Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Caroline :
Eine Liebe, die die Jahre überdauert
Wie die Stille unter Wasser von Brittainy Cherry
Die 10jährige Maggie plant ihre Hochzeit mit Brooks. Sie ist sich sicher, in ihm den Jungen ihres Lebens gefunden zu haben. Ein furchtbares Erlebnis bringt Maggies Pläne völlig durcheinander. Sie verliert ihre Stimme und kann ihr zu Hause nicht mehr verlassen.
Ihr Leben beschränkt sich auf die paar m², Fernsehen, den Heimunterricht durch ihre Mutter und vor allem Bücher.
Stellvertretend erlebt sie Abenteuer, Dramen und verliebt sich. Aber das richtige Leben läuft an ihr vorbei und sie verpasst alle wichtigen Termine, wie den Abschlussball, die Abschlussfeier und den Start des College. Neben ihrer Familie hat sich nur noch Kontakt zu ihrer Jugendliebe Brooks. Jeden Tag kommt er vorbei, um sich mit ihr zu unterhalten und ihr seine Songs vorzuspielen.
Als Brooks mit seiner Band Crooks zufällig entdeckt wird und groß rauskommt, kommt der Moment der Trennung. Maggie kann ihn nicht begleiten, denn dazu müsste sie das Haus verlassen. Dazu ist sie immer noch nicht bereit, obwohl schon einige Jahre ins Land gezogen sind.
Sie lässt Brooks ziehen und beobachtet, wieder aus der Ferne, seine Karriere und lebt ihr recht einsames Leben weiter.
Wie hat es mir gefallen?
Seit ihr Brittainy C. Cherry letztes Jahr entdeckt habe, freue ich mich immer, wenn ein neues Buch von ihr erscheint. Nachdem ich „Wie die Luft zum Atmen“ verschlungen habe und „Wie das Feuer zwischen uns“ unendlich viele Taschentücher verbraucht habe, war klar, dass ich auch unbedingt „Wie die Stille unter Wasser“ lesen möchte.
Maggie und ihr Vater leben viele Jahre alleine, bis er sich wieder verliebt. Die neue Frau an seiner Seite hat zwei Kinder und gemeinsam bilden sie eine richtige Patchwork Familie mit alltäglichen Problemen aber sehr viel Liebe. Maggie fühlt sich dort angekommen und angenommen. Ihre Welt ist komplett und im Nachbarsjungen Brooks findet sie einen Freund, der sich anfangs strickt weigert mit ihr befreundet zu sein.
Wie fast alle Mädchen ist Maggie äußerst überzeugend, Brooks zu überreden sich mit ihr zu treffen, um ihre „Hochzeit“ zu planen. Leider verspätet sich Brooks und Maggie verirrt sich auch noch im Wald. Als sie den richtigen Weg sucht, geschieht etwas Unfassbares und Maggie ist zu geschockt um darüber zu reden. Sie verstummt und spürt eine Angst, die sie für die nächsten Jahre an ihr zu Hause bindet. Die Panikattacken, die sie immer wieder heimsuchen, erleichtern ihr nicht gerade das Leben.
Da sie nicht erzählen will, was passiert ist, tappt ihr Umfeld völlig im Dunkeln. Anfangs sind alle noch bemüht, Maggie nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Im Laufe der Zeit und je mehr Jahre ins Land ziehen, leidet die Familie unter der ständigen Anspannung.
Nur eine Konstante bleibt: Brooks. Seine Freundschaft besteht. Jeden Tag aufs Neue kommt er und unterhält sich mit Maggie. Er behandelt sie normal und akzeptiert ihr Schweigen. Sie stehen sich so nahe, wie Liebende es normaler weise tun.
Als Brooks mit seiner Band über Nacht erfolgreich wird, Konzert gibt und durch die Welt jettet, bleibt Maggie zu Hause und beobachtet alles aus der Distanz. Die Einsamkeit vergrößert sich, denn nun bleiben nur noch ihre Eltern in ihrer Nähe.
Die Geschichte überzeugte mich nicht nur mit den wundervollen Figuren, allen voran Brooks und Maggie, sondern auch mit den Beschreibungen rund um Maggies Zustand. Ihr Schock und die daraus resultierenden Krankheiten gingen mir unheimlich nahe. Panik- und Angststörungen sind leider keine Krankheitsbilder, die sichtbar sind.
Gerade deshalb werden sie oft nicht ernst genommen. Sie lassen sich nicht so einfach abschütteln und überwinden.
Weiters fand ich die ganz besondere Beziehung zwischen Maggie und Brooks einfach zauberhaft. Trotz der Schwierigkeiten, der Krankheit und der räumlichen Distanz bleiben die zwei über Jahre hinweg befreundet.
Für mich hält die Autorin damit ihren hohen Standard an gefühlvollen, berührenden Geschichten. Selbst der Titel wird im Buch erklärt und schafft es die passenden Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen.
Im Juli erscheint „Wie die Erde um die Sonne“ – ich freue mich jetzt noch mehr auf den Sommer.
www.mariessalondulivre.at
Bitte Teil 1 vorher lesen
Dangerous Rush. Gefährliche Liebe von Stephens S.C.
Kenzie Cox hat sich für die Liebe und gegen ihre Familie entschieden. Cox Racing ist Geschichte und ihr Vater setzt sie überall auf die Schwarze Liste. Kein Team wagt es ihr einen Job als Rennfahrerin zu geben.
Nur das gemeinsame Leben mit Hayden hilft ihr die Zeit zu überbrücken, während sie überlegt, wie sie ihrer Karriere wieder einen Stoß vorwärts geben könnte.
Bei Hayden dagegen läuft alles rund. Sein Startplatz bei Benneti Racing ist ihm fix und wäre da nicht Felicia, seine Ex könnte nichts seine Freude auf die neue Saison trüben. Felicia ist die zweite Fahrerin im Team und somit wird er ihr ständig über den Weg laufen.
Kenzie sieht in Felicia nicht nur die Exfreundin, sondern eine attraktive und vor allem erfolgreiche junge Frau. Dass Felicia Hayden auch noch schöne Augen macht und einem Neuanfang nicht abgeneigt scheint, kratzt zusätzlich an Kenzies Selbstbewusstsein.
Ständig öffnen sich neue Gräben, um die sie herum manövrieren muss. Sie steckt beruflich in einer Sackgasse und zusätzlich muss sie um die Liebe von Hayden fürchten.
Wie hat es mir gefallen?
Zwar ist Teil 1 schon vor einem knappen Jahr erschienen, aber ich kann mich noch sehr gut an die Geschichte erinnern. Das liegt vor allem daran, dass ich das Setting rund um den Motorradrennsport sehr gelungen fand und an Kenzie, die im Team ihres Vaters als Rennfahrerin erfolgreich fährt.
Danke an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.
Da dieses Buch nahtlos an „Furious Rush“ anschließt, empfehle ich dieses auch vorher zu lesen.
Nachdem das Cox Racing Team sich auf gelöst hat, steht Kenzie auf der Straße, denn ihr Vater setzt alle Hebel in Bewegung, um ihr die Zukunft zu verbauen, da er mit Hayden als Partner nicht einverstanden ist. Sogar Kenzies Schwestern zieht er auf seine Seite. Verzweifelt nimmt sie Kontakt zu allen möglichen Teams auf, doch keines gibt ihr einen Platz um Rennen zu fahren.
Kenzie durchlebt eine furchtbare Zeit. Sie glaubt nicht mehr an sich selbst, an ihre Fähigkeiten und beäugt auch Haydens Liebe misstrauisch. Sie muss zusehen, wie Felicia ihren Platz auf der Tour einnimmt.
Obwohl Hayden keinerlei Zweifel an seiner Liebe zulassen will, merkt auch er, dass sich die Kluft zwischen ihm und Kenzie vergrößert. Er bemüht sich seine Exfreundin komplett zu ignorieren, da sie jedoch für das gleiche Team fahren, begegnen sie einander täglich.
Kenzies prekäre Lage spiegelt sich in allen ihren Handlungen wider. Alle Wege, die sie einschlägt, verlaufen im Nichts. Sie ist niedergeschlagen und fühlt sich gedemütigt. Die Veränderung ihrer Persönlichkeit zu Teil 1 könnte nicht gravierender sein. Aus der selbstbewussten Frau wurde ein Häufchen Elend, das zum Teil in Selbstmitleid zerfließt und zum anderen Teil wütend auf sich selbst ist. Eine Situation, die wohl jeder schon einmal erlebt hat.
Hayden schwimmt auf der Erfolgswelle. Seine Rennen in der vergangenen Saison waren erfolgreich und deshalb hat er einen fixen Startplatz im Team. Die neue Beziehung zu Kenzie wächst und sollte eigentlich stärker werden, leider drängt sich seine Ex-Freundin Felicia zwischen sie.
Felicias Figur und ihr Handeln konnte ich nun überhaupt nicht verstehen und nachvollziehen. Nach 4 Jahren Abwesenheit kann doch wirklich niemand annehmen, einfach so wieder neu zu beginnen.
Weiter hatte ich auch Probleme mit Kenzies gesamter Familie, ihrem Vater, genauso wie mit ihren Schwestern. Ein Mann, der es nicht ertragen kann, dass eine seiner Töchter sich ihm widersetzt und anschließend sämtliche Strippen zieht, um ihr zu schaden und ihre Karriere zu sabotieren. Die Schwestern sind mir bereits in Teil 1 furchtbar auf die Nerven gegangen, das setzt sich hier fort.
Insgesamt gefiel mir die Geschichte gut. Sie zeigt eine Frau, die tief gekränkt und verletzlich ist. Ihr Zustand ist nachvollziehbar und erweckt mein Mitgefühl. Ihre Entwicklung über die zwei Bücher ist so unterschiedlich, dass der Leser mit ihr allen Höhen und Tiefen durchlebt.
www.mariessalondulivre.at
Romantik, Vergangenheitsbewältigung und Einblicke ins Meer
Shark Club Eine Liebe so ewig wie das Meer von Taylor Ann Kidd
Maeve und ihre Zwillingsbruder Robin wachsen bei ihrer Großmutter in Florida auf. Ihre Eltern starben bei einem Flugzeugabsturz als sie 6 waren. Dieser schwere Schicksalsschlag schweißt sie noch mehr zusammen und nur Daniel, ein Nachbar wurde in die verschworene Gemeinschaft aufgenommen. Daniel, den Maeve küsst als sie 12 ist, ihm ihre Liebe gesteht und der nur ein paar Augenblicke später ihr Leben rettet, nachdem sie ein Hai gebissen hat.
Dieses traumatische Ereignis prägt Maeve. Doch reagiert sie völlig anders als erwartet. Sie wendet sich der Meeresbiologie zu, ganz besonders den Haien. Sie spürt eine unerklärliche Verbindung zu diesen Tieren. Ihre Forschungsreisen reißen ein tiefes Loch in die Beziehung zu Daniel, dieses mündet in der Auflösung der Verlobung.
Erst Jahre später treffen sich Maeve und Daniel wieder am Ort, wo alles begann. Ein Neuanfang scheint möglich. Aber die Zeit geht an niemandem spurlos vorbei.
Wie hat es mir gefallen?
Vorab möchte ich mich bei meinem Lieblingsbuchdealer der „Tyrolia“ für das Rezensionsexemplar bedanken. Ich hatte ein paar zur Auswahl und habe mich für „Shark Club“ entschieden, weil es eine Liebesgeschichte beschreibt, aber vor allem war ich ungemein neugierig auf dieses spezielle Strandsetting.
Im Focus steht Maeve, die als Meeresbiologin um die Welt reist, um bei verschiedenen Forschungszentren zu lernen und zu lehren. Das Meer und seine Bewohner liegen ihr am Herzen. Sie hat ihr Leben diesem Thema gewidmet. Haie üben eine einmalige Faszination auf sie aus. Um deren Ruf zu verbessern, möchte sie so viel wie möglich über sie in Erfahrung bringen.
Ihre private Zeit ist ungemein begrenzt und dabei bleibt natürlich das Liebesleben komplett auf der Strecke. Nachdem ihr letztes Projekt beendet ist, lässt sie auch ihren Kollegen Nicolas näher an sich heran. Beide könnten auch am nächsten miteinander arbeiten, doch sowohl Maeve als auch Nicolas müssen einige Dinge zum Abschluss bringen, um für die nächsten Monate Pläne schmieden zu können. Maeves lebt ihren Beruf. Sie ist bereit ihm alles unterzuordnen, selbst die Liebe und das Leben.
Als sie zwischen zwei Projekten wieder nach Hause zu ihrem Bruder und ihrer Großmutter kommt, trifft sie auch Daniel, der in der Zwischenzeit alleinerziehender Vater, einer entzückenden Tochter ist. Jener Daniel, der sie damals unheimlich gekränkt hat und nun um eine weitere Chance bittet. Ihre gemeinsamen Erinnerungen sind bittersüß, schmerzlich aber auch wundervoll.
Der Leser erfährt alles über Maeve und Daniel, aber auch über Robin, der den Verlust der Eltern kaum überwunden hat. Die besondere Verbundenheit der drei über Kindheit und Jugend nehmen einen wichtigen Teil ein. Der Riss, durch die gelöste Verlobung geht nicht nur durch Maeve und Daniel sondern auch durch Maeve und Robin.
Mich als Bergmenschen interessierte natürlich vor allem die, für mich außergewöhnliche Kulisse. Florida mit seinen Stränden, dem blauen Meer und den Fischen.
Die Autorin schafft mit ihren bildhaften Beschreibungen eine wundervolle Umgebung. Sie pflanzt Bilder in meinen Kopf, lässt mich mit den Haien und Walen schwimmen, gibt Einblicke in ein empfindliches Ökosystem, das der Mensch immer mehr zerstört. Sie erhebt dabei einen kleinen moralischen Zeigefinger, in den richtigen Dosen, denn schließlich handelt es sich hier um einen Liebesroman und nicht um ein Sachbuch.
Eine wundervolle Geschichte, Romantik verschmolzen mit Einblicken ins Meer und Vergangenheitsbewältigung.
www.mariessalonduvlire.at
Corey sucht einen Neuanfang
The Ivy Years - Bevor wir fallen von Sarina Bowen
So hat sich Corey ihre Collegezeit nicht vorgestellt: ihm Rollstuhl und ständig darauf achtend, dass die Eingänge barrierefrei und ohne Stufen sind. Nach einem Unfall beim Eishockey kann sie kaum mehr laufen. Trotz dieser Behinderung lässt sie sich nicht abhalten, ihr Studium zu beginnen. Als sie ihre Mitbewohnerin Dana kennenlernt, erkennt sie sofort, dass sie sich gut vertragen werden.
Im gegenüberliegenden, ebenfalls barrierefreien Zimmer stellt sich gleich Adam Hartley vor. Ein komplizierter Beinbruch fesselt ihn für etliche Monate an Krücken. Das gemeinsame Schicksal bringt sie einander näher. Adam, ebenfalls Sportler muss eine Auszeit nehmen und sich mit völlig neuen Problemen herumschlagen.
Corey erkennt recht schnell, dass Adam ihr sehr nahe kommt. Sie weiß jedoch, dass er eine wunderschöne Freundin hat, die ein Auslandssemester in Paris verbringt und dieses bald zu Ende geht. Dann werden die amüsanten Stunden immer seltener werden. Dieses Schicksal scheint unvermeidlich zu sein.
Wie hat es mir gefallen?
Nachdem mir die „True North“ Reihe von Sarina Bowen schon sehr gut gefallen hat und ich die Inhaltsangabe und Leseprobe begeistert gelesen habe, musste ich mir das Buch unbedingt sofort besorgen. Gesagt – getan!
Da meine Mama seit 18 Jahren im Rollstuhl sitzt, hat mich dieses spezielle Thema natürlich besonders interessiert. Wenn man selbst betroffen ist bzw. jemand im nahen Umfeld, dann weiß man über die Probleme, die sich auf Grund der Situation ergeben, genau Bescheid.
Corey muss genau dieses Schicksal erleiden. Sie sitzt seit knapp einem Jahr im Rollstuhl. Um vielleicht irgendwann wieder einmal auf eigenen Beinen stehen zu können, muss sie unzählige Therapiestunden auf sich nehmen. Daher mag ich sie ungemein. Sie stellt sich ihrem neuen Leben. Sie will kein Mitleid. Sie möchte „normal“ behandelt werden.
Als sie Adam kennen lernt, gehen sie gemeinsam auf Entdeckungsreise. Sie suchen Wege, um ohne Treppen in den Speisesaal zu gelangen und wandeln auf neuen Pfaden. Sie perfektionieren ihre Fähigkeiten bei Videospielen und verbringen unglaublich viel Zeit miteinander.
Adams Zeit als „Behinderter“ ist beschränkt. Er weiß das genauso wie Corey und deshalb ist sie auch davon überzeugt, dass ihre Beziehung nur von kurzer Dauer ist. Denn sobald Adam wieder gesund ist und seine Freundin aus Frankreich zurück ist, wird ihre neue Freundschaft auf eine harte Probe gestellt werden. Die große Frage warum Adam mit Stacia zusammen ist, stellen sich wahrscheinlich alle Leser. Sie wird beantwortet, das sei hiermit versichert.
Die Nebenfiguren Dana, Bridger und die anderen Freunde Adams peppten die Geschichte zusätzlich auf.
Das Buch ist vielleicht nicht das Beste in dem Genre aber ich fand es gelungen. Das Drama rund um Corey und Adam hält sich in Grenzen. Beide haben ihr Päckchen zu tragen, aber sie verzweifeln nicht daran, sondern arbeiten daran und wachsen.
Ich muss zugeben, ich freue mich bereits auf den 2. Teil, der Ende Juni erscheinen wird. Die Autorin nimmt heuer auch an der Loveletter Convention in Berlin teil.
www.mariessalondulivre.at
Kit und David erzählen eine wundervolle Geschichte
Mein Herz in allen Einzelteilen von Buxbaum Julie
David und Kit gehen in die gleiche Highschool und besuchen auch gemeinsam Kurse, doch ihre Wege kreuzen sich sonst eher selten.
Als Kits Vater bei einem Autounfall stirbt, steht ihre Welt völlig Kopf. Niemand kann sie verstehen und alle erwarten, dass sie wieder zur Normalität findet. Deshalb entscheidet sie sich eines Tages die Mittagspause mit David zu verbringen.
Sie schätzt sein Schweigen und er behandelt sie nicht wie ein rohes Ei.
David unterscheidet sich von allen anderen Mitschülern. Ihm fällt es ungemein schwer, soziale Kontakte zu knüpfen. Bei allgemein üblichen Aktivitäten nimmt er auch nicht teil. Sein Tag ist durchgeplant und organisiert. Seine ruppige und direkte Art stößt bei vielen auf Ablehnung und deshalb hält er sich meist von den anderen Schülern fern.
Mit den gemeinsamen Mittagessen beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die beiden hilft schwierige Zeiten zu überstehen.
Wie hat es mir gefallen?
Wieder einmal wurde ich ein williges Opfer des Titels, des Covers und vor allem des Klappentexts. Zwar habe ich hin und wieder Probleme mit Jugendbüchern, aber diesem Buch wollte ich unbedingt eine Chance geben.
Erzählt wird die Geschichte meist abwechselnd aus Kits und Davids Sicht. Besonders David hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen. Sein Leben mit dem Asperger Syndrom gestaltet sich besonders schwer. Mit dieser speziellen Form des Autismus können betroffene zwar ein fast normales Leben führen, allerdings ist es nicht ganz einfach. So ergeht es auch David. Ihm fällt es ungemein schwer, menschliche Reaktionen richtig zu interpretieren und einzuordnen. Deshalb hat er ständig ein Notizbuch bei sich. Gemeinsam mit seiner Schwester hat er Regeln aufgeschrieben, Menschen kategorisiert, um sie besser beurteilen zu können.
Anfangs weiß Kit nicht so genau, warum sie sich zu David gesetzt hat. Langsam jedoch erkennt sie, wie er tickt, wie sie seine Reaktionen und Handlungen einordnen soll. Sie fühlt sich wohl in seiner Gesellschaft, denn er spricht Dinge oft klar und direkt aus. Zwar ist dies oft schmerzhaft, aber auch befreiend. Mit ihren Freunden verbindet sie so kurz nach dem Tod ihres Vaters kaum mehr etwas.
Die Autorin beschreibt Kits Ausnahmezustand sehr gut. Die Welt der jungen Frau ist in 1000 Teile zersprungen, nichts ist mehr wie es früher war und deshalb kann sie auch nicht mehr einfach so weiterleben, wie vor dem Autounfall. Selbst mit ihrer Mutter hat sie Probleme eine gemeinsame Gesprächsbasis zu finden.
David versteht zwar Kits Gefühlslage nicht in allen Einzelheiten, aber er mag sie unglaublich gerne und will ihr helfen. Sie verbringen ungewöhnlich viel Zeit miteinander und lernen sich sehr gut kennen.
Die Autorin hat ein wundervolles Buch geschrieben mit einer ungewöhnlichen aber über aus sympathischen männlichen Hauptfigur, die mein Herz im Sturm erobert hat.
Kit ist eine junge Frau, die ich sofort in die Arme nehmen und trösten wollte. Mein Papa ist erst vor kurzem verstorben und ich kann ihren Schmerz nachvollziehen.
Besonders gefallen, hat mir vor allem auch das letzte Drittel und das Ende. Eine großartige Geschichte mit überzeugenden Figuren, die ich auch Erwachsenen empfehlen kann.
www.mariessalondulivre.at
Wohlfühlgeschichte mit wenig Drama
Diamonds For Love - Voller Hingabe von Layla Hagen
Sebastian Bennett ist ein Selfmade Millionär. Durch Fleiß und Zielstrebigkeit hat er ein Schmuckimperium entstehen lassen. Durch die Unterstützung seiner Eltern konnte er den Grundstein legen und nun arbeitet fast die gesamte Familie mit. Nur die richtige Frau an seiner Seite fehlt noch. Keine einzige Bekanntschaft konnte ihn länger halten, denn Sebastian erkennt sofort die Beweggründe einer Frau, um an seiner Seite zu sein: Geld, Prestige und kühne Berechnung.
Als er Ava Lindt begegnet, kribbelt es vom ersten Moment. Ava übernimmt für einige Monate ein Marketing Projekt in der Firma Bennett. Sie freut sich bereits auf diese neue Aufgabe, aber die Anziehungskraft bringt ihren Seelenfrieden zum Wanken. Denn in ihrem Vertrag gibt es eine eindeutige Passage, die ein Verhältnis empfindlich bestrafen würde.
Sebastian macht es ihr aber auch nicht leicht ihm zu widerstehen. Einen zusätzlichen Bonus präsentiert er ihr auch noch: seine Familie. Viele Geschwister und liebevolle Eltern, die Ava sofort ins Herz schließen, denn sie erkenne, dass Sebastian mit Ava an seiner Seite, viel fröhlicher und ausgeglichener wirkt.
Wie hat es mir gefallen?
Wieder wurde ich ein Opfer von einem schön gestalteten Cover. Schwarz mit heller Schrift, die auch noch leicht rosa glitzert. Tja, manchmal stimmt der Spruch „Mit Glitzer ist alles besser“!
Wieder entspricht das Buch einer Dirty Office Geschichte. Wie auch schon bei „Bossman“ gibt es hier keine unschuldige junge Frau, die mit ihrem Boss, ihre ersten richtigen sexuellen Erfahrungen macht. Ava Lindt ist erfolgreich und weiß, was sie will und was nicht. Sie arbeitet gerne an wechselnden Projekten. Ihr neues bringt sie nach San Francisco. Das Schmuckunternehmen von Sebastian Bennett empfängt sie mit offenen Armen. Normalerweise ist sie mit Widerständen konfrontiert und somit ist diese Situation ungewöhnlich, aber sie lebt sich sofort ein.
Diese positive Grundeinstellung zieht sich eigentlich über die gesamte Geschichte. Das fand ich ungemein erfrischend. Es gibt viele entzückende Momente, sowohl zwischen Sebastian und Ava, wie auch mit der Familie.
Sebastian weiß um seine Wirkung auf Frauen. Er behandelt Frauen auch immer sehr zuvorkommend, aber seine Beziehungen haben ein Ablaufdatum. Bei Ava dagegen hat er sofort ein sehr gutes Gefühl. Er verschleiert seine Absichten auch nicht. Er geht forsch in die Offensive und überrumpelt Ava sogar ein wenig. Das macht er aber sehr feinfühlig und charmant.
Die Geschichte kommt ohne große Dramen aus. Sie ist locker, flockig und sexy ohne übertrieben zu sein. Ein Wohlfühlbuch für zwischendurch, das mit all den Familienmitgliedern viele weitere Bücher (Teil 2 ist bereits erschienen) verspricht.
www.mariessalondulivre.at
Eine Geschichte gegen das Vergessen
Die geliehene Schuld von Winter Claire
4 Jahre sind seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen. In Deutschland schauen alle in Richtung Zukunft und voller Angst in den Osten. Berlin ist bereits geteilt und Russlands Schatten hängt drohend über der Stadt.
Vera Lessing verarbeitet immer noch die Verluste ihres Lebens. Ihre Arbeit bei der Zeitschrift Echo hilft ihr, einen regelmäßigen Ablauf zu geben.
Das kulturelle Leben in Berlin steigt langsam aus den Ruinen wieder auf und sie berichtet gerne darüber. Sie will die Jahres der Entbehrungen und des Krieges vergessen und beschäftigt sich deshalb kaum mit Politik. Als allerdings ihr bester Freund Jonathan bei einem Unfall stirbt und sie ein Paket mit seinen Recherche-Ergebnissen erhält, trifft sie eine Entscheidung, seinen Spuren zu folgen. Sie erfährt Dinge, die sie niemals erwartet hätte und vor allem möchte sie endlich in Erfahrung bringen, wer Marie ist, die Jonathan in den Papieren erwähnt.
Wie hat es mir gefallen?
Im Moment fesseln mich Geschichten, die sich rund um den 2. Weltkrieg drehen ungemein. War es am Anfang des Jahres „Karolinas Töchter“ von Ronald H. Balson und letztes Jahr „Als die Liebe endlich war“ von Anna Maria Schenkel, so möchte ich heute „Die geliehene Schuld“ von ganzem Herzen empfehlen.
Die ersten Jahre nach Ende des Krieges waren geprägt vom Wiederaufbau, von starken Frauen, vom ständigen Überlebenskampf und von dem Versuch so etwas wie Normalität zu finden. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch nicht über die abscheulichen Verbrechen berichtet. Niemand hatte die Kraft sich der nahen Vergangenheit zu stellen.
In dieser Zeit seiner journalistischen Aufgabe nachzukommen, erscheint mir ungemein schwer. Jonathan hat den Krieg überlebt und arbeitet nun bei einer wöchentlich erscheinenden Zeitschrift. Sein Enthusiasmus bringt ihn schließlich auch in große Gefahr. Seine Recherchen rund um Flüchtlingsströme durch Europa sind nicht so harmlos, wie sie erscheinen.
Nach seinem Tod erhält Vera einen Umschlag mit Informationen, die Jonathan gesammelt hat. Eigentlich möchte sie nur wieder Normalität und keine Probleme, die sie tief in die Vergangenheit bringen. Ihre Freundschaft zu Jonathan bringt sie dazu, weiter nachzuforschen und viele unangenehme Fragen zu stellen. Sie stellt sich ihren Ängsten und ist unglaublich mutig. Selbst als sie unglaublich furchtbare Dinge entdeckt, steckt sie den Kopf nicht in den Sand sondern stellt sich dieser riesigen Herausforderung.
Neben Jonathan und Vera, ist es vor allem Marie, die viel erzählt. Eine junge Frau, die mit ihrer Mutter und zwei Brüdern noch rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte. Ihr Schicksal ging mir ungemein zu Herzen.
Es ist schwer genau zu erklären, warum mir dieses Buch so gut gefallen hat, denn ich möchte nicht zu viel verraten. Es werden viele sensible Themen des 2. Weltkriegs aufgegriffen. Es geht um Täter, Opfer und vor allem um Familie. Wer hat sich schuldig gemacht? Wie geht die „unschuldige“ Generation damit um? Wie passen Vergangenheitsbewältigung und aktuelle Politik zusammen?
Dieses Buch ist ungemein wichtig, wie alle Geschichten, die uns helfen nicht zu vergessen. Natürlich ist mir klar, dass es sich hierbei um einen historischen Roman handelt. Aber die Hintergründe sind wahr und wurden sehr gut recherchiert. Ein wenig Vorwissen setzt Claire Winter voraus, denn sie verzichtet fast vollständig auf das Beschreiben von Kriegsverbrechen. Die Suche nach der Wahrheit im Namen von Jonathan steht eindeutig im Mittelpunkt und davon soll nichts ablenken.
Ein Teil der Handlung spielt auch in meiner Heimat Tirol. Wieder durfte ich einiges lernen. Ein Kapitel, welches mir nur am Rande bekannt war und nun wurde meine Neugier geweckt.
Die anderen Bücher der Autorin sind bereits auf meiner Wunschliste gelandet. Wieder eine Neuentdeckung!
www.mariessalondulivre.at
Zwei Welten prallen aufeinander
Der Club der Traumtänzer von Andreas Izquierdo
Gabor Schöning soll ein sehr wichtiges Projekt in seiner Firma zum Ende bringen. Wenn dieses erfolgreich abgeschlossen wird, dann winkt die Partnerschaft. Damit könnten all seine Träume in Erfüllung gehen. Seine Zukunft liegt bereits klar und deutlich vor ihm: gut aussend, wohlhabend und rücksichtslos, um in seinem Beruf weiterhin zu glänzen.
Ein Autounfall, hervorgerufen durch eine recht peinliche Situation, könnte alles zunichte machen. Aber sein Glück scheint ihm hold zu sein. Denn die ältere Dame, welche Gabor angefahren hat, unterbreitet ihm einen Vorschlag, den er kaum ablehnen. Kathrin ist Rektorin in einer Schule für Kinder und Jugendlichen mit Lernbehinderung. Im Austausch zu ihrem Schweigen, muss er bis zu ihrer völligen Genesung einer kleinen Gruppe Tanzunterricht geben. Dieser Deal scheint zu einfach zu sein, um ihn abzulehnen.
So nimmt er den Vorschlag an und erkennt zu spät, welcher Herausforderung er sich stellt.
Wie hat es mir gefallen?
Andreas Izquierdo habe ich erst vor kurzem kennenlernen dürfen und zwar mit seinem Buch „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“.
„Der Club der Traumtänzer“ besteht aus 5 Teenagern, die Gabro Schöning unterrichten soll. Alle fünf besuchen eine Schule für lernschwache Kinder.
Felix wohnt seit dem Tod seiner Eltern bei seinen Großeltern.
Jennifer ist die übergewichtige Tochter wohlhabender Eltern, die sie auf Schritt und Tritt kontrollieren.
Vinnie lebt bei seiner Mutter und kann einfach nicht still sitzen.
Marvin ist groß und klobig, setzt sich gerne mit den Fäusten durch.
Lisa wirkt ungelenk und spricht nicht.
Gabor ist das komplette Gegenteil. Er weiß sich zu bewegen, auszudrücken. Er ist intelligent und seine Ausbildung hat ihn zu einem erfolgreichen Unternehmensberater gemacht. Sein Ruf kaltblütig und rücksichtslos zu sein, erfüllt ihn mit Stolz.
Zwei unterschiedliche Welten prallen hier aufeinander. Die Kinder kommen aus so unterschiedlichen Familien, aber allen ist nicht nur das Lernproblem gemeinsam sondern auch die alltäglichen Probleme.
Als Gabor auf seine Tangokids trifft, kann er anfangs keine Verbindung zu den Kindern aufbauen. Sie stellen seine Geduld auf eine harte Probe.
Auch die Rektorin Kathrin Bendig gibt ihm ständig zu denken. Sie sieht in allen Menschen das Gute. Sie braucht ihren Optimismus auch, um sie ihrer großen Aufgabe zu stellen. Ihre Methoden fallen bei Gabor nicht immer auf fruchtbaren Boden.
Je näher Gabor seine Schützlinge kennenlernt, desto mehr interessiert er sich für ihr Leben, ihre Familien und ihre Schicksale. Er erinnert sich immer öfter an seine eigene Kindheit und Jugend und merkt, dass diese nicht so sehr von denen der Teenager unterscheidet.
Ich denke, alle Leser/innen werden anfangs große Probleme mit der Figur des Gabor Schöning haben. Er ist eingebildet, unnahbar und nicht gerade sympathisch. Darum ist seine Entwicklung so wundervoll zu beobachten. Dabei lässt er kaum ein Fettnäpfchen aus.
Die Geschichte spielt in einem Umfeld, das mit Vorurteile behaftet ist. Kaum jemand, der nicht direkt davon betroffen ist, weiß welche Probleme tagtäglich zu bewältigen sind. Und alle haben ihr Päckchen zu tragen.
Wie im richtigen Leben braucht es manchmal einen frischen Wind. Jemanden, der völlig unbedarft an die Sache heran geht. Genauso empfand ich Gabor, der in eine Situation gelangt, die er nicht kontrollieren kann.
Die Dynamik, zwischen Gabor, seinen Arbeitskollegen, der Rektorin und den Kindern entwickelt sich langsam aber stetig.
Jeder Figur wird Raum gegeben, um seine Sichtweise zu erzählen. Lisa, Jennifer, Marvin, Vinnie und Felix geben Einblicke in ihre Vergangenheit. Viele davon schmerzhaft, aber keiner lässt sich unterkriegen. Sie beweisen Stärke und bieten dem Schicksal die Stirn.
Eine berührende Geschichte, die mich auch ein paar Tränen kostete. Figuren, die sich entwickeln konnten und damit sehr überraschten.
www.mariessalondulivre.at
Nette Unterhaltung für Zwischendurch
Mit allem, was ich habe von Jodi Ellen Malpas
Jake Sharp lebt seit 4 Jahren ein Leben im Schatten seiner Vergangenheit. Nach seiner Zeit als Scharfschütze in der Armee, arbeitet er als Sicherheitsmann und Bodyguard. In seiner knappen Freizeit trinkt er zu viel und hat jede Menge ONS. Einfach nur körperliche Betätigung ohne Verpflichtungen und ohne Gefühle.
Sein neuer Auftrag führt ihn zu Camille Logan. Eine junge Frau mit einem reichen, einflussreichen Vater und einem schlechten Ruf. Nach ihrem Drogenentzug arbeitet sie wieder als Model und versucht für ihre Modelinie Investoren zu finden.
Als sie erfährt, dass ihr ein Bodyguard zur Seite gestellt werden soll, sträubt sie sich vehement dagegen. Ihr ist nicht klar, warum sie so intensiven Schutz braucht. Jakes Anblick lässt sie dann aber sofort verstummen. Dieser gutaussehende geheimnisvolle Fremde soll ihr also überallhin folgen? Zu Partys, beruflichen Meetings, Fotoshootings und Mädelsabenden.
Da Camille die Bedrohung anfangs nicht wirklich ernst nimmt, strapaziert sie Jake Geduld ungemein. Doch als ihr Exfreund Sebastian ihr auflauert und sie angreift, ist sie ungemein froh, Jake an ihrer Seite zu haben.
Jake spürt recht schnell, dass Camille nicht ihrem Ruf entspricht. Er erkennt in ihr eine interessante Frau, die weder oberflächlich noch verwöhnt ist. Seine raue Schale bekommt langsam Risse, aber er weiß genau, dass Camille die Wahrheit über seine Vergangenheit erfahren muss. Da er diese aber selbst noch gar nicht verarbeitet hat und sich noch nicht verziehen hat, sind die Hürden extrem groß und scheinen unüberwindbar.
Wie hat es mir gefallen?
Das Cover ist eindeutig ein Eyecatcher. Wer fühlt sich dabei nicht an den Film „The Bodyguard“ erinnert? Vor allem der Soundtrack hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Die CD wird auch öfter gehört, denn Whitney Houston hat einfach eine geniale Stimme. Deshalb konnte ich diesem Buch nicht widerstehen.
Der Einstieg in die Geschichte gelang mir auch sehr gut. Jake hat eine typische Soldatenkarriere hinter sich, allerdings leidet er an Flashbacks und extremen Schuldgefühlen. Nur seine Arbeit hält ihn noch über Wasser. Seine Figur entspricht so ziemlich jedem Klischee. Dennoch fand ich ihn sympathisch, denn er weiß um seine Stärken und versucht seine Schwächen auszumerzen.
Bei Camille bin ich hin und her gerissen. Zeitweise ging sie mir tierisch auf die Nerven mit ihrem Modelgetue und dann wieder hatte sie sehr herrische und witzige Momente. Wobei auch hier einige typische Eigenschaften in die Story eingewoben werden.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich mochte ihren Schreibstil. Sie hat ein Auge für Details zB bei Mode. Leider muss ich sagen, dass die Spannung im Laufe der Geschichte auf der Strecke blieb. Gut, man kann einwerfen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt und deshalb keine große Krimihandlung zu erwarten sei. Aber die Ausgangssituation rund um das Engagieren eines Bodyguards, um die Tochter zu schützen, hätte auf jeden Fall Potenzial gehabt, eine ansprechende Nebengeschichte zu bieten. So dümpelte die „Aufklärung“ des Falles vor sich hin, stattdessen gab es ein paar ungewöhnliche Szenen in der freien Natur, die mich ein wenig befremdet haben.
Das Buch war nette Unterhaltung für Zwischendurch, ohne hohen Anspruch aber ich werde mir die Autorin für die Zukunft merken.
www.mariessalondulivre.at
Skurrile 88jährige erzählt ihre Geschichte
Fräulein Hedy träumt vom Fliegen von Izquierdo Andreas
Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.
Die schlüpfrigen, eindeutigen Antworten würdigt Fräulein Hedy keines Blickes oder Kommentars, denn eigentlich hat sie bereits eine Entscheidung gefällt. Ihr Physiotherapeut Jan soll ihr Chauffeur werden und sie zum Strand begleiten.
Sie rechnet jedoch gar nicht damit, dass Jan gar keinen Führerschein besitzt. Auf Grund seiner Legasthenie konnte er keinen Führerscheinkurs belegen.
Fräulein Hedy denkt nicht daran aufzugeben. Sie bietet Jan ein Stipendium in ihrer Stiftung für begabte Kinder an. Sie finanziert einen Lese- und Schreibkurs für Jan und treibt ihn in privaten Übungsstunden zur Verzweiflung.
Zwischen all den Übungen und den Therapiestunden erzählt Fräulein Hedy ihre Geschichte, die mit der wundervollen Liebe zwischen ihren Eltern beginnt in Berlin der 20er Jahre beginnt und dem Schicksal der Familie von Pyritz im Weltkrieg folgt. Die Nachkriegsjahre sind voller Mühe aber schließlich erkennt Hedy ihren Weg.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an Lovelybooks und den Verlag für das Leseexemplar. Ich bin zufällig über dieses Buch gestolpert, denn von Andreas Izquierdo habe ich bereits „Club der Traumtänzer“ bei mir und ich hatte irgendwie ein gutes Gefühl beim Klappentext zu „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“.
TIMBUKTU
Hat für Fräulein Hedy eine ganz besondere Bedeutung. Ein Schlachtruf, den sie mitten in der Nacht von ihrem Balkon über den Ort laut hinausschreit. Dieser Moment erscheint als Startschuss für einen neuen Abschnitt im Leben der 88jährigen. Ein Weckruf, dem eine einzigartige Anzeige in der Zeitung folgt. Fräulein Hedy von Pyritz leitet eine Stiftung für hochbegabte Kinder. Ihr Ruf eilt ihr voraus und kaum einer widerspricht ihr. Ihre Entscheidungen werden nicht in Frage gestellt, aber die Fassade bröckelt.
Jan - ihr Physiotherapeut, erweckt eine neue Seite in Hedy. Sie möchte das Beste aus dem jungen Mann herauslocken. Trotz seiner Legasthenie hat er die schwere Prüfung zum Therapeuten geschafft. Jan stellt eine richtige Herausforderung dar, denn sein Selbstbewusstsein muss erst aufgebaut werden und dies ist gar nicht so einfach, denn seine Kindheit hat ihn sehr geprägt.
Die Geschichte rund um Hedy und Jan wird durch emotionale Rückblicke ergänzt. Der Autor lässt uns einen Blick ins Berlin der 20er Jahre werfen. Eine Stadt, die ihrem Ruf gerecht wurde und die Menschen nach dem 1. Weltkrieg eine neue Freiheit schenkte.
Der Ausbruch des 2. Weltkriegs bringt auch Hedys Welt komplett ins Wanken. Ihr Heimatort verändert sich unter dem Einfluss der Nazis, denn außergewöhnliche Menschen sind nicht sehr erwünscht und Widerspruch gegen die Parteimeinung ist natürlich auch nicht erwünscht.
Deutschlands Aufschwung in den 50er Jahren erlebt Hedy hautnah mit. Diese Zeit wird wegweisend für ihr Leben und ihre Stiftung.
Doch damit ist noch alles nicht erwähnt, jedoch möchte ich niemanden zu viel verraten, denn das Buch wartet mit einer rundherum gelungenen Story auf, die emotional und mit viel Gefühl erzählt wird.
Sehr bildlich entführte mich Andreas Izquierdo in die Vergangenheit, lässt Menschen entstehen, mit denen ich gelacht und gelitten habe. Manches Schicksal hat mich zum Taschentuch greifen lassen oder auch mal wütend aufstampfen.
„Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ punktet mit einer skurrilen weiblichen Hauptfigur, die der Leser ganz genau kennenlernen darf. Ihr fortgeschrittenes Alter erlaubt ihr allerlei Schrullen, die sie extra sympathisch machen. Ihre Hartnäckigkeit, Jan zu unterrichten, scheint manches Mal hartherzig zu sein, aber Jan dankt es ihr mit einer phänomenalen Entwicklung, die seines gleichen sucht.
Absolute Leseempfehlung von meiner Seite.
www.mariessalondulivre.at











