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Rezensionen von KimVi:

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Die falsche Zeugin von Karin Slaughter

Die Schwestern Leigh und Callie hatten eine schwere, von Gewalt geprägte Kindheit. Leigh hat alles daran gesetzt, ihrem früheren Umfeld zu entkommen und ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin, während Callie an der Nadel hängt. Eines Tages wird Leigh zu einem ihrer obersten Chefs beordert. Ein Mandant hat ausdrücklich verlangt, dass Leigh ihn vertritt.

Sie kann sich zunächst nicht erklären, warum er ausgerechnet sie ausgewählt hat. Doch schon bald stellt sich heraus, dass er ein schreckliches Geheimnis aus der Kindheit der beiden Schwestern kennt und droht, es an die Öffentlichkeit zu bringen, wenn Leigh den Prozess für ihn nicht gewinnen kann.

Die Handlung trägt sich auf zwei Zeitebenen zu. Im aktuellen Handlungsstrang verfolgt man, wie Leigh langsam erkennt, mit wem sie es zu tun hat und wie sie versucht, ihren Gegner, der ihr immer den entscheidenden Schritt voraus ist, zu stoppen. Es gibt außerdem immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Schwestern.

Bei diesem Thriller gibt es keine langsame Eingewöhnungszeit. Man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet den Abend in der Vergangenheit, der etliche Leben entscheidend verändern wird. Dabei spürt man von Anfang an eine angespannte und aufgeladene Atmosphäre. Dadurch gelingt der Einstieg nicht nur mühelos, sondern die Spannung ist außerdem sofort spürbar.

Leider kann diese nicht durchgehend gehalten werden. Denn zuweilen verliert sich die Erzählung in ausufernden Beschreibungen. Die Handlung trägt sich in der Zeit der Corona-Pandemie zu. Es wirkt zwar realistisch, dass diese Tatsache ins Geschehen einfließt, doch die ständigen Hinweise, wer wann eine Maske trägt, nehmen zu viel Raum ein und stören den Lesefluss. Die Charaktere wirken äußerst lebendig. Man erhält etliche Hintergrundinformationen. Dadurch kann man zwar ihre Handlungen besser nachvollziehen, doch zuweilen gerät man bei den äußerst detaillierten Beschreibungen in Versuchung, die entsprechenden Szenen lediglich zu überfliegen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen übrigens nicht sein, denn die Geschichte hat einiges an Brutalität und Grausamkeit zu bieten.

Im Verlauf der Handlung kommt es zu überraschenden Wendungen, die schließlich dafür sorgen, dass sich die bis dahin etwas vernachlässigte Spannung doch noch einstellt. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen und plötzlich verfolgt man gebannt das Geschehen. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale.

Ein Thriller, der zwar durch einen gut durchdachten Plot und ein spannendes Finale überzeugt, über weite Teile aber zu ausufernd erzählt wird.

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Spannung pur!

Das Zeichen von Elias Haller


Arne Stiller, der als Kryptologe bei der Dresdner Mordkommission arbeitet, wird von seinem Vorgesetzen zu einem Tatort geschickt. Hier erwartet Stiller ein grausamer Mord, bei dem das Opfer übel zugerichtet wurde. An der Wand entdeckt Stiller ein geheimnisvolles Symbol, das er nicht einordnen kann.

Als kurz darauf ein Video auftaucht, auf dem ein weiterer Mord zu sehen ist, ahnt Stiller, dass er es mit einem perfiden Serienmörder zu tun hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Stiller ist klar, dass der Täter wieder morden wird....

"Das Zeichen" ist nach "Der Kryptologe" und "Die Chiffre" bereits der dritte Fall für Arne Stiller, der von seiner Kollegin Inge Allhammer unterstützt wird. Dem aktuellen Geschehen kann man aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen zu den Hauptcharakteren in die Handlung einfließen lässt. 

Bei diesem Thriller befindet man sich, ganz ohne langatmiges Vorgeplänkel, sofort mitten im blutigen Geschehen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, denn der Täter geht mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich um und Elias Haller versteht es hervorragend, diese Szenen so zu beschreiben, dass man sie unmittelbar vor Augen hat. 

Der Fall ist äußerst rätselhaft, wodurch die Spannung früh einsetzt und durchgehend gehalten werden kann. Die Zeichen, die der Killer hinterlässt, stellen selbst den erfahrenen Kryptologen vor eine Herausforderung und lassen sich zunächst nicht deuten. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel geschickt angelegt sind, baut sich früh ein hohes Tempo auf, dem man sich kaum entziehen kann. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch immer wenn man meint, dass man dem Täter auf die Schliche gekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Überlegungen überdenken muss. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Dadurch gerät man in den Sog der Ereignisse und fiebert bis zum Schluss mit. 

Auch im dritten Band dieser Reihe sind Spannung und Nervenkitzel garantiert! 

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Spannender Pageturner!

606 von Candice Fox


Einmal jährlich findet im Hochsicherheitsgefängnis Pronghorn ein Softball-Spiel statt, bei dem die Wärter gegen die Insassen antreten. Durch einen genialen Plan gelingt es, genau diesen Anlass in einen Massenausbruch umzuwandeln. 606 gefährliche Verbrecher verlassen das Hochsicherheitsgefängnis und begeben sich auf die Flucht.

Für die Direktorin Grace Slanter beginnt ein Albtraum. Sofort schalten sich die US-Marshalls, angeführt von Trinity Parker ein, denn die entflohenen Sträflinge sollen so schnell wie möglich wieder eingefangen und zurückgebracht werden. John Kradle, der für den Mord an seiner Familie verurteilt wurde, will die unverhoffte Chance nutzen, um seine Unschuld zu beweisen. Doch die Aufseherin Celine Osbourne setzt alles daran, ihn so schnell wie möglich zu finden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Die Vorstellung, dass 606 hochgefährliche Insassen, die teilweise im Todestrakt sitzen, ausbrechen und in Windeseile in alle Richtungen flüchten, sorgt bereits für Gänsehaut-Feeling. Die Spannung ist deshalb von Anfang an spürbar, denn man beobachtet nicht nur gebannt, was vor sich geht, sondern stellt sich außerdem die Frage, wer der Drahtzieher dieses Plans ist und welches Ziel er damit verfolgt.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man lernt dabei unterschiedliche Charaktere kennen und beobachtet sowohl einen Teil der geflohenen Sträflinge, als auch die Bemühungen, sie wieder dingfest zu machen. Alle Handlungsstränge sind durchgehend interessant und da die Wechsel der Perspektiven geschickt angelegt sind, baut sich früh ein hohes Tempo auf. Man fliegt förmlich durch die Zeilen und gerät in die Sog der Ereignisse.

Handlungsorte und Protagonisten wirken so lebendig, dass man alles mühelos vor Augen hat. Die Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein. Man entwickelt spontane Sympathien und Abneigungen. Doch im Verlauf der Handlung passiert einiges, wodurch man die anfänglichen Einschätzungen gelegentlich überdenken muss. Die bereits früh aufgebaute Spannung kann durchgehend gehalten werden, wodurch sich dieser Thriller quasi von selbst liest.

Ein spannender Pageturner, den man, einmal angefangen, nur ungern aus der Hand legen mag.

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Gelungene Fortsetzung

COLD CASE - Das gebrannte Kind von Tina Frennstedt

Kommissarin Tess Hjalmarsson und ihr Cold-Case-Team müssen die Kollegen bei aktuellen Ermittlungen unterstützen. Es hat bereits mehrere Brandanschläge gegeben, bei denen der Täter zuvor die Brandmelder in den Häusern entfernt hatte. Mittlerweile sind mehrere Todesopfer zu beklagen. Die Zeit drängt, denn es hat den Anschein, als ob der Täter erneut zuschlagen könnte.

Als eine Zeugin den Brand überlebt, gibt sie ein Detail zu Protokoll, das Tess aufhorchen lässt....

"Das gebrannte Kind" ist nach "Das verschwundene Mädchen" und "Das gezeichnete Opfer" bereits der dritte Band der Cold-Case-Reihe, in der Tess Hjalmarsson mit ihrem Team ermittelt. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Es gibt zwar Nebenhandlungen, die sich durch die Reihe ziehen, doch die Autorin streut wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung ein.

Diese startet bereits mit hohem Tempo. Dadurch ist man sofort mitten im Geschehen und fiebert mit den Charakteren mit. Schnell wird klar, dass der Brandstifter geplant vorgeht. Doch was ihn antreibt und wo und wann er erneut zuschlagen wird, ahnt man zunächst nicht. Deshalb folgt man gespannt den Ermittlungen. Auch im Privatleben kommt auf Tess einiges zu. Dieser Handlungsstrang sorgt für zusätzliche Spannung. 

Handlungsorte und Protagonisten werden lebendig beschrieben. Dadurch hat man alles mühelos vor Augen und wird zum Mitermitteln angeregt. Als Tess auf eine Spur stößt, ahnt man, wer der Täter sein könnte. Dennoch kann man sich nicht sicher sein. Deshalb bleibt die Spannung nicht nur erhalten, sondern kann sich zum Ende hin sogar noch steigern. 

​​​​​​​Eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die die Neugier auf den nächsten Band weckt. 

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Solider Thriller

Der Herzgräber von Jen Williams


Heathers Mutter hat Selbstmord begangen. Als Heather den Nachlass ordnet, findet sie in einer Dose Briefe, die ihre Mutter mit einem verurteilten Serienmörder ausgetauscht hat. Heather ist völlig überrascht, denn von diesem Briefwechsel, noch dazu mit einem Mann, der seine Opfer bestialisch ermordet hat, hat Heather nie etwas gewusst.

Michael Reave sitzt seit 20 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis, behauptet aber, unschuldig zu sein. Doch nun taucht die Leiche einer Frau auf, die auf die gleiche Art und Weise zur Schau gestellt wurde, wie Michael Reaves damalige Opfer. Sitzt er tatsächlich unschuldig im Gefängnis oder gibt es einen Trittbrettfahrer? Da Heather die Polizei über den Fund der Briefe, die ihre Mutter mit Reave ausgetauscht hat, informiert, und unbedingt erfahren möchte, was es damit auf sich hat, wird es ihr ermöglicht, Michael Reave im Gefängnis zu besuchen und ihn zu befragen. Heather ahnt nicht, dass sie schon bald um ihr Leben fürchten muss... 

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da man sich gemeinsam mit Heather die Frage stellt, was es mit den Briefen und dem Selbstmord der Mutter auf sich hat. Die Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, wirkt düster und bedrohlich.

Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man sich alles genau vorstellen und die unheilvolle Grundstimmung genießen kann. Doch leider fällt es nicht leicht, Sympathien für Heather aufzubauen und deshalb beobachtet man ihr Verhalten eher distanziert. Auch die Naivität eines Ermittlers, der munter über neue Entwicklungen plaudert und Heather damit genaue Einblicke in die aktuellen Morde gewährt, betrachtet man eher mit skeptisch hochgezogenen Augenbrauen. Dennoch sorgen unheimliche Vorkommnisse dafür, dass die bedrohliche Atmosphäre für Gänsehautmomente sorgt. Dadurch steigt die Spannung und man verfolgt fasziniert das Geschehen. 

Dieses trägt sich auf zwei Ebenen zu. Man verfolgt nicht nur die aktuellen Ereignisse, sondern bekommt außerdem Einblicke in die Vergangenheit. Nach und nach trägt man so Hinweise zusammen, die beide Stränge miteinander verknüpfen. Auch wenn man die ein oder andere Wendung erahnen kann, gelingt es der Autorin dennoch, am Ende mit einer Überraschung zu punkten. 

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Düster und unheimlich

Der Gräber von Fredrik Persson Winter

Kriminalkommissarin Cecilia Wreede und ihr Partner versuchen schon seit Jahren einen Serienmörder zur Strecke zu bringen. Jedes Jahr, am 6. November, schlägt er zu. Er holt sich seine Opfer dort, wo sie sich sicher fühlen: in ihrem eigenen Haus! Keine Alarmanlage kann ihn aufhalten, denn er umgeht diese Systeme, indem er sich durch die Erde direkt in den Keller gräbt.

Dann schlägt er zu und zieht seine Opfer mit in die Tiefe. Nur Blutspuren bleiben zurück. Keines der Opfer wurde je wieder gesehen. Die Ermittler tappen völlig im Dunkeln. Doch dann findet die Lektorin Annika Granlund ein Manuskript vor der Tür des Verlags. Als sie sich mit dem Inhalt befasst, läuft es ihr eiskalt den Rücken runter. Denn in diesem Manuskript geht es um einen Serienkiller, der tief unter der Erde lebt. Die Parallelen zu den realen Morden sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch entscheidet sich Annika dafür, das Buch zu veröffentlichen. Da dort Details zu den Morden zu lesen sind, die die Polizei nie an die Öffentlichkeit weitergegeben hat, erhoffen sich die Ermittler endlich den entscheidenden Durchbruch...

Die Covergestaltung stimmt bereits auf eine unheimliche Geschichte ein. Denn die Vorstellung, dass sich ein Killer durch den Keller, direkt ins Haus graben könnte, um sein Opfer mit sich in die Tiefe zu ziehen, ist mehr als gruselig.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet die Ermittler, die keinen Schritt weiterkommen, und bekommt außerdem einen Einblick in die Welt von Lektorin Annika Granlund, die hofft, mit diesem Buch den Verlag retten zu können. Schon von Kindesbeinen an, hat sie eine Phobie gegen gruselige Keller und meidet diese entschieden. Weiterhin liest man Auszüge aus dem Manuskript. Diese Passagen sind düster, gruselig und gehen direkt unter die Haut. Dadurch stellt sich beim Lesen eine geradezu unheimliche Atmosphäre ein, die stets zwischen den Zeilen schwebt.

Die Spannung ist von Anfang an spürbar, denn die modrige und gruselige Kelleratmosphäre wird so glaubhaft vermittelt, dass sie für Gänsehautfeeling sorgt. Obwohl die Spannung zwischendurch abflacht, hält die unheimliche Atmosphäre an, wodurch man gebannt dem Verlauf folgt. Zum Ende hin steigt die Spannungskurve steil an und man weiß nicht, was man glauben soll. Denn die Ereignisse nehmen einen unverhofften Verlauf, der diesem Thriller einen Hauch Mystery und Horror verleiht.

Ein Thriller, der durch eine äußerst unheimliche Atmosphäre dafür sorgt, dass sich beim Lesen Gänsehaut bildet.

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Spannender Pageturner!

Im Auge des Zebras von Vincent Kliesch


Kommissarin Olivia Holzmann steht vor einem Rätsel, denn mehrere Jungs im Teenageralter wurden zeitgleich an verschiedenen Orten von derselben Person entführt und die Eltern der Kinder kurz darauf ermordet. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Dass Magie oder Zaubertricks im Spiel sind, schließt Olivia aus.

Dennoch kann sie den Fall nicht lösen. Deshalb bittet sie ihren ehemaligen Mentor, den legendären Severin Boesherz, um Unterstützung. Doch Boesherz hat sich mittlerweile zurückgezogen und scheint kein Interesse daran zu haben, sich in diesen Fall hineinziehen zu lassen....

"Im Auge des Zebras" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe um die Ermittlerin Olivia Holzmann. Leser, die die Thriller von Vincent Kliesch schon vor der Auris-Reihe verfolgt haben, dürfen sich über ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren freuen. Diese drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, denn bei diesen Ermittlungen steht Olivia Holzmann im Zentrum des Geschehens. 

Der Einstieg gelingt mühelos, denn Vincent Kliesch versteht es vom ersten Moment an, Spannung zu erzeugen. Das Interesse an diesem geheimnisvollen Fall und seinen Hintergründen wird sofort geweckt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Kapitel sind recht kurz und die Wechsel geschickt angelegt. Dadurch wird früh ein hohes Tempo aufgebaut.  

Der Autor beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man alles mühelos vor Augen hat und sich dadurch ganz auf die rätselhaften Ermittlungen einlassen kann. Beim Lesen könnte es allerdings passieren, dass man sich einen Ohrwurm einfängt, denn das Lied "Save your kisses for me" untermalt die Ereignisse der Vergangenheit. Es wirkt so präsent und eindringlich, dass man es nur schwer wieder aus seinen Gedanken verbannen kann.

In allen Handlungssträngen fiebert man mit und wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Dabei kommt es sowohl zu vorhersehbaren als auch überraschenden Wendungen. Nach und nach trägt man die Puzzleteilchen, die zur Lösung nötig sind, zusammen. Doch es dauert fast bis zum Schluss, bis man sie an die richtige Stelle gelegt hat. Dadurch bleibt die Spannung durchgehend erhalten und gipfelt in einem fesselnden Finale. 

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Spannend und gut durchdacht

Reality Show von Anne Freytag


Heiligabend werden werden zehn einflussreiche und mächtige Deutsche in ihren Häusern als Geiseln genommen. Sie ahnen nicht, dass sie an diesem Abend live in einer Fernsehshow auftreten werden. Denn die Geiselnehmer haben diese einzigartige Show genau geplant. Sie wird auf jedem Programm übertragen, wodurch gesichert ist, dass der größte Teil der Bevölkerung sie sieht.

Jeder dieser reichen und einflussreichen Persönlichkeiten hat Leichen im Keller und diese werden, zur besten Sendezeit, gnadenlos aufgedeckt. Die Kandidaten erhalten die Möglichkeit, sich zu rechtfertigen und sollten diese Gelegenheit nutzen, denn die Zuschauer werden danach abstimmen und ein Urteil fällen. Während ganz Deutschland gebannt vor dem Fernseher sitzt, stellt man sich die Frage, wer die Drahtzieher dieser Aktion sind und was sie damit erreichen wollen...

"Reality Show" startet sofort mit einem hohen Tempo. Denn man beobachtet fasziniert, wie zehn unterschiedliche, aber offensichtlich sehr reiche und einflussreiche Persönlichkeiten, Heiligabend in ihren Häusern überfallen und als Geiseln genommen werden. Die Perspektiven wechseln schnell, sodass man das Geschehen atemlos verfolgt. 

Gerade am Anfang sollte man konzentriert lesen, da einige Charaktere eingeführt werden. Man beobachtet nicht nur die Show und das, was hinter den Kulissen vor sich geht, sondern auch die Reaktionen der Menschen, die vor dem Fernseher sitzen. Außerdem gibt es Szenen, in denen man die Bemühungen der Polizei, die Show zu stoppen, verfolgt. Weiterhin stehen die Drahtzieher der Show im Zentrum der Ereignisse. Man beobachtet dabei nicht nur die aktuellen Ereignisse, sondern springt außerdem oft in die Vergangenheit zurück. Dort erfährt man mehr über die Hintergründe und die akribischen Vorbereitungen, die nötig waren, um alles in Gang zu setzen. Es gilt also einigen Handlungssträngen zu folgen. 

Anne Freytag versteht es wieder hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man sich die jeweiligen Situationen mühelos vorstellen kann. Man gerät dadurch früh in den Sog der Ereignisse. Auch wenn die früh aufgebaute und geradezu atemlose Spannung nicht durchgehend gehalten werden kann, bleibt die Handlung durchgehend interessant. Nach und nach trägt man einige Puzzleteile zusammen, die am Ende ein stimmiges Bild ergeben. Doch bis dahin wird man durch einige Wendungen überrascht und beim Lesen oft zum Nachdenken angeregt. 

Eine gut durchdachte Handlung, der man sich nach kurzer Zeit kaum noch entziehen kann und die dabei außerdem zum Nachdenken anregt. 

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Unglaublich spannend!

Eis. Kalt. Tot. von Anne Nordby

In Kopenhagen wird eine Leiche ohne Kopf aus dem Wasser gezogen. Doch auch sonst weist die Leiche rätselhafte Verstümmelungen auf. Für Kommissarin Kirsten Vinther und ihren neuen Kollegen Jesper Bæk beginnen äußerst rätselhafte Ermittlungen. Denn der Täter schlägt erneut zu. Die Art und Weise, wie er seine Opfer drapiert, wird immer bizarrer und niemand scheint ihn stoppen zu können.

...

"Eis. Kalt. Tot." ist der Auftakt einer neuen Reihe. Man lernt also zunächst die Hauptakteure kennen, die in diesem Band auch erst als Team zusammenwachsen müssen. Das ist nicht immer einfach und deshalb beobachtet man die Charaktere zunächst etwas distanziert. Das legt sich zum Glück recht bald, wodurch man sich ganz auf die spannende Suche nach dem Täter und seinem Motiv einlassen kann. 

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, da die Autorin es hervorragend versteht, sofort das Interesse am Geschehen zu wecken. Es empfiehlt sich allerdings, gerade am Anfang konzentriert zu lesen, um die Vielzahl der Akteure richtig zuordnen zu können. Der oder die Täter gehen erstaunlich präzise vor und die Leichen der Opfer werden äußerst bizarr präsentiert. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen deshalb nicht sein. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Der Fokus liegt allerdings auf den Ermittlungen, die Kirsten Vinther, Jesper Bæk und die zum Fall hinzugezogene Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen anstellen. Da die Kapitel nicht allzu lang und die Wechsel geschickt angelegt sind, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Der Fall nimmt ungeahnte Wendungen an, wodurch das Ende alles andere als vorhersehbar wirkt. Außerdem gelingt es der Autorin, das eiskalte Winter-Feeling, das zum Zeitpunkt der Ermittlungen herrscht, so eindrucksvoll zu beschreiben, dass man beim Lesen unwillkürlich zu frösteln beginnt. 

Ein spannender Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann. 

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Gelungener Reihenauftakt

Die Dorfschullehrerin von Eva Völler

1961 tritt Helene eine Stelle als Lehrerin in einem kleinen Dorf, das direkt an der deutsch-deutschen Grenze liegt, an. Der Neuzugang weckt die Neugier der Dorfbewohner. Doch Helene spricht nicht über die Dinge, die ihr selbst bei und nach ihrer Flucht aus der sowjetisch besetzten Zone widerfahren sind.

Zu groß ist die Angst, dass jemand ahnen könnte, warum sie sich ausgerechnet für die Stelle in diesem Dorf beworben hat...

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Eva Völler versteht es wieder hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man alles lebhaft vor Augen hat und dadurch in die Geschichte eintauchen kann.  Helene wirkt sehr sympathisch. Zunächst ahnt man den Grund für ihren Wunsch, ausgerechnet in diesem Dorf als Lehrerin zu arbeiten, nicht. Man hat allerdings das Gefühl, dass ihr schlimme Dinge widerfahren sind. Erst nach und nach lüftet sich das Geheimnis. 

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Helenes Neustart in dem kleinen Grenzort und erhält außerdem einen Einblick in das Leben der Familienmitglieder, die auf der anderen Seite der Grenze zurückbleiben mussten. In beiden Handlungssträngen schildert Eva Völler die Begebenheiten so mitreißend, dass man sich ganz auf Helenes Geschichte einlassen kann und mit ihr hofft und bangt, dass sich das Schicksal für sie wenden wird. Allerdings hat man manchmal den Eindruck, dass Helene, obwohl sie durchweg sympathisch wirkt, ein wenig zu perfekt dargestellt wird. Auch die eingeflochtene Liebesgeschichte wirkt stellenweise etwas zu überzuckert. Das wird allerdings jeder anders empfinden, sodass man sich am besten selbst eine Meinung bildet. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, wodurch der Schluss etwas schnell abgehandelt wirkt. Da es sich aber um den ersten Band einer Reihe handelt, wird die Neugier auf den weiteren Verlauf definitiv geweckt. 

Ein gelungener Auftakt, der die Neugier auf den weiteren Verlauf weckt. 

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