Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Wertvolles Bilderbuch für zukünftige Glückskinder
Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen von Anjana Gill
«Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen» ist ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren und begleitet den kleinen Elefanten bei einem Schultag an der Glücksschule.
Dort lernen kleine Elefanten die Lektionen des Glücks und werden zu Glückselefanten ausgebildet.
Und weil man damit gar nicht früh genug anfangen kann, werden neun Glücksgeheimnisse in diesem Buch gelüftet, damit jeder ein Glückskind werden kann. Autorin Anjana ist nämlich davon überzeugt, das Glücklichsein kein Zufall ist, sondern auf Prinzipien beruht, die man gar nicht früh genug verinnerlichen kann. Daraus ist diese wertvolle Buchidee entstanden, die spielerische Visualisierungsübungen, einfache Techniken, Weisheiten und Ideen vermittelt. Wertvoller Input, der nicht nur glücklich macht, sondern auch die Kreativität anregt und hilft, Gefühle zu regulieren. Es ist zwar vereinfacht und kindlich dargestellt, kann aber für Erwachsene genauso hilfreich sein, sich wieder an diese Glückslektionen zu erinnern. Dabei hilft der kleine Vogel, der als Glücks-Überbringer das Gelernte zusammenfasst und Tipps zur Umsetzung gibt. Für Vierjährige erstmal viel Text und ich würde empfehlen, die Glücksgeheimnisse nicht am Stück zu enthüllen. Das Buch lässt sich prima mehrmals lesen und lädt zum Mitmachen ein.
Die Illustrationen von Anita Schmidt unterstreichen die unbeschwerte Leichtigkeit und geben dem Buch eine sehr niedliche Note, die dabei hilft, sich alles vorzustellen. Der kleine Elefant ist zum Knuddeln und passt zur freudigen Glücksbotschaft. Nach meiner anfänglichen Skepsis, ob man Glück lernen kann, finde ich es gerade für Kinder sehr empfehlenswert.
Dämonisch magische Backmischung
Ein Cookie für den Dämon von Annette Marie
Wer die urbane Fantasy-Buchreihe «Guild Codex: Spellbound» von Annette Marie noch nicht kennt, kann trotzdem mit der neuen Ableger-Reihe «Guild Codex: Demonized» loslegen. Für mich war das der Startschuss, nachdem ich so viel Gutes über Spellbound gehört habe. Aber Achtung, es macht süchtig! Auch nach Cookies - am besten bereitstellen.
Robin ist ein ganze normale 20-jährige Frau, die in die illegalen Verbrechen eines Fieslings hineingezogen wird. Obwohl sie dazu erzogen wurde, sich von Magie fernzuhalten, liebt sie es, diese zu studieren und sich nerdig durch Fachbücher zu wälzen. Als zierliche Frau mit Brille und zurückhaltender Persönlichkeit, bleibt sie jedoch lieber in der Beobachterrolle und geht ihrer zweiten großen Leidenschaft nach: Backen. Seit dem plötzlichen Tod ihrer Eltern wohnt sie bei ihrem fiesen Onkel, der einen Dämon im Keller gefangen hält. Da sich dort auch die Bibliothek befindet und Robin nach dem verschwundenen Grimoire ihrer Mutter sucht, treibt sie ihre impulsive Neugier und machtlose Verzweiflung dazu, verbotenerweise mit dem Dämon zu sprechen.
Robins Verhalten ist glaubwürdig dargestellt und ich konnte gut nachvollziehen, warum sie Mitleid mit dem Dämon hat. Dahinter steckt ein moralischer Konflikt, der zum Nachdenken anregt. Immer wieder macht sie sich bewusst, welchen Risiken sie sich aussetzt. Der mächtige Dämon Zylas wird nicht verherrlicht, sondern als erbarmungsloser Killer dargestellt, der er ist, wobei er auch eine beschützende Rolle einnimmt und damit einen Widerspruch auslöst. Zylas Beweggründe bleiben undurchsichtig, aber sein Ziel und Robins Versprechen dürften in den kommenden Büchern eine wichtige Rolle einnehmen.
Das Setting ist vor allem in der ersten Hälfte atmosphärisch düster, was mir zusammen mit den cozy Vibes sehr gefallen hat. Robin und Zylas stecken in ausweglosen Situationen fest. Alles spielt sich in dem Haus ab und es liegt eine Anspannung in der Luft, die nur darauf wartet, sich zu entladen. Ausgerechnet Robins Backkunst bietet ihr einen Ausweg, der sich als Sackgasse herausstellt und einige Probleme und radikale Veränderung nach sich zieht. Eine originelle Idee, die wirkt. Außerdem bekommt man direkt Lust auf Cookies. Dann entlädt sich alles: es bricht das Chaos aus und es kommt zu actionreichen Kämpfen und spannenden Wendungen.
Mitreißend aus Robins Perspektive geschrieben, lebt die Story von der Dynamik und dem Humor des unfreiwillig aneinander gebundenen Duos und den Komplikationen und Geheimnissen, die sich daraus ergeben. Es wird einiges offen gelassen und angedeutet, sodass ich nach dem Cliffhanger am liebsten weitergelesen hätte. Lediglich ein bisschen mehr Magie und Wissen über die Welt der Dämonen hätte ich mir gewünscht, aber ich freu mich jetzt schon auf die Fortsetzung und hoffe, sie wird ebenso unterhaltsam und spannend.
Magischer Herbst
Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck
Lust auf ein cozy Herbstbesuch im magischen Zauberwald? Das kleine Einhorn namens Oktober wurde im namensgebenden Monat Oktober geboren. Ein Jahr vergeht und Oktober wartet sehnsüchtig auf das Einsetzten seiner Zauberkraft. Wäre es nicht toll, meilenweit riechen oder vielleicht fliegen zu können? Die Freunde Einhörnchen und Oktober machen sich schließlich auf die Suche nach der Zauberkraft, die einfach nicht von selbst zu kommen scheint.
Herauskommt eine herzallerliebste Idee, die großes bewirkt und kreativ macht. Am Schluss schlägt das Buch eine geniale Brücke, die unsere Fantasie anregt.
Themen wie Freundschaft, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Selbstvertrauen werden aufgegriffen. Die süße Geschichte ist durch die vielen atmosphärischen Illustrationen schon für Kinder ab 3 Jahren empfehlenswert und lädt mit herbstlicher Stimmung zum jährlichen Immer-wieder-Anschauen und Vorlesen ein. Magische Unterhaltung, pädagogisch wertvoll und einfach nur schön.
Für Kinder und Erwachsene, die den Herbst lieben und den Glauben an Magie nicht verloren haben.
Konnte mich nicht fesseln
Minus 22 Grad von Quentin Peck
Laura wird entführt und gefangen gehalten. Wer sie entführt hat, bleibt lange geheim, aber immer wieder kommuniziert diese Person mit ihrem Opfer. Hier ist besonders das Motiv interessant. Dieser Thriller konzentriert sich schlussendlich auf das Opferleiden und die Botschaft dahinter ist wichtig und eindrucksvoll dargestellt.
Leider konnte mich der Thriller aber einfach nicht überzeugen. Gerade in der ersten Hälfe habe ich die Spannung vermisst und fand die Handlung um Ariane, die Tom gerettet hat und die einsam und zurückgezogen lebt, noch am interessantesten. Immer mit der Fragen, wie alles zusammenhängt. Letztlich passiert kaum etwas, dass einem die Antworten näher bringt, bis dann alles Schlag auf Schlag aufgedeckt wird. Das führte dazu, dass ich mit wenig Interesse weitergelesen habe, obwohl die Beschreibungen von Quentin Peck lebendige Bilder schaffen - die aber trotzdem die Distanz wahren und mich nicht einnehmen konnten.
Immer lächeln!
Not your Darling von Katherine Blake
Die 20-jährige Loretta, die eigentlich Margaret heißt, reist 1950 von Großbritannien nach Los Angeles, um in Hollywood Maskenbildnerin zu werden. Schnell findet sie eine bezahlbare Wohnung, auch wenn die Kakerlaken die Wände hochlaufen, und eine Arbeit im Diner, der Loretta stolz nachgeht. Immer wieder schreibt sie kurze Briefe an ihre Schwester.
Mit ihrer freundlichen Art lernt sie Menschen kennen und da Beziehungen in Hollywood alles sind, schafft es Loretta ihrem Traum näher zu kommen. Jedoch sind die Machtstrukturen den Männern vorbehalten, die nicht mit der Gegenwehr einer Frau rechnen, die sich nicht alles gefallen lässt.
Ich mochte den Retro-Charme dieser Geschichte, weil dieser mit einigen historischen Details gespickt ist. Der Hollywood-Glamour-Vorhang fällt und trotzdem fasziniert das Setting nach wie vor. Katherine Blake lässt ihre feministische Heldin in der Ich-Form erzählen, konzentriert sich dabei aber vor allem auf das äußere Geschehen. Dadurch ist die Handlung lebendig, unterhaltsam und handlungsreich. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Loretta Entwicklung wird großartig geschildert und gibt Genugtuung, angesichts der Ungerechtigkeiten, die sie erleben musste.
Unterhaltsam Romance mit Humor
Maybe Meant To Be von K. L. Walther
«Maybe Meant to Be» wird abwechselnd aus der Perspektive von Sage und Charlie erzählt. Die beiden sind beste Freunde. Charlie Bruder Nick übt auf Sage eine besondere Anziehung aus, während der neue im Internat namens Luke, Charlie den Kopf verdreht.
Das Jugendbuch bedient so einige Tropes: Boy Loves Boy, LGBTQIA+, Friends to Lovers, wobei mir Secret Love besonders zugesagt haben.
Slow Burn könnte dem einen oder andere zu langsam im Aufbau sein, aber wer das mag, für den ist die Romance genau richtig. Glücklicherweise kommt «Maybe Meant to Be» ohne lästige Klischeebedienung aus und überzeugt mit zwei großartigen Hauptfiguren und einem gelungenem Humor. Es geht um Freundschaft, mangelndes Selbstwertgefühl und damit verbundenen Unsicherheiten und das Entdecken der eigenen Identität und der Liebe. Das Buch liest sich ganz leicht, ist nachvollziehbar geschrieben, unterhaltsam und hält auch Überraschungen bereit.
Von Liebe, Enttäuschungen und dem Schicksal
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer
«Das Leben fing im Sommer an» ist ein autobiografischer Coming-of-Age-Roman einer kurzen Jugend-Episode des Fussballweltmeisters Christoph Kramer und eine notstalgisch angehauchte Reise in das Zeitkolorit der Nullerjahre. Im Sommer 2006, als Deutschland das Fußball-Sommermärchen feierte, erlebt der fünfzehnjährige Protagonist Chris vier prägende Tage, voller erster Male und herber Enttäuschungen, die sein Leben gezeichnet haben.
Hauptfigur Chris ist sympathisch und leidet wie viele Jugendliche an mangelndem Selbstwertgefühl. Seine Beschreibungen über die Fremdheit in der Welt und das gelernte Alleinsein als Einzelkind wirken authentisch, denn er ist der einzige Fußballer, der einen Roman geschrieben hat und das Schreiben meditativ empfindet.
Geschrieben in der Ich-Form hat der Roman etwas federleichtes, unbeschwertes, wenn Chris mit seinen Freunden agiert oder den heißen Sommertag im Freibad genießt. Besonders seine Schwärmerei für Debbie und der gemeinsame Kinobesuch, ausgeschmückt mit vielen Details. Dass Fussball in diesem Roman keine große Rolle spielt, sollte vielleicht noch erwähnt werden. Aus lesender Sicht ist diese Geschichte nichts besonderes, aber aus Sicht der Hauptfigur sehr besonders, was es wieder interessant macht - vor allem, wenn man die Danksagung gelesen hat.
Wohlfühlroman zum Abschalten
Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns
Großmutter Undine hat eine freudige Nachricht für ihre alleinerziehende Enkelin Maren: sie möchte ihr das Haus auf Amrum schenken, welches ihr einst ihr Vater vererbte. Maren hört zum ersten Mal davon und wusste nichts von dieser Vergangenheit ihrer Großmutter. Doch warum hat sie nicht früher etwas davon erwähnt? Gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter reist die Konditorin auf die Nordseeinsel und ist entzückt von dem Reetdachhaus, das nun ihr neues zu Hause werden könnte.
«Der Duft von Kuchen und Meer» ist für mich ein echter Wohlfühlroman mit Herz, genau wie der Buchtitel es vermuten lässt. Ich habe gerade ein ähnliches Buch gelesen. «Der Gesang der Seeschwalben» spielt ebenfalls auf einer Insel und es geht um Familiengeheimnisse. Der war deutlich spannender, aber auch, wenn «Der Duft von Kuchen und Meer» einige Rückblicke zur Urgroßmutter Hedwig gewährt, wird hauptsächlich aus der gegenwärtigen Perspektive von Maren erzählt. Damit ist die Story deutlich entspannender. Das besondere an diesem Buch ist die herzerwärmende Beziehung zwischen Mutter und Tochter und die tolle Entwicklung von Maren, die man in den Folgebänden weiter mitverfolgen kann. Spaß hatte ich auch an dem Amrumer Friesisch, das die Einheimischen sprechen. Die letzten Kapitel haben mich sehr berührt und emotional werden lassen. Auch nach der Lektüre bin ich gern gedanklich noch nach Amrum gereist und freue mich auf die Fortsetzung, um zurückkehren zu können. Empfehlenswert für alle, die Lust auf eine kleine Auszeit mit Kuchen am Meer haben.
Heilsames Schreiben an Mascha
Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken von Sarah Lorenz
«Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinke» ist ein Buch zum genießen, nichts, was man zwischendurch nebenbei weg lesen kann. Elisa hat "einen festen Willen und ganz viel Sehnsucht“ nach Liebe, Geborgenheit und einer Sicherheit, die sie als Kind schmerzlich vermisst hat. Elisa erzählt vom kalten Haus, in dem sie ihre Kindheit verbrachte, von der Kälte ihrer Mutter und dem zarten Band zu ihrem Vater.
Als sie ihre Ausbildung zur Buchhändlerin macht, entdeckt sie die trostvolle Welt der Bücher. Es ist ein ganz besonderer Roman, indem Elisa Biografie mit dem literarischen Werk von der Dichterin Mascha Kaléko verknüpft werden, denn Elsa bewundert ihr Talent und möchte gern einmal mit ihr im Himmel einen Kaffee trinken. Sie reagiert auf Maschas Gedichte, kommuniziert mit ihr und erzählt schonungslos von ihrem Leben. Diese Idee fand ich grandios und wunderschön umgesetzt. Es ist hart, brutal und gleichzeitig liebevoll. Sehr berührend und emotional, was dann passiert. Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich mich an den Schreibstil gewöhnt habe. Aber danach konnte ich die Formulierungen genießen und die Poesie hat sich allmählich entfaltet und mich total eingenommen. Ich habe schon länger keine so interessante Protagonisten mehr verfolgt. Ein hartes Leben und das Überleben zwischen Buchdeckeln.
Jetzt ist mein Interesse für Mascha Kaléko geweckt, zumal mir die Gedichte zu Beginn jedes Kapitels sehr gefallen haben. Lesenswert!
Metty´s düsteres Schicksal
Inkbound - Metty Jones und das Schicksalstattoo von Philippa Leathley
Die Geschichte beginnt an dem Tag, an dem Metty zu ihrem Geburtstag mit ihrem Vater nach Darkwell unter das alte London reist, um ihr Schicksalstattoo zu erhalten. Auf diesen Tag hat sie schon hin gefiebert, doch ihre unheilvolle Tattoo-Prophezeiung besagt, dass Metty durch Magie zur Mörderin wird. Ein Jahr später ist Metty noch immer entschlossen, ihr dunkles Schicksal abzuwenden und versteckt ihr Tattoo.
Sie hält sich für einen schlechten Menschen und leidet unter der Trennung ihrer Eltern und der Distanz zu ihrer Mutter, zu der sie gern eine innigere Verbindung hätte.
Doch dann verschwindet ihr Vater. Dann taucht ihre Tante Mag auf und Metty erfährt, dass sie von den Mitgliedern der Schwarzen Motten gejagt wird. In großer Sorge um ihren Vater reist sie mit ihrer Tante nach Winter´s Knock, einem ungewöhnlichem Anwesen mit verfluchten Gegenständen, auf dem sie Sundar kennenlernt, der ihr helfen will, ihr Schicksal zu ändern.
Es ist ein magischer Auftakt mit vielen kreativen Ideen, der ein bisschen schaurig ist, schließlich spielt die Handlung auch an Halloween, und in der es um eine Heldin geht, die, in all den Wirren der Unwissenheit, nach Antworten sucht. An ihrer Seite ist ein verspielter Gargoyle namens Pumpkin. Irgendwann im Buch gibt es eine nicht ganz unvorhersehbare Wendung, der dann einige Enthüllungen folgen. Besonders gut fand ich das spannende Ende, was mit einem dramatischen Wahrheit überrascht. Das macht Lust auf die Fortsetzung, denn die Buchidee ist spannend umgesetzt, spielt in einer atmosphärischen Kulisse von New London und Metty Jones ist eine wunderbare Heldin.











