Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Caroline :
Diamonds For Love - Verhängnisvolle Liebe von Layla Hagen
Erst aus London zurück gekommen, verletzt sich Max Bennett am Knie und muss eine Physiotherapie machen, um die Verletzung richtig auszuheilen.
Zu seiner Überraschung entpuppt sich seine Therapeutin als eine Freundin aus Kindheitstagen. Emilia Campell wohnte einige Zeit neben den Bennetts und durch einen Zufall entwickelte sich zwischen Max und Ems eine tiefe Freundschaft, die leider ein jähes Ende nahm, als Emilia mit ihrer Großmutter fort zog.
Nun ist sie zurück in der Stadt und Max kann es kaum glauben, zu welch wunderschönen Frau Emilia geworden ist. Sofort schwelgen die beiden in Erinnerungen an gute Tage. Emilia arbeitet hart, um ihre Großmutter, die leider an Demenz erkrankt ist, adäquat zu versorgen.
Trotz dieser großen Verantwortung ist sie freundlich, witzig und hilfsbereit. Charakterzüge, die Max unheimlich attraktiv findet. Zwischen ihnen knistert es gewaltig, aber beide wollen ihre gute Freundschaft, die gerade wieder erblüht nicht gefährden.
Die Familie Bennett ist begeistert, dass Emilia wieder auf der Bildfläche erschienen ist. Die Kupplerin Pippa erhält scheinbar eine weitere Chance und die neuen adoptieren Bennetts helfen mit aller Kraft, um Max und Emilia ein Happy End zu verschaffen.
Wie hat es mir gefallen?
Die Familie Bennett ist mir ans Herz gewachsen. Ich freue mich immer, wenn es eine neue Geschichte gibt und ich bin froh, dass es so viele Geschwister gibt.
Max arbeitet ebenfalls für Bennett Enterprises. Bis vor kurzem war es seine Aufgabe in England den Markt zu erobern und nun wohnt er wieder in San Francisco. Sein Berufsleben nimmt er ernst. Privat ist er viel lockerer, lässt fast nichts anbrennen und weiß um seine Qualitäten. Eine richtige Beziehung oder die richtige Frau hat er noch nicht getroffen. Gesucht hat er sie allerdings auch nicht.
Emilias Leben gestaltet sich durch die Krankheit ihrer Großmutter um einiges härter. Sie versucht ihren Beruf und die Versorgung unter einen Hut zu bringen. Das ringt ihr jeden Tag alle Energie ab. Sie hadern nicht mit dem Schicksal sondern ist dankbar für die Zeit ihr noch mit ihrer Oma bleibt.
Als Max wieder in ihrem Leben auftaucht, erhellt sich ihr Alltag. Sie erinnert sich gerne an die Zeit mit Max und seiner Familie. Vor allem, da Max ihr großer Held aus Kindheitstagen ist. Nun ist er kein Junge mehr, sondern ein Mann, der die Blicke der Frauen auf sich zieht, oft und gerne lächelt und für jeden Scherz zu haben ist. Ein Kumpel, der tiefere Gefühle in ihr weckt. Sie braucht aber dringend einen guten Freund und keinen Liebhaber, obwohl ihr dieser Gedanke nicht unangenehm ist.
Jedes Buch dieser Reihe von Layla Hagen ist für mich Wohfühllektüre pur. Ich liebe es in diese Welt einzutauchen. Die Beziehung zwischen den Geschwistern finde ich erfrischend positiv. Der Zusammenhalt berührt mich und begeistert mich, da ich selbst keine sehr große Familie habe.
Bald erscheint Band 5, auf den ich Sehnsuchtsvoll erwarte.
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Verliert Cass den Verstand?
Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld von B.A. Paris
In einer stürmischen, regnerischen Nacht nimmt Cass mit ihrem Auto eine Abkürzung, um schnell nach Hause zu gelangen. An einem kleinen Parkplatz sieht sie ein anderes Auto und erkennt darin eine Frau. Sie hält an, um im Rückspiegel zu beobachten, ob die Frau ihr Zeichen gibt, dass sie Hilfe braucht.
Nachdem keine Reaktion erfolgt nimmt sie ihren Weg wieder auf. Einen Tag später erfährt Cass aus den Nachrichten, dass eine Frau ermordet aufgefunden wurde. Es werden Zeugen gesucht, doch Cass schämt sich und deshalb erzählt sie niemanden davon, dass sie an dem Auto und der Frau vorbeigefahren ist, ohne zu halten oder zu helfen.
Bald danach erhält sie anonyme Anrufe. Das Klingeln des Telefons ängstig sie unglaublich. Niemals spricht der Anrufer. Diese stummen Drohungen und ihre immer öfter auftretenden Erinnerungslücken bringen sie an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Ihr Mann Matthew steht ihr immer helfend zur Seite. Auch wenn er Probleme hat, ihre Angst im Zusammenhang mit den Anrufen natürlich nicht nachvollziehen kann.
Cass befürchtet, dass sie den Verstand verlieren wird oder der Mörder irgendwann bei ihr zu schlagen.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an der Verlag für das Rezensionsexemplar.
Im letzten Jahr habe ich von der Autorin „Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet“ begeistert gelesen. Eine Geschichte, die hauptsächlich im Kopf gesponnen wird und deren Ende einfach genial war.
So waren meine Erwartungen an das neue Buch recht hoch.
Es gibt eine Ähnlichkeit zwischen den beiden Geschichten. Vieles spielt sich im Kopf ab. Cass erzählt die Geschichte, somit ist der Leser immer bei ihr und verfolgt jeden noch so kleinen Gedanken. Cass ist mit Leib und Seele Lehrerin. Ihr Leben ist gut organisiert, doch ihre Angst und ihre Probleme mit dem Gedächtnis lassen sie langsam aber sich in sich zusammen fallen. Dies zu beobachten empfand ich ziemlich schlimm. Diesem schleichenden Verfall werden viele Seiten gewidmet. Kann beim Lesen als anstrengend empfunden werden, aber ich rate allen durchzuhalten.
Es kommt der Moment in dem alles einen Sinn ergibt und dann rasen die Seiten nur so dahin.
Ich gebe gerne zu, dass dieses Buch nicht ganz so gut war, wie „Saving Grace“. Ich habe es dennoch gerne gelesen. Was mir bei beiden Geschichten gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Leser alle Schritte gemeinsam mit der Hauptprotagonistin macht. Wir erleben alles, leiden mit ihr mit, ärgern uns und hoffen.
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Spannend, actionreich und auch romantisch - Venedig kurz vor Ende des 2. Weltkriegs
Im Schatten von San Marco von Cruz Smith Martin
Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs entdeckt der Fischer Cenzo Vianello im Meer vor Venedig den Körper einer jungen Frau. Zuerst glaubt er, dass sie tot im Wasser treibt, doch Guilia erweist sich als sehr zäh. Sie kann gut schwimmen und ist am Ende ihrer Kräfte. Er rettet sie aus den Fluten und versteckt sie, während sein Fischerboot von einem Patrouilleschiff durchsucht wird.
Anschließend müssen sie sich verstecken und da begeht Cenzo einen folgenschweren Fehler.
Guilia ist Jüdin. Gemeinsam mit ihren Eltern versteckte sie sich in einem Krankenhaus. Doch das Versteck wird verraten und alle außer Guilia werden deportiert.
Cenzo macht sich natürlich Gedanken, wie es mit der jungen Frau weitergehen soll. Nachdem er sich entschlossen hat, ihr zur Flucht zu verhelfen, überschlagen sich die Ereignisse. Cenzo gerät zwischen die Fronten, von Deutschen, Schwarzhemden und Partisanen.
Wie hat es mir gefallen?
Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen und möchte mich herzlich dafür bedanken. Dieses Mal habe ich sehr lange gebraucht, um mich der Geschichte zu widmen. Zwei Mal habe ich abgebrochen, weil ich mich einfach nicht auf das Buch konzentrieren konnte.
Nun endlich war die Zeit reif.
In diesem Buch begeben wir uns auf eine Zeitreise nach Venedig und an den Gardasee kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Welt liegt in Trümmern. Die deutschen Besatzer ziehen sich überall langsam zurück und dennoch verbreiten sie immer noch Terror. Die italienischen Faschisten halten verzweifelt an ihrer Macht fest. Dieses Durcheinander und das Machtvakuum sind höchst explosiv.
In dieser angespannten Situation findet Cenzo die junge Guilia. Eine Jüdin, die auf der Flucht ist. Die zwei könnten nicht unterschiedlicher sein. Cenzo ist Fischer aus vollstem Herzen. Er versteht sein Handwerk. Guilia dagegen ist akademisch hoch gebildet. Sie spricht drei Sprachen und zitiert Byron.
Mit der Rettung verbinden sich ihre Schicksale. In den Wirren der letzten Kriegstage werden sie in ein Netz auch Spionage, Verrat und Täuschung verwickelt, das an Action und Spannung kaum zu überbieten ist.
Es ist nicht möglich diesen Roman in die Schublade des Genres zu stecken. Neben den Spannungselementen, kommt auch die Romantik nicht zu kurz ohne jedoch ins Kitschige abzugleiten.
Mir war der Autor bisher nur bekannt durch „Gorki Park“ und einige andere Krimis. Sein Ausflug ins historisch, spannende Genre ist ihm gelungen.
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Eine tolle Liebesgeschichte mit aktuellen Themen
The Ivy Years - Was wir verbergen von Sarina Bowen
Das Chaos ihrer Familie hinter sich lassend, zieht Scarlet einen dicken, fetten Strich zu ihrer Vergangenheit. In Harkness möchte sie sich dem Studium widmen, um so wieder Ordnung ins Leben zu bringen. Um nicht doch erkannt zu werden, gibt sie sogar ihren geliebten Sport auf. Denn im Eishockey ist sie ein Ass.
Genauso ergeht es Bridger. Er lässt seine größte Leidenschaft hinter sich, um sie total aufs Studium und seine Arbeit zu konzentrieren. Er darf nicht auffallen, um sein größtes Geheimnis zu schützen. Seine Tage sind komplett durchgeplant. Für Ablenkungen bleibt ihm keine Zeit.
Scarlet und Bridger besuchen einen Kurs gemeinsam und merken recht bald, dass sie sich gut verstehen. In ihrer spärlichen Freizeit lernen sie zusammen und kommen einander immer näher.
Beiden ist allerdings auch klar, dass sie ihre Geheimnisse hüten müssen. Doch kann eine beginnende Liebe solch großen Widerständen standhalten?
Wie hat es mir gefallen?
Wie bereits bei Teil 1 „Bevor wir fallen“ nimmt sich die Autorin zweier recht sensibler und brandaktueller Themen an. Sie verknüpft diese mit einer Liebesgeschichte, die zwei unglaublich sympathische Figuren in den Mittelpunkt stellt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen oder mit einem erhobenen Zeigefinger zu wedeln.
Mit Bridger hat Sarina Bowen einen wahren Glücksgriff getan. Er ist eine Seele von einem Menschen. Er stellt das Wohl anderer immer an erste Stelle. Seine Loyalität kennt keine Grenzen. Er gibt sein letztes Hemd, um zu retten, was zu retten ist. Keine Hürde ist ihm zu groß, um sie zu überwinden.
Bei Scarlet hatte ich anfangs recht gespaltene Gefühle. Sie war recht unnahbar, aber mit Fortgang der Geschichte konnte ich verstehen, warum sie solche dicken Mauern um sich gezogen hat. Ihre familiäre Situation hat sie geprägt und extrem vorsichtig gemacht.
Wenn Scarlet und Bridger zusammen sind, kann man als Leser erkennen, welche „richtigen“ Menschen hinter all der Abwehr stecken. Sie lassen für kurze Zeit die Masken fallen. Diese Momente bringen auch kleine Stücke der Wahrheit ans Licht.
Den einzigen Kritikpunkt vergebe ich für das Ende. Ohne zu spoilern, ist es nicht möglich genauer zu erklären, warum es mir nicht so gut gefallen hat.
Ganz zum Schluss noch ein Kompliment für den Titel, der sehr passend und gut gewählt ist.
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Ein tiefer Einblick in die religöse Geschichte Venedigs. Unterstützt mit vielen wundervollen Fotos.
The Ivy Years - Was wir verbergen von Sarina Bowen
Immer wieder lande ich mit meinen Büchern in Venedig. Begonnen hat die Liebe zu dieser Lagunenstadt mit Donna Leons Commissario Brunetti. 2007 durfte ich dann das erste Mal in Venedig einige Tage verbringen und seither zieht es mich auch beim Lesen regelmäßig dorthin.
Dieses Mal hat mir der claudius Verlag ein wunderschönes, aber für mich sehr untypisches Rezensionsexemplar zu kommen lassen.
Ich möchte mich nochmals herzlich bedanken.
Mit Italien verbinde ich automatisch den Katholischen Glauben. Natürlich weiß ich, dass der Vatikan ein eigenständiger kleiner Staat ist und damit unabhängig, aber Italien und der Papst gehören für mich einfach zusammen.
Ich bereite mich gerne auf meine Stadtbesuche vor. Dabei versuche ich mich auch auf die geschichtlichen Hintergründe zu informieren, aber bei meinem ersten Aufenthalt konzentrierte ich mich auf typisch „touristische Dinge“ und erst später entdeckte ich zB das jüdische Venedig und die damit verbundenen Probleme.
Nun war es Zeit einen neuen Blickwinkel auf Venedig zu werfen und damit beginnt für mich die Planung eines neuen Besuchs. Die Fotos und die unglaublich vielen neuen Informationen fielen bei mir auf fruchtbaren Boden.
Die Reformation breitete sich für damalige Verhältnisse rasend schnell über Europa aus. Der Buchdruck begünstigte selbstverständlich die Verbreitung der neuen Lehren. Überall stießen die Ideen auf heftigen Widerstand in den oberen Schichten. Venedig machte dabei keine Ausnahme.
Dieses Buch beschränkt sich nicht auf diese Zeit sondern verfolgt die Ausbreitung, den Kampf gegen und für die neue Religion. Es endet damit, dass sich in Venedig noch etliche andere Glaubensrichtungen etablieren.
Besonders beeindruckt haben mich die wundervollen Fotos, die nicht das touristische Venedig zeigen, sondern auf Grund der Erklärungen in die historischen Geschehnisse eingebunden werden.
Ich bin evangelisch getauft, geschichtlich interessiert und mit diesem Buch konnte ich mein Wissen rund um die Reformation erweitern und lose Fäden verbinden.
Ich freue mich sehr auf meine nächste Reise nach Venedig. Ich werde hoffentlich viele Geheimtipps wiederfinden und mich auf diese ungewöhnlichen Spuren begeben.
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Tell me three things von Julie Buxbaum
Als Jessies Vater ihr verkündet wieder geheiratet zu haben, bricht ihr gewohntes Leben in sich zusammen. Denn sie übersiedelt von Chicago nach L.A. und lässt ihre beste Freundin Scar, ihre Schulfreunde und das Grab ihrer Mutter zurück.
Ihr neues zu Hause mit ihrer Steifmutter Rachel und ihrem Stiefbruder Theo zeigt sich sehr luxuriös, aber recht abweisend.
Auch die neue Schule erweist sich große Herausforderung. Sie erhält Unterstützung von ungewöhnlicher Seite: ein anonymer Freund schickt ihr eMails, um ihr Tipps zu geben, wie sie die Hürden im täglichen Schulalltag besser meistern kann.
Langsam knüpft sie neue Freundschaften. Natürlich möchte sie das Geheimnis, wer hinter „Somebody/Nobody steckt, aufdecken. Ihr Projektpartner Ethan lässt ihr Herz schneller schlagen, obwohl er meist recht zurückhaltend und manchmal sogar regelrecht abweisend ist.
Jessie richtet sich in ihrem neuen Leben ein, aber ihr Heimweh nach Chicago ist immer noch groß und scheint übermächtig zu sein.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Ich habe die Autorin Julie Buxbaum bereits vor ein paar Monaten mit ihrem Buch „Mein Herz in allen Einzelteilen“ kennengelernt. Ich fand die Geschichte richtig toll. Ihren Namen werde ich so schnell nicht vergessen.
In dieser Geschichte verbindet die Autorin einige sensible Themen zu einer gelungenen Mischung.
Jessies Leben wird völlig auf den Kopf gestellt. Nach dem Tod ihrer Mutter gibt es nur noch sie und ihren Vater, der hart arbeitet, um über die Trauer hinwegzukommen. Jessie stellt nicht viele Ansprüche an ihn, aber die überraschende Hochzeit mit Rachel wirft sie aus der Bahn. Der Neuanfang in L.A. entzweit die beiden noch mehr. Jessie fühlt sich einsamer denn je.
Die mysteriösen Nachrichten halten sie auf Trab und holen sie aus ihrem Schneckenhaus. Der geheime Schreiberling drängt sie bestimmte Dinge zu tun, um ihr über die ersten furchtbaren Tage an der Highschool zu helfen. Ihre doch recht seltsame Beziehung hält sich und intensiviert sich. Natürlich möchte Jessie unbedingt wissen, wer dahinter steckt.
Es war amüsant ihre Vermutungen zu verfolgen. Welche Begründungen sie als zutreffend erachtet und welche sie wieder verwirft.
Nicht nur die Suche konnte mich fesseln, sondern auch die unterschiedliche Trauerverarbeitung von Vater und Tochter waren spannend zu lesen. Selbst die Stieffamilie war in ihrer eigenen Trauer gefangen und versucht verzweifelt einen Weg aus diesem Strudel.
Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, die auch für Erwachsene geeignet ist. Sie erschafft glaubwürdige Figuren, die einem ans Herz wachsen.
Wie bereits in „Mein Herz in allen Einzelteilen“ überzeugte mich der Schreibstil und die Handlung.
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Es soll nicht belasten, sondern bestärken
Jahrhundertzeugen von Pröse Tim
18 Zeitzeugen erinnern sich an eine dunkle Zeit in ihrem Leben.
Tim Pröse hat in langer Recherchearbeit unzählige Fakten zusammengetragen. Er suchte und fand Menschen, die sich offen und im Geheimen gegen den totalitären Staat stellten. Sie überlebten oder wurden zu Opfern eines monströsen Machtapparats.
Dem Vorwurf, dass wir schon genug über diese Zeit, über die Gräueltaten gehört hätten, möchte ich entgegnen, dass die Welt gerade heute wieder positive Vorbilder braucht. In diesem Fall Menschen, die sich ihren Werten und ihren Moralvorstellungen verpflichtet fühlten, ungeachtet aller Konsequenzen.
Wie zum Beispiel Hans und Sophie Scholl, deren christlicher Glaube bis zu ihrem Tod unerschütterlich blieb. „Die Weise Rose“ lebt heute noch und erinnert an die Geschwister. Der Autor begibt sich in München und Bayern auf Spurensuche.
Widerstand in den deutschen Reihen regte sich häufiger als allgemein bekannt. Graf von Staufenberg ist einer der berühmtesten. Mit ihm wurden Klaus von Dohnany, Baron von Boeselager und andere in einem furchtbaren Schauprozess schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Georg Elser dagegen erfuhr erst sehr späte Genugtuung. Ein einfacher Schreiner, der schon bald erkannte, dass dieses Regime gestürzt werden muss. Erst knapp vor Ende des 2. Weltkriegs am 9. April 1945 wurde er exekutiert. Seine zeitlose Botschaft Seite 195 „Ich bin ein freier Mensch gewesen … Man muss machen, was richtig ist. Wenn der Mensch nicht frei ist, stirbt alles ab.“
Tim Pröse vergisst nicht auf die „kleinen“ Helden. Mit Kurt Keller kehrt er zurück an den Omaha Beach und zum 6. Juni 1944. Ein Massaker, der ganz anderen Art. Hans Erdmann-Schönbeck erzählt von der Hölle von Stalingrad.
Ich denke, jeder der sich jemals mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, kennt Oscar Schindler. Ein Lebemann, Frauenheld, Alkoholiker und Kriegsgewinnler. Aber auch sein Gewissen meldete sich und mit seiner Frau Emilie rettet er 1200 Juden. Steven Spielbergs Film ging in die Geschichte ein.
Eine ähnliche Überlebensgeschichte erzählt Jurek Rotenberg. Sein Retter hieß Berthold Beitz. 1500 jüdische Arbeiter versorgte und versteckte er mit seiner Frau. Nach über sieben Jahrzehnten treffen die beiden sich wieder.
Viele Einzelschicksale beleuchtet der Autor hier. In einem so unglaublich komplexen, widerwärtigen Krieg gab es Lichtblicke der Menschlichkeit. Diese konnten jedoch fatale Folgen haben, die allen Beteiligen gegenwärtig waren. Dennoch riskierten sie alles, nicht nur ihr eigenes Leben sondern oft auch das ihrer Familien. Sippenhaft war dem SS Regime nicht unbekannt.
Ich möchte Tim Pröses Worte auf Seite 19 entlehnen:
„Die Sehnsucht nach solchen Vorbildern und ihren Idealen ist heute wieder groß, da viele Ohnmacht und Angst verspüren, weil morgen schon nicht mehr gilt, was gestern noch gewiss war. Das Vertrauen in die Politik schwindet immer mehr, Verfolgte fliehen nach Deutschland, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keimen wieder einmal auf, der Terrorismus breitet sich aus, und neue Kalte Kriege drohen. In solchen Zeiten haben die „Jahrhundertzeugen“ eine Botschaft, ein Vermächtnis weiterzugeben. Es soll nicht belasten, sondern bestärken.“
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Collegeliebe mit Hindernissen
Between us von Julianna Keyes
Eine Anzeige für ein WG-Zimmer nahe des Colleges bringt Nora in ein kleines schmuckes Häuschen, das auf den ersten Blick nahezu perfekt wirkt. Nach dem Klingeln wünscht sie sich allerdings weit weg, denn Kellan Burnhams größter Frauenmagnet öffnet ihr die Türe. Sofort erinnert sie sich an den One-Night-Stand, doch ihm scheint jede Erinnerung daran zu fehlen.
Kellan überzeugt sie davon, sich das Zimmer und den Rest genauer anzusehen. Er sucht ihre Unterstützung in seinem Vorsatz, weniger zu feiern, dafür mehr zu lernen. Seine Ernsthaftigkeit überzeugt Nora und die Wohngemeinschaft ist besiegelt.
Noras guter Vorsatz sich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren, steht mit Kellan und vor allem seinem besten Freund Crosbie unter keinem guten Stern. Im letzten Semester feierte sie ein paar Mal zu heftig, eine Verhaftung war die Folge. Ihr Motto lautet nun: Volle Konzentration aufs Lernen, keine Ablenkungen erlaubt, schon gar nicht von Crosbie, der ihr bald unter die Haut geht.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an die „Lesejury“ für das Rezensionsexemplar und die gelungene Leserunde.
Die Leseprobe machte mich auf die Geschichte neugierig.
Noras Entscheidung ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, fand ich gut nachvollziehbar. Sie zog aus ihren Erfahrungen der letzten Monate mit Verhaftung und Sozialstunden eindeutig ihre Lehren.
Ihr Focus liegt nun voll und ganz auf ihrem Studium und ihrem Studienerfolg.
Als sie bei Kellan einzieht, scheint sich ihr guter Vorsatz in Lauf aufzulösen. Sein Ruf als Womanizer eilt ihm voraus. Der vergessene One-Night-Stand trägt auch nicht zu ihrem Seelenfrieden bei. Die gemeinsame Wohnung bleibt Partyfreie Zone. Nur Corsbie taucht hin und wieder auf und bringt Nora durcheinander.
Crosbies erster Eindruck täuscht. Seine Liste mit Eroberungen – Crosbabes genannt – ziert zwar eine Wand an der Frauentoilette, aber Kellans übertrumpft diese um Längen. Nur wenige kennen den jungen Mann genau. Nora ist eine der Wenigen, die einen tieferen Blick auf ihn werfen. Zwischen ihm und Nora entsteht eine Freundschaft, die bald schon tiefer geht, mit ein paar Hürden, die den Weg verstellen.
Neu erfunden hat die Autorin dieses Genre mit dieser Geschichte natürlich nicht. Ein paar gute Lesestunden beschert das Buch auf jeden Fall. Einen besonderen Aspekt zeigt die Story auf: Wie unterschiedlich Frauen und Männer immer noch behandelt werden. Nora erfährt auf Grund ihres Verhaltens eine für mich ungleich härtere Strafe, als ein Mann in der gleichen Situation. Eine Namensliste, die eine Toilettenwand ziert, ist wohl nur für einen Mann eine Trophäe.
Ich fühlte mich gut unterhalten und werde die Reihe im Auge behalten, denn im nächsten Band geht es um Kellan, dem ich einen genialen Gegenpart wünsche.
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Eine Geschichte, die nicht am Anfang beginnt
Between us von Julianna Keyes
Stell dir vor es klingelt an der Tür und du machst auf. Vor dir steht dein Mann, der seit acht Jahren keine Rolle in deinem Leben spielt. Genau das passiert Jennifer. Bruno will sofort die Scheidung, denn er möchte wieder heiraten. Da die Gesetzeslage in Spanien anders ist, soll Jennifer alles Stehen und Liegen lassen, um eine Unterschrift zu leisten.
Jenny denkt nicht daran, ihrem Ex diesen Gefallen einfach so zu tun. Genau deshalb hat sie damals nach einer spontanen Hochzeit, die Flucht ergriffen. Zwei Monate hielt die Ehe mit Bruno de Verteuil, einem erfolgreicher Winzer. Ihm verfiel die 21jährige Jennifer vom ersten Moment an. Als er jedoch von ihr verlangte in Spanien zu bleiben, um ihn auf dem Weingut zu unterstützen, blieb ihr keine andere Wahl als nach Kanada zurückzukehren. Ihr Studium und ihre beruflichen Plänen wollte sie unter keinen Umständen aufgeben.
Bruno kann sehr überzeugend sein. So fliegt Jenny mit ihm gemeinsam wieder nach Spanien. Die Gegend rund um das Weingut erweckt Erinnerungen. Gut wie auch Schlechte. Die Vergangenheit fest eingeschlossen, stellt sie sich der neuen Situation.
Wie hat es mir gefallen?
Ich weiß nicht mehr genau, wo ich dieses Buch entdeckt habe. Mir gefiel auf Anhieb das Cover und der Klappentext. Danke an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
Bereits in der Kurzbeschreibung fand ich die Ausgangssituation ansprechend. Warum endet eine spontane Hochzeit in so einem Desaster? Die Antwort auf diese Frage beantwortet Suzanne Roy mit einer sehr lebendigen weiblichen Hauptfigur. Bei Jennifer fand ich viel von mir selbst. Ich hätte ähnlich reagiert wie sie, als ihr Ehemann unglaubliche Forderungen stellt. Dieser Überfall und die darauf folgenden Aktionen haben die Furie geweckt. Ihrem Plan, Bruno ein wenig auflaufen zu lassen, konnte ich nichts abgewinnen. Freute mich aber schon auf die Umsetzung.
Langsam erfährt der Leser Einzelheit zu dieser wilden Liebe. Zwar nicht in dem Umfang, den ich erhoffte, aber genug, um zu begreifen, warum Jennifer wild um sich schlägt und manchmal recht rigorose Handlungen setzt. Obwohl sie sich in den acht Jahren von einer jungen, impulsiven zu einer ernsthaften Frau verändert.
Zu Beginn fand ich Bruno sehr übergriffig. Nicht im körperlichen Sinn, aber in seinem Benehmen gegenüber seiner Noch-Ehefrau. Erst im Laufe der Story erklärt sich seine forsche Herangehensweise zumindest zum großen Teil.
Einen Zusatzpunkt vergebe ich für das Setting. Katalonien/Spanien als Handlungsort eines Liebesromans ist mir noch nicht sehr oft untergekommen. Dieses Weingut mit Blick aufs Meer und der Abgeschiedenheit überzeugte mich.
Mein Fazit zu dem Buch lautet wie folgt: Die Geschichte setzt an einem ungewöhnlichen Punkt an. Jennifer und Bruno haben acht Jahre lang keinerlei Kontakt. Sie entwickeln sich beide unabhängig voneinander. Wobei Jennifer sich ungleich mehr verändert. Mit einundzwanzig Jahren fehlte es ihr damals an Lebenserfahrung. Nach einem erfolgreich absolvierten Studium und dem Aufbau einer aufstrebenden Werbeagentur ist sie an diesen Aufgaben gewachsen.
Bei Bruno sind die Entwicklungen sehr subtiler zu beobachten. Er öffnet sich nur langsam und zeigt seine veränderten Seiten in kleinen Dosen.
Zum Cover möchte ich noch erwähnen: Es ist wunderschön gestaltet. Es macht Lust das Buch zu lesen, aber warum muss die Frau brünett sein?? Jennifer ist eindeutig blond und das spielt auch eine kleine Rolle?
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Ein Blicks ins Teenagerleben von heute - auch für ältere Semester geeignet
Solitaire Roman von Oseman Alice
Victoria Spring, genannt Tori ist eine typisch 16jährige. Vielleicht aber auch nicht. Ihr täglicher Gang in die Schule gleicht einem Zwang, dem sie nicht entkommen kann. Jeder Tag gleich dem vorher gehenden. Ihre Freunde entgleiten ihr immer mehr.
Nach den Weihnachtsferien überstürzen sich die Ereignisse.
Die zwei neuen Schüler Michael und Lucas suchen auffällig oft ihre Nähe. Eine geheimnisvolle Organisation, die sich selbst Solitaire nennt, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Sie hackt sich ins Computersystem der Schule, um seltsame Post auf einem Blog zu veröffentlichen.
Tori interessiert sich wenig dafür. Warum sollte sie auch? Veränderung wird auch dieses Phänomen nicht bringen. Ihre Ängste und Sehnsüchte kennt kaum jemand. Die Welt nimmt sie verzerrt, über das Internet wahr. Eine Jugendliche, die eine unglaubliche Traurigkeit in sich trägt.
Wie hat es mir gefallen?
Ich habe meine Teenagerzeit schon ein paar Jahre hinter mir gelassen. Ich kann mich noch flüchtig daran erinnern und deshalb hat mich dieses Buch gereizt.
Tori ist ein Teenager, der scheinbar kaum aus dem Schneckenhaus zu locken ist. Sie ist nicht schüchtern oder zurückhaltend. Sie kann sich zu nichts aufraffen und erscheint depressiv. Der Leser folgt Tori ständig und ist ihr somit sehr nah. Sie hat das Gefühl unter dem Erfolgsdruck, den Erwartungen und der Zukunftsplanung zu zerbrechen. Sie schafft es kaum aus dem Bett, welches sie eigentlich nicht verlassen möchte. Auf ihrem Blog schreibt sie über ihr leeres und scheinbar sinnloses Leben. Selbst mit ihrer besten Freundin Becky verbindet sich nichts mehr. Tori glaubt fest daran, dass alle nur Masken tragen, um ihr wahres Gesicht zu verbergen.
Selbst als Michael zu ihr Kontakt aufnimmt, gelingt es Tori nicht ihre Melancholie abzuschütteln. Die Schwermut, die sie umgibt, ist nicht nur auf ihr Alter zurückzuführen. In ihrer Familie brodelt ein ständiges Feuer rund um ihren Bruder Charlie.
Als Solitaire auf den Plan tritt, regt sich kurzfristig Interesse an diesem ungewöhnlichen Projekt. Für mich war dieses zu Beginn nicht nachvollziehbar aber ohne diese Einmischung von außen fehlt die Initialzündung, um die Geschichte in Bewegung zu bringen.
Ich mochte das Buch. Mir gefiel die Sprache und der Schreibstil. Ob es sich mit „Der Fänger im Roggen“ vergleichen lässt, lasse ich unkommentiert.
Tori als Hauptfigur fand ich auch gelungen. Sie lässt uns tief in ihr Gedanken blicken – ohne Filter und oft auch ohne Rücksicht auf Verluste. Die Geschichte ihres Bruders prägt sie. Da komme ich auch schon zu einem meiner größten Kritikpunkte. Ich hätte gerne so viel mehr über Charlie erfahren. Im Laufe der Story werden hin und wieder Stücke seines Schicksals, seiner Krankheit ausgestreut. Über Michael und Lucas hätte ich auch gerne mehr gelesen. Vor allem Michael schien ein ungewöhnlicher, interessanter Charakter zu sein.
Die Geschichte zeigt einen kurzen Zeitraum im Leben eines 16jährigen Teenagers, der am Weltschmerz zu zerbrechen droht. Ein Schmerz, den wir alle kennen und überwinden konnten.
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