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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

Für alle, die Bücher lieben

Ich bin der beste Freund des Menschen von Christian Schnalke

„Ein Notfall! Ist zufällig ein Lyrikband anwesend?!“

Ich glaube, jeder der Bücher liest, versteht die humoristischen Cartoons, die Christian Schalke in diesem Buch vereint. Hundert Witzbildchen erzählen ganze Geschichten über Bücher die Zufluchtsorte bieten, in denen Welten auf einen warten und Bücher, die zum Leben erwachen und sich in der Komik des Genrealltags wiederfinden.

Der Humor und Einfallsreichtum ist klasse, weil es als kurzweilige Unterhaltung mit popkulturellen Referenzen funktioniert und man sich dabei in den Buchclub begibt, wo es warm und behaglich zugeht, oder auch weil die Cartoons sagen: „Denk mal drüber nach!“. Bei manchen fühlte ich mich ertappt, beispielsweise musste ich beim „Kritiker" oder „Casanova“ sehr lachen, und manche hätte ich mir am liebsten als „Dreamteam“ an die Wand gehängt. Viele sind zum Schmunzeln, manche ganz besonders schön, weil sie den Zauber von Büchern einfangen und auf mehreren Ebenen zünden.
Die farbigen Cartoons sind dabei auf das Nötigste reduziert, ja beinahe einfach scheinen sie und sind deswegen so treffsicher und genial. Könnten sie doch auch zu spannenden Interpretations-Gesprächen einladen oder stilvoll die Buchläden schmücken.

Das handliche Format als Hardcover wirkt sehr hochwertig und mit dem roten Lesebändchen hat es etwas Liebreizendes an sich, weshalb ich es jemandem schenken würde, für den ein Leben ohne Bücher auch sinnlos wäre. Mich konnte dieses humorvolle Buchgeschenk sehr erfreuen.
Ich würde es allen empfehlen, die Bücher lieben und gerne über die Eigenheiten schmunzeln, die diese Leidenschaft mit sich bringt.

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Magischer Hexenauftakt für Kinder ab 10 Jahren

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel von Skye McKenna

Es geht um die 12- jährige Cassandra Morgan, genannt Cassie, für die Bücher ein Zufluchtsort sind. Vor sieben Jahren versprach ihre Mutter, wiederzukommen und sie aus Fowell House abzuholen. Seit dem wartet Cassie an diesem für sie einsamen Ort, ahnungslos, dass sie eine Tante und einen Onkel hat, die Magie beherrschen.

Bisher hat sie davon nur in ihren Büchern gelesen. Das letzte Andenken an ihre Mutter ist ein goldener Schlüssel, der Cassie hilft, ihrer Bestimmung als Hexe zu folgen und der Mission, ihre Mutter zu finden.

«Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel» hat alles, was ein guter Fantasy-Auftakt für Kinder braucht: eine einsame und mutige Heldin, die ohne Vorwissen in eine magische Welt eintaucht und dort Familie und Freunde findet. Erst durch das Bestehen von Prüfungen kann sie zu einer Hexe werden, die einen magischen Begleiter erhält. Allerdings bedrohen finstere Mächte den Frieden. Das verspricht Spannung, Geheimnisse, magische Abenteuer, Freundschaft und Hexenpower. Auch wenn die Charakterverteilung und die Fantasyelemente ganz klassisch sind, war es einfach wunderbar, in diese Geschichte einzutauchen. Und es wird besonders für Kinder toll sein, die diese Muster noch nicht gewöhnt sind.

Ich wollte wissen, was mit den verschwundenen Kindern passiert und warum Rose Morgan ihre Tochter nicht aus Fowell House abgeholt hat und niemand in der Familie von Cassie wusste. Dann verschwinden in ganz London Kinder und das Rätsel betrifft schließlich auch Cassie. Außerdem umgibt den geheimen Schlüssel von Cassies Mutter ein Mysterium, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Was ich aber besonders mochte, waren die stimmigen Details, weshalb man sich beim Lesen wohlfühlt. Mrs Briggs ist die Haushälterin von Cassies Tante Miranda. Tüchtig und liebenswert ist sie stets um das leibliche Wohl ihrer Gäste besorgt. Ihre liebenswerte Art birgt cozy Momente, genau wie Rue Whitby, die zu Cassies besten Freundin wird. Ihre Dynamik mochte ich sehr, weil sie sich gegenseitig helfen und Cassie richtig darin aufblüht, sich zugehörig zu fühlen. Der Kater Montague ist die Stimme der Vernunft und hat immer ein waches Auge auf Cassie. Auch wenn Tante Miranda als Haghexe drei wichtige Regeln für Cassis aufgellt hat, liebe ich es, dass sie sich nicht daran hält und in den Hag geht, denn der übt eine gefährliche Faszination aus und ich mochte diese Abenteuer ganz besonders. Die Hag-Begegnung zwischen Cassie und Ambrose war mein Highlight.

Die Autorin Skye McKenna lässt sich immer etwas Neues einfallen. Es wird nie langweilig. Ihre Kreativität ist großartig, weil sie eine Sogkraft und Detailliebe entwickelt, die viel Spaß macht. Ihr Schreibstil ist bildhaft und erzeugt eine Atmosphäre, die zum Träumen nach Hagley einlädt. Dadurch hat es mich auch nicht gestört, dass Cassies Gedanken- und Gefühlswelt nur oberflächlich bleibt. Das letzte Kapitel war für mich der perfekte Abschluss und ich freue mich auf den zweiten Band, der im März 2026 erscheint.

Fazit: Fantasyauftakt für Kinder ab 10 Jahren über Hexen, fantastische Wesen und einen magischen Ort namens Hagley. Dazu eine außergewöhnlich schöne Buchgestaltung inkl. Blickfang-Cover mit passendem Farbschnitt und Verzierungen auf jeder Buchseite. Ein besonderes Lesehighlight für alle, die Lust haben in eine fantastische Hexenreihe zu starten.

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Magic-Locked-Room-Mystery

The Blackgate Invitation von Sarah Henning

Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin die Abmachung bricht und ein Mord geschieht, in dessen Konsequenz das Anwesen durch Magie abgeriegelt wird.

Ihnen wird klar, worin sie verstrickt sind und sie mithelfen müssen, den Mord aufzuklären, um nicht für immer auf dem Gelände gefangen zu bleiben.

„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern.“

Düsternis und eine unheimliche Atmosphäre umgeben das Anwesen und mit Hexen, Zauberern und Geistern ist es das perfekte Grusel-Setting. Das hat mein Interesse geweckt. Gelungen fand ich den stetigen Wechsel der Ich-Erzähler. So konnte man die Handlung durch Ruby oder Auden verfolgen, was ein stimmiges Bild ergab und eine authentische Slow-Burn-Romance, die wenig Raum einnimmt und ohne Spice auskommt. Ansonsten bin ich leider etwas enttäuscht und hätte mir bei der Umsetzung mehr Originalität und Unvorhersehbarkeit gewünscht.
Die magischen Blutlinien, Familienverstrickungen und die Suche nach den Relikten war langatmig und statt zunehmender Spannung beherrschten vor allem Dialoge, Streitigkeiten und die inne Welt der Hauptfiguren die Story. Es gab Momente, das konnte ich nicht nachvollziehen, weshalb die Schwestern nicht aufgeflogen sind. Man sieht, was man sehen will? Das hat mich nicht überzeugt. Auden bemerkt zwar, dass etwas anders ist, erklärt sich das aber spekulativ mit einem Vergessenszauber. Auch das hat sich einfach zu sehr gezogen. Die Auflösung war vorhersehbar und bot wenig Spannung oder Überraschungen. Das Ende hat mich mit Grusel-Twists etwas versöhnt, aber so richtig glücklich war ich mit den fehlenden Konsequenzen und dem Ausgang nicht. Auch, wenn ich es stellenweise gern gelesen habe, finde ich es schade, da der Funke bei mir nicht übergesprungen ist.

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Unheilvolle Riesenvilla

Death at Morning House von Maureen Johnson

Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.

Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden Sommer auf der Insel im Morning House. Morgens strahlt die Villa, aber abends wirkt sie beunruhigend unheilvoll.

Bis 1932 zwei Todesfälle diesem Glück ein Ende setzten. Viele Jahre später ist Morning House ein Ort, der frei zugänglich ist. Marlowe verbringt den Sommer damit, Touristen durch die Villa zu führen und erfährt, dass sie den Platz eines toten Jungen eingenommen hat.

Erzählt wird die Geschichte von Marlowe, die sich in Akilah verliebt. Das erste Date endet im Chaos und ist der Grund, warum Marlowe den Ferienjob annimmt. Als zynische Ich-Erzählerin richtet sich Marlowe direkt an die Lesenden und erzählt, wie zwei Gegenstände ihr Schicksal besiegelten: eine Duftkerze und ein Lippenstift. Das tut sie humorvoll und authentisch, sodass es sich sehr gut lesen lässt. Durch die Rückblenden erfährt man, was sich 1932 in Morning House zugetragen hat. Davon hätte ich gern mehr gelesen, denn die Geschehnisse um Marlowe sind nicht so interessant, während der Vater mit seiner Visionen der Welt und der zwanghaften Tagesstruktur der Kinder mehr Potenzial aufweist. Auch wenn ich mit Marlowe nicht so richtig warm geworden bin, mochte ich die kleine Liebesgeschichte und die, vom Pech verfolgte, Hauptfigur. Die Auflösung, um die Todesfälle sind spannend inzidiert, haben mich überrascht und trösten etwas über den „langen Anlauf“ hinweg.

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Hatte eine herbstliche Rom-Com erwartet und nicht das

Spookily Yours von Jennifer Chipman

Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an »Sabrina - Total verhext« erinnert.
Willow arbeitet mit ihrer Schwester Luna im Hexenbräu, der Café-Bäckerei des Dorfes Pleasant Grove.

Willow ist total Kürbisverrückt und liebt Halloween. Ein Wohlfühleinstieg, der sogar Spannung aufkommen lässt, als Willow den Kater Damien adoptiert und versucht, ihn von dem Fluch zu befreien. Danach ist leider jegliches Fünkchen von Potential verpufft. Eigentlich will der besitzergreifende Damien sich nicht auf eine Hexe einlassen, verliert aber schnell jeden Anschein von Selbstkontrolle und erhebt Anspruch auf seine kleine Hexe, wie es sie nennt. Während es immer wieder zu erotischen Tête-à-têtes kommt, bei dem nichts mehr der Fantasie überlassen wird und der Eindruck erweckt wird, ein Teenager hätte technische Anweisungen verfasst, gerät Damiens Mission oder das feierlichen Kürbis- und Halloweenfest in den Hintergrund. Alles wird schnell abgehandelt. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Buch wirklich geht, wenn auf Atmosphäre und Spannung weniger Wert mehr gelegt wird und sogar Willow vermutet, Damien hätte sie in eine Sex-Dämonin verwandelt. Dazu passt auch die vulgäre Sprache und der flache Schreibstil, der zudem inhaltliche Fehler aufweist. „Schei***, ich liebte es, sie zu küssen. Ich glaube nicht, je müde zu werden, ihren Mund in meinen zu nehmen.“ What?

Wirkliche gute Unterhaltung, echte Gefühle, nur ein bisschen Charaktertiefe oder gar Einfallsreichtum, sucht man hier vergebens - Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man das auch so bewerben, denn ich fühle mich getäuscht.
Jennifer Chipman hat versucht ein idyllisches Dörfchen wie bei Gilmore Girl zu erschaffen. „Für Fans von »Gilmore Girls« und »Vampire Diaries«“ heißt es, aber das, was die Serien ausmacht, findet sich in dieser Story nicht ansatzweise wieder. Das ist irreführend, weil es völlig falsche Erwartungen schürt. Ich war maßlos enttäuscht und kann, aufgrund der genannten Punkte, keine Empfehlung aussprechen. Es sei denn, mann möchte genau das: cringe spice Inhalte, besitzergreifende Männerfantasien und unstimmige Klischees, gepaart mit einem Hauch von Hexe, Dämon und obsessiver Herbstsaison. Scheint ja manchen zu gefallen, aber definitiv kein „verdienter“ Bestseller, sondern nur irreführendes Marketing.

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Tolles Konzept mit Mehrwert und schöner Aufmachung

In der Komfortzone wächst nichts. Die schönsten Gärten blühen außerhalb. von Gitta Jacob

Therapeutin und Autorin Gitta Jacob hat 52 wirkungsvolle Sätze aus der Praxis zusammengestellt, die nicht spurlos an mir vorbeigezogen sind. In kompakten Texten gibt sie psychologisches Wissen und Erfahrungswerte weiter, die nicht nur farblich zum Buch passen und sich von den Übungen abheben, sondern auch einfühlsam geschrieben und leicht verständlich sind.

Die Übungen, durch die orange Schriftfarbe leicht zu erkennen, sind aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder Achtsamkeitsübungen. Die schriftliche Ausarbeitung ist zwar im Buch möglich, aber der Platz dafür ist begrenzt.

Die hochwertige Gestaltung finde ich zudem gelungen. Die übersichtliche Struktur ist praktisch und durch das gleichbleibend farbliche Konzept, bleiben die Gedanken fokussiert. Wenn man Zuversicht und Inspiration sucht, lohnt es sich, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen. Mir gefällt die Idee, die kommenden 52 Wochen des neuen Kalenderjahres, jeder Woche einen Satz auszuwählen. Dadurch habe ich genügend Zeit für die Übungen, sofern es welche für den jeweiligen Satz gibt und kann den Impuls für die Woche nutzen.

Das Konzept spricht mich sehr an, denn manche Sätze bleiben hängen, werden zu Glaubenssätzen, können das eigenen Denken in eine positive Richtung lenken und auch anderen im richtigen Moment helfen.

Was mir besonders gefallen hat, ist die sanfte Art von Gitta Jacob verständnisvoll zur Selbstreflexion anzuregen. Sie ermuntert zwanglos, sich mit Achtsamkeit und Verständnis zu begegnen und die tiefere Bedeutung hinter den Sätzen zu verstehen und zu verinnerlichen. Außerdem vermittelt sie neue Perspektiven: Gefühle allein sind kein guter Ratgeber, Therapie ist kein Allheilmittel, Sexualität verdient mehr Beachtung und Abgrenzung aus Selbstführsorge kann auch eine egoistische Fehleinschätzung sein.

Beim Lesen ist es wirklich spannend zu beobachten, was die Sätze mit einem machen. Manche Sätze, und die dahinter stehenden Prinzipien, sind bekannt oder hat man schon mal gehört. Die Sätze wirken unvermittelt und zeigen, was man schon verinnerlicht hat und wo man noch ansetzten könnte. Was bewegt mich? Was fordert mich heraus? Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Es ist also eine psychologisch spannende Lektüre mit verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten, kompetentem Wissen und brauchbaren Ansätzen, die sich lohnt. Aufgrund der schönen Aufmachung und dem mehrmaligen Nutzen gebe ich eine Kaufempfehlung und hoffe, auf eine Fortsetzung. Ein Kalender wäre auch ein tolles Geschenk.

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Worte für all das Ungesagte

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Anmerkung:

Ich möchte in dieser Rezension nicht zu viel verraten, weil es ein Erlebnis war, dieses Buch ohne viel Vorwissen zu entdecken. Daher ohne Spoiler und zu viele Details, aber für alle, die sich einen Eindruck machen wollen, bevor sie sich ein Buch kaufen:



Inhalt & Meinung:

Eine schwangere Frau namens Emma wird von ihrem Ehemann getötet.

Häusliche Gewalt, die in einem Femizid endet. Für die Hinterbliebenen von Emma ist nichts mehr wie es war. Zurück bleibt Liv, die vom Ersticken träumt, weil ihre beste Freundin erdrosselt wurde. Zurück bleiben Emmas verwaiste Eltern, die vorläufig das Sorgerecht für das traumatisierte Enkelkind haben. Und zurück bleibt die 9-jährige Maja, die nun ohne Mutter und Vater aufwachsen muss. Eine Tragödie, die unbegreiflich bleibt und von den traumatisierten Menschen erzählt, die von dem Verlust betroffen sind.

Liv ist Astrophysikerin und schafft es, ihr Patenkind für die Sterne und das Universum zu begeistern, nachdem die traumatisierte Maja an nichts mehr Interesse gezeigt hat - außer an Chloé, Livs Hündin. Diese aufblühende Beziehung spendet auch beim Lesen Trost und schaffte es, mit meinen Erwartungen zu brechen.

Durch die mehreren Perspektivenwechsel taucht man eindrücklich in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hinterbliebenen ein, erlebt die Auswirkungen roh, authentisch und emotional. Dabei geht es auch um Schuldgefühle und die Frage, wie man über die Trauer nach einem gewaltsamen und plötzlichem Tod spricht.

Lediglich die rückblickenden Kapitel aus Emmas Perspektive zeigen, in welcher Form die häusliche Gewalt stattgefunden hat. Trotzdem lässt sich nur erahnen, wie verloren sich Emma gefühlt haben muss und warum sie sich niemandem anvertraut hat. Das ging mir sehr nahe, vor allem in Verbindung mit den alternativen Realitäten. Das sind verpasste Momente, von denen Jasmin Schreiber schreibt. Dabei geht sie der Frage nach, was gewesen wäre, wenn… Es sind schwarzen Seiten mit weißer Schrift, die Gänsehaut erzeugen und quälend auf die Figuren einwirken. Gutachten und Dokumente verleihen dem Roman eine emotionslose Authentizität. Ein Kontrast, der die schonungslose Realität abbildet, mit der sich die Familie des Opfers auseinandersetzt muss. Die Zeichnungen von Maja hingegen lassen in ihre kindliche Seele blicken und wirken wie ein Bindeglied zwischen ihren zerrissen Gefühlen und der bedrückenden Echtheit dieser traurigen Lebensrealität für die zurückbleibenden Kinder.

Diese Sichtweise mitzuerleben und Maja zu begleiten, war für mich, neben einer weiteren tränenreichen Situation, sehr hart. Die emphatische Erzählweise ist von kurzen Kapiteln geprägt, szenenhaft, was die Sogkraft entschärft und dafür sorgt, dass man sich von den Geschehnissen distanzieren kann.

Trotz der heftigen Thematik und dem intensiven Schreibstil, liest sich das Buch sehr gut weg und es gibt hoffnungsvolle Momente und auflockernde Situationen, die zu Herzen gehen. Wer Jasmin Schreiber vor allem für ihren Humor schätzt, wird ahnen, dass es hier wortwörtlich nichts zu lachen gibt. Der Autorin war es aus aktuellem Anlass ein Anliegen, den Schmerz der Hinterbliebenen ein Stück sichtbar zu machen. Dabei gibt sie dem Mörder keine Bühne, verzichtet bewusst auf eine verstärkende Wirkung, die bei True-Crime und Thrillern gern zum Einsatz kommt und im Roman zurecht moralisch hinterfragt wird.

Es ist ein geradlinig erzähltes Buch mit hoher Intensität, für das man kaum bereit sein kann. Man fühlt mit den Angehörigen mit. Es treibt einem die Tränen in die Augen, erschüttert und beschreibt ehrlich und lebensnah von Trauernden, die echt und greifbar sind. Mich haben die eindrücklichen Einblicke beeindruckt, weil sie auch Tabus beschreiben, nichts beschönigen und eine breite Sicht darstellen, welche weitreichenden Auswirkungen ein Femizid hat. Nichtsdestotrotz hätte ich mir einen gleichbleibend emotionalen Schreibstil gewünscht, weil dieser manchmal in Oberflächlichkeit abdriftet und zu viel auf einmal unterzubringen versucht. Ich hoffe, dass das Buch viele lesen werden und kann es nur empfehlen. Es ist nicht perfekt, aber ein Erlebnis.

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Ein kleiner Schritt zur Veränderung reicht

Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung von Cordula Nussbaum

„Veränderungen sind zunächst ein Kraftakt, dann chaotisch und am Ende wunderschön.“

Wie geht man also Veränderungen an, wenn man völlig erschöpft ist und keine Kraft mehr hat, aber spürt, dass es so nicht weitergehen kann? Da ist das Buchversprechen eine verlockende Idee. Nur eine Minute? Das sollte doch zu schaffen sein!

Vorgestellt hab ich mir kurze Tipps oder Atemübungen.

Tatsächlich sind die zahlreichen 1-Minuten-Strategien aber lauter Mini-Schritte in die richtige Richtung und Cordula Nussbaum stellt es so geschickt an, dass die eine Minute nur als Startschuss gilt. Viele Übungen kann man in einer Minute ausprobieren - die Hürde ist klein, aber es geht vor allem um den kurzen Moment der Überwindung, den es braucht, um den ersten Schritt zu dieser Veränderungen zu gehen. Das Wissen wird häppchenweise präsentiert. Auch mit Kopfchaos, mentalem Overload und Konzentrationsschwierigkeiten in kleinen Kapitelschritten also machbar.

Ich habe durch die Umsetzung schon nach einigen Tagen einen Unterschied gemerkt. Meine geistige Energie ist zurück, denn ich teile sie mir nun besser ein und schütze sie. Das Workbook zum Herunterladen ist ein hilfreiches Extra, um ins Tun zu kommen, weil man seine Gedanken ohne viel Aufwand reinschreiben kann. Mir reichte das Buch aber aus.

Besonders großen Mehrwert hatte ich dadurch, dass ich die Zusammenhänge jetzt besser nachvollziehen kann, was zu viel und was zu wenig war. Für mich hat sich das Buch gelohnt und um Dranzubleiben, werde ich es noch oft zur Hand nehmen. Hier wäre ein detaillierteres Inhaltsverzeichnis toll gewesen.

Dieser kluge Ratgeber mit den witzigen Illustrationen ist vor allem für die empfehlenswert, die wissen, was ihnen gut tut und mal funktioniert hat, aber gerade so im Stresschaos gefangen sind, dass sie auf ihre Ressourcen nicht zugreifen können. Da setzt das Buch an, lässt alles aufploppen und motiviert ungemein, einfach anzufangen. Wer ein Buch sucht, das in die Tiefe geht oder detaillierte Anleitungen vorgibt, wird hier nicht fündig. Es inspiriert eher dazu, etwas Passendes zum eigenen Naturell zu finden. Es eignet sich auch, um mentale Erschöpfung frühzeitig vorzubeugen. Hilfreiche Denkanstöße mitten im Chaos des modernen Lebens zeigen, wo man ansetzen kann. Klar, hat man alles schon gehört, aber manchmal braucht es eben einen sanften Reminder - gerade wenn man schon im Brainfog steckt. Dann am besten so knackig und schön illustriert wie hier. Bei manchen Übungen hätte ich mir allerdings mehr Input gewünscht.

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Young Adult - Horrorkrimi mit amerikanischem Kleinstadtflair

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung. von Bill Wood

In der kalifornischen Kleinstadt Sanera herrscht 2001 Ausnahmezustand. Zwei der beliebtesten Schüler der High School sind im Spukhaus von Carrington Manor gestorben: Football-Star Bradley und die Cheerleaderin Shelley. Der Sheriff vermutet einen Unfall, aber jeder weiß, dass der Carrington-Ghul auf Rache aus ist.

Die Freunde Cam, Jonesy und Amber nehmen sich der neuen Mitschülerin Buffy an und beginnen Nachforschungen über das Horrorhaus anzustellen.

«Let’s Split Up» ist ein spannender Young Adult - Horrorkrimi, der die Stimmung US-amerikanischer Highschool-Horrorfilme der 90er Jahre einfängt und sogar thematisiert. Autor Bill Wood hat Drehbuchschreiben studiert und lässt diese Leidenschaft in sein YA Debüt einfließen. Aus einem klassischen Szenario (Gruppe Jugendlicher betreten Spukhaus) hat Bill Wood eine spannende Detektivstory mit Horrorelementen gemacht. Dabei geht er nie ins Detail. Es reichen Andeutung, die eine Athmosphäre schaffen, weil sich bereits ein Film in unseren Köpfen abspielt. Dadurch wird es auch nie verstörend oder unangemessen brutal.

Der Schreibstil ist einfach zugänglich, sodass man ungehindert eintauchen kann. Bill Wood setzt auf genretypische Dialoge und das menschliche Miteinander der vier 17-jährigen Freunde, was durch die kapitelweise wechselnden Ich-Perspektiven von Cam, Jonesy und Amber die Abwechslung steigert. Die Story braucht ein bisschen, aber es ist fast durchweg spannend und wird geradezu nervenaufreibend als die Vier das verfluchte Haus betreten.

Besonders hat mir gefallen, dass Bill Woods einen lange im Dunkeln lässt, was dahinter steckt. Es macht Spaß mitzurätseln. Es gibt einige Puzzleteile, aber sie lassen sich nicht zusammensetzten. Das ist unterhaltsam, aber auch etwas stark konstruiert. Das Kleinstadt-Setting mit Spukhaus überzeugt genauso wie die Charaktere. Manchmal findet sich auch Humor. Für mich hätte es sogar noch mehr Grusel sein dürfen.

Passend dazu finden sich am Rand erwähnte Young Adult - Themen wie Abschlussjahrgang, erste queere Liebe, Identitätsfindung, Freundschaft und familiäre Vernachlässigung.

Die Charaktere sind vertraut miteinander, nur Buffy bleibt fremd und schnell wird klar, irgendwas stimmt da nicht. Von allen mochte ich Jonesy am liebsten, weil er über sich hinauswächst, nicht so leicht zu knacken ist und einen unheimlich süßen Hund hat.

Ich würde «Let’s Split Up» empfehlen, wenn man sich gern gruseln, gern Rätsel löst und Thrill mag. Ein Mischung aus den Filmen «Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast» und «Scooby-Doo». Optisch überzeugt das Buch mit einem blutigen Cover und Farbschnitt, was einen direkt in die richtig Stimmung versetzt.

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Überraschend anders

Rewitched von Lucy Jane Wood

Als moderne Hexe könnte man denken, dass Belladonna Blackthorns Leben voller Magie ist, aber tatsächlich ist ihr Alltag in der Londoner-Menschenwelt ziemlich gewöhnlich. Sie arbeitet in einem Buchladen, den sie eigentlich schön längst leiten könnte, und bildet mit ihrem Kater Jinx und ihrer besten Freundin Ari eine Wohngemeinschaft, wobei Ari nichts von ihren Kräften ahnt.

Belle hat ihre magischen Fähigkeiten vernachlässigt und keinen Kontakt zu anderen Hexen. Für sie ist es weniger ein Privileg, sondern eine Last, die sie vor anderen geheim halten muss. Umso besorgter ist sie, als sie bei einer traditionellen Hexenratsversammlung vor dem Hexenzirkel anlässlich ihres dreißigsten Geburtstag, beweisen soll, dass sie in den letzten fünfzehn Jahren, seit sie ihre Fähigkeiten erhalten hat, eine würdige Hexe war - da ihr ansonsten ihre Kräfte entzogen werden.
Ihre missliche Lage verschärft sich und bald muss Belle zwischen ihrem Nicht-Hexen-Leben, ihrer Magie und einem bedrohlichen Gefahr jonglieren, um die anstehenden Prüfungen zu Halloween zu bestehen und ihre Magie zu retten.
Die cozy Fantasie mit mystischen Vibes, der anfangs gemütliche Herbststimmung und der reduzierten Stil ist genau das, was ich mir erhofft hatte. Nicht erwartet hätte ich, dass es so spannend und wendungsreich werden würde. Alles baut sich in einem langsamen Erzähltempo auf, dann überschlagen sich die Ereignisse und es stellt sich die Frage, wer Gut und wer Böse ist.
Die Lovestory ist viel nebensächlicher als erwartet und da ist der Funke bei mir leider überhaupt nicht übergesprungen, obwohl ich es mag, wenn die Charaktere sich nur langsam näher kommen, fehlte mir der Aufbau ehrlicher Nähe und ich konnte nicht nachvollziehen, warum Belle ihrem ominösen Love Interest gegenüber so misstrauisch und streitsüchtig war. Logische Schwächen und Widersprüche finden sich auch in anderen Bereichen. Dafür gibt es Tropes im Buch, die gelungener sind und auch zu Herzen gehen, wie eine überraschend magische Teamarbeit, Zusammenhalt und Verbundenheit oder der dramatische Zeitdruck bis zum großen Finale.

Belles emotionale Entwicklung fand ich nahbar, aber nicht immer glaubhaft dargestellt. Auch wenn manches vorhersehbar ist, ist es unterhaltsam, ihre Lernprozesse mitzuverfolgen. Ich konnte bei ihren Herausforderungen mitfiebern und mich über ihre Erfolge freuen. Allerdings hat Belle mich auch zur Verzweiflung gebracht, weil sie sich das Leben selbst so schwer gemacht hat und einfach keine Hilfe annehmen will.

Für mich hätte es noch eine Portion mehr Humor, Magie und cozy Buchladen-Vibes sein dürfen. Außerdem gab es Momente im Buch, da war mir die Handlung zu konstruiert, plump und fantasielos - ja, hat mich sogar geärgert oder ich fand es höchst fragwürdig. Die Auflösung konnte mich nur teilweise überraschen, aber ich fühlte mich insgesamt trotzdem wohl, mochte die intensive Atmosphäre, die geweckten Emotionen und die Mischung aus Spannung, Alltagsabenteuer, Freundschaft und düsterer Bedrohung.

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