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Rezensionen von stina23:

Eine Geschichte von Mut und Freundschaft

Jakob und der Berg der vergessenen Dinge von Mirjam Oldenhave

Jakob und sein Vater Ed führen ein außergewöhnliches Leben. Sie wohnen in einem Haus auf Rädern, mit dem sie dort leben können, wo es ihnen gefällt, besorgen sich ihre Lebensmittel aus den Müllcontainern der Supermärkte und leben und lieben ihre Freiheit. Leider gefällt ihr Lebensstil ihrer Umwelt meist nicht und so sind Vater und Sohn gezwungen, oft umzuziehen, da sie weder in die Stadt noch in ländliche Gegenden zu passen scheinen.

Mit Gelassenheit und Gleichmut folgen die beiden dem Lauf der Dinge und gelangen zum „Plunderberg“. So nennt Jakob die Anhäufung von entsorgen, oft unbeschädigt ausgemusterten, Gegenständen. Ein Paradies für den Jungen, der ein talentierter Erfinder und Bastler ist. Ihr Glück ist aber nur von kurzer Dauer, denn der Fund einer goldenen Boxerstatue bringt Ed unschuldig ins Gefängnis. Jakob bleibt allein am Plunderberg zurück und zu allem Übel wird auch noch ihr Haus weggeschleppt. Der Junge beweist nun Selbstständigkeit, Widerstandsfähigkeit und Ideenreichtum auf seinem Weg, Eds Unschuld zu beweisen und endlich wieder bei ihm sein zu können. Dabei trifft er auf unterschiedliche Verbündete, entstehen außergewöhnliche Freundschaften und entwickelt sich eine spannende Geschichte.
„Ich glaube, das ist mein neues Lieblingsbuch“, war der Kommentar meines zehnjährigen Kindes zum Buch. Auch ich bin begeistert von Jakobs Geschichte. Sie hat etwas Spezielles, etwas Schönes und Feines. Für mich wird das Thema Resilienz sehr gut behandelt. Überhaupt ist das Buch so geschrieben, dass es zum Nachdenken anregt (zB über Lebensmittelverschwendung, Konsumgesellschaft, Freiheit,…) ohne jedoch zu werten. Unaufgeregt und mit viel Offenheit begegnen sich die Charaktere, lassen sich aufeinander ein, lernen voneinander und nehmen sich in ihrer Verschiedenheit an. Trotzdem bleibt die Spannung dabei nicht auf der Strecke.
Interessant finde ich, dass sich sehr realistische Elemente (zB die Angst, dass Ed das Sorgerecht für Jakob verliert,…) mit fantastischen (zB ein Steinbock, der aufs Wort gehorcht, Haie, die in einer Art Burggraben um ein turmartiges Gefängnis schwimmen,…) abwechseln und das überhaupt nicht stört. Mein Kind fand das Fantasievolle richtig toll.
Wir hatten sehr viel Freude beim Lesen dieses Buches. Es hat zum Nachdenken angeregt und daraus sind schöne Gespräche entstanden. Von uns kommt daher eine 100&ige Leseempfehlung!

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Berührender Debütroman

So weit der Fluss uns trägt von Shelley Read

Shelley Read ist mit diesem Buch etwas sehr Schönes gelungen, etwas, das mir länger in Erinnerung bleiben wird und von dem ich mir vorstellen kann, dass es viele Menschen berührt. Kaum zu glauben, dass es ihr Debütroman ist. Sie schreibt sehr poetisch, formuliert großartig und ich meine behaupten zu können, dass sie viel (Recherche-)Arbeit in ihre Geschichte gesteckt hat.

Was mich bei Autor*innen sehr beeindruckt, ist die Fähigkeit, klare und schöne Worte für Zustände, Gefühle und Beobachtungen, die mir ebenso bewusst sind und mich bewegen, zu finden. Worte, die so treffend sind, Formulierungen für die ich dankbar bin, da ich sie selbst nie so wahr ausdrücken hätte können. Shelley Read hat das mehrere Male in ihrem Buch geschafft und mich damit oft tief unter der Haut erwischt.
Ich muss zugeben, dass mich die vielen tragischen Ereignisse, die der Protagonistin widerfahren, so ungefähr in der Mitte des Buches, etwas genervt haben. Ich stellte mir die Frage, wohin das alles führen wird. Die stille Akzeptanz mit der Victoria alles hinnimmt und die Hoffnungslosigkeit, die immer ein bisschen mitschwingt, machten für mich später im Buch jedoch wieder Sinn. Den Fluss als Metapher für den Lauf des Lebens zu verwenden ist nicht neu, aber immer wieder passend und wunderschön eingebaut in dieser Geschichte.
„So weit der Fluss uns trägt“ ist sicher keine Wohlfühlgeschichte, nichts, was man so nebenbei liest und nach einiger Zeit wieder vergisst, weil es einen nicht berührt hat. Denn das tut der Roman, er berührt.

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„andersig“ und wunderbar

Wolf von Sasa Stanisic

„Andersig“ (dieses Wort wir vom Erzähler der Geschichte erfunden) zu sein ist für Kinder und Jugendliche nicht schön, „andersig“ gemacht zu werden noch viel weniger. Das geschieht jedoch mit Jörg. Er wird in seiner Klasse gemobbt. Auch auf dem Ferienlager, wo er auf seine Klassenkameraden trifft, ist das leider nicht anders.

Alles was er tut, wird schlechtgemacht. Beobachtet wird das Ganze von unserem Erzähler, einem sehr reifen Kind mit einem reichen Innenleben, der mit einem gewissen Zynismus durch die Welt geht. Er ist ein Einzelgänger und „andersig“, entgeht dem Mobbing jedoch zum größten Teil, da die Aufmerksamkeit der Mobber auf Jörg liegt. Da er auf das Ferienlager, die Natur und generell auf die Gesellschaft von anderen Kindern keine Lust hat und meist seine eigenen Wege geht, erkennt er, was andere nicht wahrnehmen.
In seinem ersten Roman für Kinder schlägt der Autor Saša Stanišić eine Sprache an, die für mich unvergesslich bleibt. Sie wirkt sehr frisch und modern, ist sehr alltagstauglich, jedoch auch buchwürdig und vor allem hervorragend lustig. Die Protagonisten stellt er glaubwürdig und lebensnah dar und sie wachsen einem schnell ans Herz. Ihre Gedankengänge und Handlungen sind nachvollziehbar, ich konnte mich gut in die Kinder hineinfühlen. Der Autor lässt sie authentisch wirken, mit ihren Ängsten, Schwächen und vor allem ihrer Stärke, das Leben mit seinen Gegebenheiten zu meistern.
Die Bilder von Regina Kehn untermalen den Text wunderbar. Ich mag ihren Stil und halte ihn für passend für dieses Buch und die Zielgruppe.
Von mir kommt eine klare Leseempfehlung für „Wolf“. Es ist für mich ein lustiges und tiefgründiges Buch mit Herz und dem einen oder anderen Denkanstoß von einem Autor, der Ahnung davon hat, was in Kindern und Jugendlichen vor sich geht und das in einer ansprechenden Sprache transportiert.

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Glück und Unglück einer Wissenschaftlerin und Schauspielerin

Die einzige Frau im Raum von Marie Benedict

1933: Hedwig Kiesler, 18 Jahre alt, wird in Wien als aufstrebende Schauspielerin gefeiert. Sie genießt die Aufmerksamkeit, besonders die eines Mannes, der ihr die Welt zu Füßen zu legen scheint, dem Unternehmer und Waffenfabrikant Fritz Mandl. Hedys vorausschauender Vater unterstützt die Beziehung, denn er ahnt, was auf die Juden in Österreich in den nächsten Jahren zukommen wird und erhofft sich Schutz vom einflussreichen Mandl.

In der Ehe mit Fritz bekommt Hedy als „Aufputz“ bei Geschäftsgesprächen wichtige Informationen über die politische Lage und die Waffenindustrie zu hören. Ihre Religion wird zu ersten Mal relevant für sie.
Als die junge Frau später auswandert und in Hollywood Fuß fasst, wird sie von alten Dämonen heimgesucht. Um mit ihren Schuldgefühlen umzugehen, widmet sie sich ihrer wissenschaftlichen Seite, denn das Schauspielern allein, erfüllt sie nicht. Die in ihrer ersten Ehe erworbenen Informationen helfen ihr, eine wichtige Erfindung zu machen.
In ihrem Buch lässt uns die Autorin Marie Benedict die Frau und Wissenschaftlerin hinter der Fassade der Schauspielerin und „schönsten Frau der Welt“ entdecken. Wir begleiten sie von 1933 bis 1942, einer aufrührenden, von Krisen und vom Krieg geprägten Zeit. Durch die Ich-Erzählperspektive kann man als Leser nahe an Hedy heranrücken. Ihre Ängste, ihr Streben nach Gesehen-Werden und besonders der Umgang mit ihren Schuldgefühlen werden gut transportiert. Insgesamt lässt sich das Werk gut und flüssig lesen.
Mich hat das Buch sehr interessiert, da ich in letzter Zeit öfter über Hedy Lamarr gestolpert bin. Natürlich wird in einem Roman nicht die völlige Wahrheit abgebildet. Dankbar bin ich deshalb der Autorin für ihr Nachwort, denn die Geschichte der Schauspielerin und Wissenschaftlerin endet wie erwähnt 1942. Marie Benedict würdigt darin nochmals die Erfindungen von Hedy.
Obwohl das Buch viel von der Gefühlswelt der berühmten Frau preisgibt, wirkte es doch etwas kühl auf mich. Trotzdem ist es eine sehr lesenswerte Geschichte über eine der vielen Frauen, deren Beitrag zur Wissenschaft und Gesellschaft zu wenig gewürdigt wird.

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Eine emotional mitreißende Story

First & Forever, Band 1 - Be My First von Jay McLean

Teil 1 einer Young Adult Geschichte.
Zum Inhalt: Das 17jährige Basketballtalent Connor kommt an eine neue Highschool und findet dort vom ersten Augenblick an die gleichaltrige Ava sehr anziehend. Ihr geht das, nur kurze Zeit später, genauso und die beiden freunden sich erst einmal nur an. Denn alle zwei tragen eine schwere Last auf ihren Schultern und gerade Ava kann sich nicht vorstellen, dass sie Connor, so wie sie ist, genügen kann.

Ava kümmert sich mit ihrem Halbbruder um ihre Mutter, die als Soldatin im Krieg verletzt wurde und unter den schweren physischen und vor allem psychischen Folgen leidet. Ein typisches Teenagerleben kann die junge Frau aus diesem Grund nicht führen.
Aus Connor soll ein Basketballprofi werden. Das ist sein Ziel und auch vielleicht noch ein Stück mehr das seines Vaters. Ein Trauma aus früher Kindheit lässt ihn immer wieder an sich zweifeln und der Druck in der Schule und im Team setzen ihm ebenso zu.
Doch aus der Freundschaft wird mehr…
Der Autorin Jay McLean ist mit „Be my first“ ein wunderbarer Young Adult Roman gelungen. Ihr Schreibstil ist äußerst angenehm zu lesen und greift immer wieder die Sprache der Jugendlichen auf. Alternierend wird aus Avas und Connors Ich-Perspektive erzählt, was den Leser sehr nahe an die Teenager heranlässt. In ihrer beider Leben geht es sehr emotional zu. Sie suchen Hilfe, Schutz, Ausgleich und vor allem Liebe beim jeweils anderen. Das finden sie auch und müssen gleichzeitig noch mit ihren Schicksalen fertig werden.
Mich hat Avas und Connors Geschichte sehr berührt. Damit hatte ich nicht gerechnet, da meine bisherigen Leseerfahrung in diesem Genre eher nur ein bisschen Herzschmerz der Protagonisten involvierte. Ich habe wirklich mit den beiden Teenagern mitgelitten, ihre Verzweiflung gespürt, die Hoffnungslosigkeit. Und dann waren da auch noch die Liebe, die Sehnsucht, das Kribbeln, das Ankommen. Damit wird in diesem Roman eine beachtliche Spanne an Gefühlen abgedeckt.
Für mich ein gelungene Geschichte, die mehr hatte, als ich erwartete. Der zweite Band ist für mich ein Muss, da ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Ava und Connor weitergeht.

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Ein großartiger Fantasyroman

Magic Kingdom. Im Reich der Märchen, Band 1 - Der Fluch der dreizehnten Fee von Melissa De la Cruz

Märchen der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen, Geschichten aus „Tausend und einer Nacht“ oder auch „Der Herr der Ringe“ sind vielen bekannt. Ob Schneewittchen, Rumpelstilzchen, die kleine Meerjungfrau, der Wolf, Aladin, der Schicksalsberg – wir kennen die Rollenverteilung. Was aber, wenn es ein Buch gäbe, in dem die Wahrheit über diese Geschichten und ihre ProtagonistInnen steht?
Filomena ist von solchen Geschichten fasziniert und somit ein riesiger Fan der „Magic Kingdom“ Buchreihe.

Diese Fantasiewelt, in die sie eintauchen kann, ist ihr um einiges lieber, als ihr Leben in einem kalifornischen Städtchen, in dem nie irgendetwas los ist. Ihre überängstlichen Adoptiveltern behüten sie zu sehr und in der Schule ist sie eine Außenseiterin. Als dann der langersehnte letzte Band der Buchserie nicht erscheint, ist das Mädchen am Boden zerstört. Doch lange kann die Trauer nicht andauern, denn plötzlich gerät sie in das Abenteuer ihres Lebens. Sie begegnet den Helden aus ihren Lieblingsbüchern und gelangt mit ihnen in die Märchenwelt, die kurz vor der Übernahme durch die schrecklichen Oger steht.
Die Autorin Melissa de la Cruz hat mich mit auf ein fantastisches Abenteuer genommen und ich habe jeden Moment genossen. Sie findet meiner Meinung nach das richtige Maß an Spannung für Kinder. Es geht in der Märchenwelt zwar rau zu, doch die Situationen werden schlussendlich immer gut gelöst. Der Text ist sehr angenehm flüssig zu lesen und mit wunderbarem Humor gespickt. Immer wieder begegnet man bekannten Märchenfiguren, die dann oft andere Eigenschaften mitbringen, als man annimmt. Sie behandelt in ihrem Buch Themen, die für Kinder relevant sind (zB: Mobbing, Freundschaft, Selbständigkeit,…). Meiner neunjährigen Tochter, der ich das Buch vorgelesen habe, hat es überdurchschnittlich gut gefallen. Die Kapitel sind eher kurz gehalten (ungefähr fünf bis zehn Seiten). Deshalb konnte ich der Bitte nach noch einem Kapitel oft nachgeben, was uns beide gefreut hat.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann trotz aller Begeisterung doch noch. Der Schluss wirkt etwas überhastet. Alles geht plötzlich sehr schnell, einige Seiten mehr hätten dem Fluss der Geschichte nicht geschadet. Da aber auf den letzten Seiten schon die Fortsetzung angeteasert wird, kann man darüber hinwegsehen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

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„Ein Hauch von Natur macht die ganze Welt verwandt“

Willodeen - Das Mädchen und der Wald der verschwundenen Tiere von Katherine Applegate

Nachdenklich habe ich das Buch gerade geschlossen…
Willodeen, ein 10-jähriges Mädchen, verliert ihre Eltern und ihren Bruder in einem Brand. Sie wird liebevoll von zwei älteren Damen aufgenommen. Ihr Trauma verarbeitet das Kind am besten allein in der Natur, wo sie sich auch schon mit ihrem Vater gerne aufgehalten hat.

Dort faszinieren sie vor allem die Kreischer, wilde wehrhafte Tiere, die furchtbar stinken, schauderhaft schreien und von denen niemand Genaueres weiß, außer dass sie gefährlich aussehen, Angst machen und deshalb vernichtet werden müssen. Willodeen möchte das Töten beenden, denn durch ihre Beobachtungen beginnt sie zu verstehen, dass sie ein unabdingbarer Teil der Natur sind. Überall im Land verändert sich durch das Eingreifen des Menschen die Umwelt. Auch die süßen Summbärchen, zu deren Ehren jährlich ein Fest gefeiert wird, das das Einkommen der Dorfbewohner sichert, kommen nur unter bestimmten Umweltbedingungen aus ihrem Winterquartier ins Dorf zurück. Wird das Mädchen es schaffen, dass ihren Entdeckungen Gehör geschenkt wird?
In schöner, fast schon ein bisschen poetischer Sprache, entführt uns die Autorin in ein Setting, das so viele Parallelen zu unserer Welt aufweist. Die Veränderungen in der Natur durch den Menschen, kippende Ökosysteme, engstirnige und aufgeschlossene Entscheidungsträger,… Aus der Ich-Perspektive erzählt uns Willodeen von ihrem Schicksal, ihren Naturbeobachtungen und ihren Ansichten über die Menschen und der Gesellschaft, in der sie lebt. Die Autorin schafft es ausgezeichnet, die Stimmung im Buch zu transportieren. Über viele Kapitel hängt ein düsterer Schleier, der später in der Geschichte Hoffnung weicht.
Für mich als Erwachsene, war das Buch sehr schön zu lesen. Empfohlen wird es ab einem Alter von 10 Jahren. Dieser Empfehlung kann ich mich nicht anschließen. Meine Tochter stieg aus, als Willodeens Familie starb und die schon erwähnten düsteren Kapitel folgten. Es wird in der Geschichte nichts geschönt und deshalb empfehle ich, zu überlegen, ob sie für den Leser passend ist. Aus diesem Grund vergebe ich 4 Sterne.

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Für alle, die Pferde und Fantasy mögen

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 1 - Windprinzessin von Jennifer Benkau

Der Autorin Jennifer Benkau ist mit diesem Buch ein wunderbarer Auftakt zu ihrer neuen Buchreihe gelungen. Wie man am Ende der Geschichte erfährt, werden noch Band 2 „Wüstentochter“, Band 3 „Sturmmädchen und Band 4 „Himmelskind“ folgen. Daraus ergibt sich natürlich, dass die Story dieses ersten Bandes nicht abgeschlossen ist, und man mit vielen offenen Fragen und einem großen Maß an Neugier und vor allem Vorfreude auf die Fortsetzung zurückbleibt.

Weder meine Tochter noch ich entsprechen genau der Lesergruppe, auf die das Buch abzielt (mal etwas zu jung und mal viel zu alt), dennoch hat es uns richtiggehend gefesselt. Es machte uns großen Spaß gemeinsam zu lesen und mit den jungen Menschen und ihren Pferden mitzufiebern.
Zum Inhalt: Die dreizehnjährige Fiona lebt in Irland und liebt Pferde über alles. Obwohl sie ein sehr umgänglicher Mensch ist, fühlt sie sich in der Nähe dieser Tiere wohler als bei Menschen. Sie schiebt den Umstand, dass sie sich nie so richtig zugehörig fühlt darauf, dass sie ein Pflegekind ist. Auf dem nahegelegene Reiterhof verbringt sie so viel Zeit wie möglich und ihr sehnlichster Wunsch ist es, einmal ein eigenes Pferd zu besitzen. Mit dem Auftauchen von zwei fremden Jungen und frei herumlaufenden, besitzerlosen Pferden beginnt es so richtig spannend zu werden. Warum fühlt Fiona Vertrautheit? Was hat das alles mit Ventusia, Prinzessin Riana und der zornigen Göttertochter zu tun?
Immer wieder wechseln sich die Kapitel über die Geschehnisse in Irland und Ventusia ab und ergeben somit ein wunderbares Ganzes. Die Protagonisten waren uns von Beginn an sympathisch und sie verhalten sich altersgerecht. Das schätze ich sehr an der Geschichte, denn übertrieben reife Teenager und dauernörgelnde, verständnislose Erwachsene haben mich schon in einigen Jugendbüchern sehr gestört. Besonders liebevoll und detailreich wird von der Autorin das Gefühl auf dem Rücken der Pferde und dem Umgang mit ihnen beschrieben. Man erkennt sofort, dass sie selbst viel Erfahrung mit den Tieren hat. Sie verwendet einige reitspezifische Ausdrücke, die ich nachgooglen musste. Meiner Tochter gefiel vor allem, dass sich in der Geschichte Mensch und Pferd reibungslos verständigen können und dass keiner dem anderen gehört sondern dass man zueinander gehört – ist das nicht schön!!!
Ein tolles Buch, auf dessen Fortsetzung wir brennen und deshalb fünf Sterne vergeben!

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Ein Buch mit Witz und Charme

Vilma zählt die Liebe rückwärts von Gudrun Skretting

Ganz zufällig bin ich auf dieses Buch gestoßen und habe mir nicht viel davon erwartet. Leichte Lektüre so für Zwischendurch, mehr nicht. Das Cover fand ich auch eher nur mittelmäßig. Einfach mal lesen…
…und eine Überraschung wartete auf mich!
Zuallererst begeisterte mich der grandiose Humor: trocken, ein bisschen schwarz, auf den Punkt.

Für mich einfach wunderbar! Falls dieses Werk den Wortwitz seines Landes repräsentiert, werde ich zukünftig definitiv mehr norwegische Literatur lesen.
Die Protagonistin Vilma wird sehr schön charakterisiert. Man muss sie trotz oder gerade wegen ihrer Schrulligkeit einfach ins Herz schließen. Die 35jährige Klavierlehrerin lebt relativ einsam, da ihre Mutter und Großtante, bei denen sie aufgewachsen ist, schon vor einiger Zeit verstorben sind. Als sie eines Tages vom Tod ihres Vaters, den sie nie kennengelernt hatte, erfährt und er ihr auch noch Briefe hinterlässt, nehmen die Dinge seinen Lauf. Sie lernt neue Leute kennen, lässt diese in ihr Haus und in ihr Leben. Anfangs fühlt sie sich damit überhaupt nicht wohl, lässt sich jedoch auf Gesellschaft ein, da Einsamkeit laut Studien ein lebensverkürzender Faktor ist. Weil es Vilmas Überzeugung ist, dass man im Leben eigentlich nur versucht, dem Tod so lange zu entkommen, wie möglich, bewegt sie sich immer weiter aus ihrer Komfortzone heraus. Es ergeben sich sehr witzige und absurde Situationen für die junge Frau. Parallel dazu erfährt sie aus den Briefen die Lebensgeschichte ihres Vaters und die Liebesgeschichte ihrer Eltern. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr geht sie in die Tiefe Die Autorin lässt den Leser mit viel Feingefühl an Vilmas Innenleben teilhaben, ihren Ängsten, Träumen, Traumata, und der Verarbeitung von all dem.
Ein Buch, das alles hat, was ich mir wünsche: Humor, viel Gefühl und auch Tiefgang. Es war sehr angenehm zu lesen und ich kann es nur weiterempfehlen.

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fantastisch gut

The Other Side of the Sky - Die Göttin und der Prinz von Amie Kaufman; Meagan Spooner

Nimhara und North, Himmel und Erde, Technologie und Magie, Göttin und Prinz. Viele Gegensätze prägen die Geschichte. Was sie eint, ist der Kampf ums Überleben.
Die beiden Autorinnen, Amie Kaufman und Meagan Spooner, entführen uns in eine phantastische Welt, die aus einem Unten und einem Oben besteht.

Die Story wird alternierend aus der Perspektive von Nimh, einem 15jährigen Mädchen, das Göttinnenstatus besitzt, und North, einem Prinzen aus der Wolkenwelt Alciel, erzählt. Nur aus alten Geschichten und Prophezeiungen erahnen die beiden die Welt des jeweils anderen.
Als North mit seinem Fluggleiter aus Alciel abstürzt, begegnet er Nimh, die seine Landung als die Erfüllung einer alten Prophezeiung ansieht. Als Lichtbringer soll er die Rettung für ihre Welt sein. North erhofft sich, dass Nimh ihm helfen kann, in seine Welt zurückzukehren und Informationen zu finden, die sein Reich vor dem Absturz aus dem Himmel bewahren.
Ich habe das Buch verschlungen! Es hat alles, was mein Herz begehrt! Phantasy, Magie, Action, Tiefe, Spannung und zum Darüberstreuen ein bisschen Romantik. Anfangs musste ich mich mit dem Schreibstil der Autorinnen noch etwas anfreunden, danach konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Spannung steigt zusehends an und die Story wird temporeicher. Die Hauptfiguren sind mir sympathisch und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte gefällt mir sehr gut. Die beiden Welten, in denen sie sich bewegen, werden mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Ganz leicht entstanden dabei meine Bilder im Kopf.
Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Story im zweiten Teil „Beyond the End of the World“, der im Herbst 2023 veröffentlicht wird, weiterentwickelt und wohin sie führt. Von mir kommt eine klare Leseempfehlung für alle die Phantasy mögen.

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