Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Dana:
schönes Kindersachbuch, toll illustriert
Steck mal in meiner Haut! von Saskia Hödl; Pia Amofa-Antwi
In diesem Kindersachbuch geht es um Rassismus in verschiedenen Formen und wie man damit umgehen kann, auch als Kind. Auf sehr schön illustrierten Doppelseiten gibt es Einblicke in ganz verschiedene Themenbereiche. Die Vorlesetexte für die Kinder sind gut verständlich und einfach gehalten, zumindest auf den allermeisten Seiten.
In der Fülle war es schon recht komplex und vielleicht kann nicht jedes Kind sofort alles vom Inhalt aufnehmen. Einige Seiten empfand ich auch als etwas sehr weit gegriffen und für das Alter von 5 Jahren vielleicht noch etwas kompliziert, diese richten sich vielleicht eher an etwas ältere Kinder. Schön fand ich, dass es in den Texten Beispiele und Vergleiche gibt, die es für die junge Zielgruppe besser nachvollziehbar macht, was gemeint ist und was sie selbst tun oder sagen können, wenn ihnen auffällt, dass etwas nicht okay ist, egal ob es sie selbst betrifft oder andere.
Etwas schade fand ich, dass hier nicht nur der Fokus auf die Kinder als Zielgruppe gelegt wurde. Die Tipps für Pädagogen und Eltern sind zwar sicher nicht schlecht, aber sollte ein Grundschulkind das Buch selbst lesen wollen, sind diese Felder natürlich irgendwie etwas ungünstig. Vielleicht hätte man das lieber trennen sollen. Auch das Glossar am Ende ist eher nicht besonders kindgerecht, auch wenn eine Erklärung von Fachbegriffen immer sinnvoll ist, manchmal kann man vielleicht aber auch mit weniger von ihnen arbeiten, wenn es sich an Kinder richtet, auch wenn es bei manchen Themengebieten sicher schwieriger ist.
Insgesamt aber wirklich ein sehr schönes Buch, dass toll illustriert ist und an ein wichtiges Thema heranführt. Durch die sehr unterschiedlichen Abbildungen werden sich viele Kinder mit dem Buch identifizieren können und auch sehen, wie bunt und vielfältig die Welt ist und dass wir, auch wenn wir alle unterschiedlich sind in unserem Aussehen und unseren Eigenschaften, doch alle irgendwie gleich sind.
vielseitige Familienmodelle, liebevoll illustriert, 4,5 Sterne
So sind Familien von Judith Allert
In „So sind Familien“ werden in 14 in sich abgeschlossenen Geschichten unterschiedliche Familien vorgestellt, die zwar auf verschiedene Art zusammenleben, die aber alle ganz ähnliche, alltägliche Sorgen, Probleme oder Freuden haben. Es gibt kein „so muss eine Familie“ sein. Familien sind individuell, bunt und auf tausend verschiedene Arten genau richtig.
Ob man mit zwei Mamas oder zwei Papas aufwächst, mit einem Papa und einer Mama, mit Geschwistern oder ohne, mit Haustieren oder ohne Tiere, in einem gemeinsamen Haus mit mehreren Generationen oder nur mit einer kleinen Anzahl an Personen, nichts davon ist richtiger als eine andere Variante. Manche Familienmitglieder kommen aus unterschiedlichen Ländern, bringen verschiedene Kulturen, Sprachen und Erfahrungen mit, all das macht Familien noch bunter und besonderer. Liebevoll illustriert kann man zwischen den Buchdeckeln entdecken, wie es in den Familien aussieht, die man hier begleitet.
Mir hat das Buch insgesamt wirklich richtig gut gefallen. Die Texte sind sprachlich leicht gehalten, so dass auch kleine Zuhörer der Handlung folgen können. Die Geschichten selbst sind nicht sehr komplex und lassen einen einfach in kurze Episoden der Familie eintauchen. Die tollen, liebevollen Illustrationen führen einen gut durch die Geschichten und machen die Familien gleich richtig greifbar. Man bekommt eine Vorstellung von ihnen und ihrem Zusammenleben. So kann man auch unterschiedliche Kulturen, das Vorhandensein von Haustieren, Geschwistern oder weiteren nah bei ihnen lebenden Familienangehörigen auf einem Bild zu Beginn der Geschichte erfahren und möglicherweise mit den Kindern, denen man die Geschichten vorliest, direkt darüber sprechen, bevor man in die eigentliche Kurzgeschichte eintaucht. Damit wird auch direkt auf den ersten Blick deutlich, wie unterschiedlich und bunt mischt die Familien innerhalb des Buches sind. Bei manchen ist es ruhiger, bei anderen etwas wilder. Und bei manchen werden auch einfach mal die Rollen getauscht.
Die Mischung im Buch ist gut gewählt, weil es so vielseitig ist und man damit ganz unterschiedliche Familien sieht. Gleichgeschlechtliche Elternpaare sind genauso integriert wie Familien, in denen sich die Eltern getrennt haben und es damit neben den eigentlichen Eltern noch einen zusätzlichen Partner gibt und Familien, in denen jemand ein Handicap hat. Meistens gibt es jede Familienstruktur nur einmal innerhalb des Buches, Eltern, die aus Mama und Papa bestehen, gibt es aber schon häufiger. Bei ihnen unterscheiden sich dann die Anzahlen der Kinder, die Kulturen, ob es Haustiere gibt oder ob weitere Familienangehörige bei ihnen oder direkt in der Nähe wohnen. So hat jede Familie ihre Besonderheiten. Richtig schön fand ich, dass es ganz egal ist, wie die Familie zusammengestellt ist, jede von ihnen hat so ihre Alltagsproblemchen, Hürden oder eben auch freudige Momente, schöne Ausflüge und Erlebnisse. Es wird auch nicht unbedingt in den Mittelpunkt gestellt, wie die Familie „aufgebaut“ ist, man erlebt einfach eine kleine Episode aus ihrem Leben, zum Beispiel wenn die Kinder Radfahren lernen oder wenn die Kinder und Eltern mal die Rollen tauschen, weil es ja gar nicht so schwer sein kann, sich um den Haushalt zu kümmern.
Um noch ein paar spezifischere Einblicke zu geben: Ebenfalls integriert ist, dass nicht die Blutsverwandtschaft allein entscheidet, wer Familie ist. Gleich in der ersten Geschichte wird dieses Thema aufgegriffen. Manchmal kann auch eine kleine Familie entstehen, wenn jemand eigentlich zuvor nicht zu ihnen gehörte. Schön eingeflochten waren auch Handicaps, die manche Familienmitglieder haben. So sitzt eines der Mädchen im Buch zum Beispiel im Rollstuhl, eine Oma in einer anderen Geschichte scheint an Demenz erkrankt zu sein und bringt manches durcheinander. Für die Kinder nicht unbedingt eine einfache Situation, wenn die Oma sie nicht mehr erkennt, aber ein guter Aufhänger, um auch über solche Themen zu sprechen. Richtig schön fand ich auch die Geschichte mit den beiden Eineiigen Zwillingen, in denen die Besonderheiten jedes einzelnen eine Rolle spielten.
Mini-Spoiler:
Nur eine Geschichte empfand ich als nicht komplett gelungen und das war die, in der sich das Einzelkind ein Geschwisterchen wünscht. Klar kann man sich viel wünschen und das wird eben nicht immer in Erfüllung gehen, besonders wenn es eh schon schwierig war dieses eine Kind zu bekommen. Und wenn man betrachtet, für welches Alter das Buch geschrieben ist, braucht es hier auch keinen langen Aufklärungstext, dennoch empfand ich den Umgang mit dem Thema als etwas „schnell abgetan“ und auch die Alternative, dass er doch dann einfach mit dem Hund des Nachbarn spielen könnte, war irgendwie unbefriedigend. Die Idee kam zwar nicht von den Eltern, sondern vom Nachbarn, aber trotzdem war es irgendwie schade. Ein Hund ersetzt ja nicht den Wunsch nach einem Geschwisterkind. Und der Junge in der Geschichte war durchaus in einem Alter, in dem man verstehen kann, dass manches schwierig ist.
Spoiler-Ende
Fazit
Ein richtig schönes, toll und liebevoll gestaltetes Buch, das zeigt, wie bunt und vielseitig Familien sind. In jeder Familie läuft es etwas anders, selbst wenn die gleiche Anzahl an Familienmitgliedern und Haustieren da sind. Jede Familie hat schöne Momente, tolle Gespräche, Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben genauso wie kleine Sorgen und Probleme, Schwierigkeiten, Stress oder Unstimmigkeiten in der Kommunikation. So ist das Leben, das gehört dazu. In kurzen Geschichten kann man die 14 Familien in mehr oder weniger alltäglichen Situationen oder bei kleinen Ausflügen begleiten und erleben, wie es bei ihnen so läuft, wo auch mal Chaos entsteht und was für wertvolle Erfahrungen sie aus unterschiedlichen Momenten mitnehmen. Zwischen den Buchdeckeln stecken schöne, kleine Botschaften, Augenblicke zum Schmunzeln aber auch mal Szenen, die vielleicht nachdenklich machen oder für ein bisschen Gesprächsbedarf sorgen. Insgesamt eine wirkliche schöne Mischung.
informativ, übersichtlich gestaltet, 4,5 Sterne
Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 8 - Ozeane von Carola von Kessel
Wie sind eigentlich unsere Ozeane entstanden? Wieso ist das Wasser salzig? Wer lebt alles im Meer und wie ernähren sie sich? Was können wir als Menschen tun, um dieses faszinierenden Lebensraum zu schützen? Mit all diesen und noch einigen fragen mehr beschäftigt sich das Erstleserbuch rund um das Thema Ozeane.
Die Schrift ist groß gehalten, so sind die Seiten nicht zu voll und man kann den Inhalt gut überblicken. Durch eine einfache Wortwahl und kurze Sätze werden die Informationen auch für Kinder verständlich. Hin und wieder werden natürlich Fachworte benutzt, diese werden dann jedoch im Text auch erklärt, so dass man direkt weiß, womit man es zu tun hat. Die Ozeane sind ein sehr komplexer und facettenreicher Lebensraum, der viel zu bieten hat und längst noch nicht komplett erforscht ist. Das Buch bietet einen schönen Überblick über ganz verschiedene Themenbereiche, die sich um die Entstehung und die Veränderungen der Ozeane drehen, die aufzeigen, wer alles im Meer lebt und wieso der Lebensraum bedroht ist. Jedes Themengebiet wird nur kurz angerissen, man kann daher nur einen ersten Einblick erhalten. Wenn man sich für einen Bereich mehr interessiert, wird man darüber hinaus recherchieren müssen. Das Buch zeigt jedoch wie vielfältig die Aspekte sind und was alles eine Rolle spielt, wenn man Ozeane betrachten möchte. Mit vielen tollen Fotos, Grafiken und Illustrationen werden die Inhalte zudem sehr anschaulich präsentiert. Von vielen der angesprochenen Dinge erhält man so auch direkt ein Bild. Schön gemacht fand ich auch den munteren Seestern, der einen durch das Buch mitnimmt. Mit kleinen, teils witzigen Kommentaren ergänzt er die Dinge, die in den Sachtexten stehen.
Am Ende jedes Kapitels gibt es ein Leserätsel. Diese sind immer wieder anders aufgebaut und können auf spielerische Art für einen kleinen Wissenstest genutzt werden. Dabei dreht es sich jeweils um die Inhalte des vorangegangenen Kapitels. Auch ein paar Aufkleber sorgen für Abwechslung beim Anschauen und Lernen. Eine sehr schöne Idee ist auch immer das Leselotto am Ende jedes Buches. So enthält das Buch nicht nur Informationen sondern bietet darüber noch Möglichkeiten für Spaß und Spiel. Gut gefallen hat mir auch, dass das Thema Umweltschutz ebenfalls angesprochen wurde.
Manchmal ist es ein wenig schade, dass für jedes Thema nur so wenig Platz im Buch ist, zwischendurch wäre eine Doppelseite mehr vielleicht schön gewesen, um auf das eine oder andere noch mehr einzugehen. Insgesamt empfand ich den Überblick und Einblick in die verschiedenen Themenbereiche jedoch gut. Man kann ein Gefühl dafür bekommen, wie komplex Ozeane sind und wie vielfältig der Lebensraum ist, den sie bieten.
Abenteuer auf der Insel der Zeit - facettenreich, vielseitig, toll aufgebaut/4,5 bis 5 Sterne
Baddabamba und die Insel der Zeit,6 Audio-CD von Markus Orths
Eigentlich wollte Paula nur einen kleinen Ausflug aufs Meer machen. Sich und auch ihrer Familie beweisen, dass sie keinesfalls zu klein ist, um ebenfalls mit einem Brett über die Wellen zu flitzen, wie ihr Vater und ihre Brüder es zuvor getan haben. Doch dann passiert ein Unglück und Paule strandet auf der Insel Chronossos- der Insel der Zeit.
Dort gelten die Regeln, die Paula bisher kannte nicht, denn dieser Ort hat seine eigenen Gesetze zu Raum und Zeit. Um die Zehnjährige wieder zurück zu ihrer Familie zu bringen, muss sie einiges lernen und gut vorbereitet sein, denn es ist alles andere als leicht, durch die Zeit zurück zu reisen – sogar nahezu unmöglich. Als Unterstützung an ihrer Seite sind dabei die Urwald-Oma, Sau Anna Bella und Gorilla Baddabamba.
Ich habe einen Moment gebraucht, um mich an die Sprech- und Betonungsweise von Anna Thalbach zu gewöhnen. Teilweise zieht sie das Tempo beim Lesen enorm an und macht dabei Pausen innerhalb der Sätze, die ich als ungewöhnlich empfand. Daran habe ich mich jedoch schnell gewohnt und im Laufe der Geschichte ist es mir dann auch nicht mehr so sehr aufgefallen, wie noch zu Beginn. Insgesamt fand ich es aber gut, dass sie das Sprechtempo der Situation anpasst, damit unterstützt sie das zwischendurch ansteigende Tempo der Handlung und die Turbulenzen, die im Buch immer wieder auftauchen. Man fühlt sich direkt mit unter Strom gesetzt, ohne dabei „gehetzt“ zu werden. Es unterstreicht einfach die aufkommende Spannung. Richtig gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich sie die Charaktere liest. Man kann die Figuren gut voneinander unterscheiden und es schwingt viel von der Persönlichkeit mit, so wirkt die Handlung direkt noch lebendiger.
Sau Anna Bella ist sehr lebenslustig, manchmal etwas aufgedreht, hat gern Spaß und genießt einfach ihr Leben in vollen Zügen, mit all den Dingen, die ihr Freude machen. Sie lässt im wahrsten Sinne des Wortes gern die Sau raus. Mir war sie manchmal fast schon ein bisschen zu abgedreht mit ihren Ideen, allerdings ist sie auch ein schöner Gegenpol zu den anderen Charakteren und im Verlauf des Buches wird dann auch klar, dass sie ebenfalls noch weiter Seiten hat als nur die lustig-ausgelassene, der es egal ist, wie viel Cola man (auch als Kind) so trinkt.
Baddabamba habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Der ausgeglichene, gütige und oft weise wirkende Gorilla ist der Ruhepol auf der Insel. Er bringt Paula viele wertvolle Dinge bei, zum Beispiel auch, wie wichtig es ist, geduldig zu sein, Nichtstun und Innehalten auszuhalten und planvoll vorzugehen. Ich mochte seine Art mit dem Mädchen umzugehen und es zu beschützen. Auch über ihn erfährt man innerhalb der Geschichte einiges zu seiner Vergangenheit, wie er zur Urwald-Oma kam und auch dass es wirklich düstere Zeiten bei ihm gab. Das macht die Figur noch vielseitiger und greifbarer und unterbricht auch die Gute-Laune-Stimmung ein wenig, was ich jedoch gut fand, weil im Leben eben leider auch nicht immer alles nur locker-leicht ist.
Die Urwald-Oma ist ein echtes Unikat. Sie vereint so viele verschiedene Eigenschaften in sich, je nachdem welche Tageszeit gerade ist. So ist sie allein schon ein sehr facettenreicher Charakter mit einem sehr niedlichen Begleiter, der in ihren Haaren sein Heim hat.
Paula kennt als Menschenmädchen die Insel der Zeit natürlich nicht und muss sehr viel lernen. Das fällt ihr nicht immer leicht und selbst wenn sie dachte, sie hätte das eine oder andere verstanden und verinnerlicht, ist es für sie nicht immer einfach, sich in der Akutsituation dann auch an das Gelernte zu erinnern. So passieren Fehler und unbedachte Handlungen. Manchmal ist sie etwas ungestüm und eben doch weiterhin ungeduldig. Aber sie ist eben auch erst zehn und manche Dinge brauchen mehr Zeit als die, die sie auf der Insel hat. Man spürt jedoch trotzdem, dass sie sich entwickelt, sich dem Leben auf der Insel anpasst, viel hinterfragt, das Wissen, das ihr präsentiert wird, so gut es geht aufsaugt und sich bemüht, es anzuwenden.
Es stecken sehr viele zauberhafte Ideen in dem Buch. Besonders begeistert war ich von der detailreichen, vielseitigen, anschaulich beschriebenen Welt, in der es enorm viel zu entdecken und erleben gab. Sehr ungewöhnliche Orte und Wesen, Eigenarten und Möglichkeiten. Immer wieder gibt es etwas Neues, was für kleine Herausforderungen oder schöne Augenblicke sorgt, langweilig wird es wirklich nie. Ich mochte auch die Dynamik zwischen den Figuren richtig gern. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie so unterschiedlich sind, ergänzen sie sich gut und Paulas Begleiter sind ein ziemlich gutes Team. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, bestehen Gefahren, haben Spaß, tauschen sich aber auch zu ernsteren oder bedrückenderen Themen aus oder philosophieren über das eine oder andere. So entsteht eine abwechslungsreiche Handlung in der man sich immer wieder überraschen und verzaubern lassen kann.
Mir persönlich war Anna Bella etwas zu drüber, aber ich bin nun auch keine zehn Jahre mehr alt. Ich schätze, Kinder hätten mit ihr einfach nur Spaß und würden sich schieflachen über die Dinge, die Paula und sie zusammen erleben – zumindest in den Augenblicken, in denen sie noch geschützt in der Villa sind. Auf der Reise wird es auch mit Anna Bella dann nicht immer nur lustig und unbeschwert sein.
Fazit
Ein wirklich schönes Hörbuch, das mir viel Freude gemacht hat. Die vielseitigen, sehr unterschiedlichen Figuren, die alle ihre Geschichte mitbringen und diese auch in die Handlung einfließen lassen, haben mir insgesamt sehr gut gefallen, auch wenn mir persönlich Anna Bella etwas zu aufgedreht war. Es stecken wahnsinnig viele kreative, liebevoll ausgearbeitete Ideen in dem Buch, die mich richtig begeistert haben. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Es gibt lustige Passagen und ernstere Momente, kleine und größere Abenteuer, Turbulenzen und Gefahren und auch sehr viel Zusammenhalt und Freundschaft.
informativ, vielseitig, bunt
Queergestreift von Kathrin Köller; Irmela Schautz
Sind wir wer wir sein wollen oder sind wir wer wir sein sollen? Direkt nach der Geburt bekommen wir unser erstes „Label“ aufgedrückt: männlich oder weiblich. Zumindest in den allermeisten Fällen. Aber was ist, wenn sich im Laufe der Zeit herausstellt, dass das Geschlecht, das wir zugeordnet bekommen haben, nicht dem entspricht, wie wir uns fühlen? Und was ist, wenn auch das andere nicht so recht zu einem passen will? In einer heteronormativ geprägten Welt scheint es nicht so leicht zu sein, seinen Platz zu finden und frei zu äußern, wen man liebt oder wie man sich fühlt, wenn man in diese scheinbare Norm nicht passen will.
Wie schlimm, verstörend und irritierend das für Betroffene sein kann und wie vielfältig die Welt hinter dieser „Norm“ ist, das zeigt „Queergestreift“. Es sensibilisiert und klärt auf, gibt Einblicke in die Gedanken und Gefühle von Betroffenen und baut hoffentlich auch ein paar Vorurteile ab, die möglicherweise nur durch Unwissenheit entstanden sind.
Obwohl wir inzwischen 2022 schreiben, ist es leider alles andere als selbstverständlich, dass Menschen lieben dürfen, wen sie wollen und dass sie sich fühlen dürfen, wie sie sich nun mal fühlen. Es muss nach wie vor viel für Rechte, Gleichstellung, Akzeptanz und Toleranz gekämpft werden, auch wenn sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Eigentlich absolut unverständlich, wieso es so schwierig zu sein scheint, schließlich wäre es doch für alle einfacher, wenn man offen, sensibel und tolerant gegenüber allen Arten von Liebe, Identitätsausdrücken und solchen Dingen wäre. Damit meine ich jetzt nicht toxische oder gewaltbehaftete Beziehungen und Bindungen, sondern all die anderen vielfältigen Wege sich zu verlieben oder es eben zu lassen bzw. sich selbst zu definieren. Es wäre weniger Stress, weniger Ärger, weniger Konflikte, mehr Zufriedenheit, mehr Akzeptanz, mehr Ruhe für alle – klingt doch traumhaft oder? Die Realität ist nun leider nicht so, aber vielleicht kommen wir irgendwann dahin, dass wir nicht mehr meinen über alles urteilen zu wollen, was andere so tun, wie sie denken und sich fühlen.
Queergestreift beleuchtet nach und nach die einzelnen Buchstaben in „LGBTQIA+“, so dass man eine gute Gliederung innerhalb des Buches hat und entweder von vorn durchgeht oder sich eben den Buchstaben raussucht, der einen am meisten interessiert. Die Bereiche sind klar unterteilt und auch innerhalb jedes Kapitels gibt es eine gute Gliederung, die es übersichtlich macht. Durch zahlreiche Illustrationen wird das Buch noch abwechslungsreicher bei der Betrachtung und sehr bunt. Mir manchmal etwas zu bunt, aber das liegt einfach daran, dass ich nicht so sehr auf quietschbunt stehe, das ist ja absolute Geschmackssache und tut dem Inhalt nun keinen Abbruch. Da die Welt und eben auch Sexualität und Identität sehr bunt und vielfältig sind, passen die farbenfrohen Bilder aber auf jeden Fall zum Thema. Zusätzlich wirkt der Text auch nicht so erschlagend, da es durch die Illustrationen etwas aufgebrochen wird.
Wörter oder Abkürzungen, die innerhalb der Texte vorkommen und einer Erklärung oder Definition bedürfen, sind am Seitenrand erläutert. So hat man alles direkt beisammen und muss nicht ewig blättern, um eine Antwort zu erhalten, sollte man die Begriffe nicht kennen.
Ein wenig gestört hat mich, dass der Text teilweise gewollt „hipp“ wirkte, zumindest auf mich. Englische Ausdrücke, die wie selbstverständlich eingeflochten werden, es zumindest in meinem Sprachgebrauch aber nicht sind, haben mich teilweise etwas aus dem Lesefluss gerissen. Je nachdem, wer das Buch zur Hand nimmt, ist dann vielleicht sogar ein Nachschlagen der Begriffe notwendig, um die es eigentlich innerhalb des Buches ja aber gar nicht gehen sollte. Ich fand das etwas schade, weil man auch einfach im Deutschen hätte bleiben können und alle würden gleich verstehen, was gemeint ist. Für eine junge Leserschaft wirkt es aber möglicherweise auch mitnehmend und sie fühlen sich sprachlich gut abgeholt.
Insgesamt sind die Texte informativ und vielseitig angelegt. Innerhalb der Kapitel gibt es sowohl Erklärungen als auch Erfahrungsberichte und auch Anlaufstellen, falls man Beratung oder einfach Vernetzung möchte. Das hat mir gut gefallen, weil Menschen, die vielleicht nicht so viel Akzeptanz in ihrem Umfeld bekommen, so ein Netzwerk finden, dass sie auffangen und aufbauen kann, ohne dass sie ewig suchen müssen. Außerdem kann es auch dabei helfen, wenn man selbst vielleicht noch nicht genau weiß, in welche der „Schubladen“ man passt. Wobei wir ja eigentlich genau davon wegwollen: vom Schubladendenken.
Auch die Unterschiede, die es innerhalb eines Buchstabens gibt, werden jeweils mit aufgegriffen. Das „L“ steht ja zum Beispiel für lesbian/lesbisch. Da könnte man platt sagen, okay eine Frau liebt/begehrt eine Frau und das stimmt an sich natürlich auch, aber es ist eben doch vielfältiger, weil zum Beispiel auch ein Teil der trans Personen oder non-binäre darunter fallen. Insgesamt ist das Thema einfach viel komplexer, als man es sich so vorstellt, wenn man sich noch nicht so viel damit beschäftigt hat.
Je nachdem wie viele Einblicke man im LGBTIQA+ Spektrum so hat, je unterschiedlicher wir es auch sein, wie viel innerhalb des Buches für einen neu ist und wie erschlagend vielleicht auch all die vielseitigen Informationen, die zwischen den Buchdeckeln stecken. Für mich gab es auf jeden Fall Abschnitte, in denen ich noch einiges erfahren habe, was mir bisher unbekannt oder einfach nicht so bewusst war, wie auch einige der geschichtlichen Rückblicke. Besonders gut gefallen hat mir einfach auch die Mischung an Themen. Es wird nicht beschönigt, es gibt Diskriminierung, zu viel, es gibt Missstände, es ist nicht immer einfach und doch ist es für Betroffene so wichtig zu sich stehen können zu dürfen, von ihrer Umwelt akzeptiert und unterstützt zu werden bei ihrem Weg, bei der Selbstfindung, beim Glücklichsein. Und wer nicht unterstützen möchte, der soll eben einfach tolerant sein, schließlich möchte man selbst ja auch sein und leben, wie man es für richtig empfindet. Manchmal liegen Vorurteile oder schiefe Blicke vielleicht auch einfach daran, dass man zu wenig weiß, umso wichtiger ist es, dass offen über LGBTIQA+ gesprochen wird und man sich vom heteronormativen Gesellschaftsbild löst.
Ein wenig störend empfand ich persönlich es, dass sehr viel auf Labels rumgeritten wird. Ich verstehe total, dass es für Betroffene wichtig ist, selbst entschieden zu können, wie sie „bezeichnet“ werden wollen, weil einige Begriffe für sie vielleicht verletzend sind, andere abwertend, mit anderen identifizieren sie sich schlicht vielleicht einfach nicht. Natürlich sollte jede Person das für sich selbst entscheiden können und die Umwelt sollte sich daran halten – macht es auch wieder für alle einfacher.
Bei der Flut an Begrifflichkeiten, Unterschieden und Abstufungen kann es für Menschen, die sich neu in das Thema „einarbeiten“ oder informieren wollen, aber schon erschlagend sein und man kann das Gefühl bekommen, man hat gerade halbwegs aufgenommen, wie vielfältig die Menschen sind, die unter einem gewissen „Buchstaben zusammengefasst“ werden (das meine ich nicht abwertend, aber im Buch geht man eben die einzelnen Buchstaben durch und was sich eben dahinter versteckt) und dann wird es wieder ein wenig umgestoßen, wenn es heißt „fragt jeden selbst, wie er genannt/bezeichnet werden will“. Wie gesagt, ich verstehe den Sinn dahinter und auch dass es in jedem Kapitel erneut steht, falls jemand nicht alles liest. Insgesamt wirkte es für mich aber trotzdem ein wenig, als würde ständig wieder darauf herumgeritten werden. Hin und wieder empfand ich auch die Erklärungen/Definitionen am Rand als nicht sehr hilfreich. Insgesamt war das Buch aber wirklich schön aufgebaut und gut gegliedert, vielseitig und informativ. Gut fand ich auch, dass es Abschnitte gab, die sich eher an die richten, die selbst queer sind oder sich gerade versuchen zu finden und andere Passagen eher auf die Lesenden eingehen, die sich informieren wollen, um zum Beispiel Hilfestellung für den richtigen Umgang zu erhalten oder einfach ihr Wissen zu erweitern.
Fazit
Ein Sachbuch, das das LGBTIQA+ Spektrum beleuchtet und sehr vielseitige Einblicke in verschiedene Bereiche gibt. Dabei gibt es Erklärungen und Definitionen von Begrifflichkeiten, ebenso wie Erfahrungsberichte verschiedener Personen, Anlaufstellen und Informationen zu Netzwerken, kleine Fragebögen/Checklisten, die dabei helfen können, für unterschiedliche Dinge zu sensibilisieren oder eigene Ansichten zu hinterfragen. Wie viel neues Wissen die Lesenden mitnehmen werden, wird davon abhängen, was sie vorher schon wussten und kannten. Mir hat die Struktur, Gliederung und Unterteilung auf jeden Fall gut gefallen und die farbenfrohen Illustrationen unterstützen die Texte zusätzlich.
spannender, vielseitiger Auftakt in Interria
Queergestreift von Kathrin Köller; Irmela Schautz
Liv hat ihr bisheriges Leben in der Welt der Menschen verbracht, nicht ahnend, dass sie eigentlich eine andere Heimat hat und eine Aufgabe auf sie wartet, die viel größer ist, als einen Schulabschluss zu machen und sich danach einen passenden Beruf zu suchen. Als sie ohne jegliche Vorbereitung in Interria erwacht, hält sie ihre neue Umgebung und die Dinge, die ihr erzählt werden, zunächst für einen Traum.
Völlig verrückt und unglaubwürdig klingen für Liv all die Sachen, die es fernab der Erde geben soll. Doch schnell muss sie feststellen, dass weder sie noch die anderen um sie herum ihren Verstand verloren haben. Es gibt Interria, es gibt Wesen, die sie bisher nur aus Geschichten kannte und vor allem gibt es eine sehr reale Bedrohung, die im Schattenreich lauert und nur darauf wartet, die Welt in Düsternis zu stürzen.
Der Aufenthalt auf der Erde ist zu Beginn der Geschichte nur kurz und gibt einen kleinen Einblick in Livs bisheriges Leben, in dem nicht alles so war, wie die Siebzehnjährige es sich selbst gewünscht hätte. Wie ihre Zukunft nun aber aussehen wird, das hätte sie sich wohl selbst auch niemals zusammenträumen können. Als Liv im mittelalterlich wirkenden Interria ankommt, hat sie berechtigterweise eine Vielzahl an Fragen, da ihr die Existenz der fremden Welt und all der Wesen, die es gibt, völlig unbekannt war. Das gibt auch den Lesern die Möglichkeit sehr früh im Buch einen groben Abriss über die Hintergründe, den Aufbau der Welt und das Engelslicht zu erfahren. Im Verlauf der Geschichte gibt es dann noch weitere Details, die die Welt noch komplexer machen und mehr Einblicke in verschiedene Dinge und auch die unterschiedlichen Völker gibt, die in Interria beheimatet sind. Es deutet sich auch an, dass man in den nächsten Bänden dazu noch einiges mehr erfahren wird, denn es ist noch längst nicht alles entdeckt und erklärt.
Die Welt, in die man eintaucht ist interessant und facettenreich aufgebaut, es gibt Verschiedenes zu entdecken und die Erklärungen sind flüssig in die Handlung mit eingebunden und werden passend zu den Erlebnissen der Figuren mitgeliefert. So wird man nicht überladen mit Informationen und kann nach und nach mit Liv und den anderen die faszinierenden und teilweise auch unheimlichen Seiten der Natur und der dort lebenden Wesen kennenlernen. Umso weiter man im Buch kommt, umso spannender und turbulenter wird die Geschichte, ich wollte den Band gar nicht mehr aus der Hand legen. Es gibt verschiedene Herausforderungen und Hürden zu meistern, auch wenn nicht hinter jeder Ecke ein neues Problem lauert. Stellenweise kann man auch einfach Interria und die Figuren kennenlernen, was ich genauso interessant fand wie zum Beispiel die actionreiche Passage gegen Ende des ersten Bandes. Und auch die unterschiedlichen Emotionen der Protagonisten rücken immer wieder in den Fokus, schließlich gibt es genug Grund zum Aufgewühlt- oder Verunsichertsein, für Freude, Trauer, Neugier und zahlreiche andere Empfindungen. Freundschaft und Liebe spielen im Buch ebenfalls eine Rolle, auch wenn sie kein wirklich zentrales Thema sind, und sind gut in die unterschiedlichen Erlebnisse und Abenteuer integriert, ohne ihnen dabei die Show zu stehlen. Trotzdem wird klar, wie wichtig diese Bindungen für die Charaktere sind und wie viel Kraft sie daraus ziehen können.
Es ist für mich nicht das erste Buch der Autorin und wieder hat Nadine Erdmann es bereits auf den ersten Seiten der Geschichte geschafft, mich komplett in die Story eintauchen zu lassen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, mitnehmend, vielseitig und detailreich. Durch anschauliche Beschreibungen konnte ich mir sowohl die Welt, als auch die Figuren sehr gut vorstellen und man bekommt schnell ein Gefühl für die Umgebung, die Schauplätze und die zahlreichen unterschiedlichen Charaktere und Wesen. Die Mischung der Figuren hat mir sofort wieder gut gefallen. Jeder bringt seine Ecken und Kanten und seine Vorgeschichte mit, die sich auf unterschiedliche Art und Weise in der Geschichte wiederfinden bzw. einen Einfluss darauf nehmen. Es ist eine bunte Mischung, die gleichzeitig aber auch harmonisch und einfach stimmig wirkt. Ich mag auch die Art, wie die Autorin Ironie, Sarkasmus oder freundschaftliches Necken in die Geschichte mit einfließen lässt. Denn selbst wenn die Figuren sich auch mal gegenseitig aufziehen oder mal ein Spruch kommt, der auf Schwächen oder begangene Fehler hindeutet, ist es nie wirklich beleidigend oder herablassend – zumindest nicht wenn nicht gerade Feinde anwesend sind.
Einige der Charaktere kennen sich schon eine Weile, da wissen sie, womit sie ihren Gegenüber ärgern können und worauf diese besonders gut anspringen. Trotzdem schwingt auch viel Vertrauen und Zusammenhalt mit und man spürt, dass die Kerntruppe gemeinsam durch dick und dünn gehen und bedingungslos füreinander einstehen würde. Liv stößt neu zu der Gruppe und muss sich erst mal einfinden. Dabei stehen ihr einige sehr hilfreich zur Seite, andere preschen ein wenig rasch vor und bringen sie damit ziemlich durcheinander oder sorgen für sehr verständliche Überforderung. Auch da spiegelt sich wieder, wie unterschiedlich die Figuren angelegt sind und dass jeder seine Eigenschaften mit einbringen kann. Schön war auch, dass man nicht nur von Liv sondern auch von den anderen schon einiges erfährt. Ihr bisheriges Leben unterscheidet sich deutlich von dem von Liv und all die Erfahrungen und Erlebnisse haben die Figuren natürlich geprägt. Dabei wird allerdings auch an verschiedenen Stellen angedeutet, dass es da noch viel mehr zu erfahren gibt und die Charaktere teilweise vielleicht nicht mal selbst wissen, welche Geheimnisse sie noch mit sich herumtragen. Das erzeugt zusätzliche Spannung und macht sehr neugierig auf die Fortsetzung, die ich bestimmt bald lesen werde, damit ich weiß, wie es mit dem Cliffhanger weitergeht.
Fazit
Ein toller Auftakt der High-Fantasy-Reihe, der einen schönen Einblick in die abwechslungsreiche Welt Interria mit all ihren verschiedenen Wesen gibt und gleichzeitig neugierig macht auf all das, was es noch zu entdecken und erfahren gibt. Mit einer facettenreiche Figurenmischung, verschiedenen Bindungen zwischen den Charakteren, anstehenden Abenteuern und Herausforderungen, Spannung, einer Vielzahl an unterschiedlichen Gefühlen, detaillierten, bildhaften Beschreibungen und einem flüssigen Schreibstil schafft Autorin Nadine Erdmann eine mitnehmende Kombination, die mich komplett überzeugt hat. Ich freue mich schon auf den nächsten Ausflug nach Interria.
vielseitige Welt, tolle Charaktere, schönes Kinderbuch
Aufbruch ins Land der Tierflüsterer,3 Audio-CD von Barbara Rose
Coco hat schon lange davon geträumt eine Einladung nach Whisperworld zu bekommen. Als es dann endlich dazu kommt, kann sie es kaum glauben. Sie bekommt wirklich die Chance eine Tierflüsterin zu werden. Aufgeregt und neugierig begibt sie sich mit Chuck, Amy, Mohit und Paul auf den weg an den weit entfernten Ort, von dem nur die Eingeweihten wissen, wo er sich befindet.
Mitten in einer wundervollen Natur und umgeben von sehr vielen, teilweise fast ausgestorbenen Tieren müssen die fünf Abenteuer und Herausforderungen bestehen, um ein Tierflüsterer zu werden. Welches der Kinder wird wohl zuerst ausgewählt werden und welche Tierart wird es sein, die ihren Tierflüsterer zu Beginn wählt? Kommt nach Whisperworld und erfahrt es…
Jeder hat schon von Whisperworld gehört und viele Kinder träumen davon ausgewählt zu werden, um in dieses magische, abgelegene Land zu dürfen. Auch Coco hat schon lange davon geträumt und ist unglaublich froh, zu den Ausgewählten zu hören. Gemeinsam mit den anderen vier Kindern wird sie von nun an jeden Tag Neues lernen über die Natur, die Tiere in Whisperworld und auch die Fabelwesen, die es dort gibt. Als Lehrer dienen dabei sowohl Menschen als auch Tiere, die zu den Kindern sprechen können. Jeder hat seine Spezialgebiete, die angepasst sind auf die Fähigkeiten der Tierarten oder eben das Wissen und die Erfahrungswerte der Lehrkräfte. Durch detaillierte und anschauliche Beschreibungen wird Whisperworld richtig lebendig und man kann sich gut vorstellen, wie es dort aussehen muss. Es wirkt wie ein sehr idyllischer und magischer Ort, der aber auch seine Tücken und Gefahren mit sich bringt. Denn auch wenn es viele Verbündete gibt, muss man doch achtsam sein und sich von denen fernhalten, die den Tierflüsterern nicht wohlgesonnen sind bzw. deren natürlicher Trieb so ausgeprägt ist, dass die Kinder gut als Futter dienen könnten. Doch auch über die wilden Tiere hinaus gibt es potenzielle Gefahren von denen sie schneller etwas mitbekommen, als gedacht.
Der Stil der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Zum einen hat man die wundervollen Einblicke in die Welt und erfährt dabei wertvolle Tipps und Tricks, wie die Kinder sich in der Natur und ihrer neuen Umgebung zurechtfinden können. Auf was man achten sollte und was noch wichtig ist, damit sie ihre anstehenden Prüfungen auch gut bestehen können. Zum anderen lernt man auch die Charaktere nach und nach etwas besser kennen und erlebt mit, wie sie zusammenwachsen und Freundschaft schließen. Dabei spielt aber auch mal Neid und Missgunst eine Rolle und verschiedene Ängste, bei denen die Kinder nicht wollen, dass sie anderen davon mitbekommen. Ein Verhalten dass ich sehr authentisch fand. Sehr schön fand ich aber auch den Umgang damit. Teilweise gab es Gespräche mit den Erwachsenen darüber, teilweise haben die Kinder aber auch selbst mitbekommen, dass es gar nicht schlimm ist, sich vor gewissen Dingen zu fürchten oder mit den anderen darüber zu reden. Auch entdecken die jungen Charaktere neue Stärken an sich und freuen sich über die Anwendung von neu erlerntem Wissen. Ich mochte auch einfach den Umgang der Figuren untereinander. Es ist alles größtenteils respektvoll, aber jetzt auch nicht übertrieben harmonisch. Es gibt auch mal kleine Neckereien, Ungeschicke oder eben kleine Machtkämpfe, die gut in die Handlung integriert waren und nie überhand nahmen, aber eben auch zeigten, dass man manchmal seinen Weg erst finden muss und dass Konkurrenzdenken oft gar nicht nützlich oder förderlich ist, wenn Zusammenarbeit und Zusammenhalt einen viel weiter bringt.
Im ersten Band steht Coco im Fokus der Geschichte, man lernt aber auch die anderen zum Teil schon intensiver kennen, einige der Kinder bleiben noch etwas im Hintergrund, aber ich mag sie alle und freue mich schon darauf im nächsten Buch dann über einen der anderen mehr zu erfahren und tiefere Einblicke zu bekommen. Die Kinder sind alle verschieden, sowohl optisch als auch von den Erfahrungen und Familienverhältnissen, die sie so mitbringen. Dadurch ist auch ihr Umgang mit der neuen Situation unterschiedlich und es werden verschiedene Facetten eingearbeitet. Gut gefallen haben mir auch die Zweifel und Bedenken, die Chuck mitgebracht hat – es war einfach noch mal eine andere Seite und ist etwas, was ihn sehr beschäftigt und was er unbedingt geheim halten möchte.
Die Sprache innerhalb der Geschichte ist leicht verständlich gehalten, das Buch ist sehr flüssig und dynamisch, es ist immer etwas los, es gibt kleine Abenteuer, aber auch mal ruhigere Phasen, in denen das Erlebte dann verarbeitet oder besprochen werden kann. Neben all den tollen Dingen, die die Charaktere erleben, gibt es auch mal Fehltritte oder falsche Entscheidungen. Auch die Umsetzung als Hörbuch fand ich total klasse. Julia Nachtmann hat eine sehr angenehme Stimmfarbe, die aus meiner Sicht gut zu der Geschichte passte. Ich fühlte mich von Beginn an gut mitgenommen. Abwechslungsreiche Anpassungen in der Stimmhöhe, Sprechweise und Sprechtempo machen es leicht, die verschiedenen Figuren und Tiere voneinander zu unterscheiden. Besonders gelungen fand ich die Tierstimmen, die bei mir meistens gleich ein Kopfkino ausgelöst haben. Die tolle Mischung an Tieren, Fabelwesen und Menschen ergibt ein abwechslungsreiches und buntes Figurenbild, das viel Spaß macht und unterhaltsam ist. Umso weiter das Buch voranschreitet, umso spannender wird es dann auch durch die kleinen Abenteuer und größeren Herausforderungen und die Gefahren, die in Whisperworld lauern.
Auch die kleinen geschichtlichen Einblicke mochte ich und sie waren auch nicht zu viel enthalten. Immer mal wieder springt man in die Vergangenheit von Whisperworld bzw. denen, die maßgeblich an der Entstehung und dem Schutz des Ortes beteiligt waren. So bekommt man noch ein besseres Gespür für den Schauplatz, für die Besonderheiten aber auch für die eine oder andere Schwierigkeit, die es immer mal gegeben hat.
Am Ende des Hörbuches bin ich sehr neugierig auf den nächsten Band und kann es kaum erwarten wieder nach Whisperworld zu reisen.
Fazit
Ein toller, facettenreicher Auftakt, der mir von Beginn an Spaß gemacht hat. Whisperworld ist ein Ort, an dem Tiere, Fabelwesen und die ausgewählten Menschen im Einklang miteinander leben und so die Wunder der Natur wirken können. Ich mochte die Welt mit den kleinen magischen Elementen, wie den sprechenden Tieren, total gern. Aber auch die neuen Anwärter für die Tierflüsterer habe ich schnell ins Herz geschlossen. Die fünf sind sehr verschieden, was es noch mal spannender macht, sie zu begleiten, weil jeder eigene Stärken, Schwächen und andere Charaktereigenschaften mitbringt und damit ganz eigene Herausforderungen hat, was man neben dem, was sie alle in Whisperworld lernen müssen, noch lernen muss. Eine Geschichte voller Freundschaft, Zusammenhalt und kleiner Abenteuer an einem unglaublich liebevoll gestalteten und anschaulich beschriebenen Ort.
clevere, kriminalistische Ermittlungen einer Zwölfjährigen im 19. Jahrhundert/4,5 Sterne
Mord im Gewächshaus von Elizabeth C. Bunce
Myrtle ist alles andere als eine gewöhnliche Zwölfjährige. Sie interessiert sich wenig für schicke Empfänge, Teegesellschaften, die neuste Mode oder all diese Dinge, für die sich eine Tochter aus gutem Hause im Jahr 1893 wohl interessieren sollte. Myrtle liest lieber die Fachbücher ihres Vaters, der Staatsanwalt ist, und beschäftigt sich mit Toxikologie und Kriminologie.
Damit fällt sie ziemlich auf und noch mehr rückt sie in den Fokus des kleinen Städtchens Swinburne, als sie felsenfest davon überzeugt ist, dass ihre alte Nachbarin keineswegs einfach an einem Herzversagen gestorben ist. Denn für Myrtle ist die Sache ganz klar: es war Mord! Wie kompliziert es dann jedoch wird, Beweise zu sammeln und Täter zu überführen, das hätte die Zwölfjährige zu Beginn ihrer Ermittlungen wohl auch nicht gedacht.
Myrtle ist eine eher ungewöhnliche Protagonistin, die ich aber gleich liebgewonnen habe – vermutlich auch, weil sie etwas eigen ist. Sie hat einen sehr wachen Verstand und schert sich nur wenig darum, was die Gesellschaft eigentlich von ihr erwarten würde. Sie ist wissbegierig, hat eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und kombiniert ziemlich clever, auch wenn sich nicht immer alle Zusammenhänge sofort erschließen lassen. Myrtle lässt sich nicht so schnell von etwas abbringen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, sie ist schlagfertig und geht dabei dennoch geschickt vor. Trotzdem weiß sie auch, dass es Momente gibt, in denen sie sich zügeln muss und nur denken darf, was sie eigentlich gern sagen würde. Natürlich ist Myrtle aber auch nicht perfekt, ihr unterlaufen auch mal Fehler oder sie zieht die falschen Schlüsse, weil die ersten Hinweise alle auf etwas anderes hingedeutet haben der sie eben einfach noch nicht alle Zusammenhänge kennt. Auch kann es passieren, dass man mal den falschen Menschen vertraut – aber irren ist menschlich, oder? Es hat sie mir auf jeden Fall nur noch sympathischer gemacht. Mit ihren 12 Jahren wird sie von ihrem Umfeld gern auch mal unterschätzt oder dafür gerügt, dass sie sich nicht mit den Dingen befasst, mit denen sich Töchter aus gutem Hause befassen sollte, aber Myrtle ist eben etwas eigen.
Gemeinsam mit ihrer Gouvernante Miss Judson ergibt sich ein ziemlich kreatives Ermittlerteam, das nicht auf den Kopf gefallen ist. Die biegen auch mal die Regeln und Vorschriften, damit ihre Recherchen in einem für sie angemessenen Rahmen bleiben. Ich hatte viel Spaß mit den beiden und mochte auch Miss Judson einfach total gern. Sie ist ein sehr herzlicher Mensch, unterstützt Myrtle, weiß aber auch zu rügen, wenn es angebracht ist, allerdings nie so intensiv, dass Myrtle den Mut verlieren würde, denn eigentlich steht sie schon auf der Seite ihres Schützlings. Auch Myrtles Vater spielt immer wieder eine Rolle, zum einen weil er als Staatsanwalt beruflich mit dem Fall betraut ist, in dem Myrtle privat „ermittelt“ zum anderen natürlich als ihr Vater, der sich mit seiner wissbegierigen Tochter befasst. Auch er ist aber die meiste Zeit eher stolz auf sie, auch wenn sie sich nicht immer benimmt wie eine Tochter aus gutem Hause. Dennoch gibt es auch Situationen, die ihm missfallen und bei denen er es lieber sehen würde, wenn die Zwölfjährige sich raushalten würde.
Darüber hinaus gibt es natürlich dann noch einige Verdächtige und weitere Figuren, die mal eine größere, mal eher eine kleinere Rolle spielen. Positiv aufgefallen ist mir auch Katze Peony, die ein treuer Begleiter von Myrtle wird.
Die Geschichte spielt zum Ende des 19. Jahrhunderts, das merkt man natürlich in unterschiedlichen Aspekten. Zum einen eben was die gesellschaftlichen Vorstellungen so angeht, aber auch bezogen auf den technischen Stand, das Wissen rund um Medizin und einige Ausdrucksweisen wird es deutlich. Dennoch empfand ich es nicht als zu intensiv. Ich fühlte mich gut in das Setting der Vergangenheit zurückversetzt, ohne ständig überlegen zu müssen, was mir dieser oder jener Satz sagen soll. Die Sprache war trotz allem gut verständlich. Hin und wieder gibt es Fußnoten, die dann unten auf der jeweilige Seite erklärt werden. Manchmal sind das Begriffe, die vielleicht nicht so geläufig sind, manchmal wird dabei jedoch auch Bezug genommen auf ein vorausgegangenes Ereignis, das im Buch selbst nicht thematisiert wird oder es gibt eine kurze Erklärung zu einer Person.
Der Stil der Geschichte war angenehm und hat mich gut mitgenommen. Es war eine abwechslungsreiche Kombination aus den reinen Geschehnissen rund um den Todesfall, die durchbrochen wurden durch die direkten Ansprachen Myrtles an die Leser und ihren cleveren oder auch mal aufmüpfigen Gedanken zu unterschiedlichen Themen. So entstand eine dynamische Mischung, die mich gut mitgenommen und auch mal zum Schmunzeln gebracht hat. Zwischendurch gibt es auch mal sarkastische oder ironische Äußerungen, was ihr sehr erfrischend fand. Myrtle ist zwar gut erzogen und weiß sich – meistens- auch zu benehmen, aber sie ist eben kein kleines, stilles Püppchen, das ihren Kopf nur zum Frisieren hat. Im Gegenteil, all das ist ihr eben reichlich egal, sie überzeugt lieber mit Intelligenz und nicht mit Mode.
Der Kriminalfall hat ein paar Kurven und Wendungen genommen. Nicht alle davon kamen für mich komplett überraschend, aber dennoch war es interessant und spannend zu verfolgen, wie Myrlte nach und nach an ihre Hinweise und Beweise kommt, welche Wege sie gehen, um dem nachzugehen, welche Verbündeten sie sich sucht und wem man davon dann wirklich trauen kann. Einen Verdächtigen hatte ich sehr früh, den ich dann fast wieder verworfen hatte, so ganz loslassen konnte ich denjenigen aber nicht. Dazu kamen dann aber auch noch andere potenzielle Täter und Motive, die mal mehr mal weniger wahrscheinlich waren oder eben alsbald widerlegt werden konnten. Es hat einfach Spaß gemacht die Zwölfjährige zu begleiten, auch wenn die eine oder andere Aktion vielleicht etwas überstürzt und kopflos war. Die meiste Zeit hat sie schon durchdacht agiert und unermüdlich gegrübelt, wie sie weiterkommen könnte. Schon allein durch das Alter und den gesellschaftlichen Stand waren ihr ab und an aber auch einfach die Hände gebunden.
Fazit
Ein sehr erfrischend und gleichzeitig spannend gestalteter Krimi, der mir beim Lesen viel Spaß gemacht hat. Das Highlight war für mich wirklich die Protagonistin selbst, die nicht nur für ihre Zeit sondern auch ganz allgemein ein wenig ungewöhnlich und eigen ist, die ich aber total gern mochte, vor allem aufgrund ihrer cleveren Gedanken und der sarkastischen Äußerungen. Auch wenn nicht alle Wendungen ganz überraschend kamen, hat sich das Buch zügig lesen lassen und es war durchweg interessant. Stimmungsvoll war auch das Setting umgesetzt und hat dem Ganzen einen schönen Rahmen gegeben. Ich könnte mir gut vorstellen, Myrtle auch bei ihrem nächsten „Fall“ zu begleiten.
interessanter Auftakt, viele offene Fragen, kleine Kritikpunkte, 3,5 Sterne
Eliza Moore von Valentina Fast
Auch wenn die allermeisten Mitglieder aus Elizas Familie Teil der Liga sind, möchte die Achtzehnjährige mit der Organisation und dem Portal zur Seelenwelt nichts zu tun haben. Die Schülerin will sich auf ihren Abschluss und die Zukunft danach konzentrieren und dabei vergessen, welchen Schmerz sie aus ihrer Sicht durch die Liga in der Vergangenheit erlangt hat.
Doch dann kommt alles ganz anders. Als Eliza eines Abends auf dem Nachhauseweg von einer dunklen Gestalt angegriffen wird, ist sie froh über die Hilfe, die sie bekommt – selbst wenn diese nach von der Liga stammt. Als sich dann auch noch ihre Situation komplett auf den Kopf stellt und ihr eine wichtige Position innerhalb der Liga zusteht, muss Eliza erneut überdenken, ob sie sich fernhalten oder doch ein Teil von all dem werden will, vor dem sie sich sonst immer verschlossen hat. Kann sie die Aussicht auf einen Seelenpartner locken? Kann es das überhaupt geben? Und was erwartet die junge Frau noch alles innerhalb der Liga, sollte sie sich darauf einlassen? Eine spannende Zeit mit vielen Änderungen steht Eliza bevor….
Protagonistin und Ich-Erzählerin Eliza ist eine starke, manchmal etwas aufmüpfige, wild entschlossene und zielstrebige Person. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, steht sie dafür ein und ist bereit, Opfer dafür zu bringen. Mit ausreichenden Erklärungen und stimmigen Argumenten ist sie aber auch bereit, sich von ihren ersten Überzeugungen abbringen zu lassen, wenn sich die Neuerungen für sie richtig anfühlen. Eliza ist nicht auf den Mund gefallen und lässt auch Gedanken abseits der üblichen Schubladen zu. Im Laufe des Buches muss sie einiges lernen und erfahren, was sie teilweise stärkt, teilweise aber auch ganz schön aus der Bahn wirft und verunsichert. Immer wieder ändert sich die Lage für die Schülerin und sie muss neu sortieren, wie sie damit umgehen will und wem sie noch vertrauen kann. Keine einfache Situation und die Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, sind immer wieder anders. Hinzukommt, dass sie sich bisher immer gegen die Liga gestellt hat und daher vieles nicht kennt, was für die Mitglieder ganz normal ist. Das gibt dem Leser die Möglichkeit, mit Eliza zu erfahren, wie das alles so abläuft, wie die Liga organisiert ist, was sie kann und macht. Stück für Stück ergibt sich so dann ein klareres Bild zu den Strukturen und auch der magischen Komponente. Zunächst empfand ich einige der Aspekte und Beschreibungen als ziemlich undurchsichtig und nicht so recht greifbar. Ich hatte zwar eine ganz grobe Vorstellung, aber es war nicht ganz leicht in diese Welt einzutauchen. Das ist im Verlauf des Buches dann besser geworden und vieles fügte sich etwas schlüssiger zusammen, auch weil man einfach mehr Einblicke in die ganzen Gegebenheiten bekommen hat.
Eliza ist eine interessante Protagonistin, die viele Facetten hat, die mir gut gefallen haben, besonders zum Ende des Buches empfand ich ihre Entscheidung jedoch als Gegensatz zu dem, wofür sie den Rest des Buches einstand und was sie den anderen versucht hat, klar zu machen. Genauer geht das ohne Spoiler gerade nicht. Das ist für mich ein großer Kritikpunkt an ihr als Figur und auch dem Verlauf der Geschichte an sich. Auch zwischendurch gab es Momente, in denen ich sie als etwas „drüber“ empfand, zum einen was die Intensität ihrer Reaktionen und Handlung anging, als auch was das Tempo des „Vergebens“ nach einem großen Verrat betraf. Das ist alles aber natürlich Geschmackssache.
Neben Eliza spielen auch andere Charaktere eine wichtige Rolle, allen voran Logan, Conor und Ruby. Darüberhinaus gibt es aber noch weitere Figuren, die mal mehr mal weniger intensiv in das Geschehen eingreifen, die im Laufe des Buches ihr wahres Gesicht zeigen oder einfach nur neue Fragen aufwerfen. Insgesamt hat mir die Konstellation und Zusammenstellung gefallen, da die Charaktere unterschiedliche Seiten mitbringen, so dass es sowohl zu Reibereien als auch Neckereien, innigen Freundschaften, Vertrauen und Misstrauen kommt. Allgemein spielt die Gefühlskomponente neben den magischen Aspekten eine große Rolle und das auf sehr unterschiedliche Weise.
Besonders faszinierend und ansprechend fand ich die übernatürlichen Elemente, in die Eliza erst hereinwachsen muss. Auch wenn sich mir zunächst nicht alles erschloss und auch am Ende in diesem Bereich der Handlung noch einige Fragen offen sind, war es interessant zu sehen, wie die Rúnda funktioniert, was da möglich ist und was es mit den Schattenwesen und dem Seelenportal auf sich hat. Als zentrales Thema im Auftakt der Reihe werden die Informationen und Hinweise dazu nach und nach vertieft und es war spannend das zu verfolgen. Hier entstanden zwischendurch auch turbulente Momente, in denen die Gefahr durch die dunkle Seite gut greifbar wurde. Ich mochte auch die Art, wie die Seelenebene beschrieben wurde, mit der Zeit hat sich da bei mir ein ziemlich gutes Kopfkino eingestellt.
Die Geschichte hat sich flüssig und zügig lesen lassen, trotz der zahlreichen Fragen, die offen geblieben sind. Durch die Perspektivwahl war man nah bei der Protagonistin und konnte detailliert miterleben, wie sich ihr Leben auf den Kopf stellt und sich auf ihre Gefühlswelt immer wieder verändert. Sie muss sich entwickeln, neue Herausforderungen annehmen, was ihr manchmal recht gut und manchmal nicht so gut gelingt. Durch ihre teilweise recht aufmüpfige Art und ihr geradeheraus sagen was ihr auf der Seele brennt, entstehen auch immer mal Momente zum Schmunzeln, weil ihr Gegenüber nicht unbedingt mit ihrer Direktheit rechnet. Manchmal war das aber auch fast etwas viel, vorallem ihr offensives Flirten wirkte manchmal schon fast wie ein aufdrängen, was ich schade fand, weil sie und die Geschichte das nicht nötig hätten. Viele der Gespräche waren aber sehr dynamisch und schön zu verfolgen. Am Ende des Buches gibt es zwar einen kleinen Cliffhanger, für mich waren die Entwicklungen dort allerdings nicht wirklich zufriedenstellend und das liegt nicht an dem, was offenbleibt. Gespannt bin ich trotzdem auf die Fortsetzung und hoffe, es gibt da noch mal turbulente und erklärende Handlungselemente.
Fazit
Insgesamt ein guter und interessanter Auftakt, der Einblicke in die Liga, die Seelenwelt und die Bedrohung durch die Schattenwesen gibt und gleichzeitig sehr viele Fragen in meinem Kopf hat entstehen lassen, auf die es hoffentlich in der Fortsetzung dann eine Antwort geben wird. Intrigen, Lügen und Geheimnisse sorgen dafür, dass sich die Situation immer wieder ändert und Eliza sich neu orientieren muss. Am Ende kann man sich bei einigen Charakteren immernoch nicht ganz sicher sein, ob man ihre Absichten wirklich durchschaut hat, was weitere Spannung für die Fortsetzung verspricht. Auch wenn ich viele Facetten der Handlung mochte, hat mich das Ende leider nicht sehr zufrieden gestimmt und zwischendurch gab es auch hier und da Kritikpunkte. Trotzdem hat sich das Buch gut und flüssig lesen lassen.
liebevoll gestaltet und super süß- ich will auch ein Möhrchen
Grimm und Möhrchen – Ein Zesel zieht ein von Stephanie Schneider
Grimm ist ein Buchhändler und besonders an Regentagen ist es in seinem Laden ziemlich einsam. Bis an einem Schlechtwettertag ein kleiner Zesel mitten zwischen den Büchern steht und kurzentschlossen bei Grimm einzieht. Von da an ist er nicht mehr allein und mit so einem aufgeweckten Zesel wird es auch nicht so schnell langweilig.
Schließlich gibt es reichlich zu entdecken, zu lernen, zu erfinden und auszuprobieren.
Dieses Kinderbuch ist unglaublich liebevoll und detailliert illustriert. Die farbenfrohen Zeichnungen laden zum Betrachten ein und unterstützen das Erzählte zusätzlich richtig gut. Man bekommt einen Eindruck von Grimm und dem Zesel „Möhrchen“, aber auch von der Bücherkiste, den Besuchern, die im Laufe der Geschichten so auftauchen und all den Dingen, die Grimm und Möhrchen erleben. Während des Vorlesens haben die Kinder so also sehr viel zu entdecken und können die Geschichte sehr lebendig verfolgen. Aber auch für alle, die das Buch selbst lesen, wird es bestimmt ein kleines Highlight sein, mir haben die Illustrationen auf jeden Fall richtig gut gefallen.
Das Buch ist in kleine Geschichten eingeteilt, die man einzeln oder hintereinander lesen kann. Die Ereignisse beziehen sich vor allem zu Beginn aufeinander, da Möhrchen und Grimm sich da ja erst finden und der Alltag sich einspielt. Im Laufe der Geschichten ändern sich auch die Jahreszeiten- was Möhrchen zunächst gar nicht gefällt-, man spürt also, dass die Zeit vergeht, teilweise beziehen sich auch dann die Ereignisse oder Gespräche noch auf Vorangegangenes, es ist aber nicht so, dass man alle Kapitel auf einmal lesen müsste, um in der Handlung zu bleiben.
Sprachlich ist das Buch einfach und gut verständlich gehalten, trotz all der schönen, bildhaften Wortkreationen, die mich immer wieder zum Lächeln gebracht haben. Außerdem war es auch erfrischend und von der Stimmung größtenteils lockerleicht. Ich fühlte mich total gut mitgenommen und war immer gespannt, was Möhrchen und Grimm als nächstes erleben oder sich ausdenken werden. Die Kapitelüberschriften geben da immer schon einen kleinen Hinweis drauf. Toll zu verfolgen waren auch die witzig gestalteten Dialoge zwischen den beiden.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die beiden auch aus nichts viel machen können. Ein Stapel Altpapier und Pappe wäre für viele wohl einfach nur Müll, nicht so für Grimm und sein Zesel, die daraus eine kleine Abenteuergeschichte entwickeln. Auch gibt es viel mehr „Rundes“ in einem Haushalt, als man wohl so vermuten würde. Immer wieder gibt es super süße Ideen, mit denen die beiden sich die Zeit vertreiben.
Für Möhrchen, der eine Mischung aus Esel und Zebra ist, ist vieles in der Menschenwelt noch neu, außerdem ist er neugierig, abenteuerlustig, kreativ und probiert gern Dinge aus, die ihm in den Kopf kommen. Für Grimm war der Alltag schon lange nicht mehr so aufregend, wie mit seinem kleinen Zesel, deswegen macht er ziemlich bereitwillig mit, auch wenn Möhrchens Ideen manchmal ausgefallen sind. Das eröffnet auch für ihn einen anderen Blick auf verschiedene Dinge. Dabei geht auch mal etwas schief, aber auch dafür findet sich dann schnell eine Lösung. Spielerisch und kindgerecht verpackt verstecken sich innerhalb des Buches aber auch einige wirklich schöne Botschaften – und Beschäftigungsideen für lange Nachmittage, ganz ohne Technik.
Fazit
Dieses Buch ist einfach super niedlich, immer wieder musste ich schmunzeln und war sofort verliebt in das kleine Möhrchen. Da hätte man selbst gern einen Zesel. Die Illustrationen allein machen das Buch schon wundervoll, aber in Kombination mit den süßen Dialogen, den schönen Ideen, die in allen Kapiteln stecken und der tollen, kindgerechten Umsetzung der unterschiedlichen Aspekte, wird es einfach zu einem wunderschönen Erlebnis für groß und klein.










