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Rezensionen von gaby2707:

Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte

Vorweihnachtszeit in Frankfurt 1951. Vor genau einem Jahr hat der Freund ihres Mannes Johannes sie auf dem Bahnhof empfangen und ihr berichtet, dass Johannes nicht wiederkommen wird. Er ist in den letzten Kriegstagen gefallen. Eva versucht seitdem mit ihrer kleinen Tochter Lotte mehr schlecht als recht im Leben zurecht zu kommen.

Nun hat sie Paul kennengelernt, einen Mann, mit dem sie ein neues Leben aufbauen will. Aber auch ihn treiben dunkle Geister. Bis Lotte kurz vor Weihnachten einen Leierkastenmann und seinen kleinen grauen Esel kennenlernt, der ihr Leben auf den Kopf stellt.

An dem Liedtext "Wenn der Herrgott will – fallen tausend Flocken – und in stiller Nacht – läuten alle Glocken – und ein weißer Teppich – langsam fällt – hinab auf unsere kleine Welt" von Zarah Leander, dass meine Mutter mir als Schlaflied immer vorgesungen hat, hält sich Eva in der Vorweihnachtszeit fest. Wird sie und auch Paul es schaffen, ihre Gedanken an die Vergangenheit auszublenden und in der gegenwart glücklich zu werden?

Diese anrührende, bezaubernde kleine Weihnachtsgeschichte hat mich emotional sehr berührt. Sie erzählt von so wunderbaren Menschen, von Hilfsbereitschaft und der Würdigung des Alters und von einem Weihnachtswunder. Man muss nur ganz fest daran glauben.

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Vorweihnachtszeit in Bremen

Frostkalt von Liliane Skalecki; Biggi Rist

Weihnachtsmarkt in Bremen. In der Krippe vor dem Dom finden die Mitglieder des Kirchenchores ein neugeborenes kleines Mädchen. Zwei Tage später wird der renommierte Bäckermeister Carl Brodbeck, der für seine Klaben nach hauseigenem Rezept berühmt war, tot in der Backstube gefunden. Verdächtige gibt es viele und Kommissar Heiner Hölzle und seine Kollegen haben alle Hände voll zu tun, um den Mord aufzuklären und die Mutter des Babys zu finden.

„Frostkalt“ ist mein erstes Buch des Autorinnenduos Biggi Rist und Liliane Skalecki und es war der Anfang von weiteren Büchern, der beiden Damen, die ich bestimmt noch lesen werde. Ihr leichter, flüssig zu lesender Schreibstil hat mich bereits im Prolog in die Geschichte hineingezogen. Das Gedicht von Biggi Rist zu Beginn und zwei Zitaten lassen mich rätseln, was sie vielleicht mit der Geschichte zu tun haben. Das Personenregister haben es mir sehr leicht gemacht in die Geschichte einzutauchen, da ich immer mal wieder nachschauen konnte, wer wer ist.

Spannung baut sich ab der ersten Seite auf und der Bogen hält sich hoch oben bis zum Schluss.
Die Kommissare haben viel Arbeit mit zwei Bäckerbrüdern, jeder mit eigener Bäckerei, der eine tot, der andere vielleicht der Mörder – einem jungen Mädchen, dass zusammen geschlagen wird und im Krankenhaus aufwacht – einer schwangeren jungen Frau, die nicht weiß, wer ihrer beiden Freunde der Vater ist – einem Baby, das in der Krippe vor dem Dom ausgesetzt wurde – Rosinen, die mit Pestiziden verseucht sind und die Klaben dadurch fast ungenießbar machen – einem kleinen Jungen mit einer Nussallergie, der durch den Verzehr von mit Mandeln durchsetzten Klaben gestorben ist – einer Erpressung und zwei Morde – und jede Menge Verdächtige. Das alles bringen die Autorinnen gekonnt an einem roten Faden soweit, dass sich zum Schluss alles schlüssig und gut nachvollziehbar auflöst. Sprünge zurück in die nahe Vergangenheit helfen, die Protagonisten besser zu verstehen und den Ermittlern, den Fall besser lösen zu können.

Die Protagonisten selbst stellen sich lebensecht, sehr menschlich und mit ihren Ecken und Kanten dar. Besonders Kommissar Heiner Hölzle, der in seinem schwäbischen Dialekt seine Gedanken besser steuern kann, der immer mal wieder aufblitzt, bringt so richtig Lokalkolorit in die Geschichte ein, obwohl die ja in Bremen spielt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und meine Mundwinkel haben sich hier und da noch oben gezogen.

Ein sehr abwechslungsreicher, spannender Krimi, auch mit leisen Momenten und etwas privatem von den Ermittlern, der zwar in der Vorweihnachtszeit spielt, den man aber zu jeder Jahreszeit lesen kann. Kommissar Hölzle hat einen neuen Fan – mich!

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Hoffnung und eine Lüge

Wie der Wind und das Meer von Beck Lilli

Das einzige, was dem 11-jährigen Paul Grewe nach dem Bombenangriff 1945 in München geblieben ist, ist ein Koffer mit Dokumenten, ein Bild seiner kleinen Schwester und ein verbeulter Kochtopf seiner Tante. So trift er auf die kleine Jüdin Sarah, die ebenfalls ihre Familie verloren hat und die seiner Schwester unglaublich ähnlich sieht und die Beiden beschließen für immer zusammen zu bleinen – wie der Wind und das Meer.

So wird aus Sarah Silbermann Rosalie Greve. Zusammen schließen sie sich einer der vielen Kinderbanden an, überstehen gemeinsam die Zeit im Heim, bis sie schließlich von einem netten Münchner Ehepaar, das selbst seine beiden Kinder im Krieg verloren hat, aufgenommen und adoptiert werden. Immer noch tragen sie beiden den Namen Greve und nun Hummel. Diese Lüge, die sich durch ihr gemeinsames Leben zieht, die sie nie aufgeklärt haben, aus Angst getrennt zu werden, wird ihnen nun zum Verhängnis. Sie verlieben sich ineinander. Eine Liebe, die als Geschwisterliebe gilt, die sie nicht leben dürfen.

Ich bin sofort eingetaucht in die Geschichte der Beiden, in die Nachkriegszeit, die Zeit des Wiederaufbaus und in die Zeit, als es den Menschen langsam wieder besser ging. Durch Geschichten meines Opas und meiner Mutter, die diese Zeit nur knapp älter als Paul mitgemacht hat, kam mir vieles bekannt vor. Wenn ich heute hier in München durch die Straßen gehe, bin ich sehr froh, dass der Plan, München nach dem Krieg am Starnberger See wieder aufzubauen, schnell verworfen wurde.

Ich habe mit Paul und Sarah/Rosalie im Heim gelitten, mich mit ihnen gefreut, als es zur Adoption kam und mich immer wieder gefragt, was gewesen wäre, hätten sie ihre wahre Identität preisgegeben. Als sie sich dann ihrer langsam aufkeimenden Gefühle füreinander bewusst wurde, habe ich gespürt, dass das nicht gut gehen kann. Die Anziehung zwischen Ihnen ist so stark, sie wollen, wie sie sich geschworen haben, zusammen bleiben, verletzen dadurch immer wieder die Gefühle von Menschen, die ihnen sehr nahe stehen. Dadurch haben sich meine positiven Gefühle ihnen gegenüber auch zum negativen verändert.

"Wie der Wind und das Meer" ist eine sehr gefühlvoll geschriebene Geschichte, die mich ins München der Nachkriegsjahre mitgenommen hat, und die im Jah 1989 endet. Gerade zum Schluss hat die Geschichte meine emotionale Seite sehr berührt. Eine Geschichte so voller Hoffnung, die aber von einer nicht aufgeklärten Lüge immer wieder zerstört wird.

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Der 2. Band genau so gut wie der 1. Band

Schattenrächer von Michael Gerwien

Der Münchner Journalist Wolf Schneider ist weiterhin auf der Suche nach dem Mörder oder dem Auftraggeber zum Mord seiner Frau Rebekka. Auf einer Müllhalde am Rande von Lissabon wacht er auf, ohne Papiere, Kreditkarten, Geld und seine Brille. Seine Ex-Halbschwester Eva rettet ihn aus dieser Not und fliegt nach Lissabon.

Als er sie am Flughafen erwartet, stößt er auf eine Schlagzeile in der Washington Times, wo es um die Konstruktionspläne geht. Weiter geht seine Reise bzw. Flucht mit neuer Identität in die USA. Hier stößt er endlich auf seinen größten Widersacher – Arthur Smith...

Seit Wolfs Flucht aus München habe ich sehnsüchtig auf den „Schattenrächer“ gewartet. Und obwohl es über ein Jahr her ist, dass ich den „Schattenkiller“ gelesen habe, bin ich sehr schnell wieder in der Handlung drin. Was auch die verschiedenen Rückblicke ermöglichen, die gleichzeitig neugierig auf den Vorgänger machen. Es ist schon bezeichnend, dass Wolf immerzu daran denkt, dass ihm jemand Böses will, er sich aber von seinem Plan, seine Frau zu rächen nicht abgeht.

Die schnellen Sprünge zwischen den einzelnen Handlungsorten und Personen und die oft sehr kurzen Kapitel steigern die Spannung immens. Ich stehe die ganze Zeit unter Strom und hoffe, dass nicht nur Wolf aus den einzelnen Aktionen gut raus kommt.

Die Akteure sind auch in diesem Abschnitt der Trilogie farbig und detailliert beschrieben und feuern mein Kopfkino an. Der Schreibstil ist wie immer knapp und präzise, lässt sich gut lesen und setzt bewegte Bilder frei. Die manchmal derbe Ausdrucksweise und die sich manchmal überschlagenden Plots muss man mögen – ich mag sie, weil sie genau hierher passen.

Einzig, dass es so viele Tote gibt und der Koks- und Alkoholkonsum von Mr. Smith, sind nicht ganz so meins. Aber das gehört hier irgendwie dazu.

Auch der 2. Band der Trilogie strotzt vor Spannung. Ich hoffe, dass ich nicht zu lange auf Band 3 warten muss.

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Ausgefallener Comic

Sex Story von Brenot Philippe; Coryn Laetitia

Angeregt durch eine Leseprobe musste ich dieses Buch einfach lesen. Die Geschichte der Sexualität im Lauf der Jahrhunderte. Sexualität verpackt in einem Comic, das gab es wohl bisher noch nicht.
Vom Anthropologe und Psychiater Philippe Brenot stammen die meist witzigen Sprechblasen; die Illustratorin Laetitia Coryn zeichnete die phantasievollen Bilder dazu.

Es beginnt mit der Entwicklung der Affen zum Menschen, beleuchtet die Bibel und den Ursprung der Menschheit, das Babylon der freien Liebe, , das egalitäre Ägypten, das Pantheon der Liebe in Griechenland, die Größe und Dekadenz Roms, Hölle und Paradies im Mittelalter, die Renaissance, die Entdeckung der Fortpflanzungszellen, die Zeit der Aufklärung, die Verklemmtheit und die Prostitution im 19. Jahrhundert, die sexuellen Befreiung im 20. Jahrhundert bis zum Sex der Zukunft im 21. Jahrhundert. Es geht um Sexpraktiken, die Entwicklung des Schamgefühls, um Versuchungen, um Bordelle und Heilige, um Sexspielzeug und die künstlerische Revolution.
Das Memo zum Schluss bietet eine kurze Zusammenfassung der grundlegenden Begriffe, die in Sex Story vorkommen und beantwortet offen gelassene Fragen. Dank des Personen- und Sachregisters findet man schnell, was man sucht.
Der manchmal doch derbe Humor hat meinen Geschmack nicht immer getroffen. Manches finde ich einfach etwas drüber und zu viel. Vieles andere aber finde ich informativ, lehrreich, witzig, komisch und humorvoll in den Sprechblasen eingefangen. Immer wieder habe ich über die teils übertrieben dargestellten Bilder schmunzeln müssen.
Der Bestseller aus Frankreich ist ein ungewöhnliches Buch, dass es geschafft hat, mich trotz einiger Kleinigkeiten, die mir nicht so gefallen haben, zu begeistern.

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Die Sträggele ist zurück

Luzerner Totentanz von Monika Mansour

Weihnachten in Luzern. Kurz hintereinander werden 3 kleine Mädchen entführt. Sie werden zwar bald gefunden, aber ihre Umgebung ist mit Hexensymbolen oder Blut verschmiert. Cem Cengiz und Barbara Amato haben jede Menge zu tun um für Aufklärung zu sorgen. In ihr Blickfeld gerät bald eine Luzerner Sagenfigut: die Strägele.

Ab nun stehen alle rotharigen Frauen unter Generalverdacht. Und die Berichte in den Zeitungen tragen nicht gerade zur Eskalation bei.
Nach Luzern kommen ist für mich wie sich mit guten Freunden zu treffen. Ich kenne Cem, Lila, Eva und Barbara ja nun schon einige Zeit und habe schon einige Fälle mit ihnen zusammen gelöst. Nur schade, dass Rolf nicht mehr mit dabei ist. Neu hinzu kommt diesmal ein interessanter Mann: Marius, ein ehemaliger Journalist in Kriesengebieten. Die Dialoge zwischen ihm und Cem liebe ich.
Aber auch die weiteren Handelnden kommen lebensecht und bis auf einen Pfarrer für mich sympathisch rüber.
Hier geht es um Okkultismus, um okkulte Dinge und Symbole, eine Hexe mit roten Haaren, um die Sträggele und um den Türst. Richtig gekonnt hat Monika Mansour hier die Schweizer Sagenwelt mit einem spannenden Kriminalfall zusammen gebracht. Spannung ab der ersten Seite, wo ich mich nach dem Prolog schon gefragt habe, wo hier die Reise hingehen mag. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss erhalten, wo sich alles schlüssig, nachvollziehbar und für mich doch überraschend auflöst.
Durch viele schweizer Ausdrücke, die nicht eingedeutscht wurden, sich aber aus dem Zusammenhang erklären, fühle ich mich sofort mittendrin in unserem kleinen Nachbarland. Die Beschreibungen der Luzerner Stadtmauer und die Streifzüge durch die Stadt, bei denen ich dabei sein darf, geben der Geschichte den Lokalkolorit.
Auch das Private der Ermittler und der Staatsanwältin haben wieder ihren Raum gefunden. Und nach dem, was diesmal alles passiert ist, bin ich sehr gespannt wie´s weiter geht.
Ein spannender, sehr interessanter Fall, den man nicht unbedingt an Weihnachten lesen muss. Lesenswert ist er zu jeder Zeit.

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Interessante Ermittlungen an der Ostsee

Buttgeflüster von Ute Haese

Hanna the Private Eye Hemlokk, ihres Zeichens Privatdetektivin und unter ihrem Pseudonym Vivian LaRoche als Schriftstelerin tätig, ist stark angenervt. Zum einen von den Massen von Esoterikjüngern, die täglich die Straße durch den kleinen Ort Bokau verstopfen um zu den geometrischen Kreisen im Weizenfeld von Bauer Fritjof Plattmann zu gelangen.

Andererseits von ihrer Stalkerin, einer Tierärztin, die meint sich auch in literarischen Ergüssen ausdrücken zu müssen und dauernd ihre Rat will. Dann bittet sie ihr Freund Johannes von Betendorp, Tischler und Besitzer vom Herrenhaus Hollbakken, eine junge Esoterikerin zu suchen. Juliane Schott ist seit einigen Tagen verschwunden und man macht ihn dafür verantwortlich. Dann taucht noch die Witwe Bettina Schmale auf, deren Mann an der Steilküste bei Stein beim täglichen Joggen abgestürtzt ist und sich das Genick gebrochen hat. Dieser Auftrag spült wenigstens mal wieder etwas Geld in die derzeit knappe Kasse.
Dies sind für mich die erste beiden Fälle, die ich zusammen mit Hanna Hemlokk zu lösen versuche. Ich bin mit ihr in der wunderschönen Landschaft rund um den Passader See und an der Ostsee unterwegs. Lerne Eckernförde kurz kennen, schnuppere die salzige Luft an der Steilküste bei Stein und bin sogar auf einem Ausflug nach Schweden auf der Fähre mit dabei. Durch die Beschreibungen von Land und Leuten war ich schnell im Geschehen drin. Durch Hanna und ihre Ermittlungen erfahre ich so einiges über hochtoxische Kondensstreifen am Himmel, über Engelmedien, über Strichcodes, die unbedingt mit Entstötstiften behandelt werden müssen, über den Grafen von St. Germain und über ein Projekt, an dem sich ihre Mutter Traute beteiligen will: Crowdfunding zur Rettung der Meere vor Übermüllung.
Ich habe mitgerätselt, mitgefiebert, gelacht über den manchmal bissigen, manchmal urkomischen Humor und über gewöhnungsbedürftige Methoden zur Beschaffung von Beweismitteln. Wenn Hanna Hunger hatte und gekocht hat, ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Ich habe mich mit den Tieren in Hannas Leben angefreundet, den Schildis und Kuh Silvia; mit ihren Freunden Lulu und Vic, mit Harry und Daniel und den vielen Bekannten, die die Frau sonst noch so hat. Und Hanna selbst hat sich ganz leise in mein Herz geschlichen. Ihre herzliche, liebevolle Art, ihr manchmal freches Mundwerk, ihr so ganz eigener Humor – ich mag sie richtig gern.
Zwei total unterschiedliche Fälle für die Privatdetektivin Hanna Hemlokk, eine wunderschöne Landschaft an der Ostsee und viele skuriele Persönlichkeiten haben mir ein paar sehr unterhaltsame Lesestunden beschert. Davon will ich mehr!

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Lesenswert!

Scherbennacht von Nicole Neubauer

Auf einem ehemaligen Sportplatz in München-Schwabing wird der Drogenfahnder Kriminalhauptkommissar Leo Thalhammer mit einem Kopfschuss in seinem Wagen aufgefunden. Polizeiobermeisterin Sandra "Sunny" Benkow, die einzige Frau im Unterstützungskommando Bayern USK, die hier mit einem Kollegen verabredet war, findet den Toten.

Michael Waechter und sein Team haben alle Hände voll zu tun. Sie stoßen nicht nur auf eine Mauer aus Schweigen oder Unkooperativität, sie müssen sich aus mit ihren eigenen Dämonen wieder auseinander setzen.

Nach „Kellerkind“ und „Moorfeuer“ ist dies der 3. Fall, den ich zusammen mit den Kommissaren Waechter, Brandl, Schuster und dem Hüter des Schweigens lösen darf. Auch wenn man die ersten beiden Fälle nicht kennt, hat man keine Schwierigkeiten, dem Geschehen hier zu folgen. Ich lerne allerdings die Personen gerne von Anfang an kennen und verfolge so viel besser ihren Werdegang.

Besonders der Erste Hauptkommissar Michael Waechter, ein bekennender Löwen-Fan, mit seinen Ecken und Kanten, mit seiner Kauzigkeit, der sich aber auch mal öffnet, gefällt mir als Charakter sehr gut. Aber auch Kommissar Hannes Brandl, der sich noch von seinem letzten Fall erholen müsste, wird zur neu gegründeten Sonderkommission hinzugezogen. Seine innere Zerrissenheit und seine Verletzlichkeit kommen hier sehr gut zur Geltung. Einerseits Polizist mit Leib und Seele, andererseits Familienvater mit seiner schwangeren Frau Jonna, seiner 16-jährigen Tochter aus erster Ehe und seinen beiden kleinen Kindern, ein sehr interessanter Charakter, den ich sehr mag. Aber auch die anderen Protagonisten ergänzen und vervollkommnen die Geschichte zu einem Ganzen.

Themen wie Gentrifizierung, rechte und linke Gruppierungen und Rauschgift sind derzeit absolut aktuell und in aller Munde. Dazu eine vor Jahren aus dem Ruder gelaufene Überprüfung, die bis heute nicht aufgearbeitet scheint. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, drumherum eine Story zu konstruieren, die mich nicht mehr los gelassen hat.

Nicole Neubauer hat einen so ansprechenden, ergreifenden und mitreißenden Schreib- und Erzählstil, dass man sofort in die Geschichte und in die Ermittlungen hineingezogen wird. Ich war Tag und Nacht mit den Kommissaren, die bis an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen unterwegs. Spannung ab der ersten Seite ist garantiert, auch wenn die Ermittlungen hier und da nur schleppend voran gehen. Aber auch die kleinste Bagatelle fügt sich in die Spannung ein und lässt den Bogen bis zum Schluss hoch und konstant gespannt. Ja, der Schluss. Meine Ermittlungen hatten sich schon in die richtige Richtung bewegt, aber mit diesem Ergebnis hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Ein Fall, der genau in unsere Zeit passt, der mich hat mitfiebern lassen, der aber auch nachdenklich macht. Scherbennacht bekommt von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Lesens- und sehenswert

111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss von Nagele Andrea

Schon das Vorwort hat mir gut gefallen und ich habe mich auf nicht alltägliche touristische Orte eingelassen. Ich war bestimmt schon 15 x in Klagenfurt und Umgebung, weil mich die Gegend einfach reizt hier zu urlauben, zu wandern oder auch nur zu einem Kurztrip. Beim Durchblättern habe ich gemerkt, dass ich Vieles von dem, was hier angeboten wird, noch nicht kenne.

Nun stehen an der Seite des Buches eine Menge kleiner gelber Post-its raus, die alle nach und nach entfernt werden wollen.
Die Seiferei Weiss in Feistritz und das 151 kenne ich noch nicht. Aber die Beschreibungen hören sich gut an und die kleine Seifenmanufaktur und das Lokal sind bestimmt einen Besuch wert.
Der Benediktinermarkt ist mir ein Begriff. Hier habe ich schon Obst gekauft und wir haben uns mit einer frisch gekochten leckeren Suppe gestärkt.
Beim Botanischen Garten, beim Cafe Ingeborg, beim Dolce Vita, beim Luftschutzbunker, beim Cho-Cho-San, beim Klagenfurter Landhaus, bei Schloss Seltenheim und seinen Skulpturen, Schloss Tanzenberg und dem Karner von Tigring habe ich mir ein Markerl reingelegt. Die werden wir bei unserem nächsten längeren Besuch mal ansteuern. Da ich sehr gerne koche und esse, denke ich, auch die Cookothek ist bestimmt einen Besuch wert.
In der Buchhandlung Heyn habe ich mir auch schon das ein oder andere Buch ausgesucht. Nala und Nilo sind mir damals allerdings nicht begegnet. Vielleicht gab es sie da noch nicht.
Das Gutenberghaus, die Wandfresken im Hauptbahnhof, das Bauwerk der Hypo, den Kunstraum, die Lorettokapelle, das Strandbad Loretto, den Wildpark und Jagdschloss Mageregg kenne ich auch schon. Jetzt habe ich sogar eine Beschreibung dazu. Zu den beiden Glorietten hoch über dem Wörthersee sind wir auch schon gewandert. Der Blick von dort oben ist einfach grandios.
Den Jüdischen Friedhof kenne ich auch noch nicht. Und vor allem werde ich mal drauf achten, wo überall ich diese Stolpersteine finden werde.
Den Turm von St. Egid haben mein Mann und unsere Kinder schon bezwungen. Bei Besuchen in Pörtschach haben wir natürlich auch mal einen Blick ins Parkhotel und auf Werzer´s Badehaus geworfen. Das steirische Bankhendl beim Zocklwirt schmeckt fantastisch. Die Buschenschank Brockhof werden wir bestimmt auch mal aufsuchen.
Das Labyrinth am Schloss Rosegg ist es bestimmt auch wert, dass man es mal durchwandert und vor allem wieder raus findet. Auch der Forst- und der Moorsee, die hier so idyllisch beschrieben sind, stehen jetzt auf meiner Liste, die wir bei den nächsten Besuchen in Kärnten anreisen werden.
Andrea Nagele schafft es mit ihren liebevollen, interessanten Beschreibungen der Orte und Wege mich noch mehr auf meinen nächsten Kärnten Urlaub zu freuen. Dieses Buch wird im Handgepäck ganz bestimmt nicht fehlen.
Wer einmal die touristischen Pfade verlassen und Neues entdecken will, der braucht diesen „Ratgeber“.

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Mein erster Hohenlohe-Krimi - sehr gut

Muswiese von Wildis Streng

Die Muswiese ist für den kleinen Ort Musdorf das wichtigste Fest im Jahr, der älteste und traditionsreichste Jahrmarkt Hohenlohes. Als Frau Wächter und Herr Kaminski von der Lebensmittelüberwachungsbehörde beim Wirtsehepaar Franz und Brigitte Windisch Ratten und Kakerlaken im Kühlkeller finden, ist Brigitte sofort klar: Das war Erika Böckler.

Als die dann am nächsten Tag ertrunken in einer Quelle gefunden wird, ist natürlich Brigitte die erste Verdächtige. Lieselotte genannt Lisa Luft und Heiko Wüst von der Kripo Crailsheim haben viel zu tun. Denn beliebt war die Böcklerin absolut nicht.

Lisa und Heiko, das hohenlohisch-westfälische Ermittlerpaar, war mir von Anfang an sympathisch. Sie haben einen gemeinsamen Hausstand, der von Lisa konsequent erweitert wird. Überhaupt gefällt es mir, wenn ich bei den kleinen Kabbeleien und Reibereien der Beiden dabei sein kann. Humorig wird es, als Mama und Papa Luft aus Wesel anreisen. Mama Maria hält so gar nichts vom Landleben ihrer Tochter. Papa Roland dagegen hält sich an Heiko, der einem Bierchen und einer Brotzeit immer zugeneigt ist.

Sehr gut gefallen hat mir der hohenlohische Dialekt, der immer wieder eingeflossen ist. So kam die Regionalität des Krimis noch mehr raus. Ich hatte auch kein Problem mit der Verständigung. Vieles wurde im Hochdeutschen nochmal erklärt. Das Volksfesttreiben und die einzelnen Stände sind so anschaulich und interessant beschrieben, dass ich Lust bekommen habe, mir das Treiben auch mal anzuschauen.

Den Fall selbst fand ich interessant, gut aufgebaut und das Ermittlungsergebnis klar dargelegt. Schon bald kristallisieren sich durch kleine Anspielungen mögliche Täter heraus. Immer wieder hat jemand anderes ein klares Motiv. Was mir nicht gefiel, dass nacheinander, so wie man meinte Indizien zu haben, alle Familienmitglieder mal festgenommen wurden. Die Polizeiarbeit der beiden Ermittler fand ich persönlich zu lasch und zu sehr von der Teilnahme am Volksfest geprägt.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten. Ich habe eine neue Autorin kennengelernt, die ich mir merken werde.

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