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Rezensionen von KimVi:
Unterhaltsamer Regency-Liebesroman
Wie man sich einen Lord angelt von Sophie Irwin
Als Kitty Talbots Vater stirbt, hinterlässt er seinen Töchtern ein marodes Haus und jede Menge Schulden. Kitty muss nun nicht nur die Verantwortung für ihre vier Schwestern übernehmen, sondern versuchen, die Schulden zu tilgen, damit die Schwestern zusammen aufwachsen können und nicht im Armenhaus landen.
Eigentlich sollte Kittys Verlobter ihr zur Seite stehen, doch der lässt sie eiskalt sitzen. Kitty weiß, dass es nur einen Weg gibt, die Situation zu meistern: Sie muss an der Ballsaison in London teilnehmen und sich dort einen reichen Mann angeln. Der Plan scheint auch recht schnell aufzugehen, doch dann kommt der ältere Bruder ihres Auserwählten in die Stadt und der durchschaut Kittys Plan sofort.....
"Wie man sich einen Lord angelt" ist ein unterhaltsamer Regency-Liebesroman. Man kann mühelos in die vergangenen Zeiten eintauchen und Kitty Talbots Versuch, sich einen reichen Mann zu angeln, amüsiert beobachten. Fans von "Bridgerton" dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Die Hauptprotagonistin ist hübsch, schlagfertig, etwas dreist und äußerst gerissen, wenn es darum geht, Männer zu umgarnen. Das klingt zugegebenermaßen nicht wirklich sympathisch, doch genau das ist Kitty Talbot. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, denn sie tut einfach alles dafür, ihre Schwestern zu versorgen. Um ans Ziel zu gelangen, schreckt sie auch vor Erpressung nicht zurück und liefert sich mit Lord Radcliffe, der seinen Bruder aus ihren Fängen retten will, schlagfertige Wortgefechte.
Beim Lesen kann man sich entspannt zurücklehnen und die Ballsaison genießen. Die Beschreibungen sind einfach gelungen, da man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst, wodurch alles noch authentischer wirkt.
Ein Regency-Liebesroman, der äußerst unterhaltsam ist.
Spannender Nordsee-Krimi
Akte Nordsee - Am dunklen Wasser von Eva Almstädt
Die Rechtsanwältin Fentje Jacobsen betreibt ihre Kanzlei vom Bauernhof ihrer Großeltern aus. Nebenbei kümmert sie sich um die Großeltern, ihre pubertäre Nichte und erledigt anfallende Arbeiten auf dem Hof. Dabei stolpert sie eines Morgens über einen Mann, dem jegliche Erinnerung an die vergangenen Stunden fehlt.
Fentje beschließt, den Mann zu seinem Auto zu bringen, das er bei seiner Freundin abgestellt hat. Doch dort erleben die beiden einen Schock, denn sie finden die junge Frau erhängt in ihrem Garten. Für die herbeigerufene Polizei rückt der Freund der Toten schnell ins Zentrum der Ermittlungen. Deshalb bittet er Fentje darum, als seine Anwältin tätig zu werden...
Auch in diesem Nordsee-Krimi gelingt es der Autorin Eva Almstädt, Handlungsorte und Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein. Deshalb kann man sich von Anfang an auf die Handlung einlassen. Zunächst lernt man die Hauptcharaktere näher kennen. Fentje und ihre Familie wirken dabei so authentisch, dass man einige Male unverhofft schmunzeln muss, da die Großeltern offenbar der Ansicht sind, dass Fentje unbedingt einen Mann braucht. Der Journalist Niklas John, der ebenfalls ein großes Interesse an dem rätselhaften Tod der jungen Frau hat und über den Fall berichtet, wirkt sympathisch.
Auch wenn Fentje Jacobsen und Niklas John sich auf Anhieb nicht gerade besonders sympathisch sind, erkennen sie schon bald, dass sie gemeinsam agieren müssen, wenn sie den wahren Hintergründen, die zum Tod der jungen Frau geführt haben, auf die Schliche kommen wollen. Denn beide sind sich einig, dass die Polizei nur in eine Richtung ermittelt. Die Nachforschungen der beiden sind durchgehend interessant. Man rätselt mit und versucht die Hinweise, die die beiden zusammentragen, richtig einzuordnen. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn es gibt einige Überraschungen, die für durchgehend spannende Lesestunden sorgen.
Ein gelungener Nordsee-Krimi, bei dem man dazu angeregt wird, eigene Überlegungen anzustellen. Die beiden Hauptcharaktere wirken sehr sympathisch und die Hintergrundkulisse äußerst authentisch. Deshalb bleibt zu hoffen, dass Fentje Jacobsen und Niklas John bald wieder gemeinsam ermitteln.
Spannender Pageturner!
Kaltherz von Henri Faber
Nur etwa 8 Minuten hat Clara ihre fünfjährige Tochter Marie im verschlossenen Auto gelassen, um kurz auf die Toilette zu gehen. Doch als Clara zurück zum Wagen kommt, ist Marie verschwunden. Als Kommissarin Kim Lansky in die Vermisstenabteilung wechselt, übernimmt sie den Fall. Ihre ungewöhnlichen Ermittlungen führen schließlich dazu, dass sich erste Spuren ergeben.
Lansky ahnt nicht, welche Ereignisse sie damit in Gang setzt....
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Kommissarin Lansky, Mutter Clara Lipmann und Vater Jakob Lipmann erzählt. Außerdem kommt gelegentlich die kleine Marie zu Wort. Da die Kapitel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt die Orientierung leicht. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man genaue Einblicke in die Gedanken, Beobachtungen und Handlungen der unterschiedlichen Hauptcharaktere.
Da die Wechsel zudem geschickt angelegt sind, wird bereits früh ein hohes Tempo vorgelegt. Auch wenn die ständigen Wechsel zunächst verwirrend wirken, gerät man unmittelbar in den Sog der Ereignisse. Denn man stellt sich schnell die Frage, wie wohl alles zusammenhängen mag und ob einer der Hauptcharaktere vielleicht nicht ganz ehrlich ist oder etwas verschweigt. Doch man kann die kleinen Puzzleteilchen, die nach und nach zusammengetragen werden, zunächst nicht zusammensetzen. Denn irgendwie scheint sich kein stimmiges Bild zu ergeben. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man die eigenen Überlegungen oft überdenken muss. Der Fall ist äußerst rätselhaft, denn hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb wird man von dem hohen Tempo förmlich durch das Buch getrieben. Die Spannung ist allgegenwärtig, wodurch man diesen Thriller nicht aus der Hand legen mag. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das weitere Überraschungen bereithält.
Ein spannender Pageturner, den man geradezu atemlos verschlingt!
Spannende Ermittlungen
Der Rätselmann von Elias Haller
Der ehemalige Polizeipräsident wird ermordet aufgefunden. Seine Leiche ist nackt und von rostigen Nägeln durchbohrt. Da außerdem eine Postkarte, auf der ein chiffrierter Text steht, an der Leiche gefunden wird, setzt der Kryptologe Arne Stiller alles daran, das Rätsel zu lösen. Doch das ist nicht so einfach, denn der Täter scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
"Der Rätselmann" ist bereits der vierte Fall für den Kryptologen Arne Stiller, der bei seinen Ermittlungen von seiner Kollegin Inge Allhammer unterstützt wird. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat.
So, wie man es von den Thriller des Autors kennt, befindet man sich auch bei diesem Band wieder sofort mitten im spannenden Geschehen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die häufig an entscheidenden Stellen wechseln, wodurch früh ein hohes Tempo aufgebaut wird. Außerdem gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit einer geheimnisvollen Person. Doch um wen es sich handelt, erfährt man zunächst nicht. Im Verlauf der Handlung beginnt sich dieser Erzählstrang nach und nach mit dem aktuellen Geschehen zu verknüpfen.
Arne Stiller hat es dieses Mal mit einem ganz besonderen Rätsel zu tun, das ihn beinahe an seine Grenzen bringt. Denn der geheimnisvolle Rätselmann versteht es, seine chiffrierten Texte gekonnt zu verschlüsseln. Die Enigma spielt eine entscheidende Rolle. Deshalb erfährt man hier ganz nebenbei einiges über die Verschlüsselungsmaschine und ihre Besonderheiten. Das bremst die Spannung zwar zuweilen etwas aus, gibt den Rätseln allerdings einen ganz besonderen Reiz. Der Fall selbst ist nicht so leicht zu durchschauen. Genau wie Arne Stiller, tappt man fast bis zum Schluss im Dunkeln. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale!
Ein spannender Fall, bei dem Arne Stiller fast an seine Grenzen kommt!
Wahnsinnig spannend!
Flug 416 von T. J. Newman
Der Start von Coastal Airways Flug 416 verläuft planmäßig. Kapitän Bill Hoffman stellt sich auf einen Routineflug ein. Doch dann erhält er einen Anruf: Ein Entführer ist in sein Haus eingedrungen und hält seine Frau und seine Kinder gefangen. Er droht, die Familie umzubringen, wenn Bill nicht das tut, was der Entführer verlangt.
Und das ist für Bill eigentlich undenkbar, denn er soll das Flugzeug, das fast 150 Menschen an Bord hat, zum Absturz bringen. Der Entführer verlangt, dass Bill Stillschweigen bewahrt. Andernfalls wird seiner Familie sofort etwas passieren. Der Entführer droht, sofort davon zu erfahren, falls Bill sich nicht daran hält, da sich ein Komplize an Bord befindet. Bill weiß nicht, was er machen soll und wem er eigentlich vertrauen kann. Doch der Entführer verlangt, dass Bill sich bald entscheidet....
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und beginnt zunächst eher gemächlich. Doch das ändert sich schnell, denn schon bald kann man sich dem nervenaufreibenden Geschehen kaum noch entziehen. Die Wechsel der Perspektiven sind geschickt angelegt. Da sie häufig an entscheidenden Stellen erfolgen, wird recht früh ein hohes Tempo aufgebaut.
Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Charaktere so lebendig, dass man schon beinahe das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Die Anspannung ist förmlich spürbar. Genau wie Bill selbst, weiß man nicht, wem man vertrauen kann. Da man im Verlauf der Handlung einige Überraschungen erlebt, steigt die Spannung stetig an. Es ist beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt erfahren möchte, wer und was hinter dem Ganzen steckt und wie es Bill eigentlich gelingen soll, einen Ausweg zu finden. Denn die Entführer scheinen an alles gedacht zu haben.
Ein wahnsinnig spannender Thriller, den man, einmal angefangen, nur ungern aus der Hand legen mag!
Gefühlvoller Liebesroman
Beyond Now von Abby Brooks
Schon im Grundschulalter war Caleb klar, dass er seine beste Freundin Maisie Brown einmal heiraten wird. Doch das Leben hat die beiden auseinandergerissen. Caleb glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er Maisie plötzlich in einer Bar trifft. Denn Maisie ist für eine Woche in ihre alte Heimat zurückgekehrt, um Urlaub zu machen.
Calebs Gefühle sind sofort wieder da. Allerdings ist ihm klar, dass die mittlerweile beruflich sehr erfolgreiche Maisie nach dieser Woche wieder abreisen wird....
"Beyond Now" ist bereits der dritte Band einer Liebesroman-Reihe um die Hutton-Family. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen aber auch dann mühelos folgen, wenn man die Vorgänger nicht gelesen hat. Fans der Reihe dürfen sich allerdings über ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Familienmitgliedern freuen.
In diesem Band stehen Caleb und Maisie im Zentrum der Ereignisse. Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht der beiden, geschildert. Dadurch kann man nicht nur ganz in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern beobachtet außerdem, wie sie aufeinander wirken.
Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin nicht nur hervorragend, die Charaktere lebendig wirken zu lassen, sondern die Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich ganz auf die gefühlvolle Liebesgeschichte der beiden einlassen. Diese wirkt authentisch, da man die Beweggründe von Caleb und Maisie nachvollziehen kann. Das Ganze wirkt in keinem Moment übertrieben oder gar kitschig. "Beyond Now" ist ein Liebesroman mit Wohlfühlcharakter, der zum Mitfiebern einlädt.
Spannender Provence-Krimi
Trügerische Provence von Pierre Lagrange
Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc besucht mit seiner zukünftigen Frau ein Konzert. Doch das Event fällt aus, da eine angesehene Musikerin nicht zum Auftritt erscheint. Ihr Lebensgefährte wird tot im Hotelzimmer aufgefunden. Die Musikerin und ihr wertvolles Instrument sind verschwunden. Caterine Castel und Alain Theroux nehmen die Ermittlungen auf.
Obwohl Leclerc eigentlich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, kann er es mal wieder nicht lassen, seine ehemaligen Kollegen zu unterstützen. Gemeinsam mit seinem Mops Tyson begibt er sich auf Spurensuche und gerät dabei in tödliche Gefahr...
"Trügerische Provence" ist bereits der siebte Fall, den der pensionierte Ermittler, gemeinsam mit Mops Tyson, in seinem Ruhestand verfolgt. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einfließen lässt. Es gibt zwar Nebenhandlungen, die sich durch die Reihe ziehen, doch diese nehmen nicht zu viel Raum ein und werden zudem noch schlüssig eingeflochten, wodurch man dem Ganzen auch ohne Vorkenntnisse folgen kann.
Die Handlung beginnt mit einem wahren Paukenschlag, denn man beobachtet eine Szene, in der ein älterer Mann in großer Gefahr schwebt und hat den Verdacht, dass es sich um Albin Leclerc handeln könnte. Danach springt man in der Zeit zurück und beobachtet die Ereignisse, die zur Anfangsszene führen. Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei Albin Leclerc größtenteils im Zentrum der Ereignisse steht.
Auch in diesem Band gelingt es Pierre Lagrange wieder hervorragend, die sommerliche Provence zum Leben zu erwecken. Man hat beinahe das Gefühl, selbst vor Ort zu sein, die heißen Temperaturen zu spüren und die einzigartigen Gerüche wahrzunehmen. Auch die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sie beim Lesen vor Augen hat. Ganz nebenbei erfährt man einiges über die Musikfestivals, Veranstaltungsorte, die Musiker und ihre Instrumente. Diese Informationen fließen gekonnt in die Handlung ein. Leider hat man stellenweise das Gefühl, dass einiges etwas zu detailliert beschrieben wird, wodurch man zuweilen in Versuchung gerät, die entsprechenden Passagen zu überspringen, um endlich mit dem Fall voranzukommen. Denn der hat es wirklich in sich. Zunächst hat man keine Ahnung, in welche Richtung sich alles entwickeln wird. Die Ermittlungen wirken authentisch und durchgehend interessant. Immer wenn man meint, dass man nun auf der richtigen Spur ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man umdenken muss. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das man geradezu atemlos verfolgt.
Wieder ein gelungener Fall für Leclerc und Tyson. Die beiden bilden einfach ein unschlagbares Team und es macht Spaß, ihren Dialogen zu folgen. Der Fall selbst hält einige Überraschungen bereit und ist deshalb empfehlenswert.
Rasant, rabenschwarz und kaum vorhersehbar
Bullet Train von Kotaro Isaka
Im japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der von Tokio startet, finden sich einige Killer, ohne zunächst voneinander zu wissen, ein. Tangerine und Lemon haben gerade den entführten Sohn eines gefürchteten Gangsterbosses befreit und sollen ihn und einen geheimnisvollen Koffer sicher zur Endstation geleiten.
An sich kein Problem für die beiden, doch dann verschwindet nicht nur der Koffer, sondern das befreite Entführungsopfer sitzt plötzlich tot auf seinem Platz. Außerdem befindet sich der vom Pech verfolgte Nanao an Bord, der ebenfalls einen Auftrag auszuführen hat. Kimura hat ganz andere Ziele, denn er ist im Zug auf der Suche nach dem Jungen, der seinen kleinen Sohn vom Dach eines Kaufhauses gestützt hat und wird von seiner Rache angetrieben. Der Prinz ist dieser Junge, doch er hat das Erscheinen von Kimura erwartet und seine Vorkehrungen getroffen. Mit der Abfahrt des Zugs beginnt ein wahrer Höllentrip...
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, da die Killer abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Dadurch bekommt man einen guten Überblick über die Gesamthandlung und erfährt von den unterschiedlichen Gründen, die dazu geführt haben, dass alle in einem Zug sitzen. Da sich alle gegenseitig in die Quere kommen, verknüpfen sich die Stränge zuweilen miteinander.
Mit der Abfahrt des Zugs ist man vom ersten Moment an mitten im Geschehen. Da alles detailliert und lebendig beschrieben wird, hat man sofort das Gefühl, selbst im Zug zu sitzen und einen rasanten Action-Film zu beobachten. Man fasst spontane Sympathien zu einzelnen Charakteren und hasst andere abgrundtief. Deshalb verfolgt man gebannt, wie die Protagonisten versuchen, ihre Aufträge zu erfüllen. Dabei kommt es nicht nur zu spannenden, sondern auch rabenschwarzen, geradezu skurrilen Situationen, bei denen man ganz besondere Wortgefechte genießen kann. Die Story wirkt kaum vorhersehbar, da es immer wieder zu unterwarteten Ereignissen kommt, auf die sich die Killer entsprechend einstellen müssen. Im Verlauf der Handlung stapeln sich deshalb auch die Leichen, wodurch man sich fragt, wie das alles wohl enden mag. Das Ganze gipfelt in einem spannenden Finale, das selbst am Ende noch überraschen kann.
Rabenschwarze Action, rasant erzählt! Einmal angefangen, mag man diese ganz besondere Story nicht mehr aus der Hand legen.
Spannender Pageturner!
Oxen. Noctis von Jens Henrik Jensen
Margrethe Franck wird vom PET abgestellt, um die Morde an Kriegsveteranen, die von einem Heckenschützen getötet wurden, zu untersuchen. Dort stößt auch Oxen zu ihr, der vom ehemaligen PET-Chef Mossmann überredet werden konnte, die Ermittlungen zu unterstützen. Obwohl die beiden jedem noch so kleinen Hinweis nachgehen, tappen sie zunächst im Dunkeln.
Immer wieder kreuzt dabei die junge Polizistin Sally Finnsen, die eigentlich der Fahndungsabteilung angehört, ihren Weg. Sally scheint ein ganz besonderes Interesse an den Morden zu haben und Franck ist entschlossen, herauszufinden, warum das so ist. Plötzlich ist Oxen verschwunden. Margrethe Franck weiß, dass ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt....
"Noctis" ist bereits der fünfte Band um den hochdekorierten und traumatisierten Ex-Soldaten Niels Oxen. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Allerdings kann man die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren Niels Oxen, Margrethe Franck und Axel Mossmann besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält, da die Protagonisten im Verlauf der Serie einiges erlebt haben.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da diese häufig an entscheidenden Stellen wechseln, gerät man relativ früh in den Sog der Ereignisse. Man möchte unbedingt erfahren, welches Motiv hinter den geheimnisvollen Morden steckt und wer dafür verantwortlich ist. Doch das ist gar nicht so leicht zu entschlüsseln, denn es gibt einige Rätsel zu lösen. Immer, wenn man meint, dass man den Hintergründen nun auf der Spur ist, gibt es überraschende Wendungen. Hier ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint und schon bald weiß man nicht mehr, wem man vertrauen oder glauben kann.
Die Spannung baut sich zwar zunächst gemächlich auf, ist aber dennoch allgegenwärtig, denn der Autor versteht es, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat und sich ganz auf die Ermittlungen einlassen kann. Mit dem Verschwinden von Oxen nimmt der Fall eine vollkommen unerwartete Wendung, die für Spannung sorgt und nicht nur den Leser, sondern auch Oxen, in tiefste menschliche Abgründe blicken lässt. Oxens Erlebnisse in der Gefangenschaft und Francks verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, Oxen lebend zu finden, sorgen für atemberaubende Spannung. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das man atemlos verfolgt.
Eine spannende Fortsetzung, die man bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen kann.
Spannender Spreewald-Krimi
Verlassen von Christiane Dieckerhoff
Dieses Mal hat es Kommissarin Klaudia Wagner mit einer Vermissten zu tun. Die Kinder einer Touristin aus Ruhrgebiet bitten die Polizei um Hilfe, da ihre Mutter verschwunden ist. Klaudia geht der Sache nach, doch zunächst gibt es keine Spur. Dann findet der Förster eine Frauenleiche. Es handelt sich tatsächlich um die vermisste Frau.
Die Spurensicherung entdeckt in der Nähe des Fundorts einen Fahrradhelm. Kollege Demel erkennt den Helm sofort, denn er gehört seinem Sohn. Demel ist entsetzt, denn was kann sein vierzehnjähriger Sohn mit der toten Frau zu tun haben? Demel wird sofort von der Ermittlungen ausgeschlossen. Klaudia Wagner versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Schon bald stellt sich heraus, dass die vermisste Dortmunderin eigentlich aus dem Spreewald stammt...
"Verlassen" ist bereits der siebte Fall, in dem Klaudia Wagner im Spreewald ermittelt. Es handelt sich um den dritten Band, der im Aufbau Verlag erscheint, die vorherigen Teile erschienen im Ullstein Verlag. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen sicher auch ohne Vorkenntnisse folgen. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man die Ermittlungen. Es gibt aber auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit von zwei Kindern, die offenbar zum Zeitpunkt der Wende von ihrer Mutter verlassen wurden. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant und verknüpfen sich im Verlauf der Ereignisse miteinander.
Christiane Dieckerhoff gelingt es auch bei diesem Krimi wieder hervorragend, das ganz besondere Flair des Spreewalds einzufangen und zu vermitteln. Man meint beinahe, selbst vor Ort zu sein und kann sich deshalb mühelos auf die Handlung einlassen. Der Fall selber ist nicht nur interessant, sondern wird von Seite zu Seite spannender. Denn es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen, die man kaum vorhersehen kann. Dadurch wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen und versucht, den Tod der Frau aufzuklären. Zum Ende hin laufen die Handlungsfäden schlüssig zusammen, sodass keine Fragen offen bleiben.
Wieder ein spannender Fall für Klaudia Wagner, der durch spannende Ermittlungen und eine authentische Hintergrundkulisse überzeugt.











