Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Caroline :
Ein Jugendbuch gegen das Vergessen
Das Mädchen im blauen Mantel von Monica Hesse
Amsterdam im 2. Weltkrieg. Die Deutschen haben das Land voll im Griff. Die Deportationen von Juden laufen im großen Stil an. Auch die holländische Bevölkerung leidet unter dem Krieg und der Besatzung. Schwarzhändler riskieren ihr Leben, um wichtige Dinge des alltäglichen Lebens zu organisieren.
Hanneke versorgt so ihre Eltern.
Beide wissen nichts von ihrer gefährlichen Arbeit. Sie hat ihre fixen Kunden und eines Tages bittet eine dieser Kundinnen sich auf die Suche nach einem jungen Mädchen Mirjam zu machen. Nur zögernd nimmt sie diesen Auftrag an. Diese Aufgabe erweist sich als sehr schwierig. Denn das Mädchen ist Jüdin. Sie zu verstecken, bedeutet den Tod für die Helfer, wenn sie erwischt werden. Deshalb ist auch die Suche gefährlich. Während sie Informationen sammelt, trifft sie auf den holländischen Widerstand und damit auch auf Ollie. Der Bruder von Bas, Hannekes Freund, der an der Front gestorben ist. Die Erinnerungen an Bas bringen sie dazu über grundlegende Dinge nachzudenken und wichtige Entscheidungen zu treffen.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Belegexemplar. Nachdem ich vor kurzem „Karolinas Töchter“ gelesen habe, entdeckte ich dieses Buch und der Klappentext hat mich in seinen Bann gezogen.
Das Buch spielt in einer sehr dunklen Zeit, die niemals vergessen werden darf. Die Autorin verwebt tatsächliche Geschichte mit einer fiktiven.
Hanneke trotz der deutschen Besatzung, in dem sie ständig gegen die Vorschriften verstößt, indem sie am Schwarzmarkt Dinge besorgt, die kaum mehr zu bekommen sind. Sie sieht sich selbst als kleines Rädchen und als Ein-Frau-Widerstand gegen die Nazis. Sie tut was getan werden muss, um ihre Eltern zu versorgen. Sie verschließt die Augen vor dem Offensichtlichen und erst als sie wieder auf Ollie, der im Widerstand tätig ist, erkennt sie Zusammenhänge und geht neue Risiken ein.
In die wahren historischen Tatsachen wird eine gefährliche Suche nach einem jüdischen Mädchen verwoben. Das Jugendbuch wagt sich auch an sehr sensible Szenen, die berühren und das Leben damals recht gut beschreiben.
Es muss aber klar sein, dass es sich hierbei wirklich um ein Buch aus dem Genre Jugendbuch handelt. Die Sprache ist nicht sehr kompliziert, aber eindringlich. Eine Geschichte, die einen kleinen Einblick in die Zeit des 2. Weltkriegs gibt und vor allem die Schreckensherrschaft der Nazis zeigt. Für junge Menschen, die beginnen sich für diese Zeit zu interessieren, kann ich dieses Buch empfehlen. Ich selbst bin der Zielgruppe ein paar Jahre entwachsen, aber ich lese solche Bücher immer noch, denn ich finde es immer noch wichtig, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird.
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Die Bären sind los ...
Age of Trinity - Silbernes Schweigen von Nalini Singh
Seit dem Ende von Silentium verändert sich die Welt. Endlich arbeiten Menschen, Gestaltwandler und Mediale zusammen. EmNet (Emergency Network) geleitet von Silver Mercant ist ein Verbindungsglied zwischen den Rassen und organisiert Hilfe wenn Not am Mann ist.
Aber nicht alle können oder wollen mit diesen Neuerungen Schritt halten.
Im Hintergrund werden Fäden gezogen, um den Hass zwischen den Rassen zu schüren. Ein hinterhältiger Mordanschlag auf Silver bringt sie dazu, sich im Bärenrudel StoneWater unter dem Alpha Valentin zu verstecken. Hinter dem netten Angebot des Alphas steckt natürlich auch ein sehr persönliches Interesse. Der Mann Valentin als auch sein Bär fühlen sich von der Medialen magisch angezogen. Es reizt ihn, sie aus der Reserve zu locken. Er erkennt, dass in ihr eine starke Frau steckt, die eines Alphas würdig ist. Damit beginnt ein Spiel zwischen einem Alpha Bären, der versucht ein Gentleman Bär zu sein und einer Medialen, die in Silentium aufgewachsen ist.
Wie hat es mir gefallen?
Wer mich kennt, weiß, dass ich hier einfach nicht objektiv sein kann. Ich liebe die Autorin – nicht erst seit ich sie in Berlin bei der LLC 2012 persönlich kennen lernen durfte.
Nalini Singhs Schreibstil überzeugt mich auch dieses Mal. Man erkennt, dass sie ihre Figuren liebt und ihr die Welt am Herzen liegt. In dieser Geschichte wurde mir wieder einmal richtig bewusst, welche Gräben es zwischen den Menschen, Gestaltwandlern und Medialen gab. Erst durch den Fall von Silentium begannen die Rassen zusammen zu arbeiten.
In den letzten Büchern wandelte sich die Welt bereits und nun unter Trinity versuchen die Mitglieder aller Parteien die Vorurteile zu entkräften. Vor allem die Führer der Menschen trauen dem Frieden noch nicht. Zu oft wurden sie von den Medialen betrogen oder sogar ihre Gehirne völlig zerstört, um so die Ideen zu stehlen.
Ergänzt wird der Handlungsstrang noch durch im Dunkel liegende Personen, die die neue Weltordnung nicht akzeptieren können und deshalb alles in ihrer Macht stehende tun, um diese zu torpedieren. Sie schrecken auch nicht vor Bombenattentate oder Mord zurück.
Als Leiterin von EmNet (Emergency Network) steht Silver Mercant im Focus der Öffentlichkeit. Valentin Nikolaev, Alpha Bär des StoneWater Rudels, vereitelt einen Mordanschlag auf Silver. Nur knapp kommt sie mit dem Leben davon. Valentin bietet ihr völlig selbstlos *haha* an, sich im Rudel zu verstecken, bis der Täter geschnappt wurde. Er ist fest entschlossen Silver zu verführen und sie zur Seinen zu machen. Ihm ist von Anfang an klar, dass sie ihm ebenbürtig ist.
Ich kann ehrlich sagen, dass ich ein absoluter Fan vom SnowDancer Alpha Hawke bin. Aber Valentin hat sich bereits in den ersten 30 Seiten in mein Herz geschlichen. Er ist sich seines Charmes äußerst bewusst und nutzt diesen Vorteil gnadenlos aus, aber niemals in böser Absicht. Er ist ein Alpha mit einem riesig großen Herz, das alle bis zum Tod verteidigen würde, die er liebt. Seine verspielte Art täuscht viele, denn es gibt einen schweres Geheimnis, das ihn peinigt und nicht loslässt.
Silver ist ein wichtiges Mitglied der Mercant Familie. Ihr Tod würde die Machtverhältnisse zum Wanken bringen. Sie selbst sieht sich nicht so wichtig, aber mit ihrer neuen Führungsrolle bei EmNet bekommt ihr Leben noch mehr Gewicht. Als sie im Rudel unter kommt, sieht sie, dass Familie und Rudel gar nicht so unterschiedlich sind.
Alte Bekannte wie Kaleb, Nikita. Ashaya und sogar Dorian tauchen, wenn auch nur kurz auf. Einen besonderen Platz hat Lucas Hunter, denn Valentin ist sich sicher, wenn Lucas Sascha zu seiner Gefährtin machen konnte, dann schafft das auch ein Bär Alpha, der ein Gentleman sein will, ein Bär eben, aber genauso listig wie eine Katze.
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Eine gelungene Kombination aus Geschichte und Cover
Animant Crumbs Staubchronik von Lin Rina
Mit ihren 19 Jahren sollte Animant schon verheiratet sein, aber sie wehrt sich sehr erfolgreich gegen die Verkupplungsversuche ihrer Mutter. Bei gesellschaftlichen Anlässen zieht sie meist ein Buch hervor und liest einfach. Ziemlich unhöflich, aber mit Tanz und sinnlosen Gesprächen kann Animant nichts anfangen.
Als ihr Onkel zu Besuch kommt und über ein Problem in der Bibliothek spricht, scheint Animants Stunde gekommen zu sein. Sie soll nach London, um dort die Assistentin des Bibliothekars zu werden. Zwar nur für einen Monat, aber sie nimmt sich vor, die Zeit zu genießen und viel zu lernen.
Der erste Tag in der wundervollen Bücherei wird zum Albtraum, denn der Leiter Mr. Reed bringt Animant fast zum Verzweifeln. Seine Anweisungen sind ungenau und ständig kritisiert er ihr langsames Arbeiten. Damit fordert er aber die junge Frau heraus und sie beschließt gegen alle Erwartungen anzukämpfen und durchzuhalten.
Wie hat es mir gefallen?
Dies war mein erstes Buch vom Drachenmond-Verlag. Ich danke meiner Freundin Sabine, die mir das Buch zu Weihnachten geschenkt hat. Sie hat sehr guten Geschmack bei der Auswahl bewiesen.
Die Geschichte spielt im England Ende des 19. Jahrhunderts. Animant lebt mit ihren Eltern, in einem sehr behüteten Elternhaus. Sie liebt ihren Lesesessel, versinkt gerne in Büchern. Sie ist niemals einsam obwohl sie oft alleine ist.
Als sie in London eintrifft und die Royal University Library betritt, glaubt sie sich im Himmel. Da dieser Ort den Männern vorbehalten ist, wird sie anfangs von den Studenten misstrauisch beäugt. Ihr Arbeitsalltag gestaltet sich anfangs schwierig, denn für Animant ist alles neu und ihr Chef Mr. Reed macht es ihr nicht gerade leicht. Er ist mürrisch und unhöflich. Ganz im Gegensatz zu Mr. Boyle, der über tadellose Manieren verfügt. Er findet ihr Neugier und Wissensdurst äußerst attraktiv und zeigt ihr sogar ein Luftschiff aus der Nähe. Ein Treffen auf einer großen Gesellschaft verläuft ebenso harmonisch und Animant glaubt schon ein paar Schmetterlinge in ihrem Bauch zu fühlen.
Ihr bisheriges Leben beschränkt sich völlig auf ihre Familie und vor allem ihre Bücher. All die Erlebnisse, Gefühle kennt sie nur vom Lesen und nun macht sie die Erfahrungen hautnah. Jeden Tag erlebt sie was neues, lernt neue Menschen kennen und überdenkt ihre bisherige Einstellung. In den Tagen und Wochen in London verändert sie sich. Die Erfahrungen machen aus ihr einen neuen Menschen.
Ihre ständigen Streitereien mit Mr. Reed sind äußerst amüsant zu lesen. Er lässt weder sie noch andere Menschen sehr nah an sich heran. Nur ganz langsam darf Animant hinter seine Maske schauen, die er nur ganz kurz fallen lässt. Was sie dort erkennen kann, gefällt ihr und sie wünscht sie mehr davon. Das lässt er jedoch nicht zu und so bleibt Animant nichts anderes übrig, als ihm ständig die Stirn zu bieten.
Neben den zwei Hauptfiguren Animant Crumb und Mr. Reed spielen vor allem Animants Tante und ihre Eltern eine größere Rolle. Ihr Bruder Henry braucht auch ihre Hilfe, um ein Problem zu lösen. Zusätzlich findet Animant noch eine ungewöhnliche Freundin. So ergibt sich eine gelungene Geschichte in historischem Ambiente.
Einen Kritikpunkt möchte ich jedoch anbringen. Schon im Klappentext wird eine ominöse mechanische Suchmaschine angekündigt. Diese kommt auch vor, hat jedoch nicht den Stellenwert, den ich mir erhofft und erwünscht habe.
Insgesamt jedoch ist das Buch sehr gelungen, denn mir gefielen vor allem die Figuren, ihre Veränderungen, ihr Wachsen und natürlich auch das Setting. Besonderes Augenmerk legt die Autorin auch auf die Rolle der Frau in der damaligen Zeit. Frauen aus gutem Hause arbeiteten nicht. Ihnen wurde angeraten eine gute Partie zu machen, Kinder zu bekommen und den Haushalt zu führen. Wie langweilig und vor allem wie deprimierend. Die ersten Universitäten für Frauen öffneten ihre Pforten. Zwar hatten diese noch keinen Zugang zu den großen Bibliotheken aber ein Weg wurde geebnet. Das war eindeutig ein sehr spannender und informativer Teil.
Besonders erwähnen möchte ich dieses Mal auch noch, das wunderschön gestaltete Cover. Die Silhouette der Frau in welcher sich die Bücherregale finden ist so unglaublich passend. Das Bild vervollständigt das Buch und wertet es noch zusätzlich auf.
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Eine Geschichte, die unendlich berührt
Karolinas Töchter von Ronald H. Balson
Chicago 2013:
68 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs möchte Lena Woodward, geborene Scheinmann endlich ein Versprechen einlösen. Sie will Karolinas Zwillinge finden. Dazu sucht sie sich Hilfe beim Ermittler Liam Taggart und seiner Frau, der Anwältin Cathrine Lockhart. Stück für Stück erzählt Lena ihre Geschichte, die in Polen in den 30iger Jahren beginnt.
Sie berichtet, wie Deutschland Polen überrollt und unter seine Kontrolle bringt. Da die Familie dem jüdischen Glauben angehört, gelten für sie auch alle Gesetze, die gegen jüdische Menschen erlassen werden. Als die Familie aus ihrem Haus vertrieben und auseinander gerissen wird, muss Lena jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen. Eine Jugendliche, die bisher behütet aufgewachsen ist und nun alleine in den Wirren des Krieges gefangen ist. Die Bedingungen verschärfen sich und gemeinsam mit Karolina, ihrer Freundin aus Kindheitstagen kämpft sie ums Überleben. Als Karolina schwanger wird und Zwillinge zur Welt bringt, wissen beide, dass den zwei Mädchen wahrscheinlich kein langes Leben beschert sein wird.
Wie hat es mir gefallen?
Mir fehlen die richtigen Worte. Ich befürchte, ich kann niemals genau beschreiben, warum ich diese Geschichte so beeindruckend fand.
Ein kleiner Exkurs:
Ich bin 1971 in Österreich geboren und 1988 war das Gedenkjahr „50 Jahre Einmarsch Hitlers in Österreich“ ein großes Thema. Meine Generation, ist die erste, die über den 2. WK unterrichtet wurde. Das Land begann damals seine Rolle neu zu überdenken. Neue Informationen über Mitläufer und Täter kamen ans Licht.
Da meine Mama aus Frankreich stammt, durfte ich noch eine andere Sichtweise kennenlernen. Gleichzeitig unterrichtete sie Geschichte und somit waren meinem Wissensdurst keine Grenzen gesetzt.
Ich wollte unbedingt wissen, warum es soweit kommen konnte, dass normale Menschen zu Monstern wurden und warum, die Bevölkerung sich nicht gegen dieses Regime auflehnte. Ich las unzählige Tatsachenberichte und auch Romane. Ich ging sogar soweit, in den Tiroler Archiven zu forschen, um Überlebende des Holocaust zu finden. Ich durfte ein paar persönlich kennenlernen und habe Geschichten gehört, die mich entsetzt, berührt und betroffen gemacht haben.
In dieser Zeit gab es auch jede Menge Dokumentationen! Was Schilderungen und Beschreibungen nicht erfassen konnten, ergänzten Bilder. Das war eine ganz neue Dimension der Grausamkeit.
Damals glaubte ich noch daran, dass die Menschheit aus ihrer Geschichte lernen kann, als es dann während des Jugoslawien-Kriegs wieder Konzentrationslager gab, schloss ich vorübergehend dieses Kapitel ab.
Erst langsam traute ich mich wieder an dieses emotionale Thema heran. Nach dem Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak begann ich mit „Sarahs Schlüssel“ von Tatjana de Rosnay wieder über diese Zeit zu lesen. Als ich in Paris war, musste ich mich auf die Spuren von „Rafle du Vélodrome d’Hiver“ begeben. Am 16. Und 17. Juli 1942 wurden die Juden Paris in dem Velodrom zusammen gepfercht und mussten dort tagelang ohne Versorgung aushalten, bevor sie in Vernichtungslager im Osten verfrachtet wurden. Unverhältnismäßig viele Frauen und Kinder fielen der Razzia zum Opfer. Die französische Polizei half tatkräftig mit. Ein Kapitel in der Geschichte Frankreichs, das niemand gerne erwähnt.
Ihr seht, ich befasse mich schon recht lange mit dem Holocaust und dem 2. WK, jedoch nur mehr in geringen Dosen, denn es erschüttert mich auch heute, über diese Zeit zu lesen.
Mit „Karolinas Töchter“ fand ich ein Buch, das ein wahrer Schatz in meinem SuB war.
Das Augenmerk liegt natürlich auf Lena und ihrer Geschichte rund um ihre Freundin Karolina. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder die Sprache auch im Original eher einfach ist. Damit meine ich, dass es keine, unendlich langen, in einander verschachtelte Sätze gibt. Diese direkte Schreibweise unterstreicht die Erzählung und die Eindringlichkeit der Ereignisse. Jeder überlebte Tag ist ein Erfolg und Widerstand gegen die Nazis.
Doch in der Grausamkeit des Alltags gibt es auch winzig kleine Lichter der Hoffnung. Ein Gebet mitten in der Hölle, ein Stück Obst von einem jungen Mann oder ein angebotener Schlafplatz in einer kleinen Nische.
Die Suche nach Karolinas Töchter nimmt auch den größten Teil der Geschichte ein. Liam und Cathrine werden schnell von Lenas Erzählungen in den Bann gezogen. Zwar ist die Dame bereits 89 Jahre alt, aber ihr Gedächtnis scheint völlig in Ordnung zu sein. Ihr Sohn Arthur zweifelt ihre geistige Gesundheit jedoch stark an und glaubt, sie leide an Altersdemenz. Auf seine eigene Art und Weise möchte er seine Mutter beschützen, aber manchmal hätte ich ihm liebend gerne eine Kopfnuss verpasst. So beginnt auch noch ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Entmündigung Lenas zu verhindern.
Mit diesen zwei Handlungssträngen, die sich abwechseln, hält Ronald H. Balson die Spannung ständig aufrecht. Denn Liam und Cathrine fühlen sich für Lena verantwortlich. Sie versuchen alles, dass sie ihr Versprechen halten kann. Aber die Zeit drängt gnadenlos. So viele Jahre nach Ende des Kriegs wird es fast unmöglich, Beweise und Hinweise zu finden.
In seiner Widmung bedankt sich der Autor bei Fay Scharf Waldman, deren Geschichte er in diesem Roman erzählt. Einzig die Ereignisse in Chicago sind erfunden und haben mit Fay überhaupt nichts zu tun. Vielleicht könnte in Schulen dieses Buch gelesen werden, um somit einen Teil zur Bildung rund um den Holocaust beizutragen.
Wer „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah mochte, wird dieses Buch genauso gerne lesen. Wobei „gerne“ nicht das passende Wort ist. Ich lege es euch ans Herz. Lasst euch auf Lena und Karolinas Geschichte ein.
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Gondeln, Schokolade und ein heißes Paar
Die Unterweisung von Sandra Henke
Scotia leitet gemeinsam mit ihrem Vater „Lush Chocolates“. Ihre Tage sind durchgeplant und straff organisiert. Sie erlaubt sich kaum Freizeit oder Urlaub, sie widmet ihre Leben dem Familienunternehmen. Vor allem nachdem ihr Bruder Rock sich dem Einfluss der Eltern entzogen hat, liegt deren Aufmerksamkeit ständig auf Scotia.
Aidan kämpft mit allen Mitteln, um seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Das „Taboo“ öffnete erst vor kurzem seine Pforten und befeuert die Fantasien aller. In dem BDSM Club sollen Menschen in geschmackvollem und sicherem Ambiente ihre Leidenschaft ausleben können. Eine Kleinigkeit fehlt dem Schloss jedoch noch: Gondeln aus Venedig, um die Besucher stilvoll in den Club zu geleiten.
„Lush Chocolates“ besitzt solche Gondeln und Aidan setzt alles dran, um in deren Besitz zu gelangen. Scotia widersetzt sich seinem Wunsch massiv. Sie reizt den Dominus in ihm und so übermittelt er ihr eine Einladung zu einem Maskenball im „Taboo“, denn ihm fällt sofort auf, dass Scotia heftig auf ihn reagiert. Nun fühlt er sich herausgefordert, ihre wahre Persönlichkeit, ihre Sinnlichkeit und ihre Demut zum Vorschein zu bringen.
Wie hat es mir gefallen?
Die Autorin Sandra Henke steht immer noch für Rote Ohren-Garantie. Sie hat es eindeutig immer noch drauf. Hin und wieder wildert sie im Thriller Genre und im „gewöhnlichen“ Liebesroman, aber ich freue mich immer wieder, wenn sie einen hocherotischen Roman veröffentlicht.
Ihr Buch „Loge der Lust“ war mein 1. Erotischer Roman und damals (OMG, ist es wirklich schon so lange her) war es noch nicht en Vogue BDSM Romane öffentlich zu lesen. Sie war eindeutig eine Vorreiterin und hat für viele andere Autor/innen den Weg geebnet. Mir als Leserin hat sie damit tolle Lesestunden bereitet und dafür danke ich ihr von Herzen.
In ihrem neuesten Roman verschlägt es uns nach England, nicht ganz Dorf aber auch keine Großstadt. Dennoch kennen sich die Unternehmer untereinander und so verbreiten sich Gerüchte rund um den Club „Taboo“ rasend schnell. Das schadet dem Ruf allerdings nicht wirklich, die Neugier ist groß und es spricht sich auch schnell herum, dass sich Gleichgesinnte hier zusammenfinden.
Scotia erweckt anfangs den Eindruck einer echt harten Geschäftsfrau, die um jeden Preis überzeugen will. Vor allem ihr Vater verlangt ihr ungemein viel ab. Seine Einmischung in ihr Leben ist auf so vielen Ebenen falsch, dass er ziemlich schnell miese Karmapunkte gesammelt hat. Scotia akzeptiert ihr Leben auch sehr lange. Erst das Treffen mit Aidan bringt eine Seite in ihr zum Schwingen, die sie lange nicht wahrhaben will. Aber die innere Stimme wird immer lauter und nachdem sie eine sinnliche Nacht auf dem Maskenball verbracht hat, drehen sich ihre Gedanken fast nur mehr um Aidan. Sie erkennt, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht, aber ihr Pflichtgefühl steht ihrer Entwicklung oder auch Befreiung im Weg.
Aidan im Gegenzug hat diesen Weg bereits hinter sich. Er ist bereit seine Leidenschaft öffentlich zu leben. Als Architekt hatte auch er einen Ruf zu verlieren, aber dennoch hat er sich seinen Traum verwirklicht. Das „Taboo“ fordert seine ganze Aufmerksamkeit und Einsatz. Die unbekannte Schönheit im Club jedoch bringt ihn dazu seine Regeln zu brechen.
Die Chemie zwischen Scotia und Aidan stimmt von Beginn an, es knistert gewaltig und sie verbringen ein paar wirklich heiße Nächte miteinander. Wie immer gelingt es der Autorin diese Szenen sehr plastisch zu beschreiben, sie überschreitet niemals die Grenze zu ordinär. Natürlich sind die erotischen Momente wichtig in dieser Geschichte, aber am Wichtigsten fand ich eindeutig die Entwicklung, die sowohl Aidan aber ganz besonders Scotia durchleben.
Die kleine Nebenhandlung rund um Rock war richtig entzückend zu lesen und hätte sich ein wenig mehr Platz verdient. Gleichzeitig kam mir das Ende ein wenig zu schnell. Ich kann es ganz schlecht beschreiben, warum ich dieses Gefühl hatte, denn eigentlich umfasst die Geschichte nicht nur Tage sondern sogar Monate.
Ein sehr kurzweiliges Vergnügen, das mir wieder viel Freude bereitet hat. Erwähnen möchte ich auch noch das ausgesprochen geschmackvoll gestaltete Cover. Wieder hat es Heyne geschafft, einen Sandra Henke Roman gekonnt in Szene zu setzen.
Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.
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Ich kann das Meer riechen
Die Wolkenfischerin von Claudia Winter
Ein paar Häuser, ein Friseur, ein Restaurant und jede Menge Fischerboote - so erinnert sich Claire Durant an ihr Heimatdorf Moguériec in der Bretagne. Einen Ort, den sie völlig hinter sich gelassen hat. In Berlin hat sie Fuß gefasst und genießt dort den Ruf einer hippen Pariserin, die sich bei Kunst und Kultur auskennt und einen erlesenen Geschmack hat.
Als sie auch noch einen Posten als Chefredakteurin angeboten bekommt, scheint sie am Ziel ihrer Träume zu sein. Ein kurzer Anruf zerstört all ihre Pläne. Sie muss zurück in das Kaff ihrer Kindheit, um sich um ihre Schwester zu kümmern. Dort angekommen trifft sie ihren Freund Nicolas aus Jugendtagen und all die anderen Dorfbewohner. Sofort sieht sie sich im Zentrum von Klatsch und Tratsch, dem sie mit ihrem Weggang entkommen wollte.
Wie hat es mir gefallen?
Gerade habe ich „Aprikosenküsse“ verschlungen und nun war ich so froh, dass „Die Wolkenfischerin“ schon bei mir eingezogen ist. Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.
Dieses Mal verschlägt es uns nach Frankreich, genau gesagt in die Bretagne. Wie es der Zufall so will, wird das wahrscheinlich unser Urlaubsziel im Jahr 2018. Somit hat sie der Claudia Winter Kreis für mich geschlossen
„Aprikosenküsse“ spielt in der Toskana = Urlaubsland 2017
„Die Wolkenfischerin“ spielt in der Bretagne = Urlaubsland 2018
Waren es in der Toskana vor allem die großartigen Beschreibungen der kulinarischen Genüsse, punktet die Autorin dieses Mal mit Wind, Meer, Sand und Wetter. Die Bretagne ist bekannt für das schnell wechselnde Wetter. An einem Tag kann es schneien, regnen, hageln und Sonnenschein geben. Vor allem das Farbenspektrum vom Meer ist gigantisch. Wobei die Farbe Blau nicht nur beim Wasser eine wichtige Rolle spielt.
Selbstverständlich legt sie auch sehr viel Augenmerk auf die Figuren. Allen voran Claire, die bereits in „Aprikosenküsse“ eine kleine Rolle spielte. Das resolute kleine Persönchen weiß genau, was sie will und ist auch bereit hin und wieder ihren Lebenslauf den Anforderungen anzupassen. Ihre Arbeit beeindruckt auch ihren Chef Sebastian bei der Zeitschrift, der ihr schließlich auch die Chance auf den Posten einer Chefredakteurin gibt. Der Anruf ihrer Mutter aus der Klink wirft sie völlig aus der Bahn. Zögernd gibt sie dem Hilferuf nach und verspricht die nächsten 3 Wochen in ihrem Heimatort zu verbringen, um ihrer gehörlosen Schwester zu helfen. Die Ankunft dort gestaltet sich genauso schwierig, wie angenommen. Maely ist nicht gerade begeistert ihre Schwester zu sehen, denn vor 19 Jahren ist Claire nicht wie versprochen bald wieder nach Hause kommen. Dieses Wiedersehen oder Aufeinandertreffen ist sehr intensiv und manchmal schmerzhaft.
So ein kleiner Ort quillt über mit witzigen, kuriosen und seltsamen Gestalten. In Claires Abwesenheit haben sich Menschen stark verändert und andere wiederum überhaupt nicht. Moguériec steht sinnbildlich für Tradition und Veränderung, für Wurzeln, Familie und auch Neuanfang.
Das Buch überzeugte mich von Anfang bis zum Ende. Ich mochte Claire und ihre Vergangenheit, ihren Chef genauso wie die Praktikantin. Die Dorfbewohner mit all ihren Spleens und vor allem die landschaftliche Untermalung. Zusammen ergibt sich eine großartige wundervolle Geschichte, die mich begeistert hat und mich zusätzlich überzeugt hat, nächstes Jahr in die Bretagne in Urlaub zu fahren.
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Ein Kurzurlaub in der Toscana
Aprikosenküsse von Claudia Winter
Urlaub kennt Hanna Philipp nur vom Hören sagen, deshalb ist es nichts Außergewöhnliches, dass sie während ihrer freien Tage in Italien Restaurantkritiken schreibt, wie am Laufband.
Ein Besuch im Tre Camini hat es ihr ganz besonders angetan. Sämtliche Gänge waren einfach grauenhaft und genauso ist auch ihre Kritik ausgefallen.
Sie lässt kein gutes Haar an der Trattoria und dem Koch.
Sie konnte auch nicht ahnen, dass die Besitzerin des Tre Camini Giuseppa Camini zur Untersuchung nach Deutschland fliegt und sie zufällig den Artikel von ihrem Enkel Fabrizio vorgelesen bekommt. Das hat schwerwiegende Folgen, die alte Dame erleidet einen Herzinfarkt. Ihre sterblichen Überreste in einer Urne möchte ihr Enkel nach Hause bringen, doch im Flughafenrestaurant sitzt nicht nur Fabrizio sondern auch Hanna und Hanna ist im Stress, sie reagiert seltsam auf Druck und so findet sie sich bald darauf in ihrer Wohnung mit der Asche von Giuseppa Camini.
Um ihren Job zu retten, muss Hanna zurück nach Italien. Nicht nur um die Urne zurückzubringen, sondern auch um eine Klage der Familie abzuwenden. Fabrizio ist nicht nur wütend sondern will unbedingt auch den Ruf seiner Trattoria retten. Deshalb greift er auf ungewöhnliche Mittel zurück, um Hanna zu überzeugen, dass seine italienische Küche großartig und ausgezeichnet ist. Dabei hat Giuseppa immer noch ihre Finger im Spiel, vor allem wenn es um die Liebe geht.
Wie hat es mir gefallen?
Es wurde endlich Zeit, dass dieses Buch von meinem SuB befreit wurde. Schon letztes Jahr auf der Lit.Love in München fand ich die Autorin sehr sympathisch, aber ihr wisst ja wie das Leben so spielt, es hat nun doch länger gedauert als gedacht. Weil mir der Titel von ihrem neuen Buch „Die Wolkenfischerin“ so gut gefällt, habe ich mir vorgenommen davor „Aprikosenküsse“ zu lesen.
Die Toscana steht nicht nur für gute italienische Küche sondern auch für das Dolce Vita, wundervolle Natur und freundliche Menschen, wie ich heuer im Mai wieder feststellen durfte.
Einen Abend in der Trattoria zu verbringen, sich verwöhnen zu lassen und diese traumhafte Küche zu genießen, gehört mit zu den schönsten Erinnerungen meines Urlaubs.
Mit dieser Geschichte hatte ich öfter das Gefühl wieder mitten in einem Weizenfeld zu stehen. Mein Blick schweift über die Hügel. Eine kleine Allee führt zu einem Steinhaus, das zwischen Olivenbäumen und Obstbäumen steht. Genauso stelle ich mir das „Tre Camini“ vor. Ein Ort, den ich gerne besuchen würde.
Hanna findet sich dort wieder, um Buße zu tun. Sie passt anfangs dorthin wie ein Kreis ins Quadratland. Ihre spröde Art wirkt abweisend und sehr unterkühlt.
Der Erbe des Gutes soll Fabrizio sein, dem nichts so sehr am Herzen liegt, wie die Aprikosenbäume und die Landwirtschaft. Darüber vergiss er oft, dass es nicht nur um die Arbeit geht, sondern auch um die Menschen, die mit ihm Leben.
Davon gibt es einige, denn das ganze Dorf ist voll mit skurrilen und ungewöhnlichen Menschen. Egal ob es der Postbote, der Bankdirektor oder der Bürgermeister ist. Nicht zu vergessen der Barbesitzer und natürlich die Familie Camini. Neben Lucia, die ein so reines und gütiges Herz hat, spielt auch noch Giuseppa eine große Rolle. Ihr Geist schwebt über der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung, die sowohl Hanna und auch Fabrizio durchmachen. Anfangs beide recht unnahbar und sehr nüchtern, verändern sie sich stetig.
Einen weiteren Pluspunkt vergebe ich für die bildlichen Darstellungen der Kunst des Kochens. Ich liebe es Köchen über die Schulter zu schauen. (Mein Mann ist auch gelernter Koch.) Die Liebe zu den örtlichen Produkten ist förmlich zu spüren und wenn Lucia im Kräutergarten auf die Suche nach den besten Blättern geht, rieche ich Basilikum, Thymian und andere Zutaten.
Die Lektüre war wie ein Kurzurlaub in der Toscana, der mich in diese traumhafte Landschaft entführt hat. Die leckeren Rezepte am Ende des Buches haben mich gleich mal dazu verführt, die Kochtöpfe zu schwingen und eines davon zu versuchen. Es hat sogar recht gut geklappt – nach Aussage meines Mannes.
Ich freue mich jetzt schon auf „Die Wolkenfischerin“. Das Buch spielt in der Bretagne, die nächstes Jahr auf unserem Urlaubsplan steht.
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Aprikosenküsse von Claudia Winter
Als 12jähriger wird Evan ausgewählt. In ihm werden einzigartige Qualitäten vermutet, die ihn dazu bestimmen, einen ungewöhnlichen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Er wird ausgebildet, um ein Auftragskiller zu werden.
Als Orphan Project wird es in bestimmten Kreisen bekannt und Evan mausert sich über die Jahre hinweg zum perfekten Mörder.
Sein Lehrer Jack formt und unterrichtet ihn. Er folgt den Anweisungen und ist einer der erfolgreichsten im Orphan Project, bis er eines Tages abtaucht und nur mehr seine eigenen Regeln befolgt und seine wichtigsten sind:
Ziehe keine voreiligen Schlüsse
Es ist nie persönlich
Lasse niemals einen Unschuldigen sterben
Wie hat es mir gefallen?
Dieses Buch wird den Fans von Jack Reacher und Jason Bourne empfohlen. Ich finde beide Helden toll, zwar nur im Film, aber das war mir Empfehlung genug, um das Buch zu lesen.
Evan Smoak ist ein ausgezeichnet ausgebildeter Auftragsmörder, der nun im Untergrund lebt und arbeitet. Kontrolle über sein Leben zu behalten, ist ihm äußerst wichtig. Jeden seiner Schritte überlegt er sich sorgfälltig. Er weiß, dass ein Fehler tödlich für ihn sein kann. Die Aufgabe, der er sich gewidmet hat, kommt für ihn an erster Stelle. Für sie ist er bereit, große Risiken einzugehen. Er folgt seinem eigenen Ehrenkodex.
Dieser Mann ist auf jeden Notfall vorbereitet. Er ist kaltblütig, wenn notwendig. Das wurde ihm über die Jahre eingetrichtert. Eigentlich sollte dieser Charakter nicht wirklich sympathisch sein, doch das Gegenteil ist der Fall. Die Regeln bestimmen sein Tun und Handeln. Auch als Nowhere Man hält er sich strikt daran.
Deshalb ist die Geschichte von Beginn weg, sehr spannend. Vor allem die Rückblicke in Evans Kindheit und Jugend tragen dazu bei, den Mann zu mögen und zu respektieren. Als er einen bestimmten Punkt erreicht, verändert sich vieles und als Leserin folge ich seinem neuen Weg, obwohl er ein effektiver Killer ist. Der Autor schafft es mühelos, mich auf seine Seite zu ziehen. Ich litt mit Evan, hoffte mit ihm, wollte hinter die Geheimnisse kommen und war enttäuscht, wenn sich die Hinweise wieder ins Nichts aufgelöst haben. Er handelt konsequent und hat dabei ständig sein Ziel im Auge.
In seinem sicheren Hafen kommt er zu Ruhe, fasst Entschlüsse und kümmert sich um Vera und um seine bepflanzte Wand. Dieser Ort und auch alle anderen Schauplätze sind so gut beschrieben, dass ich mich dort mühelos zu Recht finden konnte.
Das nächste Buch „Projekt Orphan“ liegt bereits bei mir und ich habe gerade gesehen, dass es ein weiteres Buch rund um Evan Smoak geben wird „Die Rache der Orphans“.
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Die Insel ist mein Herz
Mein Herz ist eine Insel von Sanders Anne
Isal kommt nach knapp 10 Jahren wieder nach Hause auf die Insel Bailevar. Sie hat damals ihren Vater, ihre zwei älteren Brüder und ihre Jugendliebe zurück gelassen und es niemals bereut. Aber in ihrer Not sieht sie keinen anderen Weg, als zu ihrer Familie.
Dort angekommen, trifft sie auch unerwarteter Weise Finn wieder.
Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit überrollen Isla und vor allem Shona freut sich sehr die junge Frau wieder in die Arme zu schließen.
Shona, die seit jeher gerne die Geschichte der „verschwundenen Insel“ erzählt, die nicht mehr die jüngste ist und auch von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.
Wie hat es mir gefallen?
Ich lese das Buch im Rahmen der Aktion „Hello Sunshine“ vom Bloggerportal und habe das Buch als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür.
Mit dem Cover und dem Klappentext waren meine Erwartungen auf einen lockeren leichten Liebesroman gelenkt. Bekommen habe ich eine weitaus tiefer gehende Geschichte.
Isla ist eine junge Frau, die an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Sie ist verwirrt und daher zickig. Sie floh von der Insel, die sie als einengend und provinziell empfand. Nun ist sie wieder hier und die Menschen haben sich kaum verändert. Meine Sympathie für sie hielt sich in Grenzen, denn sie strapazierte oft meine Geduld. Ich brauchte eine Zeit lang, um mich mit ihr anzufreunden.
Finn dagegen hat mich sofort für sich eingenommen, vor allem seine freundliche Art und seine Leidenschaft fürs Kochen. Er kann auch mit Islas Gefühlschwankungen umgehen, auch wenn ihn ihr Auftauchen überrascht.
Bereichert wird die Story durch ein paar äußerst charmante Figuren. Allen voran Shona, die das Herz der Insel ist. Ihre Geschichten sind allseits bekannt, wenn auch nicht alle daran glauben, hören sie ihr sehr gerne zu.
Louise, eine knapp 90jährige Frau, die noch täglich im Meer schwimmt und ihren wundervollen „gefakten“ französischen Akzent lebt.
Die Altherrenband, der Postbote/Müllmann und noch einige andere schrullige Figuren.
Diese Insel im rauen schottischen Meer rundet bildet den perfekten Schauplatz, um die Geschichte zu erzählen.
Der Schreibstil der Autorin war anfangs für mich gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht genau festmachen, woran das lag. Es war womöglich ein Zusammenspiel aus einer für mich eher ungewohnten Schreibweise und meiner leichten Abneigung gegenüber Isla. Aber man muss die Hauptfigur nicht unbedingt mögen, um eine Geschichte gut zu finden.
Und ich fand sie gut. Sie war tiefgründiger als erwartet, sie war spannend und voller großer Gefühle, die alle Menschen in sich haben.
Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, über Herkunft, Vergangenheit und Zukunft. Als ich mich voll darauf eingelassen habe, riss sie mich mit.
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Fesselt ohne zu genau ins Detail zu gehen!
Garten der Schmetterlinge von Dot Hutchison
Maya sitzt mit Verbrennungen an den Händen und anderen kleineren Verletzungen in einem Vernehmungsraum gemeinsam mit den Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison.
Schicht für Schicht wird die ungeheuerliche Geschichte hinter dem Garten und seinen Bewohnern enthüllt. Die junge Frau erscheint distanziert und sehr gefasst.
Somit gerät sie ins Zentrum der Ermittlungen, denn was sie zu erzählen hat, klingt so unwahrscheinlich, dass ihr kaum einer glauben mag.
Denn die Rücken aller jungen Frauen, die gerettet wurden, zieren riesige tätowierte Schmetterlingsflügel. Somit wurde ein Garten voller menschlicher Schmetterlinge gefunden.
Wie hat es mir gefallen?
Dieses Buch lag schon sehr lange auf meinem eReader. Eigentlich wollte ich früher diese Geschichte lesen, aber wie so oft, kam etwas dazwischen. Durch eine SuB Challenge bei Lovelybooks wurde ich quasi „gezwungen“ das Buch endlich zur Hand zu nehmen. Vielen Dank für diesen Tipp, denn es hat sich gelohnt, ihn zu lesen.
Im Mittelpunkt steht Maya, eine junge starke Frau, die gerettet wurde und sie erzählt auch die Geschichte vom Garten. Vernommen wird sie von Victor Hanoverian und Brandon Eddison. Vor allem Victor leitet das Gespräch. Seinem besonderen Gespür für Maya ist es zu verdanken, dass diese sich langsam öffnet. Einer Zwiebel gleich, enthüllt sich langsam der Kern der Geschichte. Victor weiß genau, wann er die Zügel locker lassen muss und wann er Maya wieder zurück auf den Weg holt. So fasst sie Vertrauen, denn sie entspricht nicht unbedingt den Vorstellungen eines Opfers. Sie ist stark und versucht auf ihre Weise mit den Geschehnissen umzugehen.
Das Frage und Antwortspiel ist spannend zu lesen. Musste ich mich vom Buch trennen, dann tat ich das sehr ungern, denn die Autorin hat eindeutig dafür gesorgt, dass die Leser nicht so einfach verloren gehen. Vor allem das Kopfkino wird ständig beschäftigt, denn meist werden Dinge nur angedeutet, nur kurz angesprochen. Man weiß und kann sich vorstellen, was passiert ist, ohne alles genau zu beschreiben.
Ich finde dieses Buch sehr gelungen. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wären die Seiten nur so dahin geflogen. Die Geschichte an sich ist ungewöhnlich und manchmal auch grausam, aber das war für mich nicht das Wesentliche sondern das langsame Herantasten an die Wahrheit. Ein ständiges Geben und Nehmen zwischen Maya und Victor, das mir beide sehr nahe gebracht hat. Deshalb wird mir dieses Buch noch länger in Erinnerung bleiben.
Da mein Krimi/Thriller Jahr heuer nicht besonders erfolgreich war, freue ich mich, dass ich doch noch eine weitere gute Story – neben „Saving Grace“ - gefunden habe, die mich überzeugen konnte.
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