Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Emily Baxter hat Potential
Hangman. Das Spiel des Mörders Thriller. 02.01.2018. Paperback / softback. von Cole Daniel
An der New Yorker Brooklyn Bridge hängt ein Toter - William Fawkes. Auf seiner Brust hat der Mörder das Wort "Köder" eingeritzt. Soll damit Scotland Yard Detectiv Chief Inspector Emily Baxter angelockt werden, die vor 1 1/2 Jahren die legändären Ragdoll-Morde mit gelöst hat? Handelt es sich hier nur um einen Trittbrettfahrer oder steckt da doch mehr dahinter? Als der Serienkiller Lethaniel Masse im Hochsicherheitstrakt des Londoner Gefängnisses aufgehängt wird, der Mörder im gleichen Moment Selbstmord begeht und Baxter bei der anschließenden Gefängnisrevolte leicht verletzt wird, fliegt sie zusammen mit Damien Rouche vom CIA in die Staaten.
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"Hangman" ist nach "Ragdoll", den ich noch nicht kenne, der zweite Thriller um Detectiv Chief Inspector Emily Baxter. Vielleicht hätte ich den ersten Fall zuerst lesen sollen. Dann wären mir einige Sachen vielleicht klarer gewesen und einige Fragen hätten sich erst gar nicht gestellt. Da ich aber hier mit der Schnelligkeit und vor allem der Sprunghaftigkeit nicht so zurecht gekommen bin, werde ich mir Ragdoll nicht antun, sondern eher auf einen dritten Fall warten.
Daniel Cole schafft es sehr schnell, einen Spannungsbogen aufzubauen, bei dem mir der Atem stockt, der aber leider genau so schnell wieder zusammen fällt, sich wieder aufbaut und ab der zweiten Hälfte rasant Fahrt aufnimmt. Das macht das Lesen an manchen Stellen für mich etwas langatmig. Gerade im Mittelteil der Geschichte treten die Ermittler auf der Stelle, behindern sich sogar gegenseitig, mit meiner Logik komme ich da nicht weit. Neben der Spannung fehlt es aber an manchen Stellen auch nicht an Komik bzw. Humor, was mir gut gefallen hat.
Insgesamt lässt sich der Thriller leicht und schnell lesen. Die meist kurzen Kapitel lassen mir gerade in der zweiten Hälfte immer wieder Zeit zum aufatmen. Dass Prolog und Epilog zusammen gehören finde ich weniger gut. Der Cliffhanger am Schluss lässt auf einen weiteren Fall um Emily Baxter schließen.
Emily Baxter gefällt mir in ihrer gradlinigen, manchmal aber auch schroffen Art und ihren Ecken und Kanten ganz gut. Hier und da lernt man auch ihre weiche Seite kennen. Damien Rouche ist ebenfalls gut vorstellbar skizziert und mir sympathisch. Allerdings fehlt mir bei beiden Protagonisten etwas der Tiefgang. Auch die anderen Handelnden kann ich mir nur schemenhaft vorstellen. Vielleicht hätte ich doch nicht mit Teil 2 beginnen sollen?
Insgesamt habe ich einen spannenden, teilweise blutigen, rasanten, manchmal auch etwas langatmigen Thriller gelesen, der mich speziell ab der Hälfte stark gepackt hat. Kein Fall für schwache Nerven.
Eine wunderbar einfühlasame Geschichte
Das Institut der letzten Wünsche Roman von Michaelis Antonia
Es gehört zu ihrem Job, Dinge zu tun, mit denen sie sich nicht auskannten, die unmöglich schienen. Und es gehörte ab und zu zu ihrem Job nicht die ganze Wahrheit zu sagen zu Menschen, die wussten, dass ihnen nicht mehr viel Zeit blieb. Die aber alle noch einen sehnlichen letzten Wunsch hatten.
Ingeborg Wehser, ehemalige OP-Schwester, betreibt in Berlin-Friedrichshain in einem kleinen Hinterhof in einem kleinen Raum ihr Institut der letzten Wünsche.
Schwerstkranke Menschen, deren Angehörige ihnen gegen gute Bezahlung ihren letzten Wunsch erfüllen wollen, gehören zu ihren Kunden. Mathilda Nielsen, die Medizin studieren wollte, aber dann abgebrochen hat, ist hier angestellt und schlägt sich mit Wünschen herum, die nicht immer ganz leicht zu erfüllen sind:
Frau Schmitz, die sich wünscht noch einmal in einem weißen Kleid auf einem schwarzen Pferd durch den Frühling zu reiten; Maik Wagner, der im Rollstuhl sitzt und im April noch einmal in der eiskalten Havel baden will; Birger Raavenstein, ehem. Anwalt in London sucht seine große Liebe Dooren Taubenfänger und ihren/seinen Sohn.
Jakob Mirusch, der sich noch einmal einen Spieleabend wünscht, wie er sie in seiner Studentenzeit erlebt hat, und Ewa Kovalska, die sich wünscht, Maria Callas noch einmal auf der Bühne sehen zu dürfen, haben zwar auch letzte Wünsche, sind aber noch so rüstig, dass sie im Institut aushelfen, so gut es eben noch geht.
Was nie hätte passieren dürfen, ist nun doch eingetreten: Mathilda verliebt sich in einen Klienten – Birger Raavenstein – versucht, seine ehemalige Freundin mit ihrem Sohn zu finden und geht mit ihm zsammen seine letzten Wege. Immer in der Hoffnung, ihn zu einer Operation überreden zu können, die eine geringe Aussicht auf Erfolg hat.
Eine wunderbar einfühlsame, manchmal sehr emotionale Geschichte, bei der ich hier und da ein paar Tränchen verdrückt habe. Aber es gibt auch Szenen, bei denen sich meine Wundwinkel breit nach oben gezogen haben.
Wir alle gehen irgendwann einmal diesen letzten Weg. Ich fand es schön darüber zu lesen, dass man sich vorher noch einen sehnlichen Wunsch erfüllen lassen kann.
Eine wundervolle Einstimmung auf Weihnachten
Weihnachten in Briar Creek von Miles Olivia
Kara Hastings hat bisher nichts, was sie angefangen hat, zu Ende gebracht. Aber nun führt sie seit drei Monaten eine kleine Bäckerei und ihre Cookies scheinen den Leuten in Briar Creek zu schmecken. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hat sie viel zu tun und erfindet dauernd neue Sorten. Vor allem auch ihre kleinen Lebkuchenhäuser kommen sehr gut an.
Molly Griffin hat sogar jeden Tag Schneeflockencookies für ihre Nachmittagstee in ihrem Bed & Breakfast bei ihr geordert. Hier begegnet sie auch Nate, dem Neffen von Molly, von dem sie schon sehr viel gehört und sich bei einem kleinen Zusammenstoß ein kleines bischen in seine strahlenden Augen verliebt hat. Als er ihre wundervollen Lebkuchenhäuschen sieht, schlägt er ihr vor, sich an dem weihnachtlichen Häuser-Dekorierwettbewerb in Briar Creek zu beteiligen. Das Preisgeld könnte Kara sehr gut brauchen und sie geht auf seinen Vorschlag ein.
Von Anfang an bestimmt ein Knistern und Kribbeln jedes Zusammentreffen zwischen Kara und Nate. Aber Beide sind sich sicher, nichts ausser Freundschaft vom Anderen zu wollen.
Für mich war dieser 5. und leider, wie ich gelesen habe letzte Band der Briar Creek Reihe das erste Buch, das ich von Olivia Miles gelesen habe. Ich mag ihren leichten, lockeren Schreib- und Erzählstil sehr. Da die Autorin die Geschichte jeweils aus den Augen von Kara und dann von Nate erzählen lässt, bin ich in ihren Gefühlen und Gedanken noch viel mehr drin. Besonders bei Nate, der als absoluter Weihnachtsmuffel nach Briar Creek kommt, habe ich durch seine Gedanken besser verstehen können, warum er so ist, wie er ist. Diese Erklärungen waren mir einfach etwas zu viel und haben etwas genervt. Das war aber auch das einzig Negative an der Geschichte.
Dass der Ausgang der ganze Geschichte von Anfang an sehr vorhersehbar ist, hat mich hier überhaupt nicht gestört. Ich habe mit Kara und Nate gehofft, gebangt, gelitten und hätte ihnen hier und da gerne einen Stupser in die richtige Richtung gegeben. Aber sie haben ihren Weg ja dann auch alleine noch gefunden. Die ganze Stimmung in dem kleinen Ort ist durch das Schmücken und das Backen so weihnachtlich angehaucht, dass ich gerne mit den Beiden unterwegs bin. Ob beim Schlittschuhlaufen oder auf dem Weihnachtsfest, alles ist so friedlich und stimmig, dass ich mich gerne von diesem Flair gefangen nehmen lasse. In meinem Kopfkino haben sich die stimmungsvollen Bilder aus Briar Creek regelrecht eingebrannt.
Aber nicht nur Kara und Nate, naja bei ihm hat es schon etwas gedauert, habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen, sondern vor allem auch Tante Molly. Die alte Dame ist so herzlich, so liebevoll und doch ein kleines Schlitzohr, die genau weiß, wie sie ihren Neffen, der ein absoluter Weihnachtsmuffel ist, in ihrem Sinne manipulieren kann.
Olivia Miles hat mich mit ihrer Geschichte aus dem kleinen weihnachtlich angehauchten Ort Briar Creek so gefesselt und so gut unterhalten, dass ich diese 24 Kapitel im kommenden Dezember bestimmt noch einmal lesen werde. Und auch die vorhergehenden Geschichten, von Menschen aus dem Ort, die ich hier ja auch schon kennenlernen durfte, werde ich bestimmt noch lesen.
Man darf hier keinen tiefschürenden Roman erwarten, aber eine stimmungsvolle, sehr weihnachtliche kleine Lovestory, die mir sehr gut gefallen hat.
Bodyguard und It-Girl mit kleinen Schwächen
Mit allem, was ich habe von Jodi Ellen Malpas
Jake Sharp, 35, ehemaliger Söldner, heute Personenschützer/Bodyguard, äusserlich sehr ansprechend, ansonsten kalt, skrupellos, brutal und berechnend, hat einen neuen Job. Camille Logan, 25, It-Girl, in London stadtbekannt, reich durch Vater Trevors Gnaden, verwöhnt, will jedoch auf eigenen Beinen stehen, sich als Modedesignerin zusammen mit ihrer Freundin Heather einen Namen nachen.
Da kommt natürlich ein Bodyguard, egal warum, gar nicht gut und sie tut erst mal alles um ihn loszuwerden. Das ändert sich jedoch schnell, als die beiderseitige Anziehungskraft in Begierde wechselt...
Sowohl Jake mit seiner Selbstverachtung und seiner Schuld als auch Camille in ihrer manchmal sehr naiven Art waren mir anfangs einfach nur unsympathisch. Doch während des ganz langsamen Kennenlernens kamen auch die sensiblen, einfühlsamen und verletzlichen Seiten der Beiden sehr gut heraus. Ich konnte dann auch ihr Handeln besser verstehen und mich in sie hinein fühlen. Diese Intensität von Erotik und Sex zwischen den Beiden hatte ich allerdings nicht erwartet, passt aber gut, wenn es auch für mich etwas zu schnell daher kam.
Jodi Ellen Malpas´ Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sie schafft es, mich schnell in die Geschichte hinein zu ziehen, mich komplett zu fesseln hat sie allerdings nicht geschafft. Was vielleicht daran liegt, dass mich die beiden Hauptpersonen nicht voll und ganz angesprochen haben. Besonders mit Jake hatte ich immer mal wieder meine Probleme. Aber ich will hier nicht zuviel verraten. Der Schluss allerdings hat mich mit einigem wieder versöhnt.
Eine interessante, zeitweise richtig spannende, emotionale, Geschichte mit einem für mich absolut passenden Schluss, die ich gerne gelesen habe.
Happy Pork von glücklichen Schweinen
Mit allem, was ich habe von Jodi Ellen Malpas
Emma Wachs lebt allein und hochverschuldet auf ihrem von den Eltern geerbten Bauernhof mit ihren Schweinen, Hühnern, einer Kuh und dem Hund. Da fällt ihr eines Tages wie vom Himmel Max Bienen mit seinem Ferrari auf´s Feld. Das Auto zündet Emma an um die Spuren zu verwischen. Ganz langsam entspinnt sich zwischen den Beiden eine Freundschaft bis hin zu einer ganz kleinen Liebesgeschichte.
Denn Max ist todkrank...
Mit "Emmas Glück" hat Claudia Schreiber bei mir die verschiedensten Emotionen angeregt. Ich war erstaunt über eine Protagonistin, die ganz allein einen Bauernhof betreibt, sich mit absoluter Hingabe ihren Tieren widmet, sich auf der anderen Seite aber auch sehr verletzlich und schüchtern gibt. Als ich dann über den Zustand im Haus las, wusste ich, dass es doch nicht so ganz einfach ist, in der Eisamkeit allein zu leben. Als ich beim Schlachten bzw. Ausnehmen eines Schweines dabei sein durfte, kam mir doch hier und da das Grausen. Den Gestank des warmen Abbrühwasser habe ich jetzt noch in der Nase. Trotzdem empfinde ich Emma als eine starke Frau, die manches vom Leben besser verstanden hat als viele von uns.
Max und sein Freund Hans, der eine kleine Nebenrolle spielt, haben als Stadtmenschen eine so ganz andere Sicht auf die Dinge. Max tut sich anfangs etwas schwer, sich in das höfische Leben einzugliedern. Auch seine Krankheit macht ihm zu schaffen. Es ist so schön mitzuerleben, wie sich Emma und er ganz langsam an einander herantasten, wie sie sich guttun und sich jeder auf seine Weise langsam verändern bzw. weiter entwickeln.
Ich habe gelacht, geschmunzelt, gestaunt, war wütend, schockiert und wurde vor allem sehr gut unterhalten. Eine Geschichte, die so viel Wärme, Liebe und Lebendigkeit ausstrahlt und die mich sehr berührt hat. Eine Geschichte über deren Schluss man bestimmt gut diskutieren kann.
Absolut lesenswert!
Eine interessante Lebensgeschichte
Durch alle Zeiten von Hammer Helga
Da ich die Region Schladming-Dachstein, in der die Geschichte spielt, sehr gut kenne, musste ich dieses Buch unbedingt lesen.
Elisabeth, aufgewachsen mit einigen Geschwistern in einem ärmlichen Bergbauernhof in der österreichischen Ramsau, ist die Protagonistin in dieser Geschichte. Sie will sich mit dem kargen Leben auf ihrem Bauernhof nicht abfinden, setzt bei ihren Eltern durch, dass sie eine Ausbildung auf der Haushaltungsschule machen darf.
Sie trifft auf Niklas, ihre große Liebe, die aber nicht gelebt werden kann. Als Kindermädchen in London wird sie vom Hausherrn schwanger. Um nicht den Makel einer ledigen Mutter zu haben, heiratet sie in der Steiermark Mertin, einen Nachtwächter. Sechs Jahre später bekommt sie ein Kind von ihrem Cousin Richard und Martin reicht die Scheidung ein...
Elisabeth ist eine Frau, die sich auf der Suche nach sich selbst immer wieder auf die falschen Männer einlässt. Sie fühlt sich zerrissen und ist immer auf der Suche nach dem Glück bzw. der großen Liebe.
Helga Hanner, die die einen Teil der Lebensgeschichte einer Freundin erzählt, schreibt ihr Buch in zwei Zeitsträngen. Einmal ab dem Zeitpunkt der Geburt von Elisabeths drittem Kind Alfons, dann immer wieder in Rückblicken ab Elisabeths Geburt. Habe ich mich beim Lesen zuerst etwas schwer getan mit den dauernden Zeitsprüngen, haben sie mir aber dann geholfen, Elisabeths Tun besser zu verstehen und sie haben eine gewisse Spannung in die Geschichte gebracht.
Elisabeth ist mir nie richtig sympathisch geworden. Manchmal tat sie mir leid, wie sie immer wieder neue Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Andererseits finde ich sie sehr egoistisch und hart, wie sie teilweise ihrem Umfeld begegnet. Nur für ihre Kinder kämpft sie wie eine Löwenmutter.
Der schnörkellose, lebendige und offene Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Detaillierte und farbige Beschreibungen lassen sofort Bilder in meinem Kopf entstehen. Es ist kaum vorstellbar, dass noch bis vor einigen Jahren – vielleicht sogar heute noch – in einigen Regionen in unserer Umgebung das Leben der Frau durch ihren Mann bzw. ihre Herkunft bestimmt war.
Eine starke Frau, deren Leben geprägt ist von harter Arbeit, den falschen Männern und der Liebe zu ihren Kindern; die versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Spannende und fesselnde Unterhaltung.
Kriminelle Weihnachtsgeschichten - spannend und intensiv
Kerzen, Killer, Krippenspiel von Hammer Helga
Kerzen, Killer, Krippenspiel ist bereits das 7. Weihnachtskrimibuch, in dem die verschiedensten Autorinnen und Autoren verteilt über ganz Deutschland ihre kriminellen Weihnachtsgeschichten veröffentlichen.
Wie man auf der Karte am Anfang des Buches sieht, ziehen sich die Weihnachtsmorde durch die ganze Republik.
Z.B. von Sylt über Langeoog, nach Hamburg, Berlin, Bielefeld, Köln, Gießen, Limburg, Bayreuth, München bis ins schweizerische St. Gallener Oberland.
Egal, ob es um die letzte freie Grabstelle im Familiengrab, den Weihnachtsmann Hinnerk der sich bei einem Sturz das Genick bricht, um einen Streit zwischen Taubenzüchtern bzw. Weihnachtsmännern, um eine Verwechslung im Pillendöschen, um außergewöhnliche Diamanten, ein junger Mann die Weihnachtsgeschichte umschreiben will, Herbert an einem Lebkuchen das Zeitliche segnet – immer spielen die Geschichten in der Vorweihnachtszeit und nehmen ein schlimmes Ende.
22 Autorinnen und Autoren und zwei Autorenduos haben sich wieder Gedanken rund um das kriminalistische Weihnachtsfest gemacht und mich dabei richtig gut unterhalten.
Im Glossar werden einige Begriffe erklärt und in der Vitae stellen sich dem Leser die Autorinnen und Autoren vor.
Wer anstatt stille Weihnachten mehr auf kriminelle Weihnachten steht, ist hier absolut richtig.
Eine tolle Mutter-Tochter-Sohn-Produktion
Neue Kinder(reim)geschichten von Anja Stroot; Aaron Stroot; Christina Stroot
Zusammen mit ihren Kindern Christina und Aaron, die wunderschöne farbige Bilder zu ihren Geschichten gemalt haben, hat Anja Stroot Neue Kinder(reim)geschichten geschrieben. Auch sie selbst trägt mit einigen Zeichnungen zur Untermalung ihrer Geschichten bei.
Reime, Geschichten und Bilder erzählen von der Ballerina Frieda, dem Engel von Wolke 808, einem Weißkopfseeadler, Trixi und der Wünschekutsche, dem Erfinder Kruxi Muff und noch vielem Anderen.
Was ich toll finde: Hier sind auch Bilder dabei, die mich einladen mir selbst eine Geschichte oder einen Reim dazu auszudenken. Und ein Bild läd zum Ausmalen ein.
Die Reime lesen sich so eingängig, dass sie die Kinder bestimmt bald auswendig können. Die Geschichten haben eine tolle Länge, dass ich sie mir auch sehr gut als Gute-Nacht-Geschichten vorstellen kann. Es sind aber nicht einfach nur Geschichten, sondern sie regen zum Nachdenken und zum darüber reden an.
Die Geschichten und Gedichte eignen sich aber nicht nur zum Vorlesen. Durch die große Schrift können sich auch Leseanfänger sehr gut daran versuchen. Genau richtig für einen Kuschelnachmittag in der jetzt so kalten Jahreszeit. Da machen gerade die Bilder richtig gute Laune.
Das Highlight für mich bei diesem Buch sind die Bilder von Christina und Aaron. Sie bestechen durch viele Kleinigkeiten, die entdeckt werden wollen und sie regen zum nachmachen an. So kann die Mama oder die Oma ein kleines Gedicht kreieren und die Kinder malen dazu ein Bild. Oder zu Mamas Bild kann eine Geschichte erzählt werden. Also zum Buch am besten gleich Malblock und Buntstifte dazu schenken.
Zum Abschluss des Buches stellen sich Christina, Aaron und Anja mit Fotos vor, so dass ich sehen kann, wer dieses tolle Buch gestalten hat.
Ich bin auch von diesen Neuen Kinder(reim)geschichten absolut begeistert. Und ich bin mir sicher, die Kinder werden es genauso lieben.
Wo ist Jaqueline
Böses Kind von Martin Krist
Während sie den Fall Sina Winterstein, der Frau des angesagten Fernsehpredigers, die ermordet in einem niedrigpreisigen Hotel gefunden wird, bearbeiten, gibt es weitere Arbeit für Kriminalhauptkommissar Henry Frei und seine Kollegen Louisa Albers und Phan Cha Lee genannt Charly. Susanne Pirnatt meldet ihre Tochter Jaqueline als vermisst.
Die 14jährige ist zusammen mit ihrem Hund Tapsie verschwunden. Einen Hund finden die Ermittler in einer Bibliotheksruine, die saniert werden soll, an die Wand genagelt und ausgeweidet. Kurze Zeit später findet man eine Leiche mit abgehackten Händen. Frei und Albers beginnen sich Sorgen um das junge Mädchen zu machen.
Der erste Fall für Kommissar Frei und seine Kollegen ist für mich der erste Fall von Martin Krist überhaupt. Aber jetzt, nachdem ich den ersten Fall gelöst habe – naja, nicht ich, denn ich war immer auf der falschen Fährte – werde ich die Fälle der Berliner Kommissare bestimmt weiter verfolgen. Mich hat ein Krimi seit langem nicht mehr so schnell einbinden und mitreißen können. Ich bin begeistert.
Martin Krist stellt mir die alleinerziehende Suse vor, die mit ihren Kindern und ihrer Halbtagsstelle völlig überfordert ist. Nun ist auch Jaquie verschwunden, deren Hilfe sie dringend braucht. Zu ihrem Exmann hat sie ein denkbar schlechtes Verhältnis. So völlig auf sich alleingestellt, bekomme ich ihre Situation und ihre Reaktionen auf kleinste Kleinigkeiten sehr bildlich dargestellt und kann mich in ihre Situation gut hinein denken.
Auch die Kommissare lerne ich langsam kennen. Sowohl Frei als auch Louisa haben ihr Päckchen zu tragen. Frei, der Unordnung und Unpünktlichkeit hasst, mit seinem authistischen Sohn Benni und seiner pubertierenden Tochter Emelie und Louisa, die Unordnung in Person, mit ihrem Schreikind, das sie keine Nacht schlafen lässt. Das Familienleben der beiden Familien bringen die Hochspannung immer mal wieder auf ein erträgliches Maß herunter und ich kann dann immer mal kurz durchschnaufen. Ich finde es toll, endlich mal wieder "normale" Kommissare zu lesen, die zwar auch ihre familiären Probleme haben, aber doch sehr normal erscheinen.
Die kurzen, knappen Kapitel machen die Geschichte sehr schnell und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Ich war mir bald ziemlich sicher, in welche Richtung die Auflösung gehen würde. Doch da kannte ich die raffinierten Wege des Martin Krist noch nicht. Immer wieder taten sich neue Wege auf, die aber nicht ans Ziel führten. Zum Schluss war ich dann doch richtig baff, als der Täter abgeführt wurde.
Ich habe einen temporeichen, sehr spannenden Krimi mit vielen Wendungen gelesen, der mich bis zum Schluss fesseln konnte.
Mit diesem ersten Fall für Frei, Albers und Charly habe ich einen neuen Autor entdeckt, den ich nun mit auf meine Lieblingsautorenliste setze. Wenn am Fall Sina Winterstein weiter ermittelt wird, bin ich auf alle Fälle wieder mit dabei.
Ein spannender Ausflug nach Gelsenkirchen
Opferstock von Margit Kruse
In der Sakristei der Pfarrkirche Gelsenkirchen-Ückendorf findet die Pfarrputzfrau den Pfarrer Josef Wolzenburger - erschlagen. Die Trauer in der Gemeinde hält sich allerdings in Grenzen. Gerüchte bahnen sich ihren Weg. Hat das alles mit der Ferienfreizeit im Landschulheim in Lieberhausen im Oberbergischen Land 1985 zu tun? Hobbydetektivin Margarete Sommerfeld ist wieder in ihrem Element.
Aus vielen kleinen Anspielungen lese ich, dass dies nicht der erste Fall ist, in dem Margarete Sommerfeld sich in die Ermittlungen vom 1. Hauptkommissar Helmut Blauländer vom KK11 in Buer und seinen Assistenten einmischt. Aber kennen muss man die Fälle nicht unbedingt, da auch dieser Fall in sich abgeschlossen ist und für sich allein steht. Aber die Andeutungen machen Lust, sich auch den Vorgängerbüchern zu widmen.
Ich mag Margarete mit ihrer geraden ungekünstelten Art. Aber auch die anderen Protagonisten finde ich sehr markant und farbig beschrieben, kann sie mir gut vorstellen. Besonders Jens Eigenhardt, der, nachdem sie sich in Lieberhausen kennengelernt haben, Margarete zu den Ermittlungen anstachelt, ist ein sehr eigenwilliger Typ mit Ecken und Kanten oder wie Margarete es beschreibt mit zwei oder drei Gesichtern.
Der Kriminalfall an sich nimmt sich einem ernsten Thema an, dass gerade wieder sehr stark in den Medien vertreten ist: Kindermissbrauch durch Kirchenmitarbeiter. Der Fall um Pfarrer Wolzenburger ist logisch aufgebaut, setzt immer neue Fragen frei und ich kann richtig gut mitdenken und mit suchen. Bis kurz vor Schluss war ich allerdings auf der falschen Fährte, auf die mich die Autorin geschickt angesetzt hat.
Hier die Gedanken des kleinen, vom Pfarrer als krank beschrieben Jungen zu lesen, der sein Martyrium, seine Angst und seine Frustration, weil ihm keiner hilft, mit seinen eigenen Worten 1985 im Landschulheim beschreibt, hat mir das ein oder andere Mal die Haare zu Berge stehen lassen.
Ein interessanter Fall, vielschichtige Protagonisten und ein Ausflug ins Oberbergische Land haben mir leichte lockere Lesestunden ohne allzuviel Blutvergießen beschert und mich gereizt, nun auch die anderen Bücher mit der bodenständigen Hobbyermittlerin Margarete Sommerfeld zu lesen.










