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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Die perfekte Herbst- oder Wanderurlaub-Lektüre

Fox Crossing - Mein wildes Herz von Melinda Metz

Als ich den Roman zum ersten Mal sah, war ich erst skeptisch und überlegte mir, ob es sich bei "Mein wildes Herz" (vor allem aufgrund des Covers) vielleicht um einen YA-Roman handeln könnte. Doch dem ist nicht so, zum Glück. Die Protagonisten sind um die 30 Jahre alt und nicht nur dem Alter nach erwachsen.

Melinda Metz erzählt ausserdem nicht nur die Geschichte von der kratzbürstigen ruppigen Annie und dem charmanten Nick, sondern auch die Geschichten von anderen Einwohnern aus Fox Crossing, die auf die eine oder andere Weise mit Annie oder Nick in Verbindung stehen. Somit haben wir einen "Liebesroman Plus".

Und weil es gerade eben nicht nur einfach ein netter Liebesroman ist, gibts von mir die volle Punktzahl für diesen unterhaltenden und liebenswerten Roman.

Fox Crossing ist der Ausgangspunkt zu den Wanderrouten auf dem Appalachian Trail. Es ist die letzte Ortschaft, denn hinter Fox Crossing gibt es nur noch 100 Meilen Wildnis, mit Bächen so gross und stark wie Flüsse. Man lebt hier von den Wanderern. Der Ort selbst beherbergt einige, sagen wir mal, spezielle, aber sehr liebenswerte Einheimische - also praktisch alle wichtigen Charaktere im Roman. Jeder hat irgendwas auf dem Herzen, bzw. einen Punkt im Leben, den sie oder er gern verändert hätte oder es gibt etwas, das niemand anders von ihnen weiss.

Die Füchsin, die in Einschüben immer wieder mal kurz selbst zu Wort kommt, berührt das Leben einiger von ihnen. Unabhängig davon, ob sie an die Legende der Füchsin glauben oder nicht. Egal, ob sie sich gewünscht haben der Füchsin über den Weg zu laufen, damit das Glück endlich in ihrem Leben einzieht oder ob es dann ganz anders rauskommt - alles ist sehr schön erzählt. Und ja, die scheue Füchsin taucht in Fox Crossing so einige Male auf, aber das solltet ihr euch am besten selbst erlesen.

Dennoch geht es hauptsächlich um Annie, die den Outdoor-Laden führt, und Nick, der ihr eines Tages im Geschäft gegenübersteht. Annie sieht auf den ersten Blick, dass er den Trail, den er sich vorgenommen hat, nicht schaffen wird. So schlimm kann es nicht sein, denkt Nick und startet seine Wanderung - und denkt dabei öfter als ihm lieb ist an Annie, die es ihm trotz ihrer ruppigen Art sehr angetan hat.

Annie hingegen schaut die ganze Zeit auf den Tracker, den sie Nick mitgegeben hat - auch sie fühlt eine Verbindung, aber nein, auf einen Mann einlassen will sie sich nicht mehr. Ihre Mutter beweist ja, dass auch ein Leben ohne Mann an der Seite möglich ist. Doch zu Annies Verdruss glauben Grossmutter Honey und Annies Freundin Chloe an die romantische Liebe.

In der Geschichte, die Melinda Metz erzählt, steckt soviel mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Nicht nur bei Annies Familie, sondern auch bei anderen Figuren, wie etwa bei Banana, dem Wirt aus Fox Crossing. Was ihn hindert den Trail zu Ende zu laufen oder ob das schlussendlich doch das Wichtigste für ihn ist oder nicht, wird berührend geschildert.

Obwohl die Charaktere ihre Verletzlichkeit zeigen und daran arbeiten, ist der Roman auch von Anfang an witzig und es ist ein Genuss ihn zu lesen.

Fazit: Egal, ob man die Geschichte über Fox Crossing zuhause auf dem Sofa oder bei Pausen im Wanderurlaub liest - sie ist toll erzählt. Die perfekte Herbst-Lektüre!
5 Punkte.

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Hoffnungsvoll erzählt

Die Schneeflockenmelodie von Anna Liebig

Der letztjährige Roman "Das Winterkarussell" hat mir dermassen gefallen, dass ich sofort wusste: den neuen 2021-Roman von Anna Liebig muss ich unbedingt lesen.

Anstatt des Karussell steht nun eine alte Spieluhr im Mittelpunkt. Nina ist fasziniert von der Spieluhr ihrer Grossmutter - kein Wunder, denn beide haben dieselbe Leidenschaft, das Ballett, und haben ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf gemacht.

Maria (im Vergangenheitsstrang) und Nina (in der Gegenwart) sind beide an einem Zeitpunkt in ihrem Leben, an dem sie über ihre Zukunft nachdenken. Sie haben das Reisen satt, welches ihr Beruf als Ballerina mitbringt und wollen ein Zuhause, einen Zufluchtsort für sich selbst finden. Deshalb möchte Maria nicht nach New York gehen, sondern in Wiesbaden bleiben, genau wie Nina aktuell. Junge Männer treten in ihr Leben - und zeigen den beiden Frauen, dass es ausser Ballett auch anderes Schönes gibt.

Anna Liebig erzählt beide Geschichten, die von Maria und die von Nina, erzählt von der Wichtigkeit dieser Wohnung, die Nina wohl behalten, aber ihre Mutter Gabi sofort verkaufen will, weil Maria sie ja nicht mehr brauchen wird.

Diese Geschichten erzählt die Autorin absolut fesselnd und als Leserin leidet und hofft man mit den Akteuren mit, die in den Konventionen ihrer Zeit und ihrer Berufe gefangen sind.

Neben diesen sehr interessanten Lebensgeschichten lässt die Autorin auch hinter die Bühnenvorhänge blicken, zeigt ein Leben, das geprägt ist von Konkurrenzkampf und stark strukturierten Tagesabläufen, die keine Räume bieten für Freizeitspass oder gar Desserts.

Mir haben beide Erzählstränge gleich gut gefallen, und auch die weiteren Figuren fand ich ganz toll gezeichnet, etwa Ninas Nachbarn oder der Spieluhrenmacher, der bei Maria eine wichtige Rolle inne hat. Sie alle machen den Roman zu einem berührenden Leseereignis.

Anna Liebig hat erneut den richtigen Mix, bestehend aus einem tollen Plot und viel vorweihnachtlicher und winterlich verschneiter Atmosphäre, zwischen die Seiten gebracht, weswegen ich "Die Schneeflockenmelodie" ausnahmslos empfehlen kann.

Fazit: Eine wunder- und hoffnungsvolle Geschichte in zwei Zeitebenen, die mitreisst und einfach begeistert.

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Kuschlig winterliches Lesevergnügen

Über uns funkeln die Sterne von Jenny Gladwell

Bereits im November auf Weihnachtsstimmung angesetzt zu werden und einen Artikel über eine Tanne zu schreiben, passt Jane in ihrer Frisch-getrennt-Wolke überhaupt nicht. Sich in ihrem Selbstmitleid suhlend, hat sie null Bock auf diese Pressereise nach Norwegen, die ihr ihre Chefin verschrieben hat.

Doch Jane bleibt nichts anderes übrig. Fotograf Ben aus ihrer Redaktion kommt ebenfalls mit und spricht Jane gut zu. Gute Ratschläge und Rückendeckung bekommt sie auch von ihrer hochschwangeren Freundin Margot, die meint, Jane soll sich auf der Reise mal so richtig unvernünftig benehmen.

Kurz darauf treffen neben Jane und Ben drei Bloggerinnen, die beiden Journalisten Sandra und Nick, TV-Star Philip (der mit einer Survival-Serie Erfolge feierte) sowie die Pressechefin der Reise, Natasha, in Oslo ein. Ihr Programm ist eng getaktet, Höhepunkt ist das Fällen des Christbaums, der ab Dezember auf dem Londoner Trafalgar Square stehen wird.

Ein weiterer Reiseteilnehmer ist mit dabei, Thomas, ein älterer Herr. Durch ihn erfährt Jane von Prinz Hakoons Rettung im zweiten Weltkrieg. Thomas bittet Jane ihm bei einer speziellen Sache zu helfen und erzählt ihr seine Lebensgeschichte. Sie hilft gerne, legt sich dabei aber heftig mit Reisechefin Natasha an.

Jane fand ich manchmal ein bisschen zu gefangen es Margot recht zu machen. Hätte Jane mehr auf sich selbst gehört, wäre ihr einiges erspart geblieben. Trotzdem mochte ich "Über uns funkeln die Sterne" sehr gerne und hätte es am liebsten in einem der erwähnten Hotels (das im Wald mit den grossen Glasfenstern) gelesen.

Jenny Gladwells Schreibstil nimmt die Leserinnen mit, so dass man sich als weiterer Reiseteilnehmer fühlt. Der Roman um Jane, die Thomas hilft und gleichzeitig versucht Margots Tipp umzusetzen, wird sehr schön, oftmals leicht melancholisch und mit vielen Schmunzelmomenten erzählt.

Die toll beschriebenen Locations und die weihnachtliche Stimmung in Norwegen hat die Autorin perfekt eingefangen.

Die Geschichte hat sehr viel Charme und hat trotz aller Ruhe auch Tempo drin. Dazu kommt, dass Thomas Story enorm interessant ist. Durch ihn bekommt man sogar noch einen Hauch Weltgeschichte mit. Diese Verknüpfung ist total gelungen.

Fazit: Der perfekte Roman mit viel Weihnachtsfeeling für ein kuschliges Lese-Wochenende.
5 Punkte.

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Parfüms und Familien

Das Haus der Düfte von Martina Sahler

Am Anfang konnte ich das Buch kaum weglegen, ich fand die Geschichte um Anouk und später auch Florence und Hortense's Familiengeschichte sehr interessant.

Doch bis man bei Florence nach Grasse ins Jahr 1890 kommt, erfahren die Leserinnen, wie Anouk mit ihrer Mutter in Paris in den 50ern eine Apotheke führt, Anouk aber eine ganz andere Sehnsucht hat.

Nämlich Parfümeurin zu werden, doch Mutter Isabell hält davon absolut nichts. Eines Tages kann Isabell ihre talentierte Tochter nicht mehr davon abhalten, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wohin Anouk dieser Weg führt, erzählt uns Pauline Lambert (ein Pseudonym einer deutschen Autorin) ausführlich in zwei Familiengeschichten. Die der Familie Girard, bei denen Anouk in Grasse untergekommen ist und die der Familie Bonnet - und natürlich auch Anouks eigene Geschichte.

Wie gesagt fand ich anfangs die Geschichte sehr fesselnd, doch nach einem Drittel ermüdete sie mich etwas. Ich fand die Geschichte bereits zu voraussichtlich und hatte noch so viele Seiten vor mir. Obwohl ich vermutete, wie es ungefähr weiter- und ausgehen wird, hat mich der Roman nach einer bestimmten Stelle (Anouks Ausflug in den Weihnachtsferien) dann zum Glück doch wieder gepackt.

Diese Familiengeschichte hat mir im Grossen und Ganzen Spass gemacht zu lesen. Besonders die Szenen in den Parfümlabors und noch mehr die Beschreibungen der Arbeiten auf den Feldern. Die ganze Bandbreite der diversen Berufe rund um die Welt der Parfüms wurde durch die beiden Grossfamilien perfekt abgedeckt und gibt somit einen tollen Einblick in die Welt der Parfümhersteller.

Die Story um die beiden Familien und insbesondere um Anouk, die immer zu ihren Überzeugungen steht, hat sich die Autorin gut ausgedacht. Die Verbindungen hier und dort und vieles mehr waren geschickt geplant und inszeniert. Mit so vielen Familienmitgliedern war auch Platz für die unterschiedlichsten Charaktere, wie zum Beispiel Windhund Stéphane, von dem man anfangs nicht weiss, wie man ihn nehmen soll, doch Anouk durchschaut ihn schnell, baut ein besonderes Verhältnis zu ihm auf und bleibt sich dabei selbst absolut treu. Rückwirkend würde ich sagen, dass mich das in "Haus der Düfte" fast am meisten beeindruckt hat.

Mir hat auch gut gefallen, dass die Autorin den Roman in den 50er Jahren angesetzt hat und von dort zurück auf die Anfänge einer kleinen Parfümerie schaut, die sich immer mehr zu einem grossen Familienbetrieb mausert und sich ihren Platz neben berühmten grossen Konkurrenten findet.

Leider hat sich in meinen Augen ein unverzeihbarer Fehler eingeschlichen: dass Anouks Mutter (wohlgemerkt, alle Charaktere sind Franzosen - keine Deutschen!) zwar einen französischen Namen hat, aber in der Schreibweise, die anscheinend in Deutschland üblich ist, fand ich extrem befremdend. Isabelle müsste es in Frankreich korrekterweise heissen und nicht Isabell. Das sollte spätestens dem Lektorat auffallen. Wie auch die doch sehr häufigen Schreibfehler: mal fehlt ein Buchstabe, mal ist ein Wort doppelt...

Fazit: Nichtsdestotrotz ein schöner Roman, der uns in die Welt der Parfümherstellung führt und zugleich eine interessante Geschichte erzählt.
4 Punkte.

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Strickjacken und Strickladen-Zeit

Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald

Herbst ist Strickjackenzeit - und deshalb der richtige Zeitpunkt um "Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands" zu lesen. Wie bereits in den vorherigen beiden Bänden gibts auch hier am Ende einige Strickanleitungen.

Maighread ist langweilig - und kommt auf Idee ein Wollfestival vor Ort in Callwell zu organisieren.

Alle finden die Idee toll und helfen mit, bringen auch eigene Ideen mit ein. So sind sie alle gut beschäftigt und weil der Sommer in den schottischen Highlands so war wie bei uns, nämlich verregnet, auch ideal um das Handarbeitsfestival zu planen. Die nachfolgenden sonnigen Tage sollen aber nicht lange halten, just kurz vor dem Festival ist ein Sturm angesagt. Kann das lang ersehnte Festival überhaupt stattfinden?

Nachdem der Roman super gemütlich beginnt und über lange Strecken hinweg über das Alltagsleben in Callwell sowie die Planung des Festivals berichtet, kommt erst gegen Ende Spannung auf. Alles, was auf den vielen Seiten vorher geplant wurde - nicht nur das Festival, auch einige Überraschungen - stehen nun auf der Kippe.

Das Wiedersehen mit den bisher bekannten Charakteren war nett: wie Maighread gehen auch Chloe im Kräuterladen die Ideen nicht aus, zusätzlich übt sie sich im Stricken; Scott hat eine gut gehende Tierarztpraxis; Jonas ist Klimaforscher und ist ebenso immer beschäftigt: das Grossmutter-Trio (bestehend aus Gwendolyn, Eilidh und Elisabeth), hilft überall mit. Die Beziehungen der Paare entwickeln sich, das Festival ist klar im Blickpunkt.

Die Autorin schildert vor allem das Alltagsleben und Maighreads neue Strickideen. Beides wurde mit viel Enthusiasmus, aber im Grossen und Ganzen fast zu gemütlich und entschleunigend erzählt.

Die Geschichte ist nett, aber in diesem Band auch nicht mehr. Darauf war ich zwar bereits vorbereitet, denn das ist in den ersten beiden Bänden ähnlich, aber spannender. Joshuas Verschwinden war mir zu unglaubhaft skizziert.

Fazit: Ganz knappe 4 Punkte - weil es mir dieses Mal ein fast zu leichter Häkel- und Strickroman war, aber mich an einem regnerischen Septembertag unterhalten hat.

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Mit einem Lächeln auf den Lippen den Roman beenden

Das Fest der Weihnachtsschwestern von Sarah Morgan

Im Nachwort wünscht sich Sarah Morgan, dass ihr Roman den Leserinnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert - das hat es mir, und wie!

Gayle Mitchell ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit eigener Beratungsfirma. Ehrgeiz und Karriere sind ihr höchstes Ziel, andauernde Selbstoptimierung ihr Wunsch für alle Frauen.

Doch noch nie hat sie sich Gedanken darüber gemacht, dass andere Menschen glücklich sind mit ihrem Leben, mit "einfachen" Jobs und so wie es ist, ohne wenn und aber.

Als Gayle nach einem Sturz verletzt auf die Sanitäter wartet, denkt sie auf einmal an ihre Töchter, zu denen sie seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Samantha und Ella werden kontaktiert - im Spital teilt Gayle ihnen mit, Weihnachten mit ihnen feiern zu wollen.

Samantha und Ella fallen aus allen Wolken und denken erst, sie hätten eine fremde Frau vor sich und nicht ihre Mutter. Denn Gayle ist in etwa vergleichbar mit Ebenezer Scrooge, kaltherzig und Weihnachten verachtend. Geschenke und alles was zum Fest der Liebe gehört findet sie nutzlos und nun will sie plötzlich die Feiertage mit ihnen verbringen? Die Schwestern trauen der "neuen" Gayle nicht, dennoch entscheiden sie sich für gemeinsame Weihnachtsferien in Schottland.

Dort will Samantha ein Anwesen mit eigenen Augen sehen, denn sie führt ein Reisebüro, welches sich auf Winterreisen spezialisiert hat und ist immer auf der Suche nach geeigneten Unterkünften für ihre Kundschaft. Blöderweise führte sie vor der Reise ein peinliches Telefonat mit dem Besitzer und fühlt sich deshalb nicht sehr wohl, ihm unter die Augen zu treten.

Ellas Leben hat sich in den letzten fünf Jahren enorm geändert - ihre Mutter hat keine Ahnung davon und Ella scheut sich davor, ihrer Mutter aus ihrem Leben zu erzählen, denn sie weiss, dass Gayle diesen Lebensstil nicht gutheisst.

"Das Fest der Weihnachtsschwestern" erzählt eine Geschichte, die Dickens alle Ehre macht, dabei aber noch viel Romantik enthält. Dafür sorgt vor allem das ansprechende Setting in den schottischen Highlands, aber auch die McIntyres, denen die Kinleven Lodge gehört.

Brodie ist ein sympathischer Mann, der die Gemütslagen seiner Mitmenschen genau spürt. Dies hat er wohl von seine Mutter Mary, die es liebt zu kochen und zu backen und gastfreundlich zu sein - das pure Gegenteil von Gayle. Man ist zweifelsohne gespannt, wie die beiden Frauen sich begegnen werden.

Der Roman hat alles was eine gute Wintergeschichte braucht: tolle Charaktere, eine interessante Familiengeschichte, ein bisschen Liebe, Schnee, Rentiere, ganz viel Gefühl und noch mehr Tiefgang.

Diese wunderbare Story von Sarah Morgan möchte man nach dem Zuklappen gleich wieder Aufklappen und nochmals lesen. Wenn ihr dieses Jahr nur einen oder zwei Weihnachtsromane lesen wollt, dann sollte es unbedingt "Das Fest der Weihnachtsschwestern" sein - ein Must-Read für alle Weihnachtsromane-Fans.

Fazit: Der perfekte Roman, um die Weihnachtszeit einzuläuten und mit einer zauberhaften schönen Geschichte, welche am Ende mit einem Lächeln auf den Lippen zugeklappt wird.
5 Punkte.

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Ach, liebe Mags

Je stiller der Tod von Mary Ann Fox

Ach, liebe Mags, wieso lässt du dich derart überrumpeln? Und dies gleich mehrmals! Hättest du erst der Fotostrecke, dann dem geänderten Datum nicht zugestimmt, dann würde er wohl noch leben, der Ersatz-Fotograf, den sie dir geschickt haben.

Sympathisch war er zwar keinem, weder dir noch deinem Umfeld.

Besonders einem Menschen nicht, und deshalb steht erneut einer deiner Bekannten unter Mordverdacht. Auch wenn die Polizei nur telefonisch mit dir in Kontakt steht, weil sämtliche Strassen tief verschneit sind, die geben den Ton an - und du sitzt abgeschottet mit deinen Freunden und dem Fototeam in deinem Cottage. Einer davon ist der Mörder.

Wir Leser drücken natürlich alle den Daumen, dass dein Bekannter unschuldig ist. Doch wie es sich herausstellt, hätte er alle Gründe dieser Welt froh zu sein, dass der Fotograf nicht mehr lebt. Einige andere zum Glück auch. Wirst du schnell genug sein, um heraus zu finden, wer am meisten?

Dein weihnachtlich geschmücktes Cottage und deinen winterlich verschneiten Garten hätte ich gerne mit eigenen Augen gesehen, es muss zauberhaft ausgesehen haben. Aber bitte ohne Leiche, die da im weissen Schnee liegt. Und Agatha vielleicht auch ins Gehege sperren, zumindest für den Anfang, auch wenn ich eine Frau bin.

Weihnachten ist bei dir schon vorbei, deshalb ein Neujahreswunsch an dich: Wehr dich doch nächstes Mal, wenn deine Erfinderin dich mal wieder so naiv darstellen möchte - dann würde die Geschichte nämlich viel weniger glatt (so wie der Boden unter dem Schnee vor deinem Haus) und plump (so wie die Leute aussehen, wenn sie auf besagtem Boden ausrutschen und auf dem Allerwertesten landen) wirken, dass hast du nämlich nicht nötig. Und wir, die dich nun schon so lange begleiten, hätten mehr Freude daran, dich dann auf deinen weiteren Abenteuern zu unterstützen.

Fazit: Es war ein unterhaltsames Weihnachtsfest mit dir, Mags - bis nächstes Jahr!
4 Punkte.

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Turbulent und wendungsreich

Die Angst der alten Dame von Rebecca Michéle

Es ist wieder mal ruhig in Higher Barton. Zu ruhig. Und so ist klar, dass bald etwas passieren muss.

Bald ist es soweit: eine ältere Frau aus dem Umland kontaktiert Sandra und bittet sie, ihr zu helfen, denn sie glaube, dass ihr Mann sie vergiften will. Zu diesem Zeitpunkt nimmt Sandra die Geschichte noch nicht sehr ernst.

Ihr Interesse wird aber geweckt, als sie einige Tages später vom Tod der Frau erfährt.

War "Die Angst der alten Dame" berechtigt? Stand Creeda ihrem Mann und seiner jungen Hof-Angestellten im Weg? Er hatte schon lange kein Interesse mehr an dem Hof, der Creeda gehörte und will ihn nach seinem Tod auch möglichst schnell verkaufen. Wie sich herausstellt, stimmen die Gerüchte und es steht bereits ein Käufer in den Startlöchern.

Die Story ist aber längst nicht so einfach, Autorin Rebecca Michéle hat noch sehr viel mehr in Sandras neuesten Fall mit eingearbeitet. Einige tolle Twists, aber leider auch einer, der mich nervte:

Christopher verschweigt Sandra etwas. Sie findet es heraus und schweigt ihrerseits. Viel Drama um nichts - ich mag solche Twists einfach nicht. Redet miteinander und gut ist! Gelegenheiten zum Reden hätte es genug gegeben. Solche nutzlosen und ungeklärten Privatangelegenheiten lenken einfach vom Fall ab und sind unnötig.

Der Fall an sich ist aber okay. Sandra weiss bald nicht mehr, welchen Involvierten sie trauen kann und wem nicht. Leider hinterfragt sie nicht viel, denn sonst wäre sie schon längst stutzig geworden und dem wahren Täter auf der Spur.

Das tatsächliche Motiv hingegen - hier macht es die Autorin spannend - erfährt man erst gegen Ende und so wird es doch noch ein interessanter Fall.

Fazit: Turbulent, wendungsreich und unterhaltend.
4 Punkte.

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Zu langweilig

Möwensommer von Lotte Römer

Mein erstes Buch der Autorin - und für länger sicher auch das letzte Buch, denn wahrscheinlich greife ich so schnell nicht mehr nach ihren Romanen.

Die Geschichte um Lina, die als Floristin in einem Blumenladen auf Norderney arbeitet, ist leider sehr oberflächlich.

Zwischen Lina und ihrem besten Freund Mattis war einmal was, doch beide schweigen es tot und machen auf beste Freunde.

Da Lina meint, Matthis hätte kein Interesse an ihr als Frau, sucht sie nach geeigneteren Männern um und nimmt deshalb sofort die Einladung des neuen Standesbeamten an. Weshalb Matthis nun plötzlich auch fremdflirtet, versteht sie nicht so ganz. Auch das Getue von ihrer Chefin, die auf einmal Geheimnisse zu haben scheint, und ihr Desinteresse am Geschäft lässt Lina nicht los, denn am liebsten würde sie den Blumenladen besitzen, sie hätte ja so viele Ideen...

Der Roman ist flüssig zu lesen und unterhält auf eine sehr leichte Art. Freundschaft wird grossgeschrieben.

Aber das wars leider auch schon. Mich konnte die Geschichte nicht vom Hocker reissen. Sie sollte wohl locker rüberkommen, aber sie wirkt zu bemüht und findet deshalb keine Tiefe und bleibt banal. Vieles wirkte total unglaubwürdig, wie zum Beispiel das oben erwähnte Totschweigen einer bestimmten Nacht. Auch für die Figurenzeichnung hatte ich oft nur ein Kopfschütteln übrig.

Fazit: Für Leserinnen, die gerade kein anderes Buch zur Hand haben und sich schnell mal drei, vier Stunden ablenken wollen, ist der Roman ideal. Mir war er zu langweilig.
3 Punkte.

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Ein Roman wie seine Charaktere: nicht perfekt und trotzdem nett

Montags bei Monica von Clare Pooley

Ich mag Café-Romane und war deshalb sehr gespannt auf "Montags bei Monica".

Zuallererst steht aber nicht das Café von Monica im Blickfeld, sondern der 79jährige Julian Jessop, ein alternder Künstler - in meinem Kopf war er ein Dandy durch und durch. Julian hat sich einige Jahre zuhause eingenistet, liess niemanden an ihn ran, doch nun merkt er, dass er endlich sein Schneckenloch verlassen und wieder am Leben teilhaben sollte.

Er schreibt sich alles von der Leber, in ein kleines Notizheft.

Das Heft lässt er spontan in Monicas Café liegen. Monica findet es natürlich, liest Julians Geschichte und es entsteht eine Kettenreaktion: auch sie schreibt ins Heft, lässt es liegen, es wird gefunden, der Finder schreibt hinein und so weiter...

Doch damit ist es nicht getan: denn Monica will Julian helfen, derjenige nach Monica will ihr und ebenso Julian helfen. Nach und nach lernen sich alle Schreiberlinge kennen, Drehpunkt ist Monicas Café.

Die Bandbreite der Charaktere ist generationenübergreifend: junge und alte Mütter, Singles, Senioren. Alle mit total unterschiedlichen Berufen und Herkunftsgeschichten. Clare Pooley bringt Figuren mit echten und alltäglichen Problemen aufs Podest. Zum Beispiel Hazard, der Name sagt es, ein unsteter Typ, unsympathisch auf den ersten Blick, er kann sich selbst auch nicht leiden und weiss: eine Veränderung muss her.

Diese Veränderung wollen alle, die ins Notizheft schreiben. In welche Richtung die Veränderung gehen soll, ist aber noch nicht allen klar. Bloss: aufrichtig sein ist die neue Devise, so hat es Julian vorgegeben. Mit dem neuen Lebensmotto verändern sich alle, freunden sich an, aber auch Unstimmigkeiten bleiben nicht aus.

Im Grossen und Ganzen ist "Montags bei Monica" ein weiser, fast schon kluger Roman, der gut unterhält. Der beste Leseplatz wäre eigentlich ein schöner Platz in einem gemütlichen Café, vielleicht klappt es ja zumindest für eine oder zwei Stunden.

Theoretisch eine tolle Geschichte, die aber einige langatmige Szenen aufweist. Besonders während der Vorstellung von Alice. Bei der Story um die junge Mama-Instagrammerin nervten mich die vielen "@". Nicht nur mich als Leserin übrigens, auch einige andere Figuren im Roman verdrehten die Augen. Etwas weniger davon wäre angenehmer gewesen, auch wenn die "@"'s wahrscheinlich mit voller Absicht von der Autorin platziert wurden, um zu versinnbildlichen, wie doof Alices Tun ist, denn der Plot ist auffallend gut durchdacht.

Fazit: Die Story ist wie seine Charaktere: nicht ganz perfekt. Sie kennenzulernen ist aber unbedingt empfehlenswert.
4 Punkte.

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