Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Welt voller magischer Wesen und Gegenstände
Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh! Lila Leuchtfeuer von Tijan Sila; Lena Schneider
Lila Leuchtfeuer ist eigentlich noch keine richtige Magichanikerin, aber als ihr Vater unterwegs ist, kann sie es nicht lassen und öffnet trotz Verbot seine Werkstatt. Das bereut sie aber ziemlich bald, denn statt der üblichen Aufträge muss sie nun das Flugfass der Hexe Tremebunda reparieren – und mit der ist absolut nicht zu spaßen…
Junge Leser dürfen hier in eine Welt voller magischer Wesen und Gegenstände eintauchen und sich zusammen mit Lila auf einen ziemlich abenteuerlichen Ausflug begeben.
Lila muss diesen Auftrag aber nicht alleine meistern, sondern wird von einer bunten Truppe alter und neuer Freunde begleitet – und diese so verschiedenen und eigenen Figuren machen auf jeden Fall einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Das Autorenduo hat hier auf jeden Fall eine wunderbar kreative und spannende Geschichte geschaffen, die kleinen wie großen Lesern Spaß macht. Die Altersempfehlung ab 9 Jahren finde ich fast ein wenig zu hoch gegriffen, gerade mit den ansprechenden Illustrationen haben auch schon etwas jüngere Leser/Zuhörer Spaß daran.
Uns hat dieses Buch rundum gut gefallen und wir würden auf jeden Fall gerne für einen weiteren Band in diese Welt zurückkehren.
Wirklich tolle Mischung
Sikander gegen die Götter, Band 2 - Der Zorn der Drachengöttin von Sarwat Chadda
Sikander hatte eigentlich vorgehabt, einfach nur ein paar Tage Urlaub in London zu machen und sämtliche Konflikte mit irgendwelchen Göttern sein zu lassen. Aber innerhalb kürzester Zeit stecken er und seine Freunde wieder mitten drin in einem neuen Abenteuer, bei dem eine antike Steintafel nichts Geringeres als den Lauf des Schicksals zu verändern droht.
Bei diesem Buch habe ich gegen meine eiserne Regel verstoßen, bei Reihen immer mit Band 1 zu beginnen. Ich hatte schon etwas Bedenken, hatte aber die Hoffnung, dass es aufgrund der Altersangabe nicht zu verwirrend werden würde. Und: Ich freue mich riesig, dass ich es gewagt habe, denn sonst hätte ich diese tolle Geschichte verpasst.
Auch wenn das Buch grundsätzlich bereits ab 10 Jahren empfohlen wird, muss ich sagen, dass ich auch als Erwachsene voll und ganz auf meine Kosten gekommen bin. Die Erzählweise des Autors hat mir so gut gefallen – er trifft genau die richtige Mischung aus Spannung, Humor und interessante Informationen über die mesopotamische Mythologie und den arabischen Kulturkreis.
Außerdem bekommt man als Leser am Anfang nicht, wie sonst oft üblich, eine geballte Ladung an Informationen darüber, was bereits geschehen ist, sondern der Autor lässt diese Details geschickt an relevanten Stellen nach und nach einfließen, so dass ich nicht das Gefühl hatte, dass mir wirklich etwas fehlt. Auch die Figuren sind so schön geschrieben, dass man sie schnell liebgewinnt – einschließlich einer gewissen Dämonin, die mich regelmäßig zum Lachen gebracht hat.
Mich konnte die Geschichte rundum begeistern und auch wenn mir an Hintergrundinfos nichts gefehlt hat, werde ich mir definitiv noch Band 1 holen, um noch ein wenig mehr Zeit mit Sik und seinen Freunden zu verbringen. Unbedingte Leseempfehlung!
Highlight
Der Spurenfinder von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling
Marc-Uwe Kling und seine Töchter erschaffen eine eigene Welt mit sehr vielen witzigen Momenten. Mich hat die Geschichte, auch wenn die ersten knapp 50 Seiten etwas behäbig daherkamen, am Ende voll gefangen.
Der Protagonist Elos von Bergen hat zwei Kinder, Zwillinge, die in ein verschlafenes Dorf ziehen.
Man muss wissen, Elos ist ein sehr bekannter, wenn nicht der bekannteste Spurenfinder - "Spuren suchen kann ja jeder, es kommt aufs finden an" - und er möchte einfach etwas zur Ruhe kommen. In diesem anfänglich ruhigen Dorf geschieht recht schnell ein Mord und diesem geht es auf dem Grund zu gehen.
Die Geschichte hat einige Wendungen und die fantasievolle Welt wird sehr spannend und einfallsreich beschrieben. Ein kleines Beispiel ist beispielsweise die Stimmonade - ein leckeres Getränk mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, die die eigene Stimme dementsprechend auch vorübergehend verändern kann. Insbesondere das Necken der Zwillinge untereinander empfand ich immer wieder als nachvollziehbar und humorvoll zu lesen, insbesondere wenn man Kinder hat, waren diese Unterhaltungen einem sehr bekannt.
Ich bin mir nicht sicher ob man den Humor des bekannten Autors unbedingt kennen muss, um sich in der (abgeschlossenen) Geschichte wohl zu fühlen ¬– meines Erachtens jedoch nicht. Ich habe das Buch nahezu verschlungen und freue mich auf mögliche weitere Teile.
Authentisch und emotional mitreißend
GUY'S GIRL von Emma Noyes
Ginny wirkt bodenständig und ist scheinbar meistens gut drauf, ihre Essstörung weiß sie zu verbergen – als sie zurück nach New York und in die WG ihrer männlichen Freunde zieht, scheint das perfekt zu funktionieren. Doch dann funkt es zwischen ihr und Adrian, dem vorherigen Mitbewohner der WG, gewaltig.
Wenn den beiden nur nicht ihr jeweiliges Päckchen im Weg stünde …
„Guy’s Girl“ ist definitiv kein Wohlfühlbuch, das mal gleich vorneweg. Ja, es ist auch eine Liebesgeschichte – zumal eine richtig gut geschriebene, wie ich finde –, aber gerade Ginnys Kampf mit ihrer Essstörung wird schonungslos ehrlich beschrieben und auch sonst wird wenig beschönigt. Aber gerade das fand ich toll in diesem Buch, denn es macht die Geschichte zwischen Ginny und Adrian definitiv authentischer. Beide Charaktere sind sehr sorgfältig herausgearbeitet und lassen sich in ihrer Originalität nur schwer in eine Schublade stecken.
Trotz der schwierigen Themen gelingt es der Autorin mit ihrem schnörkellosen und doch irgendwie poetischen Schreibstil, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen. Sicherlich haben auch ihre eigenen Erfahrungen dazu beigetragen, dass man als Leser so sehr von der Geschichte eingenommen wird. Besonders schön und wirklich interessant fand ich auch das Setting von New York City bis Budapest.
Insgesamt hat dieses Buch alle meine Erwartungen erfüllt und sogar noch ein bisschen was oben drauf gesetzt. Deswegen gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle, die sich für authentische, emotional mitreißende Geschichten interessieren.
Interessante Zutaten, hat mich gut unterhalten
Brynmor University – Geheimnisse von Dominik Gaida
Als Samuel sein Sportstudium an der Brynmor University anfängt, weiß keiner, dass er das vorwiegend tut, um herauszufinden, wie es zu dem Unfall seines Bruders kam, der noch immer im Wachkoma liegt. Dieses Geheimnis lässt ihn Abstand zu seinen neuen Kommilitonen halten – nur bei Connor fällt ihm das verdammt schwer…
An Ideen bringt dieses Debüt so ziemlich alle Zutaten mit, die bei mir Interesse wecken: Dark Academia, Spannung, eine Liebesgeschichte – und dann noch auch noch einem wunderschönen Ort.
Entsprechend hat sich das Buch auch superschnell weggelesen und mich auf jeden Fall auch gut unterhalten.
Allerdings war es mir stellenweise ein bisschen viel gewollte Dramatik – vor allem im Hinblick auf den Unfall seines Bruders und der „geheimen“ Studentenverbindung. Ich glaube, das hätte man ruhig etwas runterfahren können, dann hätte man sich mehr auf die Entwicklung von Samuel bzw. auf die Liebesgeschichte konzentrieren können.
Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen. Als Highlight kann ich es aber nicht ganz bezeichnen, dazu war es nicht herausragend genug.
Hörvergnügen für die ganze Familie
Das Klugscheißerchen von Marc-Uwe Kling
Bei Tina und Theo gibt es regelmäßig amüsante Diskussionen am Esstisch und auch sonst im Familienalltag. Eines Tages finden sie beim Spielen auf dem eigentlich verbotenen Dachboden ein merkwürdiges Wesen, das sich selbst als „Klugscheißerchen“ bezeichnet.
Dass wir wieder etwas zum Lachen haben werden, hatten wir uns bei Marc-Uwe Kling ja gedacht, aber bei dieser Geschichte ist fast schon jeder Satz ein Treffer.
Das Tolle an dem Humor in diesem Buch ist, dass er sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen super ankommt. Das liegt unter anderem auch daran, dass man so manchen Situationen oder auch Dialogen begegnet, die einem durchaus bekannt vorkommen.
Wir haben der Geschichte als Hörbuch gelauscht. Es ist vom Autor selbst gelesen und diesem gelingt es fantastisch, den grandiosen Humor mit verschiedenen Stimmen noch zu betonen. Mit knapp 29 Minuten ist es außerdem so kurzweilig, so dass man gerne nachgibt, wenn die Kinder es gleich noch mal hören wollen. Absolute Hörempfehlung!
Dystopische Pflanzenwelt
Solartopia – Am Anfang der Welt von Victoria Hume
Nova ist sechzehn, aber ihr Leben ist alles andere als gewöhnlich: Allein mit ihrem besten Freund Finn lebt sie im obersten Stockwerk eines verlassenen Hochhauses und pflegt einen kostbaren Garten auf dem Dach. Ihr Zuhause ist eine Oase inmitten einer zerstörten Welt und es gibt keinen Kontakt zu anderen Menschen – bis eine Krankheit ihre Pflanzen befällt und sie gezwungen sind, den Weg nach draußen zu wagen.
Die Grundidee zum Buch fand ich schon im Klappentext superinteressant: Eine dystopische Welt, in der Pflanzen von besonderer Bedeutung sind, zum einen. Und zum anderen ein Mädchen, das praktisch allein ums Überleben kämpfen muss. Beide Themen stehen im Buch auch tatsächlich im Zentrum der Geschichte.
Nova ist eine sympathische Protagonistin: praktisch veranlagt, mutig und ihre Verbindung zu Pflanzen ist so intensiv, dass sie schon fast etwas von Magie hat, was ich sehr faszinierend fand. Allerdings hätte ich sie – vom Verhalten und ihren Gedanken – weitaus jünger als sechzehn eingeschätzt, was aber auch an ihrer Isolation seit ihrer Kindheit liegen mag.
Bei der Umsetzung bin ich etwas zwiegespalten: Einerseits fand ich die Welt unheimlich spannend, vom Hochhaus Turris bis hin zu Solartopia selbst. Man hatte das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und ich konnte mir diese zukünftige Welt richtig gut vorstellen. Andererseits hätte ich mir aber viel mehr Zeit bei der Entwicklung gewünscht und die Beziehungen zwischen den Figuren waren mir etwas zu simpel gestrickt. Die Altersempfehlung des Verlags ist allerdings ab 12 Jahren und unter diesem Gesichtspunkt liegt es wohl eher an meinen falschen Erwartungen.
Alles in allem fand ich die Grundidee der Dystopie sehr interessant und die Autorin erzählt hier eine wirklich spannende und packende Geschichte. Zwar hätte ich mir noch etwas mehr Komplexität gewünscht, aber jüngeren Lesern ab 12 Jahren würde ich es in jedem Fall uneingeschränkt empfehlen.
Aufregende neue Entwicklungen
Die Seelenpferde von Ventusia, Band 2 - Wüstentochter von Jennifer Benkau
Endlich geht die Geschichte um Ventusia weiter: Diesmal lernen wir Mira kennen, die mit ihrer Schwester in einem Flüchtlingsheim in Deutschland lebt, als Damian und seine Freunde zum ersten Mal Kontakt zu ihr aufnehmen. Doch sie scheint furchtbare Angst vor Pferden zu haben.
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, nach Ventusia und zu Fiona und ihren Freunden zurückzukehren, und mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach dem nächsten verschollenen Mädchen für das große Rennen zu gehen.
Mira ist definitiv ganz anders als Fiona, aber deswegen nicht weniger interessant – im Gegenteil. Ihr Hintergrund lässt sie ganz anders mit der Situation umgehen, was auf jeden Fall für Spannung(en) sorgt. Aber auch in Ventusia gibt es aufregende neue Entwicklungen und als Leser darf man außerdem auch ausreichend Zeit mit Fiona verbringen, was schön war, da sie mir persönlich im ersten Band doch ans Herz gewachsen ist.
Alles in allem ist „Wüstentochter“ eine würdige Fortsetzung der schönen Reihe. Im Nu bin ich durch die Seiten geflogen und freue mich jetzt direkt auf den nächsten Band. Ich bin sehr gespannt darauf, was Jennifer Benkau noch so mit Fiona und ihren Freunden vorhat.
Interessante Grundidee
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Von Nele Pollatschek hatte ich noch nichts gelesen, aber die Idee eines Mannes, der am letzten Tag des Jahres noch schnell mal eben alles erledigen möchte und dabei auf einige (innere) Widerstände stößt, klang wirklich amüsant und machte mich neugierig.
Begeistern konnte mich zunächst der Schreibstil, der doch etwas ausgefallen ist.
Eigentlich liest man praktisch die Gedanken des Protagonisten mit, die ab und zu auch mal etwas wirr sind und sich im Kreis drehen. Daher liest sich das Buch sehr schnell, auch wenn manche Passagen eventuell zu sehr ins Detail gehen und daher entsprechend etwas ausufernd waren.
Inhaltlich ist die Situation des Protagonisten natürlich etwas überspitzt – es geht gefühlt wirklich alles schief –, aber gleichzeitig gab es so einiges, das zum Nachdenken anregt bzw. auch einiges, das einem selbst schon mal durch den Kopf gegangen ist.
Für mich war es nur letzten Endes leider doch ein bisschen zu viel des Guten, sonst hätte man nämlich nicht nur zu Beginn, sondern durchweg mitfühlen können. Außerdem gefiel mir leider das Ende gar nicht. Das passte, so fand ich, nicht wirklich zum Rest.
Alles in allem fand ich die Grundidee toll, aber ich hätte mir wohl eine etwas gemäßigtere Ausführung gewünscht.
Feiner dystopisch angehauchter Thriller
Memoria von Zoë Beck
Schauplatz: Eine beunruhigend nahe Zukunftswelt und eine junge Frau, deren Gedächtnis merkwürdige Lücken aufweist. Nach einigen rätselhaften Begegnungen und einer Vergangenheit, die immer weniger Sinn ergibt, beschließt sie herauszufinden, was wirklich mit ihr passiert ist.
Ihr Buch „Paradise City“ konnte mich schon sehr begeistern, aber Zoe Becks neuestes Werk toppt das vorherige noch mal für mich.
Wie schon im vorherigen Buch war ich wieder vom Schreibstil der Autorin begeistert – vor allem, wie es ihr scheinbar mühelos gelingt, ein Szenario in der nahen Zukunft zu kreieren, das für einen als Leser so unglaublich greifbar ist. Dass Frankfurt auch diesmal wieder Schauplatz ist, hat perfekt gepasst und war für mich eine schöne Überraschung.
Harriet ist eine richtig interessante Protagonistin und es ist unglaublich spannend, an ihrer Seite nach und nach den Geheimnissen ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Schön dabei ist auch, dass nichts offensichtlich ist und man vor allem bei diversen Nebenfiguren bis zum Schluss nicht weiß, auf wessen Seite sie stehen.
Wer also Lust auf einen feinen, spannenden und dystopisch angehauchten Thriller hat, der sollte hier unbedingt zugreifen. Mich konnte die Geschichte total packen, daher gibt es von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.











