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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von stina23:

Süße Geschichte über das Verliebtsein

Valentina Amor. All you need is love (oder so) von Sarah M. Kempen

Valentina ist eine griechische Göttin. Naja, nicht ganz. Sie ist die Tochter von Liebesgott Amor und möchte gerne endlich die Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen. Ihre Großmutter Aphrodite hält Valentina für noch nicht bereit, aber als Amor seinen Job hinschmeißt, da er selbst Liebeskummer hat, gibt sie ihrer Enkelin eine Chance.

Sie soll zwei Teenagern zu ihrer ersten Liebe verhelfen. Valentina ist begeistert und sehr sicher, dass sie ihre Aufgabe im Handumdrehen erledigt haben wird. Außerdem möchte sie ihren Klassenkameraden, allen voran dem angeberischen Star, beweisen, dass sie das Zeug zur Liebesgöttin hat. Natürlich kommt alles anders und Valentina muss einige Hindernisse überwinden, um ihrem Ziel näher zu kommen.
Der Autorin Sarah M. Kempen ist ein wirklich modernes, süßes Buch für Lesende ab 12 Jahren gelungen. Obwohl Valentina eine olympische Gottheit ist, hat auch sie Teenagerprobleme, wie peinliche Eltern, Stress in der Ausbildung und das Gefühl, dass man die Welt nicht versteht und nicht verstanden wird. In Valentinas Fall ist es die Menschenwelt, in der sie sich zurechtfinden muss. Was sie am meisten verwirrt, ist der Umgang der irdischen Teenies mit ihren Liebesgefühlen. Götter sei Dank findet sie eine Verbündete und ihr Haustier, die verfressene Möwe Bussi, ist auch immer an ihrer Seite. Mit viel Humor wird durch das Buch geführt, witzige Wortspiele mit der griechischen Mythologie kommen häufig vor und Jugendsprache kommt zum Einsatz.
Schön finde ich, dass verschiedenen Formen von sexueller Orientierung und Gender in einer Selbstverständlichkeit in der Geschichte vorhanden sind, die im realen Leben wünschenswert wäre.
Der Schreibstil ist für die angesprochene Leserschaft passend (erprobt mit dreizehnjährigem Kind), angenehm und flüssig zu lesen. Für mich als Erwachsene, hätten die Figuren zwar etwas mehr Tiefe haben dürfen, für ein Jugendbuch sind sie meiner Meinung nach jedoch adäquat ausgearbeitet.
Für mich ist es ein gelungenes Buch über das Verliebtsein mit einem Touch Fantasy.

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Stürmische Zeiten in Ventusia

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 3 - Sturmmädchen von Jennifer Benkau

Weiter geht die Geschichte um die Reiterinnen von Ventusia! Im dritten Band wird Sophie in Frankreich entdeckt. Auch sie ist eines der ventusischen Mädchen, das vor Jahren vor der rachsüchtigen Göttertochter Victoria auf der Erde versteckt wurde, damit es nicht an dem gefährlichen Wettreiten teilnehmen muss.

Sophie hat es jedoch nicht ganz leicht in ihrem irdischen Zuhause. Ihrer ehrgeizigen Adoptivmutter scheint sie es nie recht machen zu können, mit Gleichaltrigen tut sie sich schwer und auch beim Reiten hat sie andere Anschichten als die strenge Reitlehrerin. Als ihr dann Aro aus Ventusia begegnet, erhoff sie sich dort einen Neustart und ein Leben, in dem sie endlich so akzeptiert wird, wie sie ist.
Mit Sophie hat die Autorin einen sehr interessanten Charakter erschaffen. Das junge Mädchen möchte so gerne dazugehören, wird aber immer wieder abgewiesen. Das lässt sie hart werden, um sich zu schützen. Sie ist oft im Zwiespalt und bringt auch in Ventusia einiges durcheinander, wo ohnehin schon Chaos herrscht, da Victoria mit aller Macht das Wettreiten erzwingen möchte. Diese unsicheren Zeiten lassen auch anderer Charaktere wachsen und sich weiterentwickeln. Die gesamte Geschichte nimmt an Fahrt auf, wird spannender und scheint mit der Leserschaft einen kleinen Schritt Richtung Erwachsenwerden zu machen. Mir hat diese Entwicklung gut gefallen.
Der Schreibstil von Jennifer Benkau ist weiterhin ein Genuss, da er flüssig und angenehm zu lesen ist und er kam bei uns bei Groß und Klein wieder gut an. Das Cover ist im Stil der Vorgängerbücher gestaltet und abermals wunderschön.
Wir waren vom dritten Band begeistert und freuen uns schon auf den nächsten („Himmelskind“). Wir empfehlen „Sturmmädchen“, wie auch die anderen Bücher der Reihe, weiter.

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Was wäre, wenn?

Emmas Herzdilemma von Stefanie Gerstenberger

Die fünfzehnjährige Emma schwärmt für den sportlichen Oscar, findet ihre Eltern sehr anstrengend und hat auch sonst die Probleme die Teenager nun mal so haben. Als der Hund ihres Großvaters unter ihrer Aufsicht angefahren wird, soll Emma die Tierarztkosten übernehmen. Deshalb soll sie nach Rom, um in der kleinen Pension ihrer Tante Geld zu verdienen.

Darauf hat das Mädchen natürlich absolut keine Lust, denn Oscar bleibt den Sommer über in Köln. Eine kleine Entscheidung wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Fliegt Emma nach Italien oder bleibt sie den Sommer über in Deutschland? Gut, dass beide Möglichkeiten in dieses Buch verpackt wurden!
Die Autorin, Stefanie Gerstenberger, erzählt abwechselnd, was ihre Protagonistin in Rom beziehungsweise in Köln während ihrer Sommerferien erlebt. Durch unterschiedliche Schriftarten und dem kleinen Bild des Kolosseums bzw. des Kölner Doms am Anfang des jeweiligen Abschnitts erkennt man gut, in welchem Teil der Geschichte man sich befindet. Während eines Kapitels wird manchmal sogar mehrmals der Erzählstrang gewechselt. Ich muss zugeben, mich hat das anfangs eher gestört, da ich davon ausgegangen bin, dass eine Story nach der anderen zu lesen sein wird. Erst später im Buch wurden die Erzählsprünge interessant, da die anfängliche Entscheidung nun mehr Einfluss auf die Handlungsstränge hatte. Überhaupt nahm das Buch für mich erst ab mehr als der Hälfte an Fahrt auf. Zu Beginn wird zu viel Zeit in das Kennenlernen von Emma und ihrer, meist pubertär-miesen oder schwärmerischen, Stimmung verwendet. Ich ertappte mich dabei, über Sätze nur hinwegzulesen und war kurz davor, das Buch abzubrechen. Doch dann begann es doch noch interessant zu werden. Emma entwickelt sich weiter, beginnt nicht mehr nur den Jungs alles recht machen zu wollen, sondern sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie wird greifbarer und auch in der bis dahin eher ereignislosen Köln-Geschichte wird Emma zur Handlungsträgerin.
Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Immer wieder werden italienische Wörter oder Sätze eingestreut, die auch erklärt bzw. übersetzt werden. Die Sicht einer Teenagerin auf das Leben wird, denke ich, gut eingefangen und man kann mit ihr auf so manches nostalgisch zurückblicken.
Von mir bekommt das Buch schwache 4 Sterne, da mich die erste Hälfte des Buches eher gelangweilt hat.

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Gefühle, wild wie das Meer

Was das Meer verspricht von Alexandra Blöchl

Vida lebt auf einer kleinen abgelegenen Insel irgendwo im Norden. Schon immer. Und das wird auch so bleiben. Vida ist zufrieden. Sie hat sich mit ihrem langjährigen Freund verlobt, sie arbeitet im Laden ihrer Eltern, wenn im Dorf Hilfe gebraucht wird, ist sie, wie alle anderen der kleinen Dorfgemeinschaft, zur Stelle.

Vida braucht nicht mehr, will nicht mehr. Ihr älterer Bruder hat die Insel nach seiner Schulzeit verlassen und kommt nur selten zu Besuch. Auch sonst ereignet sich nicht recht viel, bis Marie zuzieht. Die junge Frau in Vidas Alter fällt durch ihr Aussehen, ihren Beruf und einfach deshalb auf, weil sie neu ist. Zwischen Vida und ihr entsteht eine Freundschaft, die nach und nach Vidas Leben auf den Kopf stellt. In ihr werden Fragen wach, die sie sich nie zuvor gestellt hat, sie tut Dinge, die sie sich nie hätte vorstellen können. Diese Veränderungen bringen andere Seiten in Vida hervor, emotionale Seiten, die in verschiedene Richtung wirken.
Das Setting für diese Geschichte ist gut gewählt. Die Insel, auf der sich das Geschehen abspielt, strahlt für die einen die große Freiheit aus, unabhängig und bodenständig zu leben, für die anderen ist sie einengend und eher ein Gefängnis. Vida lernt beide Seiten kennen, als sie an sich neue Aspekte entdeckt. Die Insel kann sinnbildlich für viele andere Orte stehen…kleine Dörfer, die ich kenne ähneln ihr.
Die ProtagonistInnen haben viel Tiefe und handeln größtenteils nachvollziehbar. Mit Vidas Entwicklung und den damit einhergehenden Emotionen konnte ich mitfühlen. Die Autorin hat es mit ihrem klaren und angenehm zu lesenden Schreibstil geschafft, mir Vidas nicht alltägliche Situation, nahe zu bringen, ihre Gefühle an meine eigenen anzudocken und so die der Protagonistin nachvollziehbar zu machen.
Mir hat das Buch gut gefallen, es hat mich überrascht und berührt. Es ist leise und doch sehr intensiv.
Für mich eine positive Überraschung, die ich vom Klappentext her nicht erwartet hätte.

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Ein wunderschön illustriertes Buch über das Leben

Die sieben Türen von Adrian Draschoff

Ein kleines Licht, es schwebt im Nichts, macht die Bekanntschaft mit der Raupe Yara. Sie begeben sich auf eine wundersame Reise. Yara zeigt dem Licht sieben Türen, hintern denen sich die Wunder des Lebens mitsamt den damit verbundenen, vermeintlichen Gegensätzen befinden. Überall darf das Licht seine Fragen stellen, bekommt weise Antworten und beginnt mehr und mehr zu verstehen, wie komplex und wunderschön das Sein ist.

Man sollte sich bei diesem Buch keinen Roman erwarten. Der Text ist für ein 160 Seiten starkes Buch recht kurz, auf manchen Seiten stehen oft nur wenige Sätze. Vielmehr ist es ein Buch, das poetisch philosophische Fragen aufnimmt, eine besondere Sicht aufs Leben vermittelt und zum Nachdenken anregt. Es erinnert mich, im positiven Sinn, ein bisschen an eine Langform von Büchern, die man schon mal zu Geburtstagen geschenkt bekommt und die Lebensweisheiten enthalten…nur viel ausführlicher, schöner und in eine Geschichte verpackt.
Die Illustrationen von Natascha Baumgärtner sind wunderschön und stimmig. Sie fängt das Geschriebene sanft und trotzdem aussagekräftig und ausdrucksstark in ihren Bildern ein. Die Illustratorin schafft es, das Ungreifbare auf das Papier zu bringen, indem sie Licht, Schatten und Farben, die für die Geschichte des kleinen Lichts und der Raupe so wichtig sind, gekonnt einsetzt. Ohne die wunderschönen Bilder wäre das Buch nur ein halbes.
Mich hat die Geschichte des kleinen Lichts berührt und nachdenklich gemacht. Zwar sind nicht alle Weisheiten neu, aber das müssen sie auch nicht sein, damit man kurz innehalten kann und über sich und das Leben nachdenkt. Dazu eignet sich dieses Buch sehr gut, denn es hat viel Sanftes und Stilles an sich. Ich denke, dass nicht jeder oder jede etwas damit anfangen kann. Ich konnte es und ich kann mir vorstellen, dass ich dieses Buch immer wieder einmal zur Hand nehmen werde.

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Interessanter Einstieg in ein Fantasy-Abenteuer für Kinder

Anderwald (Band 1) - Das Geheimnis der Silberwölfin von Julie Leuze

Die drei Fünftklässler und besten Freunde, Fiona, Olivia und Jakob, verbringen ihre Freizeit gern im Wald. Die drei ergänzen sich auf interessante Weise. Jakob ist äußerst intelligent und wissbegierig, Olivia furchtlos und schnellentschlossen und die lebenslustige Fiona besitzt eine wunderbare Gabe, die sie geheim hält – sie kann die Gefühle von Menschen und Tieren wahrnehmen, sobald sie sie berührt.

Eines Tages entdeckt Fiona ein sonderbares, altes Steinportal im Wald. Als sie hindurchtritt, begibt sie sich auf ein magisches Abenteuer in den Anderwald.
In diesem Buch für Kinder ab 8 Jahren werden Themen aus der Lebenswelt der Kinder dieses Alters aufgegriffen und in eine fantastische Geschichte eingebaut. Vor allem Freundschaft nimmt einen großen Stellenwert in der Handlung ein. Diese wird im Laufe der Geschichte auf die Probe gestellt und dieser Konflikt wird gut gelöst. Auch die Verbundenheit mit Tieren und der Natur wird großgeschrieben.
Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Er liest sich angenehm und flüssig für Kinder ebenso wie für Erwachsene, was ein gemeinsames Leseerlebnis erleichtert und verschönert. Julie Leuze nimmt die Sprache und den Blickwinkel von Kindern gekonnt auf und macht ihr Buch so interessant und spannend für sie.
Etwas schade fand ich, dass sich die Geschichte über das Geschehen im Anderwald erst ganz gegen Schluss des Buches entwickelt. Es ist also wirklich als Einstieg in die Story zu betrachten. Das Ende ist jedoch interessant gestaltet, indem die Bedrohung des Anderwalds zu Wort kommt und man eigentlich sofort weiterlesen will.
Meinem Kind und mit hat das Buch sehr gut gefallen und die Fortsetzung wird von uns sehnlich erwartet.

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Agentin mit Herz

Wer zuerst lügt von Ashley Elston

Evie ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Sie führt mit ihrem Freund Ryan seit kurzem eine traumhafte Beziehung und will mit ihm zusammenziehen. Dazu bedarf es schon einiger Tricks, denn die junge Frau benötigt Habseligkeiten, die sie nicht besitzt und eine Wohnung, in der sie nie wohnte, die sie aufgeben kann.

Das alles tut Evie im Auftrag des ominösen Mr. Smith, wobei sie diesmal nicht ganz genau weiß, welchem Zweck ihre Mission dient. Doch, wusste sie das je?
„Wer zuerst lügt“ ist der erste Roman für Erwachsene, den die Autorin Ashley Elston geschrieben hat. Ich finde ihn sehr gelungen. Das Cover, das mich durch die Farbgebung an Agentenfilme aus den 1970ern erinnert, hebt sich von anderen Büchern ab und hat mich angesprochen. Die Story rund um Evie liest sich äußerst angenehm und flüssig. Kapitelweise wird immer wieder in der Zeit zurückgesprungen, um den Plot der Story und Evies Werdegang zu erklären. Diese Rückblicke sind gut aufgebaut, verwirren nicht und machen das Handeln und Wesen der Protagonistin nachvollziehbar.
Ich lese eher weniger Thriller und denke, dass dieser Roman nicht unbedingt ein typischer Vertreter dieses Genres ist. Das macht für mich aber genau den Reiz aus. Mir hat der Klappentext, der auch romantische und wenige brutale Komponenten verspricht, gut gefallen, und er hat mich dazu gebracht, diesem Thriller, eine Chance zu geben. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern ging vielmehr begeistert aus meinem Leseerlebnis. Die Twists in der Handlung brauchten für mich auch nicht mehr Blut, um spannend und überraschend zu sein und die intelligente Protagonistin auch von einer verletzlicheren Seite kennenzulernen, ließ sie mir sympathisch werden.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Spannung und überraschende Wendungen gepaart mit Herz und Intelligenz waren für mich die perfekte Kombination.

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Female Empowerment – sehr lesenswert!

Mein Name ist Lilith von Nikki Marmery

Es beginnt im Paradies. Lilith, die erste Frau, lebt dort glücklich und gleichberechtigt mit Adam, bis sie eine Veränderung bemerkt. Adam ist der Ansicht, dass sie sich ihm unterzuordnen hat. Lilith nimmt das nicht so hin und wird aus dem Garten Eden verbannt. Eva tritt an ihre Stelle, aus Adams Seite erschaffen, ihm zu dienen.

Das kann Lilith nicht mitansehen. Sie erinnert sich an ihre und Adams Mutter, Göttin Asherah, und an die Kraft und Wichtigkeit der Weiblichkeit in der Welt. Sie möchte das entstandene Ungleichgewicht wieder beseitigen, was ihr jedoch nicht gelingt. Evas Nachkommen leben fortan in Unterdrückung. Die unsterblich gewordene Lilith reist durch die Zeit, um das Wissen um die Gleichberechtigung in die Welt zu tragen und das Unrecht, das Frauen angetan wird, zu berichtigen. Frauen sollen als das gesehen werden, was sie sind. Die gleichwertige Hälfte des Ganzen. Doch Gott Jahwe ist ein zorniger, eifersüchtiger Gott, der Männern eine übergeordnete Rolle zuteilt und mehr und mehr Anhänger findet. Die Erdgöttin, in ihren verschiedenen Ausformungen, wird über die Jahrtausende vergessen und die Erde selbst wird schlecht ausgebeutet und ist dem Untergang geweiht.
Die Autorin erschafft mit ihrer Version von Lilith eine bewundernswerte, starke, kluge, weitsichtige Figur. Wie am Ende des Romans in den historischen Anmerkungen zu erkennen ist, hat sie viel Recherchearbeit geleistet, viele Texte durchforstet, um ihrer Hauptfigur gerecht zu werden. Sie lässt sie so real, lebendig und authentisch wirken und Lilith aus der Ich-Perspektive oft mit fantastischem Humor erzählen. Über all die Jahrtausende, die Lilith lebt, entwickelt und verändert sie sich und lässt uns an einer Theorie/Weltanschauung/Religion teilhaben, die so viel Wunderbares in sich trägt. Nur als Ganzes sind wir erfolgreich, nur im Hier und Jetzt spielt sich das Leben ab, solange Ungleichgewicht herrscht, wird nichts Gutes entstehen können. Lilith weiß um die Wichtigkeit der Frau, verteidigt sie, fördert sie und sieht, wie wenig Erfolg sie doch über ihre unendliche Lebenszeit damit hat. Gleichzeitig wird der Mann aber nie als unwichtig angesehen, die Macht Einzelner, die dann allgemeine Meinungen und Religion prägen, dagegen sehr. Zwischendurch befürchtete ich, dass sich die Geschichte zu sehr an der christlichen Religion orientiert, als Maryam aus Magdala (auch bekannt als Maria Magdalena) ins Spiel kam. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Autorin öffnet neue Wege, regt zum Nachdenken an, bricht mit Gedankenstrukturen. Auch die Verknüpfung, die sie mit der Gegenwart und den heutigen Problemen der Frauen und der Umwelt findet, hat mit gut gefallen.
Über dieses Buch gäbe es noch so viel zu sagen.
Von mir kommt eine riesige Leseempfehlung! Mich hat es begeistert, nachdenklich gemacht und sehr gut unterhalten.

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Fantasy für junge LeserInnen

Emblem Island – Der Fluch der Nachthexe von Alex Aster

Tor, ein zwölfjähriger Junge, ist mit seinem Schicksal unzufrieden. Er wurde als Anführer geboren, das sieht man an seinem Zeichen am Handgelenk. Jeder Mensch in Tors Welt wird mit einem Emblem geboren, das sein Los und seine Bestimmung ist. Mit der Erfüllung seines Neujahrswunsches ändert sich für den Jungen alles.

Er wird sein Zeichen los und stattdessen erscheint ein anderes – ein verfluchtes Auge. Mit seinem Freund Engle und seiner Mitschülerin Melda, die durch eine Berührung mit Tors neuem Emblem ebenfalls verwünscht sind, macht er sich auf den gefährlichen Weg zur Nachthexe. Sie soll den Fluch lösen…
Ich habe mich für das Buch entschieden, nachdem mich die Leseprobe begeistert hatte. Leider hielt die Begeisterung beim Lesen dann nicht mehr so lange an. Die Grundidee der Geschichte finde ich gut, die Umsetzung nicht ganz so geglückt. Die drei Hauptprotagonisten sind nicht sehr originell. Der leidenschaftliche Esser und Optimist als bester Freund, die oberschlaue, nervige Schulkollegin und natürlich der Held sind Stereotype, die mir schon zu oft in Büchern vorkamen. Schön ist, dass sie sich im Laufe des Buches weiterentwickeln. Richtig sympathisch wurden sie mir aber nicht und es fiel mir schwer, mit ihnen mitzufiebern. Zusätzlich ist die Geschichte recht vorhersehbar, wodurch ebenso nur wenig Spannung aufkommt. Obwohl es auch gruselig zugeht, endet für mich so manche Passage zu abrupt.
Der Gedanke, sich nicht mit seinem Schicksal abfinden zu wollen und seinen eigenen Weg zu finden und zu beschreiten, ist für die angesprochene Altersgruppe passend. Auch die Abenteuer und Gefahren, denen sich die Freunde stellen und so ihre Zusammengehörigkeit zeigen, sind Themen, die altersadäquat sind.
Vielleicht haben jüngere LeserInnen mehr Freude an diesem Buch. Das Ende ist offen und der zweite Band „Emblem Island – Der Fluch der vergessenen Stadt“ wird angeteasert.

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Ewiges Leben – ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Wir werden jung sein von Maxim Leo

Was wäre, wenn man plötzlich nicht mehr altert, sondern sogar jünger wird? Wie ginge man selbst damit um? Welche Auswirkungen hätte es auf die Gesellschaft und Politik?
Maxim Leo setzt sich in seinem neuen Roman mit diesem Thema auseinander. Er verpackt das Gedankenexperiment dabei in eine gut gelungene, facettenreiche Geschichte mit Witz und Charme, die einen nicht so schnell loslässt und zum Nachdenken anregt.

In Berlin wird ein neues Medikament vier Testpersonen, die alle an unheilbaren Herzkrankheiten leiden und nicht mehr lange zu leben haben, verabreicht. Es scheint zu wirken, denn bei allen Probanden erneuern sich Zellen im Herzen und sie werden gesund. Doch nicht nur die Herzzellen verändern sich, der gesamte Organismus erfährt eine Verjüngungskur. Daraufhin ändern sich für jede der Personen viele Aspekte ihres Lebens. Als die unerwarteten Nebenwirkungen des Herzmedikaments publik werden, löst das weltweit viel Aufregung aus. Pharmakonzerne, Politik, Wirtschaft,… werden aktiv.
Der Autor beleuchtet das Thema von vielen Seiten. Hauptsächlich tragen die Einzelschicksale der Testpersonen und der Erfinder des Medikaments das Buch, es kommen aber auch unter anderem die Ansichten von Politikern, Philosophen und jungen Aktivisten zum Tragen. Maxim Leo schafft es hervorragend, die gesellschaftlichen Auswirkungen, die menschlichen Abgründe und Hoffnungen, die moralischen Fragen, die die Erfindung eines solchen Medikaments mit sich bringen können, aufzuzeigen. Die Charaktere haben ein reiches Innenleben, sind lebensnah und entwickeln sich im Laufe der Geschichte – nicht unbedingt linear – in erstaunliche Richtungen. Die Gedanken der Protagonistinnen sind oft sehr tiefgründig und philosophisch und ließen mich nicht unberührt. Trotzdem fehlt der Geschichte nicht an Humor.
Mich hat das Buch überrascht und beeindruckt. Ich bin froh, dass es mir „über den Weg gelaufen“ ist. Ich empfehle es unbedingt weiter!

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