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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Ereignisreich und emotional

Nur Augen für dich von Marie Force

Landon traut seinen Gefühlen nicht: Amanda fasziniert ihn von Tag zu Tag mehr. Und er sieht sie jeden Tag, denn nach dem Brand lebt sie bei ihm. "Nur Augen für dich" hat Landon für Amanda.

Wie viele vor ihr, die mit der Abbotts-Familie Kontakt hatte, ist Amanda nicht nur von ihrem grossen Familienzusammenhalt beeindruckt, sondern merkt, dass sie genau das auch will.

Nicht mehr aus Koffern leben, sondern eine Heimat finden. Und Dinge tun, die sie bisher nicht gemacht hat. Dafür erstellt sie sich eine Liste, denn sie liebt es zu planen.

Doch nicht nur die Liebe zu Landon kommt ihren Plänen in den Weg - wobei er auch einen wichtigen Punkt sehr schnell erfüllt - sondern auch ihre Vergangenheit. Diese hat Amanda in sich weggeschlossen und verdrängt, doch nun muss sie für jemanden da sein, was für so eine frische Beziehung nicht leicht ist.

Ich verrate sicher nichts Neues, wenn ich sage, dass es auch hier, wie in allen bisherigen Bänden ein Happy End gibt. Auf dem Weg dorthin erleben die Leserinnen nicht nur die neue Liebe zwischen Amanda und Landon mit, sondern erfahren wie immer Neuigkeiten aus der Grossfamilie. Dass die für Troubles sorgt ist glasklar, dass die beiden Elche Fred und Dexter unerwartet auftauchen, ebenso.

Es ist eine Wohlfühlgeschichte mit - wie immer - vielen horizontalen Szenen, die man aber gut überblättern kann.

Das Faszinierende an der Serie ist ja, dass jeder in der Familie willkommen geheissen wird und für jeden einen Platz gefunden wird, sowie man beim besseren Kennenlernen einer der Abbotts-Kinder auch immer wieder auf dem Laufenden gehalten wird, was bei den anderen passiert.

So war es auch diesmal ein Vergnügen sich in Butler aufzuhalten. Störend sind einzig die sich - ebenfalls wie immer - zu oft wiederholenden Sätze (hier: "Ihm/ihr war klar, dass sich gerade viel verändert"), die man ab dem vierten, fünften Mal über hat. Wenn man die überlesen kann, hat man eine traurigschöne Geschichte vor sich, bedeckt mit viel Familienwärme.

Fazit: Ein ereignisreicher und emotionaler 11. Band, bei dem man ganz schnell "Lost in Love" ist.
4 Punkte.

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Dem Kommissar das Leben schwer machen

Bretonisch mit Aussicht von Gabriela Kasperski

Es ist Frühling in der Bretagne und bald steht schon wieder das erste Fest an, ein Kriegsheld soll dabei geehrt werden und der Frauen-Chor von Camaret singen, unterstützt von einer berühmten lokalen Sängerin, die aber schon längst das ländliche Idyll verliess und in Paris zu Hause ist. Wo Armelle ist, ist auch das TV nicht weit.

Um alle schnell verpflegen zu können, soll Tereza als Hilfsköchin im Kloster fungieren.

Auf ihrem Weg zum Kloster stolpert Tereza aber fast über eine Brüstung und sieht, dass jemand vor ihr kein Glück hatte und sich nicht halten konnte. Als sie im Kloster davon berichtet, verschwindet Schwester Nominoë und macht sich sehr verdächtig - erst recht als Tags darauf alle Nonnen und die Crew wegen einer Vergiftung flach liegen.

Kommissar Gabriel Mahon will Tereza mal wieder nichts glauben und so streiten sie munter weiter miteinander, als ob sie die weisse Fahne am Ende des ersten Bandes gar nicht gehisst hätten. Tereza macht sich deshalb selbstständig und versucht so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen - über Land und Leute, mögliche Verdächtige und alle Hintergründe, die zu diesen Taten geführt haben könnten.

Tereza kann sich aber nicht in Ruhe auf ihre Ermittlungen konzentrieren, denn die Schmierereien an ihrer Buchhandlung Déjà-lu beginnen wieder und auch sonst reiht sich zuhause Katastrophe an Katastrophe. Doch wer Tereza bereits aus dem ersten Band kennt, weiss, dass sie nicht so schnell aufgibt und am Schluss den richtigen Riecher hat.

Es gibt ein Wiedersehen mit Surflehrerin Ayala, deren Tochter man hier endlich kennenlernt; mit Magalie, die immer für Café-au-lait-Nachschub sorgt; mit Isidore, der die Villa Wunderblau in Schuss hält und mit Sylvie, das Herz der Buchhandlung und ohne die Tereza nicht einfach so frei und unabhängig in der Gegend rumdüsen könnte.

Erneut war es ein grosses Vergnügen diesen Krimi von Gabriela Kasperski zu lesen. "Bretonisch mit Aussicht" hat alles, was ein guter Krimi braucht: ein interessantes Thema, Spannung, Humor und vielfältige Charaktere.

Fazit: Beste Krimiunterhaltung ist garantiert - kein Wunder mit dieser bodenständigen, sympathischen und eigenwilligen Protagonistin, die dem Kommissar das Leben schwer macht.
5 Punkte.

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Mit Daphne auf Tour

Mord frei Haus von Thomas Chatwin

Lange mussten wir auf den dritten Band warten - doch das Warten hat sich gelohnt. Es geht weiter, als wäre nie eine Pause da gewesen.

Francis arbeitet noch immer als Hafenmeister und Daphne nach wie vor als Postbotin. Für eine spezielle Paketlieferung ist sie jedoch nicht zuständig: ein grosses "Paket", das vor Annabelles Türe liegt.

In Geschenkpapier verpackt liegt Annabelles Nachbar, der unbeliebte und total nervende George Huxton.

George hatte mit vielen in Fowey Streit, doch für DCI Vincent James ist klar, Annabelle ist die Täterin. Überlegen war noch nie seine Stärke, deshalb halten Daphne und Francis Augen und Ohren offen und legen auch mal eine extra Tour ein, um die einen oder anderen Erkundigungen zu tätigen - die oft durchaus lustig daher kommen.

Daphne und Francis muss man einfach mögen. Es ist nicht nur ihr Vorteil gegenüber Vincent, dass sie hier alle kennen, sondern auch Daphnes neugieriges und herzensgutes Wesen und Francis Gutmütigkeit und seine schnellen Reaktionen, die die beiden erfolgreich und liebenswert macht.

Der Fall um den toten George ist interessant und unterhaltend. Während man am Anfang durch mehrere aktuelle Entwicklungen verschiedenen Spuren nachgeht, kommen die Tat-Hintergründe erst nach und nach ans Licht.

Der Plot rund um den toten George ist gut gestrickt, wie immer gibt es mehrere Personen, die als Täter in Betracht gezogen werden können - ich lag mit meiner Vermutung komplett falsch, was mir sehr selten passiert.

Fazit: Mit Daphne auf Post- und Ermittlungstour zu gehen ist nicht nur ereignisreich, sondern macht auch viel Spass.
4 Punkte.

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Mega spannend

Kretisches Schweigen von Nikos Milonás

Die Geschichte, die Nikos Milonas im dritten Fall für Michalis Charisteas zusammen gesponnen hat, ist nicht nur mega spannend, sondern auch sehr interessant.

Dieser neue Fall spielt sich in einer touristisch eher unbekannten Region ab. Eine Sage erzählt, dass an windstillen Mai-Tagen Seelenschatten zu sehen sind und eines Tages hier die Widerstandskämpfer wieder auferstehen werden.

Als Touristen an einem Mai-Morgen am Strand Knochen entdecken, ist für die Einheimischen klar, dass es sich dabei um ihre Vorfahren handeln muss. Die Gerichtsmedizin weiss aber schon vor Ort, dass die Leichen maximal 15 Jahre hier im Sand lagen.

Alekos Tatsopoulos, der Revierleiter aus Sfakia, hilft vor Ort mit. Alekos ist die Ruhe selbst und hat seine Eigenbrötler gut im Griff. Doch zum Reden bringt auch er sie nicht. Die eigensinnigen Einheimischen schweigen weiterhin und wollen nicht, dass die Polizei sich einmischt. Doch genau dies müssen Michalis Charisteas und sein Partner Pavlos Koronaios tun, damit sie herausfinden, was damals passiert ist.

Neben ein bisschen Nachhilfe in Geschichte und Kultur werden die Leser mit einem extrem spannenden Kriminalfall bestens unterhalten und kommen dadurch immerhin in Gedanken ins sonnige Kreta.

Nicht so sonnig steht es aber um einige Charaktere, die mit dem Fall zu tun haben. Einer davon hat mich zum Ende hin sehr beeindruckt.

Schatten stehen auch über Hannahs Gemüt: ihr Projekt wurde abgesagt und das einzige Projektangebot, welches sie stattdessen erhalten hat, wäre in Kanada. Michalis sorgt sich um Hannah und ihre Beziehung und muss sich neben dem schwierig zu lösenden Fall überlegen, ob ihm Hannah oder Kreta wichtiger ist.

Hannah scheint sich schon mehr an Michalis grosse Familie gewöhnt zu haben, als er meint. Abends in der familieneigenen Taverne sorgt sie dafür, dass ihren deutschen Freunde, die zu Besuch sind, richtig griechisch aufgetischt wird. Aber auch Ermittlungen machen Hunger und wer Pavlos in den ersten beiden Bänden kennengelernt hat, weiss, dass dank ihm kaum eine Mahlzeit ausgelassen wird. Appetit werden auch die Leser schnell mal haben - der Mund wird einem wässrig gemacht, wenn man den Figuren so oft beim Essen zusehen muss.

Am besten ist es also, ihr plant einen störungsfreien Lesetag, legt euch Brot, Honig und Feta auf dem Tisch bereit und stellt den Raki fürs Finale schon mal kalt. Der Roman ist derart spannend, dass ihr euch nicht durch Kochen oder anderes beim Lesen unterbrechen lassen wollt.

Fazit: Mir war es ein grosses Vergnügen "Kretisches Schweigen" zu lesen, ich genoss jede Minute meiner Lesezeit, dieser Band war wirklich mega spannend.
5 Punkte.

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Mit Carli nach Florenz

Das Leben leuchtet sonnengelb von Pauline Mai

Zwar habe ich den ersten Roman von Pauline Mai noch ungelesen auf meinem SuB, doch ich hatte total Lust auf einen Lese-Ausflug nach Italien, deshalb entschied ich mich, ihren neuen Roman zuerst zu lesen.

Carlie, die nach abgebrochenem Studium im ehemaligen Café ihrer Grosseltern jobbt, weiss gerade nicht wie weiter in ihrem Leben.

Als sie unerwartet eine Wohnung in Florenz von einem treuen Café-Gast erbt, ist sie überrascht. Wenn sie die Wohnung verkaufen würde, hätte sie ihre Schulden los und könnte aus der nervigen WG ausziehen.

Also reist Carli nach Florenz, um alles in die Wege zu leiten. Dort angekommen, erlebt sie ein ganz anders Florenz, als sie es in Erinnerung hatte. Sie fühlt sich total wohl. Auch wenn sich die Wohnung als Spielzeugwerkstatt entpuppt, und dessen Charme sie total einnimmt. Spätestens jetzt möchte Carli mehr über den ehemaligen Besitzer, ihren Café-Gast und "Erbonkel" erfahren.

Spätestens jetzt hat Pauline Mai auch die Leserinnen auf ihrer Seite. Mich hatte sie schon viel früher - der Schreibstil und der bezaubernde Plot machen es aber auch extrem leicht der Geschichte total zu verfallen.

"Das Leben leuchtet sonnengelb" ist ein Roman, bei dem ihr so gefesselt seid, dass euer Umfeld einsilbige unpassende Antworten auf ihre an euch gerichtete Fragen bekommt. Ein genervtes und lang gezogenes "Ja" auf "Also tschüss, ich geh jetzt" ist nur ein Beispiel von meiner Seite.

Erbgeschichten-Romane gibt es unzählige und es werden immer mehr, aber nicht alle werden so schön erzählt.

Hier stimmt einfach alles: Charaktere wie Carli, die die Ansprüche ihrer Eltern nicht erfüllen kann und will und ihren Weg noch sucht, oder ihre Freundin Fritzi, die gerne tindert und sich nicht festlegen will, sowie all die italienischen Beteiligten, über die ich aber nichts verraten möchte; ein packender Schreibstil, humorvoll und tiefgründig an den richtigen Stellen; eine Hintergrundgeschichte, die betroffen macht; und eine Geschichte, die einfach überzeugt und immer wieder überrascht (ausser die eine Sache mit Fritzi).

Auch wenn es mich verwundert hat, dass keiner der Werkstattnachbarn einen Blick in die Werkstatt warf und einen Schwatz mit Carli begann: diesen Roman habe ich sehr gerne gelesen und war fast schon traurig, dass ich Florenz nach fast 600 Seiten verlassen musste.

Fazit: Die 560 Seiten lesen sich weg wie nichts - auch wenn ihr von Erbgeschichten genug habt: diese lohnt sich zu lesen!
5 Punkte.

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Bitte diese Sommerfrische nicht verpassen

Der tote Rittmeister von Elsa Dix

Der erste Band endete für Viktoria Berg und Christian Hinrichs so vielversprechend. Doch Viktoria musste sich danach als Opfer ihrer Zeit für Beruf oder Mann entscheiden. Ihre Wahl fiel klar auf ihren Beruf als Lehrerin, was die Leser nicht erstaunt, aber Hinrichs nicht verstanden hat.

Nun treffen sie wie ein Jahr zuvor erneut in Norderney zusammen.

Viktoria benutzt die Sommerfrische um einen ihrer Schützlinge, die kranke Elli, zu besuchen. Journalist Christian soll über die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum des Kaisers berichten.

Als bei einem Pferderennen eine Leiche gefunden wird, und Christian mit seiner Fotoausrüstung auftaucht, wird er sogleich zum Hilfskommissar ernannt. Sehr zum Missfallen von Gendarm Müller, der den Lesern aus dem ersten Band bekannt ist. Auch Viktoria stolpert über die Szene und entdeckt etwas, was den Herren entgangen ist. Leider wird sie fortgeschickt, aber wer sie kennt, weiss, jetzt will sie es erst recht wissen.

Das hat Viktoria gemeinsam mit Christian, der auch gleich mehr tun will, als er soll. Da sich die beiden noch nicht grün sind, ermitteln beide erst mal getrennt. Bei der Leiche handelt es sich um den bekannten Rittmeister von Papitz, in dessen Familie nicht alles zum Besten steht.

Als Leser weiss man erst mal nicht, wie man den Rittmeister einschätzen soll. Gehört er zu den Guten oder Bösen? Klarer ist da die Sache um Rieke, das verschwundene Mädchen aus dem Seehospiz, die Bettnachbarin von Elli. Man hofft und bangt, dass das "Ungeheuer" sie nicht finden konnte und Rieke noch lebt.

Autorin Elsa Dix schafft es perfekt, den Spannungsbogen permanent hoch zu halten. Mit "Der tote Rittmeister" hat sie sich eine interessante und fesselnde Geschichte ausgedacht. Wie bereits im ersten Band wurde die Seebad-Atmosphäre und das Zeitgeschehen toll eingefangen.

Ich war von der ersten Seite an sofort in der Geschichte drin und hätte den Krimi am liebsten in einem Zug durchgelesen. Trotz einiger Pausen war die bis zur letzten Seite höchst spannende Geschichte viel zu schnell ausgelesen. Dafür hört sich der Ausblick auf Band 3 vielversprechend an. Ich bin deshalb gespannt, ob Hinrich nächstes Jahr noch offizieller als in diesem ermitteln kann.

Fazit: Diese Sommerfrische im Seebad Norderney darf man diese Saison nicht verpassen.
5 Punkte.

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Leise und melancholisch schön

Am Horizont das Meer von Anika Beer

"Am Horizont das Meer" ist ein überraschend guter und melancholischer Roman von Anika Beer.

Erinnerungsfetzen sind alles, was Sofia aus ihrer Kindheit hat. Sie träumt vom Meer, von einer Küste, zu der sie keinen Namen hat und auch von einem Mädchen und einem Jungen. Einige Worte wie "Meerjungfrau" kreisen immer wieder durch ihre Gedanken.

Mittlerweile ist Sofia um die 30 und muss mit dieser Ungewissheit leben, mit diesem unbekannten Sehnsuchtsort in ihrem Herzen. Ihre Grossmutter wollte ihr nie etwas erzählen. Und jetzt kann sie es nicht mehr: ohne ein Wort verraten zu haben, ist sie verstorben. Sofia fällt in ein Loch, ist genervt von ihrem ungeduldigen Freund Oliver, der sie einfach nicht verstehen kann.

Erst als Sofia beim Aufräumen eine Schachtel mit Briefen findet, keimt eine leise Hoffnung in ihr auf. Sie macht sich auf den Weg an die Costa Brava, an einen kleinen Fischerort, ohne zu wissen, was auf sie wartet, ob sich jemand an sie erinnert und ob ihr jemand sagen kann, ob sie wirklich aus dem Meer kam, wie sie das in ihren Träumen sieht.

Auch ich habe so einen Sehnsuchtsort aus meiner Kindheit, den ich allerdings kenne. Das Wissen darum hätte ich Sofia gegönnt. Zu wissen, wohin man gehört, wo man seine Wurzeln hat - all das fehlt Sofia und ich konnte ihre Sehnsucht verstehen.

Die Leser haben den Vorteil, früher als Sofia vom geträumten Ort und der damaligen Situation zu erfahren. Doch auch sie werden von der Geschichte überrascht werden.

Es ist eine sehr nachdenkliche und traurige, aber sehr schöne und stimmige Geschichte, die mir total gut gefallen hat. Es ist eine Sehnsuchtsgeschichte, in der man mit der Meerjungfrau bangt, den Leuchtturmwächter lieb gewinnt und die Königinmutter nicht versteht.

Wer diese drei sind? Erfährt ihr beim Lesen dieses Romans. Es gibt noch weitere vier Personen, die wichtig sind, sowie einige Nebenfiguren. Ich fand sie alle interessant und war sehr gespannt auf einige Entwicklungen.

Das hübsche Cover täuscht übrigens. Die Story ist zwar nicht düster, aber längst nicht so idyllisch, wie das Cover uns zeigt.

Dieser Roman hat mich in Beschlag genommen, so dass ich am Ende darüber hinwegsehe, dass das Geheimnis, welches Sofias Grossmutter mit ins Grab nahm, durch gründliche Recherche seitens der erwachsenen Sofia durchwegs herausfindbar gewesen wäre.

Fazit: Eine ganz tolle, leise, melancholische, mal etwas andere Geschichte.
5 Punkte.

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Krimi mit Südsee-Feeling

Am Horizont das Meer von Anika Beer

Öfters mal was anderes - dachte ich mir, als ich zu diesem Krimi griff. Die Destination Fidschi ist wirklich mal ganz was anderes als England, Frankreich oder Spanien. Die Inseln sind mir gänzlich unbekannt und so war ich gespannt darauf, was mich erwartet.

Anfangs hatte ich Mühe mit den mir unbekannten Namen, denn viele Männernamen enden auf ein A.

Der Kommissar zum Beispiel heisst Josefa, das verwirrte mich sehr, für mich ist das ein Frauennamen. Zum Glück wird er später nur noch Joe oder Horseman genannt. Zum Ende hin konnte ich die Namen dann aber besser einordnen, ich kam auch mit der allgegenwärtigen Freundlichkeit von fast allen Beteiligten in diesem Krimi klar und gewöhnte mich an die vielen rhetorischen Fragen der Einheimischen.

Wenn ich die Serie weiterverfolge - im Original sind bereits vier Bände erschienen - werde ich so gut über Fidschi und seine Kultur informiert sein, dass ich ohne Probleme auf den Inseln herum reisen kann, würde ich sie mir eines Tages als Feriendestination auswählen.

Vielleicht habe ich bis dann auch die vielen Inseln und Gegenden besser im Kopf - was wo ist, war echt schwer sich zu vergegenwärtigen und ich schaute deshalb während dem Lesen öfters auf der Weltkarte nach.

Würde ich die Serie weiter verfolgen, wenn die weiteren Bände übersetzt werden?

Ja klar! Ich mochte den Aufenthalt im Paradise Island Resort, wo gerade ein grosser Abschnitt zum Meeresschutzgebiet erklärt wurde. Am Tag nach der offiziellen Einweihung wird eine Hotelangestellte dort tot im Riff aufgefunden. Joe Horsemann, soeben nach einem Jahr in den USA, gelandet, wird sofort aufgeboten zu ermitteln - sehr zum Leidwesen seiner Familie, allen voran seiner Mutter.

Joe ist eine bekannte Grösse auf Fidschi, er ist Rugbyspieler und Kommissar und wird von allen erkannt. DS Susie Singh ist nicht wirklich begeistert mit diesem berühmten Mann zu arbeiten, doch sie merkt schnell, dass Joe auf ihre Meinung und selbstständige Arbeit Wert legt. Später wird ihnen noch ein junger Sergeant, frisch ab Polizeischule, zugeteilt. Mit diesem neuen Ermittler-Team kann man in Zukunft rechnen, sie ergänzen sich gut.

Dieser Krimi um die tote junge Frau hat mir gut gefallen. Obwohl der Fall spannend und höchst interessant ist und das exotische Südsee-Setting dazu schon ausreichen würde, verschliesst die Autorin B. M. Allsopp nicht die Augen vor den Problemen, die auf Fidschi Thema sind und integriert sie authentisch in diesen Kriminalroman.

Fazit: Jedem, der dem kalten Aprilwetter entfliehen möchte und mal einen Krimi ausserhalb der europäischen Komfortzone lesen will, sei "Tropische Gefahr" wärmstens empfohlen.
4 Punkte.

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Kaffee gegen Eiscreme

Sweet at heart von Robyn Neeley

Schon im ersten Band bei der ersten Begegnung von Madison und Patrick merkte man, dass zwischen ihnen Funken fliegen.

Diese fliegen hier übergangslos weiter. Erst recht als im Bürgermeisterbüro eine Schachtel mit Papieren gefunden wird, die mit dem Verkauf der ehemaligen Eisdiele "Honey Cone" und jetzigen Cafés "Bean and Brew" zu tun haben.

Das ärgert Madison, denn sie wollte damals eine Eisdiele eröffnen, doch Patrick hat den Laden schlussendlich bekommen. Mit den neuen Informationen fordert Madison deshalb Patrick zu einem Wettbewerb heraus: wer in den nächsten Tagen mehr Umsatz macht, gewinnt den Laden. Als Anwalt weiss Patrick, dass er im Recht ist und ihm der Laden gehört, egal wie dieser Wettbewerb ausgeht. Trotzdem heisst es ab da klar: Kaffee gegen Eiscreme.

Da Patrick über die Hintergründe des damaligen Verkaufs immer mehr herausfindet, lässt er Madison gewähren. Sie ist die erste Frau seit langem, die ihn interessiert. Doch sie hasst hin. Umgekehrt merkt auch Madison, dass Katze Belle - die als Hochzeitsstifterin gilt - vielleicht gar nicht so verkehrt liegt. Aber Patrick mag sie eh nicht, kein Wunder, so wie sich ihm gegenüber die letzten drei Jahre verhalten hat. Zu zeigen, dass sie ihn jetzt lieber mag, fällt Madison schwer, obwohl sie aktuell nicht nur wegen dem Wettbewerb viel Zeit zusammen verbringen, sondern auch anstelle von der kranken Bea, das Honig-Festival zusammen organisieren müssen.

Der erste Band "Sweet like you" war total schön zu lesen und so war ich sehr enttäuscht, als es in diesem zweiten Band in der ersten Hälfte nur um diesen doofen Wettbewerb ging und Madison sich in eine neidische Furie verwandelte. Kein Wunder, dass ich Patrick viel lieber mochte.

Zum Glück änderte sich die Stimmung in der zweiten Hälfte. Madison und Patrick werden sanfter, sie traut ihren Gefühlen nicht - wenn sie wüsste, was er für sie plant!

Am Ende war ich zwar versöhnt, dennoch fehlt diesem Band der Charme, der den ersten so lesenswert und schön kuschelig machte.

Es gibt natürlich ein Wiedersehen mit der halben Kleinstadt. Alle packen wie gewohnt mit an oder kommandieren andere herum und dazwischen streift Belle mit ihren Katzenkindern allen, besonders den zwei Protagonisten, um die Beine herum.

Fazit: Nicht so gut wie der erste Band, aber spätestens nach der Mitte nett zu lesen.
4 Punkte.

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Eine überraschende Reise nach Cornwall

Die Roseninsel von Gabriele Diechler

Schafft euch ganz viel freie Zeit, bevor ihr diesen Roman zu lesen beginnt. Denn einmal angefangen, will man nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Geschichte um Emma, die den Buchladen ihrer verstorbenen Eltern aufgeben musste und nun im Angestelltenverhältnis einer Filialkette nicht glücklich ist, begeistert.

Sie braucht dringend Abstand und möchte auf den Spuren ihrer Eltern erst nach London und dann nach Cornwall.

Ihre Eltern haben sich in London kennengelernt, ihre Mutter ist in Cornwall aufgewachsen. Emmas Reisewünsche erfüllen sich und tatsächlich verbringt sie erst einige Tage in London, bevor sie nach Cornwall gelangt. Doch ihre Auszeit wird ganz anders als von ihr geplant.

Nicht nur für Emma gibt es viele Überraschungen auf ihrem Trip, auch die Leserinnen werden immer wieder mit neuen Wendungen belohnt. Seien es unerwartete Begegnungen mit Tieren oder Menschen, aber auch Orte, an die uns Gabriele Diechler auf dieser Lesereise mitnimmt.

Die Charaktere sind der Autorin gut gelungen, man weiss fast nicht, wer einem am besten gefallen hat. Emma und Ava sicher, kautzige Wirtinnen kommen ebenfalls auf die Liste. Aber der heimliche Favorit ist Jimmy - ein bellender Vierbeiner, der Emmas und auch mein Herz schnell erobert hat.

Auf den ersten Blick ist wirklich viel "rosa" in der Geschichte da, aber man merkt schon zu Beginn, dass viel mehr dahinter steckt und der Roman eine tiefergehende Basis hat. Neben der Geschichte von Emma (und der später dazukommende misstrauische Ethan) gibt es öfters kurze Einschübe, Rückblicke auf das Leben von Emmas Eltern, die zeigen, wie sehr sich die beiden geliebt haben.

Es ist der erste Roman, den ich von Gabriele Diechler gelesen habe. Die Geschichte und ihr Schreibstil gefallen mir so gut, so dass ich sicher noch weitere Bücher von der Autorin lesen möchte.

"Die Roseninsel" ist ein schöner Liebesroman, der vielleicht nicht so lange in Erinnerung bleibt, aber der einem direkt beim Lesen alles ringsrum vergessen lässt.

Fazit: Ein toller Pageturner, der euch erst nach London und dann nach Cornwall führt.
4 Punkte.

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