Kunden em pfehlungen
Rezensionen von greenpanda:
Zeitreise
Stealing Infinity von Alyson Noël
Was mich sofort angesprochen hat, waren einerseits das wunderschöne Cover und der dazu passende Buchschnitt - einfach nur klasse.
Außerdem das Thema Zeitreisen, was ich so in einem Jugendbuch bislang noch nicht gelesen hatte. Und darum geht's:
Natasha's Leben macht nach dem Verschwinden ihres Vaters eine unvorhergesehene Kehrtwende: aus der beliebten Schülerin wird eine in sich gekehrte Außenseiterin, die neben Geldsorgen auch das Verhalten ihrer depressiven Mutter schwer belastet.
Als eine neue Klassenkameradin sie zu einer Partynacht einlädt, freut sie sich zunächst, zumindest bis sie des Diebstahls beschuldigt wird und die Schule wechseln muss.
Das öffnet ihr den Weg zur Gray Wolf Academy, an der sie einen neuen Start wagen soll und gleichzeitig ihre außergewöhnlichen Begabungen, das sogenannte "Fragementieren" entdeckt. Insbesondere die Szenen in denen es darum ging, fand ich sehr spannend und gut geschrieben.
Auch die anderen Charaktere an der Gray Wolf Academy, wie der geheimnisvolle Bracton sind gut beschrieben und bereichern die Handlung.
Ein bisschen hat mich die Story an die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier erinnert, für Fans von dieser also interessanter Lesestoff.
Wunderschön
Das Café ohne Namen von Seethaler Robert
"Das Cafe ohne Namen" war mein erstes Buch von Robert Seethaler - aber wird bestimmt nicht mein letztes sein. Wow - was ist das für eine fein erzählte und wundervoll komponierte Geschichte. Ich bin noch immer hin und weg!
Darin geht es um Robert Simon, der 1966 ein Café in Wien eröffnet, nachdem er sich längere Zeit als Gelegenheitsarbeiter durchgeschlagen hatte.
Dieses ist, wie der Titel schon ankündigt, namenlos und erlangt doch durch all seine Besucher und ihre Geschichten einen höheren Sinn. Stück für Stück erfahren wir vom Leben der Stammgäste, von deren Wünschen und Problemen und bekommen auch im Verlauf von 10 Jahren die Entwicklungen innerhalb des Viertels der Leopoldstadt mit, das sich von einem armen hin zu einem beliebten und gut besuchten Viertel mausert.
Die geschilderten Charaktere treten durch Seethalers großartige Erzählkünste plastisch vor Augen, ob es nun die Näherin Mila oder der Ringer René oder der örtliche Fleischer Johannes ist. Man bekommt einen tollen Einblick in das damalige Leben, die damalige Cafékultur und die Menschen.
Mich hat das Buch so richtig aus dem Alltag herausgeholt und zum Träumen gebracht. Ganz große Klasse!
Inspirierend anders
Wolf von Saša Stanišić
Wenn man sich allein das Cover dieses Jugendromans mal anschaut, wird gleich klar, dass sich "Wolf" vom Einheitsbrei abhebt. Und ich meine das durchaus positiv: Das in schwarz und gelb gehaltene Cover mit der toll gemachten Typo ist einfach ein Hingucker. Das Besondere und der Coverstil setzen sich dann auch im Inhalt fort: Hier habe ich mich über die vielen außergewöhnlichen Illustrationen in schwarz-gelb gefreut, die eine tolle Ergänzung zum Text waren.
Und darum geht's: Der namenlose Protagonist muss ein Ferienlager besuchen, worauf er so gar keine Lust hat. Das liegt weniger an seinem Klassenkameraden Jörg, der schon in der Schule immer ziemlich viel einstecken muss, sondern eher an Marko und den Dreschke-Zwillingen, deren Name irgendwie Programm ist - sie prügeln und mobben halt gerne andere.
Das Buch ist aus Sicht des namenlosen Protagonisten erzählt und nimmt den Leser mit in dessen aufgewühlte Gefühlswelt. Die Entwicklung, die er durchmacht, ist spannend zu beobachten und die geschilderten Charaktere treten klar vor Augen. Der Erzählstil ist für ein Kinder- bzw. Jugendbuch erstaunlich tiefgründig und als Erwachsener nimmt man alles sicher noch etwas anders auf. Insgesamt hat mir "Wolf" sehr gut gefallen und ich gebe einen klaren Daumen nach oben.
Zeitreise
Der treue Spion von Uta Seeburg
In "Der treue Spion" befinden wir uns im München des späten 19. Jahrhunderts, genauer gesagt 1896. Als Kriminalermittler ist Wilhelm von Gryszinski auf der Suche nach einem verschwundenen französischen Diplomaten. Doch auch ein ermordeter Erfinder gibt Rätsel auf und dem Ermittler eine harte Nuss zu knacken.
Auf der Suche nach Antworten nimmt der historische Krimi den Leser nicht nur auf eine Zeitreise mit, sondern auch auf eine Reise von Europa nach Russland.
Ein Zeitsprung beleuchtet das Leben von Wilhelms Sohn Fritz, der 20 Jahre später als Soldat an der Front im Ersten Weltkrieg beauftragt wird, geheime Dokumente nach Russland zu schmuggeln, wodurch er selbst mit dem alten Fall verknüpft wird.
Das Lesen war für mich ein echter Genuss und ich habe stets mitgefiebert: Die verschiedenen Handlungsstränge sind logisch konstruiert und packend erzählt, sodass die Seiten regelrecht dahingeflogen sind. Für Fans von historischen Krimis ein echtes Muss und eine klare Leseempfehlung!
Der neue Asterix
Asterix und Obelix im Reich der Mitte von Olivier Gay; Fabrice Tarrin
In ihren neuesten Abenteuern verschlägt es Asterix und seinen wildschweinhungrigen Freund Obelix dieses Mal nach China. Anders als in den Ausgaben in meiner Kindheit handelt es sich bei diesem Band aber nicht um einen Comic-Roman im klassischen Stil. Es ist eher eine Geschichte mit großformatigen Illustrationen.
Dafür geht es wieder lustig zu, Asterix und Obelix liefern sich Schlagabtäusche und auch moderne Themen ( z.B. Vegetarismus) finden Eingang - ob es einen vegetarischen Asterix braucht, darüber kann man natürlich streiten.
Die vorliegende Ausgabe ist dadurch mit dem Original nicht wirklich vergleichbar, hatte durch die schönen großformatigen Zeichnungen aber auch ihren Charme. Ein bisschen gefehlt haben mir die Sprechblasen und das Comic-Design aber ehrlich gesagt schon. Andere charakteristische Bestandteile der Asterix-Comics, wie die kreative Namensgebung der vorgestellten Charaktere und auch die Prügeleien mit den Römern, rufen aber die Klassiker wieder auf, was es insgesamt zu einem angenehmen Lesevergnügen machte.
Tiere bei Nacht
Lebendige Nacht von Sophia Kimmig
Ich liebe Sachbücher aller Art, vor allem aber diejenigen, die sich mit Tieren beschäftigen. Meist steht ein Land oder eine bestimmte Tierart im Vordergrund. Autorin und Forscherin Sophia Kimmig nimmt sich aber einen besonders spannenden Aspekt heraus: Was machen Tiere eigentlich nachts? Welche Vorgänge können nur nachts stattfinden und was macht Tiere, die in der Nacht jagen, Futter oder einen Partner suchen, so besonders?
Während unsereins bei Dunkelheit in aller Regel schläft, weiß die Autorin von Unmengen spannender Beobachtungen zu berichten, die sie immer wieder mit spannenden Fun Facts garniert, die ich oftmals noch nicht kannte.
Neben den interessanten Einblicken in diesen unbekannten Raum war es insbesondere ihre angenehme Erzählweise und ihre an kindliche Neugierde anmutende Begeisterung für dieses Thema, welche die Lektüre dieses Sachbuchs für mich zu etwas wirklich Besonderem gemacht haben.
Toll sind auch die Fotografien und die kleinen Zeichnungen bei den Fun Facts - sie ergänzen den informativen Content optimal.
Lustig
Lass das mal den Opa machen! von Günter Habicht
Was sich im bunten Cover bereits ankündigt, wird im Inhalt bestätigt: Das neue Buch rund um Günther Habicht wird wieder lustig - und lesenswert!
Und darum geht's: Günther Habicht wird Opa - und er ist beinahe aufgeregter als die werdende Mutter, Tochter Mareike. Da gibt es schließlich viele Lebensweisheiten und Tipps, die es an den Mann, bzw.
an die Frau zu bringen gilt.
Mit Enkelsöhnchen Jonathan weiß er liebevoll umzugehen und erzählt auf den rund 200 lustigen Seiten auch noch von der Zeit der Schwangerschaft und allem was in dieser Zeit angefallen ist. Vom "Erzeuger", einem "Ami" hat er freilich keine hohe Meinung und das wird auch nicht besser als dieser in seine Heimat zurückkehrt und die Schwangere dann wieder bei Günther und seiner Frau in ihr altes Kinderzimmer einzieht. Am Ende gibt es natürlich ein schönes Happy End und alles ist gar nicht so schlimm wie anfangs angenommen.
Gewohnt lustig und kurzweilig geht es zu, sodass ich das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen habe. Ich musste oft schmunzeln, wenn Günther wieder mal die besten Tipps hatte und keine noch so kleine Ordnungswidrigkeit durchgehen lassen wollte. Er ist ein spezieller aber sehr liebenswerter Typ, von dem ich auf jeden Fall gerne noch mehr lesen würde!
Unterhaltsam
Fiese Brise in St. Peter-(M)Ording von Tanja Janz
Fiese Brise in St. Peter-(M)Ording" war mein erstes Buch von Autorin Tanja Janz. Das Cover und der Klappentext verwiesen aber gleich auf eine unterhaltsame und spannende Geschichte, weswegen ich mich sehr auf die Lektüre gefreut haben. Band 1 muss man zuvor nicht gelesen haben, Band 2 kann auch gut für sich selbst stehen.
Und darum geht's: Ilva Fedderson springt als Vertretung für Sommerkurse in ihrer Schule ein und hilft parallel dazu noch bei der Organisation des großen Kegelturniers. Dass aber nicht nur die Kegel fallen, sondern auch ein Mordopfer unter den Teilnehmern ist, macht die Sache nicht gerade leichter. Der Tote war ein klarer Favorit für das Siegertreppchen und das lässt Ilva misstrauisch werden. Als dann noch ein zweites Opfer gefunden wird, ist ihre Spürnase gefragt...
Und was soll ich sagen: Der Schreibstil von Janz ist lockerleicht und sehr angenehm zu lesen. Die Seiten fliegen regelrecht so dahin, sodass ich das Taschenbuch in 2 Tagen durchgelesen hatte. Ein Buch, das ich jedem Fan von Regionalkrimis sehr empfehlen kann, der eine kurzweilige, spannende und toll geschriebene Geschichte schätzt.
Wunderbar
Melody von Martin Suter
In "Melody" erkennt man bereits von den ersten Seiten an ein typisches Werk aus der Feder von Martin Suter: elegant, charmant und fesselnd gelingt es Martin Suter wieder einmal, die Lebensgeschichte eines Menschen mit all ihren Besonderheiten in eine packende Geschichte zu bringen.
Der alte und kranke Dr.
Stotz, ehemaliger Nationalrat und Lebemann, lässt seine Belange vom jungen und gleichermaßen engagierten Juristen Tom Elmer regeln. In Gesprächen und Erzählungen taucht Elmer dann immer mehr in die Vergangenheit seines Auftraggebers ein und erfährt mehr über die geheimnisvolle Verlobte Melody, die von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand. Was er dann aufdeckt, ändert einiges...
Ich habe das Buch in 2 Tagen durchgelesen, so gebannt war ich, so dringend musste ich erfahren, was hinter dem Verschwinden der jungen Frau steckte und wie dies ins Große und Ganze passt. Die Geschichte wird bildgewaltig und detailliert erzählt, man ist als Leser förmlich im Geschehen dabei und erhält einen ganzheitlichen Blick auf Charaktere und Handlungsorte - ein gelungenes Stück Literatur, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!
Mord an der Mosel
Mörderfinder - Mit den Augen des Opfers von Arno Strobel
Ich liebe die Thriller von Arno Strobel und habe auch Max Bischoff als Privatermittler und interessanten Charakterkopf inzwischen ins Herz geschlossen.
In seinem neuesten Fall verschlägt es Bischoff in einen eigentlich malerischen, unauffälligen Ort an der schönen Mosel. Er soll im Auftrag seiner Erzfeindin, Polizeirätin Kerskin, einen Cold Case lösen, bei dem vor 20 Jahren ein Mann spurlos verschwand.
Zu diesem alten Fall gesellt sich kurz nach Bischoffs Eintreffen dann eine frische Leiche, die das beschauliche Örtchen in Aufruhr versetzt. So weit, so mörderisch.
Damit gehen Bischoffs Ermittlungen erst richtig los und er erhält sympathische Unterstützung durch einen recht außergewöhnlichen aber fachkompetenten Psychologen und Schriftenexperten: Dr. Marvin Wagner. Neben Bischoff fand ich diesen unkonventionellen Charakter besonders spannend und die gemeinsamen Szenen sehr erfrischend.
Strobels Schreibstil ist erneut wieder super angenehm zu lesen, die Verschwiegenheit der Winzer, das spannende Ermittlerteam und die ansprechende Location machen auch dieses Buch von Strobel zu einem angenehmen Lesegenuss für Krimifans.











