haben wir einerseits Jude, die vor allem zu Beginn sehr anstrengend ist. Ihre Gedanken sind wirr, ihr Verhalten teilweise einfach too much. Auch wenn ich sie durchaus verstehen konnte, war die Chemie zwischen ihr und mir nicht die Beste. Das hat sich im Laufe der Geschichte jedoch durchaus gebessert, weil Jude eine Entwicklung durchgemacht hat. James gefiel mir generell besser und ich wurde schneller mit ihm warm, allerdings fand ich seine Gedanken teilweise einfach viel zu früh, viel zu sexuell geladen. Gefallen haben mir jedoch die Dialoge zwischen den beiden, die schlagfertig waren und immer wieder etwas zum Schmunzeln boten.
Schwierig fand ich auch den Fokus der Geschichte. Auch wenn wir die Perspektiven Judes und James’ einnehmen, habe ich das Gefühl, dass es vor allem um das Ankommen in Lower Whilby ging und während des Lesens wurde mir schnell klar, welche Frauen in den Folgebänden ihre Geschichte bekommen, weil sie einen extremen Anspruch an Seiten bekommen (vor allem eine von ihnen) und nur wenig für die Entwicklung zwischen James und Jude, bzw. deren eigene Entwicklung, getan haben. Gefehlt haben mir diese Seiten dann im Bezug auf James und Judes ‚Probleme‘ und so bleibt das Gefühl, dass die beiden sich noch gar nicht richtig kennen, weil kaum darüber gesprochen wurde, warum sie so sind, wie sie sind.
The Pumpkin Spice Latte Disaster konnte mich zwar im Hinblick auf die Lovestory zwischen James und Jude nicht komplett überzeugen, aber am Ende habe ich das Gefühl, dass ich unbedingt in das Städtchen zurückkehren möchte, weil mir dir Dorfgemeinschaft gefällt und ich gerne ihre Entwicklung verfolgen möchte.
Auf den Spuren des Weihnachtsmanns
OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger
Der Zauberbus OTTO fährt wieder in den Urlaub, diesmal mit Anton und seinen Eltern Rieke und Jakob. Doch bevor OTTO losfahren kann, geht es erstmal auf eine Fähre und mit dieser in das kalte, weihnachtliche Finnland. Dort wartet nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch eine verschneite Landschaft, Polarlichter und ganz viele Tiere auf OTTO und seine Ferienfamilie.
Otto fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger für Kinder ab vier Jahren ist ein wunderschönes Vorlesebuch, das durch liebevolle Zeichnungen von Stefanie Reich vieles zum Entdecken bietet und das Leser:innen zum aktiven Mitmachen animiert. Die Illustrationen sind einzigartig und durch die Farbgebung nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch ein weihnachtliches Vergnügen, das Fernweh weckt. Jede Seite bietet viel zu bestaunen und lädt zum Verweilen ein.
Spielerisch wird mit diesem Buch auch noch einiges über das Land gelernt und finnische Wörter in den Text eingebaut, die Authentizität wecken und die Neugier für andere Sprachen und Kulturen weckt. Habe ich bei einem vorherigen Band noch fantastische Elemente kritisiert, so passen diese perfekt nach Finnland, in die Weihnachtswelt und versprühen den Weihnachtszauber.
Eine Kritik bleibt für mich jedoch die häufige Verwendung des Wortes ‚Und‘ zu Beginn eines Satzes.
Gruselgeschichten aus Hovenäset
Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad von Kristina Ohlsson
Heidis Zimmer wird renoviert und dadurch eine Geheimnis unter der alten Fußdiele gelüftet. Heidi findet einen Schuh und eine Rassel, wem gehören die alten Sachen? Plötzlich wird das Wetter immer stürmischer und Heidi hört jemanden in ihrem Zimmer rumschleichen. Zum Glück kann sie das neue Riesenrad im Ort ablenken und der Besitzer zieht in das Gästezimmer der Familie ein, ein Grund mehr für Harry und Alva, ihre Freundin Heidi zu besuchen.
Doch irgendwas stimmt nicht, ihre schwangere Bonusmama wird immer müder und ihre Oma gerät bald vollkommen in Panik. Die drei Freunde machen sich auf die Suche nach Antworten und Finden ein schreckliches Geheimnis, das sich zu wiederholen droht.
Flammenrad von Kristina Ohlsson ist der erste Band der Gänsehaut in Hovenäset Reihe für Kinder ab 11 Jahren, die ihre Angstlust gerne herausfordern. Von Beginn an durchzieht eine düstere Atmosphäre das Buch, ständig in Alarmbereitschaft sorgt es sogar bei mir als Erwachsene für ein leichtes Bauchkribbeln. Unfassbar gut hat Ohlsson Hinweise und Indizien in die Geschichte eingewoben und mit kleinen Elementen gruselige Szenarien erschaffen. Die Geschichte wirkt über den größten Teil sehr real, was den Gruselfaktor erhöht und das Lesen super spannend gestaltet.
Der Schreibstil ist im ersten Moment etwas ungewöhnlich und wirkte vor allem zu Beginn etwas holprig, am Ende war es aber auch genau der Schreibstil, der das Werk besonders angespannt wirken lies und damit den Effekt des Grusels ebenso verstärkte. Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet. Heidi ist eine Protagonistin, deren Gedankengängen man gerne folgt. Alleingelassen von ihrer Mutter, wächst sie nun bei ihrem Vater und ihrer Bonusmama auf und entwickelt sich im Laufe der Geschichte. Die Freundschaft zwischen Alva, Harry und Heidi ist stark und zeichnet sich vor allem durch den Glauben an den anderen aus. Zusammen beweisen sie immer wieder ihren Mut.
Selten erwähne ich Cover und Titel in meiner Rezension, aber an dieser Stelle sei eine Ausnahme gemacht, denn beides passt wirklich hervorragend zur Geschichte!
Einziger Kritikpunkt ist für mich das etwas zu actionreiche Ende und der Faktor, dass der Grusel am Ende nochmal auferlegt wird. In Kinderbüchern würde ich dazu neigen, dass sowas nicht unbedingt sein muss. Und dennoch reichen mir die beiden Kritikpunkte nicht, dem Buch auch nur einen Stern abzunehmen, denn viel zu vieles wurde hier richtig gut gemacht und hat für ein kurzweiliges Leseerlebnis gesorgt. Kinder die gerne ihre Angstlust ausleben sind mit Flammenrad gut beraten und auch Erwachsene haben an dieser Geschichte mit Sicherheit ihren Spaß!
Herbst in Bramble Falls
Falling Like Leaves von Misty Wilson
Die New Yorkerin Ellis hat klare Zukunftspläne, sie möchte an der Columbia University Journalismus studieren. Doch ihre Pläne scheinen zu platzen, als ihre Eltern sich trennen und ihre Mutter Ellis mit nach Bramble Falls schleppt. Eine kleine Stadt, die Ellis’ Ziele in die Ferne rücken. Doch zum Glück findet in Bramble Falls das alljährliche Herbstfestival statt, dass Ellis von ihren Sorgen ablenkt und ihr Cooper näher bringt, den Jungen, den sie vor drei Jahren zum ersten Mal geküsst hat.
Nur Cooper scheint weniger über Ellis Rückkehr erfreut zu sein, doch die Anziehung zwischen den beiden ist für alle zu spüren.
Falling Like Leaves von Misty Wilson ist eine süße Herbstromance für Jugendliche, die sich super leicht liest und vor allem in Bramble Falls eine herbstliche Atmosphäre erzeugt.
Die Geschichte erleben wir aus Ellis Sicht, was für mich fast schon der größte Kritikpunkt ist, denn Ellis ist für mich phasenweise etwas zu dramatisch und egoistisch eingestellt. Während die Jugendlichen um sie herum reifer und reflektierter wirken, beißt sie sofort zu, wenn ein potenzielles Drama entfacht werden könnte. Aber klar, Ellis hat im Gegensatz zu den anderen Charakteren auch einen unfreiwilligen Umzug im Nacken. Ihr Verhalten lässt sich daher durchaus erklären, wenngleich ich mir manchmal trotzdem etwas mehr Reflexion gewünscht hätte.
Die herbstliche Atmosphäre in Bramble Falls kam super rüber und sorgt für einen gemütlichen Flair. Die Nebencharaktere in Bramble Falls fand ich allesamt sympathisch, nur die Geschichte aus dem Elternhaus war mir etwas zu stereotypisch und klischeehaft. Wilsons Schreibstil trägt einen super leicht durch die Geschichte und ich bin mir sicher, dass Falling Like Leaves für Jugendliche ein tolles, herbstliches Romance Buch ist.











