Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Chance verpasst
Waldeskälte von Martin Krüger
Dieser Thriller mit Schauplatz in einem abgeschiedenen Dorf in den Schweizer Alpen war eines der Bücher auf meinem SUB, auf das ich mich am meisten gefreut habe, aber letztlich war ich doch eher enttäuscht.
Das düstere, fast gruselige Setting hat mir gut gefallen und entsprach genau meinen Erwartungen.
An Spannung hat es dem Buch außerdem auch nicht gefehlt – aber das darf man bei einem Thriller ja durchaus erwarten. Trotzdem konnte es mich inhaltlich nicht ganz überzeugen.
Während ich die verschrobenen Charaktere im Dorf noch interessant fand, arbeitete die Ermittlerin von Interpol, die im Mittelpunkt stand, aus meiner Sicht teilweise mit sehr merkwürdigen Herangehensweisen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber eine Stirnlampe in einem dunklen Raum aufzusetzen und anzuschalten, während auf mich geschossen wird, erscheint doch höchst lebensmüde. Auch nicht ganz nachvollziehbar war für mich, wie es sein kann, dass eine Gruppe Mädchen mit einem Schulprojekt näher an der Wahrheit war, als die ermittelnde Polizei es ist.
Gestört hat mich außerdem, dass einige Nebengeschichten nicht auserzählt werden. Auch die sehr detailreichen und bildhaften Beschreibungen der Natur und der Rauheit der Berge hätten in meinen Augen durchaus weniger umfangreich ausfallen können – aber das ist natürlich auch Geschmackssache.
Insgesamt konnte mich „Waldeskälte“ zwar (stellenweise gut) unterhalten, aber ich hatte mir ausgangs definitiv mehr davon erhofft.
Für Liebhaber der Reihe
Die Früchte, die man erntet von Michael Hjorth; Hans Rosenfeldt
Der Einstieg ins Buch hat etwas Vertrautes. Die über Jahre liebgewonnenen Charaktere, von denen man im gesamten Buch viel Neues erfährt, lassen einen relativ schnell ins Buch reinfinden.
Das Buch kann man grob in zwei Teile unterteilen. Der erste handelt von der Jagd nach einem neuen Serienkiller, Vanja in ihrer neuen Rolle als Chefin der Reichsmordkommission und Sebastian in seiner alten als Therapeut - anfänglich fernab seiner alten Einheit.
Auffällig ist, dass der erste Part eine enorme Geschwindigkeit an Entwicklungen aufzeigt, was dem geschuldet ist, dass der zweite Teil sich dann vorrangig um Billy dreht, was allerdings am Ende in meinen Augen etwas abrupt endet und keine Tiefe mehr hat.
Daneben setzt sich Sebastian sehr intensiv - wie nie zuvor- mit seiner Vergangenheit auseinander.
Insgesamt würde ich aufgerundet 4 von 5 Sternen geben - keine volle Punktzahl aufgrund des ersten Teils und der drastischen Entwicklungen im zweiten Part. Man findet wirklich schnell hinein in die Geschichte und es tritt auch keine Langeweile auf, so dass man das Buch relativ schnell durchlesen kann. Wer die Reihe liebt, wird auch dieses Buch mögen.
Erste Liebe und Skateboard wider Willen
Bleistiftherz von Hansson Elin
Liv ist fast 13 Jahre alt und macht nach dem Tod Ihrer Oma und dem Wegzug Ihrer besten Freundin gerade keine einfache Zeit durch. Mit der Ankunft von Frans, dem Sohn einer Freundin ihrer Mutter, und dem daraus entstehenden Beschluss, einen Skateboard-Kurs zu machen, werden die Sommerferien dann doch noch ganz schön aufregend.
Liv mochte ich wirklich auf Anhieb. Sie ist einerseits keine typische 12jährige und denkt auch schon recht selbständig – und auf der anderen Seite hat sie trotzdem die alterstypischen Sorgen und Zweifel, so dass sie sehr authentisch wirkt. Gleichaltrigen wird es sicher leichtfallen, sich mit ihr zu identifizieren. Gleichzeitig fand ich aber auch schön, dass Liv und ihre Situation relativ zeitlos geschrieben sind. So hat die Autorin es geschafft, dass selbst ich – und ich bin schon länger nicht mehr 12 – mich noch gut in Livs Lage versetzen konnte.
Liv beweist außerdem noch unglaublich guten Geschmack, denn Frans (mit den grünsten Augen der Welt) ist wirklich toll und gar nicht nur der coole Skater-Typ, wie man vielleicht zunächst annehmen könnte. Das Kennenlernen der beiden im Laufe der Geschichte ist wirklich zuckersüß und die gemeinsamen Momente waren auf jeden Fall meine Highlights im Buch.
Die eigentlich mit einfachen Worten, aber stellenweise geradezu poetisch geschriebene Geschichte vor der schönen Kulisse Oslos hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Einen kleinen Abzug gibt es, weil ich mir das „Finale“ mit Liv und Frans etwas ausführlicher gewünscht hätte. Für die empfohlene Altersgruppe ab 11 gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Notting Hill für Buchliebhaber
Dein Herz in tausend Worten. von Judith Pinnow
Man kann gar nicht anders, als bei dem Untertitel dieses Buches an den Film mit Julia Roberts und Hugh Grant zu denken. Das Buch nutzt diese Assoziation aber nicht klammheimlich, sondern ganz offen und erwähnt den Film sogar. Abgesehen von der identischen Location sind die Geschichte und ihre Protagonisten aber ganz andere.
Die äußerst schüchterne Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag, aus dem sie jeden Abend heimlich abgelehnte Manuskripte mit nach Hause nimmt und liest. Eines Tages stößt sie dabei auf eine Geschichte, die sie nicht mehr loslässt. Da sie nicht möchte, dass die wunderbaren Zeilen ungelesen bleiben, verteilt sie Auszüge daraus. Wie es der Zufall jedoch will, gerät einer dieser Zettel an William, den unbekannten Autor des Manuskripts.
Millie und William sind sehr speziell, aber gleichzeitig auch sehr sympathisch – wobei man als Leser Millie doch um einiges besser kennenlernt, bevor die eigentliche Liebesgeschichte dann ihren Anfang nimmt. Ganz besonders mochte ich Millies Bruder und die enge Beziehung der Geschwister zueinander – diese Szenen wirkten immer sehr echt und ungekünstelt.
Insgesamt gefiel mir der Schreibstil der Autorin sehr und fand die Geschichte gerade deswegen so schön, weil die Entwicklungen Zeit und Raum bekamen. Trotz des geringen Seitenumfangs fühlte sich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt gehetzt an. Das Setting ist stimmig und diverse sympathische Nebencharaktere bereichern die Geschichte außerdem ungemein – als kitschig empfand ich sie dabei nie.
Wer eine leichte, eher ruhige Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren sucht, der ist hier genau richtig.
Eine tolle Kombination
Emil Einstein (Bd. 1) von Suza Kolb
Obwohl er gerade erst sechs geworden ist, tut Emil nichts lieber, als im Gartenschuppen an Erfindungen zu tüfteln. Seine neueste Idee ist eine Maschine, die es ihm ermöglicht, mit Tieren zu sprechen – ob er das wohl tatsächlich hinbekommt?
Uns haben zunächst die wirklich zauberhaft schönen, teilweise sogar ganzseitigen Illustrationen begeistert.
Mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, kann man diese beim Lesen wirklich ausgiebig bewundern. Aber die Geschichte an sich konnte auf jeden Fall auch überzeugen: Emil ist ein sympathischer kleiner Kerl, dessen Erfindergeist und Liebe zu Tieren wirklich eine tolle Kombination ist. Seine tierischen Begleiter waren richtig putzig und meine Tochter war außerdem sehr von Emils Geburtstagsgeschenk angetan.
Mit den nicht allzu langen Kapiteln und den immer wieder eingestreuten Illustrationen ist die Geschichte super zum Vorlesen und inhaltlich in jedem Fall gleichermaßen für Jungs und Mädchen geeignet. Die Altersempfehlung ab 5 finde ich angemessen, je nach Kind ist es vielleicht auch noch für etwas ältere Kinder bzw. Leseanfänger interessant.
Alles in allem hat uns Emil Einstein richtig gut gefallen und spreche daher gerne eine Leseempfehlung aus.
Schule der kleinen Supertalente
School of Talents 1: Erste Stunde: Tierisch laut! von Silke Schellhammer
Alva hat ein großes Problem: Sie kann die Sprache (fast aller) Tiere verstehen, was jegliche Konzentration und Ruhe beinahe unmöglich macht. Als eines Tages ihr merkwürdiger Onkel Thomas sie auf ihre Fähigkeit anspricht und ihr mitteilt, dass es eine Schule für derartige Talente gibt, ist Alva zwar skeptisch, aber neugierig und verzweifelt genug, um es dort wenigstens einmal zu probieren.
Die Geschichte um Alva und ihre neuen Freunde an der School of Talents fand ich rundum gelungen: Es werden unter anderem Themen wie Anderssein und Freundschaft behandelt, es gibt viele kreative Ideen bei den unterschiedlichen Talenten, eine ordentliche Portion Spannung und Geheimnisse und eine Prise Humor, so dass ein tolles Gesamtpaket entsteht.
Besonders gut gefallen hat mir, dass trotz der „Superkräfte“ der Jungs und Mädchen alle auch ganz normale Probleme haben, so dass sich junge Leser bzw. Zuhörer leicht mit ihnen identifizieren können. Die einzelnen Figuren besitzen außerdem alle ihre ganz eigene Persönlichkeit, so dass sie insgesamt sehr plastisch wirken.
Ein Highlight waren auf jeden Fall auch die wunderschönen Illustrationen, einschließlich des Covers: Es gibt sie am Anfang jedes Kapitels, kleinere zwischendurch und ab und an auch ganzseitige Illustrationen, die die Geschichte noch ein wenig lebendiger machen.
Alles in allem werde ich den Auftaktband zu dieser Reihe gerne (auch zum Vorlesen) weiterempfehlen und auf jeden Fall auch in das nächste Buch hineinschauen.
Ferien mit finnischen Piraten und singenden Hähnen
Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1 von Noora Kunnas
Als Lilli und Mikko die Nachbarin ihres Onkels, Flora Salmanteri, kennenlernen, wird der unangenehme Ferienaufenthalt schon bald zu einem außergewöhnlichen Abenteuer – nicht zuletzt aufgrund der aufregenden Vergangenheit der liebenswürdigen alten Dame und ihrer Freunde.
Es gibt nicht allzu viele Kinderbücher, die die kleinen Leser bzw.
Zuhörer nach Finnland entführen, daher fand ich es ganz toll, dass man bei dieser Geschichte einen Ausflug in dieses ja gar nicht allzu ferne Land macht. Abgesehen von den für unsere Ohren sehr originell klingenden Namen, dürften die Figuren aber nicht sehr repräsentativ für die Finnen sein – dafür waren es dann doch etwas zu schräge Charaktere, die aber (bis auf wenige Ausnahmen) allesamt recht sympathisch waren. Ein Highlight war auf jeden Fall Pedro, der Hahn in der schwarzen Lederjacke, der eine wirklich witzige Idee ist.
Die Illustrationen im Buch fand ich außergewöhnlich und erfrischend anders. Sie haben die Geschichte auf jeden Fall bereichert.
So sehr ich die besondere Geschichte und die eigenen Charaktere mochte, war ich doch etwas enttäuscht, was die beiden Hauptfiguren, Lilli und Mikko, angeht: Diese waren für mein Empfinden recht „blass“ gezeichnet und verschwanden – angesichts der aufregenden Ereignisse – geradezu im Hintergrund, so dass man nur schwer einen Bezug herstellen konnte. Thematisch und sprachlich fand ich das Buch an einigen Stellen für die angedachte Altersgruppe etwas schwer verständlich.
Wer eine außergewöhnliche und aufregende Geschichte sucht, wird hier auf jeden Fall fündig.
Ein großer Spaß
Tinte & Siegel von Kevin Hearne
Al MacBharrais ist Schotte und ein sogenannter Siegelmagier. Letzteres sorgt regelmäßig dafür, dass sein Leben völlig aus den Fugen gerät, denn seine Aufgabe besteht gewissermaßen darin, für Ordnung zu sorgen, wenn sich diverse übernatürliche Wesen nicht an die für die Menschenwelt geltenden Regeln halten.
Auf dieses Buch hatte ich mich wahnsinnig gefreut, aber letztendlich hat es meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten und habe mir direkt im Anschluss die anderen Bücher von Hearne angesehen.
Besonders begeistert haben mich zum einen die fantastischen Elemente im Buch: Die Magie, die verschiedenen übernatürlichen Wesen, das Zusammenspiel der beiden Welten – das Ganze war, so fand ich, wirklich einzigartig kreativ und zugleich ausgeklügelt. Zum anderen habe ich unglaublich viel gelacht – allein schon die Situationen rund um Buck Foi, den von Al „adoptierten“ Hobgoblin, waren superwitzig.
Außerdem war die Geschichte auch richtig spannend: Kevin Hearne schafft es, unheimlich viel Inhalt reinzupacken (Als Vergangenheit, Hintergrundinformationen zur Magie und den Regeln und Gepflogenheiten rund um seine Aufgabe als Siegelmagier und dann natürlich die Geschichte in der Gegenwart), und zwar so geschickt, dass zahnradähnlich eins ins andere greift und zu keinem Zeitpunkt Längen entstehen.
Alles in allem ist es eine spannende fantastische Geschichte voller schräger, einzigartiger und gleichzeitig liebenswerter Figuren, die bestens unterhält (und dabei ganz ohne jede Liebesgeschichte auskommt!).
Für bewegungsfreudige Büchermäuse
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 71 - Turnen, tanzen, Musik machen von Constanza Droop
Bei uns tummeln sich mittlerweile schon viele Bücher der Reihe von Ravensburger und die Kinder sind immer wieder begeistert, was es alles hinter den Klappen zu entdecken gibt. Da unsere beiden aber nicht nur gerne Bücher anschauen bzw. lesen, sondern auch recht bewegungsfreudig sind, war das neue der „Wieso, Weshalb, Warum“-Reihe für uns ein Muss.
Das Buch kommt in der gewohnten Qualität daher und selbst die kleineren Klappen halten die manchmal etwas ungeduldigen Kinderhände aus. Vor allem die Spiralbindung finde ich nach wie vor wirklich klasse – wir haben nämlich viele andere Bücher, bei denen der Rücken schon ganz schön gelitten hat, wenn die Zwerge doch mal drüber rennen oder Ähnliches.
Bei diesem Buch fand ich klasse, wie vielseitig und abwechslungsreich es ist. Inhaltlich gibt es eine große Bandbreite an Bereichen zum Thema Bewegung – vom Kinderturnen, Fußballspielen, Ballett, bis hin zum Yoga, und ergänzend dazu auch noch Seiten zum Musizieren. Gefallen haben uns auch die vielen unterschiedlichen Klappen, die man teilweise erst nach und nach entdeckt. Vor allem die auf der Seite zum Ballett haben unsere 4jährige begeistert.
Tendenziell ist dieses Buch (im Vergleich zu anderen der Reihe) vielleicht eher für die älteren der Altersspanne 2-4 – zumindest bei uns konnte sich die Ältere viel mehr mit den Themen identifizieren. Teilweise hat das natürlich mit Corona zu tun: Der Kleine hat Kinderturnen oder Ähnliches ja bisher nicht kennenlernen können.
Insgesamt fanden wir das Buch richtig klasse und wir freuen uns auf noch viele weitere Entdeckungsreisen damit.
Flaschenfee oje
Maxi von Phlip (1). Vorsicht, Wunschfee! von Anna Ruhe
Als Paula eines Nachmittags die kleine Fee Maxi von Phlip in einer Flasche entdeckt, ahnt sie noch nicht, was eine beurlaubte Wunschfee für ihren Alltag bedeutet. Leider müssen sie gemeinsam feststellen, dass gut gemeinte Taten nicht immer zu guten Taten führen.
Das Buch von Anna Ruhe hat uns zunächst mit seinen außerordentlichen und wunderschönen Illustrationen begeistert.
In diesen erkennt man auch gleich, dass Maxi eine etwas andere Fee ist, die doch ein kleines bisschen an den Pumuckl erinnert: Rote Haare, ganz schön wild, nur ein kleines bisschen frech und mit einem Hang zum Chaos. Nicht ohne Grund musste die kleine Fee ein paar Zauberkräfte einbüßen …
Die Abenteuer, die Paula und Maxi gemeinsam erleben, haben uns in jedem Fall gut unterhalten und die Missverständnisse zwischen Mensch und Fee haben für so einige Lacher gesorgt. Gegen Ende fiebert man außerdem ganz schön mit, ob Paula ihr Leben mit Fee überhaupt auf die Reihe kriegt.
Allerdings war es ein bisschen schade, dass sich die Geschichte am Ende nicht ganz so weit entwickelt, wie wir das erwartet hatten. Vermutlich wird sich diese über mehrere Bände ziehen, das hat den großen Spaß leider etwas getrübt – daher nur knappe 4 Sterne.











