Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Übersichtliches und praktisches erstes Nachschlagewerk
Ravensburger Lexika - Das Ravensburger Grundschullexikon von A bis Z von Peggy Gampfer; Claudia Köster-Ollig; Anke Schönfeld
Das neue Ravensburger Grundschullexikon liefert auf 288 großformatigen Seiten eine Fülle an Informationen, die exakt auf Grundschüler zugeschnitten sind.
Die Sachbücher aus dem Ravensburger Verlag waren bei unseren Kindern schon von klein auf sehr beliebt. Der neueste Zugang aus dessen Programm steht dem in nichts nach: In gewohnt altersgerechter und qualitativ hochwertiger Art und Weise sind hier Informationen zu den unterschiedlichsten Themen aufbereitet worden.
Die einzelnen Artikel sind kompakt gehalten und werden mit vielen Fotos, Schaubildern und zusätzlichen Infokästen ergänzt.
Bemerkenswert ist aber auch die Übersicht des Lexikons: Rot hervorgehobene Artikelüberschriften, große Seitenzahlen und auch eine alphabetische Leiste am oberen Rand helfen den Kindern, sich beim Nachschlagen zurechtzufinden. Toll finde ich außerdem die Übersichtsseiten zum Schulwissen für Mathe und Deutsch sowie die Tipps für die ersten Referate am Ende des Buchs.
Alles in allem sind wir also sehr begeistert und können das Nachschlagewerk definitiv für alle Grundschüler weiterempfehlen.
Medusa als Dreh- und Angelpunkt
STONE BLIND - Der Blick der Medusa von Natalie Haynes
Medusa wächst als Sterbliche unbescholten und stets neugierig auf alles bei ihren Schwestern, den unsterblichen Gorgonen, an einem einsamen Küstenstück auf. Das Leben und die Streitereien der Götter berühren Medusa zunächst nur wenig – bis es zu einem Vorfall kommt und Athene ihr Leben für immer verändert.
Die Autorin Natalie Haynes hat hier viele Sagen und Mythen rund um die griechischen Götter und ihre Machenschaften neu erzählt – mit Medusa als Dreh- und Angelpunkt. Dabei liegt der Fokus nicht immer nur auf Medusa, wie man das vielleicht erwarten könnte. Als Leser darf man in eine Vielzahl von Perspektiven eintauchen und so diverse Legenden neu entdecken.
Zunächst scheint die Erzählung aufgrund der vielen Erzählperspektiven etwas unübersichtlich und auch sprunghaft, aber tatsächlich webt die Autorin dabei sorgfältig ein ganzes Netz an Eindrücken, so dass man sich als Leser am Schluss selbst ein Bild machen und die Frage beantworten kann, wer nun eigentlich das Monster ist.
Besonders gut gefallen hat mir die stimmige und poetische Sprache, die die ganze Erzählung trägt. Etwas anstrengend fand ich manchmal den übergreifenden und auch irgendwie unzuverlässigen Erzähler, mit dem ich gelegentlich nicht einer Meinung war. Allen Lesern, die wie ich Fan der griechischen Mythologie sind, kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Spannendes Abenteuer zwischen zwei Welten
Die Seelenpferde von Ventusia, Band 1 - Windprinzessin von Jennifer Benkau
Fiona verbringt ihre Sommerferien damit, auf dem Reiterhof auszuhelfen, um Geld für ein eigenes Pferd zu sparen und außerdem möglichst viel Zeit mit den Pferden zu verbringen. Doch dann tauchen zwei scheinbar wilde Hengste und ein geheimnisvoller Junge auf – und Letzterer gibt vor, mehr über Fionas unbekannte Herkunft zu wissen.
Bisher kannte ich ausschließlich Jennifer Benkaus Werke für Erwachsene, der Klappentext zum ersten Band dieser neuen Reihe für Kinder ab 10 Jahren klang aber so interessant, dass ich auch hier zuschlagen musste. Und so viel kann ich gleich vorneweg sagen: Die Autorin konnte mich auch hier wirklich begeistern!
Fiona ist eine durchweg sympathische Protagonistin, die wunderbar selbstbewusst ist und der trotzdem die Menschen um sie herum sehr wichtig sind. Ihre geheimnisvolle Herkunft macht sie zu etwas Besonderem, ist aber auch der Grund, warum es ihr schwerfällt, Freundschaften zu schließen. Ihre Liebe zu den Pferden bekommt ausreichend Raum in der Geschichte, wird aber so unaufdringlich erzählt, dass man auch als nicht ausdrücklicher Pferdeliebhaber großen Spaß an der Geschichte hat.
Besonders gelungen sind auch die Fantasy-Aspekte der Geschichte: Ich fand es sehr faszinierend, mehr über Ventusia, die dortigen Menschen und ihre Magie zu erfahren. Die Autorin hat hier so viele spannende Details eingeflochten, dass man nur hoffen kann, dass es ganz viele weitere Bände gibt, in denen diese alle ausgearbeitet werden.
Für mich war dieser Einstiegsband auf jeden Fall rundum gelungen und ich kann es gar nicht erwarten, wieder in diese Welt zurückzukehren.
Silvesterfeier endet im Alptraum
Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum von Malin Stehn
Was als traditionelle Silvesterfeier zweier Familien beginnt, endet am nächsten Morgen mit einem Albtraum: Die 17jährige Tochter ist verschwunden. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was passiert ist, kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht.
Malin Stehn hat hier insgesamt einen richtigen Pageturner geschrieben, den man nur schwer beiseitelegen kann.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Beteiligter, so dass man als Leser in die Gefühlswelten der einzelnen Personen eintauchen kann. Vor allem wenn man selbst Kinder hat, kann man viele Gedankengänge und Ängste der Figuren ziemlich gut nachempfinden.
Stellenweise gibt es durch einige zu ausführliche Beschreibungen ein paar Längen, was die Spannung etwas schmälert. Zum Schluss zieht das Tempo aber noch einmal an und die Geschichte wartet mit einer tollen unerwarteten Wendung auf.
Gruselige Geister
Die Polidoris und der Pakt mit der Finsternis (Bd. 1) von Anja Fislage
Als ihre Eltern bei einer Expedition verschollen gehen, bleibt Petronella und ihren Geschwistern nichts anderes übrig, als vorübergehend zu ihren unbekannten Großeltern zu ziehen. Deren Haus, das Polidorium, ist schon allein deswegen gruselig, weil es ein Bestattungsinstitut ist – aber dort scheinen auch noch ganz andere übersinnliche und gespenstische Dinge vor sich zu gehen…
Mit Petronella, ihrem Zwillingsbruder Pellegrino und der älteren Schwester Roberta bekommen junge Leser drei sehr unterschiedliche Charaktere an die Hand – und mir hat es richtig gut gefallen, dass man die Geschichte aus der Perspektive von allen dreien erzählt bekommt, denn sie bringen jeweils ganz unterschiedliche Eindrücke mit.
Wenn in dieser Geschichte eines nicht fehlt, dann ist es definitiv der Gruselfaktor – junge Leser ab 11 Jahren kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Mit knapp 400 Seiten ist es für die Altersgruppe nicht gerade kurz, es wird aber durch zahlreiche tolle Illustrationen aufgelockert, die die Geschichte perfekt ergänzen.
Einige Figuren und Elemente konnten mich richtig begeistern, insgesamt hat mir aber noch das gewisse Etwas gefehlt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass in einem zweiten Band der Funke endgültig überspringt, da die Polidoris auf jeden Fall viel Potenzial haben.
Weiterer starker Teil der Reihe
Keeper of the Lost Cities - Das Vermächtnis (Keeper of the Lost Cities 8) von Shannon Messenger
Sofie und ihre Freunde stecken mittlerweile tief drin, was die Politik zwischen den verschiedenen Völkern angeht, und so ist es nicht verwunderlich, dass der Ältestenrat ihnen nun eine offiziellere Rolle zukommen lässt. Daneben ist Sofie aber vor allem mit zwei Dingen beschäftigt: Wie können sie Tam aus den Fängen der Neverseen befreien – und wie kann sie endlich herausfinden, wer ihre biologischen Eltern sind?
Nach dem Cliffhanger im vorherigen Band geht es nahtlos weiter und eh man sich versieht, steckt man mit Sofie und ihren Freunden schon in zahllosen neuen Aufgaben bzw.
Abenteuern. Mittlerweile hat Sofie mit Konflikten an mehreren Fronten zu kämpfen und entsprechend fällt es ihr schwer allen und allem gerecht zu werden.
Shannon Messenger schafft es auch im achten Band wieder, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Die Welt um Sofie herum ist mittlerweile wirklich sehr komplex, aber die Autorin schafft es, alles so gut zu vermitteln, dass man einfach die unheimlich spannende Geschichte genießen kann. Es gibt diesmal so einige Entwicklungen – und natürlich auch wieder einen richtig fiesen Cliffhanger!
Der achte Band ist also ein weiterer starker Teil dieser Reihe, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Jetzt heißt es nur viel Geduld aufbringen, bis der nächste Band erscheint…
Vielseitiges Lesevergnügen
Der Fußgänger von Wigald Boning
Wigald Boning erkundet in diesem Buch den Mensch als „Fußgänger“ in jeder nur denkbaren Art und Weise: Jede Gangart, jegliche (Fuß-)Bekleidung, an den unterschiedlichsten Orten, bei jeglichem Wetter und in jeglicher Begleitung – es gibt scheinbar nichts, was er zu Fuß noch nicht ausprobiert hat.
In diesem hochwertig aufbereiteten Buch mit dem ja doch so unscheinbaren Titel steckt viel mehr als ich zunächst erwartet hatte. Das Gehen, Wandern, Laufen wird hier aus jeglicher Perspektive ausführlich und interessant beleuchtet – und zwar immer unterhaltsam, humorvoll und sprachlich gekonnt. Zusammen mit den vielen Fotos ergibt sich dadurch ein kleines Kunstwerk, in dem man Wigald Boning sozusagen auch persönlich kennenlernen darf.
Mir hat das Lesen in diesem Buch unheimlich viel Spaß bereitet und ich war selbst überrascht, wie schnell und leicht sich ein Sachbuch zu diesem scheinbar eng gefassten Thema weggelesen hat. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung für jeden, der die Welt gerne zu Fuß erkundet.
Zurück bei der Stranger Times – gelungene Fortsetzung
This Charming Man von C. K. McDonnell
Die Redaktion der Stranger Times steht, neben allerlei persönlichen Problemen, mal wieder vor einem ungewöhnlichen Rätsel: In Manchester gehen Vampire um. Menschen wie magische Wesen bestehen darauf, dass es die Blutsauger gar nicht gibt – aber wie lassen sich die spitzen Eckzähne und menschlichen Opfer dann erklären?
Nach nur wenigen Seiten fühlt man sich schon wieder in der wunderbar chaotischen und schrägen Truppe der Stranger Times angekommen, die man im ersten Band kennenlernen durfte.
Wer die so unterschiedlichen Figuren schon dort liebgewonnen hatte, der kommt auch im zweiten Band voll auf seine Kosten. Toll fand ich aber insbesondere, dass man auch neue Seiten der bereits bekannten Charaktere kennenlernen darf. Auch einige sehr interessante und geheimnisvolle neue Figuren sind am Start, von denen man direkt hofft, dass sie einem auch in etwaigen Folgebänden erhalten bleiben.
Der spezielle Humor hat mir auch in diesem Band wieder richtig gut gefallen und sorgt definitiv für etwas Leichtigkeit, obwohl es ja doch recht düster zugeht. Zunächst ist man als Leser etwas damit beschäftigt, die Schauplätze und Figuren zu sortieren, von denen es mittlerweile doch einige gibt, aber dann macht es einfach Spaß, die verschiedenen Entwicklungen zu verfolgen. Spannend bleibt es auf jeden Fall bis zum Schluss.
Wer skurrile, mit schwarzem Humor gespickte und spannende Geschichten mag, der ist bei dieser Reihe auf jeden Fall genau richtig. Für mich stand der zweite Band dem ersten in nichts nach. Jetzt fühle ich mich in der Reihe erst recht zuhause und freue mich daher schon jetzt riesig auf den nächsten Teil.
Perfekte Einstimmung auf Weihnachten
Love Songs in London – All I (don't) want for Christmas von Tonia Krüger
Febe ist an einem wahren Tiefpunkt angelangt, emotional wie finanziell – und das auch noch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen. Aus der Not heraus lässt sie sich auf einen sehr ungewöhnlichen Deal ein: Sie spielt über die Feiertage die Freundin von Liam vor dessen Familie und er bezahlt dafür den Skiurlaub mit ihrer besten Freundin, die Auszeit, die sie so dringend braucht.
Dieses Buch war definitiv die perfekte Weihnachtsliebesgeschichte, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie brauchte, die mich aber schlichtweg begeistert hat. Es gibt nur wenige Bücher in diesem Genre, die mich komplett überzeugen können, und vor allem in Kombination mit Weihnachten besteht doch die Gefahr, dass einem von all dem Zuckersüßen eher ein bisschen schlecht wird. Aber das war hier überhaupt nicht der Fall: Diese Geschichte macht einfach glücklich.
Vermutlich liegt das vor allem an den tollen Figuren: Ich mochte Febe und Liam total, einzeln für sich, aber auch die Dynamik zwischen den beiden. Es hat einfach Spaß gemacht, die Entwicklung der Beziehung zwischen Febe und Liam zu verfolgen und das Auf und Ab hat genau das richtige Maß an Spannung geliefert. Aber auch Liams Familie war toll geschrieben und man konnte sie sich bildlich vorstellen und direkt ins Herz schließen. Die Stadt London als Hintergrund hat dem Ganzen natürlich auch nicht geschadet.
Von mir gibt es daher eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die auch nur ansatzweise Lust auf eine romantische Weihnachtsgeschichte haben.
Fluch des Nordatlantiks
Unsterblich sind nur die anderen von Simone Buchholz
Zwei Freundinnen, Iva und Malin, besteigen auf der Suche nach ihren verschwundenen Freunden eine Fähre nach Island, die MS Rjúkandi. Sehr schnell fällt ihnen auf, dass die anderen Menschen an Bord der Fähre nicht dem Standard entsprechen – und überhaupt hat Iva ein ganz komisches Gefühl…
Lange schon wollte ich endlich einmal einen der viel empfohlenen Krimis der Autorin lesen, nun aber ist dieser ganz neue (und ganz andere) Roman mein erster von Simone Buchholz geworden – deswegen hatte ich keinerlei Erwartungen aufgrund ihrer vorherigen Werke.
Es ist definitiv ein sehr besonderes Buch, das für mich unheimlich viel Atmosphäre hatte. Ein klein wenig musste ich dabei auch an Jack Sparrow und Fluch der Karibik denken – aber insgesamt war es wesentlich ernster, düsterer und auch kälter (weil Nordatlantik). Besonders auch deswegen, weil es in jedem Fall die Genreschubladen sprengt und Schreibstil/Textart auch gerne mal zwischendurch ziemlich unvermittelt wechseln. Dieser recht experimentelle Aspekt des Buches hat mir eigentlich ganz gut gefallen, gegen Ende wurde es mir dann aber einen Tick zu viel.
Iva war für mich die eigentliche Protagonistin der Geschichte, auch wenn der Leser ebenfalls Einblicke aus anderen Perspektiven erhält. Iva mochte ich besonders gerne, gerade ihre zwiespältigen Gefühle im Laufe der Fahrt fand ich toll herausgearbeitet, aber es gab noch so einige andere Figuren, die ich gleichermaßen besonders wie sympathisch fand. Einzig die Sprache in den Dialogen, vor allem zwischen Iva und Malin, fand ich manchmal für deren Alter etwas befremdlich.
Für mich war „Unsterblich sind nur die anderen“ auf jeden Fall ein besonderes Buch, das im Gedächtnis bleiben wird – auch wenn ich persönlich mir vielleicht die ein oder andere Kante weniger gewünscht hätte. Empfehlen würde ich es den Lesern, die gerne mal auch Neues ausprobieren und ein Faible für besondere Atmosphäre haben.











