Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Spannender Reihenauftakt!
Kalter Neid von Angela Lautenschläger
Die Hamburger Anwältin Theresa Sommer wartet vor Gericht ungeduldig auf ihre Mandantin Julia Sagmeister, die von ihrem Mann geschieden werden möchte. Doch Julia Sagmeister taucht nicht auf. In ihrer Not ruft Theresa in ihrer Kanzlei an, um Frau Sagmeister, die auch nicht ans Telefon geht, ausfindig zu machen.
Zum Glück nimmt Theresas Tante Hedwig den Anruf an und ist auch sofort bereit, mit einem Taxi zu Frau Sagmeisters Wohnung zu fahren. Dort stellt sich allerdings heraus, dass Theresas Mandantin einen guten Grund hatte, nicht vor Gericht zu erscheinen: sie liegt tot in der Wohnung und wurde offenbar ermordet. Hat der Noch-Ehemann seine Hände im Spiel, um sich die Scheidung zu ersparen? Der Fall ist rätselhaft und weckt, sehr zum Leidwesen von Theresa, großes Interesse bei Tante Hedwig. Denn die beginnt auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen....
"Kalter Neid" ist der Auftakt zur neuen Krimireihe um Anwältin Theresa Sommer und Kriminalkommissar Lukas Kampmann. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, werden die Protagonisten eingeführt und lernen sich kennen. Die künftigen Hauptakteure wirken durchweg sympathisch, wodurch man gerne in die Handlung eintaucht. Besonders Theresas Tante Hedwig, die quasi über die Leiche stolpert und sich dadurch aufgerufen fühlt, eigene Ermittlungen anzustellen, lockert die Erzählung auf und sorgt dafür, dass man zuweilen schmunzeln muss.
Der Fall selbst ist rätselhaft und nicht so leicht zu durchschauen. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen und versucht, sowohl mit Tante Hedwig, als auch mit Kommissar Lukas Kampmann, dem Täter auf die Schliche zu kommen. Doch immer wenn man meint, auf der richtigen Spur zu sein, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Ermittlungsergebnisse über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch bleibt der Fall durchgehend spannend und kann selbst am Ende noch mit einer Überraschung punkten.
Fans der Autorin Angela Lautenschläger, die bereits die Reihe um Nachlasspflegerin Friedelinde Engel und Kripo-Ermittler Nicolas Sander mit Begeisterung verfolgt haben, dürfen sich über ein Wiedersehen mit den beiden freuen, denn Theresa Sommer ist die Nachbarin der beiden und besucht sie gelegentlich.
Ein durchgehend interessanter und spannender Reihenauftakt, der definitiv die Lust auf weitere Bände weckt!
Spannende Ermittlungen
SØG. Schwarzer Himmel von Jens Henrik Jensen
In der Kohlehalde von Esbjerg wird ein toter Mann gefunden. Bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung stellt sich heraus, dass der Mann nicht nur ermordet, sondern vor seinem Tod offenbar gefoltert wurde. Nina Portland versucht die Identität des Mannes festzustellen. Doch das ist nicht so einfach. Erst als eine weitere Leiche gefunden wird, kommt Bewegung in den Fall.
Nina Portland ahnt nicht, dass sie bei ihren Ermittlungen auf Schritt und Tritt verfolgt wird....
"Søg - Schwarzer Himmel" ist der zweite Teil der Nina-Portland-Trilogie. Für den aktuellen Fall ist es es allerdings nicht notwendig, den ersten Band zu kennen. Man kann den Ermittlungen auch ohne Vorkenntnisse folgen.
Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, da man unbedingt erfahren möchte, was es mit dem geheimnisvollen Toten auf sich hat und warum Nina während ihrer Ermittlungen durchgehend beschattet wird. Zunächst treten die Ermittlungen etwas auf der Stelle. Das ist allerdings nicht negativ gemeint, denn man kann sehr gut nachvollziehen, dass es schwierig ist, die Identität des Ermordeten herauszufinden. Deshalb folgt man gespannt Ninas Spurensuche und ist früh mitten im Geschehen. Man versucht die Puzzleteilchen, die Nina zusammenträgt, an die richtige Stelle zu setzen. Doch das gelingt erst nach und nach. Denn der Tod des Mannes hat einen brisanten Hintergrund. Nina Portland ermittelt dieses Mal international. Dabei werden Handlungsorte und Protagonisten so authentisch beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst mit vor Ort zu sein. Der Fall ist durchgehend spannend und lädt zum Miträtseln ein. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem spannenden Finale.
Auch der zweite Band der Trilogie überzeugt durch eine spannende Handlung und unerwartete Wendungen.
Düsterer Thriller
Drei Witwen von Catherine Quinn
Blake Nelson ist Angehöriger der Heiligen der letzten Tage. Er lebt, gemeinsam mit seinen drei Ehefrauen, zurückgezogen auf einer Farm in der Wüste von Utah. Dort wird er offenbar ermordet und grausam verstümmelt aufgefunden. Für die Polizei ist schnell klar, dass eine der Ehefrauen die Täterin sein muss.
Doch welche könnte es sein? Denn ein Motiv scheint jede zu haben....
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und jeweils in der Ich-Form geschildert. Dabei kommen abwechselnd Rachel, als erste Frau, und Tina und Emily als Schwesterfrauen zu Wort. Da die Wechsel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt es allerdings leicht, sich zu orientieren. Durch die verwendete Erzählform taucht man in die Gedanken und Gefühle der jeweiligen Erzählerin ein und erfährt außerdem, was die Frauen voneinander denken.
Obwohl man einen Einblick in die Gedanken der Frauen erhält, geben sie nicht zu viel preis. Sie alle scheinen ein Motiv zu haben. Doch man ahnt nicht, was wirklich passiert sein könnte. Deshalb begibt man sich gemeinsam mit den Witwen auf die Suche nach der Wahrheit. Die Grundstimmung ist düster. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und weiß schon bald nicht mehr, was man glauben und wem man vertrauen soll. Immer wenn man meint, dass man der Auflösung näher kommt, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Überlegungen überdenken muss. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch wenn die Handlung zunächst nicht hochspannend ist, kann man sich dem Ganzen kaum entziehen. Das Tempo zieht im Verlauf der Ereignisse stark an. Zum Ende hin kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis man die Wahrheit kennt.
Ein düsterer Thriller, den man nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag.
Unterhaltsamer Liebesroman
Lucy in the Sky von Paige Toon
Lucy hat einen tollen Job und lebt mit ihrem Freund James glücklich in einer schicken Wohnung in London. Ihre beste Freundin Molly heiratet in zwei Wochen in Australien und deshalb freut sich Lucy über die Einladung und den damit verbundenen Urlaub. Im Flugzeug erhält ihre gute Laune allerdings einen abrupten Dämpfer.
Denn kurz bevor das Flugzeug startet und Lucy ihr Smartphone ausstellen muss, wirft sie noch einen Blick aufs Display und entdeckt dort eine Nachricht von James, die ihr den Flug verleidet....
Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Paige Toon versteht es hervorragend, die Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man gleich mitten im Geschehen ist. Man kann das Gedankenkarussell, das durch die Nachricht von James ausgelöst wird, nur allzu gut nachvollziehen. Gemeinsam mit Lucy fragt man sich, was die SMS zu bedeuten hat.
Doch dann tritt in Australien der smarte Surfer Nathan in Lucys Leben und stellt es auf den Kopf. Man kann die Schmetterlinge, die plötzlich in Lucys Bauch fliegen, förmlich spüren. Der Zwiespalt, in dem Lucy sich nun befindet, wird glaubhaft vermittelt. Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man ganz in die Geschichte eintauchen kann. Allerdings wirkt Lucy im Verlauf der Handlung zuweilen recht naiv. Deshalb fällt es schwer, sich ganz mit ihr zu identifizieren. Manchmal möchte man sie einfach schütteln. Dennoch verfolgt man gespannt, wie Lucy sich entscheiden wird.
Obwohl man Lucys Handlungen manchmal nur schwer nachvollziehen kann, versteht es Paige Toon, Lucys Gefühle so zu transportieren, dass man förmlich durch die Seiten fliegt und diesen Roman genießen kann.
Spannende Ermittlungen
In ewiger Freundschaft von Nele Neuhaus
Pias Exmann ist mittlerweile, neben seiner Arbeit in der Gerichtsmedizin, als Buchautor recht erfolgreich. Seine Agentin, Maria Hauschild, macht sich große Sorgen um ihre Freundin Heike Wersch. Die ehemalige Programmleiterin des Winterscheid-Verlags geht seit Tagen nicht ans Telefon und ist auch sonst nicht zu erreichen.
Pia trifft sich schließlich mit Maria Hauschild am Haus der Vermissten. Dort finden sie im Obergeschoss des Hauses einen alten Mann, der völlig verwirrt und angekettet ist. Pia ruft sofort die Kollegen. Die Suche nach Heike Wersch beginnt unter Hochdruck anzulaufen. Doch schließlich wird sie tot aufgefunden. Für Pia Sander und Oliver von Bodenstein beginnen Ermittlungen, die rätselhafter kaum sein könnten...
"In ewiger Freundschaft" ist bereits der zehnte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff). Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Hintergrundinformationen zu den bekannten Charakteren werden so in die Handlung eingeflochten, dass man sich auch ohne Vorkenntnisse orientieren kann. Um der Weiterentwicklung der bekannten Charaktere, und den beruflichen und privaten Nebenhandlungen zu folgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der ins Jahr 1983 zurückführt. Am Anfang ahnt man nicht, welche Bedeutung die damaligen Ereignisse haben werden. Die Neugier wird dadurch aber definitiv geweckt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Neben den aktuellen Ereignissen, gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit.
Der Fall stellt Pia Sander und Oliver von Bodenstein vor einige Rätsel und führt sie tief in die Welt des Winterscheid Verlags. Den beiden ist schnell klar, dass es ein Geheimnis zu ergründen gibt, das niemand preisgeben möchte. Es gelingt Nele Neuhaus wieder hervorragend, die Ermittlungen so interessant zu schildern, dass man mitfiebert und eigene Überlegungen anstellt. Doch bei diesem Fall ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Und deshalb muss man sich auf einige überraschende Wendungen gefasst machen. Dadurch bleibt die Spannung nicht nur durchgehend spürbar, sondern kann sich im Verlauf der Handlung stetig steigern.
Im Privatleben von Oliver von Bodenstein ereignet sich ebenfalls einiges. Dieser Handlungsstrang ist interessant und fügt sich harmonisch in die Gesamthandlung ein. Denn er drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgt dafür, dass die Hauptcharaktere lebendig wirken.
Das Warten auf den zehnten Fall dieser Reihe hat sich definitiv gelohnt. Denn dieser Krimi fesselt von der ersten Seite an und sorgt mit überraschenden Wendungen dafür, dass man ihn kaum aus der Hand legen mag.
Startet zunächst eher gemächlich, nimmt dann aber deutlich Fahrt auf
SØG. Dunkel liegt die See von Jens Henrik Jensen
Mittlerweile arbeitet Nina Portland seit 10 Jahren bei der Polizei. Sie erinnert sich noch immer an einen mysteriösen Fall, in den sie ganz am Anfang ihrer Karriere eingebunden war. Damals tauchte der Frachter "MS Ursula" führungslos an der dänischen Küste auf. Die Spuren an Bord ließen auf einen äußerst brutalen und blutigen Zwischenfall auf dem Schiff schließen.
Der einzige Überlebende wurde später in einem Rettungsboot gefunden. Im anschließenden Prozess plädierte er auf Notwehr und wurde schließlich freigesprochen. Nina ist nahezu besessen von diesem Fall und als sie während einer Fortbildung ein Foto des einzigen Überlebenden sieht, macht sie ihn ausfindig und heftet sich an seine Fersen. Sie ahnt nicht, in welches Wespennest sie mit ihren Nachforschungen sticht und was sie damit auslösen wird...
"Søg - Dunkel liegt die See" ist der Auftakt zu einer Trilogie um die Ermittlerin Nina Portland. Der Einstieg in die Handlung verläuft zunächst sehr gemächlich, da man mit dem alten Fall und den agierenden Personen vertraut gemacht wird. Dies wird zuweilen etwas ausufernd geschildert, sorgt allerdings dafür, dass man mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt wird.
Nina Portland wirkt zwar sehr sympathisch, doch manchmal hat man das Gefühl, dass sie etwas zu eigensinnig handelt und dabei zu wenig auf ihre eigene Sicherheit, und die ihrer nächsten Angehörigen, achtet. Allerdings führen ihre Handlungen dazu, dass die Dinge ins Rollen kommen und sich die zunächst vermisste Spannung endlich einstellt. Der Autor beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich ganz auf das Geschehen einlassen und gespannt beobachten, wie Nina unwissentlich zum Spielball der Geheimdienste wird. Man fiebert mit ihr mit und hofft, dass es einen Ausweg geben wird. Dabei weiß man nicht, wem Nina eigentlich vertrauen kann und diese Ungewissheit macht einen großen Reiz der Handlung aus. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, wodurch man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Ein Thriller, der zunächst eher gemächlich startet, dann aber deutlich Fahrt aufnimmt.
Startet zunächst eher gemächlich, nimmt dann aber deutlich Fahrt auf
Die Nacht des Feuers von Kjell Eriksson
Ann Lindell arbeitet nicht mehr bei der Polizei, sondern genießt Haus- und Gartenarbeit in ihrem neuen Heim, das in einem kleinen Ort in Uppland steht. Nebenbei arbeitet sie in einer Käserei und ist damit sehr zufrieden. Ein Feuer in der Schule des kleinen Ortes, in der Asyl suchende Menschen untergebracht sind, von denen drei durch den Brand sterben, sorgt für Unruhe im Dorf.
Niemand will etwas gehört oder gesehen haben, doch Ann ahnt, dass das nicht stimmen kann. Sie beginnt auf eigene Faust nachzuforschen und ihren ehemaligen Kollegen Sammy mit Informationen zu versorgen. Die Lage spitzt sich zu, als es ein weiteres Mal im Ort brennt und dabei ein schwedisches Mädchen ums Leben kommt....
"Die Nacht des Feuers" ist bereits der achte Band einer Reihe um die Ermittlerin Ann Lindell. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die der privaten und beruflichen Nebenstränge zu beobachten, ist es sicher empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten. Da der Autor allerdings wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut, ist es möglich, dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos zu folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Obwohl der Krimi zunächst etwas behäbig startet, sind die Wechsel der Perspektiven so geschickt gesetzt, dass man nie das Interesse am Geschehen verliert. Es gelingt Kjell Eriksson außerdem hervorragend, die Stimmung, die in dem kleinen Ort herrscht, so zu beschreiben, dass man förmlich spüren kann, wie es unter der Oberfläche brodelt. Gemeinsam mit Ann Lindell und ihrem ehemaligen Kollegen versucht man deshalb, die Geheimnisse, die die Dorfbewohner hüten, zu ergründen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. In einem weiteren Handlungsstrang beobachtet man eine radikale Gruppe, die Anschläge plant und ist gespannt, wie sich dieser Strang ins Geschehen einfügen wird. Zum Ende hin nimmt die Handlung deutlich Fahrt auf. Man kann das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen, weil man unbedingt erfahren möchte, wie alles zusammenhängt und endet.
Ein zunächst eher geruhsamer Krimi, der im Verlauf der Handlung deutlich Fahrt aufnimmt und durch eine gelungene skandinavische Hintergrundkulisse überzeugen kann.
Humorvoller Weihnachtsroman
Die Nacht des Feuers von Kjell Eriksson
Yuna und Tristan haben sich schon immer gehasst. Beide waren sich immer einig, dass die Siedlung, in der sie aufgewachsen sind, zu klein für beide ist. Denn so konnten sie sich nie aus dem Weg gehen und immer wieder kam es dadurch zu verbalen und sogar körperlichen Auseinandersetzungen. Als Tristan sein Studium in London aufgenommen hat, konnten sie, zur großen Freude auf beiden Seiten, endlich den Kontakt meiden.
Mittlerweile sind Jahre vergangen, in denen Tristan nicht mal zu Besuch in der kleinen Siedlung war. Doch dann taucht Tristan, für Yuna völlig unerwartet, Weihnachten bei seiner Familie auf. Sofort ist die gegenseitige Abneigung wieder spürbar. Nichts hat sich für die beiden geändert. Deshalb kann das Knistern, das beide spüren, wenn sie unerwartet aufeinandertreffen, nur Einbildung sein....
"Mein Nachbar, Weihnachten und ich" ist die überarbeitete Neuauflage von "(K)ein Kuss unter dem Mistelzweig". Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wodurch man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten bekommt. Ein Rückblick in die Kindheit der beiden zeigt außerdem, wodurch der gegenseitige Hass auf eine ganz neue Stufe gehoben wurde.
Obwohl die beiden Hauptprotagonisten sehr unterschiedlich sind, wirken beide sofort sympathisch. Man kann sogar verstehen, warum sie sich überhaupt nicht mögen. Die Szenen, in denen man Yuna und Tristan gemeinsam beobachtet, sind sehr humorvoll. Man genießt die Wortgefechte, die sich beide liefern, und muss beim Lesen häufig schmunzeln. Die langsame Annäherung wirkt glaubhaft und nachvollziehbar.
Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man alles mühelos vor Augen hat. Da sich die Handlung hauptsächlich an verschiedenen Weihnachtstagen zuträgt, kann man die Weihnachtsbräuche in Yunas und Tristans Familien beobachten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dadurch liegt Weihnachtsstimmung in der Luft, die man, trotz der beiden Streithähne, genießen kann.
Ein wunderbarer, sehr humorvoller Weihnachtsroman, der voll und ganz überzeugen kann.
Großes Kino
Der Traumpalast von Peter Prange
Berlin, Anfang der 20er Jahre: Rahel Rosenberg will keine gute Partie machen und nur das Anhängsel eines angesehenen Mannes sein. Schließlich hat sie Abitur und will ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Am liebsten würde sie als Journalistin arbeiten, doch das ist für Frauen, trotz der Aufbruchstimmung, die das Land ergreift, nicht einfach.
Konstantin Reichenbach, genannt Tino, kennt solche Sorgen nicht, denn dem Bankier und Lebemann scheint der berufliche Erfolg in den Schoß zu fallen. Seine Arbeit als Finanzdirektor der gerade gegründeten Ufa fasziniert ihn noch dazu. Immer wieder gelingen ihm spektakuläre, finanzielle Drahtseilakte, die zum Erfolg führen. Zufällig treffen diese beiden unterschiedlichen Charaktere aufeinander. Sie beginnen sich ineinander zu verlieben, doch ihre Freiheit ist ihnen dennoch wichtig. Deshalb nimmt eine außergewöhnliche, von Höhen und Tiefen geprägte Beziehung ihren Anfang...
"Der Traumpalast - Im Bann der Bilder" ist der Auftakt eines Zweiteilers, in dem Rahel Rosenberg, Tino Reichenbach und die Geschichte der Ufa im Zentrum der Ereignisse stehen. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, wobei die unterschiedlichen Protagonisten im Mittelpunkt stehen.
Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos, da Peter Prange es wieder hervorragend versteht, seine Charaktere so lebendig zu schildern, dass man sie sofort vor Augen hat. Auch die Beziehungen untereinander werden verständlich miteinander verknüpft. Die Protagonisten haben Fehler und Schwächen, aber auch Stärken, die sie auszeichnen. Es fällt nicht leicht, alle zu mögen, denn in diesem Roman treffen die unterschiedlichsten Gesinnungen aufeinander. Manchmal mag man kaum glauben, was passiert. Doch dieses Mitfiebern zeigt, wie sehr man sich bereits nach kurzer Zeit auf die Handlung und die Charaktere einlassen kann.
Peter Pranges Erzählungen zeichnen sich durch eine hervorragend recherchierte Hintergrundkulisse aus. Auch bei diesem Buch gelingt es ihm wieder mühelos, damalige, historische Ereignisse mit den Schicksalen seiner Protagonisten zu verknüpfen. Zuweilen wirken diese Details zwar etwas ausufernd, aber dennoch werden sie so interessant geschildert, dass sie nicht langweilig wirken. Die Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten wird authentisch in die historische Hintergrundkulisse eingebettet. Allerdings sind manche Handlungen der beiden Liebenden manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Das ein oder andere Mal mag man sie einfach nur schütteln. Gerade Rahel, die auf ihre Freiheit pocht, büßt durch ihre Handlungen gelegentlich Sympathiepunkte ein. Das Ende kommt dann recht abrupt und wirkt, nach all den Seiten, die dieser Roman umfasst, etwas zu schnell abgehandelt. Dennoch wird die Neugier auf den zweiten Band geweckt.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Eifersucht von Jo Nesbø
Wenn man die Inhaltszusammenfassung von "Eifersucht" nur flüchtig liest, könnte man meinen, dass es sich um einen Kriminalroman handelt, in dem der Ermittler Nikos Balli, der als Spezialist für das Mord-Motiv Eifersucht gilt, im Zentrum der Ereignisse steht. Bei genauerem Lesen der Inhaltszusammenfassung stellt man dann allerdings fest, dass ganz kurz darauf hingewiesen wird, dass es sieben Stories sind, die das Motiv Eifersucht gemeinsam haben.
Neben der Geschichte um Ermittler Nikos Balli, der allerdings der Hauptakteur der umfangreichsten Kurzgeschichte ist, erzählt Jo Nesbø in diesem Buch sechs weitere Kurzkrimis. Das sollte man wissen, um das neueste Werk des Autors genießen zu können.
Die Geschichten sind unterschiedlich und haben nichts miteinander zu tun. Der einzige gemeinsame Nenner ist das Grundthema Eifersucht. Die erste Geschichte ist relativ kurz und überrascht mit einem Ende, das hohe Erwartungen weckt. Doch leider werden diese Erwartungen nicht bei allen enthaltenen Kurzgeschichten erfüllt. Gerade bei Kurzgeschichten fehlt die Zeit, alle Charaktere genauer kennenzulernen, um die feinen Nuancen voll wahrzunehmen. Dennoch schafft es der Autor, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat. Die Geschichten sind durchaus interessant und alle zeichnen sich durch Wendungen aus. Leider sind diese aber nicht bei allen Stories gelungen, denn einige Überraschungen wirken bedauerlicherweise etwas vorhersehbar.
Ich habe schon einige Krimis von Jo Nesbø mit Begeisterung gelesen. Bei diesem Exemplar habe ich mich von der Inhaltszusammenfassung allerdings etwas in die Irre leiten lassen, da ich davon ausgegangen bin, dass es sich um einen Krimi handelt, bei dem der Spezialist für das Mord-Motiv Eifersucht im Zentrum der Ereignisse steht, und nicht um einen Band mit Kurzgeschichten. Das ist zwar mein Fehler, aber meiner Meinung nach, hätte der Hinweis darauf etwas deutlicher auf dem Buch oder in der Inhaltsangabe vermerkt sein können. Im Großen und Ganzen habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich zugeben muss, dass mich leider nicht alle Geschichten mitreißen konnten. Denn die überraschenden Wendungen waren mir manchmal einfach zu vorhersehbar. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch "nur" drei von fünf Bewertungssternchen.










