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Rezensionen von Dana:

eine Schule voller verrückter Träume und Ideen, 3,5 Sterne

Die Schule der verrückten Träume 1: Die Schule der verrückten Träume von Florian Beckerhoff

Johanna hat sehr intensive Träume, die sich allerdings nicht nur in der Nacht sondern auch häufig am Tag zeigen. In der Schule schläft sie ein und unterhält ihre ganze Klasse mit den Abenteuern von Galakto- Joe – ihrer Traumheldin. Eine problematische Situation, auch wenn Johanna ihre Träume an sich eigentlich mag.

Um zu lernen, mit ihren Träumen umzugehen, nachts besser zu schlafen und damit am Tag fitter zu sein, begibt sie sich für die Sommerferien in die „Schule der verrückten Träume“. Dort ist die Protagonistin mit ihren Träumen nicht allein, auch wenn jeder ein wenig andere Baustellen hat, an denen er arbeiten muss. Ein fliegendes Klo, ein schwebender, sprechender Kater, eine Rieseneistüte – nichts ist unmölgich. Und doch ist in der Schule auch nicht immer alles so aufregend und einfach, Schwierigkeiten und schlechte Ideen gibt e eben überall…

Protagonistin Johanna träumt äußerst intensiv. Leider ist sie nach ihren nächtlichen Abenteuern am Tag aber oft so müde, dass sie dem Unterricht nur schwer folgen kann und immer wieder einfach einschläft. Damit verpasst sie nicht nur selbst den Unterricht, sondern die stört auch noch ihre Mitschüler durch Ausrufe während des Träumens. Da es so nicht weitergehen kann, soll ihr in „Der Schule der verrückten Träume“ geholfen werden. Als Neuling kommt sie in die Gruppe der „Anträumer“, gemeinsam mit ihr sind noch andere Kinder neu dort, jeder mit einem etwas anderen Problem. Einer der Jungen kann zum Beispiel zwischen Traum und Realität nicht wirklich unterscheiden, ein anderes Kind schlafwandelt, wieder der nächste träumt gar nicht, ein nächster hat Albträume. Wieso „keine Träume“ so ein Problem sind, hat sich mir persönlich nicht erschlossen, davon abgesehen, dass seine größeren Geschwister ihn damit aufziehen und er deswegen auch träumen will (was er sicherlich tut, er erinnert sich nur nicht, würde ich behaupten). So entsteht auf jeden Fall eine Mischung aus Figuren, die alle etwas andere Sorgen mitbringen und die schnell zu Freunden werden. Zusammen arbeiten die Anträumer daran, mit ihren Träumen besser klar zu kommen, nachts ruhiger zu schlafen und damit auch mehr Energie für den Tag zu haben.

Viele Ideen im Buch mochte ich richtig gern. Zum Beispiel war der ganze Mechanismus rund um die Traumfangmaschine und das wieder Freilassen der Träume, damit man mit ihnen arbeiten kann, ziemlich cool und wie man mit der Macht der Gedanken sogar seine Mahlzeiten in der Schule beeinflussen kann, sorgte immer wieder für Momente zum Schmunzeln. Auf der Insel, auf der sich die Schule befindet, gibt es auch einige Gestalten, Wesen oder Gegenstände, die aus Träumen „entkommen“ sind, diese sind jedoch harmlos und machen eher Spaß oder bringen kleine Abenteuer mit sich. Wenn hingegen Albträume entkommen würden, sähe das Ganze anders aus. Dass das passieren wird, war sehr früh in der Geschichte klar. Alles deutete darauf hin, dass einer der Schüler etwas fieses plant, nur leider haben die Erwachsenen es nicht sehen oder nicht glauben wollen. Dadurch entsteht eine abenteuerliche, gefährliche Situation, bei der sich die Freunde beweisen und zusammenhalten müssen.
Unterstützt wird die Handlung mit tollen Illustrationen, die die Geschichte noch lebendiger und greifbarer machen. Auch die manchmal etwas unheimliche Stimmung wird dabei gut transportiert. Man kann einen bildhaften Eindruck von den Charakteren und dem Schauplatz bekommen, was mir gut gefallen hat.

Insgesamt ist der Text leichtgängig und viele der Sätze sind einfach strukturiert, damit auch jüngere Leser mitkommen können. Die Dialoge sind größtenteils einfach gehalten, mir manchmal fast ein wenig zu einfach. Manche der Ausdrücke und Sätze könnten aber für Achtjährige, die ja noch nicht so lange lesen, vielleicht doch etwas kompliziert sein. Die meisten Begriffe wurden im Text zwar erklärt, ein paar mal weniger Somnambulismus zu schreiben, hätte aber sicher auch nicht geschadet.
Teilweise fand ich etwas schade, dass einige der Probleme, die aufkommen, sehr schnell abgetan oder gelöst wurden. Manches wurde dadurch nur wenig greifbar. Vieles war vorhersehbar im Verlauf der Geschichte, wie genau die Abenteuer sich dann gestalteten, bot aber auch ein paar kleine Überraschungen.
Viel an Botschaften, die man mitnehmen kann, habe ich persönlich nicht entdeckt, es ist eher eine Abenteuergeschichte, was nicht schlimm ist, es kommt ja immer darauf an, was man gerade sucht. Es werden im Buch auf jeden Fall verschiedene Arten von Träumen thematisiert, da der Umgang damit jedoch auf eine sehr fantasievolle Art und mit Hilfsmitteln erfolgt, ist das so natürlich nicht übertragbar auf die Wirklichkeit. Dennoch kann man mitnehmen, dass Träume wichtig sind und auch der richtige Umgang damit. Mit Johanna und ihren neuen Freunden werden junge Leser aber gewiss ein paar schöne, teilweise spannende, teilweise eher lustige Lesemomente haben.

Fazit

Ein Auftakt, der einem die Schule der verrückten Träume und die Figuren lebendig illustriert näherbringt. Viele der Ideen im Buch mochte ich richtig gern, an der Umsetzung hatte ich hier und da kleine Kritikpunkte. Manches hätte noch etwas ausführlicher und detailreicher beschrieben werden können, manche Situationen wurden sehr schnell gelöst, ohne dass sie richtig greifbar wurden. Insgesamt aber trotzdem eine schöne, abenteuerliche Geschichte, die jungen Lesenden bestimmt Spaß machen wird.

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guter Auftakt mit der Mordgruppe

Stille blutet von Ursula Poznanski

In einem Nachrichten-Update berichtet Moderatorin Nadine Just von ihrem baldigen Tod, bei dem einiges auf ein Verbrechen hindeuten wird. Selbst geschockt von dem, was sie vorgelesen hat, beginnen die Gedanken zu rasen. So recht ernstnehmen kann es zunächst jedoch niemand im Sender. Die Suche nach demjenigen, der ihr da einen üblen Scherz gespielt hat, beginnt.

Doch dann ist die Wiener Nachrichtensprecherin tatsächlich tot. Für Fina Plank, die neu bei der Mordgruppe ist, und ihre vier Kollegen starten die Ermittlungen unter erschwerten Bedingungen, denn der Hashtag #inkürzetot flutet das Internet, hilfreiche Informationen oder mögliche weitere Opfer ausfindig zu machen, ist da fast unmöglich. Allerdings gibt es sehr rasch ein weiteres Opfer, ebenfalls mit einer Todesankündigung. Die Mordgruppe sucht, ermittelt und befragt was das Zeug hält und doch gibt es immer wieder Dinge, die nicht zu passen scheinen.

Zu Beginn des Buches erlebt man fast unmittelbar die im Klappentext angekündigte Nachrichtensendung, bei der die Moderatorin Nadine Just ihren baldigen Tod ankündigt. Schock, Unmut und Frustration sind groß, doch Nadine denkt eher an einen bösen Scherz, immerhin hat sie sich nicht nur Freunde in der Redaktion gemacht. Sehr bald gibt es dann das erste Opfer, ein Verbrechen kann man bei dem Zustand des Tatortes wahrlich nicht ausschließen. Die Stimmung ist aufgeladen und bietet einen tollen, temporeichen Start in die Geschichte, der direkt einige Fragen aufwirft. Ich fühlte mich von Beginn an gut mitgenommen und mochte den Aufbau des Buches. Es gibt immer wieder neue Hinweise und Indizien, Beweise und Ungereimtheiten, kleine Wendungen, unerwartete Offenbarungen und auch ein paar Details, die sich angedeutet haben. Für mich sind im Verlauf der Handlung verschiedene Personen in den Kreis der Verdächtigen gerückt, aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt im Verlauf ein paar bildhafte Beschreibungen zu Tatorten und den Leichen, ich empfand diese als nicht zu blutig oder eklig, aber es wird auch nicht unbedingt schöngeredet, was die Beteiligten zu sehen bekommen oder vorfinden. Diese Passagen sind nicht übermäßig ausschweifend, dadurch entsteht beim Lesen kein Eindruck einer blutrünstigen oder extrem gewalttätigen Geschichte.

Besonders genial gemacht empfand ich die Abschnitte, in denen die vierte Wand durchbrochen wird. Derjenige, der dort berichtet, spricht das Publikum direkt an. Dadurch fühlte ich mich auf eine Weise mitgenommen, die zum einen faszinierend, aber auch ein wenig gruselig war. Spoilerfrei kann ich da leider gar nicht so viel mehr zu sagen, aber ich mochte diese Art mit ins Geschehen genommen zu werden. Man hat dadurch auch ein paar Einblicke mehr, die die Ermittler nicht haben, ich empfand es allerdings nicht so, dass einem dadurch etwas von der Handlung vorweggenommen wurde.
Der Großteil der Geschichte begleitet jedoch Fina Plank, die neu in der Mordgruppe ist, und Tibor Glaser, den Ex-Freund der zu Beginn ermordeten. Durch die Perspetkviwechsel innerhalb der personalen Erwählweise erhält man unterschiedliche Blickwinkel auf das Geschehen, manchmal hat man schon ein paar Informationen, die sich der „anderen Seite“ erst etwas später erschließen werden, dadurch ist man nicht in jedem Augenblick so überrascht, wie die Charaktere selbst, aber ich mochte das Zusammenspiel der Perspektiven und die Dynamik die durch den Wechsel entstanden ist. Die Atmosphären, die in den Abschnitten mitschwingen sind auch recht unterschiedlich, weil die Emotionen der Figuren nicht zu vergleichen sind.
Fina Plank hat es in ihrem neuen Team nicht immer leicht, besonders einer der Kollegen ist mit seinen Sprüchen ziemlich fies und herablassend. Nicht alle im Team lassen das unkommentiert, was ich gut fand. Dennoch macht Fina sich teilweise darüber Gedanken, auch wenn sie es selbst nicht so sieht, wie ihr teilweise vorgeworfen wird, vielmehr weil sie mit sich selbst nicht ganz im Reinen ist. Das schwingt immer wieder mit und man lernt die Ermittlerin im Verlauf der Geschichte ein wenig kennen. Auf der einen Seite ist es vielleicht schade, dass es wieder die Frau ist, die mit Komplexen und solchen Dingen zu tun hat, auf der anderen Seite mochte ich trotzdem, dass Fina sich im Job durchsetzt und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, zumindest meistens nicht. Vieles ist für sie noch neu, oft erkennt sie auch die Absichten hinter Aufträgen oder der Arbeitsverteilung und doch steht sie ihre Frau und gibt nicht kleinbei. Jeder hat seine Ecken und Kanten, Fehler und Schwächen. Ich hoffe, Fina wird im Verlauf der Reihe vielleicht noch etwas mehr an Stärke und Zuversicht gewinnen und damit auch ihren vorurteilbehafteten Kollegen weiter zum Verstummen bringen. Es war auf jeden Fall interessant sie zu begleiten und dadurch Einblicke in die Arbeit bei der Mordgruppe, dem Auswerten von Spuren und solchen Aspekten zu erhalten. Etwas schade fand ich dabei allerdings, dass es Hinweise gab, die augenscheinlich nicht zusammenpassten, die aber versucht wurden passend zu machen, damit man vorankommt. So dreht sich sehr lange Zeit die Handlung um gewisse Punkte, die nur wenig neue Spannung mit sich bringen. Trotzdem hat es sich flüssig lesen lassen und ich war neugierig, wie es sich zum Ende hin auflösen wird.
Die Abschnitte, in denen man Tibor Glaser begleitet, haben eine ganz andere Stimmung. Für den Teilhaber einer Werbefirma folgt nach dem Schock über den Tod seiner Ex-Freundin ein Spießrutenlauf, der ihn immer tiefer in den Abgrund strudeln lässt – teilweise auch selbstverschuldet. Tibor versucht einige Dinge herauszufinden, die in der Vergangenheit stattgefunden haben und von denen er nicht wusste, dafür kontaktiert er Menschen, mit denen er teilweise lange nicht zu tun hatte. So taucht man auch in sein Leben Stück für Stück mehr ein. Gleichzeitig ergeben sich immer wieder Details, die die Situation für ihn nicht besonders rosig aussehen lassen. Er ist nicht unbedingt der sympathischste Mensch, aber ich empfand ihn als recht authentisch dargestellt, die Gedanken und Gefühle, die in ihm toben, waren nachvollziehbar geschildert.
Fazit

Seinen eigenen Tod in einer Livesendung anzukündigen, kann einen schon mal ziemlich aus dem Konzept bringen. Als Einstieg in die Geschichte empfand ich das als ziemlich genial gewählt und da die Nachrichtensprecherin dann tatsächlich umgebracht wird, hat man sofort einen temporeichen Auftakt des Buches. Ein angenehmer, flüssiger, spannender Stil zieht sich durch das gesamte Buch, besonders genial fand ich die Abschnitte, in denen die vierte Wand durchbrochen wird und man als Leser angesprochen wird. Hier und da gab es kleine Aspekte, die ich nicht hundertprozentig gelungen oder passend fand, ein paar kleine Kritikpunkte am Verlauf und den Ermittlungsarbeiten bzw. den Schlüssen, die gezogen werden. Das spoilerfrei aufzudröseln, ist nicht wirklich möglich. Insgesamt mochte ich aber den Stil der Geschichte und den Aufbau, sowie das Zusammenspiel der Charaktere und die Dynamik die durch den Wechsel der Perspektiven entsteht.

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super niedlich mit einer tollen Botschaft

Ein total genialer Mummeltag von Nora Imlau

Am Sonntag haben die Mummel frei! Alle freuen sich auf den gemeinsamen Tag und möchten ihn für einen tollen Ausflug nutzen. Die Mummel wirbeln herum, um alles vorzubereiten und dann kann es auch schon losgehen. Aber… selbst wenn man einen Plan hat, geht er manchmal auch schief oder es kommt eben einfach anders und dann braucht man eine neue Idee, um den Tag trotzdem schön zu machen, ohne in Frust, Wut und schlechter Laune zu versinken.

Ein super süßes Buch rund um die Mummel.

Schon auf der ersten Seite war ich eigentlich hin und weg. Die Illustrationen sind so liebevoll und farbenfroh, dass sie einfach direkt gute Laune verbreiten und mich zum Schmunzeln gebracht haben. Jede der Doppelseiten ist sehr schön gestaltet, es gibt viel zu entdecken, nicht nur das, was dann im Text auch beschrieben wird. Die Mummel sind total niedlich und jedes ist ein wenig anders, sowohl von der Farbe, als auch von der Form und von den Eigenschaften, die sie so zeigen. Unterschiedliche Gefühle werden auch gut über die Mimik und Gestik der einzelnen Mummel transportiert. Das allein macht das Buch schon zu einem Highlight, aber ich mochte auch die Botschaft, die hinter all dem steht und den Weg dorthin total gern.

Die Mummel bereiten ihren Ausflug vor, dafür muss einiges eingepackt und vorbereitet werden. Ach halt, hier fehlt doch noch was! Und wo ist eigentlich… tja das müssen wir natürlich auch noch schnell suchen. Wer kennt es nicht? Man wollte eigentlich nur mal schnell noch was zusammenpacken, erledigen, organisieren und dann kommt etwas dazwischen oder man hat was vergessen, man hat was verlegt oder untergebuddelt unter all den Spielsachen. Auch wenn es hier Mummel und keine Menschen sind, werden die allermeisten Familien solche Alltagschaossituationen ganz bestimmt kennen.
Als dann auch noch etwas schief geht und der Ausflug nicht wie geplant stattfinden kann, ist der Frust groß, dass der Tag ein Reinfall zu werden droht, wenn da nicht das kuschelweiche Mummel wäre. Wünsche und Bedürfnisse, die dahinter stehen, zu trennen, ist sicher nicht ganz einfach und viele Erwachsene lassen sich bestimmt auch oft eher von den Wünschen leiten. Auch ich habe beim Lesen gedacht „Stimmt, man kann Bedürfnisse auf unterschiedliche Weise erfüllen, besonders wenn man den Frust wegschiebt und sich auf eine Alternative konzentriert“. Die kleinen Mummel verstehen das nicht gleich, was damit gemeint ist- verständlich, aber welche Botschaft auf jeden Fall mitschwingt ist, dass man sich trotz allem einen tollen Tag machen kann, auch wenn man manche Dinge umorganisieren musste und es nicht klappte, wie geplant. Am Ende werten die kleinen und größeren Mummel den Tag auch aus und finden heraus, was gut war und was vielleicht nicht so gut war.
Die Texte sind dabei kurz gehalten und sprachlich leicht verständlich. Trotzdem schwingt so viel Liebevolles mit und es hat einfach total Spaß gemacht mit den Mummel den Tag zu verbringen und zu erleben, wie es doch noch richtig schön wird, trotz der anfänglichen Schwierigkeiten.

Sehr schön fand ich auch, dass die Autorin die Erwachsenen am Ende des Buches noch einmal direkt anspricht. Das ist nicht mehr zum Vorlesen gedacht, sondern richtet sich an die Erwachsenen und geht noch mal darauf an, dass Wünsche und Bedürfnisse nicht das gleiche sind und dass man als großer Mensch für kleine Menschen ein Vorbild sein kann, indem man sich mehr an Bedürfnissen orientiert und den eigenen Frust nicht zu groß werden lässt. Eine tolle Botschaft, die zwar sicher nicht komplett neu ist, aber ich finde immer, es schadet auch nicht, daran erinnert zu werden. Das macht ja auch den eigenen Alltag oft ein wenig leichter und unbeschwerter.
Fazit

Ein super niedliches Buch, das mir richtig gut gefallen hat. Es ist eine Mischung aus alltäglichem Chaos, der Hektik vor einem Ausflug, dem Frust, wenn dabei etwas schiefgeht und einer möglichen Lösung, wie man den Tag dann eben doch noch rettet. Liebevoll illustriert und sehr schön gestaltet, mit einfachen und kurzen Texten. Ich habe die Mummel sehr ins Herz geschlossen.

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tolles Kinderbuch, schöne Botschaft, wundervoll illustriert

Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge von Nils Pickert

Für Mara war schon ganz früh klar: sie ist ein echtes Seeräubermädchen! Ihr Hund hat den passenden Namen „Landratte“ bekommen und zu Hause und auf dem Spielplatz stürmt sie mit ihren Enterhaken und dem Holzschwert durch die Gegend, um Feinde zu vertreiben oder Beute zu machen.
Bei Milo geht es oft ein wenig ruhiger zu.

Er ist ein Prinzessinnenjunge und liebt es mit seinen Krönchen und schöner Kleidung durch die Wohnung zu tanzen, immer mit dabei seine Puppe Lulu. Beide Kinder haben Spaß am Leben, nur auf eine ganz unterschiedliche Weise. Als Mara und Milo sich eines Tages auf dem Spielplatz begegnen, ist sofort Sympathie da und beide Kinder fangen an miteinander zu spielen und ihre Welten auf eine ganz unkomplizierte Art zu vermischen. Eine wunderbare Freundschaft entsteht, die jedoch auch mal eine Hürde überwinden muss.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Schon auf den ersten Seiten wird man durch die farbenfrohen, wunderschönen Illustrationen und die liebevoll gestalteten Buchseiten toll mitgenommen und lernt Mara und Milo kennen. Durch die farblichen Unterschiede in der Schrift ist auch direkt klar, mit wem man unterwegs ist. Maras Abschnitte sind in einem hellen, kräftigen blau, die von Milo in einem dunklen Violettton gehalten. Im Verlauf des Buches, wenn die Kinder gemeinsam unterwegs sind, sind die Passagen in einem dunkleren blau.
Wenn man Mara und Milo zu Beginn kennenlernt, mag man vielleicht denken, ihre Welten passen nicht so recht zusammen. Milo ist eher ein Träumer, liebt Kleider und Röcke, seine Puppe, Ballett und seine Krönchen. Nicht alle Kinder in seiner Umgebung verstehen das und manchmal muss er sich auch gemeine Sprüche dazu anhören. Aber seine Eltern unterstützen ihn und lieben ihren Milo, wie er ist. Mara ist sehr aktiv und aufgeweckt, erbeutet sich auch zu Hause gern mal Goldtaler von ihrem Vater und hat eine sehr lebendige Fantasie,besonders rund um Seeräuber.
Als die beiden Kinder dann aufeinander treffen, wird aber schnell klar, dass es ihnen ganz egal ist, ob ihre Art zu spielen auf den ersten Blick zueinander passt. Sie finden ganz unkompliziert Wege, beide „Welten“ miteinander zu vermischen, die Stärken von jedem zu nutzen und sich gegenseitig in das Spiel des anderen zu integrieren. Ein paar Glitzerbänder haben schließlich noch keinem Seeräuberschiff geschadet, außerdem kann man damit wunderbar verschiedene Dinge festbinden. Mara und Milo sind offen und aufgeschlossen im Umgang miteinander, lassen sich voneinander inspirieren und entwickeln gemeinsame schöne Ideen. Auf eine sehr angenehme, unaufgeregte Art. Für die Kinder spielt es einfach keine Rolle und genau so sollte es ja auch sein.

Als sie dann für einige Zeit voneinander getrennt sind, verändert sich ihre Welt. Ohne den anderen macht es nicht so viel Spaß. Sie machen Erfahrungen, die zeigen, dass manches doch gar nicht so bunt und fröhlich ist oder eben ganz anders, als sie es sich vorher vorgestellt hatten. Für mich stand es auch symbolisch für Erlebnisse und Ereignisse, die es im Leben so gibt, die einen prägen und verändern und auch für Entwicklungsschritte, die man so macht. Als sie sich wiedersehen, ist da erst mal eine gewisse Distanz, vermutlich weil sie nicht direkt über ihre Gefühle reden wollen oder können und vielleicht auch selbst nicht genau wissen, ob sich nicht noch mehr verändert hat, als das, was ihnen so aufgefallen ist. Durch die Reduzierung der Farbe wird das auch in den Illustrationen deutlich. In Freundschaften ist nicht immer nur alles locker und leicht, manchmal muss man auch kleine Hürden und Hindernisse überwinden – am besten natürlich gemeinsam.

Die Texte im Buch sind sprachlich einfach gehalten, so dass es für Kinder gut verständlich ist. Die Illustrationen sind größtenteils sehr großflächig, manche sind auch etwas kleiner, auf diesen Seiten gibt es dann auch mehr Text. Die Mischung war aber sehr angenehm und es gibt immer was zu entdecken. Die Bilder sind gut auf die Handlung abgestimmt und machen alles noch lebendiger und mitnehmender. Mir hat der Stil des Buches richtig gut gefallen, die Stimmung in der Geschichte, die kleinen Botschaften, die drin stecken und vor allem der unaufgeregte Umgang der beiden Kinder miteinander.
Geschlechterklischees sollten wirklich nicht so einen große Rolle spielen. Jeder sollte sich einfach so fühlen, wie er sich eben fühlt und das auch zeigen dürfen – warum auch nicht? Es tut doch keinem weh, sich auszuleben und zu testen, das zu tragen, was man mag, mit dem zu spielen, was man mag und so weiter. Es wird ja eher von der Gesellschaft geprägt, verboten und beschränkt, was es für alle schwieriger macht, wenn sie nicht in die teils starren Muster passt, die es einfach gar nicht geben müsste.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist vielleicht, dass ich nicht ganz verstanden habe, wieso die Eltern sich auch voneinander „entfernt“ haben, als die Kinder es taten, eigentlich gab es dafür keinen wirklichen Grund, da aber Mara und Milo im Fokus standen und die beiden ihren Weg gefunden haben, fand ich das nicht so schlimm.
Ein wirklich wunderschönes Kinderbuch.

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fesselnd, spannend, blutig, brutal

Blutige Stufen von Chris Carter

Hinweis: Band 12, Vorwissen ist aber nicht zwingend notwendig, die Geschichte der Ermittler geht zwar über die Bände hinweg weiter, jedoch ist der Fall unabhängig von den vorherigen, so dass man dem Geschehen problemlos folgen kann, sollte man die anderen Bücher nicht kennen.

Für Detective Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia ist es nicht planbar, wann Arbeit auf ihrem Tisch landet.

Als UV-Einheit des LAPD befassen sie sich mit den äußerst brutalen und grausamen Mordfällen, die im Großraum Los Angeles geschehen. Als sie an den Tatort des ersten Opfers gerufen werden, erwartet sie ein Bild des Grauens. Obwohl beide Detectives schon viel Furchtbares vorgefunden haben, übertrifft die Brutalität und Intensität dieser Tat das bisher Gesehene noch. Für die Ermittler ist schnell klar: hier geht jemand mit einem ausgeklügelten Plan vor und hinterlässt kaum Spuren, weitere Opfer sind nicht unwahrscheinlich, vielleicht gab es sogar zuvor schon welche, für eine Spontanhandlung erscheint nämlich alles viel zu genau durchdacht. Als das nächste Opfer auftaucht, erhöht das den Druck auf die Detectives, doch die Beweise fehlen…

Der Schreibstil von Chris Carter ist wie gewohnt von Beginn an fesselnd und mitnehmend. Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost und nichts für Lesende, die Abstand von blutigen und brutalen Szenen nehmen möchten. Dieser neue Fall des Ermittlerduos ist geprägt von äußerst brutalen und blutigen Morden, unvorstellbaren Grausamkeiten, die auch mal Ekelgefühle auslösen können. Anschauliche Beschreibungen haben mein Kopfkino ziemlich angekurbelt und die Bilder, die dabei entstanden sind, waren echt nicht schön, haben die Geschehnisse im Buch jedoch unterstützt und das Spannungsmoment damit noch größer gemacht. Es ist nicht auf jeder Seite blutig, aber es gibt immer wieder Abschnitte, in denen das Auffinden der Opfer und die Abläufe der Taten eine Rolle spielen – Gänsehaut vorprogrammiert.
Schon der Einstieg in das Buch ist sehr spannend gestaltet und verbreitet eine unheimliche Atmosphäre, die sich durch die weitere Geschichte zieht. Ich empfand das Tempo der Handlung als durchweg hoch, auch wenn sich die Ereignisse nicht pausenlos überschlagen. In den scheinbar etwas ruhigeren Momenten, arbeiten Hunter und Garcia auf Hochtouren, um Hinweise, Parallelen und Zusammenhänge zu entdecken, Hinterbliebene zu befragen und irgendwie eine Spur zu finden, die vielleicht verhindern kann, dass noch jemand sterben muss. Nach und nach kommen dabei auch weitere erschreckende Details der Taten ans Licht, die das volle Ausmaß des Grauen offenbaren. Besonders zum Ende der Geschichte nimmt die Handlung dann noch mal richtig an Fahrt auf, es wird noch mal turbulent, sehr spannend und bringt eine andere Art von Nervenkitzel mit sich, als die Kapitel zuvor.
Während des Lesens kann man vermutlich gar nicht das gesamte Ausmaß der Brutalität erfassen, so erschreckend, erschütternd und unfassbar furchtbar es auch ist, was dort beschrieben wird. Man behält eine gewisse Distanz zu dem Geschehen, was die in der Geschichte Betroffenen nicht haben. Deren Empfindungen, die Angst und Zerrissenheit wurde anschaulich beschrieben und lässt die Handlung noch intensiver werden. Man erfasst dadurch noch mehr Facetten der Ereignisse und was diese auslösen.

Perspektivwechsel sorgen für zusätzlich Dynamik und Spannung im Buch. Die meiste Zeit begleitet man die Ermittler und deren Team, die unermüdlich arbeiten, recherchieren, Hinweise wälzen und Befragungen durchführen. Dazwischen gibt es aber immer wieder Abschnitte, in denen man neue oder potenzielle Opfer begleitet. So wird das Gänsehautfeeling noch weiter unterstützt, die Angst, die bei den Opfern ausgelöst wird, wird gut transportiert und damit greifbarer. Mir gefällt diese Mischung in der Handlung immer gut. So ist es nicht durchweg blutig und grausam, aber man hat auch nicht nur die Ermittlungsarbeiten – die ich jedoch wirklich interessant finde. Stück für Stück ergeben sich Zusammenhänge und Möglichkeiten, Ideen werden verworfen, neue gefasst und das alles unter dem Zeitdruck, der unaufhaltbar größer wird. Ich mag auch die Dynamik zwischen Robert und Carlos, die beiden sind mir sympathisch, arbeiten Hand in Hand und können sich immer voll aufeinander verlassen.
Rund um die beiden Ermittler gibt es ein paar Details, die aus den vorherigen Bänden noch mal aufgegriffen und wiederholt werden, es wird jedoch nicht die gesamte Lebensgeschichte der beiden noch mal erzählt. Ich empfand die Hinweise, die es auf persönliche Vorgeschichten gibt als eher dezent, wer die anderen Bände kennt, weiß zu ihnen etwas mehr, wer nicht, hat hier für die Handlung rund um die Morde aber keinen Nachteil. Ich mag es immer gern, wenn die Ermittler über eine Reihe hinweg etwas Tiefe und Seele bekommen, damit werden sie, ihre Reaktionen und Aktionen einfach noch mal nachvollziehbarer und man erhält ein klareres Bild zu ihnen. Besonders die Stärken und Fähigkeiten von Robert Hunter spielen während der Auflösung des Falles immer wieder eine Rolle. Wie er Zusammenhänge erkennt, Ideen entwickelt und Gespräche clever lenken kann, ist jedes Mal wieder beeindruckend.

Fazit

Ein Thriller, der es wirklich in sich hat! Es wird sehr spannend, besonders zum Ende hin turbulent, äußerst blutig und grausam und ist damit sicher nichts für jeden. Stück für Stück ergeben sich die furchtbaren Details der Taten, die eindrücklich und bildhaft beschrieben werden. Daneben steht aber auch die Ermittlungsarbeit von Hunter und Garcia immer wieder im Fokus. Es wird unermüdlich geforscht, hinterfragt, clever kombiniert, Ideen werden entwickelt und verworfen, Fährten werden aufgetan, die nicht alle brauchbar sind. So entsteht ein Geflecht aus Irrtümern, Ratlosigkeit, neuen Spuren und Zusammenhängen, den grausam zugerichteten Opfern, traumatisierten Hinterbliebenen und reichlich fesselnder Spannung.

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gut, aber anders als erwartet, 3,5 Sterne

Agnes und der Traumschlüssel von Tuutikki Tolonen

Agnes ist erst vor kurzem von Helsinki in den kleinen Ort Harmala gezogen. Noch kennt sie nicht viele Menschen, aber beim Erkunden der Gegend, allein und mit ihrer Mutter, trifft sie nicht nur auf einen Grabstein, der ihr Rätsel aufgibt, sondern auch recht bald auf den Jungen Muffin, der nach den Ferien ihr Klassenkamerad sein wird.

Gemeinsam mit Marvin, wie er eigentlich heißt, geht Agnes dem Geheimnis nach, wieso das kleine Mädchen, das auf dem Friedhof begraben wurde, nur einen Tag gelebt hat. Als Detektive sind die beiden gar nicht schlecht, sie erhalten bei ihrer Recherche jedoch auch unerwartete Hilfe. Die Dinge, die Muffin und Agnes herausfinden, werden für Anges Familie in Zukunft einiges verändern.

Der Klappentext des Buches hat mich sofort angesprochen, er hat jedoch auch etwas andere Erwartungen geweckt, was mich etwas unentschlossen macht, wie ich die Geschichte letztendlich einordnen soll. Es geht schon um Agnes und Muffin, die Freunde werden und dem Geheimnis hinter dem Grabstein nachgehen, allerdings empfinde ich die Beschreibung „Zwei Kinder auf den Spuren der Vergangenheit – temporeich, spannend und gleichzeitig voll magischer Ruhe“(©Carlsen) als nicht so richtig treffend. Für mich war es nicht wirklich temporeich, auch wenn die beiden Kinder recht schnell an neue Informationen kommen und Hinweise zusammensetzen. Im Buch vergeht nicht viel Zeit, aber die Ereignisse überschlagen sich jetzt auch nicht. Es war auch interessant zu lesen, wie die beiden vorgehen und was sie nebenbei noch so für Probleme wälzen, durch den übernatürlichen Aspekt in der Handlung war es aber jetzt auch nicht so sehr überraschend, was dann aufgedeckt wurde, wodurch für mich auch etwas die Spannung genommen wurde. Das werden jüngere Lesende aber vielleicht anders empfinden. Eine gewisse Ruhe, die vielleicht auch auf die Mentalität bzw. das Herkunftsland zurückzuführen ist, konnte man beim Lesen aber schon spüren.

Insgesamt hat mir die Geschichte schon ganz gut gefallen, trotz anderer Erwartungen. Besonders mochte ich so kleine Botschaften, die mitschwingen aber gar nicht unbedingt im Fokus der Handlung standen. Dabei geht es um Freundschaft und dem Wunsch dazugehören zu wollen und dass man dabei nicht vergessen sollte, was man selbst will und wie es einem dabei geht. Einige Jungs aus der bald gemeinsamen Klasse sind zu Muffin nämlich nicht besonders nett. Die Freundschaft zwischen Protagonistin Agnes und Muffin entwickelt sich sehr zügig, scheint aber ehrlich zu sein und die beiden halten fortan zusammen. Nach und nach tauchen die beiden in die Geschichte des kleinen Mädchens ein, das vor so langer Zeit wohl nur einen Tag gelebt zu haben scheint und das den gleichen Namen trägt, wie die Protagonistin – zumindest so gut wie. So erkunden die beiden Freunde einen fast vergessenen Ort, stöbern in der Stadtgeschichte und finden Stück für Stück immer mehr Antworten und Zusammenhänge. Ich glaube, mir hätte es ohne den übernatürlichen Aspekt in der Geschichte deutlich besser gefallen. Es wäre einfach nicht unbedingt nötig gewesen, auch wenn dadurch ein paar Hinweise zusätzlich geliefert wurden.

Der Schreibstil ist leichtgängig und gut verständlich. Kurze Sätze und ein einfacher Satzbau werden das Lesen auch für junge Lesende problemlos möglich machen. Die zahlreichen Dialoge geben einen Eindruck von der Dynamik zwischen Muffin und Agnes und lassen einen am Geschehen teilhaben. Mit der Zeit lassen die beiden den jeweils anderen dann auch etwas mehr an ihren Familiensituationen teilhaben. So bekommen die Figuren noch etwas mehr Tiefe und man bekommt ein Gefühl dafür, was sie abgesehen von der Suche nach der Vergangenheit noch so beschäftigt.
Manchmal wirken die Passagen schon sehr schnörkellos und runtergebrochen, andere Dinge werden dafür dann aber wieder gut und anschaulich beschrieben. Ob es durch die Übersetzung des Textes vielleicht anders ist, als im Original, kann ich hierbei nicht einschätzen. Unterstützend wirken dabei auf jeden Fall die schwarzweißen Illustrationen, die in die Geschichte eingebunden sind. Damit werden teilweise die Charaktere, aber auch Schauplätze noch besser vorstellbar und die Handlung lebendiger.
Fazit

Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Es gab schon Passagen, die mir gut gefallen haben und die ich sehr mochte. Vor allem die kleinen Momente, in denen es um die Freundschaft zwischen Agnes und Marvin, aber auch zu den anderen ging, mochte ich sehr. Diese Szenen stimmen nachdenklich und stehen ein wenig im Kontrast zu den Nachforschungen, die die beiden Kinder während der Sommerferien anstellen, um mehr über die Geschichte hinter dem Grabstein zu erfahren. Trotzdem fließen die unterschiedlichen Aspekte der Handlung aber gut und harmonisch ineinander. Ohne das Übernatürliche hätte mir das Buch auf jeden Fall besser gefallen, irgendwie schien es für mich nicht so recht zu passen, aber das ist einfach auch Geschmackssache.

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tolle Fortsetzung- neue Abenteuer in Whisperworld

Whisperworld 2: Flucht in die Wüste von Barbara Rose

Achtung: zweiter Band! Die Handlung rund um die Figuren in Whisperworld geht weiter, man sollte den Auftakt der Reihe also kennen, um die Zusammenhänge gut zu verstehen, auch wenn es kleine Rückblenden gibt. Meine Rezension kann ganz kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Coco, Amy, Chuck, Mohit, Paul sind seit einiger Zeit in Whisperworld und dürfen dort die Geheimnisse der Tierflüsterer erfahren und allerhand Dinge über besondere oder fast ausgestorbene Tierarten, die Natur und das gemeinsame Bestreiten von Herausforderungen lernen.

Doch nun droht ihnen Gefahr, denn die Karte, die einen zum Hauptquartier im Deepwood führt, wurde gestohlen. Um die angehenden Tierflüsterer zu schützen, verlassen sie den Wald und reisen in ein Gebiet, in dem sie zunächst sicher sein sollten: die Wüste Sablo Diablo. Dort lernen die noch ein neues Mitglied ihrer Gruppe kennen und müssen sich den Gefahren der unwirtlichen Umgebung stellen. Es gibt viel zu lernen und zu entdecken – auch über sich selbst und die Menschen, die einen begleiten.

Gleich zu Beginn des Buches gibt es eine Karte von Whisperworld, die gut bei der Orientierung helfen kann. Auch die wichtigsten Charaktere sind noch einmal aufgelistet und kurz beschrieben, so fällt der Einstieg in die Geschichte leicht und man hat auch gleich ein kleines Bild der Figuren vor Augen. Da ich den ersten Band als Hörbuch gehört und nicht gelesen habe, hatte ich es dort nicht, ich vermute jedoch, es wird dort genauso gewesen sein. Auch innerhalb der Geschichte gibt es zwischendurch wundervolle schwarzweiß-Illustrationen, die die Handlung gut unterstützen und noch lebendiger machen. Das Buch lebt nicht allein von den Illustrationen, dafür sind sie zu dezent eingeflochten, ich empfand sie jedoch als gut und sehr passend platziert und gemeinsam mit den anderen Elementen zur Gestaltung entsteht ein sehr schönes Gesamtbild. So sind zum Beispiel die Auszüge aus den Chroniken von Whisperworld -die einem noch mehr geschichtliche Einblicke geben- optisch abgegrenzt vom restlichen Text und damit sofort zu erkennen.

Innerhalb der Geschichte gibt es ein paar kleine Rückblenden und Hinweise auf die vorausgegangene Handlung und Ereignisse, mit denen die neuen, angehenden Tierflüsterer schon zu tun hatten. So kann man kleine Erinnerungslücken wieder auffüllen, man sollte den Auftakt der Reihe jedoch kennen, damit man hier wieder gut in die Geschehnisse eintauchen kann und auch die jungen Charaktere schon etwas kennt.
Der Schreibstil der Geschichte ist flüssig und mitnehmend. Sprachlich bleibt es leicht und damit gut verständlich gehalten, so dass auch junge Lesende der Handlung gut folgen können werden.
Während im ersten Buch Coco im Mittelpunkt stand, so ist es nun Mohit, den man größtenteils begleitet. Man erfährt jedoch auch von den anderen Figuren Stück für Stück mehr, besonders auch von Enisa, die in diesem Band neu dazukommt. Das schüchterne Wüstenmädchen braucht etwas Zeit, um mit der Gruppe warm zu werden, aber ihr Wissen ist sehr wertvoll auf ihren Missionen und nach und nach fasst sie auch Vertrauen zu den anderen. Es war schön zu sehen, wie sie sich schon in der kurzen Zeit entwickelt hat und wie sie damit der Gruppe der Tierflüsterer noch mal eine neue Dynamik gibt.
Ganz allgemein mag ich die Mischung der Protagonisten sehr gern. Jedes der Kinder bringt eigene Eigenschaften mit sich, sie können ihre Stärken einbringen, fangen sich aber auch gegenseitig auf, wenn jemand mal strauchelt oder etwas nicht so gut läuft. Manchmal fällt es ihnen noch schwer, sich einzugestehen, dass sie etwas nicht können oder sie Hilfe brauchen, man spürt aber an einigen Stellen, dass es auch dort Fortschritte gibt. Besonders für Chuck ist es oft nicht leicht, sich mit Situationen abzufinden, die ihn unzufrieden machen. Auch zu ihm und seiner Vorgeschichte wird man sicher noch mehr erfahren, als bisher.
Neben der Entwicklung von Freundschaften und dem Stärken der Persönlichkeiten geht es aber auch viel um die Natur, wie man sich dort zurechtfindet und um Artenschutz, da es in Whisperworld viele Tiere gibt, die als ausgestorben oder stark bedroht gelten. Darüber hinaus gibt es auch noch ein paar fantastische Wesen, die ab und an auftauchen. All die anschaulichen, detailreichen Beschreibungen lassen die Welt sehr lebendig und das Kopfkino aktiv werden. Da die Kinder von Erwachsenen und tierischen Lehrern begleitet werden, gibt es immer wieder Tipps und Tricks zum Leben und Überleben in Whisperworld und zum Bestehen von schwierigen Situationen und Prüfungen.
Immer wieder gibt es auch Momente, in denen etwas unerwartete auf die Charaktere zukommt, sie in Gefahr geraten oder auf etwas stoßen, was sie überrascht und dann weitere Dinge nach sich zieht. Langweilig wird es in Whisperworld wirklich nie. Selbst in den ruhigeren Momenten passiert auf der persönlichen Ebene dann einiges, man lernt die Figuren mehr kennen und kann mitverfolgen, welche Gefühle in ihnen toben – das sind auch nicht immer nur positive. Die Mischung empfand ich als sehr angenehm, spannend und in Hinblick auf die Emotionen der noch sehr jungen Figuren auch als realistisch. Für sie ist es zwar ein großes Abenteuer, sie freuen sich auf vieles, wollen lernen und sich austesten, aber manchmal gibt es eben auch Neid oder Zweifel.
Fazit

Auch wenn man sich beim Lesen die tollen Tierstimmen, die ich im Hörbuch sehr mochte, selbst vorstellen muss, hat das Buch wieder richtig viel Spaß gemacht. Es gab neue Abenteuer in einem anderen Abschnitt von Whisperworld. Man lernt neue Charaktere und Tierarten kennen und erfährt auch mehr zu den sympathischen Figuren, die man bereits aus dem Auftakt kannte. Der Stil ist sehr angenehm, bildhaft und mitnehmend. Durch die tollen Illustrationen, die hin und wieder eingebunden sind, wird die Handlung noch lebendiger und anschaulicher. Eine tolle Mischung der verschiedenen Elemente, die die Vorfreude auf Band drei wachsen lässt.

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gefühlvoll, intensiv, besonders + die Magie der Ballettwelt

Du und ich und das Leuchten des Sommers von Lily Oliver

Es ist zwar der zweite Band der Reihe, ABER man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, da die Handlung nicht weitergeht und in diesem Buch andere Charaktere vertreten sind. Es gibt eine kleine Verbindung zwischen den Bänden, die für die Entwicklungen jedoch keine Rolle spielt.

Das Ballett ist für Ava Wild alles – es war ihr Rettungsanker, als sie nicht weiterwusste, ihre Chance alles zu verändern, ihre Möglichkeit nach vorn zu schauen, es hat ihr Freundschaften gebracht und sie über sich hinauswachsen lassen, es ist ihr Weg dem Publikum die Geschichte, die sie auf die Bühne bringen, mitten ins Herz zu tanzen.

Doch nun steht sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben, der viele Zweifel, Ängste und Gefühlschaos mit sich bringt. Gleichzeitig bietet sich allerdings eine Möglichkeit, etwas zu erreichen, was in ihrer erfolgreichen Ballettkarriere bisher fehlte. Ava ist jedoch nicht die einzige, die mit gemischten Gefühlen kämpft. Auch Choreograph Ivan Baranov trägt Päckchen mit sich herum, die durch die aktuellen Entwicklungen wieder aufgebrochen werden könnten. Und mitten in dieser gefühlsintensiven Zeit taucht auch noch ein Journalist auf, der dafür bekannt ist, zu recherchieren, bis er die gesamte Wahrheit kennt. Ein Sommer, der für alle Beteiligten einige Veränderungen mit sich bringen wird…

Die meiste Zeit der Geschichte begleitet man Protagonistin Ava, die aus meiner Sicht auch die zentrale Rolle im Buch einnimmt. Von ihr gibt es zwischendurch auch Instagram Posts, in denen sie über das Ballett, ihre Vergangenheit oder Dinge berichtet, die ihr aktuell durch den Kopf gehen. Diese Passagen haben meistens einen direkten Bezug zur Handlung, die aktuell passiert, teilweise bezieht es sich jedoch auch auf Avas Gedanken.
Doch auch die beiden männlichen Parts Tom und Ivan bekommen ihrem Raum und berichten, ebenso wie Ava, aus der Ich-Perspektive. Dadurch erhält man detaillierte Einblicke in die Gedankenwelten aller drei Figuren und kann mitverfolgen, wie sich ihre Gedanken und Gefühle im Verlauf des Buches verändern, in Bezug aufeinander, aber auch in Bezug auf die Dinge, die sie mit sich herumtragen und die sie beschäftigen. Jeder der Charaktere hat seine Eigenarten und Besonderheiten, jeder hat sein bzw. ihr Päckchen zu tragen. Geheimnisse umranken die Handlung und spielen immer wieder auf verschiedene Weise eine Rolle. Da man jedoch alle drei Figuren begleitet, weiß man als Leser*in das eine oder andere bereits vor den anderen Charakteren oder ahnt, in welche Richtung es gehen könnte. Man bekommt allerdings nicht alles offenbart, so dass sich manches erst im Verlauf der Geschichte ergibt und man es gemeinsam mit den anderen Protagonisten entdeckt.
Ich mochte die Mischung aus alltäglichen und beruflichen Einblicken, die einem ein Gefühl für die Charaktere, ihre Probleme, ihre Wünsche und Hoffnungen gibt und einen nach und nach mehr Facetten von den Protagonisten offenbart. Denn in jedem von ihnen steckt mehr, als ich zu Beginn geahnt habe. Meine Einstellung den Charakteren gegenüber hat sich beim Lesen teilweise gewandelt, inwiefern möchte ich aus Spoilergründen nicht zu detailliert ausführen, aber es war interessant zu sehen, wie sich die eigenen Gedanken und Empfindungen ihnen gegenüber gewandelt haben, je mehr man erfahren hat, je mehr Puzzelteile an ihren Platz gefallen sind und man auch gesehen hat, wie die Figuren untereinander damit umgehen, wenn sie tiefer in die Geschichten der jeweils anderen eintauchen.

Dieses Buch entführt die Lesenden intensiv in die Welt des Ballettes, verliert sich gleichzeitig jedoch nicht in unverständlichen Details. Fachbegriffe für einige der Schritte, Armhaltungen und Sprünge werden zwar genutzt, wodurch es für mich authentisch wirkte, viele Dinge werden aber auch umschrieben, so dass man sie als Laie ebenfalls versteht und trotzdem eine gute und lebendige Vorstellung davon bekommt, wie es aussieht, was getanzt wird.
Der Zauber dieser Tanzform war für mich deutlich spürbar, auch durch die Liebe, die Ava hineinsteckt. Ich mochte die anschaulichen Beschreibungen und bildgewaltigen Formulierungen, die die besondere Atmosphäre der Stücke und Bewegungen transportieren und mir ein zauberhaftes Kopfkino beschert haben. Ich fühlte mich mitgenommen in diese Welt, die für Ava alles bedeutet und konnte mit ihr fühlen, was sie spürt, während sie ihren Körper über die Bühne oder durch den Trainingssaal schweben lässt. Es war eine intensive Mischung aus den Aspekten, die in Ava passieren und denen, die für die Zuschauer sichtbar waren. Es ist faszinierend, wie man mit kleinen Änderungen im Ausdruck oder der Ausführung von Figuren eine komplette Wandlung der Empfindungen erreichen kann. Für mich waren diese Passagen oft magisch und einfach wundervoll. Sie spiegeln so gut wieder, was Ava mit dem Ballett verbindet, dass es sie stützt und stärkt, sie erdet und ihr die Möglichkeit gibt, sehr viel auszudrücken und von sich in die Stücke einfließen zu lassen, zeigen aber ebenso, warum ihr die aktuellen Entscheidungen so schwer fallen.

Der Schreibstil von Lily Oliver ist mitnehmend und sehr gefühlvoll. Auf der Ebene der Emotionen passiert im Verlauf des Buches extrem viel. Diese Entwicklungen waren bewegend, berührend und sind sehr intensiv bei mir angekommen. Die Magie des Ballettes hat sich mit dem Zauber der Gefühle gemischt, die sich nach und nach entfalten, die aber auch mal verwirren und Zweifel mit sich bringen. Die Geschichte kommt ohne künstliches Drama aus, was nicht heißt, dass nicht durchaus Dinge passieren, die zu Wendungen und Entscheidungen führen und dass Aspekte offenbart werden, die die Charaktere geprägt haben und weiter prägen werden. Aber dennoch scheint alles in einem harmonischen Fluss zu sein, der zwar Steine überwinden muss und auch Ecken und Kanten umfließt, der aber nie komplett ins Stocken gerät. Die Handlung geht kontinuierlich voran, wird beeinflusst von den Charakteren, ihren Gedanken und Gefühlen, ihren Sorgen und Geheimnissen, aber auch von ihren Hoffnungen und den Chancen, die sich auftun.
Noch tiefer möchte ich in meine Empfindungen beim Lesen vielleicht gar nicht eintauchen, auch wenn es noch mehr zu sagen gäbe. Ich möchte jedoch auch nichts von dem verraten, was für mich unerwartet war oder was mich besonders bewegt oder begeistert hat. Für mich war es auf jeden Fall ein besonderes Buch, durch den Aufbau, durch die Konstellation der Charaktere, aber auch durch die Ballettwelt, die alles wie einen großen Mantel umgibt und der Geschichte einen gewissen Zauber mit auf den Weg gibt.

Fazit

Eine sehr besondere, gefühlvolle und intensive Geschichte – auf verschiedene Weise. Durch zauberhafte, detaillierte Beschreibungen wird die Ballettwelt von Ava sehr greifbar und lebendig, ich hatte beim Lesen viel Kopfkino und habe diese besondere Atmosphäre gespürt. Aber auch auf der emotionalen Ebene der Charaktere ist einiges los – es wird nachdenklich und aufwühlend, bewegend und berührend, es werden Dinge offenbart und eingestanden, durchdacht, verworfen und aus finsteren Winkeln hervorgeholt. Es ist nicht immer fröhlich, es gibt ernste Themen und doch war es durch den tollen Schreibstil und die gelungene Wortwahl immer angenehm zu lesen.

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gelungenes Finale der dystopischen Trilogie

Vortex - Die Liebe, die den Anfang brachte von Anna Benning

Achtung dritter, finaler Band! Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf die vorausgegangene Handlung.

Die Welt rund um Elaine hat sich stark gewandelt. Der Rote Sturm gewinnt immer mehr an Boden, wird stärker und bedrohlicher, auch für die letzten unbesetzten Metropolen. Doch das ist nicht die einzige Sorge, die Elaine quält.

Mitten drin im Geschehen auf der gegnerischen Seite ist der Junge, den sie liebt und den sie nicht retten konnte, obwohl sie es so gern gewollt hätte. Verbissen sucht sie nun nach einem Weg, Bale aus den Fängen der Gegner zu befreien und gleichzeitig irgendwie ihre Kräfte wieder zu erlangen, die so hilfreich für die anstehenden Herausforderungen wären.

Für mich lag das Lesen des zweiten Bandes schon eine ganze Weile zurück. Ich habe zwar noch mal in das Ende des Buches reingelesen, ein bisschen habe ich aber trotzdem gebraucht, um wieder richtig in der Handlung anzukommen. Vorwissen sollte man also auf jeden Fall mitbringen, ganz ohne wird das Finale wohl eher nicht gut zu verstehen sein. Es ist im Vorfeld schon viel passiert. Hin und wieder gibt es auch kleine Hinweise auf die vorausgegangene Handlung und kurze Rückblenden. Diese Passage sind nicht so umfangreich gehalten, haben mir aber ausgereicht, um die wichtigsten Fakten wieder aus meinem Gedächtnis zu kramen. Eine Erklärung zu den einzelnen Gruppierungen befindet sich am Ende des Buches, diese kann dabei helfen, einige Aspekte wieder in Erinnerung zu rufen und eine kleine Übersicht zu bekommen.

Wie auch die Bände zuvor wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Elaine geschildert. So ist man wieder am intensivsten bei ihr und erhält Einblicke in ihre aufgewühlte Gedanken- und Gefühlswelt. Für sie hat sich einiges geändert, teilweise gibt sie sich selbst die Schuld, wodurch sie noch entschlossener ist, einen Weg zu finden, etwas an der Situation zu ändern. Dafür geht sie manchmal auch ziemlich gefährliche und leichtsinnige Wege, die schnell in die falsche Richtung führen könnten. Obwohl es manchmal sehr waghalsig scheint, konnte ich durch die detaillierten Einblicke in ihre Gedanken doch größtenteils nachvollziehen, wieso es sie so angetrieben hat, es wenigstens zu versuchen. Dass sie dabei aber die gesamte Mission aufs Spiel setzt, kann man sicher mit gemischten Gefühlen betrachten
Es gibt zwischendurch auch kleine Passagen, in denen Bale begleitet wird und Einschübe zu Forschungsberichten und Ähnlichem. Diese Abschnitte haben mir immer gut gefallen, weil sie noch mal einen anderen Blick auf die Handlung geben und das Geschehen komplexer machen, neue Fragen aufwerfen oder auch welche beantwortet werden.
Der Schreibstil ist wieder angenehm, flüssig, mitnehmend und detailreich. Besonders faszinierend finde ich nach wie vor die Beschreibungen rund um die Nutzung der Fähigkeiten der Vermengten und der Vortexe. Die bildgewaltigen Formulierungen lassen diese Passagen richtig lebendig werden. Es gibt einige turbulente Passagen, aber auch ruhigere Momente, in denen eher geplant, geforscht und überlegt wird. Eine wirkliche Ruhepause gibt es für die Charaktere auf jeden Fall nicht, selbst wenn sie sich zwischendurch kleine Auszeiten nehmen, überschatten die Ereignisse alles. Zwischendurch werden die Figuren etwas entschleunigt, weil sie nicht recht weiterzukommen scheinen bzw. Geduld brauchen, um Ergebnisse zu erzielen, in diesen Phasen taucht man dann noch mal etwas intensiver in die Figurengeschichten ein, einige Charaktere nutzen die Gelegenheit auch, um ihre Beziehungen zueinander noch mal etwas zu sortieren.

Umso weiter das Buch voranschreitet, umso mehr Spannung und Anspannung liegt in der Luft. Man steuert unaufhaltsam auf das große Finale zu, bei dem sich entscheiden wird, wie es für die Welt und damit auch für die darauf Lebenden weitergehen wird. Die Dinge, die man im Vorfeld dazu erfahren hat, lassen nicht nur Gutes hoffen. Man kann schön mit den Figuren mitfiebern. Richtig toll fand ich, dass es selbst zum Schluss dann auch noch mal Überraschungen und Wendungen gegeben hat.
Zwischendurch haben es mir die Zeitsprünge manchmal ein wenig schwer gemacht zu sortieren, wer was wann wo und wie geändert hat oder herausgefunden hat, was man davon vielleicht ändern kann oder auch nicht, weil man die Zeit ja eigentlich nicht ändern kann. Schön fand ich dabei allerdings die Einblicke in die Vergangenheit von Bale und Elaine.
Fazit

Ein toller, spannender und ereignisreicher Abschlussband, der mir insgesamt wirklich gut gefallen hat. Zwischendurch schießt Elaine vielleicht etwas über das Ziel hinaus, aber durch die Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt konnte ich auch einige ihrer Aktionen nachvollziehen. Die neuen Aspekte, die man noch erfahren hat, haben mir gut gefallen, auch dass es am Ende noch mal Wendungen und Überraschungen gab. Man taucht noch intensiver in die Figurengeschichten ein und auch die faszinierenden Fähigkeiten der Vermengten spielen wieder eine große Rolle. Alles in allem also ein gelungenes Finale der Trilogie.

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liebevoll gestaltet, witzig, super süß

Grimm und Möhrchen - Frühling, Sommer, Herbst und Zesel von Stephanie Schneider

Im Haus mit der schiefen sieben wohnt seit einer Weile neben Grimm auch noch sein Zesel Möhrchen. So ist der Buchhändler nicht mehr so allein, egal ob er zu Hause oder in seinem Laden ist. Überall ist Möhrchen mit dabei, stellt Fragen, denkt sich kleine Abenteuer aus, steckt seine Nase in ein gutes Buch oder erlebt Dinge, die er zuvor noch gar nicht kannte, wie den Karneval.

Über das Jahr verteilt gibt es einige Sachen, die für den kleinen Zesel neu sind oder auf die man sich einfach immer wieder freuen kann, wie auf eine Wasserparty im heißen Sommer. Aber auch in der Vorweihnachtszeit und an Weihnachten haben Grimm und Möhrchen ein paar wundervolle Ideen, um diese Zeit ganz besonders zu machen. Einmal quer durch das Jahr geht es in dem Buch, gemeinsam mit Buchhändler Grimm und seinem Zeselchen.

Schon den ersten Band von fand ich einfach nur zauberhaft und super süß. Klar, dass ich da auch an der Fortsetzung nicht vorbeigekommen bin. Man muss das erste Buch nicht unbedingt kennen, weil man nicht zwingend Vorwissen mitbringen muss, aber empfehlen würde ich es dennoch jedem, der sich für Grimm und Möhrchen interessiert, weil die Bücher einfach zuckersüß und wundervoll gestaltet sind.

Für den Buchhändler und seinen kleinen Zesel ist es das erste Jahr, dass sie komplett gemeinsam verbringen werden. Da kommen einige neue Sachen auf Möhrchen zu. Manche findet er sofort super, andere muss man ihm erst ein wenig schmackhaft machen und von wieder anderen hatte er einfach eine ganz falsche Vorstellung, als er davon hörte. Der sympathische Buchhändler kümmert sich sehr liebevoll um seinen Zesel und hat immer wieder kunterbunte Ideen, wie sich die beiden die Zeit vertreiben und kleine Abenteuer oder auch ganz Alltägliches erleben können. Mit dem aufgeweckten Duo geht man im Buch Stück für Stück durch das Jahr, feiert mit ihnen Karneval, fährt in den Urlaub, sieht, wie der Herbst Einzug hält und geht schließlich auch auf Weihnachten zu. Da die Geschichten chronologisch angeordnet sind, vergeht beim Lesen mehr oder weniger die Zeit, wie sie im Jahresverlauf vergeht. Man kann die kurzen Kapitel unabhängig voneinander lesen (außer die, die sich auf Weihnachten beziehen), teilweise baut die Handlung jedoch ein wenig aufeinander auf bzw. es gibt kleine Verbindungen oder Dinge, die noch mal aufgegriffen werden. Durch das Verstreichen des Jahres, wirkt es allerdings wie eine zusammenhängende Abfolge. Die Handlung ist teilweise auch auf die Jahreszeiten, die vorherrschenden Temperaturen oder solche Dinge abgestimmt, manchmal aber auch davon losgelöst.

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wieder rundum gelungen. Die farbenfrohen, teilweise die ganze Seite einnehmenden Illustrationen machen das Erzählte lebendig und geben neben der schönen Handlung auch reichlich zum Gucken. Nicht jede Seite ist gleich aufgebaut, teilweise gibt es kleine Bilder oder auch mal keine Zeichnungen, auf anderen Seiten stehen diese dann im Vordergrund und es gibt deutlich weniger Schrift. Die Texte sind locker-leicht zu lesen, sprachlich einfach gehalten und damit gut verständlich und trotzdem stecken sie voller wunderschöner, bildhafter Wortkreationen (wenn auch nicht ganz so zahlreich wie im ersten Band), Kreativität und Witz. Ich fühlte mich wieder von Beginn an wieder gut mitgenommen und mochte auch die Dialoge zwischen Grimm und Möhrchen wieder richtig gern. Die beiden sind ein tolles Team, es macht einfach Spaß sie zu begleiten. Neben den beiden kommen auch immer mal wieder andere Charaktere hinzu, die jedoch nicht so im Fokus stehen, wie der Buchhändler und sein Zesel.
Fazit

Es war einfach wieder wundervoll mit Grimm und Möhrchen. Das Buch ist sehr liebevoll und detailliert gestaltet, die wunderbaren Illustrationen unterstützen die Handlung und lassen sie lebendig werden, aber auch der locker-leichte, kreative und witzige Schreibstil ist sehr mitnehmend und transportiert die Atmosphäre der Geschichten. Mit dem Buchhändler und seinem Zesel kann man immer was erleben, auch weil Möhrchen einige Dinge noch gar nicht kennt oder sich immer wieder etwas ergibt, womit er bisher nichts zu tun hatte. Aber auch ohne das ganz große Abenteuer fällt ihnen immer etwas ein, womit sie sich beschäftigen können. Zuckersüß, kindgerecht gestaltet und einfach wieder wunderschön.

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