Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gaby2707:

Ein Psychothriller mit Stärken und kleinen Schwächen

Ich will brav sein von Weiss Clara

Die junge Studentin Julietta ?Juli? Schindler zieht mit ihren wenigen Habseligkeiten von Berlin an die Isar und findet sehr schnell ein WG-Zimmer in der Rabenstraße Nr. 11. Hier lebt sie bei der aufstrebenden Schauspielerin Greta Brandstätter und deren Freund Gregor. Dann findet Juli auf dem Dachboden nicht nur eine Kinderzeichnung sondern auch noch eine Leiche.

Ist aus der aufkeimenden Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen Hass geworden? Und wenn ja, warum? Was hat Greta mit Juli vor?
Fragen über Fragen, die sich mir schon in der ersten Hälfte des Buches stellen.

Mir gefällt schon das Cover sehr gut. Eine Tür, die wohl zum Speicher führt, und die Türme der Frauenkirche verraten, dass die Geschichte in München angesiedelt ist. Durch den Klappenumschlag wirkt das Buch gleich sehr wertig.

War mir die Hauptperson Juli, von deren Leben ich im Laufe der Geschichte immer mehr erfahre, anfangs recht sympathisch, hat sich das beim Lesen hier und da geändert. Ich konnte den Gedanken der jungen Frau nicht immer folgen, sie kam mir sprunghaft, manchmal forsch, aber auch ängstlich und wirr vor. Vielleicht lag es aber auch an den für mich viel zu vielen Hinweisen und Andeutungen, bei denen ich nicht wusste, ob sie für die Lösung des ?Falles? vielleicht relevant sein würden. Da ich absolut keine Idee hatte, in welche Richtung es geht, kam ich erst relativ spät in die Geschichte rein. Jetzt, wo ich das Ende kenne, werden viele kleine Hinweise, die ich nicht einordnen konnte, zu einem großen Ganzen. Und ich merke, dass ich mich hier und da etwas verrannt habe bzw. mich habe täuschen lassen, was ich aber als eher positiv sehe.

Der leicht, sehr angenehme Schreibstil von Clara Weiss hat mich gut unterhalten. Eine unterschwellige Spannung ist ab fast der ersten Seite da und hält sich bis zum Schluss.

Juli wird sehr gut in Szene gesetzt und auch Greta konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die anderen Personen, die hier agieren, blieben für mich etwas blass. Ich hätte z.B. von Herrn Hofreiter gerne noch mehr erfahren.

Ich habe einen gut durchdachten Psychokrimi gelesen, der mich aber erst in der zweiten Hälfte richtig eingefangen hat. Als sich die Wendungen und Verstrickungen aufgelöst haben, war ich mit dem Ausgang der Geschichte, der mich nicht mehr überrascht hat, doch noch zufrieden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Ein wunderbarer Ratgeber nicht nur für Garten-Neulinge

Ich will brav sein von Weiss Clara

Als ich ?Mein Blumengarten? von Mascha Schacht endlich von der Post abgeholt hatte, war ich auf den ersten Blick begeistert. Der sehr wertige Einband und die tollen Farben des Covers haben mich gleich in Beschlag genommen.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dies nicht nur ein einfacher Gartenratgeber ist.

Nein, dieses Buch vermittelt sehr gekonnt das Gefühl für den Garten als Lebensgefühl und Glück. Die vielen wunderschönen Fotos tragen das ihre dazu bei.
Der Blumengarten von A - Z gleich am Anfang des Buches macht es mir leicht, schnell genau die Blumen oder Pflanzen zu finden, nach denen ich gerade suche.
Vom schnellen Blumengarten aus dem Tütchen über den Blumengarten, der mir jahrelang treu bleibt, dem Blumengarten, der die Natur in die Stadt bringt zu dem Blumengarten für Balkon und Terrasse ? immer ist auch für mich etwas dabei, was mich inspiriert. Ich lese von den verschiedenen Bodenbeschaffenheiten, vom Licht oder schatten, den die Pflanzen brauchen, von der Gartenplanung, vom schneiden und davon, wie ich das ganze Jahr eine Blütenpracht in meinen Garten zaubern kann.
Gleich nachher werde ich mich hinsetzen und ein ?Gartenutensilo? basteln, in dem ich alles verstauen kann, was ich an Kleingeräten für meinen Garten brauche.
Den Hauptteil des Buches nehmen natürlich die Blumen und Sträucher ein. Aber auch auf die Gestaltung des Gartens wird mehrseitig eingegangen. Der Pflanzenschutz und eine To-Do-Liste für das ganze Jahr runden dieses tolle Gartenbuch ab.
Ich fühle mich in diesem Gartenratgeber, der ohne erhobenen Zeigefinger so viele Möglichkeiten der Gartengestaltung aufzeigt, sehr wohl. Nicht nur Gartel-Anfänger, sondern auch Fortgeschrittene finden hier immer wieder neue Anregungen. Er bekommt in meinem Bücherschrank im Wintergarten einen Ehrenplatz.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Guter Beginn einer neuen Toskana-Reihe

Die Morde von Morcone von Stefan Ulrich

Der Münchner Rechtsanwalt Robert Lichtenwald braucht eine Auszeit. Verlassen von seiner Frau Stefanie zieht er sich in sein Bauernhaus in der Toskana zurück um zurück zu sich selbst zu finden. Kurz nach seiner Ankunft finden er und sein Vermieter in den Ruinen des Klosters San Rocco eine Leiche in die ein Buchstabe geritzt ist.

Was hat es damit auf sich? Als sich die Leichen in Morcone mit den eingeritzten Buchstaben häufen und die Carabinieri im trüben fischen, macht sich Lichtenwald zusammen mit der Lokalreporterin Giada Bianchi auf Mördersuche. Hierbei geraten Beide selbst in höchste Gefahr.

Das trotz der vielen Farben etwas düstere Cover mit den Zypressen und dem Kreuz und vor allem die Leseprobe haben mir Lust auf dieses Buch gemacht. Stefan Ulrich schafft es auch bald mich tief in die Geschichte hinein zu ziehen. Sein Schreibstil liest sich angenehm, flüssig und die Spannung steigt ab den ersten Seiten. Dass er diesen Teil Italiens gut kennt, kann er sehr gut vermitteln. Er schafft es schnell, mein Kopfkino mit den vielen Bildern, die er beschreibt, zu füllen.

Ich lerne den eher ruhigen Robert Lichtenwald und die temperamentvolle Giada Bianchi recht ausführlich kennen. Die anderen Protagonisten bleiben für mich etwas farblos und blass. Ich tauche ein in die toskanische Landschaft und die italienische Lebensart. Wie ein Urlaub ? nur das er mit Leichen gespickt ist.

Was mir nicht so gut gefällt, sind die vielen italienischen Floskeln und Begriffe, die immer wieder Eingang finden, sich aber beim Lesen oft von selbst erklären. Der Lesefluß wurde hier für mich aber immer wieder gestört. Hier wäre ein Glossar mit den Erklärungen hilfreich. Die dicken italienischen Mammas und die faulen Carabinieri sind mir mit zu viel Klischees gehaftet.

Ich habe einen für mich neuen Autor kennengelernt, der mir die Toskana sehr gut näher gebracht und einen interessanten Kriminalfall konstruiert hat. Trotz einiger Kritikpunkte würde ich mich freuen, bald mehr von dem ungleichen Ermittlerpaar lesen zu dürfen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Die Wahrheit hat viele Gesichter

Sieh nichts Böses von Inge Löhnig

Bei ihrer Prüfung zum Polizei-Leichenspürhund spürt die Border-Collie-Hündin Ronja im Forstenrieder Wald bei München die Leiche einer jungen Frau auf. Sie hat ca. zwei Jahre hier in ihrem kalten Grab gelegen und es ist nicht einfach, die Identität festzustellen, da für den fraglichen Zeitraum keine Vermisstenanzeige vorliegt.

Kommissar Konstantin ?Tino? Dühnfort, der mit seiner Frau Gina gerade aus den Flitterwochen kommt, wird vor eine knifflige Aufgabe gestellt. Vor allem, als bei der Toten ein kleiner Affe gefunden wird, der mit einer Pfote seinen Unterleib bedeckt. Was will der Mörder damit mitteilen? Und ist man hier evtl. einem Serienmörder auf der Spur? Nach einem Aufruf an die Bevölkerung um Mithilfe klärt sich die Identität der Toten. Bis zur Aufklärung des Verbrechens an der jungen Frau ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Ich mag den Kommissar mit seiner ruhigen beständigen Art, der um in die Gänge zu kommen erst mal seinen Espresso Doppio aus seiner Pavoni braucht. Und auch seine Frau Gina mit ihrem herzhaften Lachen, das ich immer, wenn davon die Rede ist, im Ohr habe, mag ich sehr gerne. Deshalb trifft auch mich die Erkenntnis, die die Beiden nach einer Vorsorgeuntersuchung bekommen, richtig hart. Aber ich kann die Entscheidung, die sie treffen, gut verstehen. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch - und ich bewundere den Mut, den die Beiden aufbringen sehr.

Inge Löhnig nimmt sich in diesem 8. Fall für Kommissar Dühnfort Familien vor, in denen es nicht immer liebevoll zugeht. Ganz im Gegenteil. Ich werde mit lieblosen, prügelnden und wegschauenden Eltern konfrontiert, was mir beim Lesen nicht immer leicht gefallen ist. Aber auch das ist das Leben, das die Autorin gekonnt eingefangen und in einem spannenden Roman verarbeitet hat.

Ich bin von Anfang an mittendrin und gefangen in den Ermittlungen, die mich tief in die menschliche Psyche blicken und manches Mal fassungslos werden lassen. Dabei zu sein, wie ein Puzzleteilchen nach dem anderen sich endlich zu einem großen Ganzen zusammen fügt, war schon sehr interessant. Die Spannung hält sich von Beginn an auf einem sehr hohen Level und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Hatte ich meinen Täter ermittelt, taten sich wieder neue Wege und Wendungen auf und ich war mit meinem Latein wieder am Ende.

Ich habe eine sehr vielschichtige Geschichte gelesen, bei der sich die verschiedenen Fäden am Ende vollkommen und für mich gut nachvollziehbar auflösen. Und auch das Privatleben des sympathischen Ermittlerpaar kommt nicht zu kurz.

Für mich ist dies der interessanteste und spannendes Fall, den Tino Dühnfort mit seinem Team bisher gelöst hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Ein spannender Fall

Sieh nichts Böses von Inge Löhnig

Auf der Suche nach einem Cache in der Aubinger Lohe, ganz im Westen von München stolpern zwei junge Geocacher buchstäblich über die Leiche einer jungen Frau, die schwerste Misshandlungen aufweist. Kriminalhauptkommissarin Antonia ?Toni? Stieglitz, die als Mitglied des Teams um ihren Chef Hans Zinkl diesen Fall lösen soll, wird dadurch sofort an ihre eigene Geschichte mit ihrem prügelnden Ex Mike erinnert, die immer noch nicht ausgestanden scheint.

Toni wagt einige Alleingänge, die sie an den Rand ihrer psychischen Grenzen bringen.

Ich habe Toni Stieglitz schon in ihrem ersten Fall ?Verletzungen? kennenlernen dürfen und fand die junge Kommissarin, die schon so viel mitgemacht hat, sehr sympathisch und taff. In diesem Fall lerne ich die sehr sensible Seite der Ermittlerin kennen, die sich endlich von ihrem prügelnden Ex getrennt hat. Und sie spricht darüber ? was ich sehr gut finde. Trotz aller Professionalität vernebeln ihre eigenen Erfahrungen und Emotionen etwas ihren Blick, was sie umso glaubhafter werden lässt.

Aber auch die anderen Protagonisten finde ich sehr menschlich und lebensnah gezeichnet und kann sie mir gut vorstellen. Alle haben ihre Stärken und Schwächen, was für mich beim Lesen sehr gut rüber kommt.

Mir als Münchnerin gefällt es besonders gut, dass ich mich in diesem Fall ?auskenne?. Ob Toni am Sendlinger Tor oder am Viktualienmarkt vorbei fährt, ob sie am Bordeauxplatz steht oder vom ehemaligen Little Oktoberfest in der Amisiedlung erzählt. Immer bin ich mittendrin und mein Kopfkino überschlägt sich.

Der Fall an sich löst sich langsam und schlüssig auf. Ich kann sehr gut mit rätseln und mit fiebern, aber die Suche nach dem wirklichen Täter hat mich an meine Grenzen geführt. Ich hatte mal einen ganz leisen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat; allerdings nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Mordfall gerät durch die Turbulenzen, durch die Toni geht, hier und da etwas ins Hintertreffen. Aber da auch ihre persönliche Geschichte so spannend ist, hat mich das nicht gestört.

Ich habe einen fesselnden Mordfall aufgelöst, der durch seine taffe und sehr emotionale Ermittlerin noch mehr an Brisanz gewinnt. Ich würde mich freuen, bald mehr von Toni und natürlich Dr. Mulder lesen zu können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Ein Fall, der mich gleich gefangen hat

Mord in Schönbrunn von Beate Maxian

Die junge Wienerin Valentina Macek führt zusammen mit ihrer Freundin Ruth Neuberg eine gut gehende Hochzeitsagentur und steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Felix Beermann, dem skandalfreien Workaholic und Spross einer angesehenen Wiener Hotelier Dynastie. Zwei Wochen vor dem großen Tag stößt sie beim Joggen im Schlosspark von Schönbrunn auf die aufgebahrte Leiche einer jungen Frau.

Der Frau, die genau vor 5 Jahren ihren Felix hatte heiraten wollen. Die Journalistin des Wiener Boten Sarah Pauli ist von dem Fundort, einem magischen Ort wie sie meint, so fasziniert, dass sie ihre eigenen Ermittlungen anstellt und damit dem Täter sehr nahe kommt.

Dieser 6. Fall, in dem die Journalistin Sarah Pauli eine Rolle spielt ist für mich die erste Geschichte, in der mich Beate Maxian nach Wien entführt hat. Dieser Fall hat mich so begeistert, dass ich auch die anderen Bücher jetzt noch lesen werde.

Mir gefällt der leicht zu lesende Schreibstil und vor allem die bildhaften Beschreibungen sehr gut. Ich bin von Anfang an mittendrin im Geschehen und mein Kopfkino läuft auf Hochtouren. Mich hat es fasziniert, dass es hier hauptsächlich um ein Märchen der Gebrüder Grimm geht, das als Hochzeitsmotto geplant war ? vor 5 Jahren und auch heute. Aber auch die Hochzeitsbräuche, die Mythen und Symbole, mit denen sich Sarah Pauli in ihren Zeitungsartikeln beschäftigt, haben es mir angetan. Beate Maxian hat es geschafft, mich hierfür zu interessieren.

Die sehr abwechslungsreichen, vielschichtigen Protagonisten werden bildhaft beschrieben; jeder hat seine Vorzüge, aber auch sein ?Packerl zu tragen?. Sympathien und Antipathien habe ich von Anfang an gleich verteilen können. Auch die Beschreibungen der Handlungsorte in und um Wien gefallen mir sehr gut.

Die Geschichte selbst ist schlüssig aufgebaut, spannend und emotional ab der ersten Seite. Meinen ?Mörder? hatte ich bald gefunden, wurde aber durch einige Wendungen eines besseren belehrt. Mit diesem Ende habe ich nicht gerechnet.

Nicht nur wer Märchen, Mythen und Sagen, sondern auch einen sehr gut ausgefeilten Kriminalfall mag sollte dieses Buch lesen. Mich hat es sehr gut unterhalten und Beate Maxian hat mich mit dieser Geschichte voll überzeugt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Wo sind die Grenzen?

Roofer von Wilke Jutta

Frankfurt am Main: Sie klettern auf die höchsten Gebäude, Brücken und Türme ? die Roofer. Allen voran Trasher und Adrian, die sich gegenseitig mit dem Anbringen ihrer persönlichen Zeichen überbieten. Bis Nasti zu ihnen stößt und Trasher von ihr den absoluten Liebesbeweis fordert: sie soll mit ihm klettern.

Darf er von ihr eine solche Mutprobe als Liebesbeweis fordern?

Ich habe mich mal wieder auf ein Jugendbuch eingelassen und es absolut nicht bereut. Die Szene der Roofer, bei dem meist Jugendliche oder junge Erwachsene ohne Sicherung auf hohe Gebäude oder Bauwerke klettern um sich dort z.B. zu filmen und diese Filme dann bei YouTube einzustellen. Da dieser ?Sport? verboten ist, sieht man die Roofer meist nur mit Maske oder schwarzer Haube und ihrem eigenen Zeichen als Erkennungsmal. In dieser Geschichte geht es um die Rivalität zwischen einen Balken mit einem stilisierten Vogel und einen grünen Gecko ? Trasher und Adrian.

Jutta Wilke beschreibt diese Extremsport-Szene sehr detailliert, eingebettet in eine Geschichte um die Freundschaft zwischen Alice und Nasti und die junge Liebe zwischen Nasti und dem Roofer Trasher. Ich kann die Angst spüren, die Alice um ihre Freundin hat, wenn Nasti neuerdings alle Zweifel und Ängste beiseite schiebt, auch klettern und dem Himmel nahe sein will. Ihre Anhänglichkeit ist beim Lesen gut zu spüren und ihre Verärgerung und ihre Verzweiflung, dass sie Nasti mit ihren Worten nicht mehr erreichen kann.

Ich kenne mich in Frankfurt ein bisschen aus und es fällt es mir leicht mir vorzustellen, wo sich die Gruppe um Trasher und Adrian gerade aufhält und ihrem Hobby nachgeht. Da die Geschichte von Alice erzählt wird, bin ich in ihren Gedanken immer mit dabei. Manchmal möchte ich die Mädels und vor allem die Jungs, die meinen sich immer und immer wieder beweisen zu müssen, schütteln und ihnen bewusst machen, auf welchen Blödsinn sie sich gerade einlassen.

Auch wenn ich diese Art Sport bisher nicht kannte, habe ich mit diesem Buch spannende und unterhaltsame Lesestunden verbracht. Ich durfte die Jugendlichen auf ihrer Suche nach Freundschaft, Anerkennung und Liebe begleiten. Und ich hoffe, dass sie eines Tages zu sich selbst finden werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Ein sehr leiser, trotzdem guter Krimi

Windflüstern von Christine Rath

Hans Ewers lebt mit seiner 2. Frau, der schönen und viel jüngeren Russin Elena in einem Traumhaus auf Sylt. Hans scheint sie aufrichtig zu lieben; Elena sieht diese Ehe als Geschäft: Schönheit gegen Geld. Als Hans einen Termin bei seinem Anwalt in Hamburg hat, glaubt Elena, Hans wolle sich scheiden lassen.

Nun ist guter Rat teuer?

So ruhig und klar wie die Dünenlandschaft oder ein Gemälde (Zitat aus dem Buch) plätschert die Geschichte dahin. Sehr lange Zeit habe ich einen Roman gelesen, bis die kriminelle Handlung seinen Lauf und die Sonderermittlergruppe die Ermittlungen aufnimmt. Aber auch da kommt keine rechte Spannung auf, was mir persönlich allerdings nicht gefehlt hat.

Die wunderbaren Beschreibungen der Insel lassen bunte Bilder in meinem Kopf und eine Sehnsucht nach der Insel entstehen. Die vielfältigen und gut ausgearbeiteten Protagonisten, bei denen ich z.B. die Panik oder die Angst vor Entdeckung fast spüren kann, machen auch diesen leisen Krimi zu einem Lesegenuss. Die Geschichte oder der Fall ist sehr gut ausgearbeitet, nachvollziehbar und in sich schlüssig.

Eine Krimi, der mir mal wieder gezeigt hat, dass es auch ohne großes Blutvergießen und mit sehr leisen Tönen geht und der mir angenehme Lesestunden geschenkt hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Was ist Freundschaft?

Windflüstern von Christine Rath

Als Jay de Winter nach ihrem gemeinsamen Mädelswochenende spurlos verschwindet, ist ihre Freundin Mia Becker die Einzige, die nach ihr sucht. Ihr Mann Hugo, der angeblich einen Zettel gefunden hat, auf dem Jay schreibt, dass sie ihn und die Kinder verlässt, will noch nicht mal eine Vermisstenanzeige aufgeben.

Für die anderen Freunde der Clique, Laura und Thomas, Doreen, Falk und Mias Mann Leon scheint das Verschwinden von Jay keine große Rolle zu spielen. Da eine im Stadtpark gefundene ermordete junge Frau Jay frapierend ähnelt, macht sich Mia die allergrößten Sorgen.

Mia erzählt die Geschichte ihrer Suche nach ihrer besten Freundin. Aber auch die anderen ?Freunde? kommen in Rückblicken zur Sprache und das Verschwinden eröffnet eine ganz neue Seite jedes Einzelnen. Ich konnte mich teilweise sehr gut in die Personen hineinversetzen und die Reaktionen, so abartig sie auch manchmal waren, gut nachvollziehen. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich solche ?Freunde? haben möchte. Aber ich denke, diese zweiten Gesichter der Freunde, geprägt von Neid, Hass, Begehren und Misstrauen, konnten nur durch das Verschwinden ihrer Freundin zum Vorschein kommen.

Die Tatsache, dass es sich hier um einen tatsächlichen Fall und die darin Verwickelten, geschehen in Aachen, handelt, hat mich betroffen gemacht. Durch diese Realität habe ich mich noch mehr ?dabei? gefühlt. Astrid Korten gibt der Geschichte und vor allem den Personen soviel Spannung und Tiefgang, dass ich mich zwingen musste, hier und da das Lesen abzubrechen.

Was ist Freundschaft? Was macht Freundschaft aus? Diese Frage stelle ich mir, nachdem ich das Buch gelesen habe. Über diese Frage werde ich auch mit meinen Freundinnen mal diskutieren.

Ein Buch, das noch lange in mir nachwirken wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Seelsorger Martin Bauer ermittelt

Glaube Liebe Tod von Peter Gallert; Jörg Reiter

Im letzten Moment gelingt es Polizeipfarrer Martin Bauer einen Polizisten mit einem Trick vom Selbstmord abzubringen. Vier Stunden später ist dieser Mann trotzdem tot. Suizid. Die Akte soll schnell geschlossen werden, aber Martin Bauer vermutet hinter dem Selbstmord mehr. Er beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und stößt auf Geheimnisse und Verborgenes, dass so nicht ans helle Licht des Tages kommen sollte.

Einen Polizeiseelsorger als Ermittler hatte ich bisher noch nicht und er gefällt mir sehr gut. Martin Bauer ist engagiert, ein Familienmensch, der aber auch seine Familie für einen "Fall" hinten anstellt, der seine Menschenkenntnis sehr gut einsetzt und dessen Wahlspruch "Ein Tag ohne Todesnachrichten ist ein Tag ohne Zigarette" mir sehr gut gefällt. Zusammen mit Hauptkommissarin Verena Dohr gibt es ein interessantes Team ab. Aber auch die anderen Protagonisten und Nebendarsteller sind gut ausgearbeitet und ich hatte recht schnell ein Bild von ihnen im Kopf.

Der Fall um Polizeimeister Walter Keunert, seine Frau Annette und seinen Sohn Tilo ist plausibel aufgebaut, verwirrt mich an einigen Stellen und entwickelt sich etwas anders, als ich es gedacht hatte. Bauers Tochter Nina, die zu einer Demo nach Frankreich abgehauen ist, bringt so das Familienleben des Seelsorgers etwas durcheinander. Und die beiden rumänischen Mädchen Mariana und Lacrima, die sich so viel vom Leben in Deutschland erwartet hatten, spielen auch eine größere Rolle in diesem Krimi. Eine Grundspannung ist von Anfang an da; eine Steigerung habe ich zeitweise etwas vermisst. Die drei unterschiedlichen Geschichten werden zum Schluss sehr gut zueinander geführt und aufgelöst.

Die 62 Kapitel auf 406 Seiten lesen sich leicht und flüssig. Der neue Kriminalroman um Martin Bauer wird auf den letzten Seiten in einer Leseprobe vorgestellt und macht neugierig. Eine Frage ist bei mir allerdings geblieben: Ist Duisburg wirklich eine solch schmutzige und unattraktive Stadt, wie ich sie nach dem Lesen nun im Kopf habe?

Ich habe eine interessante Geschichte gelesen, die ein wenig mehr Spannung vertragen könnte, Protagonisten, die sich weiter entwickeln können und von denen ich gerne mehr lesen möchte. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707