Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hilfreiche Quelle für (Selbst-)Verständnis und die Stärkung der Selbstwirksamkeit
Was dein Leben leichter macht von Sina Haghiri
Warum sind wir, wie wir sind und wie können wir damit besser umgehen? «Was dein Leben leichter macht - Die 20 wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie, um dich und andere besser zu verstehen» ist lesemotivierend, bereichernd und eine Ressource zur Selbstwirksamkeit, die es sich lohnt, zu lesen.
Ich habe dieses Buch aus mehreren Gründen sehr gern gelesen: Zum einen mag ich es, querbeet erstmal das zu lesen, was mich am meisten interessiert und die Kapitel haben eine angenehme Länge für Zwischendurch.
Deshalb finde ich den Aufbau des Buches so gut, welches auch Illustrationen enthält, wenn es der Anschaulichkeit dient. Zum anderen sind es grundlegende Themen in den Bereichen Psyche, Gesellschaft, Gesundheit und Alltag, die stets relevant sind und thematisch viele Menschen abholen.
Sina Haghiri hat einen konstant angenehmen Schreibfluss, der mir immer wieder Anreiz bot, doch noch ein Kapitel zu lesen. Mir hat besonders gefallen, wie er sich den Themen annähert, während er den roten Faden nie aus den Augen verliert und interessante Fakten mit klaren Erkenntnissen verbindet. Wohldosiert ist es ein Vergnügen, die 20 voneinander losgelösten Kapitel zu lesen und darüber nachzudenken. Das Kapitel ‹Werbung› gibt beispielsweise einen interessanten Einblick in die Psychologie der Konsumierung und zeigt, was das mit Politik zutun hat. Es gibt keine Tipps für ein gesünderes Konsumverhalten, sondern man erhält ein Verständnis dafür, wie die Beeinflussung funktioniert. Das Kapitel ‹Der Psycho-TÜV› hingegen enthält wertvolle Ratschläge zur Rückfallprophylaxe, die man sofort umsetzen kann. Es sind auch Kapitel dabei, die etwas bewegen und verändern – im Kleinen und Großen. Bei denen es hörbar "Klick" macht, wie in ‹Vom Überleben zum Leben›, wo es tief tief in die Materie geht. Sina Haghiri gelingt es, alles so leicht verständlich zu erklären, dass man die gewonnenen Erkenntnisse auf sich übertragen kann – und so die Möglichkeit erhält, handlungsfähig zu werden. Am meisten schätze ich daher, die erlangte Klarheit und das entwickelte Verständnis für mich und andere. Im Bereich Gesellschaft sehe ich das meiste Potenzial und hoffe, dass diese Erkenntnisse viele Hirne und Herzen erreichen.
Für mich ist dieses Buch eine bereichernde Entdeckung: interessant, bedeutungsvoll, auf Augenhöhe nachvollziehbar und gut lesbar verpackt. Ein nützlicher Ratgeber zum Weiterbilden, Weiterdenken, Weitersagen. Ideal dosiert – sowohl als Einschlaflektüre als auch als Pausenfüller.
Gemütlicher Auftakt mit Wohlfühl-Atmosphäre
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Der 28-jährige Finlay ist eine Haushexe und tritt seine Stelle als königlicher Koch an. Mit dem Element der Erde, womit er seine Magie nur dort wirken lassen kann, wo er sich zu Hause fühlt und schon mal war, wie der Hofküche und den königlichen Gärten, hat er zwar nur begrenzte Fähigkeiten, sorgt ab jetzt aber für eine heimelige Atmosphäre, Schutz und köstliches Essen im Königreich Daxaria.
Die auktoriale Erzählweise erlaubt viele Freiheiten: Der Erzähler kann zwischen verschiedenen Schauplätzen und Figuren wechseln und springt auch in die Vergangenheit, um zu zeigen, wie Fin zu seiner Magie kam. Dadurch erhält man vielschichtige Einblicke in das wuselige Hofensemble und lernt nach und nach die Figuren kennen, sogar im nachbarschaftlichen Königreich Troivack, das Daxaria mit Krieg droht. Verschiedene Perspektiven und Geschichten werden miteinander verwebt - was die Spannung ausmacht. Am liebsten war mir Fin, der eigensinnig und mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit im Umgang mit anderen agiert, und seine Zauberkraft zu verheimlichen versucht, aber auch der König und die schwangere Königin sind interessante Figuren, die ich mochte, weil sie ihr Handeln hinterfragen und sich offen und klug zeigen. Dass sogar Fins magischer Gefährte Kraken beim Perspektivenwechsel berücksichtigt wurde, war eine schöne Überraschung. Die drohende Gefahr eines Krieges zwischen den Königreichen und höfische Intrigen, wie der Zwist mit dem königlichen Magier, sorgen für Konflikte oder Unruhe zwischen den Figuren, während wohlige Mahlzeiten und die Annäherung zwischen Fin und der adligen Annika, deren Wortgefechte erheitern, gute Gefühle einbringen. Dazu zählt auch der kleine Prinz Eric, der Fin gern einen Besuch abstattet oder die entstehende Vertrautheit mit dem König. Es ist nicht nur herum schwebendes Geschirr, von selbst arbeitende Messer oder köstliche Mahlzeiten, was hier verzaubert.
Dieser historische Auftakt einer Fantasyreihe verbindet Freundschaft, Liebe, Magie, Kochen, Feminismus, Queer-Positivität und wachsenden Zusammenhalt. Das Gesamtpaket aus Wohlfühl-Atmosphäre, Humor, Tiefe und Entfaltungspotenzial ist gelungen und bietet ein gemütliche und ausgedehnte Leseauszeit, ohne zu viel Drama. Diese Reihe ist eher nichts für diejenigen, die eine spannende und überschaubare Lektüre bevorzugen.
Ein außergewöhnliches Buch über Freundschaft
Einfach Sunny von Maren Graf
«Das macht die Suche natürlich nicht einfacher,
aber spannender auf jeden Fall.»
Ein aus dem Leben gegriffenes Suche-Abenteuer zweier Kinder, die sich anfangs nicht kannten und eine Geschichte über Freundschaft und den Abbau von Vorurteilen bei körperliche Einschränkungen. Denn wer Sunny kennenlernt, begreift, das man sie nicht bemitleiden oder unterschätzen sollte.
Sie bemerkt Dinge mit ihrem Extra-Sinn, die andere gar nicht mitkriegen, ist pfiffig, selbstbewusst und voller Sachersucher-Energie.
Die Ausgangssituation ist spannend: zwei Fremde, die im Laufe der Geschichte zusammenwachsen und unterschiedliche Beweggründe haben. Ich fand es einmalig, wie erlebbar Maren Graf schreibt und man sich in Sunny und Ben hineinversetzten kann. Sunnys Blickwinkel zeigt, wie gut sie sich auf ihre Wahrnehmung verlassen kann und obwohl die optische Beschreibung fehlt, kann man sich alles gut vorstellen. Sunny, die unbedingt den vermissten Gegenstand für Ben finden möchte und die auch ein Geheimnis hat, wie der wortkarge Ben. Der ist irritiert von Sunny. Warum will sie ihm helfen? Sie kennt ihn doch gar nicht. Sie darf sein Geheimnis nicht erfahren! Schweigsam lässt Ben sich mitreißen und taut erst langsam auf. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar geschrieben und greift auch die Unsicherheiten der Kinder auf. Nebenbei lernt man einiges darüber, wie es ist, nichts sehen zu können. Wie gefährlich hohe Gegenstände werden können, wie Blinde die Welt wahrnehmen und natürlich die ganzen Vorurteile. Es ist toll, wie Sunny damit umgeht, wenn Ben gedankenlos in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt.
Weil Ben so wenig preisgibt, bleibt es geheimnisvoll und spannend. Auch das Ungesagte bekommt seinen Raum: Dinge bleiben unerwähnt, Eindrücke stehen im Vordergrund, eine ungewöhnlich Erzählweise, die überzeugt. Merkwürdig ist so einiges und die Suche gleicht einer Jagd, bei der es immer spannender wird. Am Ende kommt einiges zusammen und löste große Genugtuung und Freude aus. Die farbigen Illustrationen von Olivia Vieweg sind immer eine kleine Überraschung. Mir hat es sehr gefallen und ich würde mir ein weiteren Band von Sunny und Ben wünschen.
Umfassend, klar und aufbauend
Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun
«Selbstwert ist unsere wertvollste Resource.»
Ich habe diesen Ratgeber aus Neugier angefangen und war überrascht, wie alles mit dem Selbstwert zusammenhängt. Der koreanische Autor Yoon Hong Gyun möchte nicht nur dabei helfen, Selbstwert zu entwickeln, sondern auch Werkzeug an die Hand geben, welches in stürmischen Zeiten hilft, den Selbstwert zu schützen, da er Schwankungen unterliegt und jeder über Angewohnheiten verfügt, die den Selbstwert schwächen.
Das dürfte auch für jene interessant sein, die ihren Selbstwert hoch einschätzen.
Ich würdige die Ausführungen des Autors Yoon Hong Gyun vor allem wegen seiner sachlichen Klarheit, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Er profitiert von seiner Erfahrungen als Psychiater, aber erzählt auch als Mensch, der selbst lernen musste, sich einen Selbstwert aufzubauen und diesen stets zu stärken. Ich fand es sympathisch, wie er bereits früh seine eigenen Denkfehler thematisiert und begründet, warum er sein Wissen erst nicht teilen wollte. Deshalb hat mir das erste Drittel noch am besten gefallen, während zum Ende die Distanz wächst. Streckenweise wurde es mir zu oberflächlich, wobei es umfassend und interessant bleibt.
Die Theorie hilft bei der Einordnung und gibt Zuständen einen Namen, die vorher vielleicht diffus waren. Das macht bewusster, woran man arbeiten kann und hilft, Probleme besser zu verstehen. Erst im letzten Teil gibt es fünf Methoden zur Stärkung des Selbstwerts, während es vorher viel um Hinternisse und schwächende Angewohnheiten geht. Jedes Kapitel hat abschließend eine Übung und jeder Teil wird einmal kurz zusammengefasst – sehr praktisch.
Es wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass es nicht reicht, dieses Buch nur zu lesen, sondern schon währenddessen zu überlegen, was man verändern möchte und dies auch umzusetzen, was definitiv hilfreich ist. Übungen sind überschaubar, aber es lässt sich auch aus dem Text ablesen, wie man diese Veränderungen gestalten kann. «Der Schlüssel zur Veränderung ist immer der Wille (…) Entscheidend ist, dass man sich selbst besser kennt als alle anderen.» Dass Figuren aus Serien als Beispiele dienen, fand ich eine ansprechende Idee. Insgesamt hätte ich mir mehr praktische Anwendung gewünscht, jedoch konnte ich einige Erkenntnisse mitnehmen, die einen Unterschied machen und mir mehr geholfen haben, als die geläufigen Selbstliebe-Übungen.
Ich würde es allen empfehlen, die sich Veränderung und Klarheit wünschen – fernab von fröhlich-bunten Selbstliebe-Ratgebern.
Emotional packender historischer Krimi
Die weiße Nacht von Anne Stern
Anne Stern versetzt einen in die unmittelbare Nachkriegszeit, in das nach Besatzungszonen aufgeteilte und von Versorgungskrisen betroffene Berlin. In diesem kalten Dezember fehlt es an Essen und Wärme, der Ruf der Polizei ist dahin und die Nerven der Leute am Ende. Ausgerecht jetzt geschieht ein Mord und die Kripo Berlin ermittelt.
Unterschiedliche Figuren oder Schauplätze werden beleuchtet. Die Fotografin Lou findet die Frauenleiche in einer Ruine und fotografiert sie. Alfred König ermittelt. Ein einprägsamer Mann mit eingeschränkter Mobilität und Augenklappe, den man erst später einzuordnen weiß. Beide arbeiten schließlich zusammen, um den Fall aufzuklären. Weitere Erzählstränge handeln von den Kindern Justus und Gerti, die sich auf der Straße durchschlagen, und dem deportierten Gregor. Natürlich kreuzen sich manche Wege im Laufe des Buches, aber es wird nicht alles offen gelegt, was auf eine Fortsetzung deutet.
Anna Stern schreibt so eindringlich und auf den Punkt recherchiert, dass man sich mühelos in die Geschichte hineinversetzten kann. Sie vermittelt eine Vorstellung davon, wie es gewesen ist, wie den Menschen damals zu Mute gewesen sein könnte und greift schockierende Themen auf, die sich in diesen spannenden Kriminalfall perfekt einfügen. Es herrscht eine bedrückende von Schwermut getragene Stimmung, düster und zuweilen auch traurig und nachdenklich. Wenn man sich auf die Stimmung und das Setting einlassen kann, bietet dieser Krimi sehr viel mehr als einen spannenden Fall. Wirkt lange nach und wirft wichtige Fragen auf.
Macht bedeutet alles…
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff liegen über zehn Jahre zurück. Lo Blacklock hat sich lange aus aus ihrem Berufsleben als Reisejournalistin zurückgezogen. Jetzt sehnt sie sich nach Selbstwirksamkeit und nimmt eine Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz an.
Dort trifft sie die Geliebte des Hotelbesitzers, die aus der Missbrauchsbeziehung fliehen will. »Lieber würde er mich tot sehen. Wenn ich ihn verließe, würde man mich töten.« Wie soll ausgerecht Lo ihr helfen?
Die Verstrickungen sind gekonnt und machen am meisten Spaß, wenn man keine Ahnung hat – deswegen werde ich nicht mehr verraten. Nur so viel: es baucht ein bisschen, bis es zu dem Mord im Hotel kommt, um den es geht. Bis dahin entwickelt sich die Handlung zu einem Abenteuer mit beunruhigter Anspannung und einer Dynamik zwischen den Figuren, die unterhaltsam ist. «An irgendeinem Punkt waren wir ein Team geworden. Widerwillig. Unerwartet. Genervt. Aber trotzdem ein Team.» Die Twists sind super, aber sie konnten mich nicht wirklich überraschend – was bei Thriller-Einsteigern ganz anders sein könnte. Dafür hat mir die Erzählweise, die Prämisse und auch das Setting zu sehr gefallen, um mich daran zu stören.
Es ist hilfreich den Vorgänger «The Woman in Cabine 10» zu kennen – ob das Buch oder die Verfilmung, weil die Überraschung dann größer ist und man Lo´s Entscheidungen besser nachvollziehen kann.
Julia Nachtmann ist eine so tolle Sprecherin, dass ich das Hörbuch dazu empfehlen kann.
Kreatives und ideenreiches Bilderbuch
Stock & Stein von Anne-Kathrin Behl
«Stock & Stein» ist ein einfallsreiches Bilderbuch über zwei lebendig gewordene Naturschätze, die in der gemütlichen Jackentasche eines Kindes wohnen. Als die Jacke gewaschen wird, werden die Freunde vor die Tür gesetzt. Was könnten Stock und Stein jetzt alles tun? Eine abenteuerliche Gedankenreise beginnt.
Die Illustrationen mit ihren kräftigen Farben sind einfach gehalten und zugleich ausdrucksstark, wodurch Kinder die Szenen und Gefühle von Stock und Stein leicht erfassen können. Deshalb gibt es nicht viel Text. Und wenn, dann setzt dieser cartoonhaft witzige Pointen und lebendige Dialoge, visuell unterstützt durch Sprechblasen oder Illustrationen.
Kinder lernen, wie wichtig es ist, Möglichkeiten zu erkennen statt Probleme zu sehen, mit der Zuversicht, dass alles wieder gut werden kann. Stock und Stein sind zwei liebevolle Helden, deren ideenreiche Träume und Vorstellungen für Kinder erlebbar werden. Die Geschichte endet mit einer Überraschung, die positive Gefühle, Sicherheit und Vertrauen stärkt und einen kindgerechten Abschluss bietet. Hier werden vor allem Kinder abgeholt, aber auch Erwachsene werden mit den Wortspielen ihre Freude haben. Es ist ein liebevoller Anstoß, aufmerksam durch die Natur zu gehen, und zu entdecken, was andere übersehen. Zum Schluss gibts eine kreative Idee, für alle, die gern basteln.
Fazit: Ein kreatives und ideenreiches Bilderbuch, das Kinder spielerisch mit Naturmaterialien vertraut macht – alles, was in Jackentaschen passt, verpackt in eine warmherzige, aufbauende und lustige Geschichte.
Grundzüge der Demokratie für Kinder ab 10 Jahren
Alexander von Ferdinand von Schirach
Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach ist eine philosophische Reise in die Vergangenheit: Alexander soll in der Hauptstadt gerechte Gesetze für die antike Stadt Kaliste finden, in der Hoffnung, dass es in einer gut und gerecht geführten Stadt keinen Tyrannen geben kann. Nur ein unvoreingenommener und kluger Kopf kann dies bewerkstelligen, und so wird Alexander ausgewählt, diese bedeutende Aufgabe zu übernehmen.
Das Schicksal der Stadt liegt damit in den Händen eines Jungen, der in sieben Tagen herausfinden muss, wie man friedlich miteinander leben kann. Wem wird er begegnen? Was wird er lernen? Auf seiner Reise begegnet Alexander ganz unterschiedlichen Menschen und fragt sie, was ihnen wichtig ist. Diese Gespräche sind bedeutend, weil sie dem Jungen Wissen, Orientierung oder wichtige Einsichten geben, die für die Entwicklung der Handlung entscheidend sind. Es sind unterhaltsame und amüsante Gespräche, aus denen sich grundlegende Rechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Schutz der Menschenwürde ergeben – kindgerecht und in einfacher Sprache erklärt, eingebunden in eine interessante Geschichte, bei der man hofft, dass Alexander am Ende das Schlimmste verhindern kann.
Die ruhige und distanziert nüchterne Erzählweise passt zu Alexanders Besonnenheit und der enormen Verantwortung, die auf seinen Schultern lastet. Mit großer Klarheit und verständlichen Worten bleibt Ferdinand von Schirach beim Wesentlichen und veranschaulicht das Thema in gut verträglichen Abschnitten. Dadurch hebt sich die Geschichte mit einer ausgewogenen Mischung aus Unterhaltung und Wissensvermittlung hervor und bietet für Klein und Groß Anregungen zum Austausch und Nachdenken – gemeinsames Lesen wird empfohlen.
Magische Fortsetzung für Kinder ab 10 Jahren
Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna
Mitreißende Spannung, düstere Geheimnisse, magische Abenteuer, Freundschaft, Hexenpower, cozy Vibes und eine Prise Humor. Dazu eine außergewöhnlich schöne Buchgestaltung inkl. Blickfang-Cover mit passendem Farbschnitt und Verzierungen auf jeder Buchseite. «Cassandra Morgan - Die magische Flöte» hat alles, was gute Fantasy für Kinder braucht: ein magischer Ort mit mächtigen Hexen und eine mutige Heldin, die Familie und Freunde gefunden hat und ihre neue Heimat Hagley von einem Fluch befreien will.
Dazu kommen die stimmigen Details, weshalb man nicht nur spannend und magisch unterhalten wird, sondern sich beim Lesen auch wohlfühlt.
Im Gegensatz zum Auftakt ist Cassie mittlerweile im Dorf Hagley angekommen und fühlt sich bei ihrer Tante Miranda im Haus wohl. Die Beziehung zu ihrem magischen Begleiter Montague und ihren Freunden wird gefestigt, und es werden auch neue Charaktere eingeführt, die frischen Wind reinbringen und das Erzähluniversum erweitern. Cassie blüht weiter auf und entwickelt sich zu einer jungen Hexe, die ehrgeizig ihre Ziele verfolgt, die sich immer besser integriert und besonnener handelt als früher. Ungelöste Geheimnisse um ihre Mutter bleiben als roter Faden erhalten und lassen auf eine spannende Fortsetzung hoffen.
Die Autorin Skye McKenna sorgt für viel Abwechslung und Spannung. Es wird nie langweilig. Ihre Kreativität ist großartig, weil sie eine Sogkraft und Detailliebe entwickelt, die viel Spaß macht. Ihr Schreibstil ist bildhaft und flüssig und erzeugt eine Atmosphäre, die zum Träumen nach Hagley einlädt, aber schon merklich düsterer ist als noch im ersten Band. Ich freue mich auf den dritten Band, der bereits im November 2026 erscheint.
Großartig! Unbedingt lesen!
Starfish von Lisa Fipps
Die elfjährige Texanerin wird wegen ihres Gewichts beleidigt und ausgegrenzt. Es tut weh, zu erleben, was sie durchmachen muss und aus nächster Nähe die Konsequenzen zu spüren. Ihr Gewicht ist allgegenwärtig und die selbstverfassten Dicke-Mädchen-Regel in ihrem Tagebuch bestimmen ihren Alltag. Ellie wird nicht nur in der Schule gemobbt, sondern auch in der eigenen Familie gedemütigt — ein Ort, der eigentlich ein Schutzraum aus Liebe und gegenseitiger Unterstützung sein sollte.
Das Kapitel um den Salzcracker hat mich sprachlos zurückgelassen, so einnehmend ist es geschrieben.
»Klischees sind bescheuert.
Sie geben den Leuten einen Vorwand,
Menschen zu hassen,
die anders sind als sie,
anstatt sich die Zeit zu nehmen,
diese Menschen kennenzulernen.«
Aber es ist keine deprimierende Geschichte, denn es gibt Lichtblicke: Ellies Vater und ihre Therapeutin. Sie gibt Ellie wertvolle Ratschläge, dazu, wie sie mit dem Mobbing und ihren Gefühlen umgehen kann. Diese Kapitel sind humorvoll und man spürt, wie Ellie auftaut und traut, sich zu zeigen. Sie lernt, sich selbst zu akzeptieren, obwohl andere das nicht können. Es steckt viel Liebe und Hoffnung in dieser Geschichte, bei der man dranbleibt, obwohl es keine Rätsel zu lösen gibt oder Drachen darin vorkommen. Die kurzen Kapitel lassen sich leicht lesen und erinnern vom Aufbau an ein Gedicht, denn Ellie ist Dichterin und eine hervorragend Erzählerin. Es liest sich wie ein Tagebuch, aber immer treffend statt ausschweifend und mit Sätzen, die man nicht so schnell vergisst.
Allerdings ist es viel einfacher,
die Gedanken anderer Leute über dich
in den Müll zu werfen,
als deine eigenen.
Die Welt aus Ellies Blick zu betrachten, war herzzerreißend, erschütternd und lehrreich. So eine wertvolle Geschichte, von der ich – wie die Autorin Lisa Tipps – hoffe, dass sie dazu beiträgt, dass sich die Einstellung der Leute ändert und viele Kinder dieses Buch lesen oder das Hörbuch hören. Betroffene Kinder, die wegen ihres Gewichts oder aus einem anderen Grund gemobbt werden, werden sich verstanden fühlen und eine Ahnung davon bekommen, wie es besser werden könnte. Erhellend, aufklärend und das ideale Buch, um ins Gespräch zu kommen. Sollte Pflichtlektüre an Schulen werden.











