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Rezensionen von gaby2707:

Superspannend - wie immer

Nach dem Schweigen von Drews Christine

London im April. Gerade noch hatten sich Syskia Flynt und ihre Tange Ellen Cramer, der sie sich emotional sehr verbunden fühlt, in einem kleinen Cafe getroffen – da ist sie am nächsten Tag tot. Was zunächst wie Suizid aussieht, stellt sich als Mord heraus. Doch wer tut so etwas? Saskia versucht auf eigene Faust mehr heraus zu finden und kommt dabei dem Mörder sehr nahe.

In ihrem neuen Thriller lerne ich durch Christine Drews die Familie Flynt kennen, die mit Koffern in der 3. Generation ihren Unterhalt verdient. Ich bekomme Kontakt zu Noemi Redcliff, einer jungen Frau im Crystal Met Rausch, zu Jack ernard, der in dem Haus lebt, von dessen Dach Tante Ellen fiel, Sienna Johnstone und ihre Familie und den Psychotherapeuten Oliver Stinner. Alles Menschen wie Du und ich, mit ihren Fehlern, und Eigenheiten, deren Gedanken ich hier lesen kann. Doch was haben sie miteinander zu tun?
Das wird beim Lesen, je weiter ich komme, immer klarer.

Durch ihre gewohnt tief schürfenden Art gibt mir die Autorin Einblicke in die Welt von Trauma-Patienten und dem Zustandekommen von Albträumen. Dieses Thema hat mich hier, neben dem Mordfall, besonders fasziniert.
Ich habe mitgefiebert, mit gerätselt, irgendwie passt alles zusammen – aber auch wieder nicht und bin bis zum Schluss, als sich alle Fäden aus dem Knäuel gelöst haben, nicht drauf gekommen, wer der Mörder ist.

Spannung hoch drei – eine Geschichte, die mich etwas verstört hat – Protagonisten, deren Tun ich absolut nachvollziehen konnte – das alles hat mir spannungsgeladene, sehr interessante Lesestunden beschert. Vielen Dank dafür.

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Ende Oktober auf Norderney

Inselcocktail von Anja Eichbaum

Daniela Rick aus Bonn gönnt sich nach ihrem Liebesaus zwei Wochen Freizeit auf ihrer Lieblingsinsel und in ihrer kleinen Pension bei Marte Dirkens.
Ruth Keiser reist auf die Insel, weil sie für die Cartas ein Seminar leiten soll.
Vier Frauen - Juliane Kemper, Dörthe Brandstetter, Merle Rosenbaum und Constance Tarnow haben auf verschiedenen Datingplattformen den gleichen Mann kennengelernt.

Hier auf der Insel soll nun an diesem Wochenende ein erstes Kennenlernen stattfinden. Aber "Johannes Duweißtschonwer" vertröstet die Damen immer wieder. Nachhause können sie auch nicht, da ein Orkan sie auf der Insel festhält.
Als am nächsten Morgen eine Frau, die mit ihrem Date angegeben hatte, tot aufgefunden wird, findet sich, da niemand vom Festlandauf die Insel kann, eine etwas skuriele "Ermittlergruppe" zusammen. Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser, Daniela Rick, die Ruth kurz kennengelernt hat, Computerfachmann Frank Prinzen und die Ärztin Anne Wagner versuchen zusammen herauzufinden, was hier vor sich geht. Erst als eine weitere junge Frau zusammenbricht, geht man von Verbrechen aus. Wird es der zusammen gewürfeltern Ermittlergruppe gelingen, den Täter dingfest zu machen?

Ich muss zugeben, mich hat die Lektüre nicht so ganz fesseln könnne. Viele Erklärung, Gedanken, die nicht hätten aufgeschrieben werden müssen, eine Spannung, die von Anfang an gleich bleibt, sich nicht steigert, das alles hat das Lesen für mich etwas anstrengend und mühsam gemacht. Hier wäre bestimmt weniger mehr gewesen.
Trotzdem habe ich durchgehalten und wurde auch hier und da belohnt: mit interessanten Protagonisten, lebendigen Inselbeschreibungen, die mein Kopfkino angefacht und in mir den Wunsch haben wachsen lassen, auch mal auf Norderney zu urlauben, in der Milchbar einen Cocktail genießen und mit Frau Dirkens frühstücken.
Dadurch, dass die Geschichte immer wieder von den einzelnen Betroffenen erzählt wird, lerne ich die Personen sehr gut kennen und kann durch die Hintergrundgeschichten verstehen, warum wer was macht. Sogar die Motivation des Täters kann ich irgendwann nachvollziehen. Leider ist mir hier nur vieles einfach zu langatmig.
Ich habe ein Buch gelesen, bei dem ich erst so meine schwierigkeiten hatte, aber mit der Zeit immer besser reingekommen bin in eine sehr gut nachzuvollziehende Geshcichte. Etwas weniger Gedankengänge, etwas mehr Spannung und das Buch wäre für mich top. So bekommt es leider nur 3,5 Sterne von 5.

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Ein spannender und sehr interessanter Fall

Deichkrone von Alida Leimbach

Auf dem Weg nach Norddeich zu seiner Geliebten Bianca Noll verunglückt der Leiter eines Osnabrücker Gymnasiums Georg Cannstetter mit seinem PKW in Ostfriesland tödlich. Nach den Untersuchungen stellt sich heraus, dass sich jemand an dem Wagen zu schaffen gemacht haben muss – die Bremsleitungen waren angeritzt.

Kriminaloberkommissarin Birthe Schöndorf und ihr Kollege Kriminalkommissar Daniel Brunner stoßen auf ein seit Jahren geführtes Doppelleben und viele Ungereimtheiten. Weitere Autounfälle passieren nach dem gleichen Muster und die immer enger werdenden Ermittlungen bringen Birthe Schöndorf in höchste Gefahr.

Seit ich vor Jahren mal in Greetsiel war, reizen mich die norddeutschen Krimis immer mehr. Bei den Krimis von Alida Leimbach merkt man, dass sie aus der Region kommt, diese liebt und ihre liebevollen und farbigen Beschreibungen laden ein, sich den Norden mal selbst anzuschauen. Ein bisserl friesisch gesnackt wird auch, was die Regionalitätnoch authentischer macht.
Der flüssige, eingängige und leicht zu lesende Schreib- und Erzählstil führt mich zu Taten, die aus Neid, Hass und Frust entstehen. Ich hatte anfangs etwas Mühe, den Gedanken des Täters zu folgen. Aber je weiter ich in die Ermittlungen eingetaucht bin, desto klarer und eindeutiger wurde seine Motivation. Immer neue Erkenntnisse und Wendungen machen das mit rätseln zu einem Genuss. Die Spannung hält sich gleichmäßig hoch.
Doch es ist nicht nur spannend. Es bahnt sich auch ganz langsam eine kleine Liebesgeschichte an, von der ich hoffe, dass sie im nächsten Band weiter gehen wird.
Ein spannender, sehr interessanter Krimi für kriminelle Lesestunden, den ich gerne weiter empfehle. Ich hoffe, es geht bald weiter mit Birthe, Daniel und ihren Kollegen aus Osnabrück. Ich freue mich drauf.

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Der 3. Fall für Gesine Cordes

Deichkrone von Alida Leimbach

Gerade noch macht sich Ex-Kommissarin und nach ihrem Ausscheiden aus dem Polizeidienst nun Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes Gedanken über die Unzuverlässigkeit des Bestatters Carsten Schellhorn, da liegt er in einem Sarg, dessen lockere Scharniere sie kontrollieren wollte. Wo aber ist nun der zu beerdigende Leichnam von Madeleine Jablin, deren Zwillingsbruder allein am Grab steht und die Welt nicht mehr versteht.

Ihr Freund Hannes van Deest, ebenfalls Bestatter und kein Freund der Toten Schellhorn, wird zur Vernehmung auf´s Präsidium geladen – und dann verschwindet er. Hat er etwas mit dem mysteriösen Tod seines nicht gerade beliebten Kollegen zu tun?

Nach „Kaninchenherz“ und „Fuchskind“ ist dies der dritte Fall, den ich mit der sympathischen, aber eher unnahbaren Gesine Cordes lösen darf. Das Cover passt genau zur Serie und hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor.
Obwohl auch dieser Fall in sich abgeschlossen ist, finde ich es für mich persönlich sehr gut, dass ich Gesine mit ihrer nicht so einfachen Vergangenheit von Anfang an kennenlernen durfte. Und auch ihre beiden Nichten Frida und Marta, Bauer Josef, auf dessen Wiese Gesines Wohnwagen steht, ihr Freund Hannes van Deest und die Kommissarin Marina Olbert sind mir schon ans Herz gewachsen und auch hier wieder mit dabei. Für mich ist das wie zu guten Freunden zurück kommen.

Der Schreib- und Erzählstil von Annette Wieners ist wie immer leicht, flüssig und angenehm zu lesen. Mir sind auch hier die Seiten nur so durch die Finger geflutscht. Die leise Spannung, die sich bis zur Auflösung des Falles gleichmäßig hoch hält, baut sich von Anfang an auf. Durch einige Wendungen, Geheimnisse und Halbwahrheiten habe ich wieder richtig mitfiebern und mit ermitteln können. Die Sorge um Hannes und die Zweifel von Gesine sind sehr gefühlvoll beschrieben und ich kann sie mir sehr gut vorstellen.
Einzig mit der Vorstellung der Witterung, in dieser Geschichte schneit es immer wieder und zwar richtig heftig und es ist klirrend kalt, hatte ich beim Lesen im Hochsommer einige Probleme. Ansonsten hatte mein Kopfkino wieder sehr viel zu tun um mich von einem Schauplatz zum anderen zu bringen.
Die Autorin hat es sogar geschafft, die Titel der ersten beiden Bücher in einem Satz dieses Falles unterzubringen.

Die Auszüge aus ihrem Notizbuch über giftige Pflanzen lese ich immer wieder mit großem Interesse.

Mit „Wildeule“ habe ich einen eher ruhigen Krimi mit trotzdem hoher Spannung gelesen, der mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat und der meine absolute Leseempfehlung bekommt.

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Spannend - humorvoll - lesenswert

Wildfutter von Alma Bayer

Exkommissar Vitus Pangratz, gerade im Wildpark Blindham bei Rosenheim auf der Pirsch zu neuen Fotos für seinen geplanten Fotokalender "Die Wildsau bei Nacht", stolpert buchstäblich über eine menschliche Hand, an der der Rest fehlt. Wie sich rausstellt, die Hand von Fahrlehrer und Jugendfußballtrainer Marius Wild genannt Tiger, der, als er noch lebte, keinem One-Night-Stand und keiner Affäre abgeneigt war.

Zusammen mit seiner Tochter der Lokalreporterin Johanna "Jo" Coleman, die ihrem Namen erst auf den zweiten Blick alle Ehre macht, beginnt Vitus mit den Ermittlungen und ist seinem unsympathischen Nachfolger Polizeihauptkommissar Harald Hopfinger immer einen kleinen Schritt voraus. Auch dank seiner ehemaligen Sekretärin Liesel, die ihn immer wieder mit Insiderinfos versorgt.

Ex-Kommissar, Elvis Fan, Bayern München-Verehrer und Gscheithaferl Vitus Pangratz, immer mit der perfekten Welle auf dem Kopf, war mir von Anfang an sehr sympathisch. Einerseits sensibel, einsam und neuerdings schwer verliebt, andererseits zu jeder Gelegenheit einen Elvissong oder einen derben Spruch auf den Lippen. Besonders gefallen hat mir der hier: "I gang so gern auf´d Kampenwand, wann I mit meiner Wampn kannt" ? köstlich.
Ich mochte auch seine Tochter Jo sofort, die sich von ihrem Lokalzeitungschef so einiges anhören muss. Aber die Selbstständigkeit gibt ihr neues Selbstvertrauen. Nun kämpft sie nur noch mit einem Dämon, ihrem Exmann Jack.

Auch die anderen Mitwirkenden, zumeist aus der Jugendfußballszene, kann ich mir dank der farbigen und detaillierten Beschreibung der Autorin gut vorstellen. Alle haben ihre Ecken und Kanten und streben oft nach Höherem ? die Eltern, vor allem die Mütter, oft mehr wie die kleinen Fußballer selbst.

Auch in Rosenheim glaube ich mich nach der Lektüre schon sehr gut auszukennen. Straßen, Plätze, Gebäude und andere Örtlichkeiten sind mir dank der lebendigen Beschreibungen sofort in den Kopf gestiegen. In die Geschichte eingebettete kleine Anekdoten bekannter und berühmter Rosenheimer Söhne und Töchter lockern den Mordfall etwas auf. Demnächst werde ich mal auf den Spuren von Vitus Pangratz wandeln und mir alles anschauen. Rosenheim ist bestimmt einen Ausflug wert.

Schnell wechselnde Lokalitäten lassen ein gehöriges Tempo aufkommen. Kurze Kapitel erhöhen dieses Tempo noch. Die 477 Seiten sind mir nur so durch die Finger geflogen. Zwar bedient die Geschichte viele Klischees, die Bayern zugerechnet werden, aber immer mit einem zwinkern Auge, sodass ich es als eine liebevolle Homage empfinde.

Gleich auf der ersten Seite hatte ich den Eindruck mit dem Täter konfrontiert zu werden. Aber leider stellte sich das als falsch heraus. Immer wieder kam mir jemand unter, den ich für den Täter hielt, bis sich die Tat dann so ganz anders auflöste. Ich konnte mit rätseln, mitfiebern, war immer mittendrin und doch so weit von der Wahrheit entfernt.

Ein spannender, informativer Rosenheim Krimi, der mich voll überzeugt hat. Er hat alles, was ich mir von einem unterhaltsamen Krimi wünsche: Spannung, wenig Blutvergießen, Humor, eine interessante Geschichte und Protagonisten wie Du und ich. Lesenswert!

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Welpenhandel - schrecklich

Hundswut von Susanne Kronenberg

Ex-Hauptkommissarin und jetzt Privatermittlerin Norma Tann bekommt den Auftrag die Verkäuferin eines verstorbenen jungen Hundes zu finden. Dabei stößt Norma nicht nur auf kriminellen Welpenhandel mit Welpen aus Osteuropa, sondern auch auf ein Familiengeheimnis um Geiz und Gier.

Susanne Kronenberg hat einen leichten, angenehm zu lesenden Schreib- und Erzählstil.

Und bei diesem Thema sind mir die Seiten nur so durch die Finger geflutscht. Ich habe die kleinen Hunde bildlich vor mir gesehen, wie sie in den engen Käfigen und Kartons vor sich hin vegetieren und für den schnellen Verkauf fit gespritzt werden. Leider ein Thema, das bei unserer Schnäppchenmentalität immer dringlicher wird. Schrecklich.

Aber auch die Protagonisten der Geschichte, egal ob sympathisch oder sehr negativ behaftet, kann ich mir dank einer bildhaften und detaillierten Beschreibung gut vorstellen. Besonders Norma Tann gefällt mir sehr gut. Sie kämpft gegen ihre Eifersucht, gegen ihre Rückenbeschwerden dank zu weicher Matratze und steigert sich hier in einen Fall rein, von dem sie zuerst dachte, dass er nichts hergibt.

Mir gefällt auch der Lokalkolorid, der dank der intensiven Beschreibungen von Wiesbaden und Umgebung sehr zum tragen kommt.

Hundswut ist für mich ein rundum gelungener Krimi mit einer spannenden, interessanten Handlung, die sich nicht allein auf den Welpenhandel beschränkt, sondern auch in die finsteren Strukturen einer Familie hinein gräbt und ein düsteres Geheimnis offenbart.

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Ein Roman, der bei mir gespaltene Gefühle hinterlässt

Sieh mich an von Krügel Mareike

Nun ist es schon 2 Wochen her, dass Katharina in ihrer Brust ein Etwas entdeckt hat, von dem sie glaubt, es nicht überleben zu können. Nun, an diesem Freitag, beginnt sie über ihr Leben und über sich nachzudenken.

Mit ihrem Mann Costas, der in Berlin arbeitet, führt sie eine Wochenendehe, bei der wohl beide nicht glücklich sind.

Um das monatliche Gehalt ihres Mannes etwas aufzustocken, jobbt sie neben ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter in einer Schule für frühkindliche Musikerziehung. Sie fühlt sich mit der Kindererziehung alleingelassen, reagiert hier und da panisch, was ich angesichts der Tatsache, dass sie ihre Ängste mit niemandem teilt, auch verstehen kann. So vergeht ein Tag an dem sie ihr ganzes Leben vor mir ausbreitet.
Tochter Helena genannt Helli ist ein anstrengendes Kind, mir in ihrer ungezogenen, manchmal taktlosen, unüberlegten Art teilweise richtig unsympathisch, auch wenn Kathi versucht, ihre Ausbrüche zu bagatellisieren. Kathis Mutterliebe konzentriert sich sehr stark auf ihre Tochter, die schon seit der Geburt sehr schwierig ist.
Dagegen ist der 17-jährige Alex ausgesprochen unauffällig und liebenswert.

Mir ist das Lesen teilweise richtig schwer gefallen und ich musste alle Konzentration aufwenden, um die manchmal sehr langen Schachtelsätze zu verstehen, was meinen Lesefluss gestört hat.
Genau so ging es mir beim Lesen, wenn die Handlung immer mal wieder in die Vergangenheit sprang. Hier hätte ich mir ab und an ein neues Kapitel gewünscht. So aber fließt alles ineinander wie ein langsamer Fluss ohne Spannung, ohne Kurven und ohne Stromschnellen. Es war mir einfach hier und da etwas zu langweilig. Andererseits finde ich die angeschnittenen Themen großteils interessant aufgearbeitet.

Zum einen sehr zart und gefühlvoll, zum anderen extrem chaotisch und nachdenklich; Protagonisten, die meinen Lesenerv leider nur manchmal getroffen haben ? ich hatte so meine Probleme mit der Lektüre. Die Geschichte und ihre Handelnden haben mich leider nicht fesseln können.

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Aufklärung nach 20 Jahren

Sieh mich an von Krügel Mareike

22. Juli 1997, Badestrand von Süddorf auf Amrum ? nach einem nächtlichen Bad im Meer wird die hübsche, lebenslustige Nina Asmus tot aus dem Wasser gezogen. Für die Polizei war es ein Unfall, an den ihre Mutter Tela und ihre Freundin Eske aber nicht glauben wollen.
Genau an ihrem 20. Todestag findet Frederik Christians, der damals die leblose Nina gefunden hatte, genau an der Stelle jetzt eine Flaschenpost ? ich habe gemordet ? ich werde es wieder tun.

Und der Mörder wartet nicht lange, bis er seine Drohung wahr macht.
Hauptkommissar Kuno Knudsen und Hauptkommissar Arne Zander nehmen die Spuren von damals wieder auf und die Jagd nach dem Mörder beginnt.
Kuno Knutsen hat aber auch noch ein privates Problem: sein Bruder Okko, zu dem er jahrelang keinen Kontakt hatte und der nicht viel vom arbeiten hält, muss seine Wohnung auf dem Festland räumen und hat sich an ihn erinnert. Als erstes darf Okko nun den Dachboden aufräumen, denn hier wird er die nächste Zeit leben.
Nach "Der Pfauenmord" und "Jaspers letzte Fahrt" ist dies der 3. Fall für die Kripo Wattenmeer. Ich hatte mich schon richtig auf das Wiedersehen mit Kuno und Arne gefreut. Sie sind ein tolles Team, wie ich finde. Und auch wer die ersten beiden Fälle nicht mit ermittelt hat, findet sich leicht im beschaulichen Amrum zurecht.

Besonders gut gefällt mir auch hier wieder der Lokalkolorit. Bei den Dialogen habe ich den norddeutschen Klang in den Ohren, immer wieder wird Tee getrunken und ich begleite nicht nur die Hauptkommissare auf ihren Wegen auf der Insel, bei einer Überfahrt nach Föhr und genieße mit ihnen den Blick auf die Halligen, das Wattenmeer und die Wattwiesen. Urlaubsfeeling macht sich breit und in mir das Gefühl auch diese Insel einmal besuchen zu wollen.

Ulrike Busch hat einen sehr leichten, flüssigen Schreib- und Erzählstil. Damit zieht sie mich sofort in die Geschichte hinein. Wie ich es mir bei den Insulanern vorstelle, gehen die Ermittlungen langsam und ruhig voran, obwohl man den Ermittlern die Anspannung schon anmerkt. Sie stoßen auf ein Meer von Gedächtnislücken, werden mit Volltrunkenheit an dem besagten Abend abgespeist und auch die Alibis halten nicht immer stand.

Ich finde es spannend, nicht nur einen Kriminalfall zu lösen, sondern auch die Entwicklung der Protagonisten mitverfolgen zu können. Da Nina Asmus sich, wie auf so engen Raum der Insel wohl üblich, in einer Clique bewegt hat, gibt es auch dementsprechend viele Verdächtige. Hier und da hatte ich einen Verdacht, der sich dann anhand von Indizien wieder zerstreut hat. Bis zur endgültigen Auflösung konnte ich auch hier wieder sehr gut miträtseln.

Man muss kein Nordseefan sein um mit diesem Amrum-Krimi ein paar interessante Lesestunden zu verbringen. Aber die Spannung, die Beschreibung von Land und Leuten und die Dialoge haben mich z.B. dazu gemacht.

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Bewegend, berührend und wunderschön

Das Leuchten einer Sommernacht von Simon Ella

Lynne Padrig, 27, ist vor 12 Jahren aus ihrer Heimatstadt geflohen und leitet heute eine Wunschagentur für schwerkranke Kinder. Als sie den Wunsch der kleinen Winnie erfüllt, steht plötzlich ein in Australien gefeierter Rugbystar vor ihr, der vor Jahren ihr Leben komplett durcheinander gewirbelt hat.

Jetzt wünscht sie sich etwas ? das er wieder verschwindet. Doch diesen Gefallen tut er ihr nicht.

Dies ist nach ?Ein Gefühl wie warmer Sommerregen? das zweite Buch der Autorin, das ich lesen durfte. Und ich bin noch ein klein wenig mehr begeistert wie von ihrem ersten Buch. Neue interessante, sehr lebensnah mit Ecken und Kanten beschriebene Protagonisten ? die kleine Winnie hat mit ihren coolen Sprüchen und ihrer Krankengeschichte sofort mein Herz erobert und berührt; zwei Erzählstränge, die sich langsam annähern; insgesamt eine berührende, hoffnungsvolle und ergreifende Geschichte, die genau so ausgeht, wie ich es mir gewünscht habe und die ich kaum aus der Hand legen konnte. Auch Bekannte habe ich hier wieder getroffen, die ich aus dem ersten Buch schon kannte. So habe ich mich auf der Hochzeit von Lynnes Bruder Rhys richtig wohl gefühlt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erfahre ich einiges aus der Vergangenheit von Lynne und Reed, wie sie das Vergangene damals und heute sehen. Versuche die Ängste von Winnies Mutter Jen zu verstehen. Wunderbare Dialoge, ein Schreib- und Erzählstil, bei dem ich alles plastisch vor mir sehe ? einfach ein wunderbares Buch.

Ich habe eine Geschichte gelesen, bei der ich mitfiebern und hoffen konnte, die mich begeistert, hier und da aber auch ein klein wenig traurig gemacht hat; bei der ich voll und ganz mit dabei war und wo einige Tränchen geflossen sind. Und von der ich hoffe, dass es bald eine Fortsetzung geben wird.

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Sommerliche Erkenntnisse

Sommer unseres Lebens von Kirsten Wulf

Drei junge Frauen, gerade 25 Jahre alt, treffen sich bei einem Trip zu den Küsten im Süden Portugals. Hier erleben sie einen wunderschönen gemeinsamen Sommer und verabreden, sich in 25 Jahren genau hier wieder zu treffen. 15. August 1989: an diesem Tag entsteht ein Foto und der Satz ?Wir haben es uns versprochen?.

Und mit solche einem Foto endet auch eine wunderbare Geschichte über die Freundschaft.
Aber die Zeit ist damals nicht stehen geblieben und die 3 haben jeder ihr Päckchen zu tragen. In intensiven Gesprächen merken sie, dass ihr Leben jetzt mit 50 absehbar und endlich ist. Und sie müssen Geschehnisse von damals aufarbeiten, von denen sie nicht wussten, dass es sie gab.

Schon beim Betrachten des Covers stellt sich bei mir Urlaubs- und Sommerfeeling ein. Und das lässt mich auch während des Lesens nicht los.

Obwohl die drei Frauen, Hanne, Claude und Miri, so unterschiedlich sind, waren sie mir gleich sympathisch. Bei Miriam hat es zwar etwas gedauert, aber auch mir ihr bin ich dann gefühlsmäßig gut zurecht gekommen.
Hanne beginnt aus einem ihr persönlich sehr wichtigen Grund den Urlaub in den Süden nach 25 Jahren zu organisieren. Claude schließt ihre Hamburger Strandbar ab und macht sich mit ihrem alten Auto auf den Weg. Nur Miriam, die tiptop organisierte Marketingmanagerin zögert etwas. Aber dann steigt auch sie in den Flieger ? und eine aufregende Zeit beginnt.

Ich erfahre sehr viel aus den persönlichen Hintergründen der drei Frauen, wie sie sich in den letzten 25 Jahren entwickelt haben, wie sie zu dem wurden, was sie heute sind. In die Gespräche, die die drei führen, fühle ich mich regelrecht eingebunden. Zum Schluss hin, wird es mir allerdings etwas zu hektisch und auch unübersichtlich und ich musste mich beim Lesen sehr konzentrieren, um nichts zu verpassen.

Traumhaft schöne Beschreibungen der Landschaft und einzelner Orte Portugals, von Lissabon, der Mentalität der Menschen und der leckeren Köstlichkeiten des Landes haben bei mir den Wunsch nach Urlaub in diesem Land stark angefacht. Die Frauen sitzen auf einem Felsvorsprung ? ich habe den Wind gespürt und die salzige Luft gerochen. Kirsten Wulf hat es verstanden, mich als vierte Person an diesem Abenteuer teilhaben zu lassen und ich war voll dabei.

Obrigada, für diese Geschichte voller Emotionen, wunderbarer Eindrücke und dem Fazit, dass man sein Leben auch mit 50 noch ändern kann.

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