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Rezensionen von gaby2707:

Superspannend - wie immer

Mordsschwestern. Ostfrieslandkrimi von Ulrike Busch

Na endlich. Nach dem Dauerd umeinander herumschleichen sind die Kommissare Fenna Stern und Tammo Anders endlich verlobt und planen ganz langsam ihre Hochzeit und vor allem die Hochzeitsreise. Aber erst einmal heißt es ermitteln:
Am offenen Familiengrab der Familie Feddersen, wo heute Mittag Max Feddersen an der Seite seiner Frau Martha beerdigt werden soll, lehnt die Leiche der Museumsdirektorin für ostfriesische Kunst und Kultur Dr.

Suse Perk, zu Lebzeiten eine gute Freundin der Familie. Die Ermittlungen beginnen. Die Kinder des Ehepaares Feddersen streiten sich derweil schon um die wertvollen Kunstsammlungen, da ist der Vater noch gar nicht unter der Erde. Liegt hier ein Motiv für die Tat?

Dies ist bereits der 4. Fall, den ich mit Fenna Stern und Tammo Anders lösen darf. Ulrike Busch schreibt keine Krimis, bei denen mir beim Lesen die Haare zu Berge stehen, sondern richtig spannende Geschichten, bei denen die Spannung von Anfang an da ist, sich weit oben hält, aber auch Raum für Anderes, z.B. Privates bleibt.

Die Protagonisten sind auch hier wieder wie aus dem Leben gegriffen. Einerseits die sehr sympathischen Ermittler mit Onkel Frido und Fennas Mama Magda. Andererseits die Geschwister Feddersen, Urte, Hanno, Dorit mit ihrem Gatten Robert und Leni, sowie die einzige Cousine Agathe Clemens. Zu dieser Familie, in der man die zwischenmenschliche Kälte schneiden kann, möchte ich auf gar keinen Fall gehören.

Schnell hatte ich "meinen" Mörder gefunden. Doch da kennt man die Autorin schlecht. Nach immer neuen Wendungen war ich mir nicht mehr so sicher und musste zum Schluss erkennen, dass sie mich auf eine ganz falschen Fährte angesetzt hatte. Rückblickend löst sich alles ganz nachvollziehbar auf und Kleinigkeiten, an die ich nicht gedacht hatte, ergeben nun einen Sinn.

In Greetsiel, einem Ortsteil der Gemeinde Krummhörn bin ich gleich wieder zuhause. Die Beschreibungen des Ortes und der Umgebung geben der Geschichte den lokalen Anstrich. Ich möchte so gerne mal wieder im Fischerhus sitzen und Matjes mit Pfiff essen – so lecker.

Das gute an den Büchern von Ulrike Busch ist, dass sie alle in sich abgeschlossen sind und man jedes einzeln für sich lesen kann. Und so schade, wie es ist, dass nun auch dieser 4. Fall gelöst ist, umso mehr freue ich mich auf den 5. Fall mit Fenna und Tammo.

Ich kehre immer wieder sehr gerne nach Greetsiel zurück.

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Gerade noch mal gut gegangen

Auf dem Eis von Anja Stroot

Der Kummer bei Leona ist groß, dass Felix sich bisher nicht zum Winterlager angemeldet hat. Was mag da wohl los sein?
Die anderen Freunde sind schon da und sammeln die Eier von den neuen Hühnern ein, die nun auch den Pferdehof bevölkern. Doch gleich am zweiten Morgen fehlen zwei Hühner. Wo sind die hin?
Die Detektive machen sich auf Spurensuche – ausgerechnet über den zugefrorenen See.

Ob das wohl gut geht?
Na, wollte ihr euch die Fragen beim Lesen des Buches nicht selbst besantworten! Es lohnt sich.

Nach " Der schwarze Schatten (1)", "Die verflixte Wiese (2)" und "Gefahr am Baumhaus (3)" ist das nun die erste Winter-Geschichte der Münsterland-Detektive. Da die Geschichten in sich abgeschlossen sind, ist man hier an keine Lesereihenfolge gebunden, sondern kann die Bücher in jeder beliebigen Reihenfolge lesen. Auch sind die Geschichten nicht nur für Münsterländer Kinder gedacht. Die Abenteuer könnten sich in jeder beliebigen Gegend in Deutschland oder auch im Ausland genau so abspielen.
In einer liebevollen kindgerechten Sprache beschreibt die Autorin die Gegend im und rund um den Reiterhof. Wunderschöne, die Fantasie anregende Zeichnungen runden die spannende Geschichte ab. Meiner kleinen Leseratte hatte es besonders ein Pferd mit Mütze und Winterfellstiefelchen angetan. Die Geschichte eignet sich auch sehr gut zum Vorlesen. Durch die große Schrift können sich aber auch Leseanfänger sehr gut daran versuchen. Kurze Kapitel machen es nicht so schwer mit dem Lesen auch mal eine Pause einzulegen.
Am Schluss der Geschichte ist nochmal das Erinnerungsvermögen des Lesers gefragt, der 3 Fragen für die Detektivprüfung zum Inhalt beantworten muss. Die Kreativität kommt auch nicht zu kurz. Ein eigenes Lesezeichen und den eigenen Detektivausweis gilt es nach der einfachen Anleitung zu basteln. Ich lerne die Autorin kurz kennen und bekomme eine Übersicht der bereits erschienen Bücher und einen Ausblick auf den kommenden Band 5, auf den ich mich jetzt schon freue.
Auch diese spannende Geschichte werden die Kinder wieder verschlingen. Da bin ich mir sicher.

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Für mich leider enttäuschend

Untiefen von Sheena Kamal

Nora Watts soll die erfolgreichste Privatdetektivin Kanadas sein. Mit ihrer Hündin Whisper lebt die Alkoholikerin, die die Fähigkeiten eines Lügendetektors hat, zurückgezogen im Keller des Hauses in dem ihre Arbeitgeber ihr Büro haben. Als sie von Everett und Lynn Walsh den Auftrag bekommt deren verschwundene Tochter zu suchen, werden alte Wunden aufgerissen.

Bronwyn "Bonnie" ist ihre Tochter, die sie vor 15 Jahren nach einer Vergewaltigung zur Welt kam und die sie zur Adoption freigegeben hat.
Nachdem ich den Klappentext und eine Leseprobe gelesen hatte, war ich mir sicher: Ich muss dieses Buch lesen. Doch leider hat mich die Geschichte dann weder angesprochen, ich habe mich schwer getan in die Geschichte hinein zu finden und es kam anfangs kaum Spannung auf. Vielleicht liegt es auch an der ungewöhnlichen, andersartigen Protagonistin, die sich als einsamen Wolf und dunkelhäutiges Gespenst bezeichnet und die Geschichte in der Ich-Form erzählt. Ich komme mit Obdachlosigkeit, Alkohol, der Unfähigkeit sich in sozialen Bereichen einzugliedern und vor allem Einsamkeit in Berührung. Aber auch mit einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und uns aufzeigt, wieviel ein Mensch aushalten kann und welche Stärken er aus sich herausholen kann, wenn es sein muss.
Die handelnden Personen werden nur sehr vage beschrieben. Ich lerne sie durch ihr Tun, ihre Gedanken und Gefühle etwas besser kennen. Trotzdem habe ich nur schemenhafte Bilder vor mir.
Schon das angenehm haptische Cover ist trist und düster, genau so wie der Großteil der Geschichte. Die große Schrift ist angenehm zu lesen.
Ich hatte mir von der Geschichte soviel mehr versprochen. Schade.

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Keine Zeit zum aussteigen

Tannenglühen von Petra K. Gungl

Wien Anfang Dezember. Kanzleisekretärin Samira Dinic findet in der Früh ihres neues Arbeitstages einen ihrer Chefs, Dr. Siegfried Fürstenstein, erdrosselt im Besucherzimmer. Anscheinend wollte er gerade den großen Tannenbaum schmücken. Nun schlängelt sich die Lichterkette nicht um den Baum sondern um seinen Hals.

Strafverteidigerin Dr. Franziska Ferstl wollte sich nach ihrer überstandenen schweren Krankheit Ende des Jahres aus ihrem Arbeitsleben in der Kanzlei zurückziehen und sich in den Süden verabschieden. Da nun ihr langjähriger Kollege und Freund Dr. Maximilian Frank des Mordes an seinem Compagnon verdächtigt wird, stellt sie ihre Pläne zurück und greift voll in die Suche nach dem Mörder ein. Bei ihren Ermittlungen deckt sie eine Liebesaffäre auf, stößt auf dubiose Schwarzgeldgeschäft mit verschiedenen Russen, für die Kanzlei untragbare Offshore Geschäfte und die raffgierigen Ehefrauen ihrer Geschäftspartner. Als dann bei ihrer Nichte Martina auch noch eine Krankheit auftaucht, die noch bestimmt werden muss, gerät auch die taffe und sonst so starke Franziska hart an ihre Grenzen.

Die fast 60-jährige Frau Dr. Franziska Ferstl, Strafvereidigerin, fährt eine Harley Davidson "Rosinante", braucht wenig Lippenstift und Wimperntusche und auch sonst verbindet mich einiges mit ihr, was sie mir sehr sympathisch macht. Sie ist eine starke taffe Frau, die manchmal etwas arrogant rüber kommt, auch mal laut werden kann, die aber auch ihre schwachen, sehr verletzlichen Seiten hat. Gerade das macht sie so authentisch.
Auch die anderen Charaktäre mit vielen Ecken und Kanten, manche sehr sympathisch wie Franziskas Schwester Gerti und ihre Tochter Martina "Tichen" und Ari vom Motorradshop; oder unsympathisch und nur auf sich bedacht wie Maximilians Frau Bianca, die Fürstin oder der Russen-Boss und sein Gehilfe. Sehr gut hat mir auch die durch ihre Verliebtheit entstandene positive Verwandlung der jungen Sekretärin Nathalie gefallen.
Spannung macht sich ab der ersten Seite breit, hält ihren Bogen gespannt um dann beim Showdown nochmals anzusteigen. Ich konnte sehr gut mit fiebern und mit ermitteln, hatte für mich bald einen Täter parat. Aber es kam dann doch so ganz anders als ich es erwartet hatte.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Besonders mit dem junge Anwalt Kurt Thesch, ein echtes Schnuckelchen, der sich mit Franziska die Tätersuche zur Aufgabe gemacht hat und sie tatkräftig unterstützt, kann Franziska sich manchmal vor Lachen nicht halten.
Obwohl es ein Krimi ist, der um die Weihnachtszeit spielt, ist von kurzen Gastspielen von der Vorweihnachtszeit nicht viel zu spüren. Dies mag auch an den konzentrierten Ermittlungen liegen, die keine andere Ablenkung zulassen.
Toll finde ich die Rezepte im Nachgang zur Geschichte. An den Eierlikörkugeln, die Tinchen gemacht hat, werde ich mich auf alle Fall mal versuchen.

Ein interessanter, facettenreicher und tiefgründiger Krimi, bei dem mir das Lesen großen Spaß gemacht hat.

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Müllvermeidung - lesenswert!

Ohne Wenn und Abfall von Milena Glimbovski

Kennt ihr das: Ihr fangt an zu lesen und denkt: so ein leichter, flüssiger, sogar humoriger Schreibstil. Und das bei einem Sachbuch mit biografischen Einblicken.
Milena Glimbovski hat ihren Traum wahr gemacht und den ersten verpackungsfreien Laden in Deutschland gegründet. Über all die Höhen und Tiefen, den dummen Fehlern und anfänglichen Misserfolgen berichtet sie sehr ausführlich und offen.

Es ist spannend zu lesen, wie aus einer kleinen Idee ein eigenes Geschäft und ein großer Erfolg wurde, die heute nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern kopiert wird. Erfolg und Frust liegen so nahe beieinander. Es fehlt aber bei allem der erhobene Zeigefinger. Sie spart nicht mit Tipps und Tricks zur Vermeidung von Plastik, unterlegt vieles mit wissenschaftlichen Erkentnissen.
In in 12 Kapiteln, von der Geschichte von Original Unverpackt über Minimalismus (was ich mit besonderem Interesse gelesen habe) zu Zero Waste, unseren Lebensmitteln, Küche und einkaufen, Wohnen, Körperpflege, Sex, Baby und Kind, Kleidung, Büro bis hin zum Reisen – zu all dem gibt Milena interessante Einblicke, wie man Ressourcen sparen und umweltfreundlicher leben kann.
Ich finde Rezepte zur Haut-, Haar- und Zahnpflege, genau so wie für Kosmetik und die allgemeine Gesundheit. Sogar Reinigungsmittel kann ich mir mit den Rezepten selbst herstellen.
Ich habe einiges an Denkanstößen und Ideen bekommen, wie ich auf einfachste Weise meinen Beitrag zur Müllvermeidung leisten kann. Ich muss mich nur von der Gemütlichkeit, die z.B. die doppelt und dreifach verpackten Lebensmittel beim Transport bieten, verabschieden. Ich werde auch eher reparieren (lassen) anstatt immer gleich alles neu zu kaufen. Und ich werde meine Schränke mal wieder "ausmisten". Da fällt bestimmt so einiges an.
Zum Schluss des Buches finde ich noch ein Register mit Adressen von "Ohne Verpackung Shops" im deutschsprachigen Raum.
Ein interessantes und spannendes Buch, das wir alle lesen sollten, bevor unsere Welt im Müll untergeht.

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Der gelungene Auftakt zu einer neuen Serie

Mieze undercover von Mina Teichert

Von der Hausfrau und Mama zum kriminalistischen Pooldancestar
Ist es nicht toll, wenn man einen Papa mit den richtigen Verbindungen hat. Plötzlich schneit einem dank Papa, der mal Kriminaldirektor war, ein Jobangebot ins Haus. Das Mieze natürlich sofort annimmt, denn sie will schließlich auch mal wieder was anderes machen, als Windeln wechseln und sich über Pippi und Kacka zu unterhalten.

Dass sie dann sofort zu einem Undercovereinsatz in einer Tabledancebar an der Stange eingesetzt wird – naja – lest selbst.
Daniela Katzenberger und Krimi – wie soll das denn gehen? Aber sie hat schon recht: In jeder Frau steckt eine heimliche Ermittlerin. Und nachdem der Klappentext witzig und abwechslungsreich klingt, war dies meine nächste Lektüre.
Nina Teichert hat einen erfrischend leichten Schreib- und Erzählstil, der mich sofort mitgerissen hat. Ihre Protagonistin Michaela "Mieze" Moll, hat, genau wie Daniela Katzenberger, ein so großes Herz, sieht sehr gut aus, ist witzig, cool und schlagfertig und ist so eine tolle Mama und Ehefrau, die sich sofort einen Platz in meinem Herz gesichert hat. Einen gewissen hintergründigen Humor kann ich ihr auch nicht absprechen. Hier und da haben sich meine Mundwinkel nach oben gezogen oder mir kam ein Lacher aus bei Sätzen wie: Ich soll Dich vom guten Benehmen grüßen, ihr seht euch ja nicht so oft. Mieze, die Katze, – alles in allem einfach klasse.
Aber auch die weiteren Protagonisten sind gut vorstellbar beschrieben, haben ihre Ecken und Kanten und standen in meinem Kopfkino bald parat. Besnders hat es mir die kleine Lou mit ihren witzigen Kindermundsprüchen angetan. Chantal mit ihrem Denglisch geht mir manchmal auf den Keks. I make me on the way. Das ist mir hier und da etwas zu viel, passt aber absolut zu ihr.
Ihr bekommt mit diesem Buch keinen ausgetüfftelten, blutrünstigen Krimi. Aber für diese Mischung aus Humor und Spannung lohnt sich das Lesen. Und es wird weiteren Lesestoff mit Mieze Moll geben. Darauf freue ich mich schon.

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Der 1. Fall für die Münsterland-Detektive

Der schwarze Schatten von Anja Stroot

Ich lerne Jacqueline "Jacky" und ihren Bruder Ben, der immer zu Streichen aufgelegt ist, kennen. Die beiden wohnen in Münster. Gar nicht so weit weg liegt der Reiterhof, wo sie in den letzten Ferien erstmals ohne ihre Eltern waren. Da soll es nun bald wieder hin gehen. Zusammen mit Leona, die auf dem Reiterhof lebt, und Felix, der aus Rheine kommt, hatten sie beschlossen, als die Münsterland-Detektive in den Ferien ihre Abenteuer zu bestehen.

Und gleich in der ersten Nacht gilt es das erste Abenteuer zu bestehen.

Nach "Die verflixte Wiese (2)" und "Gefahr am Baumhaus (3)" ist nun die erste Geschichte der Münsterland-Detektive an der Reihe. Da die Geschichten in sich abgeschlossen sind, ist man hier an keine Lesereihenfolge gebunden, sondern kann die Bücher in jeder beliebigen Reihenfolge lesen. Auch sind die Geschichten nicht nur für Münsterländer Kinder gedacht. Die Abenteuer könnten sich in jeder beliebigen Gegend in Deutschland oder auch im Ausland genau so abspielen.
In einer liebevollen kindgerechten Sprache beschreibt die Autorin die Gegend im und rund um den Reiterhof. Wunderschöne, die Fantasie anregende Zeichnungen runden die spannende Geschichte ab. Die Geschichte eignet sich sehr gut zum Vorlesen. Durch die große Schrift können sich aber auch Leseanfänger sehr gut daran versuchen. Kurze Kapitel machen es nicht so schwer mit dem Lesen auch mal eine Pause zu machen.
Am Schluss der Geschichte ist nochmal das Erinnerungsvermögen des Lesers gefragt, der 3 Fragen zum Inhalt beantworten muss. Die Kreativität kommt auch nicht zu kurz. Ein eigenes Lesezeichen und den eigenen Detektivausweis gilt es nach der einfachen Anleitung zu basteln.
Auch dieses Buch werden die Kinder wieder verschlingen. Da bin ich mir sicher.

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Greta auf ihrem Weg zu sich selbst

Der schwarze Schatten von Anja Stroot

"Ich wünschte, Du wärst hier" schreibt Greta Martinelli ihrer Freundin Katrin aus jeder Stadt in Italien, die sie auf ihrer Kochbuch-Reise besucht. Greta ist Hals über Kopf aus München geflohen, nachdem sie einen großen Fehler gemacht und damit die jahrelange Freundschaft zu Katrin aufs Spiel gesetzt hat.

Nun ist die gemeinsame Wohnung weg, die Nudelbar in der Kaufingerstraße gibt´s nicht mehr und die Freundschaft hat sich auch aufgelöst. In Italien hat sie viel Zeit zum Nachdenken und ganz langsam findet sie zu sich selbst zurück. Spielt da vielleicht auch der in sich gekehrte Fotograf Christoph Schilling eine Rolle?

Ich habe Greta um ihre Reise durch Italien beneidet. Venedig im Februar, die Emilia Romagna, Parma, Bologna, Rom und schließlich Gallipoli in Apulien, die Heimat ihrer Großmutter Vittoria, von der sie ein Kochbuch nicht nur mit den leckersten Gerichten, sondern auch mit Lebensweisheiten immer bei sich hat. Auf der Suche nach geeigneten Plätzen und Gerichten für ihr Kochbuch begleite ich mit dabei. Bei den Beschreibungen von Land und Leuten schwelge ich in Reiseplänen.

Es dreht sich alles um ein Kochbuch, das der Verleger und Produzent Holger Frischmann mit ihr heraus bringen will. Bei der Zubereitung der leckeren Gerichte läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Beim Lesen der Zutaten steigt mir deren Duft in die Nase. Und die Fotos, die der Fotograf macht, kann ich vor meinem inneren Auge sehen.

Nicht nur Greta, Katrin und Christoph, die Hauptprotagonisten, sind sehr gut gezeichnet. Auch die Menschen um diese Drei herum kann ich mir sehr gut vorstellen und lerne sie gut kennen. Besonders in Herz geschlossen habe ich den kleinen Timo, der mit seinem Papa auf einem Olivengut ausserhalb von Bologna lebt.

In die Gefühlswelt von Greta kann ich mich sehr gut hinein versetzen und es ist schön zu lesen, wie sie ganz langsam zurück zu sich selbst findet und sich verzeihen kann.

Ein wunderbares Buch über die Freundschaft, die Liebe, das Verzeihen und die Kochkünste einer jungen Frau und ihrer Freunde.

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Ein romantisches Weihnachtsmärchen

Winterengel von Corina Bomann

Spiegel sind Spielzeug der Eitelkeit und der Sünde
1895 ist Anna Härtel 6 Jahre alt und sieht das erste Mal einen Spiegel in der Glaserei ihres Vaters Martin, die sie ja später einmal übernehmen soll. Doch dann kommt alles ganz anders. Nach dem Tod ihres Vaters stehen schon die Banken bereit, da die Glaserei völlig überschuldet ist.

Sie, ihre kleine Schwester Elisabeth und ihre Mutter verlieren alles.
Jahre später erhält Anna einen Brief der englischen Königin Viktoria Die hat von ihren Glasengeln gehört und möchte sie sehen und vielleicht auch kaufen. Doch auf der langen Fahrt nach London, auf der sie von John Evans begleitet wird, werden die kleinen Kleinode gestohlen und Anna sieht sich all ihrer Träume beraubt.

Das weihnachtliche Cover des Buches hat mich magisch angezogen. Und obwohl es erst langsam Richtung Weihnachten geht, habe ich das Lesen sehr genossen.

Corina Bomanns "Winterengel" ist wie ein modernes Märchen. Ich bin in Spegelberg in die Umgebung der Glashütte eingetaucht und ab dann auf Annas Spuren gewandelt. Ich war auf ihrem damals noch langen Weg nach London dabei. Habe hautnah erlebt, wie sie sich das erste Mal verliebt hat. Ihre Gefühle sind sehr gut vorstellbar beschrieben. Ich spüre ihre Unsicherheit, ihre Verletzlichkeit, ihre Abenteuerlust, ihre Verzweiflung, ihre Ergriffenheit, ihre Stärke, ihren starken Willen und ihre Leidenschaft. Gerade die ersten Tage zusammen mit John, als sie sich ganz langsam verliebt, es aber nicht wahrhaben will, finde ich sehr schön beschrieben.

Ich mag aber auch die anderen sehr bildhaft gezeichneten und daher gleich menschich wirkenden Protagonisten sehr. Ausser Anna natürlich Johnathan, der sich John Evans nennt und ein eher wortkarger Engländer ist. Genau so wie den Holländer Pieter De Vries, der eine ganz besondere Rolle in Annas Leben spielt.

Obwohl es eher eine leise Weihnachtsgeschichte ist, kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Ein Diebstahl muss aufgeklärt werden und einige undurchsichtige Gestalten treiben sich in Annas Nähe herum.

Insgesamt eine wunderschöne, einfühlsame, romantische Geschichte in den Anfangsjahren des letzten Jahrhunderts, die um die Weihnachtszeit herum spielt und die mich sofort gefangen genommen und nicht wieder losgelassen hat.

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Eine Fortbildung mit Folgen

Kaltnacht von Gabriele Keiser

Nach einer harmonisch im Kreise der Familie verlaufenen Silvesterfeier beginnen in den frühen Morgenstunden die Rauchmelder Alarm zu schlagen. Die von den Nachbarn herbeigerufene Feuerwehr muss nicht nur einen Schwelbrand löschen, sondern sie finden auch 2 Tote und einen toten Hund. Cem Aslan und seine Frau Yvonne sind in ihrer Wohnung einen brutalen Tod gestorben.

Doch wo ist ihr kleiner Sohn – der 5-jährige Erol? Für Kriminalhauptkommissarin Franca Mazzari und ihr Team beginnen zähe Ermittlungen. Ausserdem sollen sie auch noch einen Geisterfahrerfall aufklären bei der eine junge Frau und ihre kleine Tochter getötet wurden. Doch dann kommt ihnen ein Zufall zuhilfe...

In ihrem Krimi, der der erste ist, den ich von dieser Autorin lese, nimmt mich Gabriele Keiser mit in die Gegend zwischen Koblenz und Andernach. Ich lerne hier die KHK Franca Mazzari und ihr Team kennen. Die meisten sehr sympathisch bis auf Roger Brock mit seiner meckernden Lache und seiner eingefahrenen, verstaubten Denkweise, der sich hinter seinen Dienstjahren versteckt und der mir sowas von unsympathisch ist. Und auch den Rechtsanwalt des Geisterfahrers mag ich wegen seiner überheblichen und für mich schon menschenverachtenden Art überhaupt nicht. Auch alle anderen Protagonisten kommen menschlich und gut ausgearbeitet rüber. Durch die vielen Gedanken, die sich Franca und ihre Kollegin Clarissa machen, kann ich Motivation und Hintergründe der Tat und des Täters sehr gut verstehen. Geht es hier um Cem Aslan, den Türken, der besser deutsch spricht, als mancher Rheinländer, der aber auch schon mal ausrasten kann? Oder doch eher um seine schöne blonde Frau, der nach der Geburt ihres Sohnes verboten wurde wieder arbeiten zu gehen? Ist die Welt der Beiden wirklich so heile wie sie scheint? Oder geht es um die Polizisten im Allgemeinen, die für die meisten heute nur noch Bullen sind und sich erst wehren dürfen, wenn es meist schon zu spät ist? Alles wird von allen Seiten beleuchtet und war für mich sehr interessant zu lesen.

Der Fall selbst ist gut nachvollziehbar und ganz zum Schluss löst sich auf, wonach die ganze Zeit krampfhaft gesucht wurde. Es sind immer die Klitzekleinigkeiten, die dann zur Auflösung führen. So auch hier. Ich habe das Miträtseln und das Mitermitteln sehr genossen. Die Spannung beginnt auf der ersten Seite und auch wenn die Ermittlungsarbeiten oft etwas eintönig scheinen, bleibt der Bogen bis zum Schluss straff gespannt.

Da ich die Gegend um Koblenz herum aus meiner Jugend sehr gut kenne, rufen die Ortsnamen immer wieder kleine Erinnerungen in mir wach. Der Lokalkolorit der Landschaft spannt sich durch die ganze Geschichte und ich fühle mich schon sehr bald wie daheim.

Informative spannende Unterhaltung in diesen ersten Herbsttagen, die ich gerne weiter empfehle.

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