Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von stina23:

(Jugend-)Buch mit Frauenpower

Agency for Scandal von Laura Wood

Die Geschichte rund um die in London lebende Izzy spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Frau hat mit dem Tod ihres Vaters einen großen Schicksalsschlag erlitten, den sie immer noch nicht ganz verwunden hat. Außerdem hütet sie einige Geheimnisse, die, sollten sie je ans Tageslicht kommen, ihre Mutter, ihren Bruder, ihr Zuhause, ja ihr ganzes Leben gefährden würden.

Um den Lebensunterhalt für ihre gesamte Familie zu sichern, arbeitet sie nämlich als Detektivin in einer Detektei, die ausschließlich Frauen beschäftigt, verkleidet sich für ihren Job oft als Straßenjunge, gerät dabei in gefährliche Situationen und nebenbei ist sie (un-)heimlich in einen Duke verliebt.
Das als Jugendbuch (ab 14) kann man gerne auch als erwachsenen Person lesen und dabei viel Freude haben – so ging es mir auf jeden Fall. Die Geschichte ist auf Jugendliche ausgelegt. Gewalt und Spannung bleiben immer schön moderat, was es für mich zu einem Wohlfühlbuch machte. Die ProtagonistInnen sind absolut liebenswert. Izzy ist in ihrer Selbständigkeit, mit ihrem Mut und ihren Ansichten ein sehr moderner Charakter, der in ihrer Zeit einiges auf den Kopf stellt, dabei aber recht pragmatisch ist. Auch in dem von ihr angehimmelten Duke steckt mehr, als er vermuten lassen will. Er ist offen für Izzys Ideen der Gleichberechtigung, was ihn sehr sympathisch macht.
Feminismus, gegenseitiger Respekt, Entfaltung der eigenen Talente, das alles zeiht sich als roter Faden durch das Buch, das auch noch einen Kriminalfall behandelt. Der machte den geringsten Eindruck auf mich, war doch das Drumherum so viel netter zu lesen.
Für mich leichte und sehr liebenswerte Lektüre mit sympathischen Charakteren. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Mit den Augen eines Kindes

Unser Buch der seltsamen Dinge von Jennie Godfrey

Yorkshire in den 1970er Jahren: Margaret Thatcher ist Premierministerin, vielen Menschen geht es finanziell schlecht, vieles ist im Umbruch, ein Serienmörder verbreitet Angst. So viel zu geschichtlichen Tatsachen. Nun zum fiktiven Teil des Buches und Miv, einem 12jährigen Mädchen, eher unscheinbar, schüchtern und an der Schwelle zur Teenagerin.

Als ihr Vater darüber spricht aus ihrer Heimatstadt wegziehen zu wollen, nimmt sie an, dass die Angst vor dem „Yorkshire Ripper“ der Grund dafür ist. Also beschießt sie den Mörder mit Hilfe ihrer besten Freundin Sharon ausfindig zu machen. Während ihrer Nachforschungen und mit ihrer guten Beobachtungsgabe gewinnt sie auch Einblicke in das Leben einiger Menschen aus ihrer Umgebung.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wobei nur die von Miv aus der Ich-Perspektive berichtet. Die Autorin schafft es dabei hervorragend, den Blickwinkel der 12jährigen einzunehmen. Das verschafft der Geschichte eine Wärme und Leichtigkeit, trotz so vieler schwerer Themen. Jennie Godfrey lässt ihre Protagonistinnen unterschiedlichste Erfahrungen sammeln, daran wachsen, sich verändern und neue Wege beschreiten. Besonders die Freundschaft zwischen Miv und Sharon, die gegensätzlicher nicht sein könnten, lässt einem das Herz aufgehen. Der Blick in die 1970er Jahre ist ebenfalls sehr spannend. Eine Zeit, in der so vieles in Frage gestellt wurde und schließlich auch geändert wurde, besonders was das Leben und die Rolle der Frauen betrifft.
Für mich war dieses Buch ein Glücksgriff und ich kann es von ganzem Herzen weiterempfehlen. Es lässt sich leicht und angenehm lesen, ist vielschichtig und ich wurde von der Geschichte berührt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Internatsleben und Pferdeliebe

Forever 1: Forever. Mein Wildpferd und ich von Usch Luhn

Ich hatte bisher noch nichts über Ponyherz gelesen und stieg somit mit „Forever – Mein Wildpferd und ich“ ohne Vorkenntnisse in die doch schon sehr umfangreiche Reihe an Geschichten rund um das Wildpferd und das Mädchen Anni ein.
Schon das Cover wirkt sehr einladend für junge PferdefreundInnen.

Es ist von Franziska Harvey, deren Illustrationen ich generell sehr mag, bunt gestaltet und zeigt unter anderem Anni mit ihrem Ponyfreund Ponyherz. Auch die ersten beiden Seiten des Buches wurden im Comicstil illustriert, um etwas über das bisherige Geschehen in den Büchern zu erfahren. Im restlichen Buch kommen dann nur mehr wenige Zeichnungen vor.
Auch ohne die Bücher über Ponyherz gelesen zu haben, findet man sich in dieser Geschichte gut zurecht. Über alle wichtigen Charaktere erhält man Informationen und Anni blickt in ihren Tagebuchaufzeichnungen oft in die Vergangenheit, wobei sie ihre Beziehung zu Ponyherz und einige ihrer gemeinsamen Erfahrungen aufgreift.
Der Schreibstil von Usch Luhn ist angenehm zu lesen. Sie schreibt kindgerecht, für Kinder, die keine Pferdeprofis sind, werden Begriffe erklärt und sie greift auch außerhalb der Pferdethematik, Themen auf, die Kinder beschäftigen. Da Anni nun auf ein Internat geht, muss sie mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten ihrer MitschülerInnen und LehrerInnen zurechtkommen. Geheimnisse, Freundschaft und erste kleine Schmetterlinge im Bauch kommen im Buch ebenso vor, wie natürlich die Liebe zu Pferden.
Die Story ist nicht besonders aufregend, jedoch schön erzählt. Ich denke, dass das angegebene Lesealter (ab 9 Jahren) passend ist, jedoch auch etwas unterschritten werden kann.
Der nächste Band wird am Ende des Buches auch schon angeteasert. Also steht einer neuen Buchreihe rund um Anni und Ponyherz nichts mehr im Weg.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Wunderbare Lektüre!

Mitternachtsschwimmer von Roisin Maguire

Ballybrady ist ein kleines Dörfchen an der Küste Irlands, das sehr interessante Einwohner beherbergt. Grace ist als exzentrisch und sogar verrückt verschrien, hat jedoch einen festen Platz in der Gemeinde. Die 50ig-Jährige ist keine große Rednerin und hält sich auch nicht mit unnötigen Höflichkeiten auf, sagt unverblümt ihre Meinung.

Sie liebt das Meer, das Fischen und Schwimmen in seinem kalten Wasser. Das kleine Häuschen auf ihrem Grund vermietet sie regelmäßig an Touristen. Evan kommt aus Belfast nach Ballybrady, um für einige Tage vor seinem Leben und seiner Vergangenheit zu flüchten. Die Corona-Pandemie und er damit einhergehende Lockdown zwingen ihn länger als geplant zu bleiben und sich mit seiner neuen Umgebung auseinanderzusetzen. Während er Grace und einige andere Dorfbewohner näher kennenlernt, kommt er auch sich und seinen Gefühlen näher.
Ganz ruhig kommt dieses Buch daher und bringt eine wunderbar gefühlvolle Geschichte mit. Es kommt mit relativ wenig Dialog aus, beschreibt jedoch die Menschen, ihr Innenleben, die Natur und das Zwischenmenschliche mit Genauigkeit und Achtsamkeit. Die Charaktere sind vielschichtig dargestellt und durchlaufen im Laufe des Buches eine wunderschöne Entwicklung. Man lernt sie nach und nach kennen, stößt auf ihre vielen Facetten und merkt, wie realitätsnah die Autorin sie zeichnet. Ich unterstelle Roisin Magurie hier einfach mal ein besonderes Beobachtungstalent. Im dritten Abschnitt nimmt die Erzählung für einige Zeit an Fahrt auf, um dann wieder auf das geerdete Tempo zurückzukehren, die Charaktere jedoch verändert zurückzulassen und das Buch zu einem runden Ende bringen.
Ich wurde von „Mitternachtsschwimmer“ sehr überrascht! Von Beginn an war ich im Bann des klaren Schreibstils und der Geschichte, die viel Tiefe versprach und das Versprechen auch hielt. Mir waren die ProtagonistInnen sehr nah und ich wurde von ihren Leben und den Ereignissen im Buch abgeholt und berührt. Die Geschichte schwingt auch noch einige Zeit nach.
Ganz klare 5 Sterne von mir! LESEN!!!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Wenn plötzlich alles anders wird…

Cascadia von Julia Phillips

Die Schwestern Elena und Sam leben auf einer der Inseln, die dem US-Bundesstaat Washington vorgelagert sind. Die beiden gehen auf die 30 zu, leben in sehr bescheidenen Verhältnissen und kümmern sich aufopferungsvoll um ihre todkranke Mutter. Ihr Zusammenhalt als Schwestern und der Traum, dem Leben auf der Insel eines Tages entfliehen zu können, hilft den jungen Frauen dabei, die harten Zeiten zu überstehen.

Die Sichtung eines Bären und die darauffolgenden Ereignisse bringen die Leben der Protagonistinnen völlig aus dem Takt und verändern alles.
Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen. Die sanften Farben und das Landschaftsmotiv haben mich angesprochen. Der Klappentext verrät schon, dass die Geschichte nicht ganz mit dem pastellfarbenen Umschlag einher geht.
Die Autorin, Julia Phillips, schaffte es sehr schnell, mich in die Geschichte, die aus Sams Blickwinkel erzählt wird, zu ziehen. Die jungen Frauen, ihr Alltagstrott, ihre Träume und die Erinnerungen an die Kindheit sind greifbar, nachvollziehbar und ich konnte gut mit den Protagonistinnen mitfühlen. Die Freiheit und Wildheit, die die Landschaft der Inseln ausstrahlt und die Enge und Abhängigkeit, in der sich Elena und Sam befinden, sind gleichzeitig zu spüren. Das alles schafft eine besondere Atmosphäre, in der das etwas unwirklich wirkende Auftauchen des Bären und die damit einhergehenden Ereignisse Platz finden. Die Veränderungen der Realität der Frauen und Sams Blick auf ihre Geschichte, ihre Gegenwart und Zukunft ist teils hart, teils ein Aspekt des Erwachsenwerdens der jungen Frau.
Mich hat die Geschichte mit ihrer Tiefe überrascht, mich an der einen oder anderen Stelle mit der Realität erschlagen und gleich danach wieder mit der Storyline in Staunen versetzt. Sie ist auf jeden Fall schön erzählt, wirkt nach und lässt mich zu 90 Prozent überzeugt zurück.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Süße Geschichte über das Verliebtsein

Valentina Amor. All you need is love (oder so) von Sarah M. Kempen

Valentina ist eine griechische Göttin. Naja, nicht ganz. Sie ist die Tochter von Liebesgott Amor und möchte gerne endlich die Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen. Ihre Großmutter Aphrodite hält Valentina für noch nicht bereit, aber als Amor seinen Job hinschmeißt, da er selbst Liebeskummer hat, gibt sie ihrer Enkelin eine Chance.

Sie soll zwei Teenagern zu ihrer ersten Liebe verhelfen. Valentina ist begeistert und sehr sicher, dass sie ihre Aufgabe im Handumdrehen erledigt haben wird. Außerdem möchte sie ihren Klassenkameraden, allen voran dem angeberischen Star, beweisen, dass sie das Zeug zur Liebesgöttin hat. Natürlich kommt alles anders und Valentina muss einige Hindernisse überwinden, um ihrem Ziel näher zu kommen.
Der Autorin Sarah M. Kempen ist ein wirklich modernes, süßes Buch für Lesende ab 12 Jahren gelungen. Obwohl Valentina eine olympische Gottheit ist, hat auch sie Teenagerprobleme, wie peinliche Eltern, Stress in der Ausbildung und das Gefühl, dass man die Welt nicht versteht und nicht verstanden wird. In Valentinas Fall ist es die Menschenwelt, in der sie sich zurechtfinden muss. Was sie am meisten verwirrt, ist der Umgang der irdischen Teenies mit ihren Liebesgefühlen. Götter sei Dank findet sie eine Verbündete und ihr Haustier, die verfressene Möwe Bussi, ist auch immer an ihrer Seite. Mit viel Humor wird durch das Buch geführt, witzige Wortspiele mit der griechischen Mythologie kommen häufig vor und Jugendsprache kommt zum Einsatz.
Schön finde ich, dass verschiedenen Formen von sexueller Orientierung und Gender in einer Selbstverständlichkeit in der Geschichte vorhanden sind, die im realen Leben wünschenswert wäre.
Der Schreibstil ist für die angesprochene Leserschaft passend (erprobt mit dreizehnjährigem Kind), angenehm und flüssig zu lesen. Für mich als Erwachsene, hätten die Figuren zwar etwas mehr Tiefe haben dürfen, für ein Jugendbuch sind sie meiner Meinung nach jedoch adäquat ausgearbeitet.
Für mich ist es ein gelungenes Buch über das Verliebtsein mit einem Touch Fantasy.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Stürmische Zeiten in Ventusia

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 3 - Sturmmädchen von Jennifer Benkau

Weiter geht die Geschichte um die Reiterinnen von Ventusia! Im dritten Band wird Sophie in Frankreich entdeckt. Auch sie ist eines der ventusischen Mädchen, das vor Jahren vor der rachsüchtigen Göttertochter Victoria auf der Erde versteckt wurde, damit es nicht an dem gefährlichen Wettreiten teilnehmen muss.

Sophie hat es jedoch nicht ganz leicht in ihrem irdischen Zuhause. Ihrer ehrgeizigen Adoptivmutter scheint sie es nie recht machen zu können, mit Gleichaltrigen tut sie sich schwer und auch beim Reiten hat sie andere Anschichten als die strenge Reitlehrerin. Als ihr dann Aro aus Ventusia begegnet, erhoff sie sich dort einen Neustart und ein Leben, in dem sie endlich so akzeptiert wird, wie sie ist.
Mit Sophie hat die Autorin einen sehr interessanten Charakter erschaffen. Das junge Mädchen möchte so gerne dazugehören, wird aber immer wieder abgewiesen. Das lässt sie hart werden, um sich zu schützen. Sie ist oft im Zwiespalt und bringt auch in Ventusia einiges durcheinander, wo ohnehin schon Chaos herrscht, da Victoria mit aller Macht das Wettreiten erzwingen möchte. Diese unsicheren Zeiten lassen auch anderer Charaktere wachsen und sich weiterentwickeln. Die gesamte Geschichte nimmt an Fahrt auf, wird spannender und scheint mit der Leserschaft einen kleinen Schritt Richtung Erwachsenwerden zu machen. Mir hat diese Entwicklung gut gefallen.
Der Schreibstil von Jennifer Benkau ist weiterhin ein Genuss, da er flüssig und angenehm zu lesen ist und er kam bei uns bei Groß und Klein wieder gut an. Das Cover ist im Stil der Vorgängerbücher gestaltet und abermals wunderschön.
Wir waren vom dritten Band begeistert und freuen uns schon auf den nächsten („Himmelskind“). Wir empfehlen „Sturmmädchen“, wie auch die anderen Bücher der Reihe, weiter.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Was wäre, wenn?

Emmas Herzdilemma von Stefanie Gerstenberger

Die fünfzehnjährige Emma schwärmt für den sportlichen Oscar, findet ihre Eltern sehr anstrengend und hat auch sonst die Probleme die Teenager nun mal so haben. Als der Hund ihres Großvaters unter ihrer Aufsicht angefahren wird, soll Emma die Tierarztkosten übernehmen. Deshalb soll sie nach Rom, um in der kleinen Pension ihrer Tante Geld zu verdienen.

Darauf hat das Mädchen natürlich absolut keine Lust, denn Oscar bleibt den Sommer über in Köln. Eine kleine Entscheidung wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Fliegt Emma nach Italien oder bleibt sie den Sommer über in Deutschland? Gut, dass beide Möglichkeiten in dieses Buch verpackt wurden!
Die Autorin, Stefanie Gerstenberger, erzählt abwechselnd, was ihre Protagonistin in Rom beziehungsweise in Köln während ihrer Sommerferien erlebt. Durch unterschiedliche Schriftarten und dem kleinen Bild des Kolosseums bzw. des Kölner Doms am Anfang des jeweiligen Abschnitts erkennt man gut, in welchem Teil der Geschichte man sich befindet. Während eines Kapitels wird manchmal sogar mehrmals der Erzählstrang gewechselt. Ich muss zugeben, mich hat das anfangs eher gestört, da ich davon ausgegangen bin, dass eine Story nach der anderen zu lesen sein wird. Erst später im Buch wurden die Erzählsprünge interessant, da die anfängliche Entscheidung nun mehr Einfluss auf die Handlungsstränge hatte. Überhaupt nahm das Buch für mich erst ab mehr als der Hälfte an Fahrt auf. Zu Beginn wird zu viel Zeit in das Kennenlernen von Emma und ihrer, meist pubertär-miesen oder schwärmerischen, Stimmung verwendet. Ich ertappte mich dabei, über Sätze nur hinwegzulesen und war kurz davor, das Buch abzubrechen. Doch dann begann es doch noch interessant zu werden. Emma entwickelt sich weiter, beginnt nicht mehr nur den Jungs alles recht machen zu wollen, sondern sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie wird greifbarer und auch in der bis dahin eher ereignislosen Köln-Geschichte wird Emma zur Handlungsträgerin.
Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Immer wieder werden italienische Wörter oder Sätze eingestreut, die auch erklärt bzw. übersetzt werden. Die Sicht einer Teenagerin auf das Leben wird, denke ich, gut eingefangen und man kann mit ihr auf so manches nostalgisch zurückblicken.
Von mir bekommt das Buch schwache 4 Sterne, da mich die erste Hälfte des Buches eher gelangweilt hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Gefühle, wild wie das Meer

Was das Meer verspricht von Alexandra Blöchl

Vida lebt auf einer kleinen abgelegenen Insel irgendwo im Norden. Schon immer. Und das wird auch so bleiben. Vida ist zufrieden. Sie hat sich mit ihrem langjährigen Freund verlobt, sie arbeitet im Laden ihrer Eltern, wenn im Dorf Hilfe gebraucht wird, ist sie, wie alle anderen der kleinen Dorfgemeinschaft, zur Stelle.

Vida braucht nicht mehr, will nicht mehr. Ihr älterer Bruder hat die Insel nach seiner Schulzeit verlassen und kommt nur selten zu Besuch. Auch sonst ereignet sich nicht recht viel, bis Marie zuzieht. Die junge Frau in Vidas Alter fällt durch ihr Aussehen, ihren Beruf und einfach deshalb auf, weil sie neu ist. Zwischen Vida und ihr entsteht eine Freundschaft, die nach und nach Vidas Leben auf den Kopf stellt. In ihr werden Fragen wach, die sie sich nie zuvor gestellt hat, sie tut Dinge, die sie sich nie hätte vorstellen können. Diese Veränderungen bringen andere Seiten in Vida hervor, emotionale Seiten, die in verschiedene Richtung wirken.
Das Setting für diese Geschichte ist gut gewählt. Die Insel, auf der sich das Geschehen abspielt, strahlt für die einen die große Freiheit aus, unabhängig und bodenständig zu leben, für die anderen ist sie einengend und eher ein Gefängnis. Vida lernt beide Seiten kennen, als sie an sich neue Aspekte entdeckt. Die Insel kann sinnbildlich für viele andere Orte stehen…kleine Dörfer, die ich kenne ähneln ihr.
Die ProtagonistInnen haben viel Tiefe und handeln größtenteils nachvollziehbar. Mit Vidas Entwicklung und den damit einhergehenden Emotionen konnte ich mitfühlen. Die Autorin hat es mit ihrem klaren und angenehm zu lesenden Schreibstil geschafft, mir Vidas nicht alltägliche Situation, nahe zu bringen, ihre Gefühle an meine eigenen anzudocken und so die der Protagonistin nachvollziehbar zu machen.
Mir hat das Buch gut gefallen, es hat mich überrascht und berührt. Es ist leise und doch sehr intensiv.
Für mich eine positive Überraschung, die ich vom Klappentext her nicht erwartet hätte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23

Ein wunderschön illustriertes Buch über das Leben

Die sieben Türen von Adrian Draschoff

Ein kleines Licht, es schwebt im Nichts, macht die Bekanntschaft mit der Raupe Yara. Sie begeben sich auf eine wundersame Reise. Yara zeigt dem Licht sieben Türen, hintern denen sich die Wunder des Lebens mitsamt den damit verbundenen, vermeintlichen Gegensätzen befinden. Überall darf das Licht seine Fragen stellen, bekommt weise Antworten und beginnt mehr und mehr zu verstehen, wie komplex und wunderschön das Sein ist.

Man sollte sich bei diesem Buch keinen Roman erwarten. Der Text ist für ein 160 Seiten starkes Buch recht kurz, auf manchen Seiten stehen oft nur wenige Sätze. Vielmehr ist es ein Buch, das poetisch philosophische Fragen aufnimmt, eine besondere Sicht aufs Leben vermittelt und zum Nachdenken anregt. Es erinnert mich, im positiven Sinn, ein bisschen an eine Langform von Büchern, die man schon mal zu Geburtstagen geschenkt bekommt und die Lebensweisheiten enthalten…nur viel ausführlicher, schöner und in eine Geschichte verpackt.
Die Illustrationen von Natascha Baumgärtner sind wunderschön und stimmig. Sie fängt das Geschriebene sanft und trotzdem aussagekräftig und ausdrucksstark in ihren Bildern ein. Die Illustratorin schafft es, das Ungreifbare auf das Papier zu bringen, indem sie Licht, Schatten und Farben, die für die Geschichte des kleinen Lichts und der Raupe so wichtig sind, gekonnt einsetzt. Ohne die wunderschönen Bilder wäre das Buch nur ein halbes.
Mich hat die Geschichte des kleinen Lichts berührt und nachdenklich gemacht. Zwar sind nicht alle Weisheiten neu, aber das müssen sie auch nicht sein, damit man kurz innehalten kann und über sich und das Leben nachdenkt. Dazu eignet sich dieses Buch sehr gut, denn es hat viel Sanftes und Stilles an sich. Ich denke, dass nicht jeder oder jede etwas damit anfangen kann. Ich konnte es und ich kann mir vorstellen, dass ich dieses Buch immer wieder einmal zur Hand nehmen werde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von stina23