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Rezensionen von gaby2707:
Vielseitiges München
München. Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen von Anne Dreesbach
In ihrem Buch „Unterwegs mit Deinen Lieblingsmenschen“ hat Anne Dreesbach über 100 total unterschiedliche Aktivitäten in München in diesem Buch zusammengestellt.
Ob ihr ästhetisch an der Pool-Stange tanzen wollt, ob ihr Tango oder Kizomba lernen wollt, ob ihr gemeinsam Bäume erkunden wollt, ob ihr euch im Umadum Riesenrad die Stadt von oben anschauen oder ob ihr auf dem Viktualienmarkt eine Probiertour starten wollt.
Die habe ich z.B. schon mitgemacht und habe die Schmankerl probieren dürfen, die der Viktualienmarkt zu bieten hat – superlecker.
In diesem 240 Seiten starken Buch ist wirklich für Jeden etwas dabei. Ich habe für mich einige Aktivitäten gefunden, die ich mit meiner Freundin sogar in dieser gerade etwas schwierigen Corona-Zeit machen kann. Und da freue ich mich drauf.
Ein tolles Buch, mit so vielen interessanten Aktivitäten, das euer Herz höher schlagen lassen wird.
Ein Türke in Frankfurt - 1983
Happy Birthday, Türke! von Jakob Arjouni
Ahmed Hamul lag erstochen mit einem Messer im Rücken im Hinterhof eines Etablissements nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof. Da die Polizei keine all zu großen Anstrengungen macht, seinen Mörder zu finden, steht seine Frau ein paar Tage später im Büro von Kemal Kayankaya, Türke in der Türkei geboren in Deutschland aufgewachsen, versteht und spricht kein türkisch, der sich mit Privatermittlungen versucht über Wasser zu halten.
Es ist der 11.08.1983, sein 26. Geburtstag und den 1.000,00 DM Schein, den ihm Frau Hamul hin hält, kann er sehr gut brauchen. Also begibt er sich auf Spurensuche…
Als ich dieses Buch ganz unten in meinem SuB gebunden habe, habe ich lange überlegt, ob ich die Geschichte überhaupt lesen soll.Jetzt, im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich es nicht viel früher hervorgeholt habe.
Jakob Arjouni, der leider nur 48 Jahre alt wurde, hat einen so mitreißenden, trotzdem entschleunigten Schreibstil, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Es ist noch nicht mal die Geschichte an sich, die mich hier bei der Stange gehalten hat. Die würden andere Autoren heute in drei Minuten erzählen. Es waren eher die Typen, die ich hier kennengelernt habe, die Zeitreise zurück in die 1980 Jahre, die ich hier gemacht habe. Beim Lesen habe ich immer wieder realisiert, wie sich die Gesellschaft gerade gegenüber Ausländern seitdem geändert hat. Heute lacht sich keiner mehr schlapp, wenn sich ein Türke z.B. als Privatermittler ausgibt. Ich finde es klasse, wie hier das Verhältnis der Deutschen zu den neuen Einwanderern, gerade aus der Türkei, aufs Korn genommen wird.
Kemal Kayankaya war mir trotz einiger Marotten von Anfang an mit seiner ruhigen, zurück genommenen Art sehr sympathisch. So wie er die Ermittlungen angeht, würde es heute niemals ein Ermittler tun. Das spielt aber beim Lesen keine Rolle. Ich werde hinein gezogen in dichte Zusammenhänge, die es zu entschlüsseln gilt. Alles nicht mit den heutigen Krimis vergleichbar. Aber trotzdem sehr gut.
Besonders gut gefallen haben mir die Gespräche, die auf hessisch geführt wurden. Da habe ich mich mittendrin gefühlt in der hessischen Metropole.
Wer sich zurück versetzen lassen will in die Kriminalgeschichte der 1980 Jahre, der wird hier ein spannendes, humorvolles, kurzweiliges und vergnügliches Leseerlebnis haben. Ich habe die Stunden sehr genossen.
Täter – Opfer – wer ist wer?
55 - Jedes Opfer zählt Thriller. Kartoniert. von Delargy James
Die Stadt Wilbrook auf dem Pilbaro-Plateau in Westaustralien ist eine Kleinstadt, übrig geblieben nachdem die Goldgräbereuphorie abgeebbt ist. Hier tut Polizeisergeant und Sheriff Chandler Jenkins zusammen mit seiner Kollegin und Stellvertreterin Tanya und 3 Kollegen seinen fast eintönigen Dienst.
Bis zu dem Tag, als plötzlich die Tür auf geht und ein blutbefleckter Fremder die Polizeistation betritt. Gabriel Johnson erklärt, dass er vor einem Serienmörder geflohen sei, der sich Heath nennt und er die 55 sein sollte. Chandler bringt den völlig verstörten und verunsicherten Mann in einem Hotel unter. Kurze Zeit später betritt ein weiterer verletzter Mann die Polizeistation, nennt sich Heath Barwell und erzählt haargenau die gleiche Geschichte wie Johnson.
Wer ist Täter, wer ist Opfer? Chandler ruft Verstärkung und bekommt seinen ehemals besten Freund Mitch Andrews vor die Nase gesetzt. Was ist mit dieser Freundschaft geschehen?
Eine Geschichte, die viele Fragen aufwirft. Ich wollte eigentlich nur ein paar Seiten lesen, habe es aber immer nur für sehr kurze Zeit geschafft, das Buch wegzulegen. Und schon war es ausgelesen. Und der Schluss hat mich total verstört zurück gelassen.
Dazu gibt es in Auszügen eine zweite Geschichte, geschrieben in kursiv und im Jahr 2002 angesiedelt, warum die Freundschaft zwischen Chandler und Mitch zerbricht. Und was der Grund dafür war. Warum die so wichtig ist, habe ich erst kurz vor Schluss begriffen.
Chandler und seine Truppe sind mir von Anfang an sympathisch. Er, seine Vertreterin Tanya, Nick Kyriakos, Jim Fall und Luka Grgic werden mir im Laufe der Geschichte immer näher vorgestellt. Mit denen zusammen könnte ich auch gut arbeiten. Was ich von Mitchell Andrews absolut nicht behaupten kann. Ein arroganter Schnösel, der nur seinen Vorteil sucht, nur auf Karriere aus ist und für seine Fehler immer einen Sündenbock findet. Für mich ein absolutes A...
Wenn James Delargy in der Wüste dichten roten Staub aufwirbeln lässt, habe ich das Gefühl nicht mehr atmen zu können. Ich meine die herunter peitschenden Äste der Bäume zu spüren und die Angst des Flüchtenden. Und ich spüre die Fesseln um Hände und Füße beim Lesen. Es baut sich eine Spannung auf, die kaum auszuhalten ist.
Die Geschichte wird zum Großteil von Männern dominiert, was mich aber nicht gestört hat. Ich finde, es passt sehr gut zu der hier beschriebenen sehr rauen Gegend und ich kann Chandlers Ex gut verstehen, dass es sie zurück an die Küste gezogen hat.
Ein super spannender, packender Thriller, eine actionreiche Geschichte mit provokanten religiösen Splittern und einem Ende, bei dem sich jeder selbst seine Gedanken machen kann/muss. Ich bin immer noch ganz geplättet.
Man kann alles übertreiben...
Achtsam scheitern von Christin Henkel
...so, wie hier die Freunde von Christin.
„Achtsam scheitern“ ist ein kleines Buch, mit dem ich mich beim Lesen richtig gut amüsiert habe.
Christin Henkel, Musikerin und Kabarettistin, die mir schon in der Ladys Night und bei Dieter Nuhr sehr gut gefallen hat, nimmt in ihrem Buch die Ökowelt auf´s Korn.
Und zwar so auf den Punkt und so witzig, dass sich meine Mundwinkel dauerhaft nach oben gezogen haben.
Nach und nach lerne ich ihre Freunde kennen. Da sind Mona und Manuel, die ihr Auto abgeschafft haben und nun die Zwillinge Mathilda und Benedict-Hector erwarten. Ihr alter Freund Denis zieht im brandenburgischen sein eigenes Gemüse. Es gibt Brunnenkresse, die man, lt. Denis, gut an Salat machen kann. Gerade erst geerntete verschrumpelte Äpfel und statt Champus gibt´s frische Ingwer-Kurkuma-Shots. Anni und Tantra-Torben runden den Freundeskreis ab.
Ich hatte beim Lesen mit allen mega Spaß, habe mich das ein oder andere Mal selbst erkannt und muss zugeben, ich liebe Christin´s Humor. Weizenmehl im Haar und Apfelessigduft würde ich beim ersten Date nicht unbedingt empfehlen. Und ja, Dr. Drostens immer leicht verwuschelte Haare gefallen auch mir.
Nach jedem Kapitel, davon gibt es hier 12, bekomme ich mit einem Augenzwinkern noch 2 Tipps, die das Gelesene komplettieren.
Wenn ihr euch auf amüsante, aber doch sehr klar ausgesprochene Weise mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzen wollt, dann lest dieses Buch. Es lohnt sich wirklich.
Erinnerungen an zwei ganz Große der Filmgeschichte
Eine Liebe in Paris Romy und Alain von Wydra Thilo
Seit ich die Sissy-Filme das erste mal gesehen habe, habe ich den Lebensweg von Romy Schneider ein wenig mit verfolgt. Zwar bin ich in den Biografien, die ich über Romy Schneider gelesen habe, auch auf Alain Delon gestoßen. Aber so ausführlich wie hier, habe ich ihn bisher nicht kennengelernt. Auch die gemeinsamen Jahre der Beiden habe ich bisher nur aus Sicht von Romy Schneider gelesen.
Hier verdichtet sich mein Blick auf sie noch etwas mehr.
In Teil I wird mir die Kindheit und Jugend von Alain Delon ab 1935, von Romy Schneider ab 1938 nahe gebracht.
Für mich sind hier gerade diese Jahre von Alain Delon sehr interessant. Wenn ich lese, wie unterschiedlich ihre Lebenslinien verlaufen sind, ist es fast nicht verwunderlich, dass ihre gemeinsame Zeit von Beginn an endig war. Dieses Buch vermitteln ein gutes Bild über zwei Menschen, die nicht mit und nicht ohne einander leben konnten oder wollten.
Die Beschreibung ihrer Lebens- und Liebesgeschichte wird begleitet von vielen Menschen und ihren Eindrücken über die Beiden. So kommen hier Mario Adorf, Senta Berger, Jane Birkin, Jean-Claude Carrière, Karl Lieffen, Volker Schlöndorf, Bertrand Tavernie und Georg Stefan Troller zu Wort.
Besonders berührend finde ich den Abspann, wo Alain Delon zu Wort kommt und der „Hauptdarsteller“ ist. Hier geht es nur um ihn und sein Leben, was ich sehr interessant finde. Ganz besonders die Auszüge eines Briefes an Romy Schneider haben mich berührt und zeigen mir einen Menschen, dessen Liebe zu dieser Frau nie aufgehört hat.
Auch nach so vielen Jahren, die Romy Schneider nun nicht mehr unter uns ist, fesselt es mich immer noch über die Beiden zu lesen. Zwei Getriebene, jeder auf seine Weise. Romy Schneider hat den Druck irgendwann nicht mehr ausgehalten. Alain Delon feiert im kommenden Jahr seinen 85. Geburtstag.
Einige der wunderbaren schwarz-weiß und auch farbige Fotografien, die hier eingestreut sind, kenne ich schon. Viele andere waren mir bisher unbekannt und werten die Geschichte dieses Buches ungemein auf.
Im Anhang finde ich noch 2 Zeittafeln beginnend am jeweiligen Tag der Geburt, endend bei Romy Schneider an ihrem 40 Todestag am 29. Mai 2022. Bei Alain Delon endend am 8.11.2020 zu seinem 85. Geburtstag. In einer Filmographie werden mir drei Filme der Beiden vorgestellt, ein gemeinsames Theaterstück und deutschsprachige bzw. ins deutsche übersetzte und in französischer Sprache erschienene Literatur über die beiden Stars. Ein Personen- und ein Werkregister, sowie ein Bildnachweis verbunden mit einem weiteren wunderschönen Foto der Beiden runden das Gesamtwerk ab.
Es soll um die Liebe der beiden großen Schauspieler gehen. Aber im Laufe des Buches habe ich immer mehr den Eindruck, dass Romy hier die absolute Hauptrolle spielt. Trotzdem hat es mich sehr gut unterhalten und ich habe weitere Einblicke in das Leben von zwei großen Schauspielern bekommen.
Monaco im Februar 1920
Die Tote mit dem Diamantcollier von Eve Lambert
In der Bucht vor Monaco schippert die Jacht Celluloid der millionenschweren Reedereitochter Carla Tush, die gerade mit ihrem sündteuren Collier aus weißen Diamanten protzt, und ihres Mannes Ronald, dem wichtigsten Filmproduzenten Amerikas. Sie hat zur Party geladen und alle sind gekommen: der Duke of Surrey Christopher „Kit“ St.
Yves, der dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich herum schleppt, mit seiner Verlobten Anne Fortescue; Sègoléne Pistou, die von sich behauptet, sie sei Romanautorin; Dame Zelda Monteserra, eine der besten Opernsängerinnen der Welt; Maya Fay, die gerade angesagte Filmgöttin; Graf Yuri Balaton, ein ungarischer Adelsmann; ein alter Freund Heinrich Weidemann; Lord und Lady Wrexley, der Lord war bis vor Kurzem Vizekönig von Indien; der Bankier Samuel Greenberg und einige Andere. Wer ist diese Rose Munroe, auf die Kit immer wieder angesprochen wird?
Der Abend schreitet voran, der Champagner fließt in Strömen, die Stimmung ist ausgelassen und die ersten Gäste machen sich schon wieder auf den Heimweg, als plötzlich Ronald Tush schreit „Carla ist tot“. Und ihr über alles geliebtes Diamant-Collier fehlt.
Gut, dass die berühmte Privatdetektivin Jackie Dupont am Hof des Fürsten von Monaco weilt und sich zusammen mit der Polizei des Mordes annehmen kann.
Da Carla Tush ihre Gäste bei deren Eintreffen einander vorstellt, lerne ich alle Beteiligten schon zu Anfang der Geschichte kennen. Alle haben ihre eigenen Charakterzüge, an denen ich sie sehr gut wiedererkennen kann. Jackie Dupont hat es nicht leicht, kann doch jeder der Gäste, der Band oder des Personals der Täter sein. Einige von ihnen haben sogar ein starkes Motiv.
Ich hatte so einige Anfangsschwierigkeiten mit der arroganten, etwas zu lauten, teilweise frechen Privatdetektivin, die ihre Frisur, den Bob, erfunden hat, die raucht wie ein Schlot, vor nichts und niemandem Respekt zeigt, die alles besser weiß, alles besser kann, für jeden Fall gerüstet ist, wirklich jeden kennt und fast jeder schuldet ihr noch einen Gefallen. Dazu passt ihr Hund, mit dem sie sogar den Fall bespricht. Über sich selbst gibt sie fast nichts preis und eine Frage stellt sich weiterhin: Wer ist sie wirklich?
Aber irgendwie hat sie mich dann in ihrer Andersartigkeit doch überzeugen können und ich bin ihr bei ihren Ermittlungen bis zum erlösenden Ende gefolgt. Sie gräbt immer wieder neue Geheimnisse aus, von denen ich nicht weiß, ob die zum Fall gehören oder ob ich damit nur in die Irre geführt werden soll.
Der Schreib- und Erzählstil von Eva Lambert hat mir sehr gut gefallen und mich gleich um 100 Jahre zurück versetzt in die 20er Jahre und auch in die Sprache der Aristokratie. Vor jedem neuen Kapitel finde ich einen Brief, der in der damaligen Zeit geschrieben wurde. Geschrieben von verschiedenen Personen, Korrespondenz zwischen zwei Frauen, oder so geschrieben, dass man rätseln muss, was sie wohl zu bedeuten haben und ob sie für den Fall relevant sind.
Bei der Auflösung war ich dann doch ein wenig überrascht. So hatte ich sie nicht kommen sehen. Und als Täter hatte ich auch jemand Anderen im Blick.
Jetzt, wo ich mich an Jackie, ihr loses Mundwerk und ihre Arbeitsweise gewöhnt habe, freue ich mich schon auf ihren nächsten Fall, bei dem ich ihr bestimmt wieder zur Seite stehen werde.
Gesund, einfach und richtig lecker
Der Ernährungskompass - Das Kochbuch von Bas Kast
Nachdem ich den Ernährungskompass gelesen hatte, musste ich natürlich auch gleich das Kochbuch dazu haben.
Am Anfang bekomme ich im Kochbuch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Grundsätze aus dem Kompass. Auch die Kompass-Pyramide und die -Ampel ist wieder dabei. Genau so wie die Goldenen Regeln, die hier auf 10 zusammengefasst sind.
Und dann geht es auch schon los mit den Rezepten für ein gesundes Frühstück. Man kann kritisieren, dass das Zusammenschütten von Zutaten, einmal umrühren, fertig, keine Rezepte sind. Aber es sind tolle Anregungen für ein gesundes und abwechslungsreiches Frühstück. Vor allem sind diese Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die die Zutaten mit den Zubereitungsschritten kombinieren, für Menschen, die sich nicht so gerne mit aufwendigem Kochen beschäftigen, ideal. Auch bekomme ich von dem meisten Gerichten ein Foto. Die alleine lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Als Frühstück ist z.B. der exotische Fruchtsalat mit Kardamom und Kokosflocken und das pochierte Ei mit Lachs und Vollkornbrot echt lecker. Demnächst werde ich auch das Vollkornbrot mal selbst backen.
Zu Mittag gab es bei mir bisher nur Nudeln mit Lachs-Spinat-Soße, Linsenpflanzerl und Auberginenragout in Tomatensoße mit Gewürzreis. Den Limetten-Joghurt-Dip habe ich diesmal weggelassen. Als Nachtisch habe ich mich an gebratenen Pfirsichen mit Joghurt versucht. Auch das hat meinem Mann und mir richtig gut geschmeckt.
Abends gab es die Zucchinipuffer und das mediterrane Ofengemüse mit Kichererbsen und Minzjoghurt. Auch das leicht zuzubereiten und mega lecker.
Ich liebe Salate und brauche dazu immer ein Dressing, was nicht so null-acht-fünfzehn ist wie Essig, Öl und Salz. Dazu finde ich hier auch einiges, was mich allein vom Lesen her sehr anspricht. Die werde ich auch alle der Reihe nach ausprobieren.
Die allermeisten Zutaten bekomme ich im Supermarkt um die Ecke. Einige wenige wie z.B. Kardamonkapseln oder Kurkumampulver besorgt man sich halt im Gewürzhandel.
Insgesamt bekomme ich mit diesem Kochbuch relativ einfach und schnell zuzubereitende Gerichte, die richtig lecker und auch noch gesund sind. Wenn ich mal Kartoffeln, Fleisch oder Geflügel essen will, wandle ich sie jeweils ein bisserl ab.
Ein tolles Kochbuch, eine super Ergänzung zum Ernährungskompass, den ich allen empfehlen kann, die sich nicht stundenlang an den Herd stellen wollen und eine gesunde Ernährung bevorzugen.
Für mich die bisher beste Geschichte um Anna Bergmann
Syltwind von Sibylle Narberhaus
Da ich in diesem Jahr nicht auf die Insel meiner Sehnsucht – Sylt – reisen kann, wollte ich es zumindest mit diesem Buch tun. Und Sibylle Narberhaus hat mich auch mit ihrer 4. Geschichte um die Landschaftsarchitektin Anna Bergmann nicht enttäuscht. Und darum geht es diesmal:
Anna Bergmann, inzwischen hat sie ihren Nick geheiratet, genießt gerade das schöne Wetter und will den Segelkurs machen, den ihr ihre Eltern zum Geburtstag geschenkt haben.
Ihr kleiner Sohn ist mit ihren Eltern im Urlaub auf der Nachbarinsel Amrum. Gerade als Segellehrer Bastian seine neuen Schüler mit den Sicherheitsbestimmungen auf dem Gelände rund um den Hafen von Hörnum bekannt machen will, entdeckt Anna etwas im Wasser. Eine Leiche. Sofort kommen ihr Mann Nick und der 2. Polizist der Insel Uwe Wilmsen zum Einsatz.
Durch Annas gute Beobachtungsgabe ist die Identität des Toten schnell geklärt.
Außerdem gibt es noch den Einbruch in einen Material-Container für den bald stattfindenden Kitesurf-Cup aufzuklären.
Die kriminelle Lage spitzt sich weiter zu, als es beim Kitesurf-Cup zu einem Unfall kommt und sich eine Frau in einem Auto mit ihrer eigenen Waffe auf einem Parkplatz der „Sansibar“ erschießt. Was zuerst wie ein Suizid aussieht, stellt sich aber schnell als Mord heraus. Und auch der Kite Unfall war nicht das wonach es aussah. Nick und Uwe haben viel zu tun, natürlich nicht ohne die unfreiwillige Unterstützung von Anna.
Dies alles und noch einiges mehr hat Sibylle Narberhaus wieder sehr gut unter einen Hut gebracht und in dieser Geschichte verarbeitet. Auch diesmal ist Anna nicht als „Detektivin“ oder „Privatermittlerin“ dabei, sondern stolpert immer wieder über die ein oder andere Information, belauscht ein Gespräch, was schlussendlich zur Auflösung eines sehr verzwickten Falles führt. Denn irgendwie hängt hier alles zusammen. Auch, dass es immer wieder kleine persönliche Einspielungen gibt, gefällt mir sehr gut.
Ich kann mir wunderbar die beschriebenen Orte und Plätze auf der Insel, von denen mir einige sofort bekannt vorkamen, sehr gut vorstellen. Ich spüre den Wind, das Salz des Meeres auf meinen Lippen und höre die Wellen rauschen. Ich bin durch den farbigen und detailgetreuen Erzählstil gleich mittendrin in Westerland und auf meiner Lieblingsinsel angekommen.
Ich genieße die Spannung ab der ersten Seite, den Bogen, der sich dauerhaft bis zum Schluss aufbaut und sich ganz weit oben hält. Am Schluss wird alles nachvollziehbar aufgedröselt, die losen Enden fügen sich zusammen und ich stelle mir vor, wie Anna und Nick ihren letzten Abend mit einem sensationellen Sonnenuntergang genießen.
Damit ich auch immer weiß, wo ich mich als Leser gerade aufhalte, bekomme ich am Ende noch eine Karte von Sylt, wo alle Orte der Insel eingezeichnet sind.
Auch diesmal hat mich die Autorin sehr gut unterhalten. Sie hat mich mit rätseln und mit ermitteln lassen, mich auf Spuren in die Irre geführt und mich mit der Auflösung wieder überrascht. Aber so soll es ja auch sein. Genau das erwarte ich von einem guten Krimi, der von mir die volle Punktzahl von 5 Sternen und eine Leseempfehlung bekommt.
Unglaublich und unbegreiflich
Die Macht der Clans von Thomas Heise; Claas Meyer-Heuer
Unglaublich und unbegreiflich
In ihrem Buch „Die Macht der Clans“ geben die Autoren Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer einen Einblick in die verschiedenen Clans, die sich in unserer Republik eingenistet, aber keinesfalls integriert haben. Vor ca. 40 Jahren kamen die ersten Familien, mittellos und ungebildet, aus dem Nahen Osten, zumeist aus dem Libanon.
Über Jahre haben sie in Berlin, Bremen, Dortmund und Essen ihre Stadtteile für sich eingenommen und Ableger der Familien sind weiter gewandert nach Hameln, Oberhausen oder Duisburg. Allein in NRW gibt es nach neuesten Erkenntnissen mind. 111 kriminelle Clans.
Sie alle, bzw. die meisten der Familienmitglieder, leben von Betrug, Erpressung, Einbrüchen, Diebstählen, Raubüberfällen, Schutzgelderpressungen, Drogenhandel, illegalen Glücksspielautomaten, Zwangsprostitution bis hin zu betrügerischen Schlüsseldiensten, Telefonabzocke und Mord. Es gibt noch immer Ehrenmorde, die in diesen Kreise als ganz normal angesehen werden.
Kriminelle Clans haben Rockerbanden und die Mafia aus unseren Schlagzeilen verdrängt. Immer wieder liest man von ihren Taten, bekommt Auszüge davon im TV präsentiert. Aber nach dem, was ich hier im Buch gelesen habe, finde ich das alles einfach nur unglaublich und unbegreiflich.
Das Autorenduo hat jahrelang intensiv im Milieu recherchiert und nun bekomme ich hier einen Einblick in ihr Wertesystem, ihre Denkweise, ihre Planung von Raubzügen und wie sie reden. In einer Familie zählen nur die Männer. Frauen haben keine Rechte und werden als Gebärmaschinen gebraucht, um die Größe und damit die Macht der Familie, den Clan, zu vergrößern.
Für mich nicht nachvollziehbar ist auch, wie die Regierung, die Justiz und die Polizei mit den mutmaßlichen Betrügern umgeht. Da sie zumeist ohne große Strafen davon kommen, lohnt sich für die Clans das Verbrechen weiterhin. Während ich das hier lese, schüttle ich dauernd den Kopf und verstehe nicht, wie sanft gerade die Gerichte in Berlin mit diesen Verbrechern umgeht. Ich bin gespannt, ob die Maßnahmen, die z.B. Niedersachsen gerade plant und ausführt, fruchten.
Zum Schluss bekomme ich noch ein Quellen- und Personenregister zum nachschlagen.
Ein Buch, das mir einen guten Einblick in das Innenleben der wichtigsten Clans hier in Deutschland gibt. Das mir die spektakulärsten Fälle, die ich aus Presse und TV schon kannte, nochmal ins Gedächtnis ruft. Das mir das Wertesystem dieser Parallelgesellschaft aufzeigt. Aber auch die Versäumnisse der deutschen Politik.
Ein Buch, sehr interessant, spannend und verstörend wie ein Krimi.
„Immer wenn es am ungünstigsten ist...“
Prost, auf die Wirtin von Friedrich Kalpenstein
Der Mond scheint auf das kleine Wäldchen bei Brunngries. Es riecht nach feuchten Moos und Harz. Eine hübsche brünette Frau blickt im Laufen immer wieder über ihre Schulter. Doch ihr Verfolger holt sie ein – und schießt.
Hauptkommissar Constantin Tischler ist gerade von München nach Brunngries gezogen.
Morgen ist sein erster Arbeitstag in der neuen Dienststelle. Nur, heute gibt es eine Tote im Wald. Und heute hat er den Sonderauftrag schon heute seinen Dienst anzutreten. Kruzefix. Also steht er wenig später in seinen niegelnagelneuen Sneakers an einem Tatort im Wald vor der Leiche von Franziska Leidinger, der Wirtin aus dem Gasthof „Zum >Brunnen“ im Ortskern von Brunngries.
Den humorigen, mit verschiedenen Seitenhieben gespickten Schreib- und Erzählstil von Friedrich Kalpenstein kenne ich schon aus einigen seiner vorherigen Bücher. Ich liebe es, wenn die Metzgersfrau sich über ihre Kundschaft aufregt, die zwar jeden Tag eine gehörige Portion Fleisch auf dem Teller haben wollen, alles bio natürlich. Nur kosten darf es nichts. Oder wenn die Dame im Krämerladen einen Kaffee anpreist, der im Angebot ist, und zwar fast immer. Und er schmeckt, dass sich die Zehennägel hoch drehen.
Genau so lockern witzige Dialoge die Ermittlungen auf. Besonders Felix Fink schafft es immer wieder mich zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen zu bringen. Kein Fettnäpfchen ist vor ihm sicher.
Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, finde ich eigentlich sehr sympathisch. In einigen habe ich mich auch getäuscht. Und dann gibt es auch hier Menschen, denen ich im wahren Leben nicht begegnen möchte. Hach, da gibt es noch die kleine Resi, die hab ich ganz tief ins Herz geschlossen. Sie ist die Dackeldame von Förster Ferstl.
Ich konnte auch hier wieder sehr gut mit rätseln und mit ermitteln, wurde immer wieder auf falsche Fährten gelockt und ja, ich hab mich wieder mal blamiert. Der Mörder ist ein ganz Anderer, als ich vermutet habe. Aber so soll es ja bei einem guten Krimi, auch wenn er stark vom Humor lebt, sein. Das wieso, weshalb, warum der Zusammenhänge kommt erst ganz zum Schluss heraus.
Durch den Krämerladen, in dem es den ganz besonders schlechten Kaffee gibt; den Güllewagen, der vorbei fährt und seine Spur durchs Dorf zieht; und natürlich die „Dorfratschn“ kann ich mir die Dorfidylle in dem kleinen Ort in der Nähe von Traunstein sehr gut vorstellen. Der immer wieder auftauchende bayerische Dialekt macht klar, wo man sich hier gerade aufhält.
„Prost, auf die Wirtin“ ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe aus der bayerischen Provinz mit Spannung, viel Witz und Humor, sehr unterschiedlichen Menschen und dem nötigen lokalen Anstrich. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich mit Hauptkommissar Tischler und seinem Team seinen nächsten Fall lösen kann.











