Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Book Hangover vorprogrammiert
The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch von Sabine Schoder
Joy fühlt sich wie im falschen Film, als man sie eines Tages völlig unvermittelt kidnappt und sie an einer Akademie landet, an der Capulets und Montagues gegen einen seltsamen Fluch kämpfen, der mit der Geschichte um Romeo und Julia zu tun hat. Geht sie zunächst von einem Irrtum aus, muss sie doch bald feststellen, dass ihr Schicksal tatsächlich davon abhängt.
Aber wie schwer kann es schon sein, sich nicht in den Falschen zu verlieben?
Der Klappentext zu diesem Buch hat mir so gut gefallen, dass meine Erwartungen an die Geschichte ziemlich hoch waren – umso mehr, weil ich erst vor kurzem Sabine Schoders „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ gelesen hatte und restlos begeistert gewesen war.
Ein bisschen habe ich schon gebraucht, um mit den Figuren warm zu werden, aber dann… Sagen wir es mal so: Die letzten 200 Seiten waren viel zu schnell vorbei und ich weiß gar nicht, wie es jetzt bis Februar, bis zur Fortsetzung, aushalten soll.
Die Welt mit ihren Familienfehden und Flüchen ist schon ein kleines bisschen abgedreht, aber ich finde es total faszinierend, was die Autorin da aus dem Stoff von Romeo und Julia geschaffen hat. Ganz besonders aber mag ich, wie Sabine Schoder ihre Figuren schreibt. Die sind nämlich nicht so perfekt, dass man auf der Stelle hin und weg ist, sondern man verliebt sich allmählich in sie, während man sie mit all ihren Ecken und Kanten kennenlernt. Das Ende dieses ersten Bandes war außerdem richtig toll, mit einer Wendung, die meine Vorfreude auf den zweiten Teil gleich noch mal mehr befeuert hat.
Auf jeden Fall gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die Lust auf ideenreiche Jugendfantasy mit wunderbaren Charakteren haben, – aber auch eine Warnung, dass ihr mit einem schlimmen „Book Hangover“ rechnen solltet.
Kam bei der ganzen Familie gut an
Das NABU-Vogelbuch von Peter Mullen; Fabian Karwinkel
Auf fast 300 Seiten stellt der Kosmos-Verlag zusammen mit den Umweltverband NABU die in Deutschland heimischen Vögel vor. Das hochwertige gebundene Buch enthält Abbildungen und Illustrationen für alle Vogelarten und bietet sogar die Möglichkeit, in einer dazugehörigen App die jeweiligen Vogelstimmen anzuhören.
Bei uns kam das Vogelbuch bei der ganzen Familie sofort gut an: Die Kinder sind begeistert von den vielen Bildern und freuten sich außerdem, so viele bekannte Tiere in einem Buch zu sehen. Auch die jeweiligen Texte stießen bei Klein und Groß auf Interesse – hier gibt es wirklich viele interessante und auch überraschende Informationen und Details. Auch für Erwachsene gibt es wahnsinnig viel zu entdecken, wie etwa die anatomische Darstellung von Vögeln ganz hinten im Buch oder auch allgemeine Informationen, beispielsweise zum Thema vogelfreundlicher Garten.
Mich begeistert vor allem, dass es dem Buch gelingt, so viele Altersgruppen anzusprechen. Mit den vielen Bildern und Illustrationen sowie den umfangreichen Textinformationen nebst wissenschaftlichen Angaben kommen sowohl die Jüngeren als auch interessierte Erwachsene auf ihre Kosten. Die Möglichkeit, sich die Vogelstimmen in der App anzuhören, haben wir auch schon ausgiebig genutzt.
Das Buch lädt auf jeden Fall zum immer wieder darin Schmökern ein und hat bei uns schon einen festen Platz in der Familienbibliothek erhalten.
Bücherjagd
Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1) von David Farr
Die Geschwister Rachel und Robert leben in einer düsteren, von einem bösartigen Präsidenten regierten Welt, in der Kinder größtenteils unerwünscht und viele Bücher verboten sind. Aber es regt sich Widerstand, und die beiden erhalten die Aufgabe, sich um ein ganz besonderes Buch zu kümmern.
Das Kinderbuch von David Farr zeichnet eine düstere und oft brutale Welt, die teilweise stark an den Nationalsozialismus erinnert.
Die beiden Helden haben es ziemlich schwer, sind oft auf sich allein gestellt, aber gleichzeitig vermittelt die Geschichte auch, dass man die Hoffnung nicht aufgeben sollte – hier findet der Autor auf jeden Fall ein sehr gutes Gleichgewicht.
Spannend und actionreich ist das Buch außerdem, und zwar vom Anfang bis zum Ende. Als Leser darf man auf der Jagd um das „Buch der gestohlenen Träume“ ganz schön mitfiebern. Nicht ganz so interessant fand ich die Auszüge aus eben diesem Buch. Damit konnte ich inhaltlich eher wenig anfangen.
Alles in allem aber ist es ein empfehlenswertes Abenteuerbuch mit viel Hintergrund zum Nachdenken. Da stellenweise doch einiges an Gewalt vorkommt, finde ich die Altersempfehlung des Verlags ab elf Jahren auf jeden Fall angemessen.
Volltreffer
Ich träumte von einer Bestie von Nina Blazon
Ein Tod in der Familie zwingt die Datenforensikerin Fleur, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Spurensuche nach einer Legende rund um eine Bestie führt sie dabei bis nach Frankreich.
Ich habe bereits einige Bücher von Nina Blazon gelesen und meiner Erfahrung nach kann sie praktisch über jedes beliebige Thema schreiben und mich damit begeistern.
Wüsste ich das nicht, hätte das Cover allerdings wenig Interesse bei mir geweckt.
Meine Erwartungen wurden allerdings noch übertroffen, denn die Geschichte birgt inhaltlich so viel mehr als der Klappentext verspricht. Der klang für mich schon sehr interessant, aber im Verlauf der Geschichte gab es Wendungen um Wendungen, die in meinen Augen sogar das Genre des Buchs leicht veränderten. Im Grunde war die Story ganz anders als gedacht, aber tatsächlich noch viel besser als erwartet.
Es steht außerdem ohne Zweifel, dass die Autorin einfach toll schreiben kann – insbesondere ihre besonderen Charaktere. Vor allem die Protagonistin Fleur ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auf jeden Fall passiert rein gar nichts nach Schema F, und das tat richtig gut. Daneben merkt man ganz deutlich, wie viel Zeit Frau Blazon in ihre Hintergrundrecherchen investiert hat – und dadurch macht es gleich doppelt so viel Spaß, in die Materie einzutauchen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch ein ganz wunderbares, einzigartiges Leseerlebnis war, so dass ich es allen, die nur ansatzweise neugierig sind, ausnahmslos empfehlen kann. Ich für meinen Teil bin schon jetzt gespannt, mit was für einem Thema mich die Autorin das nächste Mal begeistern wird.
Beeindruckende Geschichte über medizinischen Meilenstein
Die Formel der Hoffnung von Lynn Cullen
Als Ärztin in den 40er Jahren hat es Dorothy Horstmann generell nicht leicht: Männliche Ärzte erhalten grundsätzlich mehr Anerkennung, einschließlich in der Forschung. Doch sie hat sich dem Kampf gegen den Polio-Virus verschrieben und lässt, allen Hindernissen zum Trotz, nicht locker.
Der auf der wahren Geschichte von Dr.
Dorothy Horstmann beruhende historische Roman konnte mich mit einer unglaublich eindrucksvollen Beschreibung der damaligen Umstände in den 40er und 50er Jahren sehr begeistern. Gefühlt hautnah ist man dabei, als Dorothy sich unablässig darum bemüht, Fortschritte in der Polio-Forschung zu machen, wobei ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt werden.
Aufbau und Erzählweise des Romans sind etwas sprunghaft, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber die Geschichte bleibt spannend und vermittelt hervorragend, wie schwierig und langwierig, die Entwicklung des Impfstoffes damals war.
Für mich schildert der historische Roman unterhaltsam und lehrreich ein spannendes Stück medizinische Zeitgeschichte über eine Krankheit, die man heute – dank der Impfung – nur noch dem Namen nach kennt. Auf jeden Fall empfehlenswert!
Grandiose Dialoge, bedrückende Grundstimmung
Cleopatra und Frankenstein von Coco Mellors
In den Leben von Cleo und Frank gibt es eigentlich nicht viele Überschneidungen, daher ist es Zufall, als sie in einer New Yorker Silvesternacht aufeinandertreffen und sich ziemlich schnell ineinander verlieben. Aber auch danach ist ihre Beziehung eine wahre Achterbahnfahrt der Emotionen…
Kaum ein paar Seiten hineingelesen, da wusste ich schon: Mit Cleo und Frank muss ich unbedingt noch mehr Zeit verbringen – allein schon wegen der amüsanten Dialoge! Mit meinem ersten Eindruck einer literarisch anspruchsvolleren Version von „Sex and the City“ lag ich dann auch gar nicht so falsch, auch wenn es doch wesentlich dramatischere Züge hatte.
Cleo und Frank sind nicht wirklich Charaktere, die man liebgewinnt – und Gleiches gilt auch für viele Nebenfiguren. Sie alle werden unbeschönigt, manchmal schonungslos, mit sämtlichen Fehlern und Macken dargestellt. Die Dialoge fand ich durchweg grandios geschrieben, der Humor war total meins und auch die Liebes- und Leidensgeschichte der beiden hatte definitiv eine große Sogwirkung.
Allerdings war es mir stellenweise zu provokant, zu dramatisch und auch einfach zu lang, was ich wirklich schade fand, weil mich das Buch zunächst so begeistern konnte.
Alles in allem hält das Buch genau das was es verspricht: Es geht um die Liebe in New York, es ist unheimlich emotional und toll geschrieben, aber es ist auf jeden Fall auch sehr bedrückend und meinen Geschmack hat es damit leider nicht ganz getroffen.
Perfekt für Leseanfängerinnen
Emily Meermädchen, Band 1 - Das große Geheimnis von Liz Kessler
Emily lebt an der Küste und ist vom Wasser fasziniert, kann aber bislang nicht schwimmen. Nach einer katastrophalen ersten Schwimmstunde in der Schule schleicht sie sich von zuhause weg, um sich allein ans Meer heranzutasten – und muss feststellen, dass viel mehr in ihr steckt als gedacht.
Als ebenfalls noch nicht ganz schwimmtüchtige Namensvetterin war meine Tochter von der Idee hinter diesem Buch sehr angetan.
Mich selbst hatten beim ersten Blick ins Buch auf Anhieb die wunderschönen Illustrationen begeistert.
Die Gestaltung des Buchs insgesamt ist wirklich zauberhaft und perfekt auf die Zielgruppe, Erstleserinnen, abgestimmt. Auch inhaltlich war meine Tochter sehr fasziniert und fand die Entwicklung sehr spannend. Allerdings war es, laut ihrer Aussage, viel zu schnell vorbei – und dem kann ich nur zustimmen. Selbst als Erstklässlerin lässt sich die Geschichte fast in einem Rutsch durchlesen, so dass wir uns doch ein klein wenig mehr Text bzw. mehr Seiten gewünscht hätten.
Insgesamt trifft das Buch, finde ich, genau den Geschmack der Zielgruppe, ist aber eher für Leseanfängerinnen geeignet, bei denen es noch recht langsam vorangeht – sonst ist die Geschichte gleich wieder vorbei.
Außergewöhnliche, aber wunderbar passende Comic-Adaption
Anne auf Green Gables von Mariah Marsden; Lucy Maud Montgomery
Aufgrund eines Versehens erhalten die Cuthberts keine Waisenjungen, der ihnen bei der Arbeit auf ihrer Farm unter die Arme greift, sondern das außergewöhnliche Waisenmädchen Anne, die angesichts des neuen Zuhauses überglücklich ist und bald schon das geruhsame Leben der Cuthberts durcheinanderwirbelt.
Als großer Fan des Klassikers von Lucy Maud Montgomery war ich sehr gespannt auf dessen Umsetzung als Comic. Der grafische Stil ist für manche vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, mich konnte er aber von Anfang an begeistern. Ich finde, die Bilder fangen die Stimmung und Annes besonderen Blickwinkel perfekt ein. Besonders gefallen hat mir auch die abwechslungsreiche Darstellung – manche Bilder nehmen beispielsweise eine ganze Seite ein.
Für mich ist das Buch eine rundum gelungene Comic-Adaption des Klassikers, der sowohl Kinder als auch ältere Fans des Originals begeistern und zum immer wieder Lesen animieren dürfte.
Ein drückend heißer und emotional aufwühlender Sommer
Rattensommer von Juliane Pickel
Lou und Sonny sind schon ihr ganzes Leben beste Freundinnen. Eigentlich könnten sie verschiedener gar nicht sein, und trotzdem verbringen sie jede freie Minute miteinander – so auch in diesem Sommer, der gefühlt (oder tatsächlich) heißer denn je ist. Doch dann wird ihre Freundschaft in jederlei Hinsicht auf die Probe gestellt.
Bei diesem Buch ist das Cover wirklich Programm: Den drückend heißen Sommer kann man nämlich wirklich auf jeder einzelnen Seite fühlen! Was zunächst als relativ harmlose Erzählung zweier gelangweilter Freundinnen in den Sommerferien beginnt, entwickelt nach und nach eine ziemlich erschreckende Dynamik, bei der einem angst und bange werden kann.
Die Geschichte wird ausschließlich aus Lous Sicht erzählt und trotzdem hat man nicht das Gefühl, als Leser eine einseitige Perspektive zu erhalten. Der Autorin gelingt es außerdem richtig gut, das Zögern, das Hin und Her der Gefühle und die Zerrissenheit der 15jährigen Lou zu beschreiben.
Ein insgesamt sehr packender und emotional aufwühlender, sommerlicher Jugendroman, den ich in jedem Fall gerne weiterempfehle.
Unerwartet vielseitiges Jugendbuch, das voll und ganz überzeugt
Irgendwo wartet das Leben von Erin Entrada Kelly
Fawn Creek ist ein kleiner Ort, an dem praktisch nichts passiert. Eine neue Mitschülerin an der örtlichen Middle School, und dann auch noch so eine ungewöhnliche wie Orchid, ist dementsprechend das Highlight des Jahres. Aber nicht alle sehen das so positiv wie Greyson und Dorothy…
Die Autorin Erin Entrada Kelly hat wirklich ein richtig gutes Händchen darin, Geschichten auf eine unaufgeregte und fast alltägliche Weise zu erzählen und ihre Leser trotzdem zu packen – zumindest ging es mir so, und dieses hier ist bereits das zweite Buch, das ich von ihr gelesen habe.
Greyson und Dorothy sind Außenseiter an ihrer Schule und selbst zuhause haben sie es nicht einfach. Für sie bedeutet Orchid ein (Licht-)Blick in die Welt nach draußen, außerhalb der kleinen Gemeinschaft am Ort. Deswegen fällt es ihnen ganz besonders leicht, sie gleich ins Herz zu schließen. Und die ganze eigene und selbstbewusste Orchid ist wirklich etwas ganz Besonderes – das wird selbst denen klar, die eigentlich keine großen Fans von ihr sind. Und so ähnlich ging es auch mir mit den Figuren, einschließlich den „Gegenspielern“: Die Autorin gibt uns Einblick in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren und macht es einem so besonders leicht, Zugang zu ihnen zu finden.
Auf der anderen Seite bleibt vieles um Orchid lange Zeit ein Geheimnis, wodurch ein Spannungsbogen entsteht, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte – erst recht nicht mit dem Ende!
Alles in allem ist „Irgendwo wartet das Leben“ ein unerwartet vielseitiges Jugendbuch, das in seiner ruhigen und nachdenklichen und gleichzeitig doch sehr emotionalen und auch spannenden Erzählweise voll und ganz überzeugt.











