Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Spannende Ermittlungen
Blinde Furcht von Linda Castillo
Eine junge Frau wird in einem Motel in Painters Mill tot aufgefunden. Sie wurde brutal erschlagen. Bereits am Tatort erkennt Polizeichefin Kate Burkholder die Tote. Es handelt sich um Rachael Schwartz, die in der amischen Gemeinschaft aufwuchs, ihr aber vor Jahren den Rücken kehrte, da sie gegen die strengen Regeln rebellierte.
Kate ist geschockt. Wer hat Rachael so gehasst, dass sie so brutal getötet wurde?
"Blinde Furcht" ist bereits der dreizehnte Fall für Kate Burkholder, die als Amische aufwuchs, die Gemeinschaft aber verließ und nun in Painters Mill als Polizeichefin arbeitet. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Außerdem lässt die Autorin wichtige Hintergrundinformationen zu Kate Burkholders Vergangenheit und den Mitgliedern ihres Ermittlerteams in die Handlung einfließen. Dadurch fällt ein eventueller Neueinstieg in diese Reihe leicht.
Auch bei diesem Fall gelingt es der Autorin, vom ersten Moment an, Spannung aufzubauen. Denn man beobachtet Rachael Schwartz, die offenbar eine Person, die sie erwartet hat, in ihr Motelzimmer lässt. Für Rachael kommt der erste Schlag, der sie trifft, vollkommen unerwartet. Dadurch ist man sofort im spannenden Geschehen und fragt sich, wer so eine Wut auf Rachael hat und warum das so ist.
Kate Burkholders Ermittlungen führen sie in die Amische Gemeinschaft. Schnell wird klar, dass Rachael sich einige Feinde gemacht hat. Gemeinsam mit Kate folgt man einigen Spuren und versucht, die einzelnen Puzzleteilchen an die richtige Stelle zu setzen. Doch als man meint, dass man nun ein stimmiges Bild hat, sorgen unerwartete Wendungen dafür, dass man den Fall aus einem anderen Licht betrachten muss. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei wieder so lebendig beschrieben, dass man ganz in den Fall eintauchen kann und früh in den Sog der Ereignisse gerät. Zum Ende hin steigt die ständig spürbare Spannung um ein Vielfaches an, denn das Finale hat es wirklich in sich.
Ein Thriller, der durch durchgehende Spannung und überraschende Wendungen überzeugt!
Liebesroman mit Biss
Ein Dackel trägt Prada von Stefanie London
Isla Thompson ist als Social-Media-Beraterin sehr gefragt, doch ein dummes Missgeschick beendet nicht nur ihre Karriere, sondern auch die einer aufstrebenden Disney-Prinzessin. Im Internet mutiert Isla zur Lachnummer, wodurch alles, was sie sich bisher hart erarbeitet hat, nichts mehr wert ist. Doch Isla ist für ihre 14-jährige Schwester verantwortlich, deshalb muss schnell ein neuer Job her.
Eine Absage nach der anderen trudelt ein. Als sie im Park auf den berühmten Geschäftsmann Theo trifft, der mit seiner verwöhnten Dackeldame Camilla sichtlich überfordert ist, nimmt sie sein spontanes Jobangebot, künftig als Camillas Hundesitterin zu arbeiten, verzweifelt an. Isla ahnt nicht auf was sie sich einlässt, denn Camillas Verschleiß an Hundesitterinnen ist legendär. Die Dackeldame ist nicht nur äußerst verwöhnt, sondern ständig schlecht gelaunt und bissig. Außerdem hat sie einen vollen Terminkalender, der einzuhalten ist. Ergeben schleppt Isla sich und Camilla von einem Luxus-Termin zum nächsten. Camillas medienscheuer Besitzer wird Isla allerdings von Tag zu Tag sympathischer...
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Der medienscheue Geschäftsmann Theo, der auch als der Einsiedler von Manhattan bezeichnet wird, und Isla Thompson stehen dabei abwechselnd im Zentrum der Ereignisse. Man lernt die beiden Hauptakteure, die aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen kommen, langsam näher kennen. Beide wirken sehr sympathisch, wodurch man sich ganz auf die Handlung einlassen kann.
Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man alles vor Augen hat. Der Schreibstil ist locker und äußerst flüssig zu lesen. Dackeldame Camilla, die alle fest im Griff hat, sorgt für außergewöhnliche Momente. Isla lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und nimmt Camillas hochmütiges Gezicke mit Humor. Die Dialoge, die sie gelegentlich mit dem Hund führt, lockern die Handlung auf und zaubern einem beim Lesen oft ein Lächeln ins Gesicht.
Die Lovestory wirkt glaubhaft. Man kann die Handlungen und Gefühle der beiden Hauptakteure nachvollziehen. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Charaktere und deren Sorgen und Nöte, einfühlsam zu beschreiben, ohne dabei zu dick aufzutragen. Deshalb fiebert man gerne mit den beiden mit und genießt dabei jede Zeile.
Ein humorvoller Liebesroman, der durch große Gefühle und eine verwöhnte Dackeldame, die Biss hat, überzeugt.
Arg konstruiert, aber dennoch spannend
Als das Böse kam von Ivar Leon Menger
Juno lebt mir ihren Eltern und ihrem Bruder Boy völlig abgeschottet auf einer kleinen Insel. Nur der Vater verlässt die Insel sporadisch, um nötige Einkäufe zu tätigen. Außerdem kommt einmal in der Woche ein Postbote. Den Kindern wurde von Anfang an eingeschärft, sich dem Postboten niemals zu zeigen, denn die Gefahr, dass er die Familie an die Feinde des Vaters verrät, die offenbar seit langer Zeit nach ihm suchen, ist zu groß.
Als Juno eines Tages vom Postboten gesehen wird, nimmt das Schicksal seinen Lauf...
Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der 16-jährigen Juno, erzählt. Juno schildert die Ereignisse in einfachen Worten. Dadurch erfährt man nur das, was Juno weiß. Schnell wird klar, dass die Eltern von ihren Kindern absoluten Gehorsam verlangen. Die Neugier, zu erfahren, warum das so ist und welche Gefahr abseits der Insel auf die Familie lauert, ist deshalb sofort spürbar. Die Atmosphäre ist recht düster und angespannt und macht einen großen Reiz der Handlung aus, denn dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse.
Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man die Szenen auf der Insel sofort vor Augen hat. Obwohl Juno sympathisch wirkt, hat man das Gefühl, dass sie recht naiv ist, doch das liegt sicher an den Umständen, unter denen sich aufgewachsen ist. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Wendung, die das Leben von Junos Familie auf den Kopf stellt. Die bereits vorher spürbare Spannung steigert sich stetig, wodurch man das Buch nur ungern aus der Hand legen mag. Man stellt sich zwar einige Male die Frage, ob das, was der Autor beschreibt, logisch ist, doch wenn man das verdrängt, dann kann man die stetig steigende Spannung voll auskosten.
Ein Thriller, der zwar arg konstruiert wirkt, aber dennoch spannend ist.
Unterhaltsamer Liebesroman
Rocky Mountain Rush von Virginia Fox
Um ihre Mutter aus dem tiefen Loch zu holen, in das diese durch den Tod ihres Partners gefallen ist, zieht Melody mit ihren Schwestern zu ihrem Bruder Mouse nach Independence. Extremsportler Morris scheint sich über das Wiedersehen mit Melody nicht zu freuen. Obwohl er den One-Night-Stand mit Melody in äußerst guter Erinnerung hat, hält er an seiner Regel, nie mehr als eine Nacht mit einer Frau zu verbringen, fest und lässt Melody das auf uncharmante Art wissen.
Melody hat nicht vor, sich wieder mit Morris einzulassen. Stattdessen gibt sie in ihrem neuen Job alles und testet die Outdoor-Aktivitäten, die ihr neuer Arbeitgeber potenziellen Kunden anbieten will, auf Herz und Nieren. Als es dabei zu seltsamen Unglücksfällen kommt, zwingt Melodys Bruder Mouse ausgerechnet Morris dazu, sie auf den Unternehmungen zu begleiten....
"Rocky Mountain Rush" ist bereits der 30. Band einer Reihe, die sich in der Kleinstadt Independence zuträgt. Man kann den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat, da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Es empfiehlt sich allerdings, die Reihenfolge einzuhalten, da man auf alte Bekannte aus den vorherigen Bänden trifft und so beobachten kann, wie es ihnen mittlerweile geht. Dadurch kann man den Klatsch und Tratsch, der in der Kleinstadt hervorragend blüht, einfach noch besser genießen.
In diesem Band stehen Melody und Morris im Zentrum der Ereignisse. Da Handlungsorte und Charaktere so lebhaft beschrieben werden, kann man sich sofort auf das Kleinstadtleben und die beginnende Liebesgeschichte der beiden einlassen. Natürlich werden in Independence auch dieses Mal wieder diverse Wetten darauf abgeschlossen, wie sich die Dinge zwischen Melody und Morris entwickeln. Dadurch kommt es zu einigen Szenen, in denen Melody einfach nur die Augen verdreht. Doch auch die Entwicklung der Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz. Man kann mühelos mit den beiden mitfiebern. Da Melodys neuer Job einen gefährlichen Neider auf den Plan ruft, kommt es außerdem zu spannenden Szenen. Dadurch liest sich dieser Roman, einmal angefangen, quasi von selbst.
Wieder ein unterhaltsamer Teil der Reihe, der durch die zusätzliche Spannung überzeugt. Einziger Kritikpunkt: Das Ende hätte gerne etwas ausführlicher sein dürfen, denn so wirkte es etwas überhastet und leider nicht ganz rund.
Spannend und abwechslungsreich
Rocky Mountain Dream von Virginia Fox
Maggie Ringo wollte schon immer dem Kleinstadtleben entkommen. Deshalb verließ sie vor 10 Jahren ihren Heimatort Independence und arbeitete bei einer Hilfsorganisation, die rund um den Globus tätig ist. Bei einem Einsatz in der Türkei kommt es zu einem Anschlag, wodurch die Hilfsorganisation ihre Mitarbeiter abzieht.
Maggie kehrt zurück nach Independence und trifft dort ihre Jugendliebe Nick wieder. Obwohl die Anziehungskraft zwischen den beiden nach wie vor gegeben ist, kann Maggie sich zunächst nicht vorstellen, in dem kleinen Ort in den Rocky Mountains sesshaft zu werden. Außerdem ist da noch Michelle, die es eindeutig auf Nick abgesehen hat und in Maggie eine unliebsame Konkurrentin sieht...
"Rocky Mountain Dream" ist bereits der 29. Band einer Reihe, sie sich in der Kleinstadt Independence zuträgt. Da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Da man sich, wenn man die Reihe verfolgt, aber über ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren freuen darf und beobachten kann, wie es ihnen mittlerweile geht, ist es empfehlenswert die Reihenfolge einzuhalten. Allerdings ist das kein absolutes Muss, doch mit Vorkenntnissen kann man das Kleinstadtleben in dem Ort in den Rocky Mountains noch besser genießen.
Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man alles sofort vor Augen hat und mühelos ins Geschehen eintauchen kann. Die Liebe zwischen Nick und Maggie steht zwar im Zentrum der Ereignisse, dennoch hat die Erzählung viel mehr zu bieten, als eine normale, vorhersehbare Liebesgeschichte. Denn man kann nicht nur das Kleinstadtleben genießen und dabei die urigen Bewohner beobachten, sondern darf sich außerdem über eine spannende Handlung freuen. Denn Michelle schreckt vor nichts zurück, um Nick zu erobern und deshalb kommt es zu spannenden Szenen.
Ein abwechslungsreicher und spannender Roman, der mehr zu bieten hat, als eine normale Liebesgeschichte.
Spannender Pageturner!
Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. von Kristine Getz
Lotte und Jens Wiig präsentieren ihren Followern auf Instagram eine heile Familienwelt. Im Mittelpunkt steht dabei Poppy, die zweijährige Tochter der beiden. An Lottes Geburtstag soll Poppy bei ihren Großeltern übernachten. Auch das wird den Followern auf Instagram mitgeteilt. Doch dann verschwindet Poppy.
Von ihr fehlt jede Spur. Obwohl Kommissarin Emer Murphy eigentlich krankheitsbedingt nicht im Dienst ist, setzt sie alles daran, sich an den Ermittlungen zu beteiligen und Poppy zu finden....
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die oft an entscheidenden Stellen wechseln, wodurch man früh in den Sog der Ereignisse gerät. Man beobachtet Poppys Familie und hat schnell das Gefühl, dass es einige Konflikte gibt, die unter der Oberfläche lauern. So harmonisch, wie das Familienleben auf Instagram dargestellt wurde, ist es jedenfalls nicht. Doch ist das der Grund für Poppys Verschwinden? Oder hat der Stalker, der sich kurz vorher gemeldet hat, seine Hände im Spiel? Man ist hin- und hergerissen und weiß nicht was man glauben soll, zumal Poppys Mutter eine dunkle Vergangenheit hat, die nach und nach ans Tageslicht kommt.
Doch auch die Szenen, in denen Emer Murphy ermittelt, sind durchgehend interessant. Denn Emer kämpft ebenfalls gegen ihre inneren Dämonen, von denen man nur häppchenweise erfährt. Dadurch ist die Handlung nicht nur durchgehend interessant und schwer zu durchschauen, sondern nimmt immer mehr Fahrt auf. Schon bald kann man sich kaum noch vom Gelesenen lösen, da man unbedingt erfahren möchte, was mit Poppy passiert ist und ob sie lebend gefunden werden kann.
Ein Thriller, der durch den aktuellen Plot und durchgehende Spannung überzeugt.
Fesselnde Fortsetzung!
Was ich nie gesagt habe von Abel Susanne
Der erfolgreiche Moderator Tom Monderath tritt nach seinem Zusammenbruch beruflich kürzer. In dieser Zeit genießt er seine Liebe zu Jenny und das Familienglück mit Jennys Sohn Carl. Tom hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Doch dann meldet sich sein Halbbruder Henk, der auf ihn durch eine Übereinstimmung der DNA aufmerksam wurde.
Henk drängt auf ein Treffen. Tom lässt sich widerstrebend darauf ein. Schon bald findet Henk heraus, dass es noch weitere Halbgeschwister gibt. Tom ist wenig begeistert und will nichts von einer umfangreichen Suche wissen. Es scheint so, als hätte Tom seinen Vater Konrad nicht gekannt, denn wie kann es sein, dass es so viele Halbgeschwister gibt? Da Konrad tot ist, kann er sich nicht mehr dazu äußern. Doch Henk und Jenny wollen mehr erfahren und beginnen nachzuforschen....
"Was ich nie gesagt habe - Gretchens Schicksalsfamilie" ist die Fortsetzung von "Stay away from Gretchen - Eine unmögliche Liebe". Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat, da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Dennoch ist es empfehlenswert, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um mehr über Toms Mutter Greta zu erfahren. Denn wenn man ihr Schicksal kennt, kann man ihr Verhalten einfach besser einschätzen und nachvollziehen.
Genau wie im ersten Teil, trägt sich die Handlung auch in dieser Fortsetzung auf zwei Zeitebenen zu. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man Tom, der in Jenny verliebt ist und das Familienglück mit dem kleinen Carl genießt. Außerdem erfährt man, wie Tom auf seinen Halbbruder Henk reagiert und wie die Annäherung der Brüder verläuft, bis Henk schließlich die sprichwörtliche Büchse der Pandora öffnet und weitere Halbgeschwister zutage fördert.
In der Vergangenheit beobachtet man Konrad, dessen Kindheit und Jugend vom Krieg geprägt wurden. Nach und nach erfährt man, wie Konrads Leben verlief und wie aus Greta und Konrad schließlich ein Paar wurde. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant. Die Autorin versteht es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man früh in die jeweiligen Handlungen eintauchen kann und bereits nach kurzer Zeit in den Sog der Ereignisse gerät. Die Charaktere wirken so lebendig, dass man mit ihnen mitfiebert und die Geschichte bis zum Schluss gespannt verfolgt.
Eine fesselnde Fortsetzung, die Fans des ersten Teils auf keinen Fall verpassen dürfen!
Spannender Pageturner!
Das Letzte, was du hörst von Andreas Winkelmann
Als die Journalistin Roya Mayer eine Nachricht von Martina erhält, in der sie Roya um Hilfe bittet, ahnt die Journalistin, dass jede Sekunde zählt, um Martina zu retten. Doch die Hilfe kommt zu spät, denn Martina wird schließlich tot von Kommissarin Carola Barreis aufgefunden. Die Kommissarin geht zunächst von Selbstmord aus, doch Roya glaubt nicht daran.
Sie ist beunruhigt, da Martina regelrecht besessen vom Podcast "Hörgefühlt" und seinem Sprecher Marc Maria Hagen war. Dieser Podcast hat es auch Altenpflegerin Sarah angetan. Sie verpasst nie eine Folge und findet in Marc Maria Hagens Worten Halt....
Auch bei diesem Thriller von Andreas Winkelmann ist man wieder vom ersten Moment an mitten im spannenden Geschehen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die häufig an entscheidenden Szenen wechseln, wodurch bereits früh ein hohes Tempo angeschlagen wird. Außerdem gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, bei der man eine Person beobachtet, die offenbar eine andere gefangen hält. Da man zunächst nicht erfährt, um wen es sich handelt, ist man gespannt, wie sich dieser Erzählstrang in die Handlung einfügen wird.
Die Story ist nicht nur spannend, sondern kaum vorhersehbar. Andreas Winkelmann versteht es wieder hervorragend, Spuren auszulegen, denen man nur allzu bereitwillig folgt, um dann festzustellen, dass man offenbar in die Irre geleitet wurde und die eigenen Überlegungen überdenken muss. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse, fiebert mit den Charakteren mit und versucht dem Täter auf die Schliche zu kommen. Wenn man meint, dass einem das gelungen ist, stellt man fest, dass der Autor noch eine Schippe drauflegt.
Ein Thriller, der durch Spannung, unverhoffte Wendungen und ein hohes Tempo überzeugt!
Ereignisreiche Fortsetzung
Die Dorfschullehrerin von Eva Völler
Seit Maries spektakulärer Flucht über die innerdeutsche Grenze, lebt Helene mit ihrer Tochter in Frankfurt. Helene arbeitet dort als Lehrerin. Doch dann erhält sie eine einmalige Gelegenheit für ihr berufliches Fortkommen: Ihr wird die Stelle als Rektorin in ihrer ehemaligen Schule in Kirchdorf angeboten.
Nur zögerlich geht Helene auf das Angebot ein, denn sie kehrt nur mit gemischten Gefühlen an den Ort zurück, in dem Tobias lebt. Doch das Wiedersehen mit Tobias ist nur eines von mehreren Problemen, denn die Schulreform soll umgesetzt werden und Helene steht ein Kampf gegen Windmühlen bevor. Außerdem hat ihre Freundin Isabella große Probleme, über die sie zunächst nicht spricht....
"Was das Schicksal will" ist nach "Was die Hoffnung verspricht" der zweite Teil um die Dorfschullehrerin Helene. Man kann dem aktuellen Geschehen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat, da Eva Völler wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Um die Weiterentwicklung der Charaktere zu beobachten, ist es aber sinnvoll, die Reihenfolge einzuhalten.
Die Handlung setzt etwa drei Jahre nach dem Ende des ersten Teils ein. Mittlerweile hat sich bei den Protagonisten einiges getan. Eva Völler gelingt es vom ersten Moment an, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man problemlos in die Erzählung eintauchen kann. Man darf sich dabei über ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren freuen, trifft aber auch auf neue Akteure.
Das Dorfleben wird authentisch beschrieben. Klatsch und Tratsch machen noch immer eifrig die Runde. Der damalige Zeitgeist wird dabei hervorragend vermittelt. Denn die Charaktere haben mit einigen Problemen zu kämpfen, wodurch die Erzählung niemals langweilig wird. Allerdings hat man zuweilen das Gefühl, dass weniger Dramatik der Geschichte gut getan hätte, denn so wirkt das Ganze etwas überladen und konstruiert. Dennoch kann man mit Helene und den anderen Protagonisten mitfiebern und gespannt beobachten, was das Schicksal für sie bereithält.
Eine Fortsetzung, die zwar stellenweise etwas überladen wirkt, aber dennoch durch authentische Charaktere und eine gelungene Hintergrundkulisse überzeugt.
Spannender Auftakt
City on Fire von Don Winslow
In Providence, Rhode Island, sind die Grenzen der beiden Mafia-Clans, die sich das Gebiet teilen, klar abgesteckt. Die italienischen Morettis und die irischen Murphys leben Mitte der 1980er Jahre relativ friedlich nebeneinander her. Doch dann spannt der Sohn des irischen Clanoberhaupts einem Moretti die Freundin aus.
Damit beginnt ein unvorstellbarer Bandenkrieg, bei dem sich beide Parteien bis aufs Blut bekämpfen...
"City on fire" ist der Auftakt einer Trilogie. Deshalb lernt man zunächst alle Charaktere, Handlungsorte und Gegebenheiten ausführlich kennen. Don Winslow gelingt es hervorragend, die entsprechenden Szenen so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und dadurch ganz in die komplexe Story eintauchen kann.
Der Start verläuft zunächst gemächlich, da die Charaktere ausführlich eingeführt werden. Man lernt sie alle genau kennen und kann sie deshalb im weiteren Verlauf gut einschätzen. Es ist beinahe so, als ob man selbst dabei wäre. Die zunächst eher geruhsame Atmosphäre verändert sich schnell, als die Morettis mitbekommen, dass Liam Murphy Grenzen überschreitet und jegliche Warnungen ignoriert. Man kann die aufgeladene Atmosphäre förmlich spüren und gerät in den Sog der Ereignisse. Gespannt verfolgt man, wie das Schicksal seinen Lauf nimmt.
Im Zentrum der Ereignisse steht Danny Ryan, der mit Terri Murphy, Tochter des irischen Clanoberhaupts, verheiratet ist. Eigentlich ist Danny nur ein kleiner Fisch im Mafia-Gefüge, doch nach und nach ändert sich das gewaltig. Danny wirkt sehr sympathisch und deshalb verfolgt man gebannt, was nun geschieht und wie vermeintliche Kleinigkeiten plötzlich ungeahnte Ausmaße annehmen.
Ein spannender Auftakt, den man, einmal angefangen, nur ungern aus der Hand legen mag. Das Ende sorgt dafür, dass man am liebsten sofort zum nächsten Teil greifen würde.











