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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von stina23:

Jede*r verdient eine Liebesgeschichte

24 Sekunden ab jetzt von Jason Reynolds

24 Sekunden, 24 Tage, 24 Wochen und 24 Monate – in diese Zeitabschnitte teilt der Autor sein Buch und die Ereignisse in Neons Leben ein. Den Siebzehnjährigen beschäftigt eine Sache mehr als alles andere. Seine Freundin Aria und er wollten zum ersten Mal Sex haben, miteinander und überhaupt. Da tauchen sehr viele Fragen bei ihm auf, die er mehr oder weniger beantwortet bekommt.

Seine Familie spielt dabei eine wichtige Rolle und auch seine Freunde und Freundinnen lernt man dabei besser kennen und welche Meinungen und Erfahrungen sie zum und mit dem Thema Sex haben. Es kommt zu vielen offenen Gesprächen, die Neon teilweise unangenehm sind, jedoch vermitteln sie Großteils eine sehr schöne, moderne und respektvolle Einstellung zu Sex, wobei die Gefühlsebene die ihr zustehende wichtige Bedeutung bekommt. Auch wird angesprochen, welche Ratschläge die Großvatergeneration gegeben hat und Neon muss erklärt werden, was mit „sich die Hörner abstoßen“ gemeint ist. Die Eltern entkräften diesen alten Spruch, indem sie ihn mit der Realität und ihren eigenen Erfahrungen damit oder auch ohne ihn abgleichen.
Doch nicht allein Neos und Arias erstes Mal steht im Fokus dieses Buches. Im Verlauf der Geschichte wird mehr und mehr ausgezoomt. Ist am Beginn der Moment, den Neon in Arias Badezimmer verbringt und sich Gedanken über Sex macht, wichtig, wird Seite um Seite, Kapitel um Kapitel mehr von seiner inneren sowie auch äußeren Welt sichtbar. Dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen. Es lässt die Leserschaft einerseits den Siebzehnjährigen, seine Beziehung mit Aria, seine Familie und Freunde besser kennenlernen, andererseits zeigt es auch, wie es zu dem einen am Anfang des Buches einzig wichtig zu scheinenden Gedanken gekommen ist und wie das Umfeld eines Menschen ihn und seine Handlungen prägt.
Das Buch ist angenehm zu lesen, die Sprache ist Jugendlichen angepasst, kommt jedoch ohne Jugendsprache aus. Die Offenheit, mit der Neon und sein Umfeld über Sex sprechen ist für das Buch wichtig, ich bezweifle aber, dass das in der Realität oft vorkommt, und ich stelle mir die Frage, wie sehr Jugendliche mit der Geschichte etwas anfangen können. Mir haben auf jeden Fall die wertschätzenden, respektvollen und achtsamen Ratschläge, die Neon bekommt, gefallen und denke, dass es lesenswert ist.

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Stark und zart zugleich

Mo & Moritz von Julya Rabinowich

Mo hat so viel mehr als nur seinen Geburtsnamen hinter sich gelassen, als er mit seinen Eltern und Geschwistern aus seinem Land flüchten musste. Zugehörigkeit, Sicherheit und Akzeptanz fühlt er in seinem neuen Zuhause Wien nur vereinzelt. Als er aus der Schule geworfen wird, eröffnet sich für ihn in seiner Lehre als Friseur mit viel Glück ein neuer Pfad.

Einer, der für ihn jedoch auch mit vielen Hindernissen bestückt ist. Mo lernt Moritz kennen und lieben, trifft auf Menschen, die an ihn glauben und steht vor der Herausforderung, sein Selbst leben zu lernen und seinen Weg zu gehen.
Die Autorin, Julya Rabinowich, schreibt sehr einnehmend. Wie an einem Faden wird man durch die Geschichte gezogen. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und beleuchtet das Leben von Mo und Moritz über den Zeitraum von einigen Monaten. Dabei wird klar, dass in den Familien der beiden tiefliegende Traumata schwelen. Zeitnah ist es bei Mo, der unter gewaltsamen Umständen die Flucht aus seiner Heimat erleben musste und dessen Familienmitglieder damit und mit den Lebensumständen – sie wohnen in einer sehr kleinen Wohnung in einer oft voreingenommenen neuen Stadt - umgehen müssen. Moritz‘ Familie trägt das Trauma schon ein bis zwei Generationen mehr mit sich herum. Aufgrund antisemitischer Vorfälle bricht es immer wieder an die Oberfläche. Die beiden jungen Männer, die sich trotzdem für eine Beziehung entscheiden, sind eine Fackel der Hoffnung und stehen für eine vorurteilsfrei(er)e Gesellschaft. In absolutem Gegensatz dazu steht Mos Bruder. Die Autorin lässt seine radikalisierte Lebensweise mit einem Thema, das vor eineinhalb Jahren in Wien und darüber hinaus traurige Brisanz erfuhr, verschmelzen. Julya Rabinowich hat ihre Figuren wunderbar gezeichnet, gestaltet sie vielschichtig und ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Weiters lässt sie sie sich im Fortschreiten der Geschichte weiterentwickeln und bringt sie den Lesenden nahe, indem sie nahe an der Realität bleibt.
Mich hat das Buch, wie schon erwähnt, gefesselt, einen Blick in andere Lebensrealitäten ermöglicht und auch etwas Hoffnung geschenkt. Eine absolute Empfehlung meinerseits.

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Frauen in den 1930ern – ein bisschen anders und ganz viel gleich

Was vor uns liegt von Alba de Céspedes

Wie viele Bücher und die darin erhaltenen Geschichten wohl schon vergessen wurden? Das Werk „Was vor uns liegt“ von Alba de Céspedes wurde im Jahr 1938 erstmals in Italien herausgebracht und von den Faschisten sogleich wieder verboten. Durch die Neuauflage, beinahe 90 Jahre später, wird es vor dem Schicksal des Vergessens bewahrt.

Im Konvikt Grimaldi leben und studieren Frauen im Rom der 1930er. Mit dem Erhalt von Bildung erhoffen sie sich die Möglichkeit, ihr Leben freier gestalten zu können, denn die damals vorherrschenden Rollenbilder erlauben ihnen wenig Spielraum. Dieses gemeinsame Bestreben lässt die acht Frauen, die im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen, zusammen ihren Weg gehen, obwohl sie etwa Alter, Herkunft, ihr bisheriges Schicksal oder ihre Geheimnisse trennen könnten.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Sie eröffnet Stück für Stück den Zugang zu den verschiedenen Charakteren und ihren Lebenswelten. Dabei lernt man die acht Frauen mit ihren Gedanken, Sehnsüchten und Vorstellungen besser kennen und wie universell und zeitlos so vieles davon ist. Obwohl sich große Teile der Lebensumstände in den letzten fast 100 Jahren verändert haben (manches leider jedoch noch sehr ähnlich gestaltet ist), ist doch das Fühlen der Menschen und was sie an- und umtreibt, meiner Ansicht nach, noch recht gleichgeblieben. Genau in diesen Passagen fand ich das Buch kurzweilig, interessant und ansprechend.
Ich kann das Buch weiterempfehlen, da es für mich einen Ausdruck von innerer Verbundenheit von Menschen über die Zeit hinweg transportiert.
Die Idee, Bücher vor dem Vergessen zu bewahren, ist einfach großartig!

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Ein Buch für Fans und die, die es noch werden wollen

Before I met Supergirl von Rea Garvey

Rea Garvey schreibt in seinem ersten Buch über seine Kindheit, Jugend und junges Erwachsenenleben in Irland und wie ihn das nach und nach in einen Musiker verwandelt hat. Denn laut eigenen Angaben, war er, obwohl er findet, dass in jedem Iren und jeder Irin ein/e kleiner/e oder größere/r MusikerIn steckt, nicht unbedingt dafür bestimmt ein solcher zu werden.

Durch harte Arbeit, festen Glauben und einen starken Rückhalt durch seine Familie ist es ihm gelungen, seinen Weg zu gehen, seinen Traum umzusetzen und in seinem Beruf erfolgreich zu werden.
Detailreich schildert Rea Garvey, wie es für ihn war mit sieben Schwestern in Irland aufzuwachsen. Schon dabei lässt er deutlich erkennen, wie wichtig für in seine Familie ist und wie sehr in seine Eltern unterstützt und geprägt haben, besonders in seinem unerschütterlichen Glauben an Gott. Mehr Platz im Buch nimmt sein Studentenleben und seine noch nicht ganz so erfolgreiche Zeit als junger Musiker ein. Dabei schreibt er über einzelne Ereignisse sehr genau, andere Entwicklungen lässt er beinahe unter den Tisch fallen, was für mich beim Lesen teilweise schwierig wurde. Ich verlor etwas den Lesefluss und musste immer wieder zurückblättern oder suchen, wann die Ereignisse stattfanden, um im Bilde bleiben zu können. Für mich fühlte sich dieses Herumspringen so an, als ob man jemanden beim spontanen Erzählen über sein Leben zuhört. Das hat zwar auch seinen Reiz, für mich war es aber eher anstrengend zu lesen. Gut gefallen hat mir, dass sich der Musiker seiner Leserschaft gegenüber, was seinen Glauben betrifft, sehr öffnet. Auch wenn man seine Einstellung nicht teilt, erkennt man doch, wie ihn das Vertrauen auf eine höhere Macht durch sein Leben begleitet und seinen Charakter geformt hat. Denn trotz einiger schicksalhafter Begebenheiten schwingt eine gewisse Leichtigkeit und Unbekümmertheit im Text mit. Auch einiges an Humor ist darin verpackt.
Ich denke, dass Fans des Musikers mit dem Buch viel Freude haben. Für mich als „neutrale“ Leserin, war es ein nettes Buch, das mir einer Person näherbringen konnte. An mehreren Stellen in der Struktur des Buches bemerkt man, dass es Rea Garveys Erstlingswerk ist, aber auch, dass er es mit viel Herz geschrieben hat.

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Das goldene Wienerherz schlägt (zu)

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

Dieser Roman dreht sich um eine Frau, Angelika Moser, die Beträge in Millionenhöhe von ihrem Arbeitgeber, einem renommierten Wiener Hotel, veruntreut und dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird.
In Anlehnung an einen realen Kriminalfall, der vor einigen Jahren in Wien stattgefunden hat, schreibt Vea Kaiser über das Leben und das Motiv der Frau.

Geschickt bindet sie Besuche bei der Inhaftierten im Gefängnis ein, verweist auf ihre eigene Mutterschaft, erwähnt die Corona-Pandemie, usw., sodass die erfundene Geschichte doch auch sehr mit der Realität kokettiert. Dieser Erzählweg hat mich angesprochen und mich gut unterhalten.
Auch schafft es die Autorin ein Wien zu zeigen, dass sehr nahe am Original ist, und das über Jahrzehnte hinweg. So werden einige kultige Schauplätze, wie zum Beispiel die Diskothek U4, oder das Aufwachsen im Gemeindebau mit einer manchmal brutalen Ehrlichkeit und Genauigkeit und doch auch immer mit einem Augenzwinkern beschrieben. Noch mehr als die Schauplätze haben es mir die großen und kleinen (Rand-)Figuren angetan. Mit großer Beobachtungsgabe und dem Blick für das Essentielle zeichnet die Autorin Menschen, wie es sie wirklich gab und gibt, besonders, aber nicht nur, in Wien. Charaktere aus vielen Gesellschaftsschichten werden abgebildet und dabei werden die Unterschiede herausgehoben und kritisch beleuchtet. Bei all dem wird man sehr gut unterhalten, denn mit vielschichtigem Humor wird man durch die Geschichte und den Werdegang von Angelika Moser getragen. Obwohl diese eigentlich nicht zum Lachen sind und die Frau eine bemitleidenswerte Historie hat, wird mit Humor dazu beigetragen, dass genau das nicht passiert, nämlich Angelika als Opfer zu sehen. Das entspricht dem, was im Sinne der zu Gefängnis verurteilten Frau ist. Sie ist kein Opfer, hat ihr Leben und Schicksal selbst in die Hand genommen und lebt mit den Konsequenzen.
Vea Kaiser versteht es klug, interessant und mit Humor zu schreiben und Geschichten zu konstruieren, die gleichzeitig fesselnd sind, nachdenklich machen und unterhalten.

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Krimi-Horror-Mystery für Kinder

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad von Kristina Ohlsson

In Heidis Leben geht es gerade turbulent zu. Ihre Eltern ließen sich scheiden, die Mutter lebt im Ausland, die Frau ihres Vaters ist schwanger und ihr Haus wurde trotz finanzieller Notlage umgebaut, nur nicht fertiggestellt. Außerdem geht es ihrer Großmutter gesundheitlich nicht gut. Da kommt es dem Mädchen gerade recht, dass ein Riesenrad am Campingplatz ihres Ortes, Hovenäset, aufgestellt wird.

Sie hat vor, so viel Zeit wie möglich mit ihren Freunden Harry und Alva dort zu verbringen und den Sommer zu genießen. Doch es geschehen komische Dinge in ihrem Haus und in Hovenäset. Der neue Mieter und Besitzer des Riesenrads verhält sich eigenartig, im Haus scheint es zu spuken und die verwirrte Großmutter erzählt von einem grausigen Ereignis, das schon viele Jahrzehnte her ist, vor dessen Wiederholung sie sich jedoch unheimlich fürchtet. Heidi und ihre Freunde müssen all dem auf den Grund gehen.
Die Autorin schreibt in einem leicht und angenehm zu lesenden Stil. Ich denke, dass die angesprochene Leserschaft (ab 11 Jahren) damit gut zurechtkommt. Auch der Zusammenhalt der FreundInnen ist ein Thema, das die Altersgruppe ansprechen kann, genauso, wie die differenziertere Sicht der Kinder auf die Erwachsenen, die sich in diesem Alter stärker entwickelt.
In der Geschichte geht es auch gruselig zu. Spannung wird gut aufgebaut, zwar mit recht üblichen Mitteln, wie Gewitter, Dunkelheit, zwielichtigen Personen, unerklärlichen Geräuschen und so weiter, aber junge LeserInnen kennen diese Erzählmittel noch weniger als Erwachsene und können vielleicht nicht schon erahnen, was noch kommen könnte.
Etwas zu viel wurde mir der Plot, der eine brutale Geschichte aus der Vergangenheit beinhaltet, in der ein Vater verrückt wird und seine Kinder anzündet. Ich halte das weniger geeignet für Kinder, bzw habe auch ich auch nicht ganz verstanden, warum gerade so eine Handlung gewählt wurde. Heidi hätte auch auf andere Weise erkennen können, dass ein kleines Geschwisterchen etwas Schönes sein kann. Mich würde wirklich interessieren, was junge Menschen dazu sagen…
Ich habe mich nett gegruselt, mochte den Schreibstil und die jungen Protagonistin, bin jedoch was die Handlung betrifft etwas skeptisch. 3,5 Sterne wären es und ich runde auf 4 auf.

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Ein leises Buch mit wichtiger Botschaft

Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter

Hannah braucht eine Auszeit. Sie hat zwar oberflächlich gesehen das perfekte Leben, einen gutbezahlten Job, den sie gut macht, sehr gute Freunde, Eltern, mit denen sie sich versteht, eine schmucke Wohnung, doch das alles fühlt sich nicht so perfekt für Hannah an. Also mietet sie sich für ein Wochenende ein kleines Häuschen an einem See.

Dort will sie abschalten und, wie sie es nennt, ihre Batterien neu aufladen. Schon bald macht sie die Bekanntschaft von Sophie, einem kleinen Mädchen, das in der Nähe des Häuschens wohnt. Durch die Gespräche und Unternehmungen mit Sophie, aber besonders durch die lebensfrohe Art des Kindes, wird in Hannah viel ausgelöst, das sie aus alten Denkmustern ausbrechen und für sich neue Ziele finden lässt.
Ina Bhatter schreibt vom Leben und das macht sie in einer unaufgeregten und vor allem einnehmenden Weise. Ihr Text ist sehr angenehm zu lesen und es wird viel Wert auf die vermeintlich kleinen Dinge und leisen Töne gelegt. Dieses Buch wird von der Hannahs emotionaler Reise und ihren Beobachtungen und Erlebnissen mit und ohne Sophie getragen. Dabei konnte ich mich des Öfteren wiederfinden und der Autorin zustimmen. In der Geschichte sind so viele kleine Weisheiten versteckt, die zwar meist nicht neu sind, aber an ich gerne erinnert wurde. In Sophie hat Hannah eine Lehrmeisterin gefunden. Mit ihr durfte sie sich daran erinnern, wie es ist, das Leben noch als großes Abenteuer und Wunder zu sehen. Dem gegenüber steht die Stimme von Hannahs „innerer Kritikerin“ und ich fand es sehr interessant, wie die sich im Laufe des Buches entwickelt.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl mit Hannah in dem kleinen Haus am See zu sitzen und mit ihr die Gedanken zu teilen, ihre Trauer zu fühlen und gemeinsam mit ihr, neuen Tatendrang zu verspüren. Danke für dieses kleine Juwel!

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Schule ist unheimlich – besonders in diesem Buch

Dread Wood. Tödliches Nachsitzen von Jennifer Killick

Ich muss hier gleich einen SPOILER (ist auch am Cover ersichtlich, wenn man genau hinsieht) loswerden:
Für Menschen, die keine Spinnen mögen, könnte dieses Buch die falsche Wahl sein. Mein Kind war allein von der Erzählung über die Handlung des Buches erschrocken und es hat sich geekelt. Natürlich muss es nicht allen Leser*innen so ergehen (das andere Kind sieht die Sache ganz anders), aber ich halte diese Information für wichtig.

Am Wochenende in der Schule nachsitzen – ein absoluter Horror für die vier ProtagonistInnen. Eigentlich eint sie nicht viel, außer einem Verstoß, der ihnen diese Strafe eingebracht hat und die Tatsache, dass sie in derselben Schulstufe sind. Der 12-jährige Angelo trifft mit den Gleichaltrigen Gus, Hallie und Naira in der Schule auf den Hausmeister und ihren Lehrer. Bei einem gemeinsamen Projekt sollen sie unter anderem Respekt lernen und ihre Sozialkompetenzen stärken. Doch schon bald gehen auf dem Schulgelände unheimliche Dinge vor sich. Als dann auch noch der Lehrer in einem Loch im Boden verschwindet, wird aus dem Nachsitzen eine Frage des Überlebens. Dabei lernen sich die Jugendlichen besser kennen und merken, dass viel mehr in ihnen allen steckt, als sie von sich selbst und den anderen erwartet hätten.
Die Geschichte wird aus Angelos Sicht in der ersten Person erzählt. Dadurch kommt man rasch an ihn und seine Persönlichkeit heran. Die Perspektive eines Jugendlichen ist gut umgesetzt. Nach und nach lernt man die ProtagonistInnen und ihre Lebensumstände besser kennen. Die Themen Zusammenhalt, Mut und Freundschaft stehen im Mittelpunkt der Geschichte ebenso wie die Akzeptanz von Unterschieden. Etwas fantastisch wird es auch noch, als man die lauernde Gefahr kennenlernt. Dabei wird, wie es für die junge Leserschaft auch passend sein kann, scharf zwischen Gut und Böse unterschieden. Der doch eher brutale Umgang mit der unheimlichen Gefahr hat mir nicht so gut gefallen. Die junge, frische Sprache und den Humor, den die Autorin den Charakteren in den Mund legt, fand ich erfrischend und das Buch ließ sich leicht und angenehm lesen.

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Über Jahrhunderte hinweg verbunden

Unbeugsam wie die See von Emilia Hart

1800: Die Zwillingsschwestern Mary und Eliza werden verurteilt, einen Mann attackiert zu haben. Sie werden deshalb mit einem Gefangenenschiff von Irland ins Exil nach New South Wales deportiert. Die Überfahrt und die Aussicht darauf, was weibliche Sträflinge in Australien erwartet, ist für die jungen Frauen eine pure Folter.

1982: Ein Baby wird verlassen in einer Höhle am Meer gefunden. Der Retter des neugeborenen Mädchens, Baby Hope genannt, und seine Frau nehmen das Kind glücklich als ihres an. Sie müssen sich aber auch mit den Verleumdungen der australischen Presse auseinandersetzen.
2019: Lucy wird beim Schlafwandeln einem Kommilitonen, mit dem sie eine kurze Beziehung hatte, gegenüber gewalttätig. Sie flieht von der Uni, um bei ihrer Schwester Schutz zu suchen, da sie bemerkt, dass sie, obwohl sie von dem Mann im Internet bloßgestellt und daraufhin gemobbt wurde, keine Unterstützung erfährt.
Die drei Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt. Jeder für sich ist einnehmend und spannend. Die Frauen müssen jeweils in ihrer Zeit unheimlich viel Stärke beweisen, da sie sich patriarchalen Machtsystemen ausgeliefert sehen. Langsam werden die Geheimnisse, die die Frauen mit sich tragen, beleuchtet und gleichzeitig wird ersichtlich, wie sie und ihre Erlebnisse über die Jahrzehnte und Jahrhunderte miteinander verwoben sind. Schlussendlich entfaltet sich eine wunderschön erzählte Geschichte, in der ein Hauch Mystik mitschwingt und in der das Meer ein verbindendes Element ist. Seine Kraft, Schönheit, Sanftheit gepaart mit Rohheit und Ursprünglichkeit steht für die Frauen, die Weiblichkeit, die Unbeugsamkeit.
Mich konnte die Autorin von den ersten Seiten an begeistern. Sie findet schon im Vorwort sehr schöne respektvolle Worte. Der Schreibstil war für mich ausgesprochen angenehm und flüssig zu lesen und Emilia Hart findet die passenden Worte für die verschiedenen Epochen, von denen sie schreibt. Ihr Buch war eines von denen, die mich fesselten und das ich kaum weglegen konnte. Der Mix aus Fiktion, angelehnt an historische Ereignisse und dem Mystischen, Sagenhaften hat mit sehr gut gefallen. Für mich ein sehr gelungenes Buch!

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Düster und interessant

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht. von Yorick Goldewijk

Eine Unbeseelte zu sein bedeutet für 8 ein fremdgesteuertes Leben zu führen. Ihr Tag ist genau strukturiert, monoton und überwacht. Von morgens bis abends wird sie von „Evi“ indoktriniert, immer zu dienen, ohne zu hinterfragen. 8 ist eine von vielen, die sich alle gleichen jedoch keinen Kontakt zueinander haben.

Ihr einziges Ziel ist es, ihre Stadt Surdus verlassen zu dürfen, um den Beseelten dienen zu dürfen. Doch ist es das wirklich? 8 kann sich mit ihrem Dasein und ihrer Aufgabe nicht abfinden, sie hinterfragt und will nicht immer gehorchen. Sie träumt von Dingen, die sich noch nie gesehen hat, liebt es, die Sonne auf ihrer Haut zu fühlen, möchte ihre Gedanken mit jemandem besprechen und hat ganz einfach das starke Verlangen, richtig zu leben, zu erleben. Da entdeckt sie eines Tages eine Gleichgesinnte. 8 trotzt allen Gefahren, um mit 1000 in Kontakt zu treten und hofft, dass sich mit ihr alles verändern wird.
Das Buch mit zirka 150 Seiten ist trotz seiner „Kürze“ sehr aussagekräftig. Der Autor schafft es von Beginn an, 8 spürbar zu machen. Ihre innere Zerrissenheit, ihr Wunsch nach mehr Leben und einer Beziehung zu einem anderen Wesen bringt sie einem schnell näher. Vieles bleibt lange ein Rätsel und wirft Fragen auf, dennoch kann man mit 8 mitfühlen und wünscht ihr, dass sie es schafft, ihre Situation zu verändern. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und auch für die jüngere Leserschaft sicher adäquat. Was den Inhalt betrifft, bin ich mir nicht so sicher. Mir hätte mit zwölf Jahren wahrscheinlich etwas an Klarheit und Greifbarkeit im Ablauf der Geschichte gefehlt und die Story hätte mich eher verwirrt. Als erwachsene Leserin finde ich gerade den Spielraum für eigene Interpretationen interessant. Das Buch regt zum Nachdenken an und ließ diese Gedanken bei mir noch etwas nachhallen. Auch die Düsternis, die in der Geschichte eigentlich immer präsent ist, ist sicher nicht für alle jungen Lesenden passend.
Ich mochte den Schreibstil, fand die Geschichte interessant und ungewöhnlich und sie ließ mich nicht gleich wieder los. Ich würde sie jedoch erst älteren Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen.

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