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Rezensionen von Dana:

echte Kriminalfälle aus Deutschland – teilweise sehr erschütternd

ZEIT Verbrechen,5 Audio-CD von Sabine Rückert

In diesem Hörbuch werden unterschiedliche Kriminalfälle behandelt, die in Deutschland passiert sind. Keine Fiktion, keine Fantasie, sondern wahre Fälle, die zeigen, wie grausam und brutal die Realität sein kann und dass man zum Gänsehaut bekommen und schockiert sein keinesfalls ausgedachte Krimis oder Thriller benötigt.

Es ist das Hörbuch zum Podcast, wer dort also alle Folgen kennt, der wird im Hörbuch vielleicht nicht mehr viel Neues entdecken. Ich selbst kannte den Podcast nicht näher, daher waren es für mich keine Wiederholungen. Einige der angesprochenen Kriminalfälle kennt man zwar aus den Medien, aber das hat es für mich nicht weniger spannend gemacht zuzuhören.

Die Fälle, die innerhalb des Hörbuches behandelt werden, sind alle sehr unterschiedlich. Einige haben mich schockiert und noch lange hinter her zum Nachdenken gebracht, andere gingen nicht ganz so intensiv unter die Haut beziehungsweise es ist mir leichter gefallen eine gewisse Distanz zu dem Ganzen zu bewahren. Wodurch man aber wusste, dass es alles reale Geschichten sind, wirkte es insgesamt auch mich intensiver, als es fiktive Krimis oder Thriller tun, egal wie blutig, brutal und grausam diese sind. Die Realität ist manchmal einfach noch erschreckender und furchteinflößender, eben genau weil es nicht ausgedacht sondern wirklich passiert ist.

Einige der Themen, die im Laufe des Hörbuchs behandelt werden, sind: Mord in unterschiedlicher Ausführung, zum Beispiel an den eigenen Kindern, an Lebenspartnern oder an Fremden, falsche/erzwungene Geständnisse, falsche Zeugenaussagen/falsche Anschuldigungen, Gewalt unter Jugendlichen, niemals gefundene Vermisste. Die Mischung ist also sehr vielfältig und abwechslungsreich. Interessant fand ich auch die Einblicke in die Ermittlungen und Berichterstattungen, die zu den Fällen mit eingearbeitet sind. So detaillierte Eindrücke bekommt man sonst ja nicht unbedingt. Dabei wird auch offen gelegt, dass nicht immer alles gut gelaufen ist, es durchaus auch Ermittlungspannen gab oder Verdächtige einfach nicht weiter verfolgt wurden aus den unterschiedlichsten Gründen. Spannend war dabei auch wie spät es erst möglich war anhand von DNA Spuren oder Fingerabdrücken Täter zu überführen.
Manchmal waren die Schilderungen etwas langatmig beziehungsweise zu ausschweifend angelegt. Teilweise entfernte man sich zwischendurch von dem eigentlich angesprochenen Fall, da es dann Vergleichsfälle gab, die mit eingeflochten wurden oder einfach Situationen, die ähnlich geartet waren und bei denen dann geschildert wird, wie man dort vorgegangen ist. Teilweise führten die Ermittlungen selbst auch einfach etwas von dem eigentlichen Verbrechen weg. Interessant war es schon trotzdem zu erleben, welche Möglichkeiten es in der Forschung so gibt und gab, welche Methoden genutzt wurden und wo es vielleicht parallelen gab. An der einen oder anderen Stelle hätte es aus meiner Sicht aber kürzer sein dürfen.

Insgesamt mochte ich die verschiedenen Sprecher sehr, auch wenn einem die eine Stimme vielleicht etwas besser gefällt, als die nächste. Durch den Wechsel grenzen sich die Fälle ganz gut zueinander ab und man kann sich gut darauf einlassen, dass jetzt etwas anderes behandelt wird. Es unterstützt die Unterschiedlichkeit der Fälle zusätzlich. Auch die Sprechweisen an sich haben mir gut gefallen. Es ist schon eher sachlich, wird nicht zu sehr aufgebauscht oder hochgeputscht, aber es ist trotzdem ausdrucksstark, zu der Situation passend und nicht nur monoton weggelesen. Zwar wirkt es nicht direkt „urteilend“ aber eben auch nicht völlig fern ab der beschriebenen Dinge. So wirkte es auf mich beim Hören auf jeden Fall.
Fazit

Ein sehr bunt gemischtes Hörbuch mit Kriminalfällen aus Deutschland von denen einige wirklich erschreckend und schockierend waren. Es gab jetzt nicht so viele blutige oder brutale Details, wie man das in fiktiven Geschichten häufig erlebt, dafür gab es mehr Einblicke in die unterschiedlichen Ermittlungsansätze und Befragungen der mutmaßlichen Täter und der Zeugen. Schon allein da es sich um reale Fälle handelte, war es teilweise erschütternd, wozu Menschen fähig sind… manchmal ist die Realität eben viel grausamer als jede Fiktion…

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schöne Geschichte mit turbulentem, überraschendem Ende

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni) von Bianca Iosivoni

Blair sollte eigentlich niemals mit der Welt der Valkyren intensiver Kontakt bekommen. Ihre Schwester Fenja wurde ihr Leben lang auf die Aufgaben und Herausforderungen einer Valkyre vorbereitet und sollte den Platz der Mutter einnehmen, wenn diese ihre Kräfte abgeben wollte. Als Fenja und ihre Mutter jedoch bei einem Unfall ums Leben kommen, erwachen bei Blair unerwarteterweise die Fähigkeiten der Valkyre.

Nun ist Blair nicht nur auf sich allein gestellt sondern auch ziemlich überfordert mit den Kräften, die in ihr schlummern und auf deren Anwendung sie nicht vorbereitet wurde. Einzig ihr bester Freund Ryan ist noch an ihrer Seite und dem darf sie nichts von der geheimen Welt erzählen zu der sie nun gehört…

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Schon der Prolog ist spannend gestaltet und wirft einige Fragen auf, die man im Verlauf des Buches dann beantwortet bekommt. Zunächst kann man die Geschehnisse dort nicht ganz einordnen, aber es ist direkt klar, dass da etwas passiert, was so eigentlich nicht hätte passieren sollen. Und auch danach geht es ereignisreich weiter. Der Unfall, der für Blair alles verändert, ist ziemlich zu Anfang des Buches und von da an gibt es einige Geheimnisse die enthüllt werden, Probleme zu überwinden und sehr, sehr viel zu lernen. Der Schreibstil von Bianca Iosivoni ist flüssig und von Beginn an mitnehmend. Durch bildhafte, detaillierte Beschreibungen werden sowohl die Figuren, als auch die Umgebung lebendig und gut vorstellbar.

Den Hauptteil des Buches erlebt man aus der Ich-Perspektive von Blair. Ihr Leben wird von einem Moment auf den anderen durcheinander gewirbelt. Nicht nur durch den Verlust ihrer Familie, sondern auch durch die Dinge, die sie von den Valkyren erfährt, als diese irgendwann bereit sind, wirklich mit ihr zu reden. Blairs Gefühle werden sehr anschaulich beschrieben, man spürt ihre Verzweiflung und ihren Schmerz und kann verstehen, dass sie sich nicht so einfach abwimmeln lassen möchte. Sie will Antworten, sie braucht Antworten und erhofft sich damit auch einen Wegweiser für ihre eigene Zukunft zu bekommen, auch wenn sie nicht erwartet hätte, dass es in die Richtung gehen könnte, die sich nun abzeichnet. Durch das Zusammentreffen mit den Valkyren taucht man dann nach und nach in die Welt der Götter und Mythen ein.
Darüber hinaus begleitet man in einigen Kapiteln Ryan, Blairs besten Freund, und erhält dadurch Informationen, die die Protagonistin nicht hat. Auch für Ryan hat sich einiges geändert und er ist viel enger mit dem Schicksal von Blair verknüpft, als er sich selbst jemals hätte vorstellen können. Ihre Freundschaft und auch die Gefühle, die sie darüber hinaus füreinander hegen, könnte für beide ziemlich gefährlich werden. Denn man kann sich nicht immer aussuchen auf wessen Seite man steht…

Im Verlauf des Buches kommen immer mehr Figuren dazu, einige von ihnen kommen nur sehr kurz vor, andere spielen eine größere Rolle. Manchmal hätte ich mir da eine Figurenübersicht gewünscht, damit man die Verknüpfungen und Zusammenhänge ab und an noch mal nachschauen könnte. Die Götterwelt ist eben doch ziemlich komplex und die Hintergründe und Verstrickungen dazu wird nicht jeder so im Kopf haben. Im Groben kann man schon durchsteigen, einiges habe ich aber sicherlich nicht so komplett aufgenommen, schon allein weil man sich die ganzen Namen auf die Schnelle auch nicht merken kann.

Umso weiter die Geschichte voranschreitet, umso spannender, turbulenter, aufwühlender und überraschender wird es. Für die Protagonistin gibt es ganz unterschiedliche Herausforderungen und Gefühle zu bewältigen. Während Blair versucht sich auf ihre neuen Aufgaben einzulassen und zu lernen, wofür andere Jahrzehnte Zeit hatten, bemüht sie sich auch dem Wunsch ihres Herzens nachzuspüren und all die Emotionen zu sortieren, die nach und nach in ihr hochkommen oder auf sie einprasseln. Einfach und unkompliziert ist in ihrem Leben nämlich nicht mehr viel.
Das Ende des Buches war ein richtig geniales und für mich unerwartetes Ende. Die Ereignisse überschlagen sich und es wird noch mal einiges auf den Kopf gestellt. Es werden Zusammenhänge aufgedeckt und ein paar Fragen beantwortet, aber auch neue aufgeworfen und vor allem wird auch bei den Charakteren so einiges durcheinander gewirbelt. Da kann man gespannt sein auf die Fortsetzung.
Fazit

Ein toller Auftakt, der mich vor allem mit dem überraschenden, turbulenten, ereignisreichen Finale begeistert hat. Auch wenn ich mir nicht alle Verstrickungen und Zusammenhänge der Götterwelt auf Anhieb merken konnte und dort eine Übersicht der Charaktere hilfreich gewesen wäre, hat mir die Welt an sich und die Idee mit den Valkyren und den Anhängern des Chaos‘ sehr gut gefallen. Ich bin gespannt, was die Fortsetzung noch so zu bieten haben wird, Potenzial gibt es auf jeden Fall reichlich.

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unterhaltsamer Provinzkrimi

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni) von Bianca Iosivoni

Hummelstich ist ein beschaulicher Ort irgendwo in Deutschland, in dem das Dorfleben funktioniert und das größte Verbrechen der Klatsch und Tratsch zu sein scheint. Zumindest dachten das bisher alle. Denn nun wird klar, dass hinter den trügerisch-idyllischen Mauern der Häuschen ganz andere Machenschaften im Gang sind.

Der Halbtagspolizist Sven Grüneis ist es nicht gewohnt komplizierte Fälle lösen zu müssen, doch jetzt wird er gefordert und muss sich gleich mit Mord herumschlagen. An seiner Seite steht Bea von Maarstein, die zwar keine Polizistin ist, die das Dorf aber ganz schön aufwirbelt und schlaue Einfälle hat. Allerdings macht sie sich damit nicht unbedingt bei allen beliebt…

Gabriele Blum hat das Hörbuch ausdrucksstark gelesen. Ich empfand ihre Stimme als sehr angenehm und passend für die Geschichte und habe mich von Beginn an gut mitgenommen gefühlt. Betonung und Sprechweise waren richtig super und durch die Veränderungen in der Tonlage und dem Sprechtempo, konnte man auch die unterschiedlichen Figuren gut auseinanderhalten, wenn sie miteinander gesprochen haben. Besonders positiv aufgefallen ist mir dabei auch der Papagei Dr. Jekyll. Sprachlich war er ein echtes Highlight, aber auch sonst war er für die Handlung eine Bereicherung und ich mochte ihn sehr.

Zu Beginn der Geschichte lernt man das Dorf und seine Bewohner erst mal ein bisschen kennen. Es klingt nach einem Ort, an dem man sich durchaus wohlfühlen könnte. Ein wenig eigen und speziell an der einen oder anderen Stelle, aber insgesamt doch schön und nicht nur gewöhnlich. Die Dörfler wirken auf den ersten Blick jetzt auch nicht unbedingt langweilig und nichtssagend, aber insgesamt doch eher liebenswert individuell und das macht so eine Dorfgemeinschaft ja auch noch mal viel bunter und abwechslungsreicher. Für die Hummelstichler waren ihre Eigenarten ja inzwischen normal und jeder kennt jeden, da weiß man, wie man sich zu nehmen hat. Als Bea von Maarstein dazu kommt, wird die Dorfidylle erst mal ordentlich aufgemischt. Bea fällt schon allein durch ihr Aussehen auf, ist aber auch nicht auf den Mund gefallen und beweist immer wieder Geschick im Umgang mit den Dorfbewohnern. Wenn sie etwas erfahren möchte, dann bekommt sie es auch heraus. Mit ihrem Ara Dr. Jekyll gibt sie ein ziemlich schräges Bild ab, aber ich mochte die beiden sofort. Mit Bea scheinen auch die Probleme einzuziehen, so wirkt es auf jeden Fall zunächst. Dabei ist sie es einfach nur, die aufdeckt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach und nach kommen dann immer mehr Verstrickungen heraus. Erpressungen, Affären, Spielsucht – im Dorf geht es alles andere als ruhig zu, nur dass sonst niemand darüber spricht und alle versuchen nach außen hin den Schein zu wahren. Als es dann allerdings zum Mord kommt, kann wohl niemand mehr vertuschen, dass irgendwas in Hummelstich nicht stimmt.

Trotz der Morde hat die Geschichte auch eine gewisse Leichtigkeit und Lockerheit behalten, die wohl vor allem an dem angenehmen Stil lag. Durch die sehr bildhafte Sprache wird die Handlung lebendig und die Vorstellungskraft in den einzelnen Szenen unterstützt. Es wurde mit einem gewissen Witz und Charme erzählt und war nicht alles so ernst. Dadurch war es jetzt nicht so megaspannend, düster und schauderhaft wie vielleicht andere Krimis oder Thriller daherkommen, aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam und für mich auch mal was anderes.
Toll fand ich auch die passend gewählten Namen einiger Dorfbewohner. So hießen die Bestatterfamilien Ruhe und Erdmann, ein reiches, aber sparsam lebendes Ehepaar Schimmelpfenning und der Polizist, der noch ziemlich grün hinter den Ohren war, Grüneis. Das hat die Atmosphäre in der Geschichte unterstützt und dem ganzen noch mehr Flair verliehen.
Im Verlauf des Buches gibt es verschiedene Verdächtige, die aus verschiedenen Gründen wieder ausgeschlossen werden, mit der Endauflösung hätte ich auf jeden Fall nicht gerechnet und empfand sie als gut gemacht.
Neben den Mordermittlungen geht es auch ein wenig um das Privatleben von Sven Grüneis, der bisher mit seinem Zweitjob als Bauer viel erfolgreicher war, als als Polizist. Ich mochte auch diese Abschnitte gern. Sie waren gut in die Gesamthandlung eingebunden und haben den jungen Polizisten noch greifbarer und authentischer gemacht. Sein maroder Hof mit all den Tieren gehört eben genauso in sein Leben, wie die bisher eher unspektakuläre Arbeit als Dorfpolizist. Mit Bea an der Seite bekommt Sven dann aber die Chance, sich auch in den Mordfällen zu behaupten und an den neuen Herausforderungen zu wachsen. Auch wenn ich oft das Gefühl hatte, eigentlich leitet Bea die Ermittlungen, so mochte ich die beiden als Team trotzdem gern. Ich könnte mir auch gut vorstellen die beiden wieder zu begleiten, wenn es den nächsten Fall in Hummelstich gibt.
Fazit

Ein schöner Provinzkrimi, der mit der Mischung aus Humor und Mordermittlungen unterhaltsam und abwechslungsreich war. Der Stil war angenehm und die Sprecherin hat mir super gut gefallen. So habe ich das Hörbuch in einem Rutsch gehört und habe mich nie gelangweilt. Die Handlung war interessant zu verfolgen, auch wenn nicht die enorme Spannung aufkommt, die man in anderen Krimis und Thrillern präsentiert bekommt. Diese Geschichte lebt eher von der Lockerheit und Leichtigkeit, dem Witz und Charme, die an den Tag gelegt werden.

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spannend gemacht und gut durchdacht

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni) von Bianca Iosivoni

Der Klappentext des Buches ist wirklich gelungen. Er stimmt schon mal auf die düstere Atmosphäre im Buch ein und sorgt damit für die richtige Stimmung, ohne inhaltlich zu viel zu verraten. Denn im Buch ist es alles andere als einfach die Rätsel des Killers zu bestehen. Gemeinsam sind die acht Teilnehmer stark, haben viel Potenzial und Wissen, um die Lösungen zu finden, doch nicht jedes Problem lässt sich ohne Opfer bewältigen…
Was am Anfang in den Köpfen der Spieler als Experiment begann, entpuppt sich nach und nach als makaberes Spiel auf Leben und Tod.

Diesen Escape Room kann man nicht einfach verlassen, in dem man die Aufgaben erledigt. Nur wem es gelingt, nicht in die Fallen zu tappen, hat eine minimale Chance dem Ganzen zu entkommen.

Die Geschichte wird von einem personalen Erzähler geschildert, wodurch es möglich ist, verschiedene Handlungsstränge zu verfolgen, die parallel zueinander verlaufen. So kann man sowohl die Teilnehmer des Experimentes im Escape Room begleiten, als auch den Killer und die Ermittler. Dadurch entsteht ein guter Überblick über die Gesamthandlung und durch die Wechsel der einzelnen Perspektiven wird die Dynamik im Buch erhöht. Obwohl man als Leser durch die unterschiedlichen Einblicke mehr Wissen hat, ist es doch lange Zeit nicht möglich, zu verstehen, was genau da vor sich geht und wer hinter all dem steckt. Selbst wenn es Hinweise gibt, reichen diese nicht aus, um sich ein schlüssiges Bild zu machen, so ging es zumindest mir. Und selbst als die Identität des Mörders aufgedeckt ist, ist der Horror im Escape Room noch nicht vorbei, denn wo sich die verschwundenen Personen aufhalten und wie sie gerettet werden können, sind noch mal ganz andere Fragen und Herausforderungen.

Besonders spannend empfand ich die Szenen, die im Escape Room Stil gemacht waren. Für die acht Menschen, die dort eingeschlossen sind, ist die Herangehensweise zunächst sehr unterschiedlich. Denn zu Beginn glauben einige von ihnen noch daran freiwillig dort zu sein und sehen das alles als ein harmloses, wenn auch kompliziertes Spiel an. Doch nach und nach wird ihnen allen bewusst, dass der Preis des Verlierens ihr Tod ist. Geschockt von den Ereignissen und den Verlusten müssen sich sich zusammen reißen und weiter nach Lösungen und Auswegen suchen. Am besten wäre es, wenn sie dabei gedanklich dem Killer immer einen Schritt voraus wären, das ist jedoch einfacher gesagt, als umgesetzt und so manövrieren sie sich immer wieder unbewusst in brenzlige Situationen, aus denen es nicht immer ein entrinnen gibt. Es ist grausam, was sie dort erleben und durchmachen müssen, wie mit ihren Ängsten gespielt wird und ihr Wissen immer wieder herausgefordert wird. Doch ist es wirklich gut etwas zu wissen und zum Erfolg beizutragen? Die Eingeschlossenen sind ganz unterschiedliche Charaktere und das ist bewusst so gewählt. Jedem von ihnen werden unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben, wobei eine überwiegt und darauf und sind teilweise auch die Aufgaben bezogen, die sie zu erfüllen haben.

Neben diesen Passagen begleitet man auch die Ermittler intensiv bei ihrer Arbeit. Sie versuchen zu durchschauen, was es mit dem eigentlich geplanten Experiment auf sich hat und bemühen sich daraus Rückschlüsse darauf zu ziehen, was wirklich passiert ist. Dabei geht es viel um Psychologie und sie erhoffen sich Hilfe von einem bekannten Professor auf diesem Gebiet. Doch auch wenn sie immer weiter vordringen und es einige Entdeckungen gibt, die neue Fragen aufwerfen und sie so irgendwann auch Antworten erhalten, ist es lange Zeit schwer, das große Ganze dahinter zu erkennen. Auch wenn man in diesen Abschnitten interessante Dinge erfährt, wurde mein Lesefluss hier manchmal etwas gestört. Das lag gar nicht so sehr an der Handlung an sich, sondern an einigen Formulierungen und Sätzen, die abgehackt wirkten und mich beim Lesen ins stocken gebracht haben. Irgendwie ging es teilweise nicht so flüssig voran, wie in den anderen Handlungssträngen, was schade war, denn gerade die Ermittlungen und das Zusammensetzen von Puzzleteilen, ist bei der Suche nach dem Täter bedeutungsvoll. Dass ich zu dem Ermittlerduo keine große Bindung aufbauen konnte, empfand ich nicht als schlimm. Man weiß von ihnen nicht so sehr viel und für die Lösung des Falles ist es aus meiner Sicht auch nicht so sehr von Bedeutung sie gut kennen zu lernen. Es hat die Abschnitte aber vielleicht noch etwas unpersönlicher erscheinen lassen.

Im Verlauf des Buches gibt es einige Entwicklungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe und die es noch interessanter gemacht haben. Während man immer tiefer in die Ermittlungen eintaucht, müssen die Menschen im Escape Room immer kniffligere Rätsel lösen und Zusammenhänge erkennen, die ihnen das Überleben sichern könnte oder aber sie darauf vorbereiten, wie sie sterben werden. Insgesamt war es spannend zu verfolgen und abgesehen von den Ermittlungsabschnitten, in denen es für mich manchmal etwas stockend wirkte, war der Schreibstil flüssig. Die angsterfüllte Atmosphäre wird gut rüber gebracht und auch wenn die Grausamkeiten und Todesfälle nicht alle in jedem Detail beschrieben werden, so sind die Darstellungen doch detailliert und blutig genug, damit man einen bildhaften Eindruck davon bekommt.
Fazit

Einen Thriller in einem Escape Room hatte ich bisher noch nicht gelesen und ich mochte die gut durchdachte Handlung und den peniblen durchdachten „Versuchsaufbau“ in den Räumlichkeiten richtig gern. Die Eingeschlossenen mussten richtig was leisten und selbst wenn sie Erfolg hatten und einen Raum weiter gekommen sind, war doch nicht für alle ein glimpfliches Ende in Sicht – spannend war das auf jeden Fall.
Leider war es in den Passagen der Ermittler manchmal nicht ganz so flüssig zu lesen, wie in den anderen Bereichen, wodurch mein Lesefluss immer mal wieder ins stocken geraten ist. Insgesamt aber ein interessantes Buch mit zahlreichen, unterschiedlichen Grausamkeiten.

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schönes Sachbuch, aber inhaltlich eher für ältere Kinder

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper von Nancy Dickmann

In einem Sachbuch mehr über den menschlichen Körper zu erfahren, finde ich eine gute und sehr wichtige Sache für Kinder. So können sie besser verstehen, was in ihnen vorgeht, was wichtig ist für den Körper und wieso manches einfach so ist, wie es ist. Das Buch ist schön gegliedert, so dass man sich Stück für Stück durch den Körper arbeiten kann und dabei unterschiedliche Dinge beleuchtet werden.

Man erfährt etwas über das Skelett, Zellen, Blutbahnen, einzelne Organe, wie zum Beispiel das Herz und die Lunge und noch einiges mehr. Dafür gibt es unterschiedliche Zeichnungen, die den Aufbau erklären und auch einige Funktionsweisen abbilden. Im Gegensatz zu den Bildern sind die Texte jedoch recht anspruchsvoll und ich vermute, es wäre für ein 5 bis 7 Jahre altes Kind nicht besonders leicht aufzunehmen, was das Buch vermitteln möchte. Die Zeichnungen sind größtenteils kindgerecht und einfach gehalten. Um einen Überblick zu bekommen, ist das also auf jeden Fall gut. Wenn man von dem Inhalt etwas mehr aufnehmen möchte, dann kann man sicherlich nicht viel mehr als ein oder zwei Seiten mit einem Mal bearbeiten. Die verwendeten Fachbegriffe werfen zwar erklärt, insgesamt sind diese jedoch recht zahlreich vertreten. Die Fülle an komplizierten Informationen ist also schon hoch, so dass ich mir vorstellen könnte, ein Kind in den höheren Grundschulklassen (vielleicht so 3-4 Klasse) würde inhaltlich eher aufnehmen können, was dort erläutert ist.

Die Lupe hingegen ist eigentlich nur Spielerei. Sie vergrößert nichts und das hin und her schieben wirkt auch ziemlich holprig. Man kann nicht alle Bereiche unter der Lupe erreichen und daher sehe ich keinen so großen Sinn in der Lupe, außer vielleicht die Kinder zu beschäftigen, während man ihnen den komplexen Inhalt vorliest.
Die Altersempfehlung empfinde ich also als nicht besonders optimal. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass man das Buch über einige Jahre hinweg immer mal wieder mit Kindern anschaut und umso älter sie werden, umso mehr werden sie auch von dem verstehen, was inhaltlich vermittelt werden soll. Zu Beginn werden sie höchstwahrscheinlich nur die Grundstrukturen und ein bisschen grobes Wissen mitnehmen, umso älter sie werden, umso mehr werden sie verstehen, wie die Organe und Organsysteme funktionieren und wie das so zusammenhängt, was im Körper abläuft.
Der Körper ist halt auch ein komplexes System, daher kann ich verstehen, dass inhaltlich eben auch einiges drin steckt. Die textlichen Abschnitte sind knapp gehalten, so dass es nicht zu sehr erschlägt, durch die vielen Fachbegriffe, selbst wenn sie ganz kurz erklärt bzw. übersetzt werden, ist es eben aber trotzdem anspruchsvoll. Einige der Erklärungen sind sehr kurz gehalten, so dass es auch nicht zu sehr in die Tiefe geht, dadurch bleibt es auch eher oberflächlich betrachtet und für ältere Kids sicher auch überschaubar, trotz der Fachtermini. Andere Formulierungen und Vergleiche sind dagegen sehr schön kindgerecht gehalten, so dass auch die Kleinen etwas mitnehmen werden und sich zum Beispiel vorstellen können, dass die Knochen ineinander passen wie ein Puzzle und wir ohne sie „herumschwabbeln würden wie eine Qualle“.

Auf jeden Fall ein wertvolles und informatives Buch, das man aus meiner Sicht entweder über mehrere Jahre hinweg immer wieder zur Hand nehmen kann, damit die Kinder Stück für Stück mehr vom Inhalt und damit vom Körper mit all seinen Funktionen lernen können, oder vielleicht doch gleich etwas älteren Kids in die Hand gibt. Für 5 bis 7 Jährige finde ich es inhaltlich teilweise zu anspruchsvoll durch die vielen Begriffe, die sie nicht kennen und die Komplexität des Systems „menschlicher Körper“. Für etwas ältere Kinder sind die Abbildungen dann vielleicht schon wieder etwas zu kindlich, für sie wird es vom Wissen, das vermittelt wird, aber auf jeden Fall besser aufzunehmen sein.

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gut um Inspirationen zu bekommen

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper von Nancy Dickmann

In dem Buch werden insgesamt 1000 Möglichkeiten vorgestellt, wo bzw. wie und womit man seine freie Zeit oder Urlaube verbringen könnte. Untergliedert werden die Tipps sowohl nach Bundesländern und dann noch nach einzelnen Kategorien, die farblich voneinander abgegrenzt sind. So fällt die Orientierung leicht und man sieht schon auf den ersten Blick, in welchem Bereich man unterwegs ist.

Erst war ich etwas irritiert, dass es aus dem Süden nach Berlin geht, aber die Bundesländer sind alphabetisch sortiert, so dass es nicht nach der Lage im Land, sondern nach den Anfangsbuchstaben geht.
Es gibt kurze Informationen zu sehenswerten Orten im Bundesland, Unterkünften, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Bars, Kinos oder Theatern, Festen und Ausflugszielen. So erhält man einen guten Querschnitt an Möglichkeiten, die sich bieten und die Lust darauf machen können, sich intensiver mit einer Region zu beschäftigen. Die Bundesländer haben natürlich noch mehr zu bieten, als das, was man im Buch erfährt. Aber als erste Anregung ist es auf jeden Fall gut geeignet und man kann sich durch die zahlreichen, tollen Fotos auch schon mal einen Eindruck von den Orten, Hotels und den anderen Dingen machen.
Im Bereich „Sehenswertes“ gibt es zu Kirchen, Klöster, Burgen und Schlösser, Parks und Museen noch zusätzlich kurze Informationen, zum Beispiel zu geschichtlichen Aspekten. Auch zu den Unterkünften und Restaurants gibt es jeweils noch ein paar wenige Sätze. Insgesamt ist es alles nicht besonders ausladend gestaltet, wenn man da mehr wissen möchte, muss man sich definitiv noch mal genauer damit beschäftigen. Bei vielen Tipps sind auch gleich Kontaktmöglichkeiten, Internetadressen oder ähnliches mit abgebildet, so dass man nicht lange suchen müsste und mit den Recherchen sofort starten könnte.
Schön finde ich auch, dass man durch die Abbildung der unterschiedlichen Anzahl an Eurozeichen einschätzen kann, in welcher Preisklasse sich der Tipp befindet. Einiges kann man so für sich ggf. schon mal ausschließen. Es sind jedoch nicht nur teure Lokalitäten abgebildet, es gibt eine Auswahl an verschiedenen Preisklassen.

Wenn man das Buch so durchblättert, dann wird auf jeden Fall klar, dass Deutschland viele schöne Ecken hat und es werden noch weit mehr sein, als in diese 480 Seiten hineingepasst haben. Manches ist mir fast ein wenig zu kurz und knapp gewesen, es ist jedoch auch verständlich, dass man die Seiten nicht noch weiter vollstopfen und überladen wollte, denn dann nimmt man auch nicht mehr auf, was dort steht. So sind die Buchseiten größtenteils recht aufgelockert gehalten und man kann schnell erfassen, was es für Tipps gibt. Für meinen persönlichen Geschmack hätte man die Unterkünfte auch weglassen können und dafür mehr Sehenswürdigkeiten oder Ausflugstipps präsentieren. Für den einen oder anderen werden aber auch die Unterkunftstipps sicherlich interessant sein. Um Inspirationen für einen Urlaub oder Ausflugsziele zu bekommen, bietet das Buch einiges. Für eine genauere Planung und weiterführende Informationen muss man sich dann eben noch weitere Lektüre oder Internetseiten zur Hilfe nehmen.

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erst etwas langatmig, dann immer bedrückender, spannender und interessanter, 3,5 Sterne

So weit die Störche ziehen von Theresia Graw

Doras Familie besitzt einen gut gehenden Gutshof in Ostpreußen, der es der jungen Protagonistin ermöglicht von einer wunderschönen Zukunft zu träumen. Doch dann kommt der Krieg und das sorglose, unbeschwerte Leben nimmt ein jähes Ende. Auch wenn Dora zunächst noch nicht so viel von den Auswirkungen mitbekommt und an ein rasches Ende der Auseinandersetzungen glaubt, muss sie diesen Glauben irgendwann begraben und der Realität ins Auge blicken.

Inmitten all dieser Veränderungen spielen auch die Herzensangelegenheiten von Dora eine große Rolle und auch in der Beziehung kommt vieles anders, als sie es sich ausgemalt hatte.

Ich bin nicht so häufig im historischen Kontext unterwegs, doch dieses Buch hat mit dem Klappentext mein Interesse geweckt. Die Liebesgeschichte gepaart mit den schrecklichen Erlebnissen des Krieges hat mich neugierig gemacht und ich war gespannt, wie das umgesetzt wird. Das Buch ist nicht komplett biografisch, es sind jedoch Berichte von Zeitzeugen und auch geschichtlich belegte Fakten mit eingearbeitet worden, so dass man sich gut vorstellen kann, dass vieles von dem, was beschrieben wird, so oder so ähnlich auch passiert sein könnte.

Zu Beginn des Werkes war es mir leider zu langatmig und stellenweise fast schon etwas zäh. Man lernt Dora und ihre Familie kennen und kann sich ein ganz gutes Bild davon machen, wie die Protagonistin aufgewachsen ist, was sie beschäftigt und bewegt. Als der Krieg ausbricht, ist es für die Twardys in Ostpreußen alles recht weit weg und auch wenn man sich Gedanken macht, geht das Leben doch recht normal weiter – zumindest zunächst. Auch als die ersten Familienmitglieder eingezogen werden und an die Front müssen, war es gefühlt noch ziemlich ruhig bei Dora. Ihr Leben geht weiter, sie träumt nach wie vor von ihrer schönen Zukunft, sie lernt Menschen kennen, geht tanzen und nutzt die Chancen, die ihr Königsberg bieten, auch wenn sie nicht freiwillig dorthin gegangen ist. In dieser Phase entwickelt Dora sich zwar und legt schon einen kleinen Teil der Naivität und Kindlichkeit ab, da sie fort für die Familie ihres Onkels Verantwortung übernehmen muss, aber was um sie herum passiert und wie schrecklich die Lage eigentlich ist, davon erfährt man nicht viel. Auch wenn Dora einiges erlebt und man auch mitbekommt, was all die neuen Erfahrungen mit ihrem Herz machen, konnte mich das alles noch nicht so richtig packen. Es plätschert eher dahin, so empfand ich es beim Lesen zumindest. Auch wenn mir bewusst ist, dass nicht alle Regionen und alle Menschen gleich von den Auswirkungen des Krieges betroffen waren und für einige das Leben vielleicht wirklich einfach weiter ging und man sich nicht zu viele Gedanken gemacht hat. Dennoch passierte mir einfach irgendwie zu wenig.
Erst als der Krieg dann mehr Auswirkungen auf alle hat und es auch um die Existenz des Hofes geht, konnte mich das Buch mehr mitnehmen. Die Protagonistin muss schneller Verantwortung übernehmen, als sie gedacht hätte und steht vor Problemen, die sich allein nicht lösen lassen. Es kommt eine entbehrungsreiche Zeit auf die Familie zu und es wird immer schlimmer und schlimmer. Mitzuerleben, wie die Familie Stück für Stück verliert, was sie besitzen und was ihre Existenz sichert, war bedrückend und bewegend. Gleichzeitig wachsen einige der Charaktere auch über sich hinaus und entwickeln eine Stärke, die sie vorher wohl selbst nicht in sich vermutet haben. Doras Gefühle in Bezug auf die Männerwelt spielen weiterhin eine Rolle, doch immer wieder werden diese Emotionen auch in den Hintergrund gedrängt, da andere Sachen Priorität haben. Doch man verliert nie ganz den Bezug dazu, so dass sich dieses Thema durch das komplette Buch zieht, wenn sich auch der Schwerpunkt etwas verändert und auch die Gedanken der Protagonistin dazu.

Autorin Theresia Graw gibt Einblicke in die Zeit zwischen 1939 und 1945 in der Region Ostpreußen, so dass man sich schon vorstellen kann, wie es zu der Zeit dort gewesen sein könnte und wie sich die Lage mit Voranschreiten des Krieges verändert hat. Ich konnte den Geschehnissen durchweg gut folgen und auch wenn es mir zu Beginn zu ruhig war, wurden auch dort die Ereignisse nachvollziehbar geschildert und man kann Dora dabei begleiten, was sie erlebt und wie sie sich entwickelt. Die Entwicklungssprünge, die die Protagonistin dann im Verlauf des Buches macht, waren auf jeden Fall beeindruckend. Sie wird mutig und sehr entschlossen, sie kämpft verbissen für ihre Familie und später auch ums Überleben im Allgemeinen. Die Schrecken des Krieges werden dabei dann auch nicht mehr verschwiegen, aber auch nicht bis ins kleinste Detail ausgeschmückt. Das Grauen ist aber auf unterschiedliche Weise präsent. Durch den personalen Erzähler wird in den Szenen teilweise auch eine gewisse Distanz gewahrt, auch wenn trotzdem deutlich wird, dass es die Charaktere mitnimmt, was sie dort erleben und sehen.
Fazit

Die Phase der Figureneinführung und der ersten Entwicklungen rund um Dora war mir persönlich einfach zu langatmig und ereignisarm. Auch wenn es nicht unwichtig ist, die Charaktere, besonders die Protagonistin, kennen zu lernen, hätte dieser Abschnitt für mich kürzer sein dürfen. Als dann der Krieg immer mehr ins Geschehen eingreift, konnte mich auch die Handlung mehr packen. Es wird bedrückender, die Schrecken der Zeit nehmen mehr Raum ein und viele andere Dinge rücken in den Hintergrund. Es muss eine furchtbare Zeit gewesen sein und man kann nur froh sein, es nicht selbst durchmachen zu müssen. Diese Passagen im Buch empfand ich als spannend und erschütternd gleichermaßen, dort konnte mich die Geschichte auf jeden Fall mitnehmen und erreichen.

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nach einer wahren Geschichte -bewegend und toll geschrieben

Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete von Sharon Cameron

Stefania ist gerade mal 16 Jahre alt und steckt voller Träume und Hoffnungen, als der zweite Weltkrieg ausbricht und für sie alles verändert. Nichts in ihrer Umgebung ist mehr, wie es war. Häuser liegen in Schutt und Asche, es wird schwer eine Arbeit zu finden, ihre Freunde müssen umziehen und sie allein lassen und dann ist da auch noch ihre kleine Schwester Helena, um die sie sich kümmern muss.

Für Stefania beginnt ein harter Kampf ums Überleben, denn sie bemüht sich nicht nur sich selbst und ihre Schwester durch zu bringen, sondern gleichzeitig noch für die Familie Diamant da zu sein, bei der sie zuvor gewohnt und gearbeitet hat. Die Juden-Familie ist im Ghetto für die Jugendliche jedoch nur schwer zu erreichen und das heimliche Versorgen streng verboten. Und als wäre das noch nicht gefährlich und waghalsig genug, steht sie im Verlauf des Krieges vor noch weiteren, schwerwiegenden Entscheidungen und gibt mit ihrem Mut anderen Menschen eine Chance auf ein Leben, wenn auch nur eine kleine, denn niemand weiß, ob sie den nächsten Tag noch erleben werden.

Dieses Buch ging mir unter die Haut. Es war erschreckend, erschütternd, aufwühlend und gleichzeitig auch unglaublich schön. Die Geschichte des zweiten Weltkrieges ist den meisten wohl nicht unbekannt. Auch mit den Themen Judenverfolgung, Konzentrationslager und Hinrichtungen aufgrund von Hilfsbereitschaft gegenüber den Juden hat man sich zum Beispiel in der Schule beschäftigt und man weiß, dass das passiert ist und hat vielleicht auch eine grobe Vorstellung davon, wie schlimm und grausam es gewesen sein muss. Mit „Das Mädchen das ein Stück Welt rettete“ einen Einblick in diese Zeit zu bekommen, der auf einer wahren Begebenheit beruht, ist aber einfach noch mal intensiver gewesen.
Die Geschichte ist sehr einfühlsam erzählt, trotz all der Schrecken, die passieren und die auch nicht verheimlicht werden, sind die Grausamkeiten nicht zu detailliert beschrieben, so dass die Altersempfehlung ab 13 Jahren vermutlich gerechtfertigt ist. Einige Szenen waren aber schon sehr geprägt von der Brutalität der Zeit, auf unterschiedliche Weise. Das Leben von Stefania wird zu einem ständigen Kampf. Ein Kampf um ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, Kleidung, Arbeit und die Gesundheit. Die Protagonistin ist unglaublich mutig und hat ein großes Herz. Immer wieder kommen ihr Zweifel und die Angst hält sie fest im Griff und doch entscheidet sie zugunsten anderer Menschenleben. Was sie alles unternimmt und bewerkstelligt, ist wirklich enorm. Aber auch ihre kleine Schwester Helena ist für mich eine Heldin. Die beiden Schwestern haben viel ausgehalten und eingesteckt, zurück gesteckt, sich immer wieder ihren Ängsten gestellt und durchgehalten, wie schwer es auch war. Und jede Hoffnungslosigkeit, die aufkam, war absolut verständlich und nachvollziehbar.
Stück für Stück durchlebt man mit Stefania, wie es ihr ergangen ist, welchen Strapazen sie sich ausgesetzt hat, wen sie kennengelernt und für wen sie ihr eigenes Leben riskiert hat. Durch die Ich-Perspektive ist man hautnah dabei und erlebt jede Szene sehr intensiv mit. Immer wieder gab es Situationen, in denen sie dem Tod näher war, als dem Leben und es nur durch Glück, ihrem guten Verhandlungsgeschick, der Gutmütigkeit ihres Gegenübers oder einer zufälligen Ablenkung zu verdanken war, dass sie eine weitere Chance erhalten hat, für sich und die Juden, die sie schützte und unterstützte. Manche Passagen hätten für meinen Geschmack noch etwas länger und ausgebauter sein können. Es gibt im Buch einige Zeitsprünge, die ich verständlich finde, dennoch fand ich all die Erlebnisse gleichermaßen interessant wie erschreckend und hätte einfach gern noch mehr erfahren. Trotzdem versteh ich die Kürzungen und die Autorin erklärt auch im Nachwort, dass sie nicht alles so detailliert einbringen konnte, wie sie gern gewollt hätte, ohne das Buch zu dick werden zu lassen. Besonders beeindruckend fand ich, dass, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, alles wirklich so passiert ist. Auch wenn hier und da die Reihenfolge wohl ein klein wenig angepasst werden musste, damit es trotz der Zeitsprünge und der „Kürzungen“ passte und es zu einigen wenigen Ereignissen keine ganz genauen Aufzeichnungen oder Zeitzeugen gab, kann man sich ziemlich sicher sein, dass man Stefanias Geschichte nahezu so erlebt, wie sie war. Es ist eben nicht so oder so ähnlich oder möglich und vielleicht, sondern es ist das Leben von Stefania und Helena, in das man hier eintauchen darf.

Trotz all der bedrückenden und schrecklichen Ereignisse empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm und flüssig. Es ist aufwühlend und furchtbar, was die Menschen durchgemacht haben, umso schöner waren dann aber auch die kleinen Erfolge und Lichtblicke, die Hoffnung und der Mut. Ich möchte inhaltlich gar nicht zu viel verraten. Stefania und Helena treffen auf ganz verschiedene Personen, einige sind ihnen wohlgesonnen, andere nicht, vor manchen müssen sie sich verstecken und schweigsam sein, bei anderen könnten sie überlegen, ob sie ehrlich sind und vertrauen fassen. Sie müssen Krisen meistern und Unmögliches organisieren und bei all dem dürfen sie niemals ihr Herz oder ihren Verstand verlieren.

Ein toller Abschluss ist das Nachwort des Buches, in dem man zu einigen der Charaktere, die man im Verlauf des Werkes kennen gelernt hat, noch von dem erfährt, was nach dem Krieg aus ihnen geworden ist. Durch die Fotos wird dabei noch mal deutlicher, dass es wirklich um reale Menschen geht, nicht um fiktive Figuren, die in die Zeit des zweiten Weltkrieges gesetzt wurden.
Fazit

Eine Geschichte voller Mut und Menschlichkeit nach einer wahren Begebenheit. Ich lese sehr selten historische Bücher, doch dieses hat mich gleich angesprochen und die Leseprobe hat mich neugierig gemacht auf den Rest der Handlung. Und auch wenn ich mir im Vorfeld natürlich Gedanken gemacht habe, was mich erwartet, so war es dann beim Lesen doch noch mal intensiver und anders. Besonders mit dem Wissen, dass es Stefania gab, dass es all die anderen Menschen gab und dass all die Ereignisse passiert und keine Fiktion sind. Ein tolles Buch, das mich nachdenklich gestimmt hat und die grausamen Seiten des Krieges lebendig macht, ohne dabei zu viele blutige Details auszupacken, das gleichzeitig aber auch einfach toll war, weil die Protagonisten wahre Helden sind.

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süßes Kinderbuch

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln von Christina Nömer

Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut schlafen.

Die Illustrationen im Buch sind sehr schön und liebevoll gestaltet. Man sieht die unterschiedlichen Tiere in ihrem Lebensraum, ohne dass die Seiten zu überladen oder ablenkend sind.

Zwar sind abgesehen von den Tierkindern und -eltern eben auch die Umgebung und teilweise auch andere Tiere und Pflanzen zu sehen und sie Seiten sind auch farblich toll gestaltet, es wirkt aber alles nicht zu überladen.
Die Texte sind sehr kurz gehalten und leicht verständlich. Fuchs, Bär, Ente und Maus hatten einen ereignisreichen Tag und sind nun dabei, ins Bett zu gehen. Einige Tierkinder sind schon seehr müde, andere brauchen noch ein wenig Unterstützung, damit sie zur Ruhe kommen. Aber für sie alle darf man durch Pusten auf den vorgegebenen Punkt die Sterne zum Leuchten bringen. Ein wirklich toller Effekt, der nicht viel Kraft erfordert, die Kinder aber dennoch mitmachen lässt.

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nachdenklich stimmend, bewegend

Denn Geister vergessen nie von Jessica Koch

Amy ist gefangen in ihrem Schmerz und ihrer Traurigkeit. Es fällt ihr schwer sich aufzuraffen, nach vorn zu sehen und wieder zu leben. Zu intensiv ist der Verlust, zu quälend die Einsamkeit und Leere in ihr und in ihrer Wohnung. Als sie spontan zu einem zweiwöchigen Segeltrip zusagt, ist sie sich gar nicht sicher, wieso sie sich überhaupt darauf einlässt.

Abgesehen von Collin kennt sie die anderen Mitreisenden kaum. Doch spielt es wirklich eine Rolle an welchem Ort sie traurig und verloren ist? Auf dem Wasser hat sie den Schauplatz ihrer Albträume zumindest nicht ständig vor Augen.
Allerdings hatte sie auch nicht damit gerechnet, dass Mian ihr so extrem unter die Haut gehen würde. Obwohl sie schon vor dem Trip gespürt hat, dass er besonders ist und obwohl ihr das in gewisser Weise auch Angst macht, ist sie auch fasziniert von dem Mann, der ihre Seele so schonungslos und doch behutsam zu entblößen weiß.

Diese Geschichte ist auf jeden Fall besonders und sie war auch anders, als ich es erwartet hatte. Es gibt eine deutliche übernatürliche Komponente, die sich durch den Großteil der Handlung zieht, die Figuren und ihre Leben beeinflusst. Ich war davon zwar überrascht, aber es hat mich nicht gestört und ich konnte mich gut auf diese Aspekte einlassen. Ich persönlich finde, man muss auch nicht im Detail an all das glauben, was dort geschrieben steht, um die Geschichte mögen zu können. Denn trotz des Übernatürlichen, dem Spirituellen, dem Glauben fremder Kulturen und den Symbolen, die zum Beispiel Schutz versprechen können, steckt doch viel Wahrheit und Tiefe in dem Buch und der Handlung an sich. Selbst wenn man seinem Gegenüber nicht tief in die Seele schauen kann, so stimmen viele der Sachen, die gesagt werden eben einfach und es hat mich im Verlauf des Lesens zugleich nachdenklich und traurig, als auch hoffnungsvoll und zuversichtlich gestimmt.

In dem Buch gibt es verschiedene Figuren, die über die Handlung hinweg begleitet werden. Einige kommen dabei häufiger zu Wort, andere bleiben ein wenig im Hintergrund. Abgesehen von Amy werden alle Perspektiven durch einen personalen Erzähler geschildert, der es ermöglicht, die unterschiedlichen Stränge der Handlung zu überblicken und mehr zu erfahren, als nur Amy dem Leser berichten könnte. Amy fungiert in ihren Kapiteln als Ich-Erzählerin und nimmt einen dadurch besonders intensiv mit. Stück für Stück erfährt man, was mit der jungen Frau passiert ist, was sie so erschüttert und aus dem Leben gerissen hat und wie sie sich, durch die Hilfe der anderen, langsam wieder ins Leben zurück kämpft, bis sie dann gezwungen ist, für ihre Begleiter stark zu sein, als diese es nicht mehr können.
Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es auch Ausflüge in die Vergangenheit, in denen man mehr über die Familie von Mian und Jano lesen kann. Ihre Geschichte ist faszinierend und erschreckend gleichermaßen. Ihre Kindheit und Jugend war oft schwer, sie wurden gehänselt und weggestoßen, niemand hat ihnen Glauben geschenkt und das hat viel in den Brüdern ausgelöst. Es ist auch in der Gegenwart für die beiden kein Kinderspiel mit ihren Fähigkeiten klar zu kommen. Trotzdem sind sie tolle Charaktere, die ich gern begleitet habe. Besonders Mian ist mir schnell als Herz gewachsen. Auch wenn seine Gabe einem Angst machen kann, so weiß er doch auch einfach, wie er mit dem, was er weiß, umgehen muss, damit die Menschen irgendwann, wenn der erste Schock, der Frust, die Wut und der Unglaube überwunden sind, annehmen, was wahr ist.

Über einige Figuren hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, besonders über Marie und Collin. Daher fand ich den Hinweis am Ende des Buches, dass es für sie und Jayden eine eigene Geschichte gibt, sehr hilfreich. Ich könnte mir gut vorstellen auch diese zu lesen, um mehr darüber zu erfahren, was in ihren Leben vor sich gegangen ist. Denn dass auch Marie ihr Päckchen zu tragen hat, wird mehrfach im Buch angedeutet, jedoch nicht intensiviert.

Umso weiter das Buch voranschreitet, umso dramatischer, turbulenter und aufwühlender wurden die Ereignisse. Der Segeltrip verläuft nicht, wie ursprünglich geplant, in vielerlei Hinsicht. Und doch passieren auch einige Dinge, mit denen man gerechnet hat. Auf dem Wasser kann man wunderbar nachdenken und träumen, sich kennenlernen oder streiten, sich den eigenen Geistern stellen und die der anderen erleben… Ich möchte nicht zu viel darüber verraten, aber wurde von der Geschichte sehr gut und intensiv mitgenommen. All die unterschiedlichen Emotionen waren für mich deutlich spürbar und zum Ende des Buches brauchte ich auch ein Taschentuch. Bei mir hat das Buch auf jeden Fall einen Nerv getroffen, trotz der übernatürlichen Aspekte. Besonders schön fand ich auch die Zitate am Anfang eines jeden Kapitels, die nicht nur etwas darüber verraten, was passiert, sondern auch einfach viel Wahrheit enthalten und teilweise nachdenklich stimmen.
Fazit

Eine sehr schöne, bewegende, aufwühlende und nachdenklich stimmende Geschichte, die mich von Beginn an gut mitgenommen hat. Ich mochte die Figurenkonstellation, auch wenn ich über einige Charaktere gern noch mehr erfahren hätte und sie mir etwas blass blieben. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Mian und Jano, die beiden Brüder sind einfach besonders. Aber auch Amy war für mich gut greifbar.
Schön fand ich sowohl die Passgen, die zum Nachdenken anregen, als auch die Situationen, in denen man einfach ganz bei den Protagonisten ist, mit ihnen mitfiebert, sich mit ihnen freut oder trauert, mit ihnen hofft und bangt… Auch wenn das Übernatürliche stets präsent in der Geschichte ist und einem dadurch immer bewusst bleibt, dass da nicht alles realistisch ist, so enthält das Buch doch auch viele Wahrheiten und ehrliche Aussagen. Für mich war es sicher nicht das letzte Buch der Autorin.

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