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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Dana:

toller Auftakt, wundervolle Buchaufmachung

Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten - Flederratten! von Claudia Scharf

Normalerweise halten sich die Taglinge von Nox fern. Die Nacht ist für die Nachtlinge gemacht, der Tag für die Taglinge. Klare Regel und wenn man sich daran hält, dann entgeht man so einigen Gefahren. Auch Fill hat sich bisher daran gehalten, nicht in die Nacht hinauszugehen. Doch dann kam der Tag, an dem irgendwie alles anders war.

Die neue, magisch präparierte Pfanne brauchte unbedingt Lavendel für die Pfannkuchen und als Fill sich aus dem Fenster beugt, um welchen zu angeln, büxt sein Kater aus und verschwindet in der Nacht. Der Junge folgt ihm, trotz aller Bedenken, und erlebt die ersten kleinen Abenteuer, Wunder und Gefahren. Und es wird auch nicht Fills einziger Ausflug nach Nox bleiben, wenn sich auch die Gründe mit der Zeit ein wenig ändern… Eine spannende, aufregende Zeit, in der Fill so manches entdeckt und erfährt, sich aber auch immer wieder bewusst machen muss, dass die Warnungen vor Nox nicht umsonst da sind.

Die Aufmachung des Buches ist richtig toll. Die Passagen in der Tag- und Nachtwelt sind optisch gut zu unterscheiden. Sobald man nachts unterwegs ist, sind auch die Buchseiten dunkler gehalten, zwischendurch gibt es auch richtig schwarze Seiten, die den Übergang dann noch intensiver machen. Mir hat diese Unterscheidung sehr gut gefallen, weil das Erleben damit noch lebendiger gemacht wird und man beim Lesen selbst den Eindruck hat, dass es „dunkler“ wird. Man weiß dann auch auf den ersten Blick, in welchem Bereich man sich gerade befindet.
Kleine und größere Illustrationen unterstützen zudem die Handlung, manchen alles noch besser vorstellbar und lassen einen noch intensiver in das geschehen eintauchen. Bereits zu Beginn des Buches gibt es eine Übersicht mit den wichtigsten Charakteren, in der man bei Bedarf dann auch noch mal nachschauen könnte. Ein kleines Highlight waren für mich die Glühwürmchen, die im Buch eine Rolle spielen und die daher auch in den Illustrationen immer wieder auftauchen.

Der Schreibstil ist leichtgängig, flüssig, mitnehmend und sprachlich leicht gehalten, so dass es auch für das vom Verlag empfohlene Lesealter verständlich sein wird. Mir hat auch der Aufbau der Geschichte gut gefallen. Es gibt immer wieder kleine spannende Passagen, aber auch Momente zum Schmunzeln und Szenen, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Gleichzeitig taucht man aber auch erst mal in die Welt, in der Fill lebt, ein, erhält erste Informationen, erlebt kleine Überraschungen und entdeckt immer wieder Neues.
Mit einem personalen Erzähler begleitet man Fill bei seinem Alltag, erhält Eindrücke von dem Ort, an dem er lebt, seinen beiden besten Freunden, seinem Vater, einem angesehenen Quaschelbauern, und der Schule. Es gibt nicht viele Quaschelbauern im Ort, der Anbau ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv, die Ernte unter Umständen ziemlich bunt und der Umsatz stark von der Qualität abhängig. Kein Wunder also, dass Fill sich verleiten lässt, als er die Chance wittert, seinem Vater unter die Arme zu greifen, der hart arbeitet, sich immer wieder gegen seinen Konkurrenten durchsetzen muss und noch dazu zwischenzeitlich von diesem verbal angegangen wird. Die Tochter der Konkurrenz ist in Fills Klasse, so dass auch er direkt davon betroffen ist. Allerdings hat Fills Entscheidung nicht die gewünschte Wirkung und die Folgen treiben ihn noch tiefer in die Nachtwelt hinein, obwohl er immer wieder merkt, dass es eben doch nicht ganz ungefährlich ist. Zum Glück hat er Hilfe, um sich zurechtzufinden und die Abenteuer, die auf ihn zukommen, zu überstehen, wenn auch nicht immer ganz unlädiert.

Die magischen Komponenten fügten sich aus meiner Sicht gut in die Handlung ein. Umso weiter man vorankommt, umso besser wird der Einblick und Überblick über die uns unbekannten Tiere, die es in Nox und bei den Taglingen gibt, über magisch erschaffene Gegenstände und ihre Eigenarten, über die magischen Wesen bzw. Wesen allgemein, die es in der Welt gibt. Wodurch die Kinder in der Schule über beide Welten etwas lernen, gibt es immer wieder Verknüpfungen und manchmal liest man dann schon etwas zu den Wesen, die Fill bei seinem nächsten Ausflug live sehen wird. Für mich fügte sich das alles harmonisch zusammen und es war interessant, mehr zu erfahren, unabhängig davon, ob es über den Unterricht oder die Ausflüge nach Nox passierte.
Die Charaktere waren mir sympathisch, es hat Spaß gemacht, sie zu begleiten. Einige Geheimnis bzw. Eigenarten werden sie bestimmt noch mit sich bringen, von denen man aktuell noch nichts weiß bzw. ahnt. Ich mochte auch, dass immer wieder welche von den anderen Wesen und Tieren eine Rolle spielten und sie auf die eine oder andere Weise die Handlung beeinflussen.
Insgesamt eine spannende, abwechslungsreiche und interessante Mischung, die mir viel Freude gemacht hat. Ich finde Nox ein wenig spannender, als die Taglingwelt, hat sicher aber damit zu tun, dass sie noch mysteriöser, geheimnisvoller und eben einfach ein Stück weit gefährlicher ist. Ich finde aber, es greift einfach gut ineinander, auch weil es keine so ganz komplett verschiedenen Welten sind. Das näher zu erläutern, würde jetzt aber vielleicht zu viel vorwegnehmen.
Fazit

Ein toller, facettenreicher Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung und weitere Abenteuer macht. Einiges deutet sich auch schon an, was da auf Fill und die anderen zukommen könnte. Der Schreibstil ist sehr leichtgängig und mitnehmend, es hat Spaß gemacht, die Charaktere zu begleiten und immer tiefer ins Geschehen einzutauchen. Noch dazu ist die Aufmachung des Buches richtig toll. Die Illustrationen und die Unterscheidung der Tag- und Nachtwelt, auch in der Gestaltung der Buchseiten, haben die Ereignisse gut unterstützt und noch lebendiger gemacht. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.

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vielseitige Fortsetzung, stellenweise recht ruhig, 4,5 Sterne

Alea Aquarius 9 Teil 1. Der Gesang der Wale von Tanya Stewner

Achtung 9. Band! Vorwissen zum Lesen der Bücher notwendig, auch wenn es kleine Rückblenden gibt. Meine Rezension kann Spoiler in Bezug auf die vorausgegangene Handlung enthalten.

Nach einiger Zeit, in der Alea und die anderen auf dem Landweg durch die Gegend gereist sind, geht es nun für die Alpha Cru zurück auf die Crucis.

Allerdings bleibt nicht viel Raum für Erholung, denn Doktor Orion ist nach wie vor auf freiem Fuß und muss dringend in seinem Vorhaben gestoppt werden. Zusätzlich tun sich noch weitere Probleme auf, die das Meer akut bedrohen und nicht aufgeschoben werden können.
Und auch das große Klimakonzert steht kurz bevor. Nervosität macht sich breit, denn so wichtig es auch ist, bei dem Konzert ihre Botschaften rüberzubringen, so gefährlich wird es auch, wenn sie ihre sichere Deckung aufgeben. Eine aufregende, gefährliche und ereignisreiche Zeit steht der Cru bevor.

Wenn man ein neues Buch der Alea Aquarius Reihe in die Hand nimmt, ist es immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Man fühlt sich direkt wieder wohl mit der Alpha Cru und freut sich auf alle Abenteuer, Herausforderungen und persönliche Entwicklungen der Charaktere.
Der Beginn des Bandes ist ziemlich ruhig gestaltet. Es gibt einige Rückblenden, die auf unterschiedliche Weise in die fortlaufende Handlung eingeflochten sind. Dadurch wirkt es nie langatmig und man wird noch mal auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht, damit man danach den Entwicklungen gut folgen kann. Auch im Verlauf des Buches gibt es immer mal wieder kleine Erklärungen zum Beispiel zu speziellen Dingen der Meerwelt und Hinweise auf die vorausgegangene Handlung. Die meisten von ihnen hätte ich persönlich jetzt nicht gebraucht, weil mir die Entwicklungen noch gut im Gedächtnis waren, aber zum Auffrischen hilft es natürlich oder wenn man doch das eine oder andere nicht mehr ganz im Kopf hat. Inzwischen ist die Handlung ja doch schon recht komplex geworden.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, leichtgängig und mitnehmend. Ich mag die Dynamik in der Geschichte sehr gern. Die Figuren agieren toll miteinander, sie sind inzwischen sehr vertraut, wirklich gute Freunde, wissen sich zu nehmen und wissen auch, wie sie andere aufbauen müssen, wenn die Stimmung mal nicht so gut ist. Man spürt auch eine unglaubliche Charakterentwicklung über den Verlauf der Bände, nicht nur bei Protagonistin Alea, sondern auch bei den anderen. In diesem Buch ist mir da besonders Tess noch mal ins Auge gesprungen, die sich wirklich stark weiterentwickelt hat.
Durch die facettenreichen Figuren, die verschiedenen Entwicklungen von ihnen und ganz allgemein und all die Gespräche gibt es immer wieder Momente zum Schmunzeln, aber auch nachdenkliche Augenblicke, Szenen, die berühren, Hoffnung geben, Spannung erzeugen oder ungute Ahnung verbreiten. Man spürt auch, dass die Themen, die besprochen werden, noch mal eine andere Tiefe erreicht haben über den Verlauf der Reihe hinweg. Schön finde ich auch, dass es nicht nur positive Momente und Situationen zum Freuen gibt, sondern auch Trauer, Verluste und Rückschläge immer mal wieder eine Rolle spielen, ohne dabei die Atmosphäre so sehr zu drücken, dass es schwer wäre, hinterher wieder Raum für die anderen Ereignisse zu haben.

Langweilig wird es mit der Truppe nie, auch wenn es Passagen im Buch gab, die insgesamt doch eher ruhig wirkten. Es ist aber nicht so, dass nichts passiert. Die Entwicklungen gehen an verschiedenen Fronten weiter, es werden neue Informationen zusammengetragen, man bekommt Updates zu Charakteren, die gerade nicht aktiv anwesend sind, man lernt auch noch mal eine neue Art der Magischen kennen und erfährt auch über bereits bekannte Völker noch mal mehr. Umso weiter das Buch voranschreitet, umso mehr Tempo wird dann auch aufgenommen und der erste Teil des neunten Bandes endet an einer ziemlich fiesen Stelle, bei der man eigentlich am liebsten direkt weiterlesen möchte.
Ich finde, man hat beim Lesen schon irgendwie gespürt, dass es nur ein Teil des Gesamtbandes ist, weil in den Büchern zuvor teilweise einfach „mehr“ passiert bzw. man noch ein größeres Stück in der Handlung voran gekommen ist. Es ist aber nicht so, dass es hier keine Entwicklungen bzw. Vorankommen geben würde. Ich mochte die Dinge, die passiert sind und vor allem eben die Kombination aus tollen Erlebnissen, den Charakterentwicklungen, der magischen Komponente und dem wichtigen Thema Umweltschutz, das auf unterschiedliche Weise immer wieder in die Geschichte eingearbeitet wird.
Die eine oder andere Ahnung, wie es weitergehen könnte, ergibt sich auch aus den Ereignissen im Buch. Ich bin gespannt, was davon dann vielleicht wirklich so eintreffen wird, was noch mal ganz anders kommt und mit welchen Überraschungen man einfach mal so gar nicht rechnet. Ich freue mich aber auch auf all die Handlungselemente, die schon angedeutet oder angekündigt wurden und bin neugierig zu erfahren, wie es sich dann ins Gesamtgefüge einfügen wird und wie sich damit noch mal die Stimmung und Dynamik ändern wird. Einige Charaktere, die auch am großen Ganzen beteiligt sind, spielten hier jetzt eher wenig eine Rolle, auch von ihnen wird man dann sicher noch wieder mehr erfahren im Verlauf. Es gibt also noch manches, auf das man sich freuen kann und sicher auch Sachen, von denen man jetzt noch nichts ahnt.
Fazit

Eine schöne, wenn auch stellenweise eher ruhige Fortsetzung, die die Handlung an unterschiedlichen Fronten weiterbringt und sehr neugierig auf den Fortgang macht. Ich mag die Entwicklungen der Figuren, die Gespräche, die verschiedenen Emotionen, die eingearbeitet sind und auch die Kombination aus umweltbezogenen Themen und magischer Meerwelt nach wie vor sehr gern. Langweilig wird es mit der Truppe wirklich nie, auch wenn man in dem Buch vielleicht mit dem Eindruck rausgeht, dass weniger passiert ist, als sonst. Es ist aber eben doch so manches passiert und angestoßen worden und es ist eben auch nur der erste Teil von Band neun, was man im Hinterkopf haben sollte, wenn man mit anderen Reihenbänden vergleichen möchte. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch.

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schön gestaltetes Kinderbuch

Das Vampirtier und die Sache mit den Tomaten von Lotte Schweizer

Emma wünscht sich schon lange einen Hund. Zu ihrem anstehenden Geburtstag könnte es nun endlich soweit sein. Ihr Papa macht so komische Andeutungen, alles spricht dafür, dass sie nun ihren Herzenswunsch erfüllt bekommt. Dann kommt es jedoch ganz anders und Emma bekommt keinen Hund, sondern zwei Brüder und eine Stiefmutter.

Zunächst ist sie nicht übermäßig begeistert, aber schnell merkt sie, dass sie mit den anderen Verbündete bekommen hat, denn alle lieben Hunde. Alle außer ihrem Vater. Mit vereinten Kräften schaffen sie es dann aber doch, Emmas Papa zu überzeugen und nehmen einen Hund aus dem Tierschutz auf. So brav, pflegeleicht und wohlerzogen wie angekündigt, ist der Kleine dann aber irgendwie gar nicht. Und wie Emma und ihre neuen Brüder bald herausfinden, gibt es da noch ein ganz anderes Geheimnis…

Der Schreibstil innerhalb der Geschichte ist flüssig und einfach gehalten. Hauptsächlich kurze Sätze, viel wörtliche Rede und nicht zu überladene Szenen werden es auch jungen Lesenden oder Zuhörern leicht machen der Handlung gut folgen zu können. Die tollen Illustrationen machen die Geschehnisse zusätzlich sehr lebendig und greifbar. Man bekommt eine Vorstellung von den Figuren und Schauplätzen. Witzige Situationen, Pannen und selbst der manchmal etwas chaotische, neue Alltag wirken mit Bildern gleich noch mal intensiver. Etwas schade war es, dass im Leseexemplar ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Illustrationen mehr enthalten waren. Diese sind in den normalen Büchern dann natürlich drin. Daher ist es nicht ganz so gut zu beurteilen, wie sehr die bunten Zeichnungen die Handlungsverläufe vielleicht noch mal unterstützt hätten. Manches ergibt sich durch die Einbindung von Illustrationen ja doch noch mal anders oder zumindest detaillierter. Man kann die Dinge, die beschrieben werden, direkt sehen und noch mal anders mitverfolgen. Ich schätze, in der Originalausgabe ist das Leseerlebnis noch mal besser und mitreißender.

Ich mochte die Zusammenstellung der Familie ganz gern. Jeder bringt ein paar kleine Einzelheiten mit, auch wenn es da jetzt nicht so extrem in die Tiefe geht. Manchmal hätte ich mir schon gewünscht, noch mehr zu den Figuren zu erfahren. Auch dass sie sich sofort alle prima verstanden haben, obwohl sie so spontan zusammengezogen sind, wirkt vielleicht nicht komplett realistisch. Immer wieder gibt es im Buch kleine witzige Momente, ein bisschen Chaos und Turbulenzen. Manche Probleme lösen sich sehr schnell auf, andere brauchen etwas mehr Zeit, besonders zum Ende hin geht vieles aber schon recht flott. Durch die Einbindung von Halloween, dunklen Schauplätzen und Vampiren gibt es auch einen kleinen Gruselfakor im Buch, den ich persönlich jetzt nicht als sehr hoch empfunden habe, das könnte für Siebenjährige aber vielleicht noch anders wirken. Auch Emma hat manchmal etwas Angst vor den Orten oder Herausforderungen, die anstehen, was ich als authentisch empfand. Gemeinsam mit ihren Brüdern, ihrem tierischen Familienzuwachs und weiterer Unterstützung traut sie sich dann aber doch. Für mich hätte der Fokus hier und da auch ein wenig anders liegen können, insgesamt fand ich die Zusammenstellung aber nicht schlecht und es hat Spaß gemacht die Charaktere bei ihren kleinen Abenteuern zu begleiten und mehr über sie alle zu erfahren. Freundschaft und Zusammenhalt spielen auch immer wieder eine große Rolle.
Fazit

Ein schönes Kinderbuch, das durch die farbenfrohen Illustrationen sehr lebendig wird. Sprachlich leicht gehalten, sollte es auch für junge Zuhörende oder Lesende gut möglich sein, der Handlung zu folgen. Stilistisch hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn es für meinen Geschmack hier und da etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können, manches etwas flott ging und der Fokus manchmal vielleicht auch mehr auf dem „Vampirtier“ hätte liegen können“. Alles in allem hat es aber Spaß gemacht Emma und ihre neuen Brüder zu begleiten.

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spannende Abenteuer, ziemlich düstere Atmosphäre, 4,5 Sterne

Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1) von David Farr

Für Rachel und Robert gibt es außerhalb ihrer Wohnung nur wenig Freude. Der machtgierige, alles möglich verbietende Präsident ihres Landes mag keine Kinder, dementsprechend gehören sie für ihn nicht in die Öffentlichkeit. Gerade mal zur Schule und zum Arzt dürfen sie noch gehen. Und obwohl ihre Eltern sich bemühen, es ihnen zu Hause schön zu machen, ihnen Geschichten erzählen und kleine Abenteuer ins Wohnzimmer holen, bekommen sie mit, wie die Situation im Land immer schlimmer wird.

Als dann auch noch ihr Vater eingesperrt wird, weil er ein magisches Buch gestohlen hat, spitzt sich die Lage weiter zu. Die Geschwister sind wild entschlossen, hinter das Geheimnis des Buches zu gelangen und damit ihrem Vater zu helfen. Allerdings haben sie einen gefährlichen Gegner, denn Präsident Malstain hat ebenfalls ein Interesse an dem Buch, nur aus ganz anderen Gründen…

Rachel, die im Buch 12 wird, und ihr knapp zwei Jahre älterer Bruder Robert leben in Krasnia, einem Land mit vielen strengen Regeln, Verboten und immer härter werdenden Gesetzen. Die Lebensumstände sind rau und verschlechtern sich zusehends. Freundlichkeit, Herzlichkeit und, Hilfe für die Mitmenschen findet man nur noch wenig, wer sich zu offen gegen das System stellt, muss mit Strafen und Verfolgung rechnen, sobald man auffliegt. Dementsprechend kümmert sich jeder eher um sich und seine Familie, um nur nicht aufzufallen. Diese Lage macht es für Robert und Rachel nicht gerade leicht, Verbündete zu finden, im Kampf für ihren Vater und gegen den diktatorischen Präsidenten. Wem können sie trauen, wem dürfen sie etwas erzählen? Fragen, die die beiden stets begleiten und nicht immer treffen sie dabei die richtige Entscheidung. Manche Informationen nutzen ihre Gegenüber für eigene Zwecke, sie geraten in brenzliche Situationen, aus denen sie nur knapp entkommen, wenn überhaupt. Doch immer wieder stoßen sie auch auf Menschen, die ihr Herz noch am rechten Fleck haben, die sich ebenfalls gegen das System stellen und versuchen, den Kindern bei ihrer heiklen Mission zu helfen.

Die Atmosphäre im Buch ist größtenteils eher ernst, teilweise auch ein bisschen bedrückend, da den Kindern immer wieder Steine in den Weg gelegt werden und sie einiges mitmachen. Zwar gibt es auch immer wieder kleine Lichtblicke und tolle Botschaften, aber leicht haben die Protagonisten es nun wirklich nicht. Die gesamte Lebenslage ist eher niederschmetternd, es gibt nicht viel Freude im Land und das macht sich überall bemerkbar. Mit all den Themen und Entwicklungen, die da zusammenkommen, bin ich etwas unentschlossen, ob ich es nicht etwas zu düster, anspruchsvoll und vielschichtig finde für die Altersempfehlung ab elf Jahren. Die politische Lage wird zwar nicht bis ins kleinste Detail ausgebaut, aber es spielt schon immer wieder eine große Rolle, neben den anderen Aspekten, die da zusammenkommen.

An sich mochte ich aber den Verlauf der Geschichte wirklich gern und mich hat auch die Stimmung nicht gestört. Ich mag auch mal ernstere Bücher, in denen es nicht immer nur Erfolge und Sonnenschein gibt. Immer wieder konnte man sich beim Lesen auch selbst fragen, wem man wohl trauen kann und was da noch auf die Kinder zukommt, ob sie ihre Herausforderungen meistern, welche glücklichen Fügungen sie dafür vielleicht noch brauchen, welche Umstände ihnen in die Hände spielen werden und welche eher nicht. Auf ihrem Weg begegnen sie unterschiedlichen Menschen, die mal mehr mal weniger mit in den Fokus rücken. Von einigen erfährt man etwas mehr, andere bleiben eher im Hintergrund und sind eher kurze Wegbegleiter. Besonders im Mittelpunkt stehen Robert und Rachel, die man auch die meiste Zeit mit dem personalen Erzähler begleitet. Zwischendurch gibt es aber noch Einblicke aus einer anderen Perspektive, so dass man einen noch besseren Überblick bekommt. Und manchmal auch einen kleinen Wissensvorsprung hat.

Rachel ist sehr mutig, kombiniert clever und geht auch mal ein Wagnis ein., mit unterschiedlichem Ausgang. Trotzdem merkt man aber auch, dass es ihr manchmal zu viel wird und sie zweifelt und sehnsüchtig auf Hilfe hofft, was ich verständlich fand. Robert ist ein Orientierungstalent und im Verlauf der Geschichte wirklich überrascht von seiner Schwester, die wahrlich über sich hinaus wächst. Ich mochte die beiden Protagonisten gern und fand es angenehm, sie zu begleiten. Bei all den turbulenteren, ernsten Momenten, bei den sehr schwierigen, teilweise ergreifenden Entscheidungen, aber auch bei den Augenblicken, die etwas positiver und wärmender waren.
Krasnia ist nicht so modern, wie die heutige Welt, aber auch nicht komplett altertümlich, ich habe es als eine Mischung empfunden. Einige technische Errungenschaften und Fortschritte gibt es, andere eher nicht oder vielleicht wurden sie auch wieder verboten. Und dann kommt noch ein Hauch Magie dazu.

Den Schreibstil habe ich als mitnehmend und trotz der eher ernsten Atmosphäre als angenehm und einnehmend empfunden. Es ist sprachlich auch nicht zu schwierig gehalten, auch wenn manche Aspekte schon recht komplex sind und die jungen Protagonisten auch nicht jede Facette erfassen können. Was wichtig ist, verstehen sie aber sehr wohl und kämpfen verbissen für ihre Heimat. Mir hat die Mischung aus Erfolgen und Misserfolgen, kleinen Abenteuern, Verbündeten, aber auch mal Verrat und kleinen Intrigen, Flucht und Verfolgung, ernsten Gesprächen und hoffnungsvollen Momenten gut gefallen. Es steckt viel drin in dem Buch, immer wieder wird es auch etwas nachdenklicher, so habe ich es zumindest empfunden. Langweilig wird es zumindest nicht, zwischendurch wird auch die Spannung und das Tempo dann immer wieder angezogen. Stellenweise ist es auch nicht so leichte Kost, was die Protagonisten da erleben und dann verarbeiten müssen.

Zu Beginn jedes Kapitels gibt es kleine Illustrationen, die toll auf den Inhalt der Geschichte abgestimmt sind. Zwischendurch gibt es auch mal seitenfüllende Bilder als Abtrennung. Richtig schön eingebunden sind auch die Seiten aus dem Buch der gestohlenen Träume, um das es sich ja sehr stark dreht. Man bekommt einige der Träume, die dort drinstehen, gezeigt, so schön illustriert, wie es innerhalb der Geschichte beschrieben ist. Diese Abschnitte sind teilweise nicht so leicht verständlich, was aber auch dem Inhalt und dem Zweck der Träume geschuldet ist, und dem Alter des Buches. Für mich wirkten diese Einblicke sehr authentisch und es fügte sich gut in die Gesamtgeschichte ein.

Das Buch ist als Auftakt ausgeschrieben, ich empfand das Ende jedoch als ziemlich in sich abgeschlossen, so dass man jetzt nicht mit einem großen Cliffhanger rausgeht. Im nächsten Band scheint es sich dann wohl um ein anderes Abenteuer zu drehen, vielleicht ja auch um das nächste, magische Buch.
Fazit

Ein spannendes, mitnehmendes, wenn auch eher ernstes und düsteres Buch. An Abenteuern und Herausforderungen wird nicht gespart, man bekommt aber auch einen Eindruck vom Setting und den wichtigsten Figuren. Die bedrückende politische und gesellschaftliche Lage spielt eine große Rolle in den Entwicklung, ebenso das persönliche Schicksal der jungen Protagonisten. Es steckt viel zwischen den Buchrücken und ich fühlte mich für die Geschichte eingenommen und von den Ideen und dem tollen Stil mitgenommen. Allerdings bin ich unentschlossen, ob ich es wirklich bereits ab elf Jahren empfehlen würde.

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Vermischung von Realität und virtueller Welt, 3.5 Sterne

Askendor - Spiel mit der Wirklichkeit von Silke Schellhammer

Auch wenn verschiedene Menschen so ihre Vorstellungen und Erwartungen davon haben, wie Florentine ihr Leben gestalten wird, weiß sie Fünfzehnjährige selbst noch nicht so richtig, was sie von ihrer Zukunft erwartet. Aber dass sie mal so intensiv in die virtuelle Welt von Askendor eintauchen würde, das hätte sie nun wirklich nicht gedacht.

Völlig fasziniert aber auch irritiert von der Erkenntnis, dass die Spielfigur Thosse von Baar Flo zu sehen scheint, obwohl diese vor dem Computer von Finn sitzt, fängt Flo selbst an, das Rollenspiel zu spielen. Zunächst heimlich, doch dann wird die Sache immer größer und sie zieht ihre Freunde ins Vertrauen, die ihr in der kommenden Zeit dann auch dabei helfen, mit all den unerwarteten Entwicklungen und anstehenden Herausforderungen umzugehen. Wer würde schon damit rechnen, dass der Thronfolger von Askendor plötzlich in ihrem Jugendzimmer auftaucht und was er für Probleme im Gepäck hat?

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der fünfzehnjährigen Florentine geschildert, wodurch man von ihr am meisten mitbekommt. Es gibt Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, viel dreht sich aber auch einfach darum, was sie mit den neuen Erkenntnissen anfangen und wie es nun weiter gehen wird. Viele der anderen Charaktere bleiben dagegen eher etwas blass. Mit der Zeit erfährt man zwar auch von ihnen das eine oder andere, viel mehr erlebt man aber die Dynamik zwischen den Jugendlichen bzw. mit den Familienmitgliedern, so dass man sich dadurch ein Bild von ihnen machen kann. Neben Flo steht Thosse von Baar noch am meisten im Fokus der Geschichte, ganz greifbar mit jeder Facette wird er nicht, aber mit der Zeit bekommt man zumindest ein gewisses Gefühl für ihn. Umso mehr Flo ihn durchschaut, umso mehr lässt sie auch die Gefühle zu, die in ihr brodeln, wenn sie an ihn denkt oder ihn sieht. Hinter der finsteren Fassade steckt nämlich nicht nur ein Thronfolger, der viele Aufgaben und Pflichten hat, sondern auch jemand, der zu beschützen weiß und nett sein kann.
Gern mochte ich auch Flo in der Verbindung mit ihrer besten Freundin Paula. Die beiden waren irgendwie cool zusammen. Und auch die Familiendynamik ist jeweils eine völlig andere in der Familie von Paula und von Flo. Das zeigt, wie unterschiedlich das so sein kann und sorgt auch immer mal wieder für Momente zum Schmunzeln.
Ich mochte Flo als Protagonistin echt gern. Besonders ihre oft sarkastischen und ironischen Zwischenkommentare, die sich auch optisch durch die Kursivschrift abheben, haben mich oft zum Schmunzeln oder Lachen gebracht. Sie hat einfach eine herrliche Art, irgendwie lag sie mir einfach. Und ich glaube, es wird auch zahlreiche Jugendliche geben, die sich mit ihr oder ihren Gedanken und Problemen identifizieren können.
Vielleicht hätte sie früher gegen ihre Mutter „rebellieren“ können, sie lässt sich da einiges gefallen, sagt viel Ja und Amen und denkt sich dann still ihren Teil, den man als Leser dann eben oft mitbekommt, um nicht wieder Diskussionen zu provozieren. Sicherlich auch nicht völlig unrealistisch, dass Jugendliche Stress umgehen und eben zumindest augenscheinlich fügsam sind und bis zu einem gewissen Punkt dann doch ihr eigenes Ding machen. Am Ende bricht sie dann doch etwas aus ihren Fesseln aus, was ihre Mutter sehr irritiert, insgesamt wird das Thema aber dann schon ziemlich rasch abgehandelt.
Nichtsdestotrotz mochte ich die Dynamik in der Geschichte gern und vor allem die Art der Protagonistin, die mich gut mitgenommen und unterhalten hat. Auch wenn andere Dinge eben auf der Strecke blieben und einiges auch einfach nicht so viel Tiefe hatte, wie es hätte haben können.

Manche der Aspekte haben sich mir auch nicht endgültig erschlossen. Aber durch einen Laptop in eine Parallelwelt/Spielewelt zu springen, ist nun eben auch nicht ganz so realistisch. Manches habe ich dort dann einfach hingenommen, auch wenn es sich mir vielleicht nicht vollständig erklärt hat oder ich nicht sicher war, ob die gegebenen Erklärungen nun wirklich nachvollziehbar und umfassend genug sind. Einige Fragen sind für mich schon offen geblieben und manches wirkte nicht ganz vollständig durchdacht und aufgeschlüsselt. Das ist schade, weil ich denke, man hätte auf jeden Fall noch mehr rausholen können, noch mehr an Spannung, noch mehr an Tiefe, vielleicht auch hier und da noch etwas mehr Dramatik und Probleme. Trotzdem hat mir das Lesen Spaß gemacht. Der Stil ist flüssig und mitnehmend, immer wieder humorvoll und ein paar turbulentere Momente gab es auch. Askendor ist schon sehr anders als die Welt, in der wir leben. Manches wirkt eher mittelalterlich, es gibt aber auch phantastische Wesen und einige Errungenschaften und Fähigkeiten, die wir so nicht haben. Eine Mischung aus verschiedenen Rassen, die teilweise harmonisch miteinander leben, sich teilweise aber auch ausspionieren und bekriegen, übernatürlichen Wesen und Möglichkeiten und den Spielern, die vor ihren Computern sitzen und mimischen mit den Aufträgen, die sie erfüllen sollen oder den Schlachten und Herausforderungen, denen sie sich anschließen.
Ich mochte Askendor als Welt, auch wenn ich hier und da gern noch mehr darüber erfahren hätte. Auch wieso Thosse so ein Programmiergenie ist, hätte ich gern gewusst, wo es vor Ort keine Computer zu geben scheint, zumindest hat man keine aktiv gezeigt bekommen. Er ist in vielen Punkten schon ein ziemlicher Überflieger und nicht besonders irritiert, in der Menschenwelt anzukommen. Damit hätte man auf jeden Fall noch mehr spielen können oder besser erklären, wieso er es nicht ist.

Umso intensiver man darüber nachdenkt, umso mehr Punkte ergeben sich, die anderes vielleicht noch mehr aus der Geschichte rausgeholt hätten. Oder die eigentlich nicht ganz so glücklich gelöst sind oder gefehlt haben, um ein runderes Gesamtbild zu ergeben und einem auch die Figuren und die Entwicklungen noch näher zu bringen. Beim Lesen selbst hat mich manches davon aber nicht so sehr gestört, weil ich mich gut unterhalten und mitgenommen fühlte und ich dadurch auch nicht permanent alles hinterfragt habe, auch wenn immer wieder Dinge aufkamen, die sich nicht vollständig erschlossen.

Fazit
Eine Geschichte, die virtuelle und reale Welt miteinander verknüpft und dabei immer wieder für Herausforderungen sorgt und clevere Pläne notwendig macht. Es stecken einige kreative Ideen und zahlreiche sarkastische Kommentare zwischen den Buchrücken. Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht, ich habe Flo gern bei ihrem Abenteuer in Askendor und mit dem Thronfolger Thosse von Baar begleitet. Insgesamt fehlt dem Jugendbuch hier und da schon etwas an Tiefe und Erklärungen, manches wurde sehr zügig abgehandelt und verlor damit fast ein wenig an Bedeutung. Aus meiner Sicht hätte man noch deutlich mehr rausholen können, auch an Spannung. Aber mir hat die Dynamik in der Geschichte trotzdem gefallen und ich fühlte mich gut mitgenommen, trotz einiger Kritikpunkte hier und da.

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besondere Atmosphäre, poetischer Stil

October, October von Katya Balen

Für October gibt es schon seit vielen Jahren nur noch ihren Vater und den Wald, in dem sie leben. Ziemlich abgeschieden, mit viel Ruhe, Natur und zahlreichen Aufgaben, die so anfallen, um ihren Alltag am laufen zu halten und sich um ihre Umgebung zu kümmern. Die Elfjährige fühlt sich im Wald frei, wild und einfach zu Hause.

Ihre Gedanken fliegen und sie erfindet Geschichten zu allem, was ihr begegnet. Als sie nach einem Unfall ihres Vaters für einige Zeit zu ihrer Mutter in die Großstadt ziehen muss, kommen die Geschichten in ihr zum Erliegen. Alles ist anders, alles ist fremd, nichts fühlt sich mehr frei und wild an. Eine schwere Umstellung für das Mädchen, das erst lernen muss, dass Veränderungen nicht immer nur negativ sind, sondern auch viele Chancen bieten, Neues zu entdecken und den Erfahrungsschatz zu erweitern.

Ich habe dieses Buch als besonders empfunden, schon allein aufgrund der malerischen, poetischen Erzählweise. Der Stil ist sehr bildgewaltig, voller kreativer, fantasievoller Gedankengeschichten von October, die einem aber gleichzeitig auch ihre Umgebung näher bringen, voller kindlicher Ansichten und gleichzeitig stecken auch immer wieder berührende, teilweise nachdenklich stimmende Botschaften drin. Manches erschließt sich sofort, anderes entfaltete sich erst so nach und nach beim Lesen.

Man ist die gesamte Zeit bei October und taucht sehr intensiv in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ein. Auf Anführungszeichen wird komplett verzichtet, die Dinge, die andere zu ihr sagen, werden kursiv gedruckt und damit optisch abgegrenzt. Daran habe ich mich beim Lesen schnell gewöhnt. Immer wieder gibt es Passagen, die besonders formatiert sind und die auch stilistisch angepasst wurden. In diesen Abschnitten wird unter anderem auf Satzzeichen verzichtet. Im Nachwort findet man auch eine Anmerkung dazu, dass es die teilweise übersprudelnden Gedanken von October symbolisieren soll, die einfach aus ihrem Kopf purzeln, ungeordnet, ungefiltert, schneller, als sie sie sortieren könnte. An sich finde ich das zwar eine schöne Idee und es kann verdeutlichen, wie ausgedehnt das Gedankenkarussell des Mädchens ist, ich fand diese Passagen manchmal aber trotzdem eher schwer zu lesen. Vermutlich auch, weil es ungewohnt ist. Ich habe beim Lesen auch immer wieder überlegt, wann genau diese Abschnitte eingebunden sind, ob es dafür einen direkten Aufhänger gibt, für mein Empfinden wechselt das jedoch, wodurch es ausgelöst wird, was es nicht einfacher zu greifen machte. Wie es jüngeren Lesenden damit geht, wird sicher davon abhängen, wie viel Leseerfahrung sie haben. Wenn dann die gewohnten Strukturen wegbrechen, kann das vielleicht auch etwas den Lesefluss stocken lassen.
Zwischendurch wird auch noch mit weiteren Formatierungen gespielt, um Dinge in den Fokus zu rücken, die Wichtigkeit zu unterstreichen oder einfach den Verlauf der Ereignisse zu unterstützen. Kleine Illustrationen, die sich über das Buch ziehen, zeigen die Entwicklung von Eule Stig, die in der Geschichte auch eine Rolle spielt.

October und ihr Vater leben in einer Hütte im Wald, aber nicht völlig ohne Strom. Trotzdem merkt man ihrem Leben an, dass sie eher im Einklang mit der Natur sind, sie versorgen sich größtenteils selbst, tauschen ihre Lebensmittel beim Bauern gegen Eier und Milch und holen in der Stadt nur die Dinge, die unbedingt nötig sind und sie sie nicht selbst herstellen. Octobers Blick auf die Natur und die Tiere ist ein ganz anderer als bei anderen Kindern in ihrem Alter – und wohl auch als bei den meisten Erwachsenen. Sie weiß um die Wichtigkeit Pflanzen zu schützen, aber auch, dass nicht alles ewig lebt. Es war schön zu verfolgen, wie sie die Dinge sieht und wahrnimmt, wie sie Sachen schätzt und schützt. Oft wirkt sie jünger als elf, was aber sicher auch an der Art liegt, wie sie aufwächst. Sie hat nicht so viele fremde Außeneinflüsse, nicht den Erwartungsdruck der Gesellschaft und auch einfach ganz andere Erfahrungen als Kinder, die in der Stadt aufwachsen. Oft lebt sie auch ein bisschen in ihrer eigenen Welt, ihrer Gedankenwelt, sie denkt sich zu allem Geschichten aus, verknüpft ihre Umgebung und ihre Erlebnisse zu kleinen Abenteuern und lässt ihrer Fantasie dabei freien Lauf.
Als Octobers Vater einen Unfall hat und sie in die Stadt zu der Frau, die ihre Mutter ist, muss, muss sie sich sehr umstellen und viel lernen. Alles ist laut und voll, alles ist voller Gebäude und Menschen, nirgends scheint es frei und wild zu sein. Es gibt andere Regeln und Vorschriften, Erwartungen – einfach eine ganz andere Welt für das Mädchen. Für andere sind ihre Reaktionen nicht immer nachvollziehbar, ebenso wie sie nicht immer versteht, wieso die anderen Menschen so sind, wie sie es sind. Man spürt deutlich, wie es in ihr arbeitet, wie sie Dinge annimmt, sich ihre eigene Freiheit und Wildheit zurückerobert, Orte findet, an denen sie sich nicht so eingesperrt fühlt und Stück für Stück auch ihre Mauern gegenüber dem neuen Ort fallen. Nur weil sie die Stadt zu mögen lernt, heißt es ja nicht, dass sie ihren Wald dadurch weniger mag.
Schön fand ich, dass ganz unterschiedliche Emotionen und Empfindungen eingearbeitet sind. Octobers Abwehrhaltung ist spürbar und auch irgendwie verständlich, immer wieder blitzt aber auch Neugier durch, es wird nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll, manches ist geprägt von Schuldgefühlen und tiefer Verletzung, aber auch von Freundschaft und tollen Botschaften, die Octobers Entwicklung beeinflussen und fördern.
Fazit

Ein besonders Kinder- und Jugendbuch, das durch den sehr poetischen Stil, die bildgewaltige Sprache, die fantasievollen Gedankengeschichten und die Fülle an Emotionen und Botschaften bestimmt eine Weile in Erinnerung bleibt.
Die verschiedenen stilistischen Mittel sind eine schöne Idee, auch wenn es mich persönlich manchmal im Lesefluss etwas gestört hat. Das empfindet aber sicher jeder unterschiedlich.
Eine Geschichte über Mut für Neuanfänge und neue Erfahrungen, sich die Wildheit und Freiheit zu erhalten oder sie neu zu entdecken, auch wenn man nicht in seiner gewohnten Umgebung ist.

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gute Mischung, besondere Atmosphäre im finnischen Winter

Schatten - Der Pakt (Schatten 1) von Timo Parvela

Als Pete im Kaufhaus in der Schlange für den Weihnachtsmann ansteht, kommt er sich mit seinen 13 Jahren ein wenig fehl am Platz vor. Was soll der Kaufhausweihnachtsmann schon für ihn tun? Immerhin möchte er nicht ein neues Spielzeug oder Handy haben, sein Wunsch ist viel größer, viel wichtiger. Er möchte seiner besten Freundin Sara helfen, die unheilbar krank ist.

Kurz bevor er doch noch flüchten kann, ist er dann an der Reihe und da er nichts zu verlieren hat, flüstert er dem Mann seinen Herzenswunsch ins Ohr. Niemals hätte er wartet, was dann passiert. Nach einem nächtlichen Besuch von einer düsteren Kreatur ist klar: Sara wird wirklich gesund. Der Preis, den Pete dafür zahlt, scheint klein und nicht der Rede wert zu sein. Doch bald stellt der Dreizehnjährige fest, dass man ohne seinen Schatten eben doch nicht mehr so ganz man selbst ist. Gemeinsam mit Sara schmiedet Pete einen Plan, um die Schatten zurück zu holen, denn er ist längst nicht der einzig, dem sein Schatten fehlt…

Die Aufmachung des Buches gefällt mir richtig gut. Schon das Cover vermittelt einen geheimnisvollen, düsteren Eindruck, der auch innerhalb der Geschichte immer wieder zum Tragen kommt. Die Illustrationen sind richtig toll, mir gefällt der Stil sehr und ich mag auch, dass sie eher farbreduziert sind. Viel in Grautönen bzw. eher dunkel gehalten mit kleineren Farbakzenten. Das passt gut zur Geschichte und macht die Bilder besonders atmosphärisch. Die Handlung wird damit gut unterstützt, vieles wird noch lebendiger und besser vorstellbar und auch der kleine Gruselfaktor, der immer wieder mitschwingt, wird noch unterstützt. Da das Buch im finnischen Winter spielt, wird bei den Illustrationen auch gut mit dem Wetter und den unterschiedlichen Lichtverhältnissen gespielt, was ich ebenfalls sehr mochte.
Die Kapitel sind kurz, so dass man gut auch Pausen beim Lesen einlegen kann und gleichzeitig das Gefühl hat, flott voranzukommen. Gedankengänge, die Pete sich notiert, sind anders formatiert, so dass diese einem auch direkt ins Auge springen.
Von der Sprache ist es einfach gehalten, so dass es auch für Lesende ab 10 Jahren verständlich sein sollte. Man erlebt die Geschichte durch einen personalen Erzähler. Die meiste Zeit ist man mit Pete unterwegs, es gibt aber auch Kapitel, in denen man andere Charaktere begleitet, wie Uudit, die Schattenflickerein. Damit wird die Handlung noch etwas komplexer und man erhält mehr Überblick über die Dinge, die in einem Zusammenhang zueinander stehen, auch wenn Pete das noch nicht überblicken kann.

Als Pete das Angebot bekommt, seinen Schatten herzugeben, denkt er sich erst mal nicht so viel dabei. Sein Wunsch, Sara gesund zu machen, überwiegt. Als er dann aber seinen Schatten verloren hat, wird ihm nach und nach klar, was es wirklich bedeutet und wie sehr ihn das verändert. Mit seinem Schatten ist auch ein Teil seines Selbst verschwunden und was zurückgeblieben ist, kann er selbst nicht unbedingt leiden – auch wenn er etwas braucht, um was zu merken. Mit der Zeit entdeckt Pete auch immer mehr Menschen, die keinen Schatten mehr haben und achtet genau darauf, wie sie sich verhalten und auch, wie sie sich vielleicht verändert haben, sollte er sie vorher schon gekannt haben. Das ist für ihn sehr erschreckend, auch wenn die Auswirkungen nicht bei jedem gleich sind. Unmöglich kann es so weitergehen, dass immer mehr ihren Schatten verlieren, deswegen wollen Sara und er etwas tun, um die Entwicklung aufzuhalten. Ob das gelingt und welche Abenteuer sie dafür bestehen müssen, erfährt man dann wohl erst in der Fortsetzung.
Im Auftakt benötigt es etwas Zeit, bis sich dann mehr erschließt, was eigentlich los ist, dass mehr dahintersteckt und wie weitgreifend die Entwicklung inzwischen schon zu sein scheint. Manche Dinge bleiben auch noch offen, aber da es eine Fortsetzung gibt, ist das auch nicht verwunderlich.
In die Handlung eingeflochten werden auch soziale Aspekte, Bereiche der Politik und des Weltgeschehens. Im Hauptfokus stand für mich aber die Freundschaft zwischen Pete und Sara, die nicht immer gleich ist und auch von den Veränderungen durch den Schattenverlust geprägt wird. Und eben das, was es mit Pete selbst macht. Eingearbeitet sind auch Aspekte der finnischen bzw. nordischen Mythologie, was die Atmosphäre im Buch ebenfalls prägt.

Zwischendurch ist es auch nachdenklich und von der Stimmung eher düster. Einige der Wesen, die da so auftauchen sind etwas grusliger, denen möchte man nachts wohl nicht so gern allein begegnen. Damit ist es sicher auch nicht für jedes Kind etwa. Eine gewisse Spannung ebenfalls wird aufgebaut, begleitet von vielen offenen Fragen. Zum Ende hin wird das Tempo dann auch etwas mehr angezogen, als es vorher der Fall war.
Es gibt sehr viele Dialoge, neben den Gedankengängen. Manche der Gespräche wirkten für mich jedoch ein wenig gestelzt oder irgendwie unfertig. Vielleicht liegt das an der Übersetzung oder daran, dass man vielleicht Redewendungen als solche nicht so kennt oder nicht so versteht, wie sie im Original gemeint gewesen wären?! Hin und wieder dachte ich zumindest „äh, das war jetzt aber platt“ oder „was soll mir das jetzt sagen?“. Das hat mich aus dem Lesefluss immer ein wenig rausgerissen, auf andere mag das aber nicht so wirken oder man liest darüber hinweg. Ich fand, die gesamte Dynamik und Stimmung im Buch war auch einfach eine andere, als man es sonst gewohnt ist. Das ist ja nicht schlecht, nur eben etwas ungewohnter vom Erzählstil und der aufgebauten Atmosphäre.
Insgesamt baut die Geschichte schon eine gewisse Tiefe auf, auch durch das viele Nachdenken und in sich reinhören, auch wenn die Figuren jetzt nicht alle total detailliert ausgearbeitet werden. Immer wieder gibt es auch hoffnungsvolle Augenblicke und die Charaktere ziehen viel Kraft aus ihrer Freundschaft.
Fazit

Die Geschichte war interessant zu verfolgen und baut zum Ende hin dann auch mehr Spannung und Tempo auf. Es gibt nachdenklichere Passagen, offene Fragen, stärkere Auswirkungen des Schattenverlustes, als Pete es erwartet hätte, kleine Herausforderungen, Abenteuer, die dann in der Fortsetzung zu bestreiten sind, kleine düstere, mystische Momente und viele Dialoge, die mir manchmal von der Dynamik allerdings nicht ganz so lagen. Das Buch hat eine besondere Atmosphäre, was sicher an der Mischung der Themen und der Entwicklungen, vielleicht aber auch am Ursprungsland Finnland liegt. Mir persönlich lag der Stil nicht komplett, aber es hat trotzdem Spaß gemacht die Geschichte zu verfolgen und ich bin auch neugierig auf die Fortsetzung.

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spannender Dilogieauftakt, komplexe Welt

SOL. Das Spiel der Zehn von Aiden Thomas

Seitdem sich die Sonnengottheit Sol geopfert hat, finden alle zehn Jahre die Sonnenspiele in Reino del Sol statt, um die Energie der Sonnensteine neu aufzuladen und damit die Welt vor dem Bösen zu schützen. Dabei treten zehn Nachfahren der Gottwesen in verschiedenen Prüfungen gegeneinander an, um herauszufinden, wer als nächster das Licht der Sonne in die einzelnen Städte bringen wird.

Es geht allerdings nicht nur um Ruhm und Ehre bei den Herausforderungen. Wer auf dem letzten Platz landet, wird das nächste Opfer für den Schutz der Welt.
Als Teo bei der Auswahlzeremonie als einer der zehn Teilnehmenden für die Spiele ausgesucht wird, kann er es kaum fassen. Als Nachfahre einer Jade Gottheit wurde er nicht auf die Prüfungen vorbereitet und weiß nicht, was ihn erwarten wird. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Niya, die auf der Akademie der Golds war, um für die Spiele und das Leben als Heldenhafte ausgebildet zu werden, und Xio, einem stillen Dreizehnjährigen, der ebenso wie Teo nicht weiß, was auf ihn zukommt, versucht Teo so gut wie möglich durch die Prüfungen zu kommen. Seine Strategie ist dabei eine andere, als die der Golds, was ihn immer wieder anecken lässt. Das ist allerdings nicht das größte Problem, das sich auftun wird…

Der Einstieg ins Buch ist mir nicht ganz leicht gefallen. Den Prolog habe ich zwei Mal gelesen, um die Ursprünge der Gottwesen (Golds, Jades, Obsidians) und der göttlichen Nachfahren und was sie ausmacht auch wirklich zu verinnerlichen. Es gibt besonders zu Beginn sehr viele Namen, die man erst mal alle sortieren, auseinanderhalten und miteinander in Verbindung bringen muss. Da wäre eine Übersicht der Gottwesen und ihrer Nachkommen sehr hilfreich gewesen, um zwischendurch noch mal nachzuschauen, wer zu wem gehört und auch wofür sie verantwortlich sind. Mit der Zeit wurde es etwas besser, auch weil der Fokus dann konzentrierter auf die Teilnehmenden der Sonnenspiele war und ich die Charaktere und ihre Herkunft dann auf dem Schirm hatte. Die Welt ist recht komplex, eine Mischung aus modern und altertümlich, interessant gestaltet und ich mochte auch die ganzen unterschiedlichen Fähigkeiten der Gottwesen und Halbgötter, die aus ihrem Zuständigkeitsbereich resultieren. Jede göttliche Familie hat eine Glyphe und einen Ort, der ihnen unterstellt ist. Im Laufe des Buches besucht man verschiedene dieser Orte und lernt damit unterschiedliche Schauplätze kennen, die alle ihre Eigenarten haben. Mit einer Übersichtskarte wäre es auch hier noch leichter gewesen, die Reiseroute der Spiele nachzuvollziehen, aber da die Städte ja nach und nach wechselten, konnte man dem auch so folgen.
Etwas schade fand ich, dass es einige spanische(?) Ausdrücke im Buch gibt, die nicht so richtig erläutert werden. Teilweise gibt es Erklärungen und Übersetzungen, manchmal direkt nach dem Wort, manchmal dann auch im Satz danach, damit klar wird, was gemeint ist. an einige Stellen wurde es jedoch nicht wirklich aufgelöst. Dabei ging es Hauptsächlich um Lebensmittel, was mich nicht so sehr störte, bei anderen Bezeichnungen stört es dann schon mehr den Lesefluss, der grobe Sinn hat sich aber erschlossen.

Es gibt im Buch zahlreiche queere Charaktere, ohne dass das extra thematisiert wird. Zumindest nicht in dem Sinne, dass es ein Problem darstellt. Es gibt zwar eine Stelle, an der das Thema Transsexualität etwas ausführlicher eingebunden ist, eigentlich geht es dabei aber mehr darum, herauszufinden, wer man selbst wirklich ist und wie man sich definiert und nicht so sehr ums queer sein an sich. Ich empfand das als sehr angenehm, weil es eben einfach als normal angesehen wurde. Einige der Figuren waren auch mit dem Neopronomen „sier“ und den dazugehörigen Formen eingebunden. Daran musste ich mich beim Lesen etwas gewöhnen, aber nicht, weil mich nonbinäre Charaktere stören, sondern weil es einfach noch ungewohnt ist. Der Cast ist sehr divers angelegt und auch von den charakterlichen Eigenschaften bieten die Figuren eine große Vielseitigkeit, was es immer wieder abwechslungsreich macht und zusätzlich Potenzial für Auseinandersetzungen bietet.

Der personale Erzähler beschränkt sich innerhalb der Geschichte auf Teo, wodurch man ihn am intensivsten kennenlernt und viel von seinen Gedanken und seiner Entwicklung mitbekommt. Mit im Fokus stehen immer wieder Niya, Xio und auch Aurelio, ein weiterer Gold, den Teo schon seit Kindertagen kennt, zu dem er zwischendurch jedoch den Kontakt verloren hatte.
Die Jades, zu denen Teo gehört, sind viel näher am Volk dran, haben einen guten Kontakt zu den Bewohnern der Stadt und sind von außen betrachtet nicht so abgehoben, wie viele der Golds. Ihre Fähigkeiten sind häufig nützlich, jedoch nicht so spektakulär und mächtig, wie die der Golds. Manchmal hadert Teo ein wenig mit seinem Schicksal und der Ungerechtigkeit, dass er nicht auf die Akademie der Golds gehen durfte. Auf der Akademie werden die Halbgötter sowohl auf die Sonnenspiele als auch auf das Leben als Heldenhafte vorbereitet. Die Golds sollen ihre Fähigkeiten nutzen, um anderen zu helfen, große Aufgaben zu erledigen, Katastrophen abzuwenden, eben alles, was so anfällt und wofür sie nützlich sind. Dafür werden sie vom Volk gefeiert, viel private Zeit bleibt ihnen jedoch oft nicht.
Teo, 17, ist nicht so hochgewachsen und kräftig, wie viele der Golds, für die Menschen, die ihm wichtig sind, würde er durchs Feuer gehen, er wirkt manchmal etwas zerstreut, was aber auch daran liegt, dass ihn die neue Situation immer wieder überfordert und aus dem Konzept bringt. Im Verlauf des Buches muss er auch über sich selbst noch Dinge lernen, Aspekte annehmen und sich damit auseinandersetzen, was daraus resultiert, was ich eine schöne Entwicklung fand. Während der Prüfungen hat er deutlich mehr Skrupel, als andere. Ihm ist es wichtig, dass Niya und Xio ebenfalls gut durchkommen, nicht nur dass er selbst ganz vorn landet.
Niya ist eine interessante Figur, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Sie ist eine imposante Erscheinung, groß und muskulös, allerdings oft eher plump, nicht besonders feinfühlig und hat oft auch nicht so das Gespür dafür, wenn Zurückhaltung gut wäre. Sie ist sehr direkt, manchmal etwas verplant, aber irgendwie total liebenswert. Teo und sie sind sehr verschieden, gemeinsam mochte ich sie aber total gern.
Xio ist erst 13, klein, eher unauffällig und ziemlich verunsichert durch die Teilnahme an den Sonnenspielen. Niya und Teo haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihn zu beschützen und ihm zu helfen, damit er durch die Herausforderungen kommt.
Aurelio ist einer der Golds, hat starke Fähigkeiten, wirkt oft sehr ernst, unnahbar und ist nicht so leicht zu durchschauen. Von ihm erfährt man im Verlauf dann aber auch noch etwas mehr, wodurch er greifbarer wird. Auch wenn man vielleicht nicht jede Aktion gutheißen will, so konnte ich sein Verhalten doch dann viel besser verstehen.
Rundrum gibt es noch viele weitere Charaktere, einige spielen eine größere Rolle, besonders die anderen Teilnehmenden an den Sonnenspielen, andere bleiben eher im Hintergrund. Für mich waren diese vier aber die, um die es sich hauptsächlich drehte. Es war interessant zu sehen, wie sie sich geschlagen haben und wie sie mit den Resultaten der Prüfungen umgegangen sind.

Nachdem ich mich im Buch und der Welt eingefunden hatte, hat sich die Geschichte flüssig lesen lassen. Es gab ruhigere Phasen mit Gesprächen und Charakterentwicklung, aber auch viele spannende und teilweise turbulentere Momente. Umso weiter man vorankommt, umso fesselnder wird die Handlung dann auch. Ein besonderes Augenmerk lag auf den einzelnen Prüfungen bei den Sonnenspielen. Die Aufgaben waren vielseitig angelegt, die Teilnehmenden mussten sich immer wieder anderen Herausforderungen stellen, für die sie teilweise auch ihre Fähigkeiten gut durchdacht einsetzen mussten. Die Beschreibungen waren hier mitnehmend und detailreich, so dass man sich die Szenen gut vorstellen konnte. Manchmal wurde es ziemlich gefährlich, bei anderen Prüfungen ging es eher um strategisches Denken. Hier konnte man die Charaktere gut kennenlernen und einen Eindruck von ihren Gaben erhalten. Es zeigte auch die Komplexität und den Facettenreichtum innerhalb des Buches schön. Es gab immer wieder Neues zu entdecken und zwischendurch gab es auch ein paar kleine Überraschungen. Andere Entwicklungen waren erwartbarer, aber nicht alles am Handlungsverlauf habe ich kommen sehen. Hier und da gab es kleine Elemente, die mich nicht komplett überzeugt haben, insgesamt wurde ich aber wirklich gut unterhalten. An der einen oder anderen Stelle schwingt auch eine gewisse Gesellschaftskritik mit, was gut in die Geschichte eingeflochten war. Ich bin auf jeden Fall auch gespannt, wie es sich im zweiten Band dann entwickeln wird. Eine Richtung, worum es geht, wird hier auf jeden Fall schon angedeutet und die Ausgangssituation bringt einiges an Potential mit sich.
Fazit

Ein spannender, abwechslungsreicher Dilogieauftakt in einer cool aufgebauten, facettenreichen Welt. Die Fähigkeiten der einzelnen Gottwesen waren sehr vielfältig und wurden auf verschiedene Weise eingebunden, was es immer wieder interessant machte und auch zu kleinen Wendungen führte. Die Kombination aus den zahlreichen diversen Charakteren, Fantasyelementen, Spannung, Freundschaft, aufkeimenden Gefühlen, die aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt rückten und den immer wieder neuen Herausforderungen bei den Prüfungen hat mir gut gefallen. Durch den Teaser auf Band zwei bin ich auf jeden Fall neugierig geworden.

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unheimliche Atmosphäre in den Bergen

Wolfskinder von Vera Buck

Jakobsleiter ist ein einsamer Ort in den Bergen, der von den Stadtmenschen kritisch beäugt wird. Die Leute, die dort in völliger Abgeschiedenheit der modernen Welt leben, werden als seltsam und sonderbar empfunden. Man geht ihnen aus dem Weg, soweit man kann. So gut wie niemand verirrt sich so weit hoch in die Berge, um sich Jakobsleiter selbst anzuschauen.

Und wenn sich die Bewohner der abgelegenen Gemeinde in die Stadt trauen, müssen sie mit schiefen Blicken und Anfeindungen rechnen. Als das Misstrauen gegenüber Jakobsleiter größer wird, wird der Sechzehnjährige Jesse sogar brutal angegriffen. Von seiner Sorge um die verschwundene Rebekka will von den Stadtmenschen auch niemand so richtig etwas wissen. Schließlich ist es kein Wunder, wenn man aus dieser seltsamen Bergregion entfliehen möchte. Allerdings verschwinden in der Gegend immer wieder junge Frauen. Ein Zufall?
Auch Smilla, die aktuell ein Volontariat bei der Zeitung macht, hat ihre Verbindung mit den Bergen, denn vor 10 Jahren verschwand ihre beste Freundin Juli. Sie versucht weiter Spuren zu finden und ungewöhnlichen Ereignissen miteinander zu verknüpfen. Bei ihren Recherchen stößt Smilla dann auch auf etwas, was bisher unter den Teppich gekehrt wurde. Eine bewusste Entscheidung oder ist es in Vergessenheit geraten? Ihre Entdeckung könnte alles ändern und bringt düstere Dinge ans Tageslicht.

Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog, der gleichzeitig einiges an Fragen aufwirft und für eine unheimliche Atmosphäre sorgt. Was es damit auf sich hat, erfährt man dann im Verlauf der Handlung. Und auch wenn man es dann nicht das erste Mal erlebt, verliert es nichts von seinem Schrecken. Es ist jedoch nicht durchweg so furchterregend und bedrohlich. Das Buch lebt eher von einer unterschwelligen Spannung und nicht von blutiger Brutalität. Ich mochte die erzeugte Atmosphäre und auch die Wechsel in der Stimmung. Immer wieder gab es Situationen, die schon ziemlich unheimlich waren und eine Gänsehaut erzeugten. Besonders zum Ende hin wird es dann auch noch mal etwas turbulenter und dramatischer.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Ich-Perspektiven geschildert. Zu Beginn der Kapitel steht der Name der Figur, die man begleiten wird, so dass man sich gut orientieren kann. Zunächst hatte ich befürchtet, dass es vielleicht etwas viel werden könnte, mit den Perspektiven, aber insgesamt mochte ich das Zusammenspiel und den Wechsel zwischen den einzelnen Charakteren sehr gern. Man bekommt einen guten Blick auf die Handlungsstränge, die alle in gewisser Weise miteinander zu tun haben. Am meisten begleitet man den Jugendlichen Jesse und die Neunjährige Edith, die beide in der kleinen Gemeinschaft Jakobsleiter auf dem Berg leben. Darüber hinaus gibt es Passagen mit Rebekka, Mitschülerin und Freundin von Jesse, ebenfalls aus Jakobsleiter, und dem Priester der Dorfgemeinschaft, bei dem schnell klar wird, dass er seine ganz eigenen Absichten verfolgt. Zwischendurch erhält man dann noch Einblicke in das Leben von Smilla, die nicht auf dem Berg wohnt und die eine ganz andere Motivation antreibt, sich mit dem Ort auseinanderzusetzen. Smilla hat in der Handlung einiges vorangetrieben durch ihre hartnäckigen Recherchen, zwischendurch bekommt man jedoch auch das Gefühl, sie könnte sich in dem einen oder anderen Punkt verrennen, nur um ihr Hoffnung aufrechtzuerhalten, Juli nach all den Jahren wiederzufinden.

Der Schreibstil ist flüssig, mitnehmend und atmosphärisch. An die Perspektivwechsel habe ich mich schnell gewöhnt und es war auch immer wieder interessant, die unterschiedlichen Charaktere zu begleiten, weil man neben der allgemeinen Handlung auch von ihren Eigenarten noch was mitbekommt. Besonders faszinierend fand ich Edith. Sie ist noch sehr jung, wirkt etwas verwildert und hat einen außergewöhnlichen Blick auf die Welt, der ohne Zweifel durch ihre Erziehung und ihre Lebensweise geprägt ist. Und obwohl manches wirklich etwas schräg anmutet, gab es auch Gedankengänge von ihr, die ich wirklich sehr beeindruckend fand. Aber auch Jesse habe ich sehr gern begleitet. Obwohl auch er in Jakobsleiter aufgewachsen ist, wirkt er nicht so fernab der Zivilisation wie Edith. Trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die er nicht weiß oder nicht kennt, weil es in seiner Berggemeinschaft keine Relevanz hat. Für Jesse ändert sich vieles durch die Offenbarungen, die es im Verlauf gibt. Sein sicherer Hafen wird ziemlich aufgerüttelt, er muss manches verarbeiten und ich konnte gut verstehen, dass er auch nicht alles sofort glauben und begreifen konnte.
Jede Perspektive hat ihre eigenen Schwerpunkte und erzeugt damit auch eine unterschiedliche Stimmung innerhalb der Gesamthandlung. Alles hat jedoch miteinander zu tun und auch Smillas Perspektive vermischt sich immer mehr mit denen der anderen.

Stück für Stück wird die Handlung komplexer und man erhält weitere Puzzleteile, die sich ins Gesamtbild einfügen. Dabei gibt es immer wieder auch Wendungen und kleine Überraschungen, die für eine neue Dynamik innerhalb der Geschichte sorgen. Andere Dinge kündigen sich über die Zeit recht deutlich an und haben mich dann weniger überrascht. So war auch eine der „Enthüllungen“ am Ende nicht mehr wirklich überraschend, obwohl es mit der Verwirrung die darum gestiftet wird, trotzdem gut gemacht war.
Fazit

Ein atmosphärischer, mitnehmender Thriller, der eher durch die unterschwellige Spannung, die Andeutungen und Verflechtungen im Verlauf der Geschichte punktet und nicht so sehr mit Brutalität oder blutigen Szenen. Es gibt aber immer wieder auch Passagen, die Gänsehaut verursachen und eine unheimliche Atmosphäre nachklingen lassen. Besonders durch die neunjährige Edith schwingt auch eine poetische Note mit, wenn es manchmal auch etwas schräg anmuten mag. Nicht alle Offenbarungen kamen überraschend, insgesamt fühlte ich mich aber wirklich gut mitgenommen und unterhalten.

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gefühlvoll, nachdenklich stimmend, zum Schmunzeln

Glück ist da, wo man es hinträgt von Kristina Günak

Auch wenn es für Katharina gerade nicht perfekt läuft und eine Veränderung her muss, um die Zukunft zu sichern, stand „zurück zum Familienanwesen“ absolut gar nicht auf ihrer Liste der Möglichkeiten. Als ihr Zwillingsbruder sich jedoch verletzt und ihre Hilfe benötigt, zögert sich nicht und fährt zu ihm.

Und damit auch zum Familienanwesen, mit dem sie so viele schlechte Erinnerungen verbindet, dass sie die letzten Jahre möglichst wenig Zeit dort verbracht hat. Ihren Bruder hängen zu lassen, ist allerdings keine Option. Seine Event-Agentur leitet sich nicht von allein und so packt Katharina kräftig mit an und muss sich vor Ort auch unweigerlich einigen Dämonen der Vergangenheit stellen… Allerdings hält das alte Anwesen auch ein paar schöne Erlebnisse für sie bereit.

Bisher konnten mich die Geschichten von Kristina Günak immer überzeugen, so ging es mir auch dieses Mal wieder. Eine totale Wohlfühlgeschichte, obwohl absolut nicht alles reibungslos läuft und die Charaktere so ihre Päckchen zu tragen und Dinge hinter sich zu lassen haben. Trotzdem war die Atmosphäre im Buch einfach angenehm und mitnehmend.
Der Schreibstil der Autorin passt für mich einfach. Sie bringt vieles gut auf den Punkt, macht einen auch mal nachdenklich, baut die Emotionen der Charaktere nachvollziehbar ein, hat immer wieder aber auch Augenblicke zum Schmunzeln mit dabei und lässt eine tolle Dynamik entstehen.
Nach und nach taucht man tiefer ins Geschehen ein, lernt die Figuren besser kennen, erfährt mehr von ihrer Vergangenheit, von Problemen, Sorgen und Ängsten. Besonders gut gefällt mir, dass vieles sehr authentisch und lebensnah ist. Die Figuren wirken wie mitten aus dem Leben gegriffen und nicht so konstruiert oder idealisiert, wie man es sonst manchmal empfindet. Die Protagonisten sind keine Überflieger-Charaktere, sie haben ihre Macken, ihre Probleme, ihre Baustellen und es läuft eben nicht alles so rund, wie man es sich wünschen würde oder wie man andere glauben lassen möchte.

Katharina hat ihre Gründe, wieso sie nicht zur Burg zurück wollte. Ich konnte das schon zu Beginn des Buches gut verstehen. Umso mehr man dann aber erfährt, umso intensiver erlebt man auch ihren Schmerz und ihre Gedanken mit. Die Zeit hat sie sehr geprägt und sie hat sich danach ihr eigenes Leben aufgebaut. Trotzdem ist ihr klar, dass sie es nicht ewig alles verdrängen kann und im Laufe des Buches wird ihr das auch noch bewusster. Viel Kraft gibt ihr auch ihre 19-jährige Tochter Mona, die ein totaler Sonnenschein ist und viel gute Laune in die Geschichte bringt. Katharina verarbeitet einen Teil ihrer Erlebnisse und Gedanken in einem Podcast, den ich richtig schön eingeflochten fand. Diese Abschnitte enthalten tolle Botschaften, viele ehrliche Einblicke und Emotionen, Ergreifendes aber auch Witziges. Es zeigt verschiedene Facetten der Protagonistin und macht sie noch greifbarer. Durch die Ich-Perspektive taucht man allgemein auch sehr intensiv in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ein und kann dabei auch beobachten, wie es einige Veränderungen bei der Protagonistin gibt. Aber auch die anderen Charaktere entwickeln sich über die Zeit, gehen einige Baustellen an, schöpfen neue Kraft und sie unterstützen sich gegenseitig.

Neben der Liebe – Mutterliebe, Geschwisterliebe und auch der zu einem (neuen) Partner – sind noch viele weitere Themen in der Geschichte enthalten. Ich möchte hier gar nicht zu viel nennen, damit man selbst intensiv in die Dinge eintauchen und sich mitnehmen lassen kann. Krisenzeiten spielen auf jeden Fall eine Rolle, auf verschiedene Weise, bei unterschiedlichen Charakteren. Zusammenhalt und sich gegenseitig zu stützen wird an mehreren Stellen wichtig. Und auch Sachen mal ehrlich anzusprechen und auf den Tisch zu bringen, selbst wenn es unangenehm ist oder man sich lieber drücken wollen würde. Das alles gibt der Geschichte sehr viel Tiefe, immer wieder Augenblicke zum Nachdenken, wundervolle Botschaften, die sich mitten ins Herz schleichen und ich glaube, viele können sich in irgendwas davon auch wiederfinden, weil man selbst oder andere betroffen sind oder weil es eben ganz menschliche Gedanken und Probleme sind, die verarbeitet werden.
An verschiedenen Stellen merkt man auch, dass die Protagonisten keine 20 mehr sind. Und natürlich sind auch mit Mitte 30 nicht plötzlich alle Sorgen einfach weg, besonders die tief verwurzelten und seit der Kindheit gewachsenen Unsicherheiten und Dämonen brauchen ihre Zeit, bis man sie loslassen oder verarbeiten kann. Trotzdem ist schon ein bisschen mehr Lebenserfahrung da und über manches muss man dann einfach mal reden, auch wenn die Zwillinge gut darin sind, zu schweigen und viel mit sich selbst auszumachen.
Viele Entwicklungen innerhalb der Handlung waren erwartbar, trotzdem mochte ich einfach, wie sich alles entwickelt, wie die Figuren ein Stück mehr zu sich selbst finden, sie sich Herausforderungen und anfallenden Aufgaben stellen, sie sich einander öffnen und anvertrauen und dabei auch problematische Themen auf den Tisch kommen. Die Energie, die bei den Events herrscht, gibt der Geschichte auch noch mal eine eigene Note. Die Hochzeiten, die man miterlebt, waren auch sehr unterschiedlich, fügten sich einfach toll ein und geben zusätzlich eben Einblicke in den Arbeitsalltag von Simon.
Mir persönlich hat es auch gut gefallen, dass die Corona-Zeit mit eingebaut wurde. Nicht als Hauptthema, aber es hat die Event-Branche, so wie viele andere Bereiche, natürlich betroffen. Im Prinzip hat es jeden von uns irgendwie betroffen und das wird deutlich, ohne das Thema aufzubauschen oder in den Vordergrund zu stellen.
Fazit

Die in der Geschichte enthaltene Mischung hat mir in Kombination mit dem leichtgängigen Schreibstil und dem Burg-Setting richtig gut gefallen. Es gibt Momente zum Schmunzeln, Ernsthaftigkeit, sehr viele ehrliche Emotionen, Päckchen, die getragen werden müssen und von denen manche dann im Verlauf etwas weniger schwer werden, tolle, liebevoll ausgearbeitete Charaktere, die nicht konstruiert wirken, superschöne Botschaften, nachdenkliche Augenblicke und auch schwierige Themen, die flüssig in die Handlung integriert sind.

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