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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von stina23:

Interessanter Einstieg in ein Fantasy-Abenteuer für Kinder

Anderwald (Band 1) - Das Geheimnis der Silberwölfin von Julie Leuze

Die drei Fünftklässler und besten Freunde, Fiona, Olivia und Jakob, verbringen ihre Freizeit gern im Wald. Die drei ergänzen sich auf interessante Weise. Jakob ist äußerst intelligent und wissbegierig, Olivia furchtlos und schnellentschlossen und die lebenslustige Fiona besitzt eine wunderbare Gabe, die sie geheim hält – sie kann die Gefühle von Menschen und Tieren wahrnehmen, sobald sie sie berührt.

Eines Tages entdeckt Fiona ein sonderbares, altes Steinportal im Wald. Als sie hindurchtritt, begibt sie sich auf ein magisches Abenteuer in den Anderwald.
In diesem Buch für Kinder ab 8 Jahren werden Themen aus der Lebenswelt der Kinder dieses Alters aufgegriffen und in eine fantastische Geschichte eingebaut. Vor allem Freundschaft nimmt einen großen Stellenwert in der Handlung ein. Diese wird im Laufe der Geschichte auf die Probe gestellt und dieser Konflikt wird gut gelöst. Auch die Verbundenheit mit Tieren und der Natur wird großgeschrieben.
Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Er liest sich angenehm und flüssig für Kinder ebenso wie für Erwachsene, was ein gemeinsames Leseerlebnis erleichtert und verschönert. Julie Leuze nimmt die Sprache und den Blickwinkel von Kindern gekonnt auf und macht ihr Buch so interessant und spannend für sie.
Etwas schade fand ich, dass sich die Geschichte über das Geschehen im Anderwald erst ganz gegen Schluss des Buches entwickelt. Es ist also wirklich als Einstieg in die Story zu betrachten. Das Ende ist jedoch interessant gestaltet, indem die Bedrohung des Anderwalds zu Wort kommt und man eigentlich sofort weiterlesen will.
Meinem Kind und mit hat das Buch sehr gut gefallen und die Fortsetzung wird von uns sehnlich erwartet.

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Agentin mit Herz

Wer zuerst lügt von Ashley Elston

Evie ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Sie führt mit ihrem Freund Ryan seit kurzem eine traumhafte Beziehung und will mit ihm zusammenziehen. Dazu bedarf es schon einiger Tricks, denn die junge Frau benötigt Habseligkeiten, die sie nicht besitzt und eine Wohnung, in der sie nie wohnte, die sie aufgeben kann.

Das alles tut Evie im Auftrag des ominösen Mr. Smith, wobei sie diesmal nicht ganz genau weiß, welchem Zweck ihre Mission dient. Doch, wusste sie das je?
„Wer zuerst lügt“ ist der erste Roman für Erwachsene, den die Autorin Ashley Elston geschrieben hat. Ich finde ihn sehr gelungen. Das Cover, das mich durch die Farbgebung an Agentenfilme aus den 1970ern erinnert, hebt sich von anderen Büchern ab und hat mich angesprochen. Die Story rund um Evie liest sich äußerst angenehm und flüssig. Kapitelweise wird immer wieder in der Zeit zurückgesprungen, um den Plot der Story und Evies Werdegang zu erklären. Diese Rückblicke sind gut aufgebaut, verwirren nicht und machen das Handeln und Wesen der Protagonistin nachvollziehbar.
Ich lese eher weniger Thriller und denke, dass dieser Roman nicht unbedingt ein typischer Vertreter dieses Genres ist. Das macht für mich aber genau den Reiz aus. Mir hat der Klappentext, der auch romantische und wenige brutale Komponenten verspricht, gut gefallen, und er hat mich dazu gebracht, diesem Thriller, eine Chance zu geben. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern ging vielmehr begeistert aus meinem Leseerlebnis. Die Twists in der Handlung brauchten für mich auch nicht mehr Blut, um spannend und überraschend zu sein und die intelligente Protagonistin auch von einer verletzlicheren Seite kennenzulernen, ließ sie mir sympathisch werden.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Spannung und überraschende Wendungen gepaart mit Herz und Intelligenz waren für mich die perfekte Kombination.

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Female Empowerment – sehr lesenswert!

Mein Name ist Lilith von Nikki Marmery

Es beginnt im Paradies. Lilith, die erste Frau, lebt dort glücklich und gleichberechtigt mit Adam, bis sie eine Veränderung bemerkt. Adam ist der Ansicht, dass sie sich ihm unterzuordnen hat. Lilith nimmt das nicht so hin und wird aus dem Garten Eden verbannt. Eva tritt an ihre Stelle, aus Adams Seite erschaffen, ihm zu dienen.

Das kann Lilith nicht mitansehen. Sie erinnert sich an ihre und Adams Mutter, Göttin Asherah, und an die Kraft und Wichtigkeit der Weiblichkeit in der Welt. Sie möchte das entstandene Ungleichgewicht wieder beseitigen, was ihr jedoch nicht gelingt. Evas Nachkommen leben fortan in Unterdrückung. Die unsterblich gewordene Lilith reist durch die Zeit, um das Wissen um die Gleichberechtigung in die Welt zu tragen und das Unrecht, das Frauen angetan wird, zu berichtigen. Frauen sollen als das gesehen werden, was sie sind. Die gleichwertige Hälfte des Ganzen. Doch Gott Jahwe ist ein zorniger, eifersüchtiger Gott, der Männern eine übergeordnete Rolle zuteilt und mehr und mehr Anhänger findet. Die Erdgöttin, in ihren verschiedenen Ausformungen, wird über die Jahrtausende vergessen und die Erde selbst wird schlecht ausgebeutet und ist dem Untergang geweiht.
Die Autorin erschafft mit ihrer Version von Lilith eine bewundernswerte, starke, kluge, weitsichtige Figur. Wie am Ende des Romans in den historischen Anmerkungen zu erkennen ist, hat sie viel Recherchearbeit geleistet, viele Texte durchforstet, um ihrer Hauptfigur gerecht zu werden. Sie lässt sie so real, lebendig und authentisch wirken und Lilith aus der Ich-Perspektive oft mit fantastischem Humor erzählen. Über all die Jahrtausende, die Lilith lebt, entwickelt und verändert sie sich und lässt uns an einer Theorie/Weltanschauung/Religion teilhaben, die so viel Wunderbares in sich trägt. Nur als Ganzes sind wir erfolgreich, nur im Hier und Jetzt spielt sich das Leben ab, solange Ungleichgewicht herrscht, wird nichts Gutes entstehen können. Lilith weiß um die Wichtigkeit der Frau, verteidigt sie, fördert sie und sieht, wie wenig Erfolg sie doch über ihre unendliche Lebenszeit damit hat. Gleichzeitig wird der Mann aber nie als unwichtig angesehen, die Macht Einzelner, die dann allgemeine Meinungen und Religion prägen, dagegen sehr. Zwischendurch befürchtete ich, dass sich die Geschichte zu sehr an der christlichen Religion orientiert, als Maryam aus Magdala (auch bekannt als Maria Magdalena) ins Spiel kam. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Autorin öffnet neue Wege, regt zum Nachdenken an, bricht mit Gedankenstrukturen. Auch die Verknüpfung, die sie mit der Gegenwart und den heutigen Problemen der Frauen und der Umwelt findet, hat mit gut gefallen.
Über dieses Buch gäbe es noch so viel zu sagen.
Von mir kommt eine riesige Leseempfehlung! Mich hat es begeistert, nachdenklich gemacht und sehr gut unterhalten.

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Fantasy für junge LeserInnen

Emblem Island - Der Fluch der Nachthexe von Alex Aster

Tor, ein zwölfjähriger Junge, ist mit seinem Schicksal unzufrieden. Er wurde als Anführer geboren, das sieht man an seinem Zeichen am Handgelenk. Jeder Mensch in Tors Welt wird mit einem Emblem geboren, das sein Los und seine Bestimmung ist. Mit der Erfüllung seines Neujahrswunsches ändert sich für den Jungen alles.

Er wird sein Zeichen los und stattdessen erscheint ein anderes – ein verfluchtes Auge. Mit seinem Freund Engle und seiner Mitschülerin Melda, die durch eine Berührung mit Tors neuem Emblem ebenfalls verwünscht sind, macht er sich auf den gefährlichen Weg zur Nachthexe. Sie soll den Fluch lösen…
Ich habe mich für das Buch entschieden, nachdem mich die Leseprobe begeistert hatte. Leider hielt die Begeisterung beim Lesen dann nicht mehr so lange an. Die Grundidee der Geschichte finde ich gut, die Umsetzung nicht ganz so geglückt. Die drei Hauptprotagonisten sind nicht sehr originell. Der leidenschaftliche Esser und Optimist als bester Freund, die oberschlaue, nervige Schulkollegin und natürlich der Held sind Stereotype, die mir schon zu oft in Büchern vorkamen. Schön ist, dass sie sich im Laufe des Buches weiterentwickeln. Richtig sympathisch wurden sie mir aber nicht und es fiel mir schwer, mit ihnen mitzufiebern. Zusätzlich ist die Geschichte recht vorhersehbar, wodurch ebenso nur wenig Spannung aufkommt. Obwohl es auch gruselig zugeht, endet für mich so manche Passage zu abrupt.
Der Gedanke, sich nicht mit seinem Schicksal abfinden zu wollen und seinen eigenen Weg zu finden und zu beschreiten, ist für die angesprochene Altersgruppe passend. Auch die Abenteuer und Gefahren, denen sich die Freunde stellen und so ihre Zusammengehörigkeit zeigen, sind Themen, die altersadäquat sind.
Vielleicht haben jüngere LeserInnen mehr Freude an diesem Buch. Das Ende ist offen und der zweite Band „Emblem Island – Der Fluch der vergessenen Stadt“ wird angeteasert.

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Ewiges Leben – ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Wir werden jung sein von Maxim Leo

Was wäre, wenn man plötzlich nicht mehr altert, sondern sogar jünger wird? Wie ginge man selbst damit um? Welche Auswirkungen hätte es auf die Gesellschaft und Politik?
Maxim Leo setzt sich in seinem neuen Roman mit diesem Thema auseinander. Er verpackt das Gedankenexperiment dabei in eine gut gelungene, facettenreiche Geschichte mit Witz und Charme, die einen nicht so schnell loslässt und zum Nachdenken anregt.

In Berlin wird ein neues Medikament vier Testpersonen, die alle an unheilbaren Herzkrankheiten leiden und nicht mehr lange zu leben haben, verabreicht. Es scheint zu wirken, denn bei allen Probanden erneuern sich Zellen im Herzen und sie werden gesund. Doch nicht nur die Herzzellen verändern sich, der gesamte Organismus erfährt eine Verjüngungskur. Daraufhin ändern sich für jede der Personen viele Aspekte ihres Lebens. Als die unerwarteten Nebenwirkungen des Herzmedikaments publik werden, löst das weltweit viel Aufregung aus. Pharmakonzerne, Politik, Wirtschaft,… werden aktiv.
Der Autor beleuchtet das Thema von vielen Seiten. Hauptsächlich tragen die Einzelschicksale der Testpersonen und der Erfinder des Medikaments das Buch, es kommen aber auch unter anderem die Ansichten von Politikern, Philosophen und jungen Aktivisten zum Tragen. Maxim Leo schafft es hervorragend, die gesellschaftlichen Auswirkungen, die menschlichen Abgründe und Hoffnungen, die moralischen Fragen, die die Erfindung eines solchen Medikaments mit sich bringen können, aufzuzeigen. Die Charaktere haben ein reiches Innenleben, sind lebensnah und entwickeln sich im Laufe der Geschichte – nicht unbedingt linear – in erstaunliche Richtungen. Die Gedanken der Protagonistinnen sind oft sehr tiefgründig und philosophisch und ließen mich nicht unberührt. Trotzdem fehlt der Geschichte nicht an Humor.
Mich hat das Buch überrascht und beeindruckt. Ich bin froh, dass es mir „über den Weg gelaufen“ ist. Ich empfehle es unbedingt weiter!

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Das Glück ist ein Vogerl

Die Halbwertszeit von Glück von Louise Pelt

In ihrem Buch lässt uns die Autorin Louise Pelt, die unter ihrem Klarnamen Lucy Astner schon einige Kinderbücher veröffentlicht hat, an der Geschichte dreier Frauen teilnehmen. Diese scheint nichts zu verbinden als die Sehnsucht nach Glück.
Johanna, eine Frau um die Fünfzig, lebt zurückgezogen in einer kleinen Datsche in einem Wald im Grenzgebiet der DDR in den 1980ern.

Sie hat alles Glück, Hoffnung und ihr Ziel im Leben mit dem Tod ihrer Tochter verloren. Als sie eine Teenagerin, die bei dem Versuch in den Westen zu fliehen, verletzt wird, bei sich aufnimmt und pflegt, wird ihre Welt im Innen und Außen auf den Kopf gestellt.
Holly lebt kurz nach der Jahrtausendwende in Los Angeles, wo sie hofft, mit dem Schreiben von Drehbüchern ihren Durchbruch zu schaffen. Die junge Frau beginnt als kleinstes Rädchen in einer Produktionsfirma zu arbeiten. Als eines Tages ihre erfahrenere Kollegin einen Botendienst für sie übernimmt, geschieht ein Unglück und Holly stürzt in tiefes Loch aus Schuldgefühlen, Ohnmacht und Sinnlosigkeit.
Mylène lebt in Paris ihren Traum. Sie ist mit ihrer Firma erfolgreich und es scheint immer weiter bergauf damit zu gehen. Ihre Hochzeit steht kurz bevor und sie weiß, dass sie den absolut richtigen Mann für sich gefunden hat. Ein Brief verändert für die Frau in ihren 30igern alles. Sie macht sich sang- und klanglos davon und begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Schreibens. Was sie dabei in Erfahrung bringt, lässt sie an allem bisher Erlebtem zweifeln und beinahe verzweifeln.
Die Autorin hat es geschafft, die drei so verschiedenen Frauencharaktere authentisch und realistisch zu transportieren, miit jeder konnte ich mitfühlen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und der Spannungsbogen bleibt durch die gute Kapiteleinteilung aufrecht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichten und Schicksale der drei Protagonistinnen haben mich begeistert. Die Zeitsprünge machen dabei für mich einen besonderen Reiz aus und im Laufe der Lektüre erkennt man das die drei Erzählstränge zu einem großen Ganzen zusammenfinden. Die Autorin hat das meiner Meinung nach sehr gut und durchdacht umgesetzt! Ein großartiges Buch mit einem sehr schönen, künstlerischen Cover.
Mein Fazit: unbedingt lesen!!!

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Sehr schön, aber auch sehr traurig

Himmelwärts von Karen Köhler

Die zehnjährige Toni hat nur einen Wunsch. Sie will ihre verstorbene Mutter wiederhaben. Mit ihrer besten Freundin YumYum baut sie ein kosmisches Radio, um mit ihr im Himmel in Kontakt treten zu können. Am Abend ihrer Übernachtung im Zelt, legen die beiden los und bekommen tatsächlich eine Antwort! Die Astronautin Zanna hört ihre Funksprüche und tritt mit den Mädchen in Kontakt.

Es entstehen schöne, traurige und philosophische Gespräche.
Mich hat dieses Buch außerordentlich berührt. Die Trauer und Verzweiflung, die Wut und Hoffnungslosigkeit von Toni werden von der Autorin sehr authentisch transportiert. Sie beschreibt aus der Perspektive des Mädchens alles, was ihr durch den Kopf geht. Dabei gibt es immer wieder sehr lustige Momente, zum Beispiel, wie sie das Geplapper der Erwachsenen oft nur als unverständliches Gemurmel wahrnimmt oder den Spaß den sie mit YumYum hat. Da die Geschichte in nur einer Nacht spielt, helfen auch die Tagebucheinträge, Tonis Vergangenheit, besonders die Momente mit ihrer Mutter und ihre Krankheit, zu verstehen.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Illustrationen von Bea Davies passen hervorragend dazu.
Ich habe mir so schwer getan mit dem Buch, da es mich immer wieder zu Tränen gerührt hat. All die wundervollen und lustigen Passagen konnten mich da immer nur kurz durchatmen lassen, bis Tonis Verzweiflung und der Umgang mit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kindlichen Klarheit wieder zugeschlagen haben.
Ein schönes, wunderbar und mit außerordentlich viel Gefühl geschriebenes Buch, das ein wichtiges Thema behandelt! Sehr lesenswert und auch sehr traurig!

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„Die Wahrheit ist die Erinnerung an sie“

Das Philosophenschiff von Michael Köhlmeier

Frau Professor Anouk Perleman-Jacob, eine hundertjährige Dame, will ihre Lebensgeschichte verfasst wissen, bevor sie stirbt. Zu diesem Zweck lädt sie den Schriftsteller Michael Köhlmeier in ihre Villa in Wien ein und beginnt zu erzählen…von ihrer Kindheit in St. Petersburg, den politischen Umbrüchen, dem erst feudalen, dann von Armut geprägten Leben, ihren Eltern und ihren Bekannten, die politisch mehr oder weniger aktiv und bedeutend sind, vor allem aber von der Angst, die alle immerzu begleitet.

Besonders als sie mit 14 Jahren mit ihren Eltern auf ein Luxusschiff verfrachtet wird und sich dort als eine von nur zwölf Auserwählten wiederfindet, die Russland verlassen müssen oder dürfen, ist die Angst ausspioniert und getötet zu werden dauerhaft präsent. „Philosophenschiffe“ werden diese Schiffe genannt, die größtenteils Intellektuelle ins Ausland transportieren. Nachdem das Schiff einige Tage auf hoher See stillsteht und etwas oder jemand von einem weiteren Schiff an Bord gebracht wird, macht sich das gelangweilte und neugierige Mädchen daran, ihre Umgebung zu erkunden. Dabei stößt sie auf einen alten, kranken Mann, der von sich behauptet, Lenin zu sein. Sie besucht ihn häufiger, unterhält sich mit ihm und es beginnt eine Freundschaft, wie sie es selbst nennt, zwischen den beiden zu keimen.
Auf einer der ersten Seiten behauptet die fiktive Figur Anouk, dass sie Michael Köhlmeier deshalb als Autor für ihre Biographie ausgewählt hat, weil man ihm oft nicht glaubt, wenn er die Wahrheit schreibt, ihm aber Glauben schenkt, wenn er lügt. „Das Philosophenschiff“ treibt genau dort, zwischen Wahrheit und Erfindung und man weiß nie so genau, wo man sich gerade befindet. Das übte für mich eine besondere Faszination beim Lesen aus. Einiges habe ich auf den Wahrheitsgehalt überprüft, aber meistens ließ ich mich einfach von den Erzählungen der alten Dame mit auf ihre Lebensreise nehmen. Sie prägen den Großteil des Buches und somit den Schreibstil, der dadurch etwas gewöhnungsbedürftig sein kann, sich für mich aber gut und flüssig lesen ließ. Die Passagen, in denen der Autor zB Recherchen anstellt, unterscheiden sich im Schreibstil.
Für mich ein außergewöhnliches Buch mit viel Information zu Russland, seinen Politikern und Bürgern Anfang des 20. Jahrhunderts und über eine Frau, die es so geben hätte können. Ich habe es gerne gelesen, zu meinen Lieblingsbüchern zählt es nicht.

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Eine willensstarke Fee sucht ihre Zauberkraft

Mina Wirbelfee (Bd. 1) von Zoe Magdalena

Mina freut sich schon so sehr auf ihren siebten Geburtstag, denn da soll sie einen Brief der Feenkönigin erhalten und so erfahren, welches magische Talent sie hat. Minas Mutter, ihr Vater und ihre Großmutter stehen der ungeduldigen, kleinen Fee in der Wartezeit zur Seite. Die Enttäuschung ist dann sehr groß, als zwar der Brief pünktlich ankommt, die wichtigsten Wörter aber so undeutlich geschrieben sind, dass niemand sie entziffern kann.

Überraschenderweise ist Minas Familie damit einverstanden, dass sie sich auf den weiten und gefährlichen Weg zum Palast der Elfenkönigin aufmacht. Der sprechende Familienhund, Dackel Rüdiger, und die Wanderwarze Wanda kommen auf das Abenteuer mit. Unterwegs begegnen sie bösen Blumen, wehleidigen Bäumen und starken Meerjungfrauen. Mina verändert überall die Welt ein bisschen zum Besseren und schafft es schlussendlich auch zum Palast der Feenkönigin. Wird sie endlich erfahren, welche Feenkraft sie bekommt und sich auch endlich als richtige Fee fühlen?

In dieser Feengeschichte geht es sehr lustig zu. Mina ist eine willensstarke junge Fee, die nicht unbedingt mit Geduld gesegnet ist. Mit ihrem Sturkopf wirkt sie anfangs etwas forsch, aber natürlich lernt man auch ihre weiche Seite kennen. Minas Familie besteht aus einfühlsamen und witzigen Charakteren, besonders angetan hat es uns der Dackel Rüdiger. Er mag das Fliegen nicht, zeigt seine Ängste und ist ein treuer und lustiger Begleiter für Mina. Die Wanderwarze fand mein Kind etwas eigenartig. Zwar war an ihrer Rolle nichts auszusetzen, aber der Fakt, dass sie eine Warze ist, die sich immer wieder an verschiedenen Stellen des Körpers einfindet, war befremdlich. Deshalb wurde sie für uns einfach zur Wanderwanze. Über die starken Meerjungfrauen wurde bei uns viel gelacht.
Großartig sind die Illustrationen von Alexandra Helm! Mit viel Liebe zum Detail ergänzen sie die Geschichte auf wunderschöne und farbenfrohe Weise. Ich finde, sie heben das Buch auf ein höheres Level.

Insgesamt eine schöne Geschichte, die vom Spannungsniveau gut für jüngere Kinder passt und uns oft zum Lachen gebracht hat.

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Facettenreich

Das Gemälde von Geraldine Brooks

Die Autorin zeigt in diesem Buch, welch ein gelungenes Gesamtkunstwerk entstehen kann, wenn man einen Gegenstand, in diesem Fall ein Gemälde, durch die Zeit begleitet.
Aus den Blickwinkeln von mehreren Personen, wird die Geschichte um das Gemälde, das das äußerst erfolgreiche Rennpferd Lexington zeigt, erzählt.

Die Ereignisse ziehen sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts über die 1950er bis ins Jahr 2019. Die im Roman behandelten Themen sind deshalb auch sehr vielfältig und handeln unter anderem von Pferderennsport, Liebe, Rassismus, Malerei, … Geraldine Brooks hat gut recherchiert und historische Fakten mit viel Gefühl und ihrer Leidenschaft für Pferde in einen facettenreichen und ausgewogenen Roman verwandelt, der so viel mehr ist, als ich mir erwartet habe. Sie schafft es mit Leichtigkeit, die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verweben, sodass ich mich als Leserin immer gut und verständlich durch die Zeitepochen geführt gefühlt habe. Die Kapitel sind so aneinandergereiht, dass mein Interesse dauerhaft geweckt blieb und ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Zum Inhalt: In den 1850ern wird das Pferd Lexington in Kentucky geboren. Der junge Sklave Jarret kümmert sich vom ersten Tag an um ihn. Er hat eine besonders feinfühlige Art mit Pferden umzugehen und entwickelt sich zu einem wahren Experten, was Rennpferde angeht. Zu Lexington fühlt er eine tiefe Verbundenheit. Das Pferd wird mehrere Male von Thomas Scott gemalt, der von Jarret und Lexington fasziniert ist. Eines dieser Kunstwerke wird 2019 in Washington DC von Theo aus dem Sperrmüll gerettet. Der junge Mann stellt für einen Zeitungsartikel und seine Doktorarbeit Nachforschungen darüber an und lernt so auch die Australierin Jess, die für das Smithsonian arbeitet, kennen und lieben.
Dieser Roman ist hat mich berührt. Immer wieder nahm die Geschichte Wendungen, beleuchtete die Menschen und die Menschlichkeit von vielen Seiten und ließ mich am Ende nachdenklich zurück.

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